Wie gehen partnerinnen damit um
Wie gehen partnerinnen damit um

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Larissa4711

Wie gehen partnerinnen damit um

Post 1 im Thema

Beitrag von Larissa4711 » Di 3. Mai 2016, 13:28

Hallo!!

Wir sind seit zehn jahren zusammen und aus heiterem himmel hat er mir von seinen vorlieben egzählt.

Erst dachte ich ok, ab und an mal nen rock,ok,wird schon gehen.....

Aber innerhalb kürzester zeit hat mein mann sich einen komoletten kleiderschrank voll zugelegt,sogar mit brüsten perücken schmuck schminke pumps......er hat sich sogar überall rasiert,arme beine..... nur am rande,einfach im gesicht nur für mich,fsmit das küssen schöner ist,fand und findet eher nicht statt.

Fühlte mich übergangen und überfordert miv der gnzen situation.

Auch zum schlafengehen habe ich ihn in rosa schlafanzug oder nchthemd neben mir. Irgendwie akzeptiere ich es, aber oft weiss ich nicht,wo das noch hinführen soll......

Wenn er könnte,würde er am liebsten nur als frau rumlaufen. Ich finde es hat totsl überhand genommen und ich bin nicht so gut im grenzen setzen,was das ngeht.

Auch m wochenende möchte er am liebsten den ganzdn tag km rock oder kleid rumlaufen. Wenn unser sohn (4)noch auf ist,verzichtet er zumindesf auf schminke und perücke.

Ich weiss nicht,wie ich damit umgehen soll.
Wie macht ihr,bzw eure partnerin das ?

Ich glaube er hat auch manchmal andere sexuelle phantadien,die nicht much,sondern andere männer betreffen,wo er frau sein kann....zumindest hat er das mal angefeutet.....

Ich verstehe das alles nicht,vielleicht kennt dad ja jmand.....

Liebe grüsse larissa

exuserin-2016-12-21

Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 2 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » Di 3. Mai 2016, 15:06

Hallo Larissa,
erstmal ein herzliches Willkommen !! Also ich bin jetzt keine Bio-Frau ,wie wir es hier so formulieren ,aber ein Crossdresser der auch gerne alle Facetten
des weiblichen lebt!!
Ich bin verheiratet und habe mit meiner tollen Frau 6 gesunde Kinder die auch in meiner Situation eingeweiht sind . Die jüngste ist 3 Jahre alt und stellt letztendlich auch keine Fragen.
Dein Mann ist ein totaler Crossdresser und durch die Offenlegung dir gegenüber ,ist seine Meinung nach alles jetzt ausleben zu können .
Er sieht gerade dich nicht und deine Ängste ,er macht einfach sein Ding.
Das darfst du liebe Larissa aber nicht zulassen!! Stecke im Grenzen und für dich auch eine Sicherheit wenn du deine Beziehung/Partnerschaft mit im weiterführen möchtest.
Viel miteinander reden ,und einen Fahrplan erstellen ! Über seine Träume oder Wünsche was mit Männer zutun hat ,kann ich dir nicht helfen,da ich rein lesbisch bin ,also Hetero kann ich dir nur empfehlen ,das mit im zu besprechen.
Ja ,ich war am Anfang wo alles aufgebrochen ist (Jan.2015) auch voll von der Platte und bin los gallopiert,irgendwann hat meine Frau das Lasso rausgeholt und mich wieder eingefangen ! Sonst wären wir Heute sicherlich getrennt. Wir haben klare Abmachungen und meine Frau bestimmt die Zeiten . Ich möchte meine Familie nicht verlieren und meine Frau gibt mir viel Spielraum für meine Leidenschaft!!!! (he) Dafür bin ich ihr sehr Dankbar. Seit sie das steuert ist sie glücklicher und kann mit ihrer Inge gut leben ,aber dann muß auch wieder ihr Mann da sein .
Na ja ,ob ich dir jetzt ein bisschen helfen konnte weiß ich nicht ,aber ich wünsche dir alles Gute ,wenn die Liebe stimmt, hoffentlich seinen positiven Verlauf nimmt!!

Ganz liebe Grüße Inge (ki) (hs)

Sunny
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 3 im Thema

Beitrag von Sunny » Di 3. Mai 2016, 15:26

Hallo Larissa,

und erst einmal herzlich willkommen hier. Ich denke, damit dass du dich mit dem Thema auseinander setzst und hier Austausch suchst, hast du schon einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht!

Was du hier schilderst, haben schon einige erlebt. Dein Mann fühlt sich befreit, weil du jetzt Bescheid weißt und ist vor lauter Freude darüber wohl in einen Rausch verfallen. Diese Seite seines Seins war quasi lange Jahre im Gefängnis und legt jetzt nach der Entlassung erstmal richtig los, schätze ich.

Wichtig ist grundsätzlich, dass ihr beide offen miteinander reden könnt und ehrlich darüber sprecht, was ihr fühlt, was ihr braucht und was ihr wollt. Dann kann man nach einem gemeinsamen Nenner suchen. Das ist die Grundlage, auf dem das Zusammenleben funktionieren kann und bei einer derartigen Offenbarung, besonders nach einigen Jahren Beziehung, ist das ganz besonders wichtig.

Du sagst selbst, du verstehst das alles nicht. Weiß dein Mann das? Hast du versucht die Unklarheiten in Gesprächen mit ihm zu klären? Da er dich auf einmal mit diesem Thema konfrontiert, ist es aus meiner Sicht schon seine Verantwortung, dich auf seinem Weg mitzunehmen und dir Erklärungen zu geben soweit er dir diese geben kann. Es ist aber auch deine Verantwortung für dich selbst, dass du es ihm klar sagst, wenn Erklärungsbedarf bei dir vorhanden ist. Dieses Zusammenspiel wäre die ideale Basis um gemeinsam weiterzukommen.

Partnerinnen neigen leider manchmal dazu, ihren Mann einfach machen zu lassen, weil er glücklich sein soll und muten sich dabei selbst mehr zu, als sie eigentlich verkraften. Auch wenn du nicht gut darin bist, Grenzen zu setzen, ist es für dich wichtig, dass du genau das übst. Sprich mit deinem Mann darüber, was du in den verschiedenen Situationen empfindest und kläre mit ihm ab, was du erst einmal gut verkraften kannst und was dir zuviel wird. Diese Grenzen werden ja nicht festgemauert für die Ewigkeit, sondern sie können sich mit der Zeit verschieben. Aber durch das Setzen von Grenzen kannst du dir den Raum schaffen, den du brauchst um das alles zu verarbeiten, verstehen zu lernen und für dich herauszufinden, wie du damit umgehen kannst und willst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das schwer ist, aber es ist das einzige, was hilft.

Mache dir auch bewusst, dass dein Partner viele Jahre Zeit hatte um sich selbst damit auseinanderzusetzen. Er hat offenbar selbst lange gebraucht um sich selbst so akzeptieren und dir offenbaren zu können, wie er ist. Dass du jetzt ein wenig Zeit und Ruhe brauchst, um das alles zu verarbeiten, sollte er vor diesem Hintergrund eigentlich verstehen und Geduld für dich haben. Diese Rücksichtnahme ist meiner Ansicht nach jedenfalls nicht zu viel verlangt.

Ein echtes Patentrezept für diese Situation gibt es leider nicht, aber mit offenen Gesprächen, in denen beide Seiten zu Wort kommen und Berücksichtigung finden, ist ein guter Grundstein schonmal gelegt. Du darfst dabei nur nicht vergessen, dich und deine eigenen Bedürfnisse auch zu berücksichtigen.

Was oftmals eine hilfreiche Sache ist, ist der persönliche Austausch mit anderen Betroffenen. Es gibt inzwischen einige Selbsthilfegruppen, vielleicht findest du ja eine geeignete Anlaufstelle für dich hier: viewtopic.php?p=106248#p106248

Wenn du noch Fragen hast oder reden willst, melde dich einfach, wenn dir das lieber ist auch per PN.

Liebe Grüße
Sunny

PS: Es gibt hier auch einen geschützten Partnerinnen-Bereich, zu dem du Zugang bekommen kannst, wenn wir dich etwas besser kennen gelernt haben, wenn du magst.

Edit: Fast vergessen: Wenn dein Mann tatsächlich von Sex mit Männern träumt und du damit nicht leben kannst, solltest du da meiner Ansicht nach, ganz schnell und entschieden eine Grenze setzen, bevor in seinem Rausch noch etwas passiert, was sich nicht mehr kitten lässt.
Frankas glückliche und stolze Bio-Ehefrau

Vicky_Rose
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 4 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Di 3. Mai 2016, 15:43

Das darfst du liebe Larissa aber nicht zulassen!! Stecke im Grenzen und für dich auch eine Sicherheit wenn du deine Beziehung/Partnerschaft mit im weiterführen möchtest.
Viel miteinander reden ,und einen Fahrplan erstellen ! Über seine Träume oder Wünsche was mit Männer zutun hat ,kann ich dir nicht helfen,da ich rein lesbisch bin ,also Hetero kann ich dir nur empfehlen ,das mit im zu besprechen.
Solche Sätze sind echt heftig. Was für Dich passt, muss noch lange nicht für andere passen. Und wenn sie nicht passen, verwirren sie mehr als das sie Klarheit schaffen.
Ich verstehe das alles nicht,vielleicht kennt dad ja jmand.....
Das dürften die meisten von uns kennen. Entweder von der einen oder der anderen Seite. Eindeutige Antworten wirst Du nicht finden. Letztlich ist es aber immer ein persönlicher Weg. Jede/r hat eigene Vorstellungen und Entwicklungen. Von Transidentität mir Operation bis zum gelegentlichen Tragen von weiblicher Kleidung, von der "Teilzeitfrau" bis zum Fetisch gibt es alles mögliche. Was Euch betrifft, müsst Ihr leider selber heraus bekommen. Ihr habe Euch beide die Situation nicht ausgesucht, auch Dein Mann nicht. Aber es spricht viel dafür, dass die gegenwärtige Situation ein "Überschwingen des Pendels" ist. Trotzdem, und da gebe ich Inge Recht, musst Du das nicht hinnehmen, wenn es Dich selber zu sehr belastet. Hier ist Konfliktlösung angesagt. Und wenn Du damit Probleme hast, wie Du schreibst, wäre Unterstützung von Fachleuten wie ProFamilia oder Eheberater eine Möglichkeit. Wir sind alle nicht als Fachleute für die Ehe geboren worden und müssen das auch lernen. Es gilt, tragfähige Lösungen zu finden und die kommen nicht über Nacht.

Fragen wie Du sie stellst, haben hier auch schon einige Partnerinnen gestellt. Für den Austausch gibt es auch einen gesonderten Bereich. Eine PN an Anne-Mette schreiben, verschafft Dir Zutritt für den Austausch mit anderen Partnerinnen. Vielleicht hilft Dir der Erfahrungsaustausch weiter.
Viele Grüße
Vicky

Larissa4711

Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 5 im Thema

Beitrag von Larissa4711 » Di 3. Mai 2016, 17:03

Erstmal lieben dank für eure antworten !

Das gibt mir mut und zeigt mir,das ich nicht alleine bin.

Habe mich ja nun auch erst nach langer zeit getraut zu schreiben.

Es werden sicher noch viele gespräche stattfinden, auch wenn mein mann mir momentan auch nicht sagen kann, was er genau möchte und was ihm das gibt....

Nun weiss ich zumindest auch , wie man in die partnerinnen gruppe kommt,dachte das geht garnicht mehr! Naja, bin auch noch neu....

Unser sohn nimmt das auch einfach so,wie es ist und trägt selber gerne mal ne kette oder so....

Larissa

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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 6 im Thema

Beitrag von Sunny » Di 3. Mai 2016, 17:52

Es gibt einen alten und einen neuen Bereich, Larissa. In den alten Bereich kommen keine neuen Mitglieder mehr rein, aber in den neuen Bereich schon. Zeigt aber, dass du schon interessiert am Stöbern bist und das ist eine feine Sache :wink:

Die Erfahrung, dass Kleine das so nehmen, wie es ist, haben wir auch gemacht. Unser Enkel ist auch vier Jahre alt und hat vor kurzem Opas Schuhe für sich entdeckt. Es ist einfach nur süß, wenn der Knirps dann in den viel zu großen hohen Hacken durch den Flur stapft :mrgreen:

Nur Mut und lass dir die Zeit, die du brauchst. Ich freue mich darauf, noch mehr von dir zu lesen.

Liebe Grüße
Sunny
Frankas glückliche und stolze Bio-Ehefrau

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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 7 im Thema

Beitrag von Speedy Gonzales » Di 3. Mai 2016, 20:18

Liebe, Larissa,

willkommen hier im Forum.

Ich bin auch Bio-Frau, die von ihrem Mann nach gut 17 Jahren Beziehung (und knapp 11 Jahren Ehe) aufgeklärt und ziemlich überrumpelt wurde. Anfangs kam ich damit absolut gar nicht zurecht. Hab es fast zwei Jahre lang versucht zu ignorieren und totgeschwiegen. War keine gute Idee, denn es führte dazu, dass wir uns fast getrennt hätten. Als ich dann anfing, mich mit dem Thema Crossdressing zu beschäftigen, wurde es besser. Auch und vor allem wegen der ganzen lieben Mädels hier (egal ob bio, CD oder Trans).

Mein Mann hatte auch einen Kaufrausch, mit dem er mich sehr stark überforderte.

Ich habe immer wieder Phasen, wo ich damit sehr gut umgehen und klar kommen kann und Phasen (so wie momentan) wo es gar nicht geht. Da hilft wirklich nur reden. Und du musst deinem Mann ganz offen sagen, wie es DIR damit geht, deine Ängste offenbaren und ihr müsst viel reden.... Das ist meine eigene Erfahrung, aber auch kein Patentrezept...

Es gibt immer mal wieder Schwierigkeiten. Nicht immer ist es das Crossdressing, aber irgendwie beeinflussen sich diese Schwierigkeiten und welche aus anderen Gründen bei uns gegenseitig...

Es ist nicht so einfach, für beide Seiten nicht, einen Weg zu finden. Aber wenn man sich als Partnerin in dieses Thema reinliest, hilft es schon weiter. Und dafür bist du in genau dem richtigen Forum, finde ich. Hier werden alle Fragen beantwortet (im Forum ebenso wie im Chat), egal, wie "indiskret" sie sind... Jede/r hier ist gerne bereit, Auskünfte zu geben. Anders habe ich es bisher noch nicht erlebt, und glaub mir, ich hab im Chat schon die ein oder andere direkte, indiskrete Frage gestellt :wink:

Ich habe hier viel gelesen, bevor ich mich angemeldet habe und viel gelernt... über meinen Mann, das Crossdressing, aber auch über mich und meine Gefühle, Ängste und meinen Umgang damit.

Auch wenn es schwer ist, wünsche ich euch, dass ihr einen gemeinsamen Weg findet, mit dem beide gut leben können.

Liebe Grüße
Speedy

Anne-Mette
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 3. Mai 2016, 20:51

Moin,

vielleicht könnt ihr mir noch ein paar Fragen und Aspekte für den Workshop mit auf den Weg geben, in dem es um Familie und Partnerschaft geht.
- Fragen
- Tipps
- Wege

Gruß
Anne-Mette

exuserin-2016-12-21

Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 9 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 » Di 3. Mai 2016, 21:44

Hallo Anne -Mette ,per PN oder hier ?? LG Inge

Anne-Mette
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 3. Mai 2016, 21:49

Moin,

wenn es nicht vollkommen geheim sein soll, dann hier; sonst per PN.

Gruß
Anne-Mette

Sunny
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 11 im Thema

Beitrag von Sunny » Mi 4. Mai 2016, 10:03

Anne-Mette hat geschrieben:Moin,

vielleicht könnt ihr mir noch ein paar Fragen und Aspekte für den Workshop mit auf den Weg geben, in dem es um Familie und Partnerschaft geht.
- Fragen
- Tipps
- Wege

Gruß
Anne-Mette
Die zentralen Spannungsfelder sind aus meiner Sicht folgende:

- Ängste nehmen vs. gemeinsame Entwicklung - oder die Frage, an welchem Punkt man seiner Partnerin offenbart, was (Neues) in einem vorgeht
- Rücksichtnahme vs. (gesunden) Egoismus - oder die Frage, wie viel Kompromiss jeder aus- und auch einhalten kann
- Geduld vs. Rausch - oder die Frage, wie man es verhindert, dass man seine Frau überrollt
- Grenzen vs. Verständnis/Toleranz - oder die Frage, wie die Partnerin es schafft, sich im eigenen Tempo weiter zu entwickeln statt zu mauern
- Transition vs. "der Mensch bleibt gleich" - oder die Frage, ob eine Transition wirklich nur aus Sicht der Partnerin Veränderungen bringt
- Kommunikation vs. eigene Ratlosigkeit - oder die Frage, wie viel Ungewissheit der Mensch aushalten kann
- Liebe vs. Druck - oder die Frage, ob das Schema "wenn du mich liebst, dann machst du alles mit" Sinn macht
- Unterstützung vs. Gegenseitigkeit - oder die Frage, ob sich beide Partner gleichermaßen um die Bedürfnisse des anderen kümmern

Das ist es so, was mir gestern Abend noch durch den Kopf gespukt ist... vielleicht hat das diesmal besser geklappt, weil inzwischen eine (wenn auch geringe) Chance besteht, dass ich am Samstag zumindest für ein paar Stunden da bin, um an dem Workshop auch teilzunehmen :wink: wird sich kurzfristig entscheiden, denke ich... ich hoffe mal, ich habe in etwa das getroffen, was du im Sinn hattest, sonst einfach melden. Bei Fragen oder Unklarheiten stehe ich gerne zur Verfügung, hier oder per PN.

Liebe Grüße
Sunny
Frankas glückliche und stolze Bio-Ehefrau

Vicky_Rose
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 12 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 4. Mai 2016, 10:54

Super Sunny,

ich denke, dass deckt ziemlich viel ab. Mir fällt noch spontan ein:

- Freiräume vs. Gemeinsamkeit- muss man alles mitmachen oder gibt es auch Möglichkeiten, dass jeder eigene Wege geht. Anders gesagt: Distanz und Nähe, wieviel kann/muss/soll/darf sein ?

- Wie kann ich damit umgehen, wenn der Partner zu sehr "abhebt" ? vs. Wie kann ich mit einer Partnerin umgehen, die mauert ?

- Kommunikation: Wie findet man eine gemeinsame Sprache ?

- Wie findet ein Paar Unterstützung bei Dritten ?

- Sollen wir es den Kindern sagen und wenn ja, wie ?

Kleine Anmerkung noch:
Ängste nehmen vs. gemeinsame Entwicklung
"versus" passt mMn nicht. ein "und" wäre besser.
Zuletzt geändert von Vicky_Rose am Mi 4. Mai 2016, 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

Sunny
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 13 im Thema

Beitrag von Sunny » Mi 4. Mai 2016, 11:09

Danke für deine Ergänzungen, Vicky. Die sind auch super.

Das vs. bei Ängste nehmen und gemeinsame Entwicklung würde ich schon bewusst stehen lassen. Ich sehe da den Konflikt, dass man Ängste der Partnerin nicht entstehen lassen, bestätigen oder schüren will und deshalb Themen, die damit verbunden sind, als TG nicht anspricht, obwohl sie einen beschäftigen. Das ergibt Potential dafür, dass man sich alleine solange mit dem Thema befasst, bis man sicher ist, dass man die Partnerin damit konfrontieren muss, weil eine diesbezügliche Entscheidung schon getroffen wurde. Es hat sich dann nicht gemeinsam etwas entwickeln lassen, sondern die Partnerin bekommt im Prinzip das Endergebnis mitgeteilt ohne Einfluss auf die Entwicklung gehabt zu haben, indem sie ihre Meinung in den laufenden Prozess einbringen konnte, in dem Wissen, dass dieses Thema auch tatsächlich relevant ist.

Ich hoffe, das ist nachvollziehbar geschrieben. In meinem Kopf hat es jedenfalls noch Sinn gemacht :mrgreen:

Liebe Grüße
Sunny
Frankas glückliche und stolze Bio-Ehefrau

Anne-Mette
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 14 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 4. Mai 2016, 11:13

Moin,

... und danke für die Hinweise )))(:
Falls euch noch etwas einfällt, dann schreibt bitte: im Sonntagsclub ist W-Lan; dann kann ich ganz aktuell noch etwas in die Diskussion einfließen lassen.

Gruß
Anne-Mette

Ulrike-Marisa
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Re: Wie gehen partnerinnen damit um

Post 15 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mi 4. Mai 2016, 11:19

Hallo,

da passt mein Text auch mal hier für alle, was ich als Diskussionsbeitrag geschrieben habe...

Das Leben wie es in Wirklichkeit ist…

Seit fast 38 Jahren lebe ich mit meiner Frau zusammen im Hohen Norden der Republik.
Der Wunsch, Mädchen später Frau sein zu wollen beschäftigt mich seit der Kindergartenzeit. Damals war ein Tabuthema, über das nicht gesprochen wurde. So durchlebte ich eine männliche Sozialisation und habe versucht, eine solche rolle auch zu leben. Es hat insofern auch geklappt, dass ich eine Familie mit zwei mittlerweile erwachsenen Kindern habe. Der Wunsch nach Weiblichkeit trat sehr stark in den Hintergrund; andere Aufgaben waren stärker. Meine Frau hat immer schon viele weibliche Eigenschaften bei mir gesehen und fand das immer sehr angenehm für die Beziehung. Ein Freund im Studium sprach mich vor 40 Jahren mal darauf an, dass er solche Eigenschaften bei mir entdeckt hätte; wir sprachen darüber, aber es war kein Wunsch, der verwirklichbar war. Erst nachdem meine Kinder nach dem Abitur aus dem Haus waren, hatte ich Zeit, über mich nachzudenken und der Wunsch nach mehr Weiblichkeit in meinem Leben trat erkennbar hervor. Das Internet mit neuen Möglichkeiten der Information und die Lektüre entsprechender Fachliteratur in Verbindung der Tatsache, dass ich mich einer Selbsthilfegruppe Angeschlossen habe, schaffte für mich die Grundlage, meine Situation deutlicher zu erkennen und die Tatsache letztlich anzunehmen, dass ich mich eher als Frau fühle denn als Mann und dass ich mit meiner transsexuellen Neigung nicht alleine bin, sondern es eine ganze Menge anderer Betroffener gibt. Gespräche mit meiner Frau führten zu einem Outing ihr gegenüber und der inneren Familie. Für meine Frau brach eine Welt zusammen, dass ich so etwas mache und fühle. Sie lehnt diese Entwicklung bei mir ab und hält es für eigentlich unmöglich, dass es so einen Wechsel geben kann. Sie möchte mich auch nicht im Kleid/Rock im Haus sehen, denn eine zweite Frau im Haus könnte sie nicht ertragen. Ein gewisses Verständnis für meine Entwicklung auf der Basis, dass sie weibliche Eigenschaften von mir ja kannte, entwickelte sich dahingehend, dass wir einen gewissen Status Quo haben: Ich gehe zur Selbsthilfegruppe, trage außerhalb unser näheren Umgebung auch weibliche Kleidung und sie akzeptiert im normalen Leben das tragen weiblicher Unterkleidung, lange Haare und Schmuck wie Ohrringe und Armreif, Damenuhr, Strumpfhosen nur eben kein Kleid im Haus oder Rock. Da das Leben nicht nur aus diesem einen Aspekt besteht, haben wir uns bisher nicht getrennt und verstehen uns weiterhin gut und haben viele gute gemeinsame Seiten, die wir auch zusammen genießen können. Unser Lebensmotto ist: gemeinsam sind wir weniger allein. Ich nutze meine Freiräume und kann mich so im täglichen Leben beinahe ständig als Frau fühlen und so leben – bis auf die Status Quo-Einschränkungen. Wenn ich den vollen Weg mit HRT und GAOP gehen wollte, hätte das dann das Ende unserer Familie zur Folge mit weitreichenden Konsequenzen und das möchte ich zur Zeit nicht.

Liebe Grüße, Ulrike-Marisa ))):s

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