Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken
Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken - # 6

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Michaela_mit_a
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 76 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Fr 23. Aug 2019, 11:48

Mein Endokrinologentermin habe ich nun hinter mir und es war gar nicht so schlimm, wie befürchtet :-)

Natürlich war es schon ein mulmiges Gefühl, das erste Mal in der Praxis als Michaela aufzutauchen.
Stadionbeleuchtung, dutzende Patienten, musternde Blicke = gruselig ;-)
Das Praxisteam war sehr nett und äußerst zuvorkommend.
Es wurde vorab am Telefon und auch vor Ort noch einmal gefragt, wie ich angesprochen werden möchte, ob es einen Namen gibt, den sie schon einmal eintragen sollen etc.
Aufgerufen wurde ich als "Frau ..." und als die Praktikantin den "Herrn ..." aufgerufen hat, weil sie nicht wusste, dass sie auf den Vermerk auf der Patientenkarte achten sollte, kamen zwei Helferinnen zu mir um sich zu entschuldigen.
"Alles gut, alles kein Problem." sagte ich, man bedankte sich für meine Gelassenheit und würde sich freuen, wenn jede/r das so entspannt sehen würde. (Kleiner Appell an die Mitlesenden :-) ).

Das Arztgespräch verlief ebenfalls angenehm. Es wurde zur Kenntnis genommen, dass ich gut vorbereitet war, die Aus- und Nebenwirkungen schon sehr gut einschätzen kann und das ich einen gefestigten und reflektierten Eindruck mache. Sehr gut :-)
Nachdem wir über Erwartungen, Wünsche, Risiken, Variationen und groben Ablauf der Hormontherapie sprachen, gingen wir noch kurz auf Genitalien, GaOP und Orchiektomie ein.
Alles ganz unverbindlich, wohl wissend, dass besonders in diesem frühen Stadium nichts in Stein gemeißelt ist.
Mit einem guten Gefühl, dass hier offensichtlich nach Bedürfnissen der Patienten behandelt wird und man sich keinen Gedanken verschließt, ging es zur Blutabnahme.
Blutwerte, Chromosomanalyse und Gerinnungswerte sollten bestimmt werden.

Hier habe ich das erste Mal überhaupt eine negative Reaktion auf "mich" bekommen.
Ich schaute mich im Wartezimmer um und bekam von einer anwesenden Frau in den 30ern einen abfälligen Blick.
Natürlich war genau neben ihr auf der Bank der einzige freie Platz im Raum :-(
Als ich mich setzte rutschte sie demonstrativ von mir weg und presste sich an die Wand neben ihr.
Ich ließ mir nichts anmerken, war aber dennoch etwas geknickt und verunsichert.
Ja, das wird nicht das einzige und letzte Mal gewesen sein, aber mein erstes und das war nicht so schön.

Die Blutabnahme war super. Ich habe nicht einmal den Stich gemerkt und auch der obligatorische blaue Fleck in der Armbeuge blieb aus. Top! Habe ich auch gleich als Lob dort gelassen :-)
Nun warte ich auf die Ergebnisse, aber im Gespräch zuvor klang es schon so, dass wenn nicht etwas Unvorhergesehenes bei der Blutuntersuchung herauskommt, steht nur noch das Indikationsschreiben meiner Therapeutin aus :-D

Was das angeht, gehe ich von einem halben Jahr therapeutischer Begleitung aus, die meine Ärztin abwarten möchte.
Auch wenn ich natürlich gern schon vor zwei Jahren mit der HET begonnen hätte, ist das für mich OK (weil absehbar).
Um nichts zu überstürzen, der Krankenkasse keinen Anlass zu geben sich zu beschweren, Sicherheit für mich und meine Therapeutin ...
Wenn das so klappt, dann wäre das auch schon im Oktober :-D
Ich bin soooooo gespannt!
Liebe Grüße, Michaela

Anne-Mette
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 77 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 23. Aug 2019, 11:53

Moin,
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 23. Aug 2019, 11:48
Ich ließ mir nichts anmerken, war aber dennoch etwas geknickt und verunsichert.
"... bin nicht ansteckend" ist Dir nicht eingefallen? (moin) )))(:

Gruß
Anne-Mette

Anja
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 78 im Thema

Beitrag von Anja » Fr 23. Aug 2019, 13:04

Moinsen (moin)
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 23. Aug 2019, 11:48
Hier habe ich das erste Mal überhaupt eine negative Reaktion auf "mich" bekommen.
Fiel mir so spontan auf, wieso setzt du dich in Gänsefüßchen? Das bist doch du!
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 23. Aug 2019, 11:48
Ich schaute mich im Wartezimmer um und bekam von einer anwesenden Frau in den 30ern einen abfälligen Blick.
Natürlich war genau neben ihr auf der Bank der einzige freie Platz im Raum :-(
Als ich mich setzte rutschte sie demonstrativ von mir weg und presste sich an die Wand neben ihr.
Ich hatte ein ähnliches Erlebnis bei meiner Endo im Wartebereich. Mir gegenüber saß eine Frau, die wohl durchschaut hatte, das ich so nicht geboren wurde und brach plötzlich in Gelächter aus. Allerdings bekam sie einen strafenden Blick von mir, so dass sie sofort versuchte, sich wieder in den Griff zu kriegen. Ich glaube aber das war keine Absicht, manchmal kann man sich halt nicht beherrschen :wink:

Da stehen wir doch drüber, oder?

Grüße
die Anja
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 79 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 23. Aug 2019, 13:30

Moin,
Anja hat geschrieben:
Fr 23. Aug 2019, 13:04
Da stehen wir doch drüber, oder?
Ich versuche es zwar meistens, aber manche "Erlebnisse" sind doch verletztend. Aber davon will ich nicht berichten an dieser Stelle.

Gestern habe ich erst im dänischen TV eine schöne Doku über die QE2 gesehen (geht nur an meinem Rechner).
Als ich dann ins Wohnzimmer wechselte, weil ich eigentlich die berliner Nachrichten sehen wollte, fiel mir ein, dass die wegen einer sehr langen Rate-Sendung
ausfallen sollten.
Da habe ich noch einen Moment rumgezappt und landete im ZDF, wo es in einem Spielfilm um einen sehr kleinen Mann ging und seine Beziehung
zu einer recht großen Frau.
Ich habe nur den Rest gesehen (es endete natürlich "happy"), aber "Menschen mit Besonderheiten" fallen auf und rufen verschiedene Reaktionen hervor.
(Stand auch neulich auch in einer BRIGITTE; aber wer weiß das nicht aus eigener Erfahrung?)

In Wartezimmern habe ich allerdings kaum ungute Erfahrungen gemacht.
Meistens ergaben sich sogar Gespräche. Außerdem hatten die meisten Leute sicherlich ganz andere Sorgen... (nurse)

Jetzt fallen mir noch zwei Erlebnisse ein, die ich ganz erfreulich fand:

Wartebereich in der UNI-Klinik Kiel. Eine Frau und ein Kind sitzen uns gegenüber.
Nach einer Weile flüstert das Kind ihr etwas ins Ohr.
Sie darauf: "frage sie doch!"
Dann kam die Frage des Kindes: "Mädchen oder Junge?"

Noch eines, aber dann höre ich auf; denn das ist nicht mein Thread.
Besucher-Ecke in einem flensburger Krankenhaus.
Ein Kind redet recht leise mit seinem Vater. Es ging wohl um mich, denn sie guckten manchmal rüber.
Der Vater sagte schließlich recht laut: "... es gibt eben unterschiedeliche Menschen: dünne, dicke, große...".
Als ich ihn am nächsten Tag noch einmal sah, habe ich ihn angesprochen und gesagt, dass ich das sehr gut fand.

Gruß
Anne-Mette

Lisa-Weber
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 80 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Fr 23. Aug 2019, 14:51

Erst einmal freue ich mich mit dir das du deinen Arzttermin so hinter dich gebracht hast wie du bist.
Du bist Michaela.
Ja , solche Begegnungen werden leider immer wieder mal passieren.
Leider fällt mir auch oft genug erst hinterher ein wie man am besten darauf reagiert hätte.
Nicht immer ist man so taff - weil es verletzt einen halt.
Aber es überwiegt einfach das positive.
Ich denke du bist auf dem besten Weg für dich.
Liebe Grüße
Lisa
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 81 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Fr 6. Sep 2019, 10:10

Eine Kopie meiner "Auswertung" der Bluttests habe ich bekommen.
Zusammen mit meinen bisherigen Untersuchungen (Herz-Kreislauf etc.) sieht alles gut aus.
Jetzt steht noch das Thrombophilie-Screening aus, welches ich bei meinem Hausarzt durchführen kann, und anschließend eine Prostata Untersuchung.
Medizinisch wäre dann alles für die Hormontherapie vorbereitet und ich warte "nur noch" auf das Indikationsschreiben meiner Therapeutin.
Ich kann es kaum erwarten, denn dieser Zwischenzustand der Ungewissheit und des auf der Stelle Tretens macht mich langsam verrückt.
Ich hoffe auf den Oktober. Drückt mir die Daumen :-)
Liebe Grüße, Michaela

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 82 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Fr 6. Sep 2019, 10:20

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 10:10
Ich kann es kaum erwarten, denn dieser Zwischenzustand der Ungewissheit und des auf der Stelle Tretens macht mich langsam verrückt.
Ich hoffe auf den Oktober. Drückt mir die Daumen
Liebe Grüße, Michaela
Lach, Geduld war auch nie meine Stärke, habe aber hier lernen müssen, mich in ihr zu üben.
Drück dir die Daumen - eigentlich unnötig da bin ich sicher - das alles gut wird.
Liebe Grüße Lisa
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 83 im Thema

Beitrag von Diva » Fr 6. Sep 2019, 11:07

Lisa-Weber hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 10:20
Lach,
Ist mir bei dir seit ca. einer Woche aufgefallen:
Witzig, wie jemand, die keine Sympathieträgerin darstellt, vielleicht dennoch in Details abzufärben scheint -
sowas nennt man "schlechten Einfluss" - lach!
Divas have to do drama, love, high passions ... and suicide.

Lisa-Weber
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 84 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Fr 6. Sep 2019, 11:11

Diva hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 11:07
Witzig, wie jemand, die keine Sympathieträgerin darstellt, vielleicht dennoch in Details abzufärben scheint -
Solange es nicht schwarz abfärbt...
Lisa
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 85 im Thema

Beitrag von Diva » Fr 6. Sep 2019, 11:20

Lisa-Weber hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 11:11
Diva hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 11:07
Witzig, wie jemand, die keine Sympathieträgerin darstellt, vielleicht dennoch in Details abzufärben scheint -
Solange es nicht schwarz abfärbt...
Lisa
Das Risiko darfst du ganz alleine tragen - bist ja ein großes Mädchen.
Ich übernehme keine Haftung für ev. seelische, psychische, psychosomatische oder konfessionelle Schäden - lach.

-Diva
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 86 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Fr 18. Okt 2019, 10:03

Lange nicht geschrieben. Achtung: Trauriger Post!

Ich durchlebe gerade die bisher schwärzesten Wochen meines Lebens und fühle mich unendlich schlecht :-(
Meine Tochter scheint die Trennung und meine anstehende Transition überhaupt nicht zu verkraften.
Sie zieht sich zurück, redet nicht darüber was sie bedrückt, wir werden uns Hilfe suchen müssen :´-(
Meine Frau hat offensichtlich einen neuen Partner, den sie noch versucht zu verheimlichen.
Zumindest die Kinder haben ihn noch nicht "kennengelernt".
Ich glaube in dem Moment der Erkenntnis ist mir letztendlich das Ausmaß noch einmal mit aller Schwere bewusst geworden.
Genau dort brach mein Herz in zwei Teile und schmerzt so sehr.
Ich fühle mich unendlich verletzt, stecke voller Wut, Verzweiflung und muss mich zurückhalten, nicht unfaire Anschuldigungen, trauernde Gefühle oder falsche Eitelkeit in verletzenden Worten zum Ausdruck bringen.
Die Abwesenheit der Kinder, zu erkennen, dass ich noch Liebe empfinde, die in meiner Frau schon seit längerer Zeit bereits erloschen ist, Hausverkauf, Trennung, Scheidung ... mir geht es nicht gut.
Habe ich ein "tolles Leben" an der Seite meiner Familie, in dem es "nur mir" persönlich schlecht ging gegen ein einsames Scheißleben getauscht, in dem es mir noch schlechter geht und allen die ich liebe ebenso?
Schlaf, Konzentration, Hunger ... alles weg. Ich muss nur an etwas aus unserer gemeinsamen Zeit denken und mein ganzer Körper fängt an zu zittern.
Ich könnte jederzeit losheulen und mich übergeben, weiß nicht mehr wohin mit meinen Gefühlen und Gedanken ...
Eine solche Traurigkeit habe ich noch nie in meinem Leben gespürt und hoffe auf einen Funken Hoffnung.
Tut mir Leid, dass ich euch damit belaste.
LG, Michaela

Anne-Mette
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 87 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 18. Okt 2019, 10:20

Moin,

das tut mir sehr leid. Du belastest uns nicht; auch für solche Nachrichten ist das Forum da )))(:
Kann ich Dir irgendwie helfen?
Eine "Lösung" kann ich Dir nicht anbieten, aber wir können reden...
Wir könnten uns am späteren Nachmittag oder frühen Abend in der Stadt treffen - oder mach' einen Vorschlag.

Herzliche Grüße
Anne-Mette

VanessaL
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 88 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 18. Okt 2019, 11:26

Liebe Michaela,

ich und sicher einige hier können Deine Gefühle sehr gut verstehen! Und nein, Du belastest hier niemanden, wie Anne-Mette schon geschrieben hat.

Natürlich darfst Du die Liebe zu Deiner Frau und zu Deinen Kindern weiter bei Dir halten. Nur, weil sich anderes Menschen entscheiden, Abstand zu nehmen, bedeutet das nicht, dass wir unsere Gefühl zu ihnen aufgeben müssen.
Achte und liebe sie weiter, so lange Du magst! Das kann Dir niemand nehmen. Dafür eine Gegenleistung zu erwarten oder zu erhoffen, musst Du allerdings loslassen. Und Trauer zulassen ist ein guter Weg loszulassen. Das ist ein schwieriger Schritt (nicht nur für Dich, auch für Deine Familie), aber für alle der einzige Weg und jeder muss ihn für sich, auf seine Weise, finden und gehen.
Du weißt ganz genau, warum Du jetzt an dieser Stelle in Deinem Leben stehst. Das hat seine Gründe und niemand hat Schuld. Es ist einfach so und eben nicht anders. Wir müssen damit umgehen und vor allem nicht stehen bleiben und uns nicht erdrücken lassen von Dingen, die wir nicht ändern können. Trauer wahrnehmen, zulassen und erfahren, Ja! Sie uns beherrschen lassen, Nein!
Je eher Du Deine Mitte findest und stärkst, desto schneller kannst Du auch wieder für andere da sein. Momentan, geht es aber um Dich und Dein Leben. Lebe es ...

Ich möchte Dir ein paar Zeilen schicken, die ich Lisa geschrieben habe ....

Dinge zulassen
einfach loslassen
nichts mehr halten wollen
kein müssen oder sollen
nicht mehr greifen
reifen und begreifen
wer Du bist
was Leben ist

Auch, wenn dies so einfach erscheint, der Weg dorthin ist schwer. Aber wir müssen und wir können ihn gehen. Denn stehen bleiben ist keine Option für uns.

Ich umarme Dich
wenn Du reden möchtest, schreibe mich an und wir telefonieren gerne. Das ist manchmal einfach besser, als zu schreiben.

Vanessa

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 89 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Fr 18. Okt 2019, 12:49

Vielen Dank für eure lieben Angebote und die aufbauend gemeinten Worte.
Eine meiner großen Schwächen ist das Zulassen von Gefühlen und das Anvertrauen.
Ich werde mich da allein durchbeißen, denke ich ...
LG, Michaela

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 90 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Fr 18. Okt 2019, 12:58

Hallo Michaela,
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 18. Okt 2019, 10:03
Ich fühle mich unendlich verletzt, stecke voller Wut, Verzweiflung und muss mich zurückhalten, nicht unfaire Anschuldigungen, trauernde Gefühle oder falsche Eitelkeit in verletzenden Worten zum Ausdruck bringen.

es tut mir ehrlich Leid wie es bei dir gerade so läuft. Emotionalen Beistand findest du glaube ich hier im Forum. Ich mache ich mal etwas anderes und versuche extrem sachlich zu bleiben:

Ich kenne deine Situation nicht und es steht mir auch nicht zu dir hier schlaue Ratschläge zu geben. Ich kann hier nur den Eindruck schildern, welches ich beim Lesen deines Textes erhalten habe und meine spontane Reaktion darauf weitergeben:

Eindruck:

1. Fühlst du dich für alles unmittelbar verantwortlich und machst dir schwere Schuldzuweisungen
2. Frisst du alles in dich hinein und redest mit den Betroffenen nicht darüber, wie du fühlst (siehe zitierten Teil oben)
3. Du hast da einen Zusammenschluss an Problemen und betrachtest diesen aber als monolytischen Block oder ein einziges Problem.

Spontane Reaktion:

Punkt 1: Kann so nicht stimmen. Diese negative Schleife ist nicht gut für dich.
Punkt 2: Das ist die schlechteste Strategie, denn du brauchst ein Ventil Du darfst diesen "Ballast" nicht in dir verschließen.
Punkt 3: Wie bei jedem komplexem Problem heißt der Lösungsansatz "teile und herrsche". Daher du must die Unterprobleme identifizieren und sie einzeln adressieren:
- Deine Liebe zu deiner Frau
- Die Situation der Kinder
- Die Scheidung/Trennung
- Dein neues Leben


Bis auf die unerwiderte liebe zu deiner Frau ist alles an Problemen mit zur Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lösbar und du wirst dich bestimmt auch wieder besser fühlen. Sogar beim ersten Problem gibt es Hoffnung also lass dich nicht vom Trübsal übermannen.

VlG
The trick is to keep breathing

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