Wie gehen partnerinnen damit um
Wie gehen partnerinnen damit um - # 3

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Ulrike-Marisa
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 31 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Fr 13. Mai 2016, 11:14

Moin zusammen,

...genau das ist es; beide müssen neu lernen, mit der Situation und miteinander umzugehen. Reden alleine hilft nicht, Argumente alleine auch nicht, denn es gehört auch immer eine Bereitschaft der Partnerin dazu Argumenten zugänglich zu sein, was nicht immer und gerade bei so einer persönlichen Betroffenheit gegeben ist. Da spreche ich aus Erfahrung - und es gibt immer einen Weg, der Kompromiss heißt und möglichst keinen Verlierer hinterlassen sollte. Daß da Meinungen ,Wünsche und Ängste aufeinanderprallen, kann als gegeben hingenommen werden. Die Kunst ist es doch in so einem Fall, erst einmal Ruhe zu bewahren und den Partners Zeit zu geben, das gehörte aufzunehmen und zu verarbeiten. Schnelle Diskussionen in aufgeheizter Form bringen da m.E. eher wenig. Die Zeit sprechen lassen und behutsam Änderungen einführen. Das gesagte eines Outings kann man nicht zurücknehmen; solche Aussagen haben einen gewissen Endgültigkeitscharakter und ich muss mich als Outender darauf einstellen, dass meine Worte nicht nur Freude hervorrufen, sondern alles bis zu offenem Entsetzten hin, wie es bei mir war. Trotzdem haben wir gemeinsam einen Weg beschritten, der beiden gerecht werden kann, der Ablehnenden Haltung und den Ängsten meiner Frau und meinen weiblichen Wünschen und Gefühlen: Der Status Quo. Die Feststellung, dass wir gemeinsam weiter unser Leben bestreiten wollen, da wir auch nach langer Ehe immer noch unsere grundlegenden Gemeinsamkeiten haben aber unter gewissen Bedingungen: Kein Outing im näheren Umfeld und in der weiteren Familie, kein Rock oder Kleid im Haus, wenn wir zusammen sind, ansonsten trage ich ständig DW, Schmuck in dezenter Form wie kleine Ohrringe, Armreif, Halskette, Kopftuch im Garten und weibliche Kleidung, wenn ich allein zu Hause bin oder auf Dienstreise oder anderenorts, wo meine Frau nicht dabei ist. Damit habe ich so viel persönlichen Freiraum, dass ich auch damit zufrieden leben kann. Mehr ist immer wünschenswert, geht aber nicht immer im Leben und ich hoffe bei meiner Frau auf langfristige Akzeptanz durch partnerschaftliches Verhalten meinerseits und viele andere Dinge, die das Leben erfreuen können...

Liebe Grüße, Ulrike-Marisa :wink:

...mit dem Kopf durch die Wand geht nicht...

Vicky_Rose
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 32 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 13. Mai 2016, 22:40

Hallo Sara,

ich weiß nicht, ob das hilft, aber lasse doch einfach Deine Frau reden, zeige Aufmerksamkeit und sage nichts dazu. Für mich klingt das danach, dass sie einfach nur ihre Probleme reden, aber nicht bereden will. Viele Frauen pflegene einen anderen Kommunikationsstil. Sie reden mit jemanden über ihre Probleme und finden dabei selber leichter zur Lösung. Männer wollen meistens helfen und bei der Problemlösung helfen. Dabei müssen sie oftmals einfach nur zuhören. Deine Probleme zusätzlich überlasten sie vielleicht nur. Sie empfindet dann, dass es nur um Dich geht und das ist ihr zuviel.

Das ist aber nur so ein Gedanke von mir. Vielleicht kann er auch Inge helfen ?
Viele Grüße
Vicky

Explorer
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 33 im Thema

Beitrag von Explorer » Fr 13. Mai 2016, 23:42

Wir haben heute viel gestritten, uns dann aber auch versöhnt. Wichtig ist ihr (wie eigentlich immer, wenn es Schwierigkeiten gibt), dass sie mir ihre Sorgen mitteilt und dass ich sie verstehe. Daher war es gut, dass sie mir am Ende doch zugehört hat (manchmal ist es leichter, sowas schriftlich zu machen...), denn zumindest einen Teil ihrer Ängste konnte ich ihr nehmen. Einen wirklichen Kompromiss haben wir noch nicht gefunden (der Tag war emotional anstrengend genug, irgendwann waren wir beide froh, das Thema einfach mal ruhen zu lassen), aber zumindest haben wir schon mal unsere Wünsche und unsere "No-Gos" abgeglichen. Immerhin die halbe Miete.
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

JaquelineL
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 34 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Sa 14. Mai 2016, 00:53

Hallo Sara, Hallo Vicky,

Vicky hat da etwas geschrieben, was ich auch immer wieder bemerke und mich, wann immer ich einer Rückfall in meinen männlichen Modus habe, vor Probleme stellt: Männer hören Probleme und versuchen dann, das Problem zu lösen. Frauen suchen "die Klagemauer".

Aber irgendwie passt das nicht so richtig auf die von Dir, Sara, beschriebene Situation. Wenn es lediglich um Dein Engagement um ihre Probleme ginge, würde sie sich ja nicht darüber beklagen, dass es nur um Deine Probleme ginge. Vielleicht ist es ja auch so, dass *sie* Deine Probleme ständig beschäftigen, somit ginge es aus ihrer Sicht ständig um Dich, selbst wenn Du es nicht laufend selbst ansprichst. Dass Du Dich dann auf's Zuhören konzentrierst, ist bestimmt hilfreich.

Ich drücke euch die Daumen - mein Bauchgefühl sagt mir, dass ihr beide das zusammen schaffen könnt!

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.

exuserin-2016-12-21

Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 35 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » Sa 14. Mai 2016, 07:34

Das ist aber nur so ein Gedanke von mir. Vielleicht kann er auch Inge helfen ?[/quote]

@ Vicky
Guten Morgen !!
: es hat sich viel geändert in ca 3 Monate

Vicky ,ich habe in dieser Form wie es Sara betrifft keine Probleme mehr , oder Streitereien mit meiner Frau.
Wir haben wirklich viel miteinander geredet und unterhalten ! Ich akzeptiere die Ängste meiner Frau ,und sie hat meine Inge in mir total akzeptiert .
Sie lässt mir viel Freiraum !
Dann gibt es Tage und die kündigt sie an. Das hoert sich so an . " Schatz , morgen bist du nur mein Mann , ok ???
Und dann bin ich nur ihr Mann ,und sie ist glücklich!
Aber sie unterstützt auch voll die Inge in mir ,und Abends sitzen wir zusammen ( Ich im Inge Nachthemdchenmodus mit Silis) und schnuckeln miteinander und geben uns Küsschen.


@ Sara

Siehst du liebe Sara ,
das sind jetzt ca 3 Monate Entwicklung in meiner Ehe .
Wir haben lediglich noch Unstimmigkeiten was die schulische Noten unserer Kinder betrifft ,aber wegen meinem Crossdressing garnicht mehr !! Das ist echt Toll und ich fühle mich wohl.
Wir gehen viel shoppen und kaufen ungezwungen Damenbekleidung mit Anprobe . Meine Frau hat mir auch schon gesagt das es Spass macht mit mir shoppen zu gehen .
Sie hätte viele Sachen zurückgelegt und nicht gekauft ,ich bin dabei und kaufe sie ihr einfach .Meine letzte Anschaffung für mich waren Pumps bei Deichmann ,und meine Frau hat mich beraten . Sind nachher noch ein paar Ballerinas dazu gekommen ,falls ich bei unserer Outdoor Tour die Pumps nicht mehr ertragen kann.
Das meine liebe Sara wünsche ich dir auch!! Nicht Augen zu und durch ,das geht nicht . Ganz schnell bin ich gegen eine Wand gelaufen. Reden ,und auch dieser Aufgabe muß sich deine Frau stellen!!
Liebe Grüße Inge ---))) )))(:

Vicky_Rose
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 36 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Sa 14. Mai 2016, 07:59

Hi Inge,

da habe ich wohl etwas falsch verstanden. Aber vor zwei Tagen hast Du noch von "Ihr Tunten" geschrieben, dass Deine Frau Dir an den Kopf geworfen hat.

Ich drücke Euch die Daumen
Vicky
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 37 im Thema

Beitrag von Explorer » Sa 14. Mai 2016, 09:47

Vicky_Rose hat geschrieben:Hi Inge,

da habe ich wohl etwas falsch verstanden. Aber vor zwei Tagen hast Du noch von "Ihr Tunten" geschrieben, dass Deine Frau Dir an den Kopf geworfen hat.
Sie hat einen älteren Beitrag von sich selbst zitiert (ich war auch eine Sekunde verwirrt) ;).

Danke allgemein für eure lieben Worte! (flo) Wir wollen jetzt erstmal ein schönes Wochenende machen, ohne uns groß zu belasten. Wobei ich schon wieder etwas das Dilemma merke: Wir haben das Thema noch nicht "ausdiskutiert", da gibt es noch was zu klären. Aber ich will nur ungern von selbst auf sie zu kommen, um sie nicht zu bedrängen. Ich hoffe nur, dass sie das Thema bei Gelegenheit von selbst wieder anschneiden wird, und es jetzt nicht wieder verschwindet. Vielleicht sage ich ihr das genau so: Dass ich erstmal nichts dazu sage und sie es sagen soll, wenn ihr danach ist darüber weiter zu reden.
Zuletzt geändert von Explorer am Sa 14. Mai 2016, 11:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 38 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » Sa 14. Mai 2016, 11:17

Sorry Vicky,hätte erst ein Verweis setzten sollen ,aber den habe ich erst am Schluß gesetzt!

LG Inge

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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 39 im Thema

Beitrag von Explorer » Sa 14. Mai 2016, 12:37

JaquelineL hat geschrieben:Aber irgendwie passt das nicht so richtig auf die von Dir, Sara, beschriebene Situation. Wenn es lediglich um Dein Engagement um ihre Probleme ginge, würde sie sich ja nicht darüber beklagen, dass es nur um Deine Probleme ginge. Vielleicht ist es ja auch so, dass *sie* Deine Probleme ständig beschäftigen, somit ginge es aus ihrer Sicht ständig um Dich, selbst wenn Du es nicht laufend selbst ansprichst.
Ein interessanter Gedanke. Es beschäftigt sie auf jeden Fall, und ist Anlass für diverse Ängste (die teilweise arg über das Ziel hinaus geschossen sind).

@Inge: Es ist schön, dass das bei euch so gut läuft. Gemeinsam einkaufen stelle ich mir auch sehr schön vor. Ich würde mir wünschen, es überhaupt mal wieder vor einem anderen Menschen zeigen zu können und dafür Anerkennung und Wohlwollen zu ernten.
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 40 im Thema

Beitrag von Lina » Sa 14. Mai 2016, 18:00

Vicky_Rose hat geschrieben:Hallo Sara,

ich weiß nicht, ob das hilft, aber lasse doch einfach Deine Frau reden, zeige Aufmerksamkeit und sage nichts dazu. Für mich klingt das danach, dass sie einfach nur ihre Probleme reden, aber nicht bereden will. Viele Frauen pflegene einen anderen Kommunikationsstil. Sie reden mit jemanden über ihre Probleme und finden dabei selber leichter zur Lösung. Männer wollen meistens helfen und bei der Problemlösung helfen. Dabei müssen sie oftmals einfach nur zuhören. Deine Probleme zusätzlich überlasten sie vielleicht nur. Sie empfindet dann, dass es nur um Dich geht und das ist ihr zuviel.

Das ist aber nur so ein Gedanke von mir. Vielleicht kann er auch Inge helfen ?
Ja, das ist auch nicht ganz bloed.
Eiben kleinen Tipp dazu: Achtet darauf, ob ein Punkt erreicht wird, wo eure Koerperpositionen von selbst so gut wie spiegelbildlich und synchron werden. Dann habt ihr es richtig gemacht.
Wenn nicht, dann gubt es immer noch ein Problem zu klaeren.

Soll ich evtl. fuer euch einen Workshop ueber diese Themen veranstalten?

Explorer
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 41 im Thema

Beitrag von Explorer » Fr 27. Mai 2016, 13:37

Lina hat geschrieben:[
Ja, das ist auch nicht ganz bloed.
Eiben kleinen Tipp dazu: Achtet darauf, ob ein Punkt erreicht wird, wo eure Koerperpositionen von selbst so gut wie spiegelbildlich und synchron werden. Dann habt ihr es richtig gemacht.
Wenn nicht, dann gubt es immer noch ein Problem zu klaeren.
Bei Streit und Krisen sitzen wir uns gegen Ende meist nicht Auge in Auge gegenüber, sondern liegen schließlich Arm in Arm (meist sie in meinem) da und sprechen uns aus, oder genießen die Nähe. Daher ist "spiegeln" nicht wirklich möglich.

----------------

Ich habe das Thema jetzt eine Zeitlang ruhen gelassen, um ihr die Gelegenheit zu geben, erstmal alles sacken zu lassen, und vielleicht mal ihrerseits auf mich zuzugehen. Leider merke ich seit ein paar Tagen, dass es doch ziemlich an mir nagt. Ihre Gefühle und Ängste lassen sich ungefähr so zusammenfassen:
  • Sie hat Sorge, ich könnte schwul sein/werden. Ich weiß nicht wieso, aber der Gedanke kommt immer wieder bei ihr auf. Fürs erste konnte ich den entkräften.

    Sie hat Angst, dass ich irgendwann ganz zur Frau werden will. Da kann ich sie leider nicht 100%ig beruhigen. Ich glaube zwar eher nicht, dass ich transsexuell bin, würde es aber auch nicht ganz ausschließen.

    Sie hat Angst, dass ich ihr als Frau in der Beziehung Konkurrenz mache, dass manche Dinge an mir besser aussehen könnten als an ihr. Da sie ohnehin nicht das beste Selbstbewusstsein hat, irgendwie verständlich.

    Sie hat Angst, was andere Leute denken könnten, weshalb für sie Geheimhaltung ziemlich wichtig ist. Ich will aber eher aus dem Geheimen raus, ich will mich nicht verstecken. OK, da kann ich sie vollkommen verstehen. Trotzdem hat es bei mir den hässlichen Beigeschmack von "sie schämt sich für mich".

    Und zu guter letzt will sie wohl einfach klar einen Mann als Partner, nicht irgendein Zwitterwesen. Und da fühlt sich die Sara in mir einfach ungeliebt. Wiederum kann ich ihr da keinen Vorwurf machen, sie hat sich schließlich in mich als Mann verliebt. Trotzdem habe ich meine Zweifel, ob sie wirklich mich liebt - oder nur das, als was sie mich gerne sehen möchte. Dazu gehören auch so ganz banale Sachen, wie dass ich nach meinem eigenen Schönheitsideal inzwischen eigentlich längst Teile meiner Körperbehaarung (vielleicht sogar alles) entfernen würde - wenn ich nicht wüsste, dass sie das mag, und dass es ihr fehlen würde. Ich hab leider auch das Gefühl, mich als CD kein Stück weiter entwickeln zu können, aus Angst bei ihr negative Reaktionen auszulösen.
Hach mann... ich weiß nicht, ob das so eine Zukunft hat. Glaubt ihr, dass ich da vielleicht einfach etwas kompromissbereiter sein müsste? Oder ihr mehr Zeit lassen müsste? Oder sind die Differenzen einfach zu groß?

:(
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 42 im Thema

Beitrag von Lina » Fr 27. Mai 2016, 23:41

Explorer hat geschrieben:
Lina hat geschrieben:[
Ja, das ist auch nicht ganz bloed.
Eiben kleinen Tipp dazu: Achtet darauf, ob ein Punkt erreicht wird, wo eure Koerperpositionen von selbst so gut wie spiegelbildlich und synchron werden. Dann habt ihr es richtig gemacht.
Wenn nicht, dann gubt es immer noch ein Problem zu klaeren.
Bei Streit und Krisen sitzen wir uns gegen Ende meist nicht Auge in Auge gegenüber, sondern liegen schließlich Arm in Arm (meist sie in meinem) da und sprechen uns aus, oder genießen die Nähe. Daher ist "spiegeln" nicht wirklich möglich.

----------------

....

:(
Ja, das hast du ungefähr so total missverstanden, wie es geht. Wie hast du das geschafft?

Franka
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 43 im Thema

Beitrag von Franka » Sa 28. Mai 2016, 06:42

Explorer hat geschrieben: Hach mann... ich weiß nicht, ob das so eine Zukunft hat. Glaubt ihr, dass ich da vielleicht einfach etwas kompromissbereiter sein müsste? Oder ihr mehr Zeit lassen müsste? Oder sind die Differenzen einfach zu groß?

:(
Hallo Sara,

in erster Linie solltest du glücklich sein. Dafür musst du natürlich erst mal für dich wissen, wieviel Freiraum deine weibliche Seite braucht. Ulrike-Marisas Frau kann mit dem Thema auch nicht umgehen und will es wohl vor allem auch gar nicht. Für mich hätte das Trennung bedeutet, aber Ulrike-Marisa scheint sich Zuhause soweit zurücknehmen zu können, dass die Partnerschaft (in meinen Augen ist es keine mehr, da eine Seite alles bestimmt, vorgibt und sich alles nach ihr richten muss) weiterbestehen kann. Solange sich Ulrike-Marisa dabei wohl fühlt und glücklich damit leben kann ist es auch ok.
Du musst dir also die Frage stellen, könntest du ggf. auch so leben? Wenn deine Frau wenigstens gesprächsbereit ist, sollte sie sich mit anderen Partnerinnen austauschen (hier im Forum oder in einer SHG), dass hat meiner Frau sehr geholfen, aber dafür muss natürlich eine gewisse Bereitschaft da sein. Wenn sie vorhanden ist, sind eure Differenzen noch nicht zu groß.
Deiner Frau mehr Zeit zu lassen ist ok, aber sie muss auch kompromissbereit werden, nicht nur du. Und CD/TV/TS ist ja nur eine von vielen Baustellen in einer Beziehung, wie weit ist bei euch sonst alles in Ordnung?
Das könnt nur ihr beurteilen. Solange ihr offene Gespräche führen könnt hat eure Beziehung auf jeden Fall eine Chance ich drücke euch beiden die Daumen und wünsche euch alles Gute auf eurem Weg in die Veränderung.

LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.

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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 44 im Thema

Beitrag von Explorer » So 29. Mai 2016, 09:57

Das Thema ihr zuliebe einfach fallen zu lassen oder nur insgeheim auszuleben, bin ich sicher nicht bereit. Habe ich ihr auch gesagt. Es lief vorgestern fast schon wie bei knallharten Verhandlungen, wo wir beide unsere "Forderungen" auf den Tisch gelegt haben. Emotional anstrengend, aber immerhin haben wir klare Fronten geschaffen. Im Detail abgeglichen welche Regeln wir aufstellen und was geht, bzw. was nicht, haben wir noch nicht, irgendwann bat sie darum, das Thema zu "vertagen". Gestern hat sie mich noch mal drauf angesprochen, wir haben nur kurz gequatscht, und sie meinte dann, dass es ihr leichter fällt, in "kleinen Portionen" darüber zu reden. Finde ich gut. Ich hoffe, dass das Thema jetzt aber nicht wieder langsam aber sicher von der Bildfläche verschwindet wird und totgeschwiegen wird.

Von dem CD-Thema abgesehen ist in unserer Beziehung soweit alles in Ordnung. Wir haben viel gemeinsam und haben viele schöne Momente. Wenn die Beziehung eh murks wäre, würde sich den Krampf wahrscheinlich keine von uns beiden antun. ;)
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 45 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » So 29. Mai 2016, 20:33

Hi Sara,

kennst Du das Buch Psychologie sexueller LEidenschaft? Zugegeben, der Titel klingt nicht so ganz nach dem, was drin steht. Aber er ist ein sehr wertvoller Ratgeber für Paare. Ein wichtiger Punkt ist das s.g. "Differenzieren". Damit meint er u.a., dass man nicht zwangsläufig in allen Fragen übereinstimmen muss. Es gibt immer gemeinsame Bereiche und THemen, die nur für einen von Bedeutung sind. Es geht also darum, wie man das hin bekommt. Der Konfrontationskurs auf dem ihr gerade zu laufen scheint, ist nur insofern nützlich, dass ihr erkennt, dass Ihr schwerwiegende Probleme habt. Das muss nicht zwangsläufig das Thema Trans sein. Dahinter kann sich noch einiges verbergen.

Ich bin mit Dir einer Meinung, dass Trans* für Dich ein wichtiges Thema ist. Aber was verbirgt sich hinter ihren Ablehnungen? Auch das müssen nicht die Sätze sein, die sie spricht. Z.B. könnte ich mir vorstellen, dass sie sich von Dir nicht richtig wahr genommen fühlt oder sie das Gefühl hast, dass Du sie nicht ernst nimmst. Deine Einschätzung kann völlig daneben liegen, wenn Du meinst, auf sie wirklich einzugehen. Hier hilft vielleicht genaues zuhören. Es gibt ein Buch von Lukas Möller, "Die Wahrheit beginnt zu zweit". Es geht um eine spezielle Form des Zwiegesprächs. Es ist auch sehr interessant. Jeder hat eine halbe oder dreiviertel Stund, in der nur er/sie redet und der andere zuhören muss und selber nichts sagen darf. Es gibt noch ein paar "Spielregeln" dazu. Es ist erstaunlich, was dabei zu Tage gefördert wird.

Ich wünsche Euch viel Glück. Lieber mit der/m Alten was Neues, als mit einer/m Neuen das Alte ...

Wie wäre es damit?
http://www.zgedichte.de/gedichte/khalil ... liebe.html
Viele Grüße
Vicky

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