Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken
Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken - # 7

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Lisa-Weber
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 91 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Fr 18. Okt 2019, 13:00

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 18. Okt 2019, 10:03
Tut mir Leid, dass ich euch damit belaste.
LG, Michaela
Belasten tust du hier niemanden.
Schreib dir von der Seele was sie nötig hat.
Auch ich biete dir jederzeit das Telefon an - schicke einfach eine PN.
Dafür ist das Forum da - Austausch und auch mal ein Auffangen wenn nötig.
Ich kenne es nur zugut dieses Gefühl - und wir laufen in eine böse Zeit - Herbst - Weihnachten, Fest der Familie usw.
Das zieht einen noch tiefer.
Lass es nicht soweit kommen und nimm Hilfe an.

Ich halte es mit Udo Jürgens - Und immer wieder geht die Sonne auf...

Liebe Grüße
Lisa

PS: Fühl dich einfach mal umärmelt...
Liebe geben und offen sein für neues..

!EmmiMarie!
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 92 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » Fr 18. Okt 2019, 13:07

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 18. Okt 2019, 12:49
Eine meiner großen Schwächen ist das Zulassen von Gefühlen und das Anvertrauen.
Ich werde mich da allein durchbeißen, denke ich ...
Liebe Michaela,

zuerst, es tut mir sehr leid, das du nun so bedrückende Gefühle hast.
Das ist wirklich gar nicht schön..

ich möchte nur ganz kurz auf den Satz von dir oben eingehen..

ich denke das oft auch (noch, allerdings weniger wie früher), ABER ich merke
dann doch jedes mal, wie es mich drängt mit einer Freundin oder einem Freund
oder am Liebsten mit meiner Liebsten darüber zu reden, wenn mich etwas bedrückt.
Und dann tu ich es auch und es tut einfach nur gut!

Es ist nicht nur ein doofer Satz "geteiltes Leid ist halbes Leid"..
und andere haben eine Sicht auf die Dinge die anders ist als deine.
Das hilft vielleicht einen Weg zu finden, der nicht in einer Abwärtsspirale endet.

Ich merke auch, seit ich mich geöffnet und als Frau geoutet habe, das ich öfter
gefragt werde wie es mir geht, uns werden offene Gefühle zugestanden und das
finde ich total schön...

Alles Liebe Marie (flo)
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Always be yourself, unless you can be a unicorn, then always be a unicorn

VanessaL
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 93 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 18. Okt 2019, 14:52

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 18. Okt 2019, 12:49
Vielen Dank für eure lieben Angebote und die aufbauend gemeinten Worte.
Eine meiner großen Schwächen ist das Zulassen von Gefühlen und das Anvertrauen.
Ich werde mich da allein durchbeißen, denke ich ...
LG, Michaela
Nun, das sehe ich ganz anders, nachdem ich Deinen Beitrag gelesen haben ... aber vielleicht bist Du noch nicht so weit zu sehen, was offen vor Dir liegt.

Namsté

Alles Liebe
Vanessa

Jana _79
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 94 im Thema

Beitrag von Jana _79 » Fr 18. Okt 2019, 17:37

Hallo,
Ich habe hier im Forum einfach mal quer gelesen, die Überschrift hat mich dann angesprochen.
Ich weiss nicht ob ich hier meine Meinung/Sicht schreiben darf/soll, da ich in einer komplett anderen Situation bin, ich bin eine biologische Frau und fühle mich auch so, bin über die Trennung von meinen Exfreund auf dieses Forum gestoßen, ich weiss nicht wie ich meinen Post hier verlinke, falls jemand meine Beweggründe für fue Anmeldung hier nachlesen möchte.
Ich kenne deine/eure Gefühle und Ängste gar nicht und möchte meinen Eindruck/Gefühle gerade bei diesem sensiblen Thema niemanden aufdrängen, daher frag ich ob es ok ist als "Nicht-Betroffene" auch zu antworten.
Ich hoffe das ist verständlich ausgedrückt.
Liebe Grüße,
Jana

Joe95
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 95 im Thema

Beitrag von Joe95 » Sa 19. Okt 2019, 14:15

Hallo Michaela,
das ist keine Belastung, denn ich denke ich bin nicht die einzige, die glaubt das dieses Forum - unter anderem - genau dafür da ist.
Wie Vanessa schon sagt kann dir deine Liebe keiner nehmen, auch wenn du nicht unbedingt Gegenliebe bekommst.
Auch das es seinen Grund hat, dass sich alles so entwickelt, weißt du.
Deine Welt mag im Moment schrecklich aussehen, aber wie sähe sie sonst aus?
Besser?
Glaub ich nich...

Jedenfalls kann es jetzt aufwärts gehen.

Ich wünsche dir viel Kraft und viel Glück...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 96 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Sa 19. Okt 2019, 20:38

Meine Töchter haben bei mir übernachtet und diese Stunden zusammen mit ihnen haben mir wirklich sehr gut getan.
Die Zwei sind im Moment mein Licht in der Dunkelheit. Vielleicht ist die Angst sie auch noch zu verlieren einfach im Moment zu groß für mich, dass ich ins Straucheln gerate.
Ich muss mir eine gemeinsame, bessere Zukunft ausmalen und an dieser festhalten und arbeiten. Das ist der Halt, den ich jetzt brauche.
Alles andere macht mich nur verrückt.
LG, Michaela

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 97 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 21. Okt 2019, 15:15

Moinsen (moin)
VanessaL hat geschrieben:
Fr 18. Okt 2019, 11:26
Nur, weil sich anderes Menschen entscheiden, Abstand zu nehmen, bedeutet das nicht, dass wir unsere Gefühl zu ihnen aufgeben müssen.
Achte und liebe sie weiter, so lange Du magst! Das kann Dir niemand nehmen.
Das hat mir gerade ein wenig die Augen geöffnet (he) Das war zwar nicht für mich bestimmt, aber ich nehme das mit Aha-Effekt mal mit für mich (smili)
Danke für diese Worte.
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Sa 19. Okt 2019, 20:38
Die Zwei sind im Moment mein Licht in der Dunkelheit.
Wie du dich fühlst, kann ich gut nachvollziehen. Es schmerzt, das zu lesen. Ich hoffe, das die Verbindung, die du mit deinen Kindern hast, irgendwie erhalten bleibt.
Ich finde es persönlich absolut unmöglich, das deine Frau anscheinend schon jemand neues hat... Wenigstens kann man doch wohl abwarten, bis man geschieden ist. Oder hab ich was verpasst?
Ich hoffe, du kannst dich überwinden und weiterhin uns mitteilen wie es dir geht. Wir hier können vielleicht nicht direkt helfen, aber drüber reden, hilft manchmal auch schon etwas. Man ist zumindest nicht allein mit seinen Sorgen und Ängsten...

Grüße
die Anja
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 98 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Mo 21. Okt 2019, 15:44

Anja hat geschrieben:
Mo 21. Okt 2019, 15:15
[...] Ich finde es persönlich absolut unmöglich, das deine Frau anscheinend schon jemand neues hat... Wenigstens kann man doch wohl abwarten, bis man geschieden ist. Oder hab ich was verpasst? [...]
Sie ist in der Trennung deutlich weiter als ich, da ihre Trennung von mit bereits schleichend vor über zwei Jahren passierte, als offensichtlich wurde, was in mir schlummert.
Für mich ist es dann am Samstagabend der Holzhammer gewesen, der mich getroffen hat. Seit diesem Abend weiß ich was Menschen meinen, wenn Sie von einem gebrochenen Herzen sprechen. Klingt so unendlich schwülstig, aber es trifft den Nagel auf den Kopf.
Mein moralischer Kompass ist tatsächlich ein anderer und mein persönlicher Anstand hätte es wahrscheinlich nicht zugelassen in diesem Moment einen anderen Partner zuzulassen, aber sie ist sicher ebenso verletzt, hilflos, wärmesuchend wie ich und hat nun eine Schulter zum Anlehnen gefunden.
Auch wenn mir das überhaupt nicht gefällt, muss ich das akzeptieren.
LG, Michaela

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 99 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Mo 21. Okt 2019, 16:27

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Mo 21. Okt 2019, 15:44
Auch wenn mir das überhaupt nicht gefällt, muss ich das akzeptieren.
LG, Michaela
Ach du Arme,
ich hoffe es zieht dir nicht den Boden unter den Füßen weg.
Ich wünsche dir von Herzen das alles mit deinen Kiddies gut geht und sie die Trennung gut verkraften.
Dir alles gute auf deinem Weg.
Lisa
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 100 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Mo 11. Nov 2019, 11:03

Eine kleine Rückmeldung von mir und vielen Dank für eure Unterstützung.
Hinter mir liegen die wohl bisher schwärzesten Wochen meines Lebens und ich hoffe, dass diese nie wieder kommen oder es eine Zeit gibt, die noch schwärzer werden könnte.
Ich habe täglich mit drei/vier Stunden viel zu wenig geschlafen, meine Gedanken drehten sich nur um negative Annahmen und Ängste, was mir nicht gut getan hat.
Das Schlimme daran ist, dass ich genau wusste, dass das nicht gut für mich ist und ich mich trotzdem nicht dazu bringen konnte davon abzulassen.
Auch wenn ich selbst keine suizidalen Gedanken hatte, kann ich nun ein bisschen nachvollziehen, warum es manche in diesen emotionalen Morast zieht.
Eine für mich ganz schlimme Zeit, die in einer emotionalen Entladung endete, in der ich fies und verletzend war und meine familiäre Zukunft auf der Kippe stand.
Ich war von mir selbst, meinen Gedanken, Worten und Taten schockiert und überrascht.
Zu meinem Glück war das ein heftiges, aber reinigendes Gewitter, dass uns wieder dazu gebracht hat auf das Wesentliche zu achten und uns auf die verbleibenden Gemeinsamkeiten und die gemeinsamen Kinder zu fokussieren.
Ich weiß jetzt, dass das Licht am Ende des Tunnels kein entgegenkommender Zug ist und das ist gerade gut für mich.
Die letzten drei Tage konnte ich fast wieder sieben Stunden durchschlafen.
Durchatmen, Kopf hoch und das Leben meistern steht nun auf dem Programm.
LG, Michaela

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 101 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 11. Nov 2019, 12:02

Moinsen (moin)
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Mo 11. Nov 2019, 11:03
ch habe täglich mit drei/vier Stunden viel zu wenig geschlafen, meine Gedanken drehten sich nur um negative Annahmen und Ängste, was mir nicht gut getan hat.
Das Schlimme daran ist, dass ich genau wusste, dass das nicht gut für mich ist und ich mich trotzdem nicht dazu bringen konnte davon abzulassen.
Auch wenn ich selbst keine suizidalen Gedanken hatte, kann ich nun ein bisschen nachvollziehen, warum es manche in diesen emotionalen Morast zieht.
Dieses Gedankenkarussel, welches einen nachts nicht schlafen lässt, kenn ich nur zu gut. Bei mir hat es eine gefühlte Ewigkeit gedauert bis ich da wieder rausgekommen bin.
Aber nun, nach fast 3 Monaten, geht es endlich wieder aufwärts.
Ich denke, der Körper nimmt sich einfach die Zeit die er braucht um die Emotionen zu verarbeiten. Da kommt man mit dem Verstand schlecht gegen an...

Grüße
die Anja
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 102 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Mo 11. Nov 2019, 12:10

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Mo 11. Nov 2019, 11:03
Ich weiß jetzt, dass das Licht am Ende des Tunnels kein entgegenkommender Zug ist und das ist gerade gut für mich.
Die letzten drei Tage konnte ich fast wieder sieben Stunden durchschlafen.
Durchatmen, Kopf hoch und das Leben meistern steht nun auf dem Programm.
Ich hoffe sehr das dir der Schlaf wieder hilft zu Kräften zu kommen.
Es steht dir ja noch ein beschwerlicher Weg bevor.
Aber das ihr es geschafft habt euch zusammen zu setzen und alles im Sinne der Kinder zu Regeln - das beste
Du gehst deinen Weg.

Liebe Grüße Lisa
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 103 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mo 11. Nov 2019, 14:06

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Mo 11. Nov 2019, 11:03
Auch wenn ich selbst keine suizidalen Gedanken hatte, kann ich nun ein bisschen nachvollziehen, warum es manche in diesen emotionalen Morast zieht.
Hallo Michaela,

genau so habe ich das vor Jahren nach einer Trennung empfunden und hier irgendwo auch gepostet. Allerdings waren meine Kinder nicht involviert, da sie zu dieser Zeit bei meiner Ex-Frau, von der ich schon ein paar Jahre geschieden war, lebten. Das wichtigste für mich war es, wieder auf die Beine zu kommen. Im Rückblick haben mir zwei Strategien geholfen.

Die eine war, die dunklen Gedanken, ich habe sie dunkle Wolken genannt, mit sportlichen Aktivitäten zu vertreiben. Damit kann man sehr gut die Stresshormone abbauen, die diese dauerhafte Stresssituation hervor rufen. Ich bin einfach sofort bei dem ersten Annähern der dunklen Wolken eine halbe Stunde joggen gegangen. Egal, welche Tageszeit oder Wetter draußen war. Das hat bei mir Wunder gewirkt, leider nur für ein paar Stunden, aber für einen Schlaf hat es gereicht.

Die andere Strategie war eher längerfristig wirksam. Ich habe gelernt, mich von Situationen fern zu halten, wenn sie mir nicht gut tun. Das lässt sich in einer Trennung nicht immer vermeiden, richtet die Gedanken aber für die Zukunft aus. Dazu musste ich erst einmal lernen, was für mich gut ist. Das ist nicht selbstverständlich, denn man ist in Routinen und Denkgewohnheiten verhaftet. Was ich aber gebraucht habe, war eine Neuausrichtung meines Lebens, um genau die Denkgewohnheiten hinter mir zu lassen. Dazu habe ich mir morgens nach dem Aufwachen Situationen vorgestellt, die mir definitiv gut tun. Die Gefühle, die dabei entstehen sind der Kompass für meine Aktivitäten.

Ich habe das konsequent umgesetzt und nach ca. 3 bis 4 Monaten war ich wie ausgewechselt. Mein Leben wurde wieder strahlend, die Schwäche, die ich meiner depressiven Phase hatte war wie weg geblasen. Mein Arzt, zu dem ich wegen einer Vorsorgeuntersuchung ging, hat mir physisch gute Werte bescheinigt. Ich war offen für Neues. Nach meiner Ehe ein paar Jahre vorher mit meinen Kindern ist mir das nicht gelungen und ich bin in meinem Sumpf stecken geblieben.

Aus meiner Sicht ist es ganz wichtig, seinen Teil der Verantwortung für das Scheitern zu übernehmen. Das ist keine Schuldeingeständnis und mit Trans hat das nichts zu tun. Meiner Erfahrung nach liegen hinter dem Scheitern einer Beziehung noch ganz andere Mechanismen zu Grunde. Trans ist dabei nur ein Auslöser.

Ich drücke Dir die Daumen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 104 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Do 14. Nov 2019, 11:49

Ich war gestern bei meiner Therapeutin.
Da ich zu früh dort war, ist sie mir auf dem Flur entgegengekommen, kurz gegrüßt und dann noch einmal gegrüßt.
In der nachfolgenden Sitzung hat sie mir gesagt, dass sie mich erst auf den zweiten Blick erkannt hatte, der erste war für sie recht unspektakulär: "Mir kommt eine Frau entgegen". Das tat mir sehr gut (he)
Es geht wahrscheinlich nicht nur mir so, dass wir selbst unsere größten Kritiker sind und manchmal gar nicht erkennen, wie wir auf andere wirken.
Auch wenn ich weiterhin der Meinung bin noch viel zu männlich zu wirken und ganz sicher nicht als Frau wahrgenommen werde, war das ein schöner Moment.
LG, Michaela

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 105 im Thema

Beitrag von Frieda » Do 14. Nov 2019, 11:54

Liebe Michaela 😊

Ich möchte mich deiner Therapeutin 100pro anschließen, denn das was ich auf deinem Pb hier sehen kann, bist du für mich auch ganz klar Frau❣️👍

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*

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