Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!
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Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Aubergine
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Post 1 im Thema

Beitrag von Aubergine » Di 31. Mai 2016, 10:56

Eine erfundene Geschichte:

Edgar, ein erfolgreicher Geschäftsmann ist seit fast 15 Jahren glücklich verheiratet. Er und seine Frau, eine dunkelhaarige Schönheit mit langen Haaren, verstehen sich gut…..bis eines Tages – warum weiß keiner so genau – Sie ihm eröffnet, dass Sie gerne Rock und Pumps in den Keller verbannen möchte und lieber Anzug und Krawatte tragen möchte.
Edgar denkt sich erst mal nichts dabei und Valerie, seine Frau fängt auch erst mal klein an, Herrenhose, Jackett, Krawatte, Schuhe aus der Männerabteilung.
So geht das einige Wochen. Dann einen Männerhaarschnitt vom Friseur und die wunderschönen langen Haare sind ab.

Edgar vermisst seine attraktive Frau an seiner Seite, auch wenn sie die Klamotten Anfangs nur zu Hause trägt und ihr die kurzen Haare verdammt gut stehen. Sie beteuert ihm, dass sie doch immer noch die Frau ist, die ihn liebt und die er geheiratet hat.

Valerie ist eine schlanke und zierliche Frau und viel Oberweite hatte sie nie. Da sie schon immer ins Fitnessstudio ging, hat sie auch einen durchtrainierten Körper. Eines Abends, als er von der Arbeit nach Hause kommt, steht seine Frau vor ihm in einer derben Jeans, mit Achselshirt und Turnschuhen….nichts außergewöhnliches, wenn Edgar nicht das Gefühl hätte, irgend etwas ist anders – und dann fällt es ihm wie Schuppen von den Augen..das bisschen Busen, das sich bei Valerie unter dem Shirt abgezeichnet hat ist nicht zu sehen, Sie ist flach wie ein Brett.
Stolz verkündet sie ihm, dass sie sich eine Rippenbruchbandage im Sanitätshaus gekauft hat und somit ihren Busen wunderbar kaschieren kann. Sie hat aber noch weitere Einkäufe getätigt, Sie hat sich einen Penis zum umschnallen gekauft. Davon weiß Edgar aber noch nichts. Am Abend ist Valerie besonders lange im Bad und als sie endlich fertig ist, kommt sie Splitterfaser nackt aus dem Bad, mit angeklebtem Bart, wulstigen Augenbrauen und umgeschnallten Penis. Tataaaaaaa….

Edgar wird schlecht….was hat das noch mit seiner süßen Valerie zu tun, dem zarten Wesen, dass er geheiratet hat. „ Ach Schatz, mach nicht so ein Gesicht, wenn ich eine Hose trage, muss doch da an der richtigen Stelle auch was drin sein.“

Die folgende Nacht zerstreute seine Bedenken wieder.

Valerie schien glücklich und so akzeptierte Edgar die Veränderungen seiner Frau. Sie fing an das Haus in Männerkleidung zu verlassen, was ja bei einer Frau Gott sei Dank nicht sehr auffällt.

Sie redeten viel miteinander und Valerie erklärte Edgar ihre Gefühle, die sie bei ihrer Verwandlung erfuhr. Wirklich verstehen konnte er es allerdings nicht.
Inzwischen ging Valerie fast täglich ins Fitnessstudio und trainierte ihre Muskeln, was man schon deutlich sehen konnte. Klar kann Frau nicht Muskeln aufbauen wie ein Mann, zumindest nicht ohne Hilfsmittel, aber man konnte schon den Zuwachs erkennen.

Valerie versicherte ihrem Mann, dass sie keinerlei Mittelchen nehmen wollte oder Operationen im Sinn hätte, aber dass sie sich als Mann einfach wohl fühlte. Sie konnte nicht nachvollziehen, was für ihren Mann so schlimm daran sein sollte.

Valerie war mit sich noch nicht ganz zufrieden und eines Tages ging sie noch ein Stückchen weiter. Sie waren zusammen auf eine Party eingeladen und Valerie hatte sich Top zurecht gemacht. Sie hatte sich eine sehr fein aufeinander abgestimmte Kombination gekauft und die Hose hatte an der richtigen Stelle eine Beule, ein Seidenhemd, das sie lässig und offen trug, den Busen mit Band kaschiert und zu Edgars entsetzen schauten aus dem offenen Hemd Brusthaare heraus.

Das Valerie seit Wochen vor dem Spiegel steht und ihren Penis bewunderte, sich nicht mehr rasiert hat an den Beinen hatte er ja noch hingenommen, dass ihre Augenbrauen inzwischen recht verwuchert waren, wenn auch nicht ungepflegt ebenso, aber Brusthaare, die aus dem Hemd seiner Frau heraus schauten, waren ihm nun doch wirklich zuviel.

Es gab einen riesen Krach. „Du glaubst doch nicht, dass ich so mit dir auf eine Party gehe“
schrie Edgar „und du gehst da auch nicht so hin, da sind Freunde von uns, die dich kennen“

Ein Wort gab das andere und Edgar nahm sein Bettzeug und zog ins verlassene Kinderzimmer.
Für ihn war schon fast klar, dass er mit einem Mann nicht zusammenleben wollte, auch wenn es im Bett immer noch seine geliebte Valerie war. Die Nähe und die Vertrautheit hatten inzwischen schon lange einen Dämpfer bekommen und der Sex war lange nicht mehr so aufregend wie früher….oder war das nur sein Kopf, der ihm das einredete?

Valerie hingegen reagierte trotzig. Wenn er mich nicht so akzeptieren kann, dann soll er zum Teufel gehen, ich möchte meine Wünsche ausleben und ich fühle mich sehr wohl dabei. Dass sie ihren Mann über alles liebt und ihn nicht verlieren möchte würde sie an dieser Stelle nie zugeben, denn die Kluft zwischen Liebe und Bedürfnis ist im Moment zu groß.

Am nächsten Tag beim Frühstück sagte Edgar nur: Ich ziehe vorläufig in ein Hotel, ich brauche Zeit um über vieles Nachzudenken. Vielleicht brauchen wir beide Hilfe. Ich jedenfalls kann so nicht weitermachen, denn ich habe eine Frau geheiratet und keinen Mann.

….wie die Geschichte ausgeht……?
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Desiree
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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 2 im Thema

Beitrag von Desiree » Di 31. Mai 2016, 11:13

Hallo Aubergine,
ja klar, das bringt es auf den Punkt. Ich kann das gut verstehen, da ich in der gleichen Situation bin. Aber was soll man nur machen? Schließlich will man das ja auch ausleben. Jedenfalls versuche ich immer einen Kompromiss einzugehen. Zu Hause lebe ich das nicht aus, bzw. nur wenn keiner da ist. Das ist es aber leider auch nicht. Man möchte auch mal als Transfrau etwas unternehmen. Neue Freunde zu finden, die das akzeptieren ist sehr schwer und irgendwelche Gruppen in der Nähe zu finden ist mir bis jetzt auch noch nicht gelungen.
LG Desiree

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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 3 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Di 31. Mai 2016, 12:15

Meine Ex-Partnerin hat mich damals auch mal gefragt: Würdest Du mich umgekehrt lieben, wenn ich ein Mann werden würde?

Vermutlich könnte ich mich in einem Transmann verlieben, wenn ich ihn als Mann kennen lernen würde. Aber eine Transition der Partnerin erleben… keine Ahnung. Es wird immer viel darüber gesprochen, dass "der Mensch" ja während der Transition im Grunde gleich bleibt. Aber das stimmt nicht. Unabhängig vom sexuellen Aspekt verändern uns die Hormone nicht nur körperlich sondern auch seelisch. Und man liebt ja immer ein "Gesamtpaket", das man nicht willkürlich aufreißen und verformen kann. Trotzdem kenne ich Paare, die das super hingekriegt haben. Aber da haben beide Teile auch wirklich sehr viel an ihrer Partnerschaft gearbeitet.

Bis heute habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich die Frage meiner Partnerin nicht beantworten konnte. Obwohl sie nach dem Outing bei mir blieb.

Liebe Grüße

Daenerys

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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 4 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Di 31. Mai 2016, 12:23

Hallo zusammen,

...die Geschichte spiegelt genau das Dilemma wieder, mit dem sich ganz viele Betroffene abmühen; quasi die Wurzel allen Übels bei den Partnerschaften, wo es nicht so klappt mit dem gegenseitigen Verständnis für die neue Situation des Partners oder der Partnerin. Dieser Widerspruch ist nicht so einfach aufzulösen und sitzen ganz tief in Köpfen aller Beteiligten. Damit müssen alle Betroffenen aber erst mal leben, dass ein sofortiges und absolutes Verständnis wohl echt nicht zu erwarten ist, sondern sich vielleicht im Laufe der Zeit nach ganz vielen Gesprächen und Informationen einstellen kann aber nicht zwangsläufig muss. Verständnis kann jede/r Betroffene von seinem Partner/seiner Partnerin erwarten aber ich denke eben nur in einem begrenztem Maße. Der Rahmen des Verständnisses muss neue definiert werden - Kompromiss genannt, bei dem die Partner ihre eigenen Interessen und Wünsche hinreichend gewahrt sehen können. Es gibt eben auch Dinge, die in einer bestehenden Partnerschaft als nicht mehr verträglich eingestuft werden und dann letztlich zu einer Trennung führen, weil ein/e Partner_in sich nicht mehr genügend in Sorgen und Ängsten berücksichtigt fühlt und der Druck zu stark wird. Letztlich wird es immer ein Herantasten an den möglichen Kompromiss geben müssen, der beide Seiten das Gesicht wahren lässt - was zugegebener Maßen nicht immer einfach sein wird.

...suchen wir den Kompromiss fürs Leben, lG, Ulrike-Marisa ))):s

Lieschen
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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 5 im Thema

Beitrag von Lieschen » Di 31. Mai 2016, 12:48

Hallo,

ich verstehe den Sinn dieser Geschichte eigentlich nicht so ganz. Ulrike-Marisa hat dies schön beschrieben: dass ein Verständnis "sich vielleicht im Laufe der Zeit nach ganz vielen Gesprächen und Informationen einstellen kann aber nicht zwangsläufig muss. Verständnis kann jede/r Betroffene von seinem Partner/seiner Partnerin erwarten. ... Der Rahmen des Verständnisses muss neu definiert werden - Kompromiss genannt, bei dem die Partner ihre eigenen Interessen und Wünsche hinreichend gewahrt sehen können. Es gibt eben auch Dinge, die in einer bestehenden Partnerschaft als nicht mehr verträglich eingestuft werden und dann letztlich zu einer Trennung führen, weil ein/e Partner_in sich nicht mehr genügend in Sorgen und Ängsten berücksichtigt fühlt und der Druck zu stark wird."

Natürlich ist eine Trennung (als letztes Mittel!) schwer. Vorher muß geredet und um die Partnerschaft gekämpft werden. Aber dann? Ein Leben lang unglücklich sein? Das Leben geht weiter! Das kann jede(r) bestätigen, derdie den Partner verloren hat. Sei es durch Krankheit oder Tod. Oder man hat sich einfach auseinandergelebt. Auch das kommt immer wieder vor und gehört zum Leben dazu. Wenn ein Mensch das Crossdressing des anderen partout nicht akzeptieren will oder kann, ist dies auch "nur" eine Form des Sich Auseinanderlebens.
Ob man sich dann gleich ganz trennen muss, ist die nächste Frage. Und ob dies bei Partnerschaften, die nur auf Sex aufgebaut sind, auch funktioniert, weiß ich nicht. Das stelle ich mir schwierig vor.

Tschüs,
Lieschen
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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 6 im Thema

Beitrag von Aubergine » Di 31. Mai 2016, 13:19

Es geht in dieser Geschichte darum, aufzuzeichnen, was sich mancher Mann schwer vorstellen kann.
Da ich davon ausgehe, dass es sich bei CD (und nur CDssind hier gemeint) ausschließlich um Partnerinnen handelt - bitte korrigiert mich, wenn es nicht so ist - sollte dies verdeutlichen, wie es umgekehrt aussehen könnte.
Jeder Mann, der ehrlich zu sich selbst in der dargestellten Situation ist, hat vielleicht dadurch etwas mehr Verständnis für die Sorgen und Nöte der Partnerin und nimmt sie wahr und bringt soviel Verständnis für seine Partnerin auf, wie er es von ihr erwartet oder erhofft.
Es geht nicht darum, ob so eine Situation geklärt werden kann oder nicht, ob Liebe und vertrauen da ist oder nicht, sondern schlicht um eine bessere Vorstellung in umgekehrter Situation.
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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 7 im Thema

Beitrag von Lieschen » Di 31. Mai 2016, 14:10

".... aufzuzeichnen, was sich mancher Mann schwer vorstellen kann."
Ich weiß nicht, was "sich mancher Mann schwer vorstellen kann". Woher willst du das wissen?

".... dass es sich bei CD (und nur CDssind hier gemeint) ausschließlich um Partnerinnen handelt...)
Den Satz verstehe ich wieder nicht. CDs sind ausschliesslich Partnerinnen? Obwohl: ein netter Gedanke!

"Jeder Mann, der ehrlich zu sich selbst in der dargestellten Situation ist, hat vielleicht dadurch etwas mehr Verständnis für die Sorgen und Nöte der Partnerin"
"ehrlich zu sich selbst" - das ist unfaire Rhetorik und sollte nicht gemacht werden.

Tschüs,
Lieschen (heut wieder etwas garstig)
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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 8 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Di 31. Mai 2016, 14:30

Hallo,

...da möchte ich noch ergänzen, dass der von Aubergine dargestellte Sachverhalt in ähnlicher Weise auch für andere Betroffene aus dem ganzen Spektrum CD,Trans* und **** gelten kann. Da sind doch die Probleme im Verständnis der Situation der /des Anderen irgendwie immer die gleichen, meine ich.
Da passt der alte Spruch: wer im Glashaus sitzt, sollte vorsichtig mit Steine werfen sein....

LG, Ulrike-Marisa

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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 9 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Di 31. Mai 2016, 14:37

Aubergine hat geschrieben: Da ich davon ausgehe, dass es sich bei CD (und nur CDssind hier gemeint) ausschließlich um Partnerinnen handelt - bitte korrigiert mich, wenn es nicht so ist - sollte dies verdeutlichen, wie es umgekehrt aussehen könnte.
Alle Crossdresser* kannst Du mit der Geschichte nicht gemeint haben. Denn nicht alle Crossdresser wandeln sich äusserlich in eine Frau um. Mit künstlichen Brüsten, Perücke, Komplett-Make up usw. Zu Crossdressern zählen auch Menschen, die sich beispielsweise auf Schuhe oder Röcke beschränken, also nur Teilbereiche abdecken.

In Deiner Geschichte handelt es sich um eine Crossdresserin, die sich äusserlich komplett in einen Mann verwandelt. Das mag zur Verdeutlichung sinnvoll sein, trifft aber auf eine ganze Reihe Crossdresser aus dem Forum nicht zu.

*Ich schreibe nicht so gerne von Tonträgern, deshalb vermeide ich die Abkürzung CD. Will ja nicht, dass jemand mit einer Compact Disk in eine Schublade gesteckt wird.

Ansonsten finde ich die Geschichte gut, um Menschen in ihrer Denkweise aufzurütteln und "über den Tellerrand hinauszuschauen."

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)

Marielle
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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 10 im Thema

Beitrag von Marielle » Di 31. Mai 2016, 14:58

Tach zusammen, Hallo Lieschen, Aubergine,
CDs sind ausschliesslich Partnerinnen?
Es soll wohl heissen, dass Crossdressing nur bei Männern (was immer das genau sein soll :wink:) auftritt und deswegen nur Frauen von den 'Anwandlungen' ihrer Männer betroffen sind. Das stimmt allerdings nicht, weil es tatsächlich auch den umgekehrten Fall gibt (wenn auch vermutlich seltener oder zumindest nicht so sichtbar).
(und nur CDs sind hier gemeint)
Die trennscharfe Unterscheidung von CDs und anderen Menschen mit 'geschlechtlichem' Thema ist m.E. so nicht richtig. Es gibt alle denkbaren Ausprägungen in allen möglichen Kombinationen und manchmal sind es temporäre Zustände, die ineinander übergehen (sich aber auch nicht zwangsläufig in eine bestimmte Richtung bewegen). Von daher macht eine solch klare Unterscheidung für mich keinen Sinn.


Sinn macht aber schon, finde ich, die allgemeine Aufforderung, die Wirkung des eigenen Handelns auf die Partnerschaft kritisch zu betrachten (so habe ich 'ehrlich zu sich selbst sein' in diesem Zusammenhang verstanden). Ich finde das nicht unfair. Es besteht meistens, so höre / lese ich das aus vielen Beschreibungen hier heraus, keine 'Waffengleichheit' bei innerpartnerschaftlichen Gesprächen über unser Tun. Der/die Crossdresser_in hat oft eine SHG oder gleich ein ganzes Forum im Rücken, die mit wachsender Begeisterung (auch zu Recht) die Selbstbestimmung und -verwirklichung propagieren. Daraus wird, so erlebe ich das, zu oft ein Anspruch auf Akzeptanz hergeleitet, den es schlicht nicht gibt und dem die Partner_innen erstmal 'nur' mit Liebe und ihrem Schulwissen begegnen können.

Ich will dir, Lieschen, gar nicht widersprechen; entweder klappt's oder es klappt nicht, letzterenfalls muss man sich wohl trennen. Das ist dann aber nicht ausschliesslich auf mangelnde Toleranz der Partner_innen zurückzuführen, wie es auch öfter mal propagiert wird; 'Auseinanderleben' ist keine einseitige Aktion.

Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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Post 11 im Thema

Beitrag von Explorer » Mi 1. Jun 2016, 10:51

So 1:1 ist es natürlich nicht zu übertragen, da CD bei Männern und Frauen einfach eine ganz andere Konnotation hat. Aber ich denke, das Grundproblem idt klar.

Es sind zwei Menschen, die beide völlig legitime Wünsche haben. Die CD will so leben, wie sie es für richtig hält. Sie will sich nicht vorschreiben lassen, wie sie sich zu kleiden hat, sie will sich nicht in eine Geschlechterrolle hineindrängen lassen, nicht länger. Vielleicht hat sie sich schon lange gesellschaftlichen Zwängen gebeugt (möglicherweise nicht einmal bewusst) und will sich daraus befreien.

Der Partner hat ein Empfinden der Attraktivität und Hingezogenheit, das sich mit dem Wandel der Partnerin nur schwer vereinen lässt. Er fürchtet, sie ab einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr schön und sexy zu finden. Gleichzeitig hat er Angst vor den Blicken und Kommentaren anderer, wenn seine Partnerin das öffentlich macht. Und auch, wenn es theoretisch wünschenswert wäre, dass die Gesellschaft da lockerer wäre, und es vielleicht auch einfach wirklich Menschen braucht, die sich trauen, ist die Entscheidung, sich diesem sozialen Prozess zu stellen oder nicht, seine eigene Entscheidung, die seine Partnerin ihm nicht vorweg nehmen darf.

Ich habe für beide Seiten volles Verständnis. Im Endeffekt haben wir eine Situation, in der sich die beiden auseinander entwickeln. Unterm Strich bleibt die Frage, ob beide Seiten da aufeinander zu gehen können um sich in der Mitte zu treffen, oder ob man besser getrennter Wege geht. Aber man sollte sich immer im Klaren sein, dass beide Seiten auf ihre Weise "Recht haben". Das ist ja im Grunde wie bei jedem anderen Interessenkonflikt in einer Beziehung: Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um miteinander oder auseinander.

Ich stimme Marielle aber zu, dass oft die CD das Thema aufbringen und zunächst viel besser im Bilde sind. Da ist es nur fair, der Partnerin erstmal Zeit zu lassen, alles zu verdauen und sich besser zu informieren, und dann in Ruhe miteinander zu reden. Und vollendete Tatsachen zu schaffen bevor man es überhaupt versucht, darüber zu reden, finde ich auch nicht besonders nett.
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 12 im Thema

Beitrag von Katarina » Mi 1. Jun 2016, 22:20

Die in der Erzählung von Aubergine beschriebene Entwicklung war sicherlich für beide Protagonisten keine einfache. Die Sicht und Gefühlswelt des Mannes wird in dem Bericht geschildert. Nicht vergessen sollte man aber eben sowenig die Gefühlswelt von Valerie. Möglicherweise, und die Annahme ist nicht weit her geholt, ist sie auch ausserhalb der Beziehung aufgrund ihrer (wenn auch als CD nur zeitlich begrenzten) Geschlechtswechsel, Ausgrenzung, Anfeindungen, Diskriminierungen und vielleicht auch Gewalt ausgesetzt. Gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Menschen über sie Lustig machen.

Ein, wie in dem Bericht geschilderter, Veränderungsprozess ist für beide in einer Partnerschaft nie einfach. Ob bei den CDs oder den Transmenschen, es kommt oft vor, dass Partnerschaften auseinandergehen, Ehen geschieden werden, gar keine Frage.

Aber es gibt auch andere Beispiele von Partnerschaften, die von der Liebe zu dem Menschen zeugen und zeigen, es kann auch anders gehen. Es geht um die Liebe zu dem Menschen und nicht zu der äusseren Hülle oder der Geschlechterrolle, die andere von der Person erwarten.

Ich kenne vier Beispiele, bei denen ich mindestens einen Partner/in persönlich kenne, wo die Partnerschaft bzw. Ehe die Veränderung überdauert hat und darüber hinaus besteht. Darunter gibt es drei ehemalige hetero Ehen, also wo die Partnerschaft und Ehe als Mann und Frau begann und die heute in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben. Und eines war eine homo Partnerschaft, bei der ein Partner das Geschlecht gewechselt hat und es heute als hetero Paar funktioniert.

Als ein Beispiel dafür, wie so was funktionieren kann, lege ich Interessierten Forumslesern/innen diesen Bericht im Magazin der Migros an Herz:

https://www.migrosmagazin.ch/menschen/p ... n-zum-bass

Ich weiss, es ist nicht einfach für alle die, welche in einer solchen Situation stecken. Aber vielleicht machen solche Beispiele ja auch Mut, sich damit auseinanderzusetzen und sich ein Stück weit von den althergebrachten Geschlechterrollen und dem stereotypen Zweischubladendenken zu lösen.

LG Katarina

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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 13 im Thema

Beitrag von Couchlöwe » Mi 1. Jun 2016, 22:45

Kinners,

zieht euch jetzt nicht so an den Begrifflichkeiten hoch. Aubergines Geschichte ist eindringlich genug geschrieben, um zu kapieren, was sie meint.

Es geht darum, sich vorzustellen, dass man selbst der Mensch ist, dessen Partner*in sich in das andere Geschlecht verwandeln will. Und ich glaube, da möchtet ihr euch alle nicht wirklich mit beschäftigen. Eure Partnerinnen übrigens auch nicht.

Gruß
Kate :()b
Abends leide ich häufig unter Cenosillicaphobie.

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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 14 im Thema

Beitrag von Magdalena » Do 2. Jun 2016, 07:21

Hallo,

ich finde die Geschichte gut. (yes) Zeigt es doch diesmal aus der Sicht des Mannes, welche Belastungen in der Partnerschaft auftreten.
Was empfindet denn der Partener, und wie geht er mit der Veränderung um. Und um Begrifflichkeiten geht es nach meiner Ansicht in der Geschichte nicht. Darum solten wir hier also nicht streiten. Zu Toleranz (hs) gehört für mich auch Verständnis zu entwickeln, wenn andere mit meiner Veränderung Probleme haben.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

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Re: Für alle Crossdresser, die die Ängste und Sorgen Ihrer Partnerinnen nicht verstehen!

Post 15 im Thema

Beitrag von Exuserin-2016-074-06 » Di 5. Jul 2016, 23:53

Wie sich hier gewunden und alles schön geredet wird.
Lieschen hat geschrieben:Hallo,

ich verstehe den Sinn dieser Geschichte eigentlich nicht so ganz. Ulrike-Marisa hat dies schön beschrieben

Ob man sich dann gleich ganz trennen muss, ist die nächste Frage. Und ob dies bei Partnerschaften, die nur auf Sex aufgebaut sind, auch funktioniert, weiß ich nicht. Das stelle ich mir schwierig vor.

Tschüs,
Lieschen
Halllo Lieschen,

fast alle Partnerschaft basieren auf Sex. Sex gehört in eine Partnerschaft, ansonsten wäre es platonische Liebe. Dann kann ich mir auch Freunde suchen.
Was gibt es an dem Szenario nicht zu verstehen?
Ich stell mir das in die andere Richtung sogar schwieriger vor. Lesbisch wird noch eher toleriert als schwulsein.
Mir kann keiner weiß machen, dass ein Kerl, ob Crossdresser hin oder her, mit einer Frau eine Beziehung führen würde, die sich zum Mann umopieren lässt, oder sich männlicher stylt als der Mann selber. Als Mann wertet man sich ja schon ab, wenn man keine vorzeigebare Frau hat oder wenigstens irgendetwas weibliches an ihr zu finden ist.
Euch muss klar sein, dass ihr in den Augen Außenstehender mit einem Mann zusammen seid und vom prinzip her dann schwul seid. Hier spielt dann noch der Ekel vom penetriert werden mit rein, der sich in der Ablehnung der männl. Homosexualität ergründet. Die meisten Transmänner haben darum oft eine Frau als Partnerin statt ihren alten Mann. Dieser Kleidertausch ist interessant. Ich finde Frauen in Männersachen nicht anziehend und schon gar nicht, wenn sie Testo nehmen, um sich den Haarwuchs aktivieren oder dann gar ihre Haare auf dem Kopf verlieren. Himmel! Auch die Ansätze der amputierten Brust sieht man bei Tansmännern. Bei vorpupertierenden Transjungs mag noch viel rauszuholen sein, um die weibliche Pupertät zu hindern. Bei jungen Transfrauen scheint igendwie mehr machbar zu sein. In jeglicher Hinsicht. Nüchtern betrachtet, finde ich sogar femininine Männer recht ästhetischer oder genauso ästhetisch wie sportliche Männer als burschikose Frauen mit Milimeterverschnitt. Vielleicht ist das aber auch nur so, weil ich auf Frauen stehe und Frauen sehen es genau umgekehrt.

LG.

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