Von Hobby, Haaren und Textaufgaben
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Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Mayu
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Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 1 im Thema

Beitrag von Mayu » Sa 16. Dez 2017, 13:40

Hey zusammen

Auch wenn's nicht ganz hier rein passt, ist die Partnerschaft doch ein zentraler Aspekt meines Dilemmas. Da meint man, man hat sein “Hobby“ soweit auch auf emotionaler Ebene unter Kontrolle, dann ändert sich eine eher unscheinbare Variable und man kommt komplett aus dem Gleichgewicht...

Das ausleben meiner weiblichen Seite hat sich die letzte Zeit öffentlich auf Crossplays beschränkt. Das ich da wirklich gerne und bei jeder Gelegenheit in die Rolle schlüpfe ist sowohl in Famili als auch Freundeskreis bekannt. Bilder die davon zeugen hängen auch offen in der Wohnung aus. Eher nur meine Frau kennt mich auch in alltagstauglicher Kleidung daheim. Wenn bis dato auch eher selten. Das hat jetzt eine ganze Weile wunderbar funktioniert.

Jetzt hat sich lediglich meine Haarlänge, aufgrund von Rückgang deren Anzahl und mit der Vermeidung eines Guildo Horn loks(okay bis dahin ist wirklich noch sehr viel Gras aber ihr wisst was ich meine...), verringert. Ich habe beim Friseur gar nicht darüber nachgedacht, was für ein Durcheinander an Gefühlen und Gedankengängen das bei mir auslöst. Ich habe das Gefühl, dass ich einen gewaltigen Anteil an “Alltagsweiblichkeit“ verloren habe.

Jetzt kreisen meine Gedanken seit Wochen wieder um das Thema TS, wobei ich mir da irgendwann an einem Punkt war - dies und jenes wurde sorgsam gegeneinander abgewogen - eigentlich recht sicher war nicht betroffen zu sein. Aber wie gesagt, sowas maginales wie ein paar dutzend Zentimeter Haar zeigt mir dann, wie tief und vor allem wo mich das trifft.

Das ganze hab ich natürlich schon bei der tollsten Frau der ganzen Welt, meiner :roll: , angesprochen. Ergebnis davon waren ein paar Kleidungsstücke im Warenkorb und etwas abgelegte Wäsche von ihr. Auch die weiblichen Bezeichnungen häufen sich in letzter Zeit. Sie versteht nicht, was mit mir los ist, gut das weiß ich selbst nicht, aber sie spürt, das es mich tief aufwühlt. Ich weiß garnicht, wie hoch ich ihr das anrechnen muss. Sie unterstützt mich mittlerweile ohne Berührungsängste und bietet mir Hilfe an. Dabei habe ich so tierisch Angst dabei, ihr auf irgendeine Weise Weh zu tun... mir fällt es deswegen immer noch schwer ihr auf die Frage “Was machen wir denn jetzt?“ mit “Mädelsabend“ zu antworten und zucke lieber ratlos mit den Schultern.

Ich meine ich lerne gerade zu dem zu stehen was ich bin, aber wie soll man sich da festlegen, wenn sich die Definition ständig ändert. Als ich zu dem Forum kam war das eher nur ein Spaß für mich, bis vor kurzem war ich dann der klaren Auffassung das da zwar mehr dahinter steckt, das aber keinen Einfluss auf den Alltag haben wird. Mittlerweile bin ich wieder völlig verunsichert, wo die Reise hingeht. Das einzige womit ich mir da Sicher bin, das meine Frau auf keinen Fall dabei auf der Strecke bleiben darf. Dazu kommt noch die Angst, ob das nicht später eine Riesige Angriffsfläche bezüglich Mobbing am Nachwuchs wäre.

Warum kann es nicht wie bei diesen Blöden Textaufgaben in der Schule sein, bei denen man nur alle Variablen definieren muss, schauen welche gegeben und welche gesucht sind und sich dann eine Lösung erarbeiten kann? Warum entbehrt das alles jeglicher Logik, was das zufriedenstellen von Bedürfnissen betrifft. Bedürfnisse deren Herkunft sich ohnehin nicht rational erklären lässt?

Danke fürs lesen.

LG Mayu

JanaH
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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 2 im Thema

Beitrag von JanaH » Sa 16. Dez 2017, 14:35

Hallo Mayu,

nur mal so ein Gedanke, ohne Euch und die Situation zu kennen:

kann es sein, dass Du Deiner Frau eher einen Gefallen tust, wenn Du sagst, Mädelabend?

Unsicherheit ist doch nun genug im System...

Liebe Grüße und alles Gute

Jana

Mayu
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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 3 im Thema

Beitrag von Mayu » Sa 16. Dez 2017, 15:06

Hey Jana

Irgendwie habe was das betrifft immer einen Klos im hals... es liegt mir, wenn die Situation sich bietet, schon auf der Zunge aber es bleibt meistens da.
Ich glaube auch nicht, das sie nein sagen würde. Der eigene Schatten kann manchmal sehr hoch sein... Denke momentan ist eher das mein Problem. Und natürlich die Reise ins ungewisse, die aus einem Grund unternommen wird der genauso wenig offen liegt...
Irgendwie fällt mir es dabei schwer den Blick auf das hier und jetzt zu richten

LG

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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 4 im Thema

Beitrag von JanaH » Sa 16. Dez 2017, 15:34

Hi Mayu,

kann ich sehr gut verstehen.
Das sollte auch nur ein kleiner Denkanstoss sein, der den Klos vielleicht etwas verkleinern kann.
Sieh es vielleicht so: Du nimmst Deine Frau mehr mit auf Deinem Weg, wo er auch hinführen mag.

Alles Liebe

Jana

heike65

Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 5 im Thema

Beitrag von heike65 » Sa 16. Dez 2017, 16:13

Ich kann dir nur eines raten,
Sei offen und schildere deiner Frau wie es in dir ausschaut, und auch deine Ängste bezüglich Kinder und Beziehung, und dann sprecht darüber wie ihr damit umgehen könnt, schliesse sie nicht aus, das entfremdet, und sie spürt ja wohl das da was in dir brodelt.

Viel Glück
Heike

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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Sa 16. Dez 2017, 17:56

Hallo Mayu,

ich habe gerade in mein Profil geschaut. Da steht: "Im normalen Leben bin ich Mann" und "Teilzeitfrau". Dort ist wohl dringend eine Überarbeitung nötig. Das letzte mal, als ich in Männerkleidung unterwegs war, liegt jetzt etwa ein halbes Jahr zurück. Das dürfte für eine Teilzeitfrau eher ungewöhnlich sein. Aber der Rest stimmt noch. Ob ich richtig trans* bin oder wo ich genau zwischen nicht-binär und Transfrau stehe, weiß ich immer noch nicht. Ich habe einfach aufgehört darüber nachzudenken - auch über Hormone oder GAOP. Eine irgendwie logische Erklärung - wie sie der Ingenieur in mir fordert - gibt es nicht. Diese Textaufgabe ist nicht lösbar. Vor meiner Anmeldung hier im Forum habe ich das mit den Frauenkleidern nur für ein Hobby oder einen Fetisch angesehen.

Dein Haar-Problem kann ich nachfühlen. Wenn ich Dein Profilbild sehe, werde ich neidisch. Ich habe im Frühjahr - unter den Aspekt Teilzeitfrau - die Haare extra kurz geschnitten, damit im Frau-Modus die Perücke besser sitzt. Der Mann-Modus war mir eigentlich bereits egal, nur war mir das noch nicht richtig bewusst. Im Sommer habe ich dann mit dem Färben der Haare angefangen, und jetzt freue ich mich über jeden Zentimeter, der nachwächst. Dabei sehe ich etwas besorgt auf die wenig bewachsene Stelle auf meinem Hinterkopf - an der man auch immer zuerst den grauen Ansatz sieht. Und Guildo Horn? Hier möchte ich nur anmerken, dass sich die Krankenkasse an den Kosten einer Teil-Perücke für die kahle Stelle beteiligt. Ob das jetzt nur für (Trans-)Frauen gilt, weiß ich nicht. Da müsste ich bei der SHG noch einmal nachfragen.

Zum Thema Partnerschaft kann ich leider nichts beisteuern. Da ist nur mein Cousin, der immer noch nicht so ganz begriffen hat, dass ich jetzt Nicole bin. Mal sagt er "er" und mal "sie" - egal. Aber ich denke, mit Deiner Frau wird es nur funktionieren, wenn Ihr vollkommen ehrlich miteinander seid.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 7 im Thema

Beitrag von Christiane » Sa 16. Dez 2017, 18:02

Mayu hat geschrieben:
Sa 16. Dez 2017, 13:40
Bedürfnisse deren Herkunft sich ohnehin nicht rational erklären lässt?
Hallo Maju

Das sind Gefühle - und - waren oder sind Gefühle jemals rational? Erinnere Dich zurück, als Du Dich in Deine Frau verliebt hast - war das Rational? :roll:
Bitte tue Deiner Frau den Gefallen und sag ihr, was Dir auf der Seele liegt - und wenn es Mädelsabend ist. Dein Schweigen verunsichert sie total - und dann fängt bei ihr das Kopfkino zu laufen an. (wo)
So wie: wird er/sie sich Männern zuwenden/ bin ich nicht mehr ihre begehrte Partnerin/ was verbirgt sie mit ihrem Schweigen vor mir????
Ich kann Dir die Liste beliebig verlängern - ich habe sie zusammen mir meiner Frau schon fast abgearbeitet - und trotzdem versteht sie manchmal meine Ziele, bzw. Reaktionen nicht.
Und es kommen immer wieder Neue dazu - die sogar mich manchmal überraschen.
Manchmal werde ich auch für meine Offenheit ihr gegenüber gescholten - aber lieber zu offen, als die Partnerin verloren, die ich immer noch liebe.
Nimm Deine Frau mit auf Deine Reise - sie wird es Dir danken.

Lieben Gruß
Christiane
Irgendwann hat auch das stärkste Kämpferherz keine Kraft mehr.

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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 8 im Thema

Beitrag von Samira-St » Sa 16. Dez 2017, 18:21

heike65 hat geschrieben:
Sa 16. Dez 2017, 16:13
Sei offen und schildere deiner Frau wie es in dir ausschaut, und auch deine Ängste bezüglich Kinder und Beziehung, und dann sprecht darüber wie ihr damit umgehen könnt, schliesse sie nicht aus, das entfremdet, und sie spürt ja wohl das da was in dir brodelt.
dem kann ich mich nur anschließen :)

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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 9 im Thema

Beitrag von Samira-St » Sa 16. Dez 2017, 18:30

Nicole Doll hat geschrieben:
Sa 16. Dez 2017, 17:56
Dein Haar-Problem kann ich nachfühlen. Wenn ich Dein Profilbild sehe, werde ich neidisch.
ja das stimmt sehr genau und schön ist sie auch noch dazu :roll: da hab ich noch ne weile zu tuen das meine Haare schön lang werden :wink:

ChrisTina73
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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 10 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Sa 16. Dez 2017, 23:20

Hallo Mayu,

bitte nicht falsch verstehen, aber erstmal muß ich meine männliche Seite sprechen lassen: Schaust echt süß aus auf dem Bild....

...und nun zur Textaufgabe und zur weiblichen Verführungskraft langer Haare ;)

Ich kann jetzt natürlich nur von mir und meiner Reise in die Abgründe (nicht wertend gemeint) meiner Seele sprechen, wobei das Bild der Abgründe eher dem Bereich des im Verborgenen und im tiefen Dunkeln unten liegenden entspricht.
Und da war es für mich unheimlich schwer, zu sich, seinen Gefühlen, seinen Bedürfnissen zu stehen, über Gefühle zu sprechen - auch die negativen - aus Angst, mein Gegenüber, allen voran eine Frau, insbesondere die "Eine" dadurch zu verletzen.

Sicher können Gefühle der Ablehnung auch verletzen, sind wir doch immer bestrebt, hell, freundlich und liebenswert zu scheinen. Solange wir auch in unserem Ego und dessen Bestreben verhaftet sind, haben wir auch keine Probleme damit, zumindest offensichtlich betrachtet. Denn das schlechte erscheint dann immer im Aussen. Und dann passierte mir, was zwangsläufig passieren musste: Ich verliebte mich Hals über Kopf (als Mann in eine Frau) doch statt dem zu erwartenden Happy End wurde ich genauso schnell wieder abgespeist, regelrecht vorgeführt auf emotionaler Ebene, doch zum ersten mal konnte ich meine negativen Gefühle wie Wut, Haß, etc. nicht mehr einfach unterdrücken. Während ich die Jahre davor mich eher als Opfer betrachtete in wehleidiger und selbstbemitleidender Weise, schaffte es eine Frau diesmal, mich da zu berühren, wo es sehr weh tat.
Natürlich versuchte ich wieder, die "Opferrolle" einzunehmen, was aber nur noch oberflächlich funktionierte, persönlich betrachtet, denn die nachfolgenden kurzen Beziehungen fühlten sich eher fahl und unerfüllt an bis zu dem Zeitpunkt, als ich das Gefühl hatte, einer "Seelenverwandten" begegnet zu sein (diese Frau hatte übrigens Haare bis übern Hintern und liess mich manchmal zum Tier werden :D ) und zeitgleich ein lukratives Jobangebot 300 km entfernt bekam (eine Hochzeit ist ja teuer ;) )
Happy End ? Fehlanzeige!
Ich zog die 4 Jahre fern der alten Heimat auf eigener Faust durch, die Beziehung zerbrach nach kurzer Zeit, und ausser ein paar oberflächlichen kurzen Affären war diese Phase Beziehungstechnisch relativ unspektakulär, aber dafür hatte ich Zeit, mich wieder mit dem schreiben und produzieren von Songs zu beschäftigen.
Dann bot man mir nach 4 Jahren eine größere Filiale in der Nähe meiner alten Heimat an und es schien, das ich es geschafft hatte, doch nach einem Jahr brach meine jobtechnisch heile Welt zusammen, ich musste sogar übergangsweise bei meinem Vater und seiner Frau unterkommen (meine Eltern liessen sich Scheiden, als ich 4 war und war von da an ein "Muttersöhnchen" ;) ), da es nur von da die Möglichkeit gab, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meinem Kellnerjob zu kommen und zu der Zeit brach auch das Crossdressing durch - dieses Bedürfnis, mal als Frau zurecht gemacht zu sein - das all die Jahre vorhanden war, was ich aber bis dahin immer wieder aufschob bzw. aufschieben konnte, war es doch damals nicht so "Lebensbestimmend" bis zu diesem Zeitpunkt.
Das ist jetzt jetzt übrigens 9 Jahre her, bewußt äusserte ich diesen Wunsch aber schon vor ca. 20 Jahren. Wie lebensbestimmend und verändernd es war, wurde mir erst in den letzten 3-4 Monaten bewußt. Doch eigentlich war es diese Begegnung vor 15 Jahren, zeitgleich dem Jobangebot, und Ihre Äusserung damals, mit der sie mich in die "Wüste" schickte und letztendlich mich dazu zwang, mich und meine Definition von Mann und Frau zu hinterfragen und für mich zu definieren, was mich als Mann ausmacht, und wo ich einfach Mensch bin...

Wir können niemanden davor bewahren, nicht emotional verletzt zu werden, doch die Bewußtwerdung, wo wir andere Menschen emotional verletzt haben, wo wir verletzt wurden, das einsehen dessen und sich dafür auch zu entschuldigen oder auch zu vergeben hilft uns, den anderen als den Menschen zu erkennen, der er wirklich ist und nicht blos eine Erweiterung unserer eigenen kleinen inneren Welt, die noch teilweise in uns selbst verborgen und unerkannt liegt.
Die Beständigkeit einer Beziehung zeigt sich erst, wenn's ans "Eingemachte" geht ;)

Laith Al-Deen hatte mal vor 17 Jahren in dem Song "Bilder von Dir" u.a. folgende Textzeilen gleich zu Beginn des Titels:

---------------------------------------
Meine Worte hüllt in Schweigen
so können sie nicht flieh'n.

Das was dunkel macht das bleibt
Und lässt das andre zieh'n.
--------------------------------------


Geh sorgsam mit Dir, der besten Frau der Welt und Deiner inneren weiblichen Seite um, doch verlier Dich selbst dabei nicht ;)

LG

ChrisTina

PS: Auf Dauer ist es für eine Frau unerträglich, Gefühle "vorgespielt" zu bekommen, weil sie irgendwann spürt, das es nicht ECHT ist
Zuletzt geändert von ChrisTina73 am Sa 16. Dez 2017, 23:38, insgesamt 1-mal geändert.
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 11 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-09-04 » Sa 16. Dez 2017, 23:35

ChrisTina73 hat geschrieben:
Sa 16. Dez 2017, 23:20
bitte nicht falsch verstehen, aber erstmal muß ich meine männliche Seite sprechen lassen: Schaust echt süß aus auf dem Bild....
Es hat nichts mit einer männlichen Seite zutun wenn du jemanden "süß" findest. Ich und andere Frauen finden sich auch untereinander "süß". Ist dann dann auch unsere männliche Seite die spricht? :roll:

ChrisTina73
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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 12 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Sa 16. Dez 2017, 23:45

Möchtest Du mir meine Wahrnehmung absprechen? ;)

Als Mann kann ich nicht sagen, das ich einen Mann süß finde, weil ich es nicht so empfinde, aber als Mann kann ich sagen, wenn ich sein Bild seiner inneren weiblichen Seite in seinem Äusseren ausgedrückt süß finde.
Männer sind in Ihrer primitven Art "oberflächlich" aber das ist wohl von der Natur so eingerichtet worden und da ist jeder Mann doch sehr individuell, was ihn anspricht ;)

Nachtrag: Es gibt auch gewisse Eigenschaften und Reaktionen und Verhaltensweisen, die unheimlich süß sein können, aber das meinte ich dieses mal nicht. Dafür kenne ich Mayu nicht persönlich, also bleibt mir nichts anderes, als das rein äusserliche anzusprechen. Und welche Frau mag es nicht, wenn man sie als süß oder hübsch ansehend emfpindet? Es ist ein Kompliment, ein ehrlich gemeintes, nicht mehr, aber auch nicht weniger :)
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

Mayu
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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 13 im Thema

Beitrag von Mayu » So 17. Dez 2017, 14:39

Huch, da wird man ja rot :oops: Dankeschön. War auch das Ziel mit dem Outfit :D
Und ja... Ich schau mir da gern was von den Asiatinen ab, die sind zum knuddeln (he) ein Grund warum mir das Cosplay so viel Spaß macht. Da ich aber auch nur alle paar Monaten so aussehe, fehlt noch etwas Übung und wirkt alles ein wenig ungelenk.

Ich denke ich bin mit meiner Frau auch soweit im Reinen, nur gibt es eben auch Dinge die Sie einfach nicht nachfühlen kann, deswegen wende ich mich ja auch an euch, wo ich ähnliche Gedanken vermutete und wohl auch bestätigt werden. Fühlt sich auch einfach mal gut an alles aufzuschreiben, was einen beschäftigt (und Komplimente zu kassieren sowieso).

Ihr seit toll!



LG Mayu

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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 14 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » So 17. Dez 2017, 16:07

Hallo Mayu,

Es gibt Momente, da fühlt man sich EINS mit dem Partner/der Partnerin. Nein ich will jetzt auf die körperliche Ebene anspielen, obwohl da dieser Zustand in "Ekstase" leichter zu erreichen ist. Diesen Zustand kann man aber auch nur bedingt über Worte erreichen, wenn zum Beispiel zeitgleich das selbe ausgesprochen wird.
Aber um mal beim Gefühl zu bleiben: Nehmen wir mal das Gefühl von Freiheit und Lebendigkeit. Jeder empfindet und assoziiert etwas anderes damit, meist sind aber mehrere Ausdrucksmöglichkeiten vorhanden. Lebe ich es aber aus, dann "demonstriere" ich dem anderen bildlich dieses Gefühlv und evtl. nimmt er sogar dran Teil.

Während meiner ersten DiscoPhase Anfang bis Mitte der 90er wusste ich nie, wie "MANN" tanzt und gab mich und meinen Körper einfach der Musik und den Empfindungen hin. Es war alles, nur nicht "männlich" und fühlte sich auch irgendwie unstimmig, nicht vollständig an bezogen auf das, was ich ausdrücken wollte. Die Aufmerksamkeit hatte ich wohl auf meiner Seite, aber eher in dem Maße, das ich in diesem Bereich keinesfalls als Mann durchgehe, was ich nur als leise Ahnung wahrnahm. Somit konnte auch keiner wirklich verstehen, was in mir vorging, da es sich eher ambivalent für andere anfühlte.
Vor einiger Zeit erinnerte ich mich dann wieder an einen Traum, während ich als Frau zurecht gemacht vorm Spiegel stand und mich einfach der Musik hingab.
In diesem Traum (der mir Ende der 90er träumte) sah ich mich damals in einem Musikvideo und war von meinen weiblichen Formen und Bewegungen angetan und plötzlich blitzte es durch, was die Ambivalenz im Gegenüber aber auch das Gefühl der Unstimmigkeit auslöste. Wenn ich mich dann heute mehr oder weniger "aufbrezel" und dann tanze, dann fühlt es sich stimmig an und ich fühle mich lebendig und frei und die Ambivalenz beim Gegenüber wird auf ein Mindestmaß reduziert (es wird immer Menschen geben, die irgendwo etwas finden, die immer etwas auszusetzen haben). Während ich damals eher "Ablehnung" kreiert habe, würde es heute eine Mischung aus Neugierde und Unsicherheit, evtl. auch etwas Ablehnung sein, aber sie überwiegt nicht mehr beim Gegenüber. Aber ein wenig Provokation ist es allemal ;)

Lasse Dich von Deiner Frau führen und "verführen" und lasse sie bestimmen, wo Ihre Grenze bei dem Ganzen ist. Aber erschreck Dich nicht, falls Du Dich drauf einlässt ;) Aber sie wird es Dir danken, wenn sie Dir auch einen Teil Ihrer Welt offenbaren kann. Ich finde übrigens den Film RubbelDieKatz bzgl. "Crossdressing" und der schmale Grad, sich nicht darin zu verlieren, ganz unterhaltsam. Muß ja nicht gleich schwere Kost wie in The Danish Girl sein.

LG

ChrisTina

Nachtrag: Bin grad über Dein Schräg/Dienstmädchen Thread gestolpert... Wow. Also gehts bei Dir nur um die emotionale Schiene. Da Du ja eine sehr differenzierte, distanzierte Wahrnehmung hast ist es nicht verwunderlich. Bietet aber auch die Möglichkeit, nicht ganz "überschwemmt" zu werden. Manchmal bin ich auch traurig, wenn ich wieder switchen muß nach einem "anregenden" Wochenende, oder die mühsam gewachsenen Fingernägel wieder kürzen muß, aber ich lasse es einfach zu und danach gehts mir auch als Mann wieder besser.
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

Anja
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Re: Von Hobby, Haaren und Textaufgaben

Post 15 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 18. Dez 2017, 10:40

Moinsen,
Mayu hat geschrieben:
Sa 16. Dez 2017, 13:40
Ich meine ich lerne gerade zu dem zu stehen was ich bin, aber wie soll man sich da festlegen, wenn sich die Definition ständig ändert. Als ich zu dem Forum kam war das eher nur ein Spaß für mich, bis vor kurzem war ich dann der klaren Auffassung das da zwar mehr dahinter steckt, das aber keinen Einfluss auf den Alltag haben wird. Mittlerweile bin ich wieder völlig verunsichert, wo die Reise hingeht. Das einzige womit ich mir da Sicher bin, das meine Frau auf keinen Fall dabei auf der Strecke bleiben darf. Dazu kommt noch die Angst, ob das nicht später eine Riesige Angriffsfläche bezüglich Mobbing am Nachwuchs wäre.
Diese Gedankengänge kommen mir doch sehr bekannt vor. Ich habe in kurzer Zeit diverse Schubladen durchkreuzt und mich dann nun als Frau wiedergefunden. Immer zu dem Zeitpunkt habe ich mich auch mit der entsprechenden Schublade identifiziert. Ich dachte das wäre es jetzt. Doch bald passte sie dann doch nicht mehr.
Ich habe meine Frau immer in meine Gedanken und Gefühle miteinbezogen. Also mitgenommen, wie ja einige schon angeregt haben. Auch wenn ich noch keine Definition dafür hatte. So entdeckte ich an Frauentagen plötzlich den Wunsch nach einem weiblichen Körper, besonders die fehlende Oberweite störte mich. An den Männertagen war aber alles ok. Dieser Wunsch nach einem weiblichen Körper war neu und einordnen konnte ich mich auch nicht wirklich. Da ich auch als Mann Spaß hatte, sah ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht als Trans an. Aber ich sprach mit meiner Frau darüber. Über neue Gefühle in mir.
Genau so wie du es hier uns schreibst, kannst du doch auch mit deiner Frau darüber reden. Was du nicht exakt benennen kannst, umschreibst du eben entsprechend.
Was ich aus deinen Beiträgen so rauslesen konnte, geht doch deine Frau recht offen mit Mayu um.
Und was das Mobbing von Kindern angeht, da findet sich immer ein Grund. Dick, dünn, groß, klein, ein blöder Vor- oder Nachname... Du hast dir deine weibliche Seite ja nicht ausgesucht. Das bist du. Und wenn du deinen Kindern gegenüber authentisch bist, werden sie auch zu dir stehen. Ich habe mir damals gesagt, ich kümmere mich drum, wenns so weit ist.
Sollte eins deiner Kinder gemobbt werden, trifft dich keine Schuld. Die ist bei dem zu suchen, der dein Kind mobbt.

Grüße
die Anja
WER WILL FINDET WEGE. WER NICHT WILL FINDET GRÜNDE.

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