J.H. Die ganze Story und ihre Ängste
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Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte
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J.H.
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Post 1 im Thema

Beitrag von J.H. » Sa 30. Sep 2017, 11:32

Hallo ihr lieben,
danke das ihr mir bereits in der Rubrik "Vorstellung" so viel Mut zugesprochen habt.

Für die die mich nicht kennen,
mein Name ist J (natürlich ist das nicht mein echter name sondern anonymisiert😉) ich bin 26 Jahre alt, komme aus NRW, bin berufstätig, geschieden, liiert mit meinem derzeitigen Partner (hört sich auch komisch an, als ob ich ewig den Partner wechsle. Dem ist aber nicht)

Wie ich schon zuvor in der Rubrik "Vorstellung" beschrieben habe, habe ich herausgefunden das mein Partner, nennen wir ihn C., Frauenkleider trägt.

Das an alle die ihre Klamotten verstecken! Auch der Kofferraum ist kein sicheres Versteck 😔

Aber zuerst die ganze Geschichte, bevor noch Argumente wie "junge liebe nicht zerstören" oder "er wollte das ihr euch erstmal besser kennen lernt", "Liebe stärken" etc.

C. und ich kennen uns seit Ewigkeiten, schon mit 14 Jahren waren wir zusammen, das hatte damals fast 5 Jahre gehalten und dann war auf einmal Schluss. Nicht von meiner Seite aus. Tja dann nach wieder fast 5 Jahren haben wir uns wieder gefunden und sind nun auch schon wieder bald 3 Jahre zusammen und das noch glücklich mit ein paar wenigen Streitereien aber das ist auch gut so 😁.

Zurück zum eigentlichen Thema, herausgefunden hab ich es vor ziemlich genau drei Monaten.
Ich hatte gerade meine Abschlussprüfung von der Ausbildung bestanden. An dem besagten Tag, an dem ich es herausgefunden hatte, waren wir zu einer Vor-Geburtstagsfeier eingeladen, ich wollte an den "Kofferraum", der nebenbei gesagt IMMER unordentlich ist, um etwas hinein zu legen. Da fiel mir ein Stoffbeutel auf aus dem von BeBe feuchte-Tücher herausschauten.
Ich war ziemlich verwundert, denn von mir konnten die nicht sein weil ich mich selten bis garnicht schminke, was ihn gefällt aber manchmal möchte er schon das ich mich aufbrezle.
Naja, ich hab ihn natürlich direkt darauf angesprochen und er meinte die wären noch von Zuhause, er hatte noch bis vor kurzem bei seinen Eltern gewohnt, und das wäre davon als wir mal ein Experiment gemacht hatten, er hatte sich mal vor mir geschminkt.
Das hab ich ihm nicht geglaubt, denn als wir das Experiment gemacht hatten, waren wir zusammen einkaufen. Nun denn ich hab's so hingenommen aber immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass das nicht stimmte.
Regel Nr. 1 Du sollst nicht Lügen.
Warum, erkläre ich später.
Also weiter, wir waren auf der Feier haben gelacht, gegessen und getrunken. Als es dann frisch wurde bat ich ihn um den Autoschlüssel um mir eine Jacke zu holen. Das hab ich auch getan, nur wollte ich auch was anderes. Also um etwas Zeit zu schinden, damit er keine Lust mehr hat auf mich am Auto zu warten, bin ich eine großzügige Runde gelaufen. Ich hatte meinen Bruder angerufen, der mal meine Schwester war für die die mich noch nicht kennen. Ich war so aufgeregt, kotzübel und zum Heulen zu mute, einfach weil ich nicht wusste was mich erwartet. Obwohl ich es mir schon gedacht hatte, was mich erwarten wird.
Als ich dann am Auto angekommen war, es waren bestimmt 20 Minuten vergangenen, bediente ich die Zentralverriegelung und öffnete den KOFFERRAUM, gerade als ich nach dem Beutel greifen wollte stand er schon neben mir und versuchte mich daran zu hindern zu erfahren was darin ist.
Ausdauer hat er bewiesen, ich hätte bestimmt keine Lust gehabt so lange zu warten 😅
Naja ich wurde etwas Hysterisch, denn ich wollte endlich die Wahrheit wissen. Ich dachte ich wäre im falschen Film. Nach langem hin und her kam es dann die Wahrheit, das er Mr. C. sich gerne schminkt und Frauenkleider trägt.
So das hatte ich nun, die Wahrheit die ich selber erst einmal verarbeiten musste, mit viel Bier und Wodka.
Am nächsten Tag haben wir kein Wort darüber gesprochen, ich hab mich Stundenlang darüber informiert und recherchiert wie andere damit umgehen oder was den jetzt überhaupt los ist.
Ich hatte mich dann dazu entschlossen es zu akzeptieren, wir haben darüber ruhig gesprochen aber dabei kam nicht viel bei rum außer das er schon früher interessie an Frauenkleider hatte aber nicht wusste warum, wieso, weshalb, nur wie es andere in diesem Forum auch schon beschrieben haben, gefiel es ihm und kurze Zeit später hat er sich dafür geschämt.
Ich bin kein Unmensch, darum verstehe ich nicht warum alle aus meinem Umfeld meinen sich mir zu allerletzt zu offenbaren. Wie schon mein Bruder als er sich geoutet hatte das er lesbisch sei und als er sich dann hat umoperieren lassen zum Mann.
Das betrübt mich schon ein wenig aber verstehen kann ich es vermutlich auch.
Ich hab meinem Freund erklärt das es für kein Problem ist und das ich ihn trotzdem liebe.
Wenn ich die letzten 2 1/2 revou passieren lasse, wird mir klar das er sich schon oft herangetastet hatte sich mir zu outen und anhand meiner Reaktion es dann doch gelassen hatte.

Ich will damit klar kommen, ich gebe mir auch wirklich Mühe. Ich will nicht das er sich vor mir verstecken muss, ich möchte dabei sein und ihn unterstützen, ihn verstehen aber vorallem das er sich wohlfühlt.
Ich will nicht das er seine Neigung wegen MIR unterdrücken muss und später vielleicht noch depressiv wird oder sich was an tut oder sonst was.
Aber immer wenn er sich dann hübsch macht und mich was fragt ob es schön ist oder ob ihm es steht oder ob er was anderes anziehen soll, bin ich immer pampig zu ihm und das schmerzt sehr.
Es ist als wäre da eine Mauer die verhindert das ich es ganz und gar akzeptiere. Ich weiß auch nicht warum.
Ich selber mache mir nicht viel aus schminken oder extrem sexy anziehen was zum einem daran liegt das der Geldbeutel chronische leer ist und zum anderen ich mich selber in meiner Haut nicht wohl fühle. Bei 167 wiege ich 72kg, zu viel Bauch und Hüftspeck.
"Mach doch sport"- den Komentar können sich alle sparen, denen es schon auf der Zunge lag. Ich mache jeden Tag Sport, Fahrradfahren, walken und Kraftsport und FDH.
Meine andere Sorge ist zudem das wie andere es beschrieben haben, er sich als Frau kleidet sich dann einen "rattert", ich hab ja anfangs gesehen wie sehr es ihn "erfreut" dabei war Akt besser als sonst. Darum wäre es schade wenn es dem so wäre, es wäre reine Verschwendung, dabei könnte ich auch auf meine Kosten kommen 😉

Nochmal zum Thema "Du sollst nicht Lügen"
Seitdem ich weiß das er es so lange vor mir verheimlicht hat, hat das Vertrauen zu ihm einen Knacks bekommen. Immer bin ich auf der suche nach irgendwelchen Anzeichen ob er sich wieder heimlich geschminkt hat und er ist auch oft wegen seiner Arbeit unterwegs und ich muss mich schon mega zusammenreißen nicht in seinem Kleiderschrank zu schauen ob er nicht Damensachen mitgenommen hat. Das belastet mich sehr und eigentlich will ich es nicht, ihm nachspionieren, ich will ihm bedingungslos vertrauen.

Tja das wärs fürs erste, ich glaube das ist erstmal genug Input.

Ich freue mich auf eure Komentare und Tipps.

Liebe grüße

J

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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 2 im Thema

Beitrag von Aubergine » Sa 30. Sep 2017, 14:25

Hallo J.,

wie es in dir aussieht und wie es dir so geht ist nur allzu verständlich.
Auch ich bin die Partnerin eines Crossdressers. Wir sind seit etwa 17 Jahren zusammen und vor fast 2 Jahren kam die Katze aus dem Sack. Allerdings gab es da vorher keine Heimlichkeiten, denn auf Grund seiner Erziehung wäre es ihm unmöglich gewesen, so etwas zu tun.
Aber was ist die Folge...Unterdrückung, Mobbing im Geschäft, Stress mit der Ex und vieles mehr hat dazu geführt, dass mein Schatz quasi alles Interesse an sich und seiner Umwelt verloren hat. Das ging schleichend vor sich und zog sich unbemerkt über viele Jahre.
Es kam der Tag X und ich sagte, entweder gehst zum Doc oder suchst dir ne eigene Wohnung. Das kleiner Übel war der Doc und der hat nicht lange gefackelt, eine Psychosomatische Kur beantragt und ihn via Krankenschein aus der Firma genommen.
Wenn du wissen möchtest wie ich mich nach der Eröffnung von ihm gefühlt hab, kannst in den Vorstellungen nachlesen.
Ich könnte dir noch viel berichten, aber was ich damit sagen will, nimm deinen Partner so an wie er ist oder schieße ihn in den Wind. Das hört sich jetzt hart an aber eine andere Lösung gibt es auf Dauer nicht.
Als Hilfestellung: stell dir mal vor, dein Partner hätte Krebs. Du würdest ihn mit deiner ganzen Kraft unterstützen und auch nicht davon laufen. So wäre es doch auch, wenn er sich nur ein Bein bricht, Du würdest auch für ihn einspringen und für ihn da sein.
Genau so bin ich zu dem Schluss gekommen, dass mein Schatz in seinem Leben schon genug unterdrückt wurde und das er sicher keine Partnerin braucht, die ihm jetzt Stress macht.
Es ist der Kopf, sowohl bei uns als auch bei Transitenden Menschen, der den meisten Stress macht, weil man immer darüber nachdenkt, was wohl die andern dazu sagen.
Wer gibt uns Partnerinnen das Recht dem andern vorzuschreiben wie er zu leben hat? Man muss sich die Situation nur mal umgekehrt vorstellen. Also ich bin sicherlich niemand, der sich viel vorschreiben lassen würde. Das hängt vielleicht mit dem Alter und der Lebenserfahrung zusammen, aber es ist doch so, dass wir uns unser Leben nach Möglichkeit auch so einrichten, wie es uns gefällt. wir haben uns den Partner ja auch ausgesucht. Unterbewusst garantiert auch auf Grund einiger weiblicher Eigenschaften, denn wir sind vermutlich der Typ Frau, der mit Machos überhaupt nix anfangen kann.

Als ich mich nach einigen Wochen zu dieser Erkenntnis durchgerungen hatte, begann unsere gemeinsame Zeit zu dritt und sie wird immer besser.
Wir haben zusammen einen Namen ausgesucht für die Frau, ich hab angefangen sie zu schminken, wir sind zusammen schoppen gegangen und wir hatten viel Spaß. Dann sind wir zum ersten großen Event nach Karlsruhe als 2 Mädels ausgegangen.

Vor einem Jahr haben wir erfolgreich einen Stammtisch gegründet, und inzwischen biete ich für die Mädels noch einen Transgenderservice an, der inzwischen recht gut genutzt wird. Wenn du die Gesichter der Mädels sehen könntest, wenn sie bei mir dann fertig gestylt zum Ausgehen in den Spiegel schauen (Vor allem wenn es noch sehr versteckte sind), dann würdest du sehen, dass teilweise Freudentränen krampfhaft unterdrückt werden.
Das Leben ist schön, wenn man es sich selbst nicht immer so schwer macht und die Dinge einfach so nimmt wie sie sind.

Wenn du Fragen hast, jederzeit!

LG Aubergine
Brauchst du Hilfe beim Schminken und Stylen? Schau hier:
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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 3 im Thema

Beitrag von sbsr » Sa 30. Sep 2017, 18:44

Hallo J,

zu dem was ich im folgenden schreibe möchte ich eines vorweg schicken: es ist mir wirklich sehr wichtig, dass Du mich nicht falsch verstehst. Ich möchte niemanden kritisieren, keinen Schuldigen finden, und auch nicht mit allzu klugen Ratschlägen um mich werfen. Was ich hier schreibe soll Dir helfen die Sichtweise Deines Freunds zu verstehen.

Unbestritten, er hat Dich angelogen, nicht im engeren Sinn, sondern er hat Dir etwas verheimlicht. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, das warten auf den richtgen Moment kann unendlich sein. Ihr kennt Euch Euer halbes Leben lang, seid nach 5 Jahren Beziehung und ebenso langer Beziehungspause wieder zusammen gekommen. Wann wäre der richtige Moment gewesen? Du sagst selbst, er hat die ein oder andere Andeutung gemacht, die Du abgewiesen hast. Vielleicht hast Du ihm dadurch, wenn auch unbewusst, das Gefühl gegeben Du findest es nicht in Ordnung. Ablegen konnte er seine andere Seite nicht, also hat er sie verschwiegen, weil ihm die Beziehung mit Dir doch wichtiger war.

Ein Stoffbeutel im Kofferraum ist sicherlich nicht das geschickteste Versteck, kann für zwischendurch aber erstaunlich gut funktionieren :wink:
Den Beutel zu finden war für Dich vollkommen unerwartet, da schießen einem natürlich erst mal tausend Dinge durch den Kopf. Die Frage nach dem warum und wieso ist deshalb vollkommen nachvollziehbar. Aber hast Du Dich gefragt, wie die Situation auf ihn gewirkt hat? Es hat ihn genauso unvorbereitet erwischt, geprägt durch die misslungenen Andeutungen ist eine Ausrede eine verständliche Panikreaktion.

Vermutlich wird Dir niemand seine Gründe für Crossdressing genau erklären können, deshalb würde ich mich anders herum interessieren, was Dich eigentlich daran stört? Zum einen aus eigenem Interesse, weil ich auch gerne die Sichtweise der anderen Seite verstehen würde, zum anderen damit Du Dir selbst ein klares Bild machst. Vielleicht sind es nur Kleinigkeiten, sicherlich gibt es berechtigte Bedenken, manche Probleme macht uns aber auch nur unser eigener Kopf. Ich bin mir sicher, nicht für alles, aber für vieles lässt sich ein Weg finden, wenn man nur offen darüber spricht.
LG, Svenja

Kann bitte jemand die deutsche Sprache wieder geschlechtsneutral machen? Mit "Arbeitnehmern" sind auch Frauen gemeint!

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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 4 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Sa 30. Sep 2017, 23:37

Hallo J.

erstmal danke für Deine Offenheit und wenn ich Fragen stelle, reicht es wenn Du sie Dir selber stellst und verlange nicht unbedingt eine Antwort, denn oft reicht die Frage, u.a. Warum, um eine andere Sicht auf die Dinge zu bekommen.

"Du sollst nicht Lügen":

Das ist erstmal ein ehrenwerter Leitsatz aber auch ein sehr hoher Anspruch der voraussetzt, das Du die Wahrheit kennst. Nimmst Du es damit auch bei Dir sehr genau? Auch eine Notlüge ist eine Lüge und das Du mit einer "Ausrede" zum Auto gehst, zeugt nicht grad von einem reinen Geist ;) Natürlich stellst Du Dich dadurch in die Machtposition und drückst ihn symbolisch gesprochen schon an die Wand. Aber so ist Frau nun mal in Ihrer "Selbstgerechten" Art. Das klingt jetzt böser, als es eigentlich ist (fühl Dich einfach mal gedrückt dabei ;) )
Und wie sieht es mit dem Thema Selbstbefriedigung aus? Empfindest Du es als Vertrauensbruch oder hast Du manchmal das Bedürfnis es zu tun, weil Dich der Sex mit ihm nicht befriedigt hat, weil Du schreibst, der Sex ist "besser" geworden und Du willst auf Deine Kosten kommen? Auch das Vorspielen kommt einer Lüge gleich. Viele Frauen machen aus Angst den Fehler und spielen aus "Liebe" vieles vor. Wenn dann nach 2 Jahren rauskommt, das der Sex bisher meistens unbefriedigend war und ich es Ihr bisher "nicht richtig besorgen" konnte ist das natürlich auch erstmal wie ein Schlag mitten ins Gesicht (Ich spreche da aus eigener Erfahrung und es ist ein gefundenes Fressen für "aussenstehende" Leute, die sowieso noch unbewußt mit einem eine "Rechnung" offen haben, weil sie sonst nicht das "Maul" aufgekriegt haben). Natürlich verändern und/oder erweitern sich im Verlauf einer Beziehung die sexuellen Bedürfnisse aber mit 26 Jahren fängt Frau erstmal an, die Sexualität intensiver zu entdecken ;) Die geistigen Ideale einer tiefen Beziehung können noch so hochreichen und als erstrebenswert gelten, doch eine richtige Paarbeziehung steht und fällt mit einer erfüllten Sexualität auf beiden Seiten.
Wir dürfen nicht vergessen das in uns immer noch "animalische" Triebe vorhanden sind auch wenn unser Bewußtsein gen Himmel strebt wobei es die Kunst ist, das Höhere mit dem Niederen zu verbinden. Wenn wir evolutionstechnisch zurückblicken, hatten die Menschen bestimmt nicht den Wortschatz und das Bewußtsein, wie wir es heute vorfinden und dementsprechend wurde nicht stundenlang debattiert sondern Nägel mit Köpfen gemacht ;)

Vielleicht ist ein Schlüssel auch darin verborgen, Dich selbst anzunehmen, wie Du bist und Dich als liebenswert, begehrenswert und sexy zu empfinden. Wenn Du unbewußt pampig reagierst, kann ich mir gut vorstellen, das Du Dich ein wenig vernachlässigt fühlst, weil seine "Anima" in dem Moment präsenter ist und Du Dich dadurch degradiert fühlst.

Sumasumarum würde ich sagen, nimm Dir was Du brauchst und gebe, was Du zu geben bereit bist und denk nicht zuviel darüber nach, wie Du Dinge "besser" machen kannst, denn letztendlich ist er nachwievor der selbe Mensch und auch gefordert, seinen "Beitrag" zu Eurer Beziehung zu leisten. Wohl dosiert kann eine "Teilzeitfrau", die im bisherigen Rahmen des "Geheimnisses" klar gekommen ist, eine Bereicherung sein. Manche neigen jedoch nach Ihrem Outing dazu, es zu übertreiben. Einfacher ist es dann für diejenigen, die Ihre Dosis herausgefunden haben und damit offen in eine Beziehung gehen. In diesem Sinne kann die Outing als Chance und Resetknopf verstanden werden um Eure Beziehung neu zu definieren ;)

LG

ChrisTina
Ich kenne den Weg.... Wo soll ich nochmal abbiegen?

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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 5 im Thema

Beitrag von J.H. » So 1. Okt 2017, 10:59

Hallo,
Danke für eure hilfreichen Komentare.

Zuerst @ Aubergine
Was heißt: denn auf Grund seiner Erziehung wäre es ihm unmöglich gewesen, so etwas zu tun.?
Zum anderen, ich schreibe nie jemandem jemals vor wie er zu leben hat oder was er tuen soll.
Ich liebe ihn, ja. Ich habe ihn auch während unserer Beziehngspause / Trennung immer geliebt. Niemand konnte ihm jemals das Wasser reichen. Für mich war er immer mein Mr. Right.
Natürlich kann ich nachvollziehen wie er sich in dem Moment gefühlt hat, genau so wie ich. In die Ecke gedrängt. Wir wussten beide was der andere dachte und wir beide wollten es vom anderen selbst hören als es selber laut auszusprechen.
Trennen werden wir uns beide niemals voneinander, nicht noch einmal. Dafür passen wir zu gut zueinander, wir lachen viel gemeinsam, uns wird nie langweilig. Durch seine, mir neu bekannte Seite sowieso nicht 😅
Ich verurteile ihn nicht, dafür bin ich nicht in der Position. Ich akzeptiere ihn so wie er ist, das habe ich ihm auch so gesagt.
Nur eben manchmal, in den letzten Monaten, kamen mir immer wieder zweifel auf ob ich das schaffe ihn weiterhin so zu lieben und zu schätzen, wie gesagt wenn er sich dann mal hübsch gemacht hatte wurde ich pampig 😢
Ich will nicht das er seine Neigung unterdrückt wegen mir und das er wegen mir unglücklich ist. Wenn dann würde ich freiwillig die Flagge hißen auch wenn es uns beiden das Herz zerbricht.
Ich wünschte nur er würde offen mit mir darüber reden und sich nicht dafür schämen.

Zu sbsr: was stört dich daran
Es ist nicht das mich was an seiner Neigung stört. Es ist wohl viel mehr das veränderte Erscheinungsbild, das Anfangs ungewohnt war und teilweise immernoch.
Wenn viele Männer mit Frauenkleidung auf der Straße rum laufen würden, dann wäre es vollkommen "Normal"
Und keine Frau würde sich wundern wenn ihr Mann mit Frauenkleider nach hause käme.
Da dem nicht so ist, ist es erstmal ungewohnt.
Was mich eher stört ist das er so viel Aufwand betreibt, 3 Stunden für Acryl-Nägel, schminken und zu Letzt anziehen. Da gehen 4 Stunden vom Tag flöten. Und am Ende des Tages piddelt er sich die Nägel wieder ab.
Daran stört mich wieder das für seine Neigung so viel Geld ausgegeben wird, welches wir aus Chronisch leerem Geldbeutel eigentlich nicht haben.
Ich selber kaufe mir 1. äußerst selten Kleidung, wenn dann 2. Nur Angebote. Selbst ein Teil für 20€ ist mir zu teuer, dann warte ich lieber bis es reduziert ist, wenn es dann schon weg ist hab ich eben Pech gehabt, daran störe ich mich aber auch nicht weiter.
Als wir dann mal bei einem Namenhaften Versandhändler Klamotten für uns bestellt hatten, und eigentlich hatten wir ausgemacht wieviel maximal ausgegeben werden darf, aber da rede ich gegen eine Wand. Naja letzten Endes hat er sich ein Kleid für 50€ bestellt. Als wir letztes Jahr auf der Hochzeit seines Bruders eingeladen waren hatte mein Kleid nur 30 gekostet und war von 130€ runtergesetzt.
Ich denke ihr versteht was ich meine.
Er ist eher der Typ wenn er was haben will dann am besten seit gestern, das bezieht sich auf alles im Haushalt, Möbel etc. Meistens bekomme ich ihn wieder auf den Boden der Tatsachen runter.
Zurück zum Aufwand, bei allem wofür er sich interessiert betreibt er unglaublich viel Aufwand, da kann seine Begeisterung Berge versetzen. Aber im Haushalt wird kein Gedanke an Aufräumen etc. verschwendet.

Zurück zu was mich stört, bis auf die einigen punkte welche sich nicht auf das Äußere bezieht ist es eher das drumherum.
Ich weiß ja nicht wie ihr das macht, was macht ihr wenn ihr euch hübsch macht? Welche Tipps könnt ihr mir für ihn geben? Acryl-Nägel sind auf Dauer auch nicht gut es macht die Nägel kaputt. Wie lange braucht ihr um euch fertig zu machen?

Liebe grüße
J

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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 6 im Thema

Beitrag von ULI67 » So 1. Okt 2017, 11:35

Hallo J

Ich finde es echt toll. Ich kann dir auch aus meiner Erfahrung sagen, wenn du dein Pflänzchen weiter so gießt (ihn so unterstützt und es ausleben lässt) dann wird eine wunderschöne Blume aus ihr (die ihr Glück dann dir wieder zurück gibt)
LG Uli
Ich liebe es eine Frau zu sein 👩

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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 7 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 1. Okt 2017, 15:00

Hallo J,

... hier K :mrgreen: (Sorry dafür, ich mag 'Men in Black')
J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59
Natürlich kann ich nachvollziehen wie er sich in dem Moment gefühlt hat, genau so wie ich. In die Ecke gedrängt. Wir wussten beide was der andere dachte und wir beide wollten es vom anderen selbst hören als es selber laut auszusprechen.
Auch wenn es dir villeicht nicht bewusst ist:
Jetzt bist du aber an dem Punkt, wo du feststellen musstest, dass du nicht wirklich, zumindet nicht so ganz wusstet, was er gedacht hat.
J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59
Ich verurteile ihn nicht, dafür bin ich nicht in der Position. Ich akzeptiere ihn so wie er ist, das habe ich ihm auch so gesagt.
Nur eben manchmal, in den letzten Monaten, kamen mir immer wieder zweifel auf ob ich das schaffe ihn weiterhin so zu lieben und zu schätzen, wie gesagt wenn er sich dann mal hübsch gemacht hatte wurde ich pampig 😢
Ich will nicht das er seine Neigung unterdrückt wegen mir und das er wegen mir unglücklich ist. Wenn dann würde ich freiwillig die Flagge hißen auch wenn es uns beiden das Herz zerbricht.
Ich wünschte nur er würde offen mit mir darüber reden und sich nicht dafür schämen.
Es ist für nicht Betroffene schwer vorstellbar, dass jemand so große Probleme damit haben kann, offen darüber zu reden, ohne sich zu schämen. Ich wüsste jetzt leider kein gutes Beispiel, um dir das zu illustrieren, weil Frauen in der heutigen Zeit in dieser Hinsicht viel mehr Freiheiten haben, als Männer. Über das Warum und Weshalb möchte ich aber an dieser Stelle nicht weiter diskutieren.
J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59
Wenn viele Männer mit Frauenkleidung auf der Straße rum laufen würden, dann wäre es vollkommen "Normal"
Und keine Frau würde sich wundern wenn ihr Mann mit Frauenkleider nach hause käme.
Da dem nicht so ist, ist es erstmal ungewohnt.
Was du schreibst sagt mir, dass du zweifellos dem gesellschaftlichen Konformitätsdruck unterliegst. Dein Partner aber ebenso, und er ist hin und her gerissen zwischen sich selbst, und dem, was andauernd von ihm erwartet wird.
J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59
Was mich eher stört ist das er so viel Aufwand betreibt, 3 Stunden für Acryl-Nägel, schminken und zu Letzt anziehen. Da gehen 4 Stunden vom Tag flöten. Und am Ende des Tages piddelt er sich die Nägel wieder ab.
Das resultiert aus dem Konformitätsdruck und dem nicht unterdrückbbaren Bedürfnis, sich selbst gerecht zu werden. Schon klar, dass du dich schwer tust, dafür Verständnis zu haben. Du bist ja nicht in einer vergleichbaren Situation, um dir das vorstellen zu können. Ich denke, da wirst du schon etwas Kraft aufwenden müssen, um dass nachfühlen zu können. Aber immerhin bist du hier, also sehe ich das als möglich an.
J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59
Daran stört mich wieder das für seine Neigung so viel Geld ausgegeben wird, welches wir aus Chronisch leerem Geldbeutel eigentlich nicht haben.
Ich selber kaufe mir 1. äußerst selten Kleidung, wenn dann 2. Nur Angebote. Selbst ein Teil für 20€ ist mir zu teuer, dann warte ich lieber bis es reduziert ist, wenn es dann schon weg ist hab ich eben Pech gehabt, daran störe ich mich aber auch nicht weiter.
Als wir dann mal bei einem Namenhaften Versandhändler Klamotten für uns bestellt hatten, und eigentlich hatten wir ausgemacht wieviel maximal ausgegeben werden darf, aber da rede ich gegen eine Wand. Naja letzten Endes hat er sich ein Kleid für 50€ bestellt. Als wir letztes Jahr auf der Hochzeit seines Bruders eingeladen waren hatte mein Kleid nur 30 gekostet und war von 130€ runtergesetzt.
Ich denke ihr versteht was ich meine.
Er ist eher der Typ wenn er was haben will dann am besten seit gestern, das bezieht sich auf alles im Haushalt, Möbel etc. Meistens bekomme ich ihn wieder auf den Boden der Tatsachen runter.
Zurück zum Aufwand, bei allem wofür er sich interessiert betreibt er unglaublich viel Aufwand, da kann seine Begeisterung Berge versetzen. Aber im Haushalt wird kein Gedanke an Aufräumen etc. verschwendet.
Ich denke, du solltest versuchen, zwischen dem Zeitaufwand und dem Finanziellen zu trennen.

Zusätzliche Zeit wird er immer dafür brauchen, wenn er zwischen männlich (Alltag) und weiblich (zur Erholung) wechselt. Er muss sich ja erst mühevoll äußerlich in das "verwandeln", was seinem Gefühl näher kommt.

Auf beim Finanziellen wird sicher immer ein höherer Bedarf bestehen. Falls ihr die gleiche Größe habt, kann man sicher noch ein bissel mehr drücken, aber ganz auf Null wirst du den nicht bekommen, wenn dein Partner nun mal zweierlei Kleidung braucht.

Was anderes ist es freilich, wie viel Geld er dabei ausgibt, gerade wenn ihr so knapp bei Kasse seid. Aber darüber müsst ihr reden, und er muss dann auch mal bereit sein, auf Quellen zurück zu greifen, wo es günstiger ist. Ich mache gern mal ein Schnäppchen auf ebay. Klar habe ich mich erst mal herangetastet, und man muss dann auch etwas Zeit in die Suche investieren. (Wobei ich durchaus bereit wäre, meine Erfahrungen zu teilen.)

Trotz knapper Kasse Geld zu "verschwenden", ist aber nicht auf Transmenschen beschränkt.

Bei mir war es genau umgekehrt. Speziell meine letzte Partnerin war immer mit ihrem Dispo am Limit. Der Lohn war oft schon am Tage des Zahlungseingangs komplett weg. Da mussten dann erst mal alle möglichen Rechnungen bezahlt werden, und das, was dann noch überig war, war schon komplett verplant. Monatlich 50-100€ für Gelnägel, einmal im Quartal für 150-200€ zum Frisör, und dazu noch ein kostspieliges Hobby (Mittelalterkleider schneidern). Das konnte sie ganz gut, war aber auch viel Zeitaufwand (50 Studen und mehr pro Kleid), und wenn sie (immer öfter) für Bekannte genäht hat, dann hat sie nicht mehr als den Materialpreis genommen. Zudem ist sie auch so recht leichtfertig mit dem Geld umgegangen, hat es oft einfach so in alle möglichen Hosen- und Jackentaschen gesteckt, und bestimmt viel verloren. Einmal war das ganze Geld weg, was sie für ein Kleid bekommen hat. Du siehst also, du bist damit nicht allein.
J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59
Zurück zu was mich stört, bis auf die einigen punkte welche sich nicht auf das Äußere bezieht ist es eher das drumherum.
Ich weiß ja nicht wie ihr das macht, was macht ihr wenn ihr euch hübsch macht? Welche Tipps könnt ihr mir für ihn geben? Acryl-Nägel sind auf Dauer auch nicht gut es macht die Nägel kaputt. Wie lange braucht ihr um euch fertig zu machen?
Mir reicht es öfter schon, wenn ich zu Hause einen Rock, Kleid oder ein kuscheliges längere Shirt mit Strumpfhose oder Leggins trage, vor allem, wenn ich regelmäßig Gelegenheit dazu habe. Wenn ich länger keine Gelegenheit habe, dann wird das Bedürfnis und die Umsetzung auch umfangreicher. Natürlich muss ich auch ab und zu mal herumprobieren, welche Sachen zusammenpassen, mal bissel Schminken üben. Und wenn ich raus gehe, dann ist selbstverständlich das volle Programm angesagt, denn ich möchte ja einigermaßen als Frau druchgehen, und nicht ständig als Freak angesehen werden. Aber mittlerweile habe ich entsprechende Übung, und schaffe es auch, mich in einer Stunde fertigzumachen. Dann muss es natürlich schnell gehen, ich muss wissen, was ich anziehe, beim Makeup wird nur das Nötigste gemacht: Bartschatten wegschminken, Wimpern tuschen, Lippenstift, und einen ganz kleinen Hauch Rouge, damit das Gesicht nicht ganz so einfarbig ist. Die Nägel bleiben unlackiert. Da ich aber nicht komplett gestylt von zu Hause weg kann, brauche ich unterwegs noch ein paar Minuten, um Hose und Rock zu tauschen, die Perücke aufzusetzen, und Schmuck anzulegen. Schneller geht es bei "Mädels" wie mir einfach nicht, und da bin ich schon besser als so manche Bio-Frau. :wink:

Ich weiß natürlich nicht, "wie viel" er braucht. Deswegen kann das kein Maßstab für ihn/euch sein. Ihr könnt nur versuchen, zusammen herauszufinden, was geht, und für euch beide erträglich - besser: gut - ist.

Wenn du noch Fragen hast ... immer her damit. Ich hoffe, dein Partner ist die Mühe wert. Vielleicht meldet er sich ja auch mal hier an?


Liebe Grüße
Michi
Ich will nicht in Würde alt werden,ich weiß ja noch nicht mal wo das liegt! :D

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

sbsr
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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 8 im Thema

Beitrag von sbsr » So 1. Okt 2017, 15:04

J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59
Es ist nicht das mich was an seiner Neigung stört. Es ist wohl viel mehr das veränderte Erscheinungsbild, das Anfangs ungewohnt war und teilweise immernoch.
Wenn viele Männer mit Frauenkleidung auf der Straße rum laufen würden, dann wäre es vollkommen "Normal"
Der übliche Teufelskreis. So lange es niemand macht, wird es nicht normal. So lange es nicht normal ist, traut sich niemand.

Trotzdem frage ich noch mal direkt, und die Frage ist nicht rethorisch, sondern absolut ernst gemeint, stört Dich tatsächlich seine Erscheinungsform an sich? Soll heißen, Du hast ihn als Mann kennen gelernt und möchtest den Mann behalten. Oder hast Du Angst, jemand könnte ihn "so" sehen? Das macht einen riesen Unterschied. Genau das versuche ich nämlich bei meiner Lebensgefährtin auch heraus zu finden.

Ein Phänomen, das viele beschreiben ist, dass sich CD/Trans* nach dem Outing hemmungslos rein stürzen und alles andere liegen und stehen lassen. Das ist zum einen verständlich, will man alles nachholen was man sich so lange nicht getraut hat. Allerdings, und da kann ich Dich voll und ganz verstehen, macht das die eh schon schwierige Situation für Dich nicht einfacher. Da nutzt alles nichts, das musst Du ihm wohl in aller Deutlichkeit sagen, und wenn es nichts nützt noch deutlicher. Zum einen natürlich die Zeit, aber wo der Spaß wirklich ein Ende hat beim Geld. Geld auszugeben, wenn es sowieso schon an allen Ecken knapp ist, ist einfach unfair.

Ich kann nur für mich sprechen, selbst wenn ich mal sturmfrei habe verbringe ich nicht Stunden lang mit Schminken, vermutlich auch weil mir das Talent dafür fehlt. Einmal im Monat gehe ich zum TV Stammtisch, da würde ich mir gerne mehr Zeit zum Stylen nehmen, aber das reicht meistens gerade so, direkt von der Arbeit aus los fahren und irgendwo auf einem Parkplatz im Auto schminken und umziehen. Begeistert in meine Lebensgefährtin davon nicht, wenn ich morgens zur Arbeit fahre, zwischendurch nicht mal heim komme, sondern erst nach Mitternacht, aber einmal im Monat nehme ich mir diese Freiheit.
Christian hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:41
Manche Frauen trifft es schlimmer und haben einen Partner mit einer Miniatureisenbahn im Keller ;-) Muss man auch nicht toll finden.
Grundsätzlich ist das ein guter Vergleich, es gibt natürlich auch andere Hobbys, wo Mann sich ohne Hirn und Verstand rein hängt. Auch daran zerbrechen Ehen. Allerdings sehe ich CD/Trans* der Modelleisenbahn schon noch ein gutes Stück voraus, niemand kann mir erzählen der verborgene Schaffner in ihm macht ihn innerlich kaputt.
LG, Svenja

Kann bitte jemand die deutsche Sprache wieder geschlechtsneutral machen? Mit "Arbeitnehmern" sind auch Frauen gemeint!

ChrisTina73
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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 9 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » So 1. Okt 2017, 15:38

J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59

Zu sbsr: was stört dich daran
Es ist nicht das mich was an seiner Neigung stört. Es ist wohl viel mehr das veränderte Erscheinungsbild, das Anfangs ungewohnt war und teilweise immernoch.
Wenn viele Männer mit Frauenkleidung auf der Straße rum laufen würden, dann wäre es vollkommen "Normal"
Und keine Frau würde sich wundern wenn ihr Mann mit Frauenkleider nach hause käme.
Da dem nicht so ist, ist es erstmal ungewohnt.
Sehr aufschlußreich für uns als "Teilzeitfrau", also bestimmt ein gesellschaftliches Bild auch die Wahrnehmung bei vielen Frauen was normal und was unnormal ist.
J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59
Er ist eher der Typ wenn er was haben will dann am besten seit gestern, das bezieht sich auf alles im Haushalt, Möbel etc. Meistens bekomme ich ihn wieder auf den Boden der Tatsachen runter.
Zurück zum Aufwand, bei allem wofür er sich interessiert betreibt er unglaublich viel Aufwand, da kann seine Begeisterung Berge versetzen. Aber im Haushalt wird kein Gedanke an Aufräumen etc. verschwendet.
Um nochmal die "animalische" oder besser ausgedrückt archaische (=ursprünglich) Seite anzusprechen: Sagt Dir "Sissy" etwas? Es klingt für viele "pervers", wobei eigentlich vieles, was der "ästhetischen Erotik" entgegensteht als pervers abgestempelt wird, was eigentlich dem Versuch entspricht, auch die animalische Seite des Menschen zu kultivieren. Wenn wir direkt ohne Umschweife in die "menschlichen Abgründe" unseres Gegenübers schauen könnten und würden, wären wir innerlich schockiert (Reizüberflutung) und aus dieser Sicht ist auch Cony-Andrea's Haltung im Post "Wie versteckt Ihr Eure Sachen" Richtig und mit Respekt zu behandeln. Es sind mit die sensibelsten Bereiche in der Psyche eines Menschen und mit den "Schlachtrufen" einiger hier, es wäre die "normalste" Sache der Welt und dem forcieren, man solle doch zu sich stehen, erzeugen wir oft unbewußt eine ambivalente Haltung, weil der Kopf schon viel weiter ist, als es das persönliche Empfinden dem folgen kann.
Es ist schwer als Frau, dem Mann auf der geistig/intellektuellen Ebene zu begegnen und ihm etwas zu vermitteln, weil es vielmals eine Domäne des maskulinen Prinzips ist und er dort sein eigener Herr ist. Und es erzeugt irgendwann Resignation und Frustration innerhalb der Frau. Was im übrigen auch ähnlich dem Empfinden entspricht, wenn wir als "Teilzeitfrau" versuchen, der inneren männlichen Seite unser Partnerin etwas zu "verklickern" Willkommen im Spiegelkabinett ;) Wir reden, reden und reden und selbst sind wir als Mann oft genervt, wenn Frauen alles ausdiskutieren wollen :D Aber wenn wir erkennen, was eigentlich dahinter steckt, könnten sich viele von uns wesentlich entspannter und befreiter geben.

Sissy hat jetzt nicht unbedingt was mit Sex im allgemeinen Verständnis zu tun auch wenn es oft so dagestellt wird. Es bezieht sich eher auf die "triebhafte" Natur im Inneren eines Menschen, die in Rollenspielen durchaus "erzieherischen" Charakter annehmen kann ;) Auch wenn unser Verstand "erhaben" wie ein König über unsere Triebnatur steht, oder besser gesagt sich dort gern stehen sieht, kommen wir irgendwann an einen Punkt im Leben, an dem wir erkennen, das wir vieles in uns verdrängen, bevor wir es überhaupt im vollen Umfang wahrgenommen haben und wundern uns irgendwann, das wir nicht mehr "Herr der Lage" sind wobei wir doch gedacht haben, wir leben unserer Natur entsprechend und kennen uns im vollen Umfang.

Der Begriff Dominus kommt aus dem lateinischen und bedeutet einfach Hausherr, was sich vom Wort Domus = Haus ableitet. Domina ist die weibliche Form und wie oft sprechen Männer von der Regierung, wenn sie über Ihre Partnerin/Frau reden ;) (us ist die Endung für die männliche, a die weibliche Entsprechung, Dom bedeutet Bauwerk -> meine Eselsbrücke = Herr im Haus oder Frau im Haus)

Dann gibt es da noch die Begriffe Animus und Anima, die für Seele/Geist stehen, während der Mann oft den Animus auslebt und die Anima seiner inneren weiblichen Seite entspricht und gern auf seine Partnerin projiziert, lebt die Frau oft Ihre Anima, während der Animus in ihrem Inneren schlummert und teilweise auf Ihren Partner projiziert/übertragen wird. Wenn der Mann dann oft von einer "Kampflesbe" oder einem MannsWeib spricht (sollte jetzt nicht wertend klingen), meint er damit eine Frau, deren Animus sehr präsent ist, hingegen spricht man von einer "Tunte" wenn bei einem Mann die Anima zu sehr im Vordergrund steht. Es klingt hart und abwertend, entspringt aber einer instinktiv primitiv direkten Wahrnehmung. Und ja es ist die instinktiv männliche Seite, die diese Begriffe geprägt hat und eine direkte Konfrontation hat immer den Beigeschmack eines Angriffs. Auf der anderen Seite braucht eine Beziehung alle 4 Aspekte um als richtig erlebt zu werden, in welcher Dosis ist abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit. Ich wähle bewußt das Wort Persönlichkeit und nicht Individuum, weil es um Menschen mit persönlichen Eigenschaften geht und nicht um neutrale Asexuelle vergeistigte Wesen ;)
J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59
Zurück zu was mich stört, bis auf die einigen punkte welche sich nicht auf das Äußere bezieht ist es eher das drumherum.
Ich weiß ja nicht wie ihr das macht, was macht ihr wenn ihr euch hübsch macht? Welche Tipps könnt ihr mir für ihn geben? Acryl-Nägel sind auf Dauer auch nicht gut es macht die Nägel kaputt. Wie lange braucht ihr um euch fertig zu machen?
Wenn Ihr beide Humor habt, geht es spielerisch an. Du wirst nicht umhin kommen, ihn aus der Reserve zu locken und mit feinsinnigem Humor hat man ein "befreiendes" Heilmittel. Deine "pampige" Art ist auch ein Instinkt und ein sanftes provozierendes "Druckmittel" und da Männern mit Worten oft nicht beizukommen ist muß Frau halt manchmal in die Trickkiste greifen ;) Frag Aubergine die sich mit "Pubertierenden" wie uns auskennt :D
Ich für meinen Teil brauche inkl. in Stimmung kommen bestimmt 2-3 Stunden. Es ist ein Ritual, wobei mir dann schon bewußt ist, das da auch der erotische Aspekt mit im Spiel ist. Warum soll ich mich sonst aufbrezeln, wenn ich gleichzeitig in der "Masse" untergehen will? Dann kann ich auch als Mann gehen und nach Klamotten schauen. Der Körper ist der Gleiche und spätestens durch meine Stimme würde ich mich "verraten". Wie kann ich es sonst geniessen, hübsch, evtl. verführerisch reizvoll und bewußt als feminin wahrgenommen zu werden wenn ich gleichzeitig versuche, nicht aufzufallen gleich einem Herdentier, wobei es nicht darum geht als Vamp oder "Schlampe" mittags durch die Strassen zu gehen. Es erzeugt nur ein ambivalentes Gefühl in mir weil ich einerseits den inneren Reiz und das Kribbeln spüre und auf der anderen Seite diesem Kribbeln, dem "extatischen innerlich verändernden elektrisierenden Rausch" die Luft nehme, indem ich mich unerkannt gebe.

LG

ChrisTina
Ich kenne den Weg.... Wo soll ich nochmal abbiegen?

Aubergine
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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 10 im Thema

Beitrag von Aubergine » Di 3. Okt 2017, 00:08

Hallo J.H.
J.H. hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 10:59

Zuerst @ Aubergine
Was heißt: denn auf Grund seiner Erziehung wäre es ihm unmöglich gewesen, so etwas zu tun.?

genaueres möchte ich darüber nicht öffentlich schreiben, das wäre meinem Schatz vermutlich nicht so recht, nur soviel, dass fast alles verboten war und vieles, was wir für normal erachten, wie Radio etc. als Teufelzeug angesehen wurde. Alles sehr grenzwertig und aus der Ferne betrachtet stark Sektenähnlich. Und das von klein auf.

Zum anderen, ich schreibe nie jemandem jemals vor wie er zu leben hat oder was er tuen soll.
Ich liebe ihn, ja. Ich habe ihn auch während unserer Beziehngspause / Trennung immer geliebt. Niemand konnte ihm jemals das Wasser reichen. Für mich war er immer mein Mr. Right.
Natürlich kann ich nachvollziehen wie er sich in dem Moment gefühlt hat, genau so wie ich. In die Ecke gedrängt. Wir wussten beide was der andere dachte und wir beide wollten es vom anderen selbst hören als es selber laut auszusprechen.
Trennen werden wir uns beide niemals voneinander, nicht noch einmal. Dafür passen wir zu gut zueinander, wir lachen viel gemeinsam, uns wird nie langweilig. Durch seine, mir neu bekannte Seite sowieso nicht 😅
Ich verurteile ihn nicht, dafür bin ich nicht in der Position. Ich akzeptiere ihn so wie er ist, das habe ich ihm auch so gesagt.

bist du sicher? für mich klingt das noch sehr stark nach Zweifel und das Ringen um die eigene Akzeptanz.

Nur eben manchmal, in den letzten Monaten, kamen mir immer wieder zweifel auf ob ich das schaffe ihn weiterhin so zu lieben und zu schätzen, wie gesagt wenn er sich dann mal hübsch gemacht hatte wurde ich pampig 😢

und genau diese Pampigkeit, die im übrigen nur allzu verständlich ist, spürt dein Schatz. Nicht genug, dass er mit sich selbst und seinem Schamgefühl kämpfen muss, jetzt belastet er dich auch noch und belasten ist das letzte was er möchte. Vermutlich spricht er deswegen nicht offen mit dir.

Ich will nicht das er seine Neigung unterdrückt wegen mir und das er wegen mir unglücklich ist. Wenn dann würde ich freiwillig die Flagge hißen auch wenn es uns beiden das Herz zerbricht.
Ich wünschte nur er würde offen mit mir darüber reden und sich nicht dafür schämen.

Zu sbsr: was stört dich daran
Es ist nicht das mich was an seiner Neigung stört. Es ist wohl viel mehr das veränderte Erscheinungsbild, das Anfangs ungewohnt war und teilweise immernoch.
Wenn viele Männer mit Frauenkleidung auf der Straße rum laufen würden, dann wäre es vollkommen "Normal"
Und keine Frau würde sich wundern wenn ihr Mann mit Frauenkleider nach hause käme.
Da dem nicht so ist, ist es erstmal ungewohnt.

wenn viele Männer auf der Straße als Frau rumlaufen würden, gäbe es dieses Forum nicht und du wärst nie auf die Idee gekommen, sich in einem anzumelden.

Was mich eher stört ist das er so viel Aufwand betreibt, 3 Stunden für Acryl-Nägel, schminken und zu Letzt anziehen. Da gehen 4 Stunden vom Tag flöten. Und am Ende des Tages piddelt er sich die Nägel wieder ab.

Mädchen lernen von klein auf schon spielerisch und später als Teenie richtig sich zu schminken. Wenn man das mit 30 das erste Mal tut (und die meisten hier sind noch um einiges älter) seine Infos zumeist aus youtube hat, ist es doch kein Wunder dass das 3 Stunden brauch, schließlich will man(n) ja nicht als Clown rumlaufen
.

Daran stört mich wieder das für seine Neigung so viel Geld ausgegeben wird, welches wir aus Chronisch leerem Geldbeutel eigentlich nicht haben.
Ich selber kaufe mir 1. äußerst selten Kleidung, wenn dann 2. Nur Angebote. Selbst ein Teil für 20€ ist mir zu teuer, dann warte ich lieber bis es reduziert ist, wenn es dann schon weg ist hab ich eben Pech gehabt, daran störe ich mich aber auch nicht weiter.
Als wir dann mal bei einem Namenhaften Versandhändler Klamotten für uns bestellt hatten, und eigentlich hatten wir ausgemacht wieviel maximal ausgegeben werden darf, aber da rede ich gegen eine Wand. Naja letzten Endes hat er sich ein Kleid für 50€ bestellt. Als wir letztes Jahr auf der Hochzeit seines Bruders eingeladen waren hatte mein Kleid nur 30 gekostet und war von 130€ runtergesetzt.
Ich denke ihr versteht was ich meine.

glaub mir, ich verstehe sehr gut, was du meinst. Ich war mit einem Alki verheiratet und habe oft nicht gewußt, wo ich Geld zum einkaufen nehmen soll. Aber eines habe ich in der Zeit gelernt. Je krampfhafter du versuchst zu sparen, um so verbissener wirst du. Wenn du jeden Cent umdrehst, wirst du immer fuchsiger. Das bringt dich nicht weiter. Ich geh davon aus, dass ihr beide euer Einkommen habt. Wie dem auch sei, ich hab mein Leben lang versucht Rücklagen zu bilden, ist mir bis heut nicht gelungen und ich lebe immer noch. Lass ihm doch mal die Freude an dem Fummel für 50 Euro und freu dich mit ihm, wenns ihm steht, dann ist er vielleicht auf der anderen Seite auch eher bereit auf was anderes zu verzichten.

Er ist eher der Typ wenn er was haben will dann am besten seit gestern, das bezieht sich auf alles im Haushalt, Möbel etc. Meistens bekomme ich ihn wieder auf den Boden der Tatsachen runter.
Zurück zum Aufwand, bei allem wofür er sich interessiert betreibt er unglaublich viel Aufwand, da kann seine Begeisterung Berge versetzen. Aber im Haushalt wird kein Gedanke an Aufräumen etc. verschwendet.

da teilst du das Schicksal von tausenden von Frauen und die meisten haben keinen Crossdresser zu Hause. Mir geht es ebenso und ich weiß, wie einem das auf den Keks geht. Aber da hilft nur eins, drüber reden und klare Aussage machen, was du von ihm erwartest. Mit Plan hats bei uns leider nicht funktioniert und jetzt mach ich klare Ansagen, was ich haben will. So wie ich ihn unterstütze, erwarte ich das bei andern Dingen auch von ihm. Ab und zu muss ich wieder mit dem Zaunpfahl winken, aber daran gewöhnt man sich.

Zurück zu was mich stört, bis auf die einigen punkte welche sich nicht auf das Äußere bezieht ist es eher das drumherum.
Ich weiß ja nicht wie ihr das macht, was macht ihr wenn ihr euch hübsch macht? Welche Tipps könnt ihr mir für ihn geben? Acryl-Nägel sind auf Dauer auch nicht gut es macht die Nägel kaputt.

Da wäre doch jetzt weiblicher Rat angebracht, etwas Hilfestellung beim feilen und pflegen, akzeptieren, dass die Nägel im Mannmodus etwaslänger sind wie bei andern und Anleitung beim Lackieren. Etwas knallig im weiblichen Modus und mit Klarlack als Mann. Ist am Abend auf jeden Fall schnell und ohne großen Schaden wieder ab
Wie lange braucht ihr um euch fertig zu machen?

Liebe grüße
J
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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 11 im Thema

Beitrag von J.H. » Di 3. Okt 2017, 15:57

Hallo ihr lieben,
Sorry das es so lange gedauert hat, wir liegen beide mit ner Erkältung flach und wie das so ist kümmert sich die Frau natürlich um das Wohlbefinden des Mannes, das zum Thema Konformitätsdruck.
Mir macht es nichts aus aber in manchen Bereichen wäre Gleichberechtigung angesagt (Haushalt etc.)

DANKE, danke an euch alle für eure sehr interessanten, zum nachdenken bewegenden und teils amüsanten Beiträge.
Ich kann garnicht alle Beiträge kommentieren oder beantworten, es ist wirklich viel Input und mit einer Erkältung in den Knochen leidet das Gedächtnis, am besten wäre ein Laptop und dann 2 Tabs öffnen um immer nachzuverfolgen worauf man antworten möchte 😂😂😂 Vorrausetzung W-lan

Zu K- Men in Black ist auch einer meiner lieblings Filme aber eigentlich nur der erste Teil. 😂👍

Zu Tina73
ChrisTina73 hat geschrieben:
Sa 30. Sep 2017, 23:37
"Du sollst nicht Lügen":

Das ist erstmal ein ehrenwerter Leitsatz aber auch ein sehr hoher Anspruch der voraussetzt, das Du die Wahrheit kennst. Nimmst Du es damit auch bei Dir sehr genau? Auch eine Notlüge ist eine Lüge und das Du mit einer "Ausrede" zum Auto gehst, zeugt nicht grad von einem reinen Geist ;) Natürlich stellst Du Dich dadurch in die Machtposition und drückst ihn symbolisch gesprochen schon an die Wand. Aber so ist Frau nun mal in Ihrer "Selbstgerechten" Art. Das klingt jetzt böser, als es eigentlich ist (fühl Dich einfach mal gedrückt dabei ;) )
Eine Ausrede im engeren Sinne war es ja nicht, mir war ja wirklich kalt 😅
Aber ja du hast recht, hätte ich sagen sollen:"Darf ich bitte dein Schlüssel haben mir ist kalt und ich will wissen was im Stoffbeutel ist, du kannst gerne mitkommen und mir erklären was das zu bedeuten hat"
Zudem ist mir vorher schon öfters Aufgefallen das seine Wimpern dunkler waren, ich hatte ihn auch jedes mal darauf angesprochen aber er hatte es immer abgewunken und meinte es wäre Dreck durch die Arbeit. Ich hatte nicht weiter nachgehackt obwohl ich wusste das es nicht stimmen konnte.
Letzten Endes ist es schon geschehen und nicht rückgängig zu machen. Manchmal muss man wohl mit der Tür ins Haus fallen.
Für ihn ist es eine Erleichterung, schätze ich mal sonst würde er sich nicht vor mir hübsch machen.
ChrisTina73 hat geschrieben:
Sa 30. Sep 2017, 23:37
Und wie sieht es mit dem Thema Selbstbefriedigung aus? Empfindest Du es als Vertrauensbruch oder hast Du manchmal das Bedürfnis es zu tun, weil Dich der Sex mit ihm nicht befriedigt hat, weil Du schreibst, der Sex ist "besser" geworden und Du willst auf Deine Kosten kommen? Auch das Vorspielen kommt einer Lüge gleich. Viele Frauen machen aus Angst den Fehler und spielen aus "Liebe" vieles vor. Wenn dann nach 2 Jahren rauskommt, das der Sex bisher meistens unbefriedigend war und ich es Ihr bisher "nicht richtig besorgen" konnte ist das natürlich auch erstmal wie ein Schlag mitten ins Gesicht (Ich spreche da aus eigener Erfahrung und es ist ein gefundenes Fressen für "aussenstehende" Leute, die sowieso noch unbewußt mit einem eine "Rechnung" offen haben, weil sie sonst nicht das "Maul" aufgekriegt haben).☆
☆Das verstehe ich jetzt nicht. Was hat das zu bedeuten, wenn du es näher erläutern könntest/ möchtest?
Zur Befriedigung, das klappt alles. Früher in Season 1 hatte es Ewigkeiten gebraucht bis es zumindest für mich erfolgreich war/wurde/geworden ist?
ChrisTina73 hat geschrieben:
Sa 30. Sep 2017, 23:37
Wenn Du unbewußt pampig reagierst, kann ich mir gut vorstellen, das Du Dich ein wenig vernachlässigt fühlst, weil seine "Anima" in dem Moment präsenter ist und Du Dich dadurch degradiert fühlst.
Möglich wäre es, das kann ich nicht beurteilen, vielleicht unterbewusst aber davon kriege ich nichts mit.
ChrisTina73 hat geschrieben:
Sa 30. Sep 2017, 23:37
Sumasumarum würde ich sagen, nimm Dir was Du brauchst und gebe, was Du zu geben bereit bist und denk nicht zuviel darüber nach, wie Du Dinge "besser" machen kannst, denn letztendlich ist er nachwievor der selbe Mensch und auch gefordert, seinen "Beitrag" zu Eurer Beziehung zu leisten. Wohl dosiert kann eine "Teilzeitfrau", die im bisherigen Rahmen des "Geheimnisses" klar gekommen ist, eine Bereicherung sein. Manche neigen jedoch nach Ihrem Outing dazu, es zu übertreiben. Einfacher ist es dann für diejenigen, die Ihre Dosis herausgefunden haben und damit offen in eine Beziehung gehen. In diesem Sinne kann die Outing als Chance und Resetknopf verstanden werden um Eure Beziehung neu zu definieren ;)

LG

ChrisTina
Dafür bin ich auch, ich bin nicht nachtragend.
Wie ich ihm heute auch nochmal erklärt habe, das größere Anschaffungen nicht ohne Absprachen nicht machbar sind, sonst gibt's Ärger. Auslöser war eine Rechnung für Kleidung von über 100€ die ich gefunden hab. Anders geht's halt nicht, ich arbeite auch 40 Stunden die Woche und hab noch einen Nebenjob, der aber nicht SEIN Hobby/Neigung finanzieren soll, sondern das Überleben sichern. (Er geht auch Vollzeit arbeiten aber er hat noch einiges ab zu zahlen)
Resetknopf- alles was zählt ist das was kommt, früheres ist weg radiert.

Er lebt seit seinem Outing nicht übertrieben aus, eher zurückhaltend. Zwischendurch hab ich ihn gefragt ob er nicht mal Lust hätte sich hübsch zu machen. Ich glaube er traut sich nicht von alleine es anzusprechen um mich nicht zu überfordern.
MichiWell hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 15:00
Hallo J,

... hier K :mrgreen: (Sorry dafür, ich mag 'Men in Black')

Auch wenn es dir villeicht nicht bewusst ist:
Jetzt bist du aber an dem Punkt, wo du feststellen musstest, dass du nicht wirklich, zumindet nicht so ganz wusstet, was er gedacht hat.

Es ist für nicht Betroffene schwer vorstellbar, dass jemand so große Probleme damit haben kann, offen darüber zu reden, ohne sich zu schämen. Ich wüsste jetzt leider kein gutes Beispiel, um dir das zu illustrieren, weil Frauen in der heutigen Zeit in dieser Hinsicht viel mehr Freiheiten haben, als Männer. Über das Warum und Weshalb möchte ich aber an dieser Stelle nicht weiter diskutieren.

Was du schreibst sagt mir, dass du zweifellos dem gesellschaftlichen Konformitätsdruck unterliegst. Dein Partner aber ebenso, und er ist hin und her gerissen zwischen sich selbst, und dem, was andauernd von ihm erwartet wird.
Das kann ich nicht bestätigen, was ist schon "Normal"?
Schon im Kindesalter hatten wir Kontakt zu Homosexuellen, unsere Mutter hatte uns auch mal auf den CSD mitgenommen, da waren wir vielleicht 8-9, die besten Freunde meiner Mutter ein Schwules Pärchen. Mein Bruder war mal meine Schwester, als er meine Schwester war, war er lesbisch. Wo also ist der Konformitätsdruck? Es ist nur das es erstmal ungewohnt ist, mehr ist es nicht.
Ich merke selber das, seitdem ich mich mehr mit dem Thema beschäftige, es mir nicht mehr oder garnicht schwer fällt ihn als Frau zu sehen.

MichiWell hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 15:00
Zusätzliche Zeit wird er immer dafür brauchen, wenn er zwischen männlich (Alltag) und weiblich (zur Erholung) wechselt. Er muss sich ja erst mühevoll äußerlich in das "verwandeln", was seinem Gefühl näher kommt.

Auf beim Finanziellen wird sicher immer ein höherer Bedarf bestehen. Falls ihr die gleiche Größe habt, kann man sicher noch ein bissel mehr drücken, aber ganz auf Null wirst du den nicht bekommen, wenn dein Partner nun mal zweierlei Kleidung braucht.
Ihm passen zum Glück meine Hosen und Röcke. Nur ist es mega schwer Oberteile zu finden weil er ein breites Kreuz hat und jede Menge Muskeln, wenn er große Teile anprobiert sind die Shirts an den Armen immer noch zu eng und unten wabbelt es 😥
MichiWell hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 15:00
Was anderes ist es freilich, wie viel Geld er dabei ausgibt, gerade wenn ihr so knapp bei Kasse seid. Aber darüber müsst ihr reden, und er muss dann auch mal bereit sein, auf Quellen zurück zu greifen, wo es günstiger ist. Ich mache gern mal ein Schnäppchen auf ebay. Klar habe ich mich erst mal herangetastet, und man muss dann auch etwas Zeit in die Suche investieren. (Wobei ich durchaus bereit wäre, meine Erfahrungen zu teilen.)
Da komme ich gerne nochmal drauf zurück, danke.
MichiWell hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 15:00
Trotz knapper Kasse Geld zu "verschwenden", ist aber nicht auf Transmenschen beschränkt.
Das kenne ich zu gut, in meinem Umfeld höre ich ständig was die sich tolles gekauft haben (ich freu mich für die, ich bin keine Person die Neidisch wird wenn jemand was hat was ich mir vielleicht auch wünsche, ich bin geduldig)
und am Ende Beschwerden sich die selben Personen das die kein Geld zum Leben haben. Da verzichte ich lieber.
MichiWell hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 15:00
Monatlich 50-100€ für Gelnägel, einmal im Quartal für 150-200€ zum Frisör, und dazu noch ein kostspieliges Hobby (Mittelalterkleider schneidern).
Da hab ich es gut, Gelnägel brauche ich nicht. Wäre mir aber auch zu teuer. Unpraktisch sind die auch noch, mir tuen meine Nägel schon weh wenn die zu lang sind und ich auf die Tasten haue (PC). In meinem Ganzen Leben hatte ich mir zwei mal Gelnägel machen lassen, zu besonderen Anlässen, hab sie dann aber auch schnell abgepiddelt. War für mich aber Kostenlos, da meine Stiefmutter ein Kosmetik-Studio hatte, das war sehr praktisch.
MichiWell hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 15:00
Und wenn ich raus gehe, dann ist selbstverständlich das volle Programm angesagt, denn ich möchte ja einigermaßen als Frau druchgehen, und nicht ständig als Freak angesehen werden.
Raus gehen will er nicht. Ich hätte nichts dagegen solange wir nicht in unserer Stadt rum laufen, ihn erkennt zwar dann niemand aber dafür mich, da ich mich in den letzten 10 Jahren kaum merklich verändert habe bis auf ein paar Kilos mehr auf den Rippen, sehe ich genau so aus wie früher. Und das wäre mir doch etwas unangenehm. Wo anders wäre es mir egal, da kennt mich niemand 😅
MichiWell hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 15:00
da bin ich schon besser als so manche Bio-Frau. :wink:
Vermutlich auch schneller als ich, ich steh immer vor meinem Kleiderschrank und weiß nicht was ich anziehen soll. Am Ende dann doch wieder das gleiche wie immer.
MichiWell hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 15:00
Ich weiß natürlich nicht, "wie viel" er braucht. Deswegen kann das kein Maßstab für ihn/euch sein. Ihr könnt nur versuchen, zusammen herauszufinden, was geht, und für euch beide erträglich - besser: gut - ist.
Naja aufgrund seiner Statur schon einiges. Er fängt meistens spät an und wenn er fertig ist bin ich schon fast am schlafen.
MichiWell hat geschrieben:
So 1. Okt 2017, 15:00
Wenn du noch Fragen hast ... immer her damit. Ich hoffe, dein Partner ist die Mühe wert. Vielleicht meldet er sich ja auch mal hier an?
Danke.
Die Mühe ist er allemal wert, wie hoch is die Wahrscheinlichkeit das man zum zweiten mal im Leben wieder zueinander findet.
Auch wenn er hier und da mal spinnt, genau so wie ich.
Gehören wir irgendwie zusammen. Schwer zu erklären.
Wir haben soviel zusammen durch gemacht. So wie er mich in schweren Zeiten unterstützt und mir beigestanden hat so bin ich genauso für ihn da.
Klar rege ich mich auf das er nicht Aufräumt, den Müll auf den Boden schmeißt und die Wäsche nicht in dem Trockner packt wenn die Maschine fertig ist, 1. Ich wusste worauf ich mich einlasse und 2. Ich weiß warum ich ihn liebe. Nicht wegen des Geldes, welches er nicht hat sondern viel mehr dafür das er mich immer zum Lachen bringen kann auch wenn es mir schlecht geht oder ich wütend auf ihn bin. Dann ist die Welt wieder in Ordnung 😁

Ob er sich anmeldet? Vielleicht, ich hab ihm davon erzählt das ich mich in einem Forum angemeldet habe, mal sehen. Am liebsten wäre es mir er würde sich wo anders anmelden, er muss ja nicht wissen was ich schreibe 😨

Joe95
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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 12 im Thema

Beitrag von Joe95 » Di 3. Okt 2017, 16:02

Puh...
Jede Menge Text hier und dem meisten kann ich nur zustimmen.
Auch wenn ich gestehen muss das ich einiges nur überflogen habe.

Eine Kleinigkeit, zu der mir was einfällt:
J.H. hat geschrieben:
Sa 30. Sep 2017, 11:32
...
Ich bin kein Unmensch, darum verstehe ich nicht warum alle aus meinem Umfeld meinen sich mir zu allerletzt zu offenbaren...
Ich versteh das sehr gut.
Es ist die Angst vor Ablehnung.
Wenn ich jemanden habe, dessen Nähe, Hilfe, Beistand ich brauche und ich rechne damit das dieser Mensch mir bei einem Problem ablehnend gegenüber steht dann verschweige ich das Problem ihm gegenüber lieber als seine Nähe, seinen Beistand zu verlieren.
Es gibt eben Menschen, die einem Kraft geben können, einfach nur weil sie da sind.

Du scheinst also für deinen Freund und für deinen Bruder ein sehr wichtiger Mensch zu sein.
Was ich nach dem, was ich so von dir lese, auch verstehen kann.
Vieles wird einzig dadurch richtig, das man es durchzieht!

J.H.
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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 13 im Thema

Beitrag von J.H. » Di 3. Okt 2017, 16:20

Joe95 hat geschrieben:
Di 3. Okt 2017, 16:02
Du scheinst also für deinen Freund und für deinen Bruder ein sehr wichtiger Mensch zu sein.
Was ich nach dem, was ich so von dir lese, auch verstehen kann.
Vermutlich, mein Bruder und ich mussten in unserer Kindheit und Jugend viel scheiße durchleben wegen Familiären Problemen. Wir waren/sind immer wie Pech und Schwefel 😀
Über meinen Freund siehe im kommenden Kommentar

Liebe grüße

J

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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 14 im Thema

Beitrag von MichiWell » Di 3. Okt 2017, 18:36

Hallo J,
J.H. hat geschrieben:
Di 3. Okt 2017, 15:57
Mein Bruder war mal meine Schwester, als er meine Schwester war, war er lesbisch. Wo also ist der Konformitätsdruck? Es ist nur das es erstmal ungewohnt ist, mehr ist es nicht.
Du hattest im vorherigen Beitrag geschrieben:
Wenn viele Männer mit Frauenkleidung auf der Straße rum laufen würden, dann wäre es vollkommen "Normal"
Und keine Frau würde sich wundern wenn ihr Mann mit Frauenkleider nach hause käme.
Das lässt mich annehmen, dass du dich unterbewusst doch daran reibst, dass es eben "nicht normal" ist, weil die meisten Männer nun mal nicht in Frauenkleidung auf der Straße herumlaufen. Das war nicht böse gemeint, sollte überhaupt kein Vorwurf sein, sondern eine Feststellung, die dir hilft, an deiner (verständlicherweise) vorhandenen Unsicherheit zu arbeiten.

Es ist für keinen Menschen leicht, sich diesem überall präsenten Konformitätsdruck zu entziehen. Im Endeffekt unterliegen wir diesem auch, in dem wir uns bemühen, draußen auf der Straße so gut wie möglich als Frau zu erscheinen. :wink:
J.H. hat geschrieben:
Di 3. Okt 2017, 15:57
Raus gehen will er nicht. Ich hätte nichts dagegen solange wir nicht in unserer Stadt rum laufen, ihn erkennt zwar dann niemand aber dafür mich, da ich mich in den letzten 10 Jahren kaum merklich verändert habe bis auf ein paar Kilos mehr auf den Rippen, sehe ich genau so aus wie früher. Und das wäre mir doch etwas unangenehm. Wo anders wäre es mir egal, da kennt mich niemand
Das war bei mir ähnlich, als ich 2010 mit meiner damaligen Partnerin zusammen war. Da war ich auch noch viel zu ängstlich, während sie mich gerne begleitet hätte. Allerdings war sie bekannt "wie ein bunter Hund", und hatte deswegen nicht nur für mich, sondern auch für sich selbst Perücken bestellt. Zu nahe am Wohnort wollten wir auch nicht rausgehen. Eine "Bannmeile" haben wohl viele von uns, die nicht in Vollzeit als Frau leben.
J.H. hat geschrieben:
Di 3. Okt 2017, 15:57
Naja aufgrund seiner Statur schon einiges. Er fängt meistens spät an und wenn er fertig ist bin ich schon fast am schlafen.
Das kenne ich auch. "Unsereins" muss ja auch erst mal ein Gefühl dafür entwicklen. Da habt ihr Mädels uns zum Teil viele Jahrzehnte voraus. :wink:
Und außerdem hast du selbst zugegeben, dass du auch nicht die Schnellste am Kleiderschrank bist. :lol:
J.H. hat geschrieben:
Di 3. Okt 2017, 15:57
Am liebsten wäre es mir er würde sich wo anders anmelden, er muss ja nicht wissen was ich schreibe
Oh. :o Ich dachte, du möchtest, dass ihr offen miteinander umgeht.
Nee, kleiner Scherz am Rande. Es gibt auch noch den Exclusiv-Bereich für Partnerinnen, wenn du wirklich was schreiben willst, was er nicht sehen können soll. :wink:

Versuche, nicht alles so ernst zu nehmen, wie es ist. Nur wegen der finanziellen Frage müsst ihr euch auf jeden Fall einig werden, sonst wird das wahrscheinlich über kurz oder lang der Beziehungskiller. Du kannst ihm schon Druck machen, erst mal seine Schulden abzubauen, und vielleicht könnt ihr ja kleine Belohnungen für erreichte Zwischenziele vereinbaren (ein hünsches Teil, was er sich kaufen darf ...)

Und wegen der Angebote, auf die du zurück kommen willst, da meldest du dich dann einfach, gerne auch per PN.


Liebe Grüße
Michi
Ich will nicht in Würde alt werden,ich weiß ja noch nicht mal wo das liegt! :D

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

ChrisTina73
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Re: J.H. Die ganze Story und ihre Ängste

Post 15 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Di 3. Okt 2017, 19:30

J.H. hat geschrieben:
Di 3. Okt 2017, 15:57
Hallo ihr lieben,
Sorry das es so lange gedauert hat, wir liegen beide mit ner Erkältung flach und wie das so ist kümmert sich die Frau natürlich um das Wohlbefinden des Mannes, das zum Thema Konformitätsdruck.
Mir macht es nichts aus aber in manchen Bereichen wäre Gleichberechtigung angesagt (Haushalt etc.)
Das muß Liebe sein. *habenwill* Ich bringe auch den Müll raus :lol:
J.H. hat geschrieben:
Di 3. Okt 2017, 15:57
ChrisTina73 hat geschrieben:
Sa 30. Sep 2017, 23:37
Und wie sieht es mit dem Thema Selbstbefriedigung aus? Empfindest Du es als Vertrauensbruch oder hast Du manchmal das Bedürfnis es zu tun, weil Dich der Sex mit ihm nicht befriedigt hat, weil Du schreibst, der Sex ist "besser" geworden und Du willst auf Deine Kosten kommen? Auch das Vorspielen kommt einer Lüge gleich. Viele Frauen machen aus Angst den Fehler und spielen aus "Liebe" vieles vor. Wenn dann nach 2 Jahren rauskommt, das der Sex bisher meistens unbefriedigend war und ich es Ihr bisher "nicht richtig besorgen" konnte ist das natürlich auch erstmal wie ein Schlag mitten ins Gesicht (Ich spreche da aus eigener Erfahrung und es ist ein gefundenes Fressen für "aussenstehende" Leute, die sowieso noch unbewußt mit einem eine "Rechnung" offen haben, weil sie sonst nicht das "Maul" aufgekriegt haben).☆
☆Das verstehe ich jetzt nicht. Was hat das zu bedeuten, wenn du es näher erläutern könntest/ möchtest?
Zur Befriedigung, das klappt alles. Früher in Season 1 hatte es Ewigkeiten gebraucht bis es zumindest für mich erfolgreich war/wurde/geworden ist?
Es war einfach eine Frage, vielleicht auch etwas intimer. Aber da ich Dich/Euch nicht kenne, wollte ich es zumindest evtl. ausschliessen. Es gibt Menschen, die ein Problem damit haben, wenn auch Selbstbefriedigung in einer Beziehung statt findet, weil sie dann das Gefühl haben, nicht genug für den Partner/die Partnerin zu sein. Und da Du geschrieben hast, das es seit dem outing besser ist und Du Angst hast, das Du evtl zu kurz kommen könntest wegen "rattern" :) ....
Manche Frauen neigen auch dazu, einen Orgasmus oder den Genuß des Sex vorzuspielen.

So wie ich es mal erlebt hab und nach 2 Jahren kam dann raus, das sie den Sex mit mir als unbefriedigend empfand. Ich merkte halt nur mit der Zeit, das sie mir irgendwann immer auswich und ich fing an zu bohren. Das ist dann erstmal n Schlag ins Gesicht. Natürlich ist es da einfach, "den Schuldigen/die Schuldige" auszumachen, aber letztendlich holte es mich auch aus meiner mir selbst vorgemachten heilen Welt, was mir zu jener Zeit aber nicht bewußt war. Die Beziehung ging auch ca. 1 1/2 Jahr danach in die Brüche, eher weil sie Ihre Jugendliebe wieder traf.
Vielleicht waren die 1 1/2 Jahre schon zu lang und man hätte vielleicht eher den Schlußstrich ziehen sollen oder ich hätte anfangen sollen, meine ehrlichen Gefühle zu äussern. Zu jener Zeit versuchte ich aber, mir die Welt "zurechtzubiegen" und gab mich auf, weil ich sie nicht "verlieren" wollte, wie es halt oft sehr unbewußte Männer tun. Statt auf den Tisch zu hauen und zu äussern was ich will und was nicht, um damit auch ein reinigendes "Gewitter" heraufzubeschwören und sie ihren ganzen Frust herausspülen zu lassen, zog ich die "Weichspüler" Nummer durch, das wir das doch alles hinbekommen und gab ihr somit unbewußt die alleinige Schuld, alles unterm Deckmantel, eine Frau nicht zu verletzen und übertrug dabei unbewußt einfach nur meine eigene verletzliche Seite und Angst vor weiterer Verletzung auf sie.
Instinktive Frauen spüren sowas und würden dann versuchen, irgendeine spontane direkte ehrliche Gefühls-Reaktion im Mann hervorzurufen, ob seine Empfindungen und sein Begehren für sie ehrlich sind, was sie auch tat. Sie brezelte sich auf, sah heiß aus, trug Klamotten, die sie für mich nie anzog und ging auf die Piste und ich, der Weichspüler blieb zuhause, statt Ihr eine richtige Szene zu machen. Ich verdrängte die Gefühle wie Eifersucht und Wut einfach, aber auch mein Begehren. Ich spielte einfach meine Illusion von der perfekten romantischen Beziehung weiter. Ein Mann ohne ein Selbst.

Was es mit dem gefundenen "Fressen" auf sich hat? In jeder Beziehung existiert ein intrigierender Schatten. Bei mir war es ein Freund (mal sehen, ob der andere auch so einer ist). Er spielte den "Tröster". Als Mann muß man natürlich auch aufpassen, das man nicht selbst zu einem wird für eine "kriselnde Beziehung" und Schicksal spielt.

Jedenfalls waren wir auseinander dann wieder zusammen dann wieder auseinander. Und der besagte Freund schnappte im Gespräch mit Ihr auf, während er den Tröster spielte, das es mit mir für sie zu nichts führt. Das es nichts bringt und das es im Bett oft nicht funktionierte. Er hatte was mit Ihr und betrog seine Freundin, seine jetzige Frau (die bis heute nix davon weiß) und nach seinem Verständnis war ich nicht der Bringer für meine Ex im Bett, was natürlich sein Ego aufpolierte.
Später lernte ich auf seiner Hochzeit (ja ich war immer noch ein halber Weichspüler, statt ihm ein paar aufs Maul zu hauen) eine Frau kennen und es knisterte. Auch diese Beziehung ging in die Brüche (sie ging zu ihrem Ex zurück, den sie zuvor wegen mir rausgeschmissen hatte, soviel zum Thema Schattenspiele), als ich wegen eines neuen Jobs umzog. Ich wußte, das mein "Freund" nicht Ihr Typ war und als er mich besuchte um mir meine letzten Sachen von Ihr zu bringen, steckte er mir leise, das ich froh sein sollte, das er verheiratet war. Wir hatten noch sporadisch Kontakt und als ich 4 Jahre später wieder Richtung alte Heimat zog, habe ich ihn einfach mal meinen halben Umzug machen lassen ;)

Das ich in letzter Zeit viel aus meiner Vergangenheit hab Revue passieren lasse deutet auch darauf hin, unausgesprochenes auszusprechen um für mich zu einem zufriedenstellenden Abschluß zu kommen und nochmal einen kleinen Neuanfang machen kann, wie auch immer.

Danke das Du nachgefragt hast und danke, das ich ich darüber schreiben durfte. Manche Dinge niedergeschrieben helfen einfach dabei, das ganze aufgeschlüsselt zu betrachten.

LG

ChrisTina
Ich kenne den Weg.... Wo soll ich nochmal abbiegen?

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