Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben
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Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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gaby37
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Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 1 im Thema

Beitrag von gaby37 » Do 26. Nov 2015, 20:15

Hallo zusammen,

gerade habe ich wieder einen Thread gelesen, wie schön es ist wenn die Partnerin einen aktiv unterstützt und man zusammen etwas unternehmen kann. Und das bringt mich zu einer Frage.

Wir haben hier ja (neben anderen (ki) ) zwei Lager:
- die, bei denen die Partnerin eingeweiht ist, es aber nicht sehen mag, geschweige denn Unterstützt, und
- die, bei denen die Partnerin mehr oder weniger an Unterstützung leistet, mal etwas mitbringt, gemeinsame Abende zu Hause oder man sogar zusammen unterwegs ist

Ich gehöre zur ersten Gruppe und schaue immer ein wenig neidisch auf die Berichte der anderen Gruppe.
Aber andererseits habe ich gar kein Verlangen danach meine weibliche Seite auszuleben, wenn meine Frau da ist.
Ich möchte dann der Mann an ihrer Seite sein. Und, um es mit einem Politiker zu sagen: Das ist gut so.

Ich kann mir auch nicht so recht vorstellen zuhause neben ihr auf der Couch zu sitzen, mit einem meiner „Zu-hause-Lieblings-outfits“
(Strumpfhose, Body mit Sillys , Strickkleid oder Longshirt ( siehe auch Avatar) oder mit ihr enfemme durch eine Stadt zu schlendern.

Mich würde mal interessieren:
Geht das nur mir so, oder auch anderen?
Und wie geht ihr damit um?

Ganz lieben Gruß
Gaby
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Michelle_Engelhardt
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 2 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Do 26. Nov 2015, 21:06

Schönes Thema!

Am Anfang, als ich noch gar nicht so genau wußte, was mit mir los war (Ende 2011 / Anfang 2012) war es zuerst schon ein seltsames Gefühl, mich meiner Frau in der vermeintlich falschen Kleidung zu zeigen. Damals hielt ich das ganze noch für einen Spleen, Spaß an der Verkleidung oder wie auch immer. Meine Frau hat mich allerdings auch von Anfang an unterstützt, egal ob beim Klamottenkauf, beim Schminken oder sonstwas. Damals ahnten wir natürlich beide noch nicht, das da bei mir viel mehr dahinter steckt, als stundenweise mal im stillen Kämmerlein Frau zu sein. Das es der Startschuß in ein komplett neues Leben war. Aber egal, das ist ein anderes Thema.

Du schreibst, das Du gerne der Mann an der Seite Deiner Frau bist. Das finde ich toll und so soll es ja auch sein in einer gut funktionierenden Partnerschaft. Ferner sagst Du, das Du gar kein Verlangen nach weiblicher Kleidung hast, in Gegenwart Deiner Frau. Auch das glaube ich Dir auf´s Wort. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, wenn Deine Frau in dieser Hinsicht toleranter wäre?

Würder mich mal interessieren ;)

LG
Michelle
Habe meine Ernährung umgestellt. Chips und Schokolade stehen jetzt links vom Laptop!

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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 3 im Thema

Beitrag von Brigitta » Do 26. Nov 2015, 22:11

Hallo Gaby,
(moin)
auf deine Frage wirst du vielleicht nicht so viele Antworten bekommen, denn im Prinzip hat Inge schon
in ihrem Thread "Meine Frau und ich im Partnerlook" (im CD- und TG-Café) das Thema ausgerollt
und die Frage damit indirekt bereits gestellt. Ich fände es daher besser, wenn du nicht einfach nur
diese Frage wiederholst und präzisierst, sondern wenn du es als Umfrage einstellen würdest, damit
wir hinterher die Zahl der UserInnen, die sich zur einen oder zur anderen Gruppe zählen, im direkten
Zahlenvergleich sehen können. Wenn sich dabei keine 50/50-Aufteilung herausstellen sollte,
können wir bei einer hinreichend großen Anzahl von Beteiligungen hinterher erkennen, ob wir selbst
(jede/r für sich) zur Mehrheit oder zur Minderheit gehören.
:()b
Leider weiß ich nicht, wie so eine Umfrage hier im Forum einzustellen ist;
sonst hätte ich es selbst schon gestartet. Vielleicht können hierbei auch erfahrene UserInnen
wie Cybill helfen, die bereits Umfragen hier im Forum eingerichtet haben.
)))(:
Übrigens, ich gehöre auch zur ersten Gruppe :(
8)
Liebe Grüße
Brigitta ))):s
Nicht jede Frau kann eine Gazelle sein. (Elena Uhlig)

Joanna
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 4 im Thema

Beitrag von Joanna » Do 26. Nov 2015, 22:29

Hallo Gaby,
Ich gehöre auch zur ersten Gruppe. Mein Frau ist eingeweiht und "duldet" meine Neigungen . Aktzeptanz ist es nicht wirklich . Unterstützung erhalte ich nur bis zu einem gewissen Grad. Gemeinsame Unternehmungen sind leider nicht drin.
Ich bin mittlerweile so weit, dass ich mir meine Freiräume nehme. Ich kleide mich als Frau wann ich will und ich gehe auch en femme aus, wann ich es will. Das ist beziehungstechnisch sicherlich nicht unproblematisch , aber es ist halt mal so. Ich wäre wahrscheinlich auch bereit, notfalls aus der Beziehung auszusteigen. Das wäre nicht das erste Mal.
Wenn es soweit kommen sollte, dann, weil ich am Ende einfach nicht anders kann

Joanna
Wenn die äußere Form nicht dem entspricht, was wahrhaft in ihr steckt. dann bedarf es sichtbaren Veränderungen.
Here I am!!!

gaby37
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 5 im Thema

Beitrag von gaby37 » Do 26. Nov 2015, 22:46

Hallo,

mir geht es nicht um "wer gehört zu welcher Gruppe",
sondern mehr um die Frage,

Bin ich die Einzige, die zwar nicht die Möglichkeit hat enfemme mit der Partnerin zu "interagieren",
der das aber auch nicht wichtig ist?

Gruß Gaby
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 6 im Thema

Beitrag von Sunny » Do 26. Nov 2015, 23:29

Brigitta hat geschrieben: Leider weiß ich nicht, wie so eine Umfrage hier im Forum einzustellen ist;
sonst hätte ich es selbst schon gestartet. Vielleicht können hierbei auch erfahrene UserInnen
wie Cybill helfen, die bereits Umfragen hier im Forum eingerichtet haben.
Hallo Brigitta,

wer um Hilfe fragt, bekommt sie auch ;-)

Wenn du Zahlen haben willst, klickst du auf "Neues Thema" und scrollst auf dem dann erscheinenden Bildschirm nach unten. Unter der Fläche "Absenden" findest du drei Reiter, auf einem davon steht Umfrage. Einfach drauf klicken und der Rest dürfte sich von selbst erklären. Solltest du noch Fragen haben, schick mir ruhig eine PN dazu.

LG
Sunny
Frankas glückliche und stolze Bio-Ehefrau

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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 7 im Thema

Beitrag von gaby37 » Fr 27. Nov 2015, 08:51

Hallo,

danke schon mal für die Antworten, die mir zeigen dass ich mich undeutlich ausgedrückt habe, denn meine Frage geht in eine etwas andere Richtung.
Ich meine weder
- die Zerrissenheit die eigene Weiblichkeit gegen die Partnerin aus zuleben und die Beziehung zu riskieren, noch
- die Zerrissemheit die eigene Weiblichkeit zugunster der Beziehung "Im Zaum zu halten"

Es geht mir um etwas anderes.
Ich lese immer wieder, das beim zusammen sein im "Frauenmodus" das Verhältnis zur Partnerin bzw andersrum anders wird.
Von viel Körperkontakt, Knutschen zu "nur noch" Händchen-halten.

Wenn ich mir vorstelle, meine Frau würde mich voll und ganz unterstützen ( ich nehme mal als Beispiel wie es bei ingedie2te ist)
dannn weiß ich gar nicht genau wie ich damit umgehen würde bzw es wollte.

Ich bin innerlich zerrissen zwischen "Meine Weiblichkeit ausleben (können)" und "der Mann meiner Frau sein wollen" ( wenn sie da ist)
Ich will nicht auf den Körperkontakt und die Zärtlichkeiten zu gunsten der weiblichen Attribute verzichten.

Und ich frage mich, bzw. das Forum:
Geht das nur mir so?
Bin ich mit dieser Einstellung wirklich "einmalig"?

Gruß Gaby
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 8 im Thema

Beitrag von biene38 » Fr 27. Nov 2015, 11:23

keine Ahnung ob ich auch angesprochen bin, da ich zu keiner der Gruppen gehöre. Ich gehöre nämlich zu der 3. Gruppe.
Denn ich lebe keine weiblichen Seiten (was auch immer das sein mag) aus, sondern die männlichen Seiten, die scheinbar nicht existieren dürfen, dh. ich trage auch alles und darf als Mann auch alles was Frauen dürfen. Meine Frau weiß davon von Anfang an, und das ist auch gut so. Denn es gibt nichts schlimmeres als sich verstecken oder ein Doppelleben führen zu müssen. Und ich könnte jetzt auch nicht behaupten, dass meine Frau dies abturnend fände. Sogar eher das Gegenteil ist der Fall. Sie interpretiert eher in meine Freizügigkeit eine Lust, die gar nicht gegeben sein muss. Frauen sind da scheinbar nicht anders als Männer, die einen Minirock sehen, und meinen die Frau will mehr.
Dies alles könnte daran liegen, dass ich immer Mann bleibe, allerdings einer, der zu sich steht und sich komplett ausleben möchte.
Grüße von der Biene (na)

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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 9 im Thema

Beitrag von gaby37 » Fr 27. Nov 2015, 11:57

Hallo,
es geht mir nicht nur um die Kleidung.
Das alleine ist nicht das was mich umtreibt. Das habe ich schon probiert. Hat mich nicht - - - "befriedigt" hört sich so sexuell an, aber so ungefähr.
Es ist eher die "Körperliche Anpassung", also die Sillies, den "Kleinen Freund" zwecks "runder Form" verstecken und eventuell noch die "Langhaar-Perrücke".
Dann passen die "Männerklamoten" nicht mehr dazu und ich komme automatisch bei der weiblichen Bekleidung an.
Ich denke, wenn es nur um weibliche Bekleidung ginge, wie in einem anderen Thread gefragt, dann wäre es einfacher. Aber es kommt ja immer noch die "Körpermodifikation" dazu.

Mal sehen was es noch so an Meinungen dazu gibt

Gruß Gaby
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biene38
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 10 im Thema

Beitrag von biene38 » Fr 27. Nov 2015, 12:03

gaby37 hat geschrieben:.... "Langhaar-Perrücke".... "Körpermodifikation".
dann bin ich wahrscheinlich wirklich der falsche....von Natur aus Oberweite AAA und lange volle Haare :wink: )))(:

Vicky_Rose
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 11 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 27. Nov 2015, 14:15

Hallo Gaby,

natürlich bist Du nicht alleine und ich denke, es gibt viele, die ähnliches berichten können.

Ich fürchte aber, Deinen/Euren Weg müsst Ihr aber alleine finden. Jeder Jeck (gibt es auch eine weibliche Form davon ?) ist anders und wenn zwei zusammen kommen sowieso. Ulrich Clement hat das Problem, nicht speziell auf TG bezogen, sondern ganz allgemein, beschrieben. Man muss für sich selber fragen, wie weit man bereit ist, sich in kritischen Fragen zu öffnen. Es ist immer ein Risiko dabei, da die Folgen nicht abschätzbar sind. Du hast das Recht so zu leben, wie Du willst und Deine Partnerin hat das Recht so zu reagieren, wie sie es will. Und umgekehrt.

Das kann eine Beziehung sprengen oder vertiefen.

Am einfachsten für Dich ist es, sie würde Dich unterstützen. Am einfachsten für sie wäre es, Du würdest es vollkommen lassen. Am fruchtbarsten ist es, wenn Ihr Euch damit auseinander setzt und zu einer guten gemeinsamen Lösung kommt. Es verändert Euch beide. Am destruktivsten dürfte es sein, wenn Ihr beschließt, ohne weitere Diskussion auseinander zu gehen. Am depressivsten, wenn sich einer unterordnet.

Egal wie man es angeht (oder auch nicht), es hat immer Konsequenzen. Es gibt kein allgemeines richtig oder falsch.

Du und nur Du, hast es für Dich selber in der Hand. Die Frage ist, was willst Du mit Deinem Leben anfangen ?
Viele Grüße
Vicky

gaby37
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 12 im Thema

Beitrag von gaby37 » Fr 27. Nov 2015, 14:34

Danke Vicky_Rose für deinen Kommentar,
aber es geht mir nicht um die Spannung zwischen mir und meiner Frau, sondern um die Spannung in mir.
Wenn meine Frau mich unterstützen würde, würde mir das dann gefallen?
Es geht nur um meinen inneren Kampf, um das was ich in meiner Beziehung will.
Würde ich die Zärtlichkeit/Körperkontakt gegen Ausleben der Weiblichkeit neben meiner Frau eintauschen wollen
(das wird ja häufig beschrieben, das dieses Dingen fehlen/unterlassen werden, solange er als Frau gedressed ist)
Und so wie es für mich im Moment aussieht, will ich nur dann "Frau sein" wenn ich alleine oder mit anderen zusammen bin, aber meine Frau, meine bessere Hälfte, nicht dabei ist.

Wir reden in vielen Threads über das Verhalten der Partnerin, vorallem wenn sie uns nicht unterstützt, nur tolleriert und es nicht sehen will.
Wollen denn wirklich alle hier ihre Weiblichkeit mit ihrer Frau/Freundin zusammen ausleben?

Gruß Gaby
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Vicky_Rose
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 13 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 27. Nov 2015, 15:41

Es geht nur um meinen inneren Kampf, um das was ich in meiner Beziehung will.
Aber genau das meine ich ja. Wenn Du sagst:
Würde ich die Zärtlichkeit/Körperkontakt gegen Ausleben der Weiblichkeit neben meiner Frau eintauschen wollen
geht es schon nicht mehr um den eigenen inneren Kampf. Hier setzt Du Deine Bedürfnisse gegen die (vermeintliche ?) Reaktion Deiner Frau. Das ist die Spannung in der Beziehung, nicht Deine eigene. Mir scheint, es sollte zunächst um die Klärung Deiner Wünsche gehen. Möchtest Du denn Deine Weiblichkeit (wie immer Du das für Dich definierst) neben Deiner Frau leben ?

Oder geht es vielleicht nicht noch mehr um die Frage, ob Du Dich in Deiner Weiblichkeit ernst nimmst ? Sich selber vor dem Spiegel zu sehen, ist eine sehr anonyme Form der Wahrnehmung. Es ist einfach, sich auf diese Weise gut zu fühlen. Auch beim Ausgang in der (oftmals fremden) Stadt bleibt man meist im Anonymen. Man will ja nicht erkannt werden.

Wo bleibt da der Mensch ? Könnte es sein, dass das wahre Streben sich darum dreht, dass man als Mensch mit allen seinen Bedürfnissen wahr und ernst genommen wird ?

Dann tritt man heraus aus seiner Anonymität. Ich habe den Verdacht, dass wir an dieser Anonymität viel mehr leiden, als an der Scham. Die Frage muss demnach eher lauten, wollen wir uns dem Risiko aussetzen, abgelehnt zu werden ? Wobei die Gefahr groß ist, dass wir eine Ablehnung des Transens mit einer persönlichen Ablehnung gleich setzen (was sie mMn nicht ist).

Erst dann kommt die Frage, wie gehe ich damit um, falls die Reaktion negativ ist. Die zweite Frage zuerst zu stellen, bedeutet aus meiner Sicht, die Verantwortung zu delegieren. Wie oft lese ich sinngemäß den Satz: "ich würde gerne, aber ich darf nicht". Wenn ich Liebesentzug als Folge meines Tuns erwarte, ist das eine Form davon.

Erwachsen werden, und das ist keine Frage des Alters (ich bin erst mit 50 in diesem Sinne erwachsen geworden und arbeite immer noch daran), bedeutet Verantwortung für sich selber zu übernehmen und sie nicht zu delegieren. Der alte Satz,
wer etwas will, sucht Wege, wer etwas nicht will, sucht Gründe


hat hier aus meiner Sicht volle Berechtigung. Oder liege ich jetzt völlig daneben ?
Viele Grüße
Vicky

gaby37
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 14 im Thema

Beitrag von gaby37 » Fr 27. Nov 2015, 22:46

Hi Vicky,

ja mit vielen deiner Anmerkungen hast du Recht.
Vieles ist allerdings bei mir hypothetisch - meine Frau weiß es, mag es aber nicht sehen.
Wir haben nur die Vereinbarung, das ich es ihr erzähle, wenn es mal wieder "gelaufen ist".
Das mache ich dann aber relativ selten - ich arbeite dran es häufiger zu tun - denn meist ist zu dem Zeitpunkt viel Stress bei Ihr auf der Arbeit und ich will sie dann nicht damit belasten - denn das tut es auf jeden Fall.

DAs Thema erkannt werden, würde auch bedeuten als Mann erkannt zu werden.
Das ist aber etwas was ich vemeiden will. Ich will zu dem jeweiligen Zeitpunkt als Frau wahrgenommen werden - dabei ist natürlich auch die "Identität" verschleiert.

Mir ist es -bis jetzt- immer wichtig gewesen, der MANN (auch optisch) an der Seite meiner Frau zu sein.
Ist das für einen Transgender unüblich?

Ob das eine Folge von "Ich darf nichts anderes zulassenum meine Beziehung nicht zu gefährden" sein könnte - interessanter Ansatz darüber detailierter nach zu denken - aber ich glaube nicht.

Gruß Gaby
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Re: Die weibliche Seite mit der Partnerin zusammen ausleben

Post 15 im Thema

Beitrag von Jenny66 » Sa 28. Nov 2015, 07:38

Hi Ladies,

ich gehöre eigentlich auch zu der ersten Gruppe.

Meine Frau weis auch einen bestimmten Teil von meiner Leidenschaft, an Fasching hat sie mich schon unterstützt, wenn ich als Frau weggegangen bin.

Sie hat mit mir Kleidung gekauft und dann zur Frau geschminkt, ihr hatte das auch gefallen, aber das so im Alltag als Frau rausgehen unterstützt sie nicht.

Aber es gibt auch Vortschritte, so trage ich nun als Mann ungeniert Strumpfhosen und Damenstiefel im Winter.

Das einzigste was meine Süsse nicht so ganz nachvollziehen kann, dass ich den Nagellack an meinen Zehen, von Klarlack auf Dunkelbraun umgestellt habe.

Aber sie tolleriert es trotzdem, was mich auch freut, vielleicht tolleriert sie auch eines Tages, dass ich mit high heels unter ner Jeans raus gehe.


Die Hoffnung stirbt zuletzt.



LG Jumpi

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