Totales Gefühlschaos
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Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Lyrika

Totales Gefühlschaos

Post 1 im Thema

Beitrag von Lyrika » Mi 29. Jun 2016, 21:09

Seit knapp fünf Jahren bin ich mit meinem Mann jetzt zusammen, von dem ich zu Beginn nicht wusste, dass er einen transvestitischen Fetisch hat. Um ehrlich zu sein fand ich diese Art von Fetisch schon immer total abstoßend und wenn ich damals von seinem Fetisch gewusst hätte, hätte ich die Beziehung wohl schon frühzeitig beendet. Warum ich das so eklig finde, weiß ich nicht und ich möchte auch ehrlich nicht so empfinden, aber es ist nun mal leider im Moment noch mein Gefühl. Das ist einer der Gründe warum ich mich hier angemeldet habe, weil ich das gerne ergründen möchte und wenn es möglich ist, diese negativen Gefühle ändern.

Weil mein Mann von meiner Ablehnung wusste (kam wohl irgendwann, ich dachte damals es wäre Zufall, durch ein Gespräch ausgelöst durch eine Fernsehsendung), hat er sich leider nicht geoutet, sondern ich bin ihm auf die Schliche gekommen. Zwei Mal im Abstand von jeweils einem Jahr habe ich sehr eindeutige Chats mit Frauen gefunden, in denen er angab häufig als Frau gekleidet unterwegs zu sein, sich bei seinem neuen weiblichen Vornamen nennen zu lassen, von Latexphantasien war auch die Rede. Nach dem ersten "Fund" sprach ich ihn sofort darauf an. Er meinte das würde sich alles nur in seinem Kopf abspielen und er würde das nicht benötigen um glücklich zu sein (ganz kurze Kurzfassung von tagelangen Gesprächen). Ich bat ihn darum diese Chats mir zu liebe sein zu lassen, weil sie sich für mich wie Fremdgehen bzw. wie Betrügen anfühlen.

Als ich ihn das zweite Mal erwischt hatte, sah ich ein, dass ich dieses Element in unser Sexualleben mit aufnehmen muss, wenn ich diese heimlichen Kontakte verhindern möchte. Er konnte einfach nicht ohne und ich wollte ihn ja auch nicht unglücklich machen. Also gingen wir zusammen für ihn Frauenklamotten shoppen (ich hätte mich am Anfang fast übergeben in den Läden) und hatten Sex nur wenn er Frauenkleidung trug. Es war immer eine rein sexuelle Sache und hatte nichts mit Identität zu tun, das sagt er jedenfalls und ich sehe und spüre ja auch seine Erregung.

Irgendwann kam dann aber bei mir der Punkt, an dem ich es einfach nicht mehr ertragen habe. Ich sagte ihm entweder er hört damit auf, oder ich trenne mich. Es tat mir so unglaublich leid so hart sein zu müssen, aber ich war dabei daran zu zerbrechen und ich vertraute darauf, dass er so ehrlich zu sich selbst sein würde und mich dann verlassen würde, wenn dieser Trieb wirklich so unausweichlich groß wäre und er es unbedingt bräuchte. Wir hatten wieder Sex als Mann und Frau, wenn auch nicht so leidenschaftlich wie vorher als er verkleidet war und alles ging eigentlich fast seinen normalen Gang. Meine Schuldgefühle blieben, weil ich wusste, dass er nur mir zu liebe darauf verzichtete.

Anfang dieses Jahres machte ich eine Therapie in einer Klinik, aufgrund von Ängsten und einer Depression und da kam natürlich auch dieses Thema wieder auf den Tisch. Mir wurde dort auch nochmal bestätigt, was ich ja eigentlich schon wusste bzw. gespürt habe, dass es nicht gut für ihn ist diesen Fetisch zu unterdrücken. Ich sprach ihn mehrmals darauf an, aber meine Androhung ihn zu verlassen saß so tief, dass er sich nicht mal mehr traute Kompromisse einzugehen, die ich im vorschlug. Total verdrehte Welt… aufgerechnet ich, die das ja eigentlich gar nicht mag, versucht ihn zu überreden es doch nochmal damit zu versuchen. Aber er blieb stur und weigerte sich darauf einzugehen. Er meinte er bräuchte das alles nicht mehr und er käme super ohne zurecht.

Da hatte er mich schon wieder belogen, wie ich letzte Woche leider feststellen musste. Ich weiß es ist blöde, dass ich ihm hinterher spioniere, aber ich hab ja auch tatsächlich jedes Mal etwas gefunden. Mein Vertrauen ist einfach total im Eimer. Was ich letzte Woche gefunden habe, hat mich extrem aus der Bahn geworfen. Er hat sich im letzten Dezember in den Singlebörse für Transvestiten, Transgender und Co. angemeldet und dort heftig per Privatnachrichten geflirtet. Er hat dort selbst ein Profil und hat Männern, die sich „verkleidet“ haben, viele Komplimente gemacht. In seinem Profil sind Fotos, die er bevor wir zusammengekommen sind bei Transnormal hat machen lassen. Ich wusste von diesen Fotos, er behauptete aber immer, dass diese nur eine Fotomontage sind. Nun habe ich ihn dazu gebracht mir die Wahrheit zu erzählen. In diesem Zusammenhang hat er mir auch erzählt, dass er mal vor einigen Jahren, auch bevor wir zusammen waren, in einem Bordell mit Shemales war. Er meinte er habe da schon bezahlt gehabt und sei dann aber doch abgehauen, weil er sich geekelt habe beim Anblick des Penis „der Prostituierten“.

Das er sich mit Frauen darüber ausgetauscht hat war schon schlimm für mich, aber das er das mit anderen Männern bzw. Transvestiten getan hat, ist für mich kaum zu ertragen. Diese Geständnisse ändern einfach alles. Ich habe so viele Ängste… ist er schwul, will er sich doch ganz wandeln? Wir haben sehr sehr viel gesprochen und geweint. Er war mit bei meiner Therapeutin, hat meiner Mutter freiwillig davon berichtet. Er hat immer und immer wieder gesagt wie sehr er mich liebt und das er mich nicht verlieren möchte.Wenn ich ihn nicht auch so sehr lieben würde, wäre ich jetzt eigentlich gegangen. Aber ich kann es einfach nicht. Mir bricht es das Herz. Wir haben einige Kompromisse „ausgearbeitet“ und ich bin dabei teilweise weit über meine eigenen Grenzen gegangen. Ich habe einfach Angst ihm nie wieder vertrauen zu können und mich bei den Kompromissen selbst zu verraten.

Gibt es hier Partnerinnen oder Ehefrauen denen es ähnlich ging? Wie hat es sich bei euch weiterentwickelt? Konntet ihr diesen Ekel oder Ablehnung ablegen?

Hab wirklich versucht mich kurz zu halten. Wie ihr seht es hat nicht geklappt.

LG Lyrika

Nira
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Re: Totales Gefühlschaos

Post 2 im Thema

Beitrag von Nira » Mi 29. Jun 2016, 23:50

Hallo Lyrika,
zunächst einmal willkommen hier im Forum.
Ich selbst bin auch Partnerin eines Mannes der gerne Frau ist. Auch ich habe das zufällig erfahren.
Mir hat dieses Forum hier sehr geholfen meinen Mann besser zu verstehen.
Du solltest dir über eines klar sein stell dir diese Frage ganz bewusst liebst du deinen Partner?

Mir ist hier klar geworden dass ich meinen Mann liebe und zwar die ganze Person unabhängig von seinem Geschlecht
und sein Frau sein ist nunmal auch er und das respektiere ich.

Hier sind soviele liebe Menschen die im falschen Körper zuhause sind wenn du mit den einzelnen redest, offene Gespräche zulässt
wirst du schnell merken dass da nichts ekliges ist. Der CHat ist dafür sehr gut geeignet und hat mir sehr geholfen.

Solltest du Fragen haben stell sie nur gerne auch als PN. Ich bin auch gerne bereit mit dir zu reden wenn du das magst.

lg. Nira

JaquelineL
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Re: Totales Gefühlschaos

Post 3 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Do 30. Jun 2016, 00:48

Liebe Lyrika,

ich habe versucht, mich in Deinen Partner hinein zu versetzen und habe feststellen müssen, dass dazu einfach viel zu viele Detailinformationen fehlen - es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, um eindeutig zu sagen "was los ist".

Was mir aber auffällt, ist der Begriff "transvestitischer Fetischismus". Mich würde interessieren, wer oder was Dich auf diese Spur gebracht hat - war es Deine Therapeutin, Informationsseiten, Selbsteinschätzung Deines Partners,...? Ich selbst wurde indirekt damit konfrontiert, als meine Frau vor vielen Jahren Unterstützung bei vermeintlichen Fachleuten suchte. Damals war der Stand der Psychologie tatsächlich noch so, dass transvestitischer Fetischismus die einzige Alternative zu Transsexuell oder "völlig pervers" war, doch heute ist durchaus eine größere Bandbreite bekannt. Wenn also ein/e Therapeut/in damit ankam, ohne sich intensiv mit Deinem Partner auseinander gesetzt zu haben, wäre ich mit der Übernahme dessen/deren Ratschläge zu dieser Situation insgesamt sehr vorsichtig und würde bevorzugt nach jemandem mit einschlägiger Erfahrung im Trans*-Bereich suchen. Ein Hausarzt kann zwar vermutlich Knieprobleme erkennen und grob diagnostizieren, dennoch wäre ein Orthopäde bei detaillierteren Fragen wesentlich kompetenter.

Wenn doch Dein Partner online sehr erfahren ist - mögt ihr euch *hier* *beide* tummeln? Einerseits könnte es für Deinen Partner interessant sein, da hier gefühlt jede Stilrichtung vertreten ist, sowohl mit Auf-die-Schulter-Klopf-Unterstützung wie auch mit mal kritischen Anmerkungen (und ohne Schmuddelecken). Andererseits habe ich schon mehrfach erlebt (nicht nur in meinem eigenen Fall), dass über dieses Forum beide Partner tatsächlich auch *miteinander* kommunizierten oder, wenn nicht durch Nachrichtenaustausch, durch gemeinsames Lesen und Bereden von Beiträgen zu einem besseren gemeinsamen Verständnis kamen. (Welche Erkenntnisse und Konsequenzen sich daraus ergeben, ist dabei erst mal völlig offen und eure Privatsache.)

Ach ja - herzlich willkommen im Forum und danke, dass Du gleich so tief eingestiegen bist!

Liebe Grüße
Jackie
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Re: Totales Gefühlschaos

Post 4 im Thema

Beitrag von Aubergine » Do 30. Jun 2016, 11:52

Hallo Lyrika,

herzlich willkommen im Forum.
So wie es dir ergangen ist, war es bei den meisten von uns Partnerinnen. Auch ich bin noch nicht lange in diesem Forum, konnte aber für mich schon viel positives daraus lernen. Habe auch schon einige von hier real kennengelernt und es gibt an diesen Menschen überhaupt nichts abstoßendes oder ekliges.
Nur wenige haben den Partner von Anfang an so gekannt. Ich bin seit 15 Jahren mit meinem Partner zusammen und erst nach einem psychischen Zusammenbruch von ihm, kam das Crossdressing zu Tage. Der Wunsch dazu war schon immer da, wurde aber unterdrückt und das geht auf Dauer nicht gut. Daher leben es die meisten nur heimlich oder gar nicht aus.

Oft hat es mit Fetisch recht wenig zu tun, sondern ist ein Gefühl, dass von innen heraus sehr stark ist. Die meisten schämen sich oft dafür und daher die Unterdrückung, bzw die Heimlichkeiten. Viele der Männer die gern Frauenkleider tragen sind in Führungspositionen, wo sie ständig ihren Mann stehen müssen. Der Wunsch auch mal schwach sein zu dürfen und die Rolle zu wechseln ist daher naheliegend. So kann Stress abgebaut werden und sie bleiben "alltagstauglich". Das ist einer der Gründe, die ich inzwischen schon unter "positiv" für mich verbuchen konnte, denn es ist einleuchtend, wenn auch ungewöhnlich.
Das du das eklig findest, könnte auch mit der Erziehung zusammenhängen. Denn wie schwul und lesbisch ist auch Transvestition unanständig und das macht man nicht. So zumindest ist es noch die große Meinung.

Du hast deinen Mann beim Chatten erwischt...er sucht vermutlich die Anerkennung, die ihm zu Hause fehlt, bzw die du ihm so nicht geben kannst.

Das er seine Bestätigung bei andern Männern sucht, hat vermutlich nichts mit schwul zu tun, sondern wie du hier lesen kannst, mit gegenseitiger Unterstützung, denn auch für einen Mann mit diesen Neigungen und Bedürfnissen, ist diese Welt nicht rosarot und egal wie weit der Weg geht, er ist meist schwer und steinig und ich beneide keinen von Ihnen darum. Niemand kann etwas für seine Bedürfnisse, egal wie sie aussehen.

Wenn die Liebe und das Vertrauen vorhanden sind, geht es darum kleine Schritte der Annäherung und des Verständnisses zu machen und die Dinge langsam anzugehen, so dass beide damit leben können. Wie schnell die einzelnen Paare damit vorangehen ist individuell. Ich denke aber, wenn eine Annäherung nicht möglich ist und ein beiderseitiges Entgegenkommen, gibt es für ein "Miteinander" nicht wirklich eine reale Chance. Das schließt sowohl die Akzeptanz wie auch die Duldung ein. Es gibt viele, die in ihrer Beziehung nie wirklich mit ihrem Partner klarkommen, die eben nur die kleinen Freiräume nutzen, um ihre "Frau" auszuleben. Wenn das nicht mehr reicht, wird es vermutlich früher oder später zur Trennung kommen.

Da du dich aber hier angemeldet hast und wie du schreibst deine Gefühle ändern möchtest, bist du auf dem besten Weg.
Ich kann da nur von mir ausgehen, ich bin ja ebenfalls "Neuling" auf diesem Gebiet, aber wir reden sehr viel, besprechen jedes Problem, denn es gibt auch Tage, an denen ich weniger klar komme als an anderen. Mein Partner hat aber dafür Verständnis und kann ebenfalls Rücksicht nehmen.
Ich setze klare Grenzen, kann Freiräume einräumen und beides versuchen wir nach und nach zu erweitern. Wir machen Fortschritte, haben uns schon mit Gleichgesinnten getroffen und meine Erfahrungen dabei waren ausschließlich positiv. Meine Gefühle voraus oder dabei waren allerdings anfangs oft sehr gemischt, aber ich habe bis jetzt keinen Schritt bereut.
Bin auch gern zu weiteren Treffen bereit, wenn es sich ergibt, denn daraus kann man nur positives mitnehmen.

Mit deinem Entgegenkommen hast du deinen guten Willen gezeigt, dich aber gleichzeitig völlig überfordert. Danach einen Rückzieher gemacht und jetzt weiß dein Mann, dass er nichts machen darf, wenn er dich nicht verlieren will. Er muss dich sehr lieben.
Sprich mit ihm, erkläre ihm vor allen Dingen wie du fühlst und wo deine Ängste liegen. Hebe deine Drohung ihn zu verlassen endgültig auf und bitte ihn, mit dir in kleinen Schritten vorwärts zu gehen. Nur so wirst du vermutlich erreichen, dass er sich dir wieder öffnen kann. Wenn du Kompromisse eingehst, sollten diese deine Grenzen auf keinen Fall überschreiten, denn du musst dich ebenfalls bei der Sache wohl fühlen und dahinter stehen, sonst wirst du deine negativen Gefühle vermutlich nicht ablegen können, da du dich ständig überforderst.

Mir fällt da das treffende Lied von der Knef ein......drei Schritte vor und 2 zurück, so kommt der Mensch voran..

Ich hoffe du findest hier die Unterstützung, die du brauchst. Frag und lies viel und schreib PN an Leute, an die du Fragen hast, so habe ich es auch gemacht und immer Antwort bekommen. Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg

LG Aubergine
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Exuserin-2016-074-06

Re: Totales Gefühlschaos

Post 5 im Thema

Beitrag von Exuserin-2016-074-06 » Do 30. Jun 2016, 16:29

Hallo Lyrika,

dass du das ekelhaft findest, ist nichts ungewöhnliches. Ich vermute stark, dass du den Ekel nicht einfach so abstreifen und in etwas positives umwandeln kannst. Du wirst es irgendwann tolerieren können aber niemals sexuell anziehend. Da hilft auch nichts, sich in den Partner hinein zu versetzen, wenn man eine persönliche Abneigung hat. Komischerweise finden oft selbst Männer wie Frauen, Männer in Frauensachen ekelhaft oder pervers. Frauen in Frauen- oder Männersachen aber witzigerweise nicht. Emotionale Gefühle können nunmal nicht mit rationalen Argumenten aufgewogen werden. Das wird dir dann auch nicht weiterhelfen, wenn es dir mit einer Sozialisierung begründet wird. Zum Beispiel, dass ein Spitzen-BH erst dann etwas hässliches wird, wenn man einem kleinen Jungen ständig sagt, Spitzen-BH's sind hässlich und die fasst man nicht an.
Aubergine hat einen sehr guten Punkt angesprochen. Was mir hier auch aufgefallen ist, dass nicht wenige Männer zum Crossdressing greifen, die in hohen oder männerdominierten Positionen arbeiten. Selbst für Aubergine ist wie den meisten Frauen auch, nach wie vor nicht nachvollziehbar, weil sie in Frauensachen sozialisiert worden sind. Ein Theorie ist vermutlich auch, dass Männer mit ihrer Sexualität zurückhaltend sein müssen und als Jungen kein gesundes Verhältnis zu ihr bekommen. Eine Erregung wird gesellschaftlich schon als ekelhaft errachtet. Mehr als rein raus ist für Männer beim Sex meist auch nicht drinnen. Die volle Aufmerksamkeit gebührt den Frauen und die zarten und schönen Stoffe sind auch Frauen vorbehalten. Frauenkleidung ist entschleunigend und auf Schönheit und beschützt werden optimiert*. Ein Mann, der sich in weiche Stoffe hüllt, macht sich verletzlich und angreibar.

LG

PS: Ich kann das nachvollziehen, dass die wenigsten Frauen eine "halbe Frau" zum Partner haben möchten. Zumal das meiste an denen eh Attrappe ist und wenn die Kleidung runter ist, ein Mann vor ihnen steht. Ich finde Frauen, die sehr männlich aussehen oder sich sehr maskulin kleiden auch nicht anziehend. Jeder, der sich mit der Sache beschäftigt, stößt im Internet sofort auf transvestitischen Fetischismus. Dazu braucht es keine Therapeutin die einen auf die Spur bringt. Und die Definition trifft auf die Beschreibung von Lyrika zu. http://www.sexmedpedia.com/artikel/tans ... tischismus

JaquelineL
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Re: Totales Gefühlschaos

Post 6 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Do 30. Jun 2016, 18:37

Hallo BaT,
Breakfast at Tiffany hat geschrieben:Jeder, der sich mit der Sache beschäftigt, stößt im Internet sofort auf transvestitischen Fetischismus. Dazu braucht es keine Therapeutin die einen auf die Spur bringt. Und die Definition trifft auf die Beschreibung von Lyrika zu. http://www.sexmedpedia.com/artikel/tans ... tischismus
genau soweit wage ich mich nicht aus dem Fenster zu lehnen - ob das wirklich zutrifft, kann nur jemand mit genauerem Einblick zu beurteilen versuchen. Und eben weil man diesem Begriff recht schnell über den Weg läuft und eben weil er auch bei (hoffentlich mittlerweile nur noch älteren) "Fachleuten" schnell zur Hand ist, habe ich nach dem Hintergrund der Verwendung gefragt. Wie alle Begriffe macht auch dieser eine Schublade auf und es finden dann (möglicherweise unberechtigt) auch alle anderen Attribute der jeweiligen Schublade Anwendung. Vor allem bei denjenigen, die sich erst an diese komplexe Themenwelt herantasten.

Liebe Grüße
Jackie
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Re: Totales Gefühlschaos

Post 7 im Thema

Beitrag von Daggi » Do 30. Jun 2016, 19:50

Liebe Lyrika,
willkommen im Forum. Um deinen Partner zu verstehen, solltest du versuchen, ganz unvoreingenommen auf ihn zuzugehen. Er macht das ja nicht um dich zu ärgern, sondern und das ist ganz wichtig: er macht das weil er so ist! Daß er das heimlich macht und dich belügt, hängt mit der Scham zusammen, welche er wahrscheinlich fühlt. Und deine Einstellung, die vielleicht auch mit Erziehung zu tun hat, um die weiß dein Partner und da wird er sich nur bedingt öffnen. Hilf ihm, dass er sich nicht schämen muss für das wie er ist, gib ihm seine Würde, damit ihr euch auf Augenhöhe begegnen könnt. Erst dann könnt ihr anfangen, Wege zu suchen und zu finden. Das heißt ja nicht, dass du nun alles hin nehmen musst, auch du musst deinen Weg finden und brauchst Zeit dafür.
Ich lebe seit 16 Jahren mit Joa zusammen und wir haben auch viele Höhen und Tiefen erlebt, aber wir haben immer uns respektiert und nicht gegenseitig verletzt. Wir lieben uns und möchten zusammen leben, das ist unsere Basis.
lerne hier die Menschen kennen, die alle mehr oder weniger die ähnlichen Probleme, Situationen haben und du wirst wunderbare Menschen erleben. Und keine/r davon ist eklig.
Gruß Daggi

Lyrika

Re: Totales Gefühlschaos

Post 8 im Thema

Beitrag von Lyrika » Fr 1. Jul 2016, 19:55

Vielen Dank für eure lieben Antworten. ---))) Habe sie auch von meinen Mann lesen lassen und er überlegt es sich, sich hier vielleicht auch anzumelden.
Nira hat geschrieben: Du solltest dir über eines klar sein stell dir diese Frage ganz bewusst liebst du deinen Partner?

Mir ist hier klar geworden dass ich meinen Mann liebe und zwar die ganze Person unabhängig von seinem Geschlecht
und sein Frau sein ist nunmal auch er und das respektiere ich.
Ja, ich liebe meinen Mann, als Mann. Respektieren kann ich sein zeitweiliges Frausein, aber ich weiß nicht ob ich es je lieben könnten werde, auch wenn es zu ihm gehört. Jeder hat so seine eigenen Wünsche und Vorstellungen in der eigenen Sexualität und Lebensplanung. Und so wie es sich jetzt darstellt, weicht es einfach ziemlich stark von dem ab, was ich mir gewünscht habe. Wenn ich das ganze völlig rational ohne die Liebe zu meinem Mann sehen würde, dann müsste ich mich von ihm trennen. Das will ich aber nicht und zwar nicht aus wirtschaftlichen Gründen oder weil ich Angst habe meinen Status zu verlieren. Sondern weil es eben auch ganz ganz viele für mich positive und liebenswerte Eigenschaften bei meinen Mann gibt. Ich weiß, dass das „Problem“ bei mir liegt und nicht bei meinem Mann. Ich gebe ihm keine Schuld und halte ihn auch nicht für pervers oder krank.
JaquelineL hat geschrieben: Was mir aber auffällt, ist der Begriff "transvestitischer Fetischismus". Mich würde interessieren, wer oder was Dich auf diese Spur gebracht hat - war es Deine Therapeutin, Informationsseiten, Selbsteinschätzung Deines Partners,...?
Meine Therapeutin hat keine „Diagnose“ genannt. (Wir haben auch um keine gebeten!) Sie meinte, dass man das früher so gemacht hätte, aber die neue Generation der Psychotherapeuten sehe das nicht mehr als krankhaft an. Sie hat ihn und mich auch sehr bestärkt darin, dass es nichts ist wofür man sich schämen müsste und das es ziemlich weit verbreitet ist. Sie hat richtig toll reagiert.
Mein Mann sagt er liebt seinen männlichen Körper und er möchte auch Mann bleiben. Für ihn ist es eine sexuelle Erregung Frauenkleider zu tragen und sich zurechtzumachen und hat nichts mit seiner Identität als Mann zu tun. So ist zumindest der jetzige Stand der Dinge. Und bei dieser Beschreibung dachte ich an den travestitischen Fetischismus und er bestätigt mir auch, dass die allgemeine Beschreibung von diesem Fetisch sehr zutreffend auf ihn ist. Ich will ihn in kleine Schublade stecken, es hilft mir nur dabei es besser zu verstehen und dieser Rahmen gibt mir im Moment Sicherheit. Aber ich bin mir auch bewusst, dass sich so etwas auch ändern oder ausweiten könnte.
Aubergine hat geschrieben: Oft hat es mit Fetisch recht wenig zu tun, sondern ist ein Gefühl, dass von innen heraus sehr stark ist. Die meisten schämen sich oft dafür und daher die Unterdrückung, bzw die Heimlichkeiten. Viele der Männer die gern Frauenkleider tragen sind in Führungspositionen, wo sie ständig ihren Mann stehen müssen. Der Wunsch auch mal schwach sein zu dürfen und die Rolle zu wechseln ist daher naheliegend.
Mein Mann ist in keiner Führungsposition und auch in unserer Ehe bin ich die stärkere Person von uns beiden. Ich bin recht burschikos und kann mich gut durchsetzen, manchmal wirke ich männlicher als er glaube ich.
Aubergine hat geschrieben: Das du das eklig findest, könnte auch mit der Erziehung zusammenhängen. Denn wie schwul und lesbisch ist auch Transvestition unanständig und das macht man nicht. So zumindest ist es noch die große Meinung.
Meine Familie ist sehr tolerant und meine Mutter meinte neulich sogar zu mir „von mir hast du das (die Ablehnung) aber nicht mit auf den Weg bekommen“ und da hat sie recht. Daher kommt es also eher nicht.
Aubergine hat geschrieben: Mit deinem Entgegenkommen hast du deinen guten Willen gezeigt, dich aber gleichzeitig völlig überfordert. Danach einen Rückzieher gemacht und jetzt weiß dein Mann, dass er nichts machen darf, wenn er dich nicht verlieren will. Er muss dich sehr lieben.
Sprich mit ihm, erkläre ihm vor allen Dingen wie du fühlst und wo deine Ängste liegen. Hebe deine Drohung ihn zu verlassen endgültig auf und bitte ihn, mit dir in kleinen Schritten vorwärts zu gehen.


Habe sehr viel mit ihm gesprochen und auch sehr ehrlich über meine Gefühle und meine Sorgen geredet. Diese „Drohung“ war eigentlich keine Drohung, sondern der verzweifelte Versuch nicht daran zu zerbrechen. Wenn ich über längere Zeit gegen meine Überzeugung und meine Gefühle hinwegsehe, dann reagiert irgendwann mein Körper und ich werde krank vor lauter Kummer. Ich wusste mir damals nicht anders zu helfen. Wenn ich ihn nicht so sehr lieben würde, wäre ich damals gegangen. Diese „Drohung“ aufzuheben fällt mir ehrlich gesagt ziemlich schwer an diesem Punkt, weil ich noch gar nicht weiß wie es sich weiter entwickeln wird und ob er mit den Kompromissen leben kann oder doch irgendwann mehr braucht. Vielleicht könnte ich mich irgendwann sogar damit abfinden, weil ich sozusagen in „die Sache“ reingewachsen bin. Aber ich kann es nicht versprechen und ich kann darum einfach nicht mit ruhigem Gewissen und in voller Überzeugung sagen „egal was passiert und egal wie du dich entwickelst, ich bleibe bei dir“. Zum jetzigen Zeitpunkt würde es sich noch wie eine Lüge anfühlen.

LG Lyrika

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Re: Totales Gefühlschaos

Post 9 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Fr 1. Jul 2016, 20:14

Liebe Lyrika,
Lyrika hat geschrieben:
JaquelineL hat geschrieben: Was mir aber auffällt, ist der Begriff "transvestitischer Fetischismus". Mich würde interessieren, wer oder was Dich auf diese Spur gebracht hat - war es Deine Therapeutin, Informationsseiten, Selbsteinschätzung Deines Partners,...?
[...]
Für ihn ist es eine sexuelle Erregung Frauenkleider zu tragen und sich zurechtzumachen und hat nichts mit seiner Identität als Mann zu tun. So ist zumindest der jetzige Stand der Dinge. Und bei dieser Beschreibung dachte ich an den travestitischen Fetischismus und er bestätigt mir auch, dass die allgemeine Beschreibung von diesem Fetisch sehr zutreffend auf ihn ist.
vielen Dank für dieses Detail - ja, dann ist der Begriff durchaus angemessen, sowohl inhaltlich (er "passt" zum Verhalten), als auch weil Dein Mann selbst ihn für zutreffend hält.

Liebe Grüße
Jackie
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Re: Totales Gefühlschaos

Post 10 im Thema

Beitrag von Franka » Fr 1. Jul 2016, 20:27

Hallo Lyrika,

niemand kann von dir erwarten, dass du mit der Veränderten Situation problemlos klar kommst. Und wenn es partout nicht geht, dann geht es eben nicht.
Wichtig ist aber das du die Sache offen angehst und es wenigstens versuchst und das tust du ja gerade. Auch dein Mann muss dazu natürlich offen über seine Gefühle und Erwartungen sprechen können, einseitig bringt das leider wenig. Und dann heißt es einfach viel Reden ohne Vorwürfe und einen gemeinsamen Kompromiss zu finden, mit dem ihr beide gut leben könnt.
Dafür wünsche ich euch viel Erfolg und eine lange, liebevolle Zukunft.

LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.

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Re: Totales Gefühlschaos

Post 11 im Thema

Beitrag von Aubergine » Fr 1. Jul 2016, 22:42

Hallo Lyrika,

Da sind wir uns ähnlicher als ich dachte. Auch ich bin in unserer Beziehung die stärkere und zeig oft in die Richtung, in die es gehen soll. Das mit den Führungspositionen ist trotzdem eine häufige Ursache. Es muss ja kein Manager Job sein, es reicht ja auch schon große Verantwortung im Job.

Auch ich bin offen und tolerant erzogen worden, ganz im Gegensatz zu meinem Schatz. Man kann, wenn man die Personen nicht kennt, ja nur vermuten oder Ursachen aufzählen, mit denen es zusammenhängen könnte. Gut, dass du da offen bist.

Als ich es vor etwa 4 Monaten erfahren habe, dass mein Mann cd ist, hat mein Verstand mir tagelang alle Szenarien vor Augen geführt, die ich mir überhaupt da drunter vorstellen konnte( hatte keine Ahnung vorher was cd bedeutet). Hier im Forum hab ich dann gelesen, wohin das bei einigen führt oder führen kann. Und da geht's mir wie dir, psychischer Stress wirkt sich bei mir in körperlichen Sympthomen aus. Asthma, Rückenschmerzen u. A.
Ich konnte mich aber fangen und habe mir vorgenommen, einen Schritt nach dem andern zu machen. Ich bin heute auch nicht sicher, wie weit ich mit ihm auf seinem Weg gehen kann. Sollte es - wie er mir heute versichert dabei bleiben, dass er immer Mann sein möchte und die Frau nur ab und an ausleben, kann ich damit leben, umgehen und es MIT ihm leben.
Sollte der Tag kommen, an dem es darüber hinaus geht, weiß ich nicht, ob ich das noch mittragen kann. Aber darüber darf ich mir heut keinen Kopf machen, sonst Dreh ich durch.

Deinen Kummer und deine Drohung in der Situation kann ich gut nachvollziehen, aber sei doch mal ehrlich, wer kann selbst in einer "normalen" Beziehung sagen, wie weit man miteinander gehen kann. Eine Garantie gibt es nirgends.

Keiner kann dir sagen, wie sich das alles weiter entwickelt, aber die Ansätze von euch sind doch schon mal gut. Reden, zuhören und aufeinander zugehen
Du musst nichts versprechen. Du kannst nur versuchen in seine Richtung zu gehen und schauen in wieweit das für dich tragbar ist. Ich denke, das wird er sicher auch verstehen.
Zum sexuellen Aspekt werde ich dir nichts raten können, denn das wirst du mit dir selbst ausmachen müssen.

LG aubergine
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Re: Totales Gefühlschaos

Post 12 im Thema

Beitrag von MEL » Mo 4. Jul 2016, 02:22

Hallo Lyrika,

möchte dich zu allererst hier willkommen heißen und finde es Klasse, dass Du mit Toleranz und Initiative das "Ganze" angehst!

Viele meiner Vorschreiberinnen haben hier ja schon gute Ratschläge gegeben und ich bin sicher,
dass du mit zunehmendem Einblick in die Materie die richtigen Schlüsse ziehen wirst. Das wird nicht von heute
auf morgen gehen und vor allem bedarf es neben Geduld und Respekt den Bedürfnissen des Partners gegenüber
auch der uneingeschränkten Offenheit, um einen für beide Seiten tragfähigen Weg zu entwickeln.
Da gilt es dann natürlich auch Ängste abzubauen und gleichzeitig verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen!
Möchte an dieser Stelle auch Aubergine zitieren:
Aubergine hat geschrieben: Deinen Kummer und deine Drohung in der Situation kann ich gut nachvollziehen, aber sei doch mal ehrlich, wer kann selbst in einer "normalen" Beziehung sagen, wie weit man miteinander gehen kann. Eine Garantie gibt es nirgends.
Keiner kann dir sagen, wie sich das alles weiter entwickelt, aber die Ansätze von euch sind doch schon mal gut. Reden, zuhören und aufeinander zugehen
Du musst nichts versprechen. Du kannst nur versuchen in seine Richtung zu gehen und schauen in wieweit das für dich tragbar ist. Ich denke, das wird er sicher auch verstehen.
Zum sexuellen Aspekt werde ich dir nichts raten können, denn das wirst du mit dir selbst ausmachen müssen.
LG aubergine
Also ich lebe seit fast vierzig Jahren in einer Beziehung, davon 34 Jahre verheiratet und seit nunmehr fünf Jahren
weiß meine Frau von meiner weiblichen Seite. In diesen Jahrzehnten des Miteinanders hatt man unterschiedlichste
Höhen und Tiefen gemeinsam bewältigt und sich, wie auch die Partnerschaft, kontinuierlich weiter entwickelt.

Dabei war mein (ungewolltes?!) outing gegenüber meiner Frau mit Sicherheit eines der einschneidendsten Erlebnisse
in dieser Zeit. Mittlerweile glaube ich, dass Mel sich gefunden hat und dieser Status Quo von Dauer sein wird,
sprich nur das zeitweilige Ausleben meiner weiblichen Seite unter Fortführung aller vorherigen gesellschaftlichen
Beziehungen, Normen und Erwartungen innerhalb der Familie und ihres Umfeldes.
Für meine Frau wäre es - aus heutiger Sicht - auch nur schwer bis gar nicht vorstellbar, wenn ich ganz in die
Rolle des weiblichen Geschlechts wechseln und sie fortan mit mir in einer "lesbischen" Beziehung leben sollte!

Aber gleichwohl gibt es keine Garantie dafür, dass dies auf immer und ewig zementiert ist!
Aber wir arbeiten eben ständig daran, das Feld zum Fortbestand unserer glücklichen Beziehung zu bereiten.

Was heute noch unvorstellbar erscheint, kann vielleicht schon morgen in den Bereich des Möglichen rücken?! Who knows...

In diesem Sinne alles Gute für dich/euch,

Mel

P.S.: bei Fragen (meine Frau liest hier nur tw. mit bzw. erhält Infos von mir) gerne auch via pn

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