Alte Freunde wenden sich ab
Alte Freunde wenden sich ab - # 2

Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte
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Lina
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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 16 im Thema

Beitrag von Lina » Mo 28. Dez 2015, 20:23

Vicky_Rose hat geschrieben:Hallo Daniela,

diese Erfahrung zu machen, ist bitter. Aber ich glaube, Lieschen hat da einen sehr wichtigen Punkt angesprochen. Aber es muss gar nicht so sehr an einseitigen Gesprächsthemen liegen. Wir alle verändern uns ständig und damit verschieben sich manchmal auch Schwerpunkte im Leben. Das ist ja nicht ungewöhnlich. Danit verändern sich auch Freundschaften. Viele Freundschaften entpuppen sich auch als "einfache gute Bekannte". Ich habe einige Bekannte, aber echte, tiefe Freundschaften habe ich nicht viele, vielleicht gerade einmal drei.

Vielleicht darf man von vielen guten Bekannten auch nicht zu viel erwarten. Die eigene Ent"täuschung" ist z.T. vielleicht auch nur hausgemacht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich dachte, ich hätte Freunde gefunden, aber es gab eben nur gemeinsame Themen, wie z.B. das Hobby. Darüber hinaus war nicht mehr viel. Als ich das akzeptiert habe, ging es mit vielen Bekanntschaften wieder besser. Durch das Thema T* hat sich bei Euch sicher auch einiges in den Interessen verschoben, was natürlich auch für andere spürbar ist.

Erwartungen herunter zu schrauben und den Menschen mit Geduld und Freundlichkeit zu begegnen, kann man sicher viel erreichen.
Was du da beschreibst sind ja z.T. die wichtigen Bestandteile der klassischen Männerfreundschaften, die stark tendenziell Zweckgemeinschaften und um Dinge zentriert, die man zusammen tut - wo die Tendenz bei Frauenfreundschaften eher in Richtung, über Beziehungen, Gefühle und Erlebnisse reden. Das ist ja recht oft festgestellt worden in unterschiedlichen Untersuchungen.

Wie würdest du es beschreiben - hat der Charakter deiner Freundschaften sich auch geändert?

Daenerys Targaryen
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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 17 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Mo 28. Dez 2015, 21:08

Hallo Daniela,

ich habe bisher durch meine Transition keine Freunde verloren. Allerdings war die Überraschung über mein Outing aus Sicht meiner Freunde auch nicht allzu groß. Ich war schon in der Schule ein Junge, der schnell weinte, scheiße im Fußball war und deshalb im Sport lieber Jazzgymnastik wählte. Meine wenigen engen Freunde waren Mädchen oder andere mädchenhafte Jungs. Und auch wenn ich später zeitweise versucht habe, meine Weiblichkeit durch Überkompensation zu verdrängen, hatte ich in Bezug auf die gesellschaftliche Akzeptanz durch mein Heimatdorf nie eine allzu große Fallhöhe.

Auf der anderen Seite hat mir meine feminine Art Freunde beschert, denen es egal war, wenn andere tratschten, ich wäre schwul, eine Tunte, ein Mädchen etc. Ich hatte nie einen großen Freundeskreis aus Kumpels, sondern eher einzelne autonome Individualisten. Und von denen hat sich niemand abgewendet. Einige waren null überrascht über mein Outing als trans, andere haben mir ein paar Sprüche reingedreht ("Ich mag dich auch mit Titten!"), das war's.

Es fällt mir schwer, Dir einen Rat zu geben, wie man mit Freunden umgeht, zu unterschiedlich sind wir alle als TS und auch unsere sozialen Kontakte. Ich würde aber immer versuchen, Freundschaft als etwas zu sehen, das "klar" sein sollte wie chinesischer Tee. Und diese Klarheit ist im Umgang mit vielen Menschen einfach nicht gegeben, weil sie nicht ehrlich sind und sich von der Meinung der Masse beeinflussen lassen.

Liebe Grüße

Daenerys
Me too.

Vicky_Rose
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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 18 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Di 29. Dez 2015, 08:30

Hi Lina,
Wie würdest du es beschreiben - hat der Charakter deiner Freundschaften sich auch geändert?
wo die Tendenz bei Frauenfreundschaften eher in Richtung, über Beziehungen, Gefühle und Erlebnisse reden
Ich habe, da ich meine Freunde nur selten sehe, über das Thema T' noch nicht mit ihnen gesprochen. Aber irgendwann wird es auch hier soweit sein. Und trotzdem haben sich diese Freundschaften verändert, weil wir uns verändert haben. Wir haben alle in unserem Leben einiges erlebt und die "sachbezogenen Themen" sind viel weniger geworden. Wenn wir uns einmal treffen, wird sehr viel mehr über "Beziehungen, Gefühle und Erlebnisse" gesprochen als früher. Dadurch sind die Freundschaften fester geworden. Der Austausch über unser emotionales Erleben und auch typische "Frauenthemen" wie z.B. Beziehungen hat uns stärker verbunden. Die Empathie ist im Laufe der Zeit gewachsen. Zumindest sehe ich das so. Vielleicht wollen wir auch mit zunehmenden Alter und Erfahrungen stärker an die Lebensthemen heran. Da sind die Alltagsthemen nur die "Aufwärmer".

Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe den Eindruck, dass die tiefen Frauenfreundschaften auch nicht häufiger sind, als bei Männern und sich auch nicht so stark davon unterscheiden. Es geht um die die tiefen, inneren Fragen, die Menschen bewegen. Und darüber zu reden, braucht es einen Menschen, dem man sehr stark vertraut.

Bei oberflächlichen Freundschaften, ich nenne sie Bekanntschaften, ist das i.d.R. nicht so tief gehend. Da bleiben die Themen an der Oberfläche, eben an den Themen, die einen mehr im Alltag begegnen. Du nennst es "Zweckgemeinschaften". Das sind dann halt Fußball, das Auto, das Kleid der Nachbarin oder der erste Zahn bei den Kleinen. Die Interessenlagen dürften sicherlich, u.a. auch auf Grund hormoneller Unterschiede, unterschiedlich in den Geschlechtern ausfallen. Die Wirkungen sind ja hinreichend bekannt. Aber ich sehe nur in den Themen die Unterschiede, nicht so sehr in der Frage, ob Zweckgemeinschaften geschlechtsspezifisch sind.
Viele Grüße
Vicky

ab08
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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 19 im Thema

Beitrag von ab08 » Di 29. Dez 2015, 09:02

Feldmaus hat geschrieben:Wir werden uns nun andere Hobbys und neue Freunde suchen müssen. Personen,die uns so nehmen wie wir sind. Doch schade das man wegen einer Transition zum Außenseiter gemacht wird.
Hallo Daniela,

zunächst herzlichen Dank für die realistische Schilderung! => Ich wünsche Euch beiden von ganzem Herzen viel Kraft.
Die zitierte Schlussfolgerung scheint richtig zu sein. Leider geht es halt nicht anders.

Im Grunde ist es meist wie bei einer Waage, bei der Positives und Negatives gegeneinander abgewogen wird.
Ihr hab Euch beide, weil Du offen bist & liebst.
(Bei mir führte TS 1996, lange vor dem offiziellen CO 2008, zur Trennung. Seitdem lebe ich allein. Dafür stehen Mutter, Geschwister und Kinder zu mir...)

Alles Gute für Dich und Saskia,
ganz liebe Grüße
Andrea
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ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz

Sylvia
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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 20 im Thema

Beitrag von Sylvia » Di 29. Dez 2015, 13:51

Auch Freunden (selbst den besten) kann man nur VOR den Kopf gucken, nicht hinein. Aus diesem Grund wird man nie jedes "Geheimnis" eines anderen kennen, und ein Geheimnis machen ja nun mal die meisten von uns aus ihrem "Anderssein", egal, ob es sich "nur" um das Tragen weiblicher Kleidung oder um weitergehende Schritte handelt. Das Bekanntwerden eines solchen Geheimnisses kann deshalb bei Freunden vieles auslösen, eben auch plötzliche Ablehnung. Ähnliches vollzieht sich etwa, wenn jemand seine bisher gut versteckte politische Meinung mal klarer äußert und feststellen muss, dass vermeintliche Freunde ein so großes Problem mit dieser Meinung haben, dass sie sich abwenden.

Ich versuche immer, sehr sensibel auf die Zwischentöne zu achten, wenn andere sprechen. Daraus lässt sich häufig schon eine Grundeinstellung erkennen, die derjenige gar nicht explizit zu äußern vermeint. Klappt aber auch nicht immer.

Lg,
Sylvia

Magdalena
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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 21 im Thema

Beitrag von Magdalena » Di 29. Dez 2015, 17:39

Hallo,

leider kommt es im Leben immer wieder vor, dass vermeindliche Freunde von einem abweden als hätte man eine ansteckende Krankeit. Wie hier schon von vielen beschrieben, ändern sich auch die Interessen mit der Zeit. Es gibt andere Gespächsthemen, Hobbys und so weiter. Gemeinsame Erlebnisse und zu erledigende Aufgaben verbinden. Vieleicht ist einiges mit eurer Veränderung als Paar für eure Ex-Freunde nicht nachempfindbar. Das klassische Rollenbild im Zusammenleben von Mann und Frau hat sich mit der Transition von Saskia aufgelöst. Ich kann hier nur vermuten sich abzugrenzen kann in der Angst liegen eigene unterdückte Gefühle zuzulassen. Wie eine Art Schutzmechanismus, was ich ausblende und nicht an mich ran lasse wird mein Leben nicht beeinflussen. Ob es die Ehefrauen eure Ex-Freund sind, die denken ihre Männer könnten sich ähnlich entwickeln, ist nur eine Vermutung. Oder ob es von den Männern ausgeht, die Euch nicht mehr ernst nehmen?

Ihr müsst jetzt nach von blicken, das Leben geht weiter. Warum sollt ihr euch im Schneckenhaus verkriechen? Es werden siche neue Freunde in euer Leben treten. Und manchmal kommt die Zeit zu Hilfe und einige eurer Freunde zu Besinnung. War zumindest bei mir so, auch wenn nicht mehr so eng wie früher. Ein gewisser Abstand ist auch gut und gibt Raum für Eigenes.

Da das neue Jahr nun schon vor der Tür steht, wünsche ich Euch viel Kraft nue Freunde zu finden.

Viel Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 22 im Thema

Beitrag von Anjali-Sophie » Di 29. Dez 2015, 19:27

Hallo Daniela und Saskia (888) (hs)

Bei uns ist das genau so wie bei Euch , wir sind auch aus der FFW mit 30.11. ausgetreten ,weil einige Kameraden mit meiner sache nicht mehr klar gekommen sind, und das auch aus anderen Wehren der Verbandsgemeinde und dessen Oberhaupt hatten alle etwas dagegen sowas wie mich will keiner in der FFW und das nach 43 Dienstjahren , aber ich habe hier liebe Freundschaften gefunden die wir auch pflegen bei zubehalden , und so ist es auch bei meinem anderen Hobbys wie Amateurfunk und Kleingartenverein, dort hatt niemannt etwas dagegen das ich anderst bin und anderst fühle als die anderen .

LG: Anjali-Sophie und Frau (cof) (smili) (drink)

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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 23 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 29. Dez 2015, 19:33

Guten Abend,

es gibt doch auch Feuerwehren, bei denen Frauen aktiv mitmachen. Ist das bei euch nicht so?
Mit anwesenden Frauen dürften sich auch die Gesprächsthemen verändern(?)

Gruß
Anne-Mette

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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 24 im Thema

Beitrag von Abby » Di 29. Dez 2015, 19:34

Liebe Danielea,

der Begriff "Freunde" wird mMn allzu häufig viel zu inflationär benutzt. Die meisten dieser sogenannten "Freundschaften" sind aus der Nähe betrachtet oftmals nur bessere Bekanntschaften, allenfalls Zweckgemeinschaften. Das sich nach dem Coming Out von Saskia viele dieser- vordringlich sehr männlich geprägten- Zweckgemeinschaften, z.B. innerhalb der Feuerwehrtruppe in Nichts auflösen, war vorprogrammiert.

Wie Du schreibst, konnte Saskia mit den Kontakten in diesem Umfeld nichts mehr anfangen, umgekehrt genauso.

Es bleibt also bei Deinem Fazit, dass Ihr Euch neue Freundschaften in einem anderen Umfeld suchen müsst. Vielleicht entstehen aus neuen Kontakten auch neue Freundschaften...

LG und alles Gute sowie einen Guten Rutsch ins Neue Jahr

Abby
Ein Mensch ist nicht nur das, als was er erscheint,
sondern auch das, als was er sich fühlt.

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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 25 im Thema

Beitrag von Anjali-Sophie » Di 29. Dez 2015, 19:52

Hallo Anne Mette (888)

Doch die gibt es schon sind aber auch nur drei , und für die Kameraden bin ich ja nun mal ohne HRT keine frau , und wäre ja nur ein zwischen ding , aber ich konnte eh nur noch innendienst verrichten durch Gesundheitliche Probleme und dann bist abgestempelt , das mußte ich mir nicht mehr antun , und meine frau ist mit mihr zusammen ausgetreten .

LG: Anjali-Sophie und Frau Heike (cof) (smili)

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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 26 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 29. Dez 2015, 19:57

Guten Abend,

das ist schade. Dabei dachte ich, die Feuerwehren wären "in Not" und würden sich über neue und bleibende Mitglieder (auch ohne Glied) freuen.
und wäre ja nur ein zwischen ding
Na, nun mache Dich mal nicht kleiner als Du bist )))(: - und überhaupt: "nur" und "Zwischending" :((a

Gruß
Anne-Mette

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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 27 im Thema

Beitrag von Lina » Di 29. Dez 2015, 20:39

Schön wäre es. Das beliebte Klischeebild, dass man als Dorfbewohner entweder Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, des Fußballclubs oder des Schützenvereins sein muss - sonst deinken die man sei schwul - ist manchmal sogar nahe an der Realität. Interessant dabei ist, dass man als Partygag, wenn die freiwillige Feuerwehr feiert, immer wieder erlebt, dass einer sich als Mädchen verkleiden muss.

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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 28 im Thema

Beitrag von Jaqueline » Di 29. Dez 2015, 21:17

Hallo Daniela,

ich gehe einmal auf deinen ersten Post ein. Leider kann ich Euch keine Lösung bieten, da es sich bei mir genau umgedreht entwickelt hat. Es tut weh was du schreibst und ich kann Euch leider nicht helfen. Ich habe Euch als sehr nettes Paar kennen gelernt. Ich bedauere auch, dass ich es dieses Jahr nicht geschafft habe Euch im Sauerland zu besuchen. Ich denke sehr oft an Euch und die Zeit im Chat. Ich drücke Euch die Daumen, dass es wieder besser wird.

Ganz liebe Grüsse
Jaqueline (ki)
Genieße jeden Tag, als sei es dein letzter :-)

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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 29 im Thema

Beitrag von Lina » Di 29. Dez 2015, 22:22

Vicky_Rose hat geschrieben:Hi Lina,
Wie würdest du es beschreiben - hat der Charakter deiner Freundschaften sich auch geändert?
wo die Tendenz bei Frauenfreundschaften eher in Richtung, über Beziehungen, Gefühle und Erlebnisse reden
Ich habe, da ich meine Freunde nur selten sehe, über das Thema T' noch nicht mit ihnen gesprochen. Aber irgendwann wird es auch hier soweit sein. Und trotzdem haben sich diese Freundschaften verändert, weil wir uns verändert haben. Wir haben alle in unserem Leben einiges erlebt und die "sachbezogenen Themen" sind viel weniger geworden. Wenn wir uns einmal treffen, wird sehr viel mehr über "Beziehungen, Gefühle und Erlebnisse" gesprochen als früher. Dadurch sind die Freundschaften fester geworden. Der Austausch über unser emotionales Erleben und auch typische "Frauenthemen" wie z.B. Beziehungen hat uns stärker verbunden. Die Empathie ist im Laufe der Zeit gewachsen. Zumindest sehe ich das so. Vielleicht wollen wir auch mit zunehmenden Alter und Erfahrungen stärker an die Lebensthemen heran. Da sind die Alltagsthemen nur die "Aufwärmer".

Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe den Eindruck, dass die tiefen Frauenfreundschaften auch nicht häufiger sind, als bei Männern und sich auch nicht so stark davon unterscheiden. Es geht um die die tiefen, inneren Fragen, die Menschen bewegen. Und darüber zu reden, braucht es einen Menschen, dem man sehr stark vertraut.

Bei oberflächlichen Freundschaften, ich nenne sie Bekanntschaften, ist das i.d.R. nicht so tief gehend. Da bleiben die Themen an der Oberfläche, eben an den Themen, die einen mehr im Alltag begegnen. Du nennst es "Zweckgemeinschaften". Das sind dann halt Fußball, das Auto, das Kleid der Nachbarin oder der erste Zahn bei den Kleinen. Die Interessenlagen dürften sicherlich, u.a. auch auf Grund hormoneller Unterschiede, unterschiedlich in den Geschlechtern ausfallen. Die Wirkungen sind ja hinreichend bekannt. Aber ich sehe nur in den Themen die Unterschiede, nicht so sehr in der Frage, ob Zweckgemeinschaften geschlechtsspezifisch sind.

Interessant, was du sagst. Ich erlebe das ähnlich. Ich habe heute auch extrem wenig mit den Freunden zu tun, mit denen ich sonst immer noch mehr als ein Jahrzehnt nach der Abitur Kontakt hatte. Einen sehe ich immer noch gelegentlich, aber kann nicht so viel mit ihm anfangen. Und andererseits habe ich jetzt mehr ganz liebe Freunde als früher. Die Mehrheit von denen haben mich nie in Männermodus gesehen. Der sonst einzige wirklich hetero Mann mit dem ich befreundet bin weiß wie ich en femme aussehe - es hat ihn auch nicht überrascht, wahrscheinlich weil er früher in Key West, FL, gelebt hat. Er ist selber auf allen bis auf einem Punkt sehr männlich - nach dem Modell des "Inneren Teams" nach Schulz von Thun ist Teammitglied eine typisch Italienische Mama, ganz neben Höhlenmensch, Jäger, Wissenschaftler uvm.
Zweckgemeinschaften - ja. Vielleicht nich nur aber gewissermaßen schon. Zumindest Freundschaften die schnell wieder im Sande verlaufen sobald das nicht mehr vorhanden ist, was die zusammen gebracht hat. Das können oft gemeinsame Interessen - freizeitliche oder berufliche Interessen sein. Es ist nicht meine Idee, wie gesagt. Aber jeder kennt es sowieso. Wie sieht ein typischer Männerabend aus: Sich treffen und das Fußballspiel auf der Couch oder im Sportcafé schauen. Und wie oft trifft man sich mit Freundinnen, ohne dass ein bestimmtes Thema der zentrale Punkt ist - außer vielleich eine Geburtstagsfeier oder so. Man trifft sich zum Kaffeetrinken und dann wird einfach losgequatscht - über alles von Job bis Beziehungserfahrungen. Wie oft tust du das mit Männern? Ich zumindest selten. Mit Freundinnen dagegen ist es eher die Normalsituation. Oder mein Freund, den ich oben erwähnt habe - wenn er eine nette Zeit mit seinem Vater verbringt, dann fahren die von Miami nach Georgie auf die Jagd. Unterwegs redet sein Vater vielleicht einmal alle 100 Miles. Im Wald sprechen die vielleicht alle drei Stunden kurze Sätzte wie, "did you see anything", dann Bewegen sie sich wieder beide auf ihren jeweiligen "treestands". Wenn da nicht die gemeinsame Aktivität wäre - welche Kommunikation würde dann statt finden. Ich meine, die lieben eineander. Der ist ein guter Vater gewesen, aber miteinander REDEN tun die sehr wenig, wenn die zusammen sind. Das ist die SEHR männliche seite. Wenn ich mit ihm rede ist es viel mit dem Wissenschaftler und der italienischen Mama.

Meine Freundschaften - also auch die "Männerfreundschaften" (Plural eigentlich total unangebracht) - haben also einen sehr weibliche Note. Das war früher nicht so. Und glücklicher bin icht bestimmt jetzt, eher als früher.

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Re: Alte Freunde wenden sich ab

Post 30 im Thema

Beitrag von Feldmaus » Di 29. Dez 2015, 23:43

Hallo
Leider war die Feuerwehr mehr als nur ein Hobby oder ein Verein. Es war unsere große Familie.Diese enge Gemeinschaft gibt es in anderen Vereinen nicht,das ist etwas ganz besonderes. Nun muss ich lernen ohne diese Familie zurecht zu kommen. Das fällt mir schwer und wird noch eine Weile dauern bis ich das überwunden habe.
Neue Freunde haben wir auch schon gefunden Kölner Stammtisch, TG Siegen und einige aus dem Forum. Doch das bedeutet immer lange Autofahrten und man sieht sich nicht so oft.Manche alten Freunde werde ich wohl wirklich als nur Bekannte abstempeln müssen. Da kann man halt nicht viel machen.Nur hoffen das sich die Ängste legen.
Vielen Dank für eure Hilfe . Jetzt geht es mir schon wieder besser.

Wünsche Euch allen noch ein frohes neues Jahr
Lg Daniela
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar.(Antoine de saint-exupery)

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