Wie gehen partnerinnen damit um
Wie gehen partnerinnen damit um - # 2

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Vicky_Rose
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 16 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 4. Mai 2016, 12:16

Hi Sunny,

ja ist jetzt klar geworden, was Du meinst. Ich ging mehr von den Ängsten der Partnerin aus. Aber das ist vielleicht noch ein (Teil-)Aspekt.

Edit:

Ein Thema ist mir noch eingefallen. Wenn ein Paar mit der Situation Probleme hat, stellt sich mir immer die Frage, inwieweit tragen die Ansichten, Meinungen und Haltungen zu der (Krisen-)Situation bei ? Das ist zwar keine T*-Frage, sondern eine, die Beziehungen im Allgemeinen betreffen. Beispiel: Eine Partnerin kann gar nichts dafür, dass der Partner T* ist. Aber sie hat einen wesentlichen Einfluss darauf, wie krisenhaft sich die Situation gestaltet. Ich will damit nicht sagen, dass sie sich anpassen muss, aber sie kann sich einfach bewusst werden, dass sie selber Ansichten mitbringt, die sich im Laufe ihres Lebens gebildet haben. Das ist ein guter Anlass, sie zu hinterfragen und evtl. nach neuen Wegen für sich selber zu suchen. Das kann auch der TG für sich selber tun. Wie trägt er zu der Situation bei. Hier käme z.B. die Frage ins Spiel, ob seine Verhaltensweise nicht die Situation über Gebühr verschärft, z.B. durch übermäßiges Dressen. Bei Beziehungsberatern gibt es oft diese Frage, wenn jemand fremd gegangen ist. Welche Rolle spielt der Betrogene ? Was hat er dazu beigetragen. Ich war einmal in einer solchen Situation und habe lange gebraucht, das zu erkennen. Aber am Ende hat es mir sehr geholfen, nicht an der Situation zu verbittern, sondern Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen.

Viele Spaß und viele Erkenntnisse beim Workshop
Viele Grüße
Vicky

Sylvia50
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 17 im Thema

Beitrag von Sylvia50 » Mi 4. Mai 2016, 12:57

Auch Hallo,

ich würde einen gemeinsamen Termin bei einer Beratung bzw Therapeuten empfehlen. Diese gewichtige und sensible Situation verlangt nach professioneller Begleitung, das schafft man als Normalsterblicher nicht alleine.

Dein Mann hat für mich ohne Zweifel Deine ganzen beiden Hände sofort genommen, obwohl Du ihm erstmal aus natürlicher Vorsicht einen Finger angeboten hast. Wenn Ihr beide offen füreinander sein wollt, ist für Euer weiteres Vorgehen ein Profi an Eurer Seite erforderlich.

Empfehle ich als Betroffener und Sozialpädagoge.
Gruss Sylvia50
Internet ist die offene Form der geschlossenen Anstalt (M. Deutschmann).

ManjaV.
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 18 im Thema

Beitrag von ManjaV. » Mi 4. Mai 2016, 13:12

Hallo Larissa,
Willkommen auch von mir.
Obwohl schon recht viele interessante Antworten gegeben wurden, möchte ich doch noch meinen Senf dazu geben.
Ich hab nach fast 8 Jahren Beziehung (4davon Ehe) auch meiner Frau gegenüber "die Katze aus dem Sack gelassen". Am ANfang war sie "froh" dass ich keine Affäre habe. Zu meiner Entschuldigung bin ich allerdings "Teilzeit-Frau(Mädchen)" Ich tu es meiner Frau und meinem Spiegelbild nicht an, feminin durch die Gegend zu laufen zumal 2 Kinder im Haus wohnen, die sicherlich "not amused" sein werden. Insofern hab ichs vllt nen bissl einfacher? trotzdem ist es immernoch Gesprächsthema und ab und an kommen ihr so "komische Gefühle.."
Der Kaufrausch kann ich verstehen. Es is echt sone Art: "Endlich!!" Nur dass es wieder aufhören muss.. schon allein wegen der Kohle :roll:
Allerdings gebe ich allen hier recht. Es ist und bleibt ein Thema zwischen euch und JEDER muss damit leben können. Wenn nicht, sind Konsequenzen gefordert. Andererseits ist die Offenbahrung an sich schon nen absoluter Vertrauensbeweis! Nur einseitig sollte das Ganze nicht sein... Die Idee mit der Beratung is sicherlich nen guter ANfang.

Ich wünsch Euch Glück und die Kraft damit vernünftig umzugehen...

LG Manja
Manja als CD-light-Version und nichmehr verirrt...

Das man älter geworden ist, merkt man daran, dass die Monster unter deinem Bett in den Briefkasten umgezogen sind!

lucalikes
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 19 im Thema

Beitrag von lucalikes » Mi 4. Mai 2016, 13:27

Hallo Larissa,
gerade komme ich von einem Schulprojekt zurück und stelle wieder mal fest, wie schwierig Männer oft schon im Grundschulalter sind, warum auch immer. Es fehlen oft Empathie und Kommunikationsbereitschaft und es besteht die Tendenz, Fakten zu schaffen.
Warum erzähle ich das? Nun, auch ich bin als Mann sozialisiert und habe teilweise solche Verhaltensweisen angenommen. Es war mir nicht in jeder Hinsicht bewusst. Doch mittlerweile ist mir das klar geworden, dass ich gerade in Bezug auf das Crossdressen so vorgegangen bin: Fakten schaffen und nicht reden.
Frag doch mal deinen Mann, ob er nicht in seinem (Beziehungs-)verhalten auch ein wenig femininer werden möchte. Vielleicht bringt ihn das weiter.
Viele Grüße
Martina (lucalikes)

Vicky_Rose
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 20 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 4. Mai 2016, 14:04

(ap)
Frag doch mal deinen Mann, ob er nicht in seinem (Beziehungs-)verhalten auch ein wenig femininer werden möchte. Vielleicht bringt ihn das weiter.
(ap)

Das ist doch einmal ein richtig guter Gedanke ... Dem schließe ich mich doch einfach einmal an. )))(:
Viele Grüße
Vicky

Lina
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 21 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 4. Mai 2016, 14:13

Larissa4711 hat geschrieben:Hallo!!

...
Wie macht ihr,bzw eure partnerin das ?

Ich glaube er hat auch manchmal andere sexuelle phantadien,die nicht much,sondern andere männer betreffen,wo er frau sein kann....zumindest hat er das mal angefeutet.....

Ich verstehe das alles nicht,vielleicht kennt dad ja jmand.....

Liebe grüsse larissa

So beim ersten Blick scheint es mir, dass euer Problem an erster Reihe ist, dass ihr nicht besonders gut miteinander kommuniziert. Dann würdest du z.B. keine Mutmaßungen über die sexuellen Phantasien deines Partners aufstellen sondern einfach fragen: "Hast du mal auch sexuelle Phantasien, wo du en femme mit Männern zusammen bist?"

Hast du jemals in deinem Leben so eine Frage gestellt?

WIE du mit umgehen sollst, kannst du nämlich erst wissen, wenn du weißt womit mit genau, du umgehen willst. Ich sage explizit "willst" und nicht "sollst" weil du ja selber entscheidest damit umgehen zu wollen. Niemand hat dich gezwungen, mit deinem Partner zusammen zu sein. Das ist eien Wahl, die du getroffen hast und jeder für sich jeden Tag trifft.

Rein intuitiv (und auch erfahrungsgemäß weil ihr ein klassischer Fall zu sein scheint), schlage ich vor, dass ihr erst lehrnt - evtl. mit fremder Beratung (vermutlich am Besten) - einfach miteinander zu kommunizieren - auf allen Ebenen: Verbal, non-verbal, durch kleine Gesten und Handlungen ... und wenn ihr das könnt, dann findet ihr auch Lösungen für eine Menge mehr.

Das Thema sollte dann auch wirklich "wir wollen besser miteinander kommunizieren" sein. NIcht: Wir brauchen einen Psychologen weil mein Mann trans ist. Weil wir wissen ja immer noch nicht, ob es so weit gekommen ist, weil du Signale oder explizite Kommunikation abgelehnt hast oder ob er einfach nicht in die Sprünge kam. Ist jetzt auch völlig egal. Bis jetzt (zumindest wo du den Beitrag abgeschickt hast) war deine Entscheidung zu bleiben und Lösungen suchen.
Das ist also die aktuelle Vorgabe, nicht mehr und nicht weniger.

ManjaV.
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 22 im Thema

Beitrag von ManjaV. » Mi 4. Mai 2016, 14:18

Hallo Lina,
Ich bin nich immer Deiner Meinung aber ich denke in diesem Fall hast Du das Prob beim Namen genannt! Es klingt zwar evtl für Neulinge ein wenig "unsanft" aber alles andere is Nonsins!
Das sollte Larissa helfen, egal wie sichs anfühlt. Nichts is schlimmer als vertane Gelegenheiten und verschwendete Zeit.
LG Manja
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Das man älter geworden ist, merkt man daran, dass die Monster unter deinem Bett in den Briefkasten umgezogen sind!

Lina
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 23 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 4. Mai 2016, 21:39

ManjaV. hat geschrieben:Hallo Lina,
Ich bin nich immer Deiner Meinung aber ich denke in diesem Fall hast Du das Prob beim Namen genannt! Es klingt zwar evtl für Neulinge ein wenig "unsanft" aber alles andere is Nonsins!
Das sollte Larissa helfen, egal wie sichs anfühlt. Nichts is schlimmer als vertane Gelegenheiten und verschwendete Zeit.
LG Manja
Ich glaube eigentlich nicht, dass es so unsanft ist. Schließlich geht es ja nicht darum, dass Schuld zugewiesen wird, wie "du hast die vielen Jahre nur auf eine Lüge gelebt", "denk an deine Familie" oder zur anderen Seite, "mach doch nicht so ein Drama daraus nur weil ... bla., bla.", wie man es zu Genüge hört.

Wenn ich Recht haben sollte, sind die ja nicht die ersten, die es nie richtig gelernt haben. Manche halten ein Leben lang zähneknirschend zusammen, obwohl sie sich eigentlich hassen. Andere haben mit den Jahren gelernt noch weniger miteinander zu reden, weil sie dann zu oft sich streiten - was sie nicht wollen. Eigentlich schön, wenn jemand das nicht will, aber schöner wäre es auch da, wenn sie lernen würde wirklich miteeinander zu reden. Und das sind noch die ganz "normalen" Fälle, die eigentlich keine wirklichen Probleme oder Herasusforderungen haben, die sie zusammen bewältigen müssen, seit 20 Jahren keinen Sex mehr haben, wo der Mann sich stillschweigend in den Keller zur Modelleisenbahn verzieht, und die Gemalin jemandem Stundenlang am Telefon berichtet, wie schlimm das Leben ist. Solche Leute sind ja erst recht nicht glücklich. Aber alleine müssen die sich nicht fühlen ...

So also ist es ja eigentlich nicht schlimm, wenn dann jemand kommt - Partner trrans oder auch nicht - und scheinbar tatsächlich bereit ist, etwas zu tun, um die Situation zu verbessern. Im Gegenteil. Wenn sie das will ist es gut.

Dass dann jemand wie ich, kommt und sagt, "eigentlich liegt ein wesentlicher Teil der Lösung direkt vor deiner Nase, du hast es nur nie bemerkt" ... ja, das kann man ja dann akzeptieren, oder es lassen. Es ist ja eine ziemlich neutrale Bewertung der Situation. Aber wer sich davon evtl. angegriffen fühlen könnte, hat vielleicht ein weiteres Problem für sich selbst zu lösen.

Larissa4711

Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 24 im Thema

Beitrag von Larissa4711 » Di 10. Mai 2016, 08:25

Hallo lina,

Danke für die antwort....

Sichet reden wir miteinander!
Mein mann hat gesagt,das er es schon interessant finden würde,wenn er quasi gestylt verführt werden würde und zwar nicht von mir,sondern von einem mann und das er selber nicht wisse,wie weit es gehen soll,bzw was er wirklich will.

Er meintr vielleicht bin ich ja schwul.... ich denke,das er selber sich erstmal neu kennenlernn muss,um sich mitteiln zu können!

Er ist selbet ambivalent und kann die meisten fragen nicht beantworten,zumindest sagt er das.

Fühlt sich an wie eine berg und tal fahrt...,.

Wir werden sicher lösungen und einen gemeinsamen nenner finden!

Er sagt ja,das er das verlangen immer mal wieder hatte auch schon in jungen jahren....als dann die grosse ausgezogen ist,war es aus meiner sicht wie eine torschlusspanik jetzt alles oder nichts!
Alleine schon,weil er anst hat,wenn der kleine älter wird und länger auf ist,könne er sich garnicht mehr hübsch machen.....

LG Larissa

Explorer
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 25 im Thema

Beitrag von Explorer » Di 10. Mai 2016, 10:30

Ich denke auch dass das wichtigste für euch beide ist, erstmal eure Wünsche und Grenzen zu definieren. Er will dieser Seite nachgeben, und das so weitgehend, wie er kann, du fühlst dich überfordert und hast Angst, dann kommt noch das Thema "schwul"* und dann noch eure Kinder. Natürlich muss man da einen Kompromiss schließen.

Lasst euch beide Zeit und geht erstmal in euch, und dann setzt euch zusammen und legt fest, was ihr für Erwartungen habt, was unbedingt sein sollte und wo ihr bereit seid, dem anderen entgegen zu kommen. Und dann wird sich (hoffentlich) eine Schnittmenge ergeben, bei der ihr beide einen Status Quo findet, der für euch in Ordnung ist. Die offene Kommunikation sollte natürlich keine einmalige Sache sein, sondern auch in Zukunft bestehen bleiben. Das hilft auch euch beiden: Dir, Ängste zu nehmen, ihm, sich verstanden und akzeptiert zu fühlen. Und ihr solltet euch darauf einstellen, dass sich eure Wünsche und Grenzen in Zukunft verschieben könnten: Ihr steht ja beide noch mehr oder weniger am Anfang, und im Laufe der Zeit kann es gut sein, dass einer von euch beiden seine Ansichten zu bestimmten Punkten verändert. Also habt keine Angst, in Zukunft noch mal "nachzuverhandeln" - das heißt nicht, dass eure bisherigen Vereinbarungen gescheitert sind, sondern einfach, dass ihr euch weiterentwickelt.

Ich wünsche euch alles Gute. Es ist naturgemäß für beide eine schwierige Situation, aber im Endeffekt geht es doch genau um das, was eine Beziehung ausmacht: Gemeinsame Lösungen zu finden, und bei unterschiedlichen Interessen Kompromisse zu schließen. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass ihr feststellt, dass die gemeinsame Schnittmenge zu klein für einen Kompromiss ist, das wäre schade, aber müsste man auch akzeptieren. Aber vielleicht könnt ihr daraus sogar gestärkt hervor gehen und euch weiter zusammen schweißen.

* Zum Thema "schwul sein": Ich glaube auch, dass er da grad einfach im Eifer des Gefechts über das Ziel hinaus schießt und es noch nicht einsortieren kann. Aber da er ja seit Jahren mit dir glücklich ist, wird er wohl nicht schwul sein. Eher schon bisexuell. Natürlich ist auch das ein Thema, wo er sich selbst mehr Klarheit verschaffen muss, und wo ihr gemeinsam eine Lösung finden müsst (die auch völlig legitim darin bestehen kannt, dass du Monogamie von ihm erwartest), aber ich glaube die Sorge, schwul zu sein, ist erstmal etwas weit gegriffen.
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 26 im Thema

Beitrag von Explorer » Do 12. Mai 2016, 23:05

Ach mann, ich bin grad frustriert... eigentlich suche ich keinen speziellen Rat, aber muss es nur grad mal loswerden, und daher schreibe ich es hierhin. Vielleicht passt es sogar ganz gut hier in den Thread, um zu zeigen dass nicht immer alles rosig läuft.

Ich fühle im Moment wieder einen starken Drang, mehr mit meiner weiblichen Seite zu experimentieren. Und das nicht nur als erotisches Rollenspiel (wo meine Partnerin kein Problem damit hat), sondern auch in eher alltäglichen Dingen (und in dem Punkt hat sie Angst, den "Mann" an ihrer Seite zu verlieren). Ja, am liebsten würde ich (obwohl ich auch selbst noch Bammel davor habe) auch mal meine weibliche Seite vor anderen Menschen zeigen, nicht nur in den eigenen vier Wänden. Aber ich weiß, dass meine Partnerin das belastet. Und so bin ich im Dilemma. Einerseits mache ich es am liebsten, wenn sie nicht da ist, um keine Reibereien zu erzeugen. Andererseits will ich aber auch kein heimliches Doppelleben führen. Und so habe ich z.B. nicht den Nagellack von meinen Zehen entfernt, bevor sie wieder heim kam (den an den Fingern schon - aber auch aus ganz pragmatischen Gründen, dass ich das noch nicht außer Haus zeigen will). Oder eben nicht meine Spitzenunterwäsche gewechselt.

Ist aber irgendwie nach hinten losgegangen. Weil ich dann doch irgendwie verschämt damit umgegangen bin, und irgendwo zwischen "es nicht verstecken wollen" und "es aber auch nicht offen vor ihr zeigen wollen" rumeiere. Heute hat es dann etwas geknallt. Sie hat das Gefühl, dass ich sie immer wieder bewusst auf das Thema zu stoßen versuche, und sie damit unter Druck setze. Und dass ich das Thema nicht anspreche, weil ich nicht ganz sicher bin wie und weil ich auch Angst vor dem Gespräch habe, hat erst recht dafür gesorgt, dass es unausgesprochen zwischen uns in der Luft hängt. Zeigt nur mal wieder, wie wichtig offene Kommunikation ist - auch und GERADE wenn es schwer fällt.

Leider habe ich etwas Angst um die Beziehung. Sie hat heute recht böse reagiert. Neulich auch schon mal. Ihre Grundstimmung zu dem Thema war schon mal viel entspannter. Das finde ich wiederum ungerecht. Sie gibt mir das Gefühl, der Böse zu sein, weil ich das schwierige Thema in die Partnerschaft bringe. Aber fasse ich mir an die eigene Nase: Meine Kommunikation war halt auch in letzter Zeit etwas unglücklich. Leider wird es nicht leichter damit offen umzugehen, wenn ich solche Reaktionen erfahre. Wir werden wohl mal wirklich offen die Karten auf den Tisch legen müssen, und vielleicht sieht es danach wieder viel entspannter aus, weil wir Missverständnisse aus der Welt räumen können. Aber ehrlich denke ich immer öfter darüber nach, dass das offene Gespräch auch unüberbrückbare Differenzen aufdecken könnte - und dass es dann das beste wäre, getrennter Wege zu gehen. :cry:
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

exuserin-2016-12-21

Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 27 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » Fr 13. Mai 2016, 00:08

Hallo ihr Lieben,
ich muß mir was von der Seele schreiben,dieser Vorfall beschäftigt mich so arg das ich seit Tagen
in mich gekehrt bin und keinen klaren Kopf mehr habe .
Ich bin momentan im Krankenstand und habe diese Woche eine hoffentlich kleine OP.
Jetzt zum Thema,ich habe ja vorgehabt mich mal komplett weiblich zu Fotografieren.Wichtig war mir dabei das das Erscheinungsbild
nach meinen Vorstellungen stimmig ist ,mit Perücke und Schminke ,Bekleidung .Ich übte jeden Morgen und verpackte meine Sachen wieder,meine Frau wusste von der Perücke ,und wollte sie eigentlich im Frühjahr dann mal nutzen um wie gesagt die Fotos zu schießen.Letzte Woche aber fand ich die Schminke und Perücke so genial das ich sie anließ und wollte meine Frau morgends überraschen und wartete auf sie bis sie aufgestanden ist!
Sie kam ,sah mich und fing an .Geht es jetzt weiter..Hast du auch noch was anderes im Kopf ...Ihr seit Männer..Was wollt ihr Tunten eigentlich dadurch bezwecken...ich habe das Gefühl das ihr ab 50 langsam
durchdreht und meint euch als Frau zu verkleiden das ihr wieder jünger werdet....seit ihr bescheuert ,nehm mal Rücksicht auf deine Kinder ,und soweiter.
Ich sagte meiner Frau dann frostig ,das wir Tunten am Arsch beginnen mit der Verjüngungskur ,durch den Slip den man so ja eigentlich nicht sieht. (ag) :cry: :(
Ich glaube sie will das ganze verdrängen und nicht wahrhaben ,aber es ist halt mal so wie es ist. Was soll ich tun ,und meine Frage an euch : Habt ihr auch schon so eine Erfahrung gemacht?? Seit diesem Zeitpunkt ist es sehr frostig momentan :roll: (snow)

Liebe Grüße Inge (ki)

Hallo Explorer,
das was du liest ist vom Februar dieses Jahres ,meine Frage an unsere Gemeinde hier!Wie ich sehe , stellt sie sich immer wieder.
Reden ,und nochmal reden ,oder wie du sagst die Reissleine ziehen ,haben viele schon durchgemacht denke ich .

Lina
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 28 im Thema

Beitrag von Lina » Fr 13. Mai 2016, 01:32

Larissa4711 hat geschrieben:Hallo lina,

Danke für die antwort....

Sichet reden wir miteinander!
Mein mann hat gesagt,das er es schon interessant finden würde,wenn er quasi gestylt verführt werden würde und zwar nicht von mir,sondern von einem mann und das er selber nicht wisse,wie weit es gehen soll,bzw was er wirklich will.

Er meintr vielleicht bin ich ja schwul.... ich denke,das er selber sich erstmal neu kennenlernn muss,um sich mitteiln zu können!

Er ist selbet ambivalent und kann die meisten fragen nicht beantworten,zumindest sagt er das.

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Er sagt ja,das er das verlangen immer mal wieder hatte auch schon in jungen jahren....als dann die grosse ausgezogen ist,war es aus meiner sicht wie eine torschlusspanik jetzt alles oder nichts!
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LG Larissa
Hallo Larissa,
bestimmt redet ihr miteinander - daran habe ich auch nicht gezweifelt. Das Reden alleine macht aber manchmal verschwindend wenig von der Kommunikation aus! Das mag dir neu sein - oder vielleicht hast du das auch mal gehört und dir die Frage gestellt, was wohl damit gemeint sein könnte.

Greifen wir es doch als Beispiel auf bei der Aussage "Er meintr vielleicht bin ich ja schwul.... ich denke,das er selber sich erstmal neu kennenlernn muss,um sich mitteiln zu können".

Eigentlich könnte die Frage doch längst beantwortet sein. Vor Jahren. Wie reagierst du selber, wenn du eine attraktive Person siehst - Mann oder Frau?
Du wirst bestimmt irgend eine körperliche Reaktion zeigen. Das kannst du nämlich nicht lassen. Wie reagiert dein Mann, wenn er diese Reaktion bei dir beobachtet? Was sagt er dazu?
Und umgekehrt: Wie sieht die körperliche Reaktion deines Mannes aus, wenn er eine attraktive Person sieht - Mann oder Frau? Wie reagierst du darauf, wenn du diese Reaktion bei deinem Mann beobachtest. Was sagst du dazu?
Meine Befürchtung ist, dass ihr beide nichts dazu sagt. Eigentlich bin ich fast sicher, dass ihr nichts sagt, denn sonst würde die Frage nicht im Raum stehen , ob er Schwul ist. Und ganz bedauerlich ist es, wenn ihr solche Reaktionen bei einandern nichte erkennt, denn dann wißt ihr auch nicht wann ihr jeweils für einander attraktiv seid. Dann ist es mehr eine Frage des Zufalls - dass er gerade Geil genug um Sex haben zu wollen. Nicht dass jeweils eine von euch auf den anderen zündet und schon mit einer subtilen Reaktion sagt, "ich will mehr davon".

Damit will ich natürlich nicht sagen, dass ihr überhaupt nicht wisst, wie ihr miteinander umgehen sollt. Natürlich tut ihr das - sonst wärt ihr nicht immer noch zusammen. Aber offensichtlich ist etwas auf einigen Ebenen der Kommunikation einfach auf der Strecke geblieben. Das lässt sich auch nachträglich erlernen.

Vieles lässt sich ja nicht mal mit Worten erklären und daher auch nicht sinnvoll oder zielführend besprechen. Meine Partnerin weiß z.B. ziemlich genau, wie die Männer und Frauen aussehen, auf die ich zünden könnte - und umgekehrt auch. Da wäre es ja nutzlos zu versuchen zu erklären warum und weshalb - viel wichtiger ist es, dass wir schon lange wissen wie und was. Wir wissen deshalb auch schon ewig, dass ich ausgeprägter bi bin als sie ist.
Zu dem Thema muss man nämlich nicht unbedingt viel sagen - denn worauf man zündet oder nicht ist eh ziemlich schwierig, logisch zu erklären - und die Verständnis dafür, dass der Partner/die Partnerin so fühlt zeigt man sowieso im Endeffekt non-verbal. Verständnis überhaupt zeigt man immer mehr non-verbal als verbal. Immer!

Aber gerade da, wo du die Chance aufgreifen könntest, verkriechst du dich lieber, weil du nicht weiter weißt (... ... ich denke,das er selber sich erstmal neu kennenlernn muss,um sich mitteiln zu können".) Sagt es eigentlich alles.

Das war natürlich ganz kurz primitiv und schematisch erklärt - aber verstehst du in etwa was ich damit meine, wenn ich sage "ihr würdet davon profitieren, wenn ihr lernen würdet, besser miteinander zu Kommunizieren"? Dadurch wird sich das, was ihr jetzt als Problem sieht sich nämlich auch verändern.

Vicky_Rose
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 29 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 13. Mai 2016, 08:34

Hallo Inge und Explorer (war Sara richtig ?),

ich glaube die Reaktionen sind ganz typisch. Wir funktionieren nicht mehr wie gewohnt, wir erlauben uns, das zu leben was in uns steckt und das ist dann Egoismus. Dabei ist die Frage, wer hier egoistisch ist ? Wir, die wir das Bedürfnis haben zu leben, wie es uns gut tut oder diejenigen die von uns zu erwarten, dass wir gegen unser Wesen leben sollen. Es werden schlechte Gefühle, Scham oder Rücksicht dazu benutzt, uns ein Leben aufzuzwingen, das uns nicht gerecht wird. Das Problem ist aus meiner Sicht in vielen Fällen auch in der Partnerin, die meint ihr Leben nach den Regeln anderer leben zu müssen. "Was sollen denn die Nachbarn denken ?" ist so ein Standardsatz.

Die Aufgabe liegt darin, dass beide ihren Weg gehen müssen. Beide müssen lernen, dass auch sie zu der Situation beitragen. Aber das ist sehr schwer. Bei einer TS-Freundin ist genau an dieser Stelle die Ehe zerbrochen. Nicht weil sie Trans ist, sondern weil die Familie an den "Regeln" festgehalten hat. Es ging nicht um Unterstützung der TS, sondern sie sollte sich so sehr verbiegen, dass es der Familie gerecht wird. Hier muss jede für sich irgendwann die Frage beantworten, was sie eigentlich will.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 30 im Thema

Beitrag von Explorer » Fr 13. Mai 2016, 09:32

Vicky_Rose hat geschrieben:Hallo Inge und Explorer (war Sara richtig ?),

ich glaube die Reaktionen sind ganz typisch. Wir funktionieren nicht mehr wie gewohnt, wir erlauben uns, das zu leben was in uns steckt und das ist dann Egoismus. Dabei ist die Frage, wer hier egoistisch ist ? Wir, die wir das Bedürfnis haben zu leben, wie es uns gut tut oder diejenigen die von uns zu erwarten, dass wir gegen unser Wesen leben sollen. Es werden schlechte Gefühle, Scham oder Rücksicht dazu benutzt, uns ein Leben aufzuzwingen, das uns nicht gerecht wird. Das Problem ist aus meiner Sicht in vielen Fällen auch in der Partnerin, die meint ihr Leben nach den Regeln anderer leben zu müssen. "Was sollen denn die Nachbarn denken ?" ist so ein Standardsatz.

Die Aufgabe liegt darin, dass beide ihren Weg gehen müssen. Beide müssen lernen, dass auch sie zu der Situation beitragen. Aber das ist sehr schwer. Bei einer TS-Freundin ist genau an dieser Stelle die Ehe zerbrochen. Nicht weil sie Trans ist, sondern weil die Familie an den "Regeln" festgehalten hat. Es ging nicht um Unterstützung der TS, sondern sie sollte sich so sehr verbiegen, dass es der Familie gerecht wird. Hier muss jede für sich irgendwann die Frage beantworten, was sie eigentlich will.
Richtig, Sara. Sollte ich vielleicht mal in meine Signatur schreiben. ;)

Für meine Partnerin geht es um beides: Dass sie sich einen "richtigen" Mann wünscht, und dass sie Angst hat vor dem, was andere denken. Kann ich beides verstehen (das mit der Angst wurmt mich zwar irgendwie, das ist als würde sie sich für mich schämen, aber ich hab die Angst ja auch selbst, und kann es ihr daher schwerlich verdenken).

Heute morgen ist sie sehr freundlich und liebevoll auf mich zugekommen, und hat mir ihre Ängste erklärt. Sobald ich aber versucht habe, ihr meine Sicht zu erklären, fiel sie mir ins Wort, wurde laut, und ist schließlich aus dem Haus gestürmt. Seitdem haben wir ein paar Nachrichten geschrieben, und uns vom Tonfall her wieder etwas beruhigt, aber sie sagt dass sie eigentlich nicht darüber reden will. Ich hab das Gefühl, ich darf gar nichts mehr sagen, was ihr nicht passt. Das war auch die letzten Male so... sie meint, es ginge immer nur um mich, und ich würde auf ihre Gefühle keine Rücksicht nehmen. Vielleicht hat sie ja zum Teil recht, aber so gerne ich auch auf sie eingehen würde: Bei solchen Gesprächen redet eigentlich immer nur sie. Sobald ich etwas sagen will, werde ich unterbrochen und mit Vorwürfen überschüttet.

@Inge: Danke für den Hinweis. Habe deinen Thread gefunden und werde mal ein wenig lesen. Die Kunst ist wohl zu wissen, wie sehr es sich lohnt für eine Partnerschaft zu kämpfen, und ab wann man den Kampf gegen Windmühlen besser bleiben lässt.
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

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