Outing
Outing - # 2

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Antworten
JaquelineL
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 814
Registriert: So 24. Nov 2013, 20:45
Geschlecht: TS MzF
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 219 Mal
Danksagung erhalten: 222 Mal
Gender:

Re: Outing

Post 16 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Mi 9. Mär 2016, 08:56

Hallo Uta,
uta hat geschrieben:Moin moin bräuchte noch mal Hilfe eine Idee? Wie sage ich es meinem Chef? Ich bin in einem kleinen Betrieb mit Bautätigkeit und Service. Die Servicetätigkeit könnte ich mir als Frau noch vorstellen weiter zu arbeiten die körperliche schwere Bautätigkeit geht in der Umstellung /hrt nicht mehr. Das Problem belastet mich sehr und eine Lösung fällt mir nicht ein...
die Frage ist gleich doppelt schwierig: Einerseits kommt es hinsichtlich des Gespräches doch sehr auf die persönliche Einstellung des Gegenüber an, doch niemand hier kennt Deinen Chef. Und andererseits klingt in Deinen Zeilen durch, dass die neue Situation (aus Sicht Deines Chefs) "Probleme" generiert: Er muss sich neben der ganzen Unruhe im Team auch noch der Arbeitsorganisation annehmen, da Du Deine bisherige Position nicht mehr ausfüllen kannst.

Wir reden hier über ein Faktum, d.h. aus Deiner Sicht ist der Beginn der HET vielleicht verschiebbar, aber nicht aussetzbar. Das ist nichts, was Du aus freien Stücken machst, oder um Spaß zu haben, oder um jemanden zu ärgern oder ihm Arbeit zu generieren. Insofern gilt für Dich wie auch z. B. für Deinen Chef, dass ihr um das Gespräch nicht herum kommen werdet. Wenn Dein Chef ein intelligenter Mensch ist *und ihm etwas an Dir liegt* (Deine soziale Position im Betrieb kannst Du sicherlich gut einschätzen), dann wird er sich nicht nur um die Neuverteilung Deiner bisherigen körperlichen Aufgaben kümmern - das muss er so oder so, denn Du fällst ja auf jeden Fall in dieser Hinsicht aus - sondern auch versuchen, Dich in einer Deinen neuen Fähigkeiten entsprechenden Funktion weiterzubeschäftigen. Allerdings müssen dazu auch Aufgaben vorhanden sein, d.h. Deine neue Tätigkeit muss etwas sein, was für den Betrieb wichtig genug ist, dass dafür Geld ausgegeben wird.

(Meine Annahme für die folgenden Abschnitte ist, dass Du mit "Service" vor allem Verwaltungsbereiche meinst - wenn es stattdessen um direkten Kundenkontakt geht, bspw. Beratung, kommt noch die Frage Deiner Außendarstellung hinzu: meint Dein Chef, dass Du den Betrieb "so" gut vertreten kannst.)

Meist ist es in den kleinen Betrieben so, dass man sich mit Leistungslücken arrangiert hat, also bspw. bei einem handwerklichen Betrieb die Verwaltung chronisch unterbesetzt ist. Das ist Chance und Risiko für Dich zugleich: Wenn bspw. Deine Erfahrung in der praktischen Arbeit dazu führt, dass Du in der Verwaltung bei der Rechnungs-/Angebotsschreibung dafür sorgst, dass es keine Rückläufe mehr gibt und die Kunden merklich zufriedener sind und ihr dadurch mehr Umsatz macht oder statt mit Reklamationen mehr mit der positiven Verwaltung beschäftigt seid, könnte das eine Motivation zur Weiterbeschäftigung in der Verwaltung sein. Aber andererseits ging es ja bisher auch so, wie gesagt, man hatte sich mit dem Mangel arrangiert: weshalb dann extra Geld dafür ausgeben?

Ich habe Deine posts hier nicht bewusst verfolgt, insofern habe ich kein Bild vor Augen was Deine Fähigkeiten betrifft: Wirst Du eine große Lücke hinterlassen bei den körperlichen Tätigkeiten (schlecht, denn die muss gefüllt werden)? Hast Du schon bislang Verwaltungsaufgaben erfüllt (Polier - Einsatzplanung, Angebote vorbereitet, Materialplanung, Bestellungen zumindest vorbereitet usw.), bist Du im Kundenkontakt (Abstimmung mit den Bauherren/Bauleitung/Reklamationen) und wie sehr bist Du für reine Verwaltungsarbeit "vorbelastet" / ausgebildet?

Was Du Dich auch fragen solltest: Wenn Du der Chef wärst, mit der (finanziellen) Verantwortung für den Betrieb: Wie würdest Du entscheiden? Geht es dem Betrieb gut, so dass man sich auf ein solches Experiment einlassen kann? Ist "die betroffene Mitarbeiterin" (also Du :) ) so weit integriert, dass die anderen Kollegen das mittragen oder gäbe es Mißgunst ("der" will doch nur einen lockeren Job im Büro) und eigentlich würden die anderen Dich lieber entlassen sehen? Gibt es tatsächlich genug zu tun im Service und sind das Aufgaben, die Du als Chef aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit "ihr" ihr zutrauen würdest? Und wenngleich es möglicherweise nur eine Nebenbaustelle ist: Wie wird sich die Lücke bei der körperlichen Arbeit schließen lassen?

Du siehst, da geht es um so viele Details zur konkreten Situation, dass wir Dir hier öffentlich nicht direkt zum einen oder anderen Vorgehen raten können. Was aber auch klar ist: Das Gespräch unterscheidet sich nur ein Kleinwenig von der Situation, dass Dir der Arzt einen Bandscheibenvorfall attestiert hat und Du entsprechend zu Deinem Chef gehen musst - für ihn sind das die gleichen Konsequenzen. Nur dass eben das Persönliche hinzu kommt: Schafft ihr es das Thema TS genauso als gegeben und final zu betrachten wie den Bandscheibenvorfall, oder wird es als als "Faxen machen" betrachtet.

Keine einfache Situation, es ist verständlich, dass es Dir nicht leicht fällt. Aber wenn ich HET höre ist eines klar: Die Lösung lautet "Gespräch", so oder so. Und es kann je nach betrieblicher Situation darin enden, dass Du auf neue Kollegen angewiesen bist.

Liebe Grüße
Jackie

ManjaV.
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 131
Registriert: Mo 22. Feb 2016, 11:05
Geschlecht: m
Pronomen:
Membersuche/Plz: M-V
Hat sich bedankt: 26 Mal
Danksagung erhalten: 20 Mal

Re: Outing

Post 17 im Thema

Beitrag von ManjaV. » Mi 9. Mär 2016, 09:58

Hallo Uta,
Da ich nur zu Hause mich mal in Teenieklamotten werfe kann ich mir mein Outing auf Arbeit sparen, denn da wird eh Uniform getragen und so steht das Problem nich.
Das Outing is in der Partnerschaft ne wichtige Angelegenheit auch wenns "nur" mal soo is. Ich hatte vor nichmal ner Woche das befreiende Gespräch mit meiner Frau.
Meine Idee: Schön wäre, wenn es sowas wien Betriebsrat/ Personalrat oder ne Gleichstellungsbeauftrage geben würde. Die könnten helfen. Bei der allgemeinen Situation auf dem Arbeitsmarkt isses schwierig und eigentlich nicht angezeigt Experimente zu machen. Ansonsten trag was drunter, dass is auch mein kleiner stummer Schrei... Wenn man mit dem Chef gut kann, auch da für Klarheit sorgen. Dann is aber trotzdem nich gesagt, ob der das gut oder mutig findet. Selbst wenn, heisst das auch nicht, dass du deine Tätigkeiten im Service ausüben kannst, denn auch da könnten sich Kunden peinlich berührt sehen.
Schön für alle, die den Mut gehabt haben sich zu Outen. Ich bin aber trotzdem froh, dass ich damit nich raus muss/ will.
LG Manja
War vllt wenig hilfreich. Ich kanns aber nachvollziehen und bin froh "nur" für mich die Manja zu sein
Manja als CD-light-Version und nichmehr verirrt...

Das man älter geworden ist, merkt man daran, dass die Monster unter deinem Bett in den Briefkasten umgezogen sind!

Tatjana_59
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2491
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Membersuche/Plz: 86343
Hat sich bedankt: 2360 Mal
Danksagung erhalten: 1378 Mal
Gender:

Re: Outing

Post 18 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Mi 9. Mär 2016, 10:11

ManjaV. hat geschrieben:Hallo Uta,
Da ich nur zu Hause mich mal in Teenieklamotten werfe kann ich mir mein Outing auf Arbeit sparen, denn da wird eh Uniform getragen und so steht das Problem nich.
Das Outing is in der Partnerschaft ne wichtige Angelegenheit auch wenns "nur" mal soo is. Ich hatte vor nichmal ner Woche das befreiende Gespräch mit meiner Frau.
Meine Idee: Schön wäre, wenn es sowas wien Betriebsrat/ Personalrat oder ne Gleichstellungsbeauftrage geben würde. Die könnten helfen. Bei der allgemeinen Situation auf dem Arbeitsmarkt isses schwierig und eigentlich nicht angezeigt Experimente zu machen. Ansonsten trag was drunter, dass is auch mein kleiner stummer Schrei... Wenn man mit dem Chef gut kann, auch da für Klarheit sorgen. Dann is aber trotzdem nich gesagt, ob der das gut oder mutig findet. Selbst wenn, heisst das auch nicht, dass du deine Tätigkeiten im Service ausüben kannst, denn auch da könnten sich Kunden peinlich berührt sehen.
Schön für alle, die den Mut gehabt haben sich zu Outen. Ich bin aber trotzdem froh, dass ich damit nich raus muss/ will.
LG Manja
War vllt wenig hilfreich. Ich kanns aber nachvollziehen und bin froh "nur" für mich die Manja zu sein
Hallo Manja,

nachdem Uta geschrieben hat dass sie in einem kleinen Betrieb arbeitet, wird es vermutlich weder Personalrat noch Betriebsrat geben.

Arbeitssuche ist nicht unbedingt prickelnd, aber ich sehe den Arbeitsmarkt wesentlich besser wie du.
Die Arbeitslosigkeit ist ja nun gerade sehr gering, so gering wie die letzten 20 Jahre kaum.
Gerade im Baugewerbe gibt es meines Wissens Jobs.

Dann denke ich das Uta es kaum noch zufriedenstellen wird unten drunter weiblich gekleidet zu sein, da sie sich ja sonst anscheinend weitgehend geoutet hat und die HET beginnt.
Auf Dauer würde sie das innerlich auffressen.
Der Weg zum Chef kann schwer werden, aber es besteht auch Hoffnung dass der Chef mit der Situation bestens umgehen kann.

Die meisten Ängste tragen wir unberechtigterweise in uns. Mein Outing ist ja nun schon ein paar Jahre her, es ging in allen Bereichen super über die Bühne, so gut das ich mich ärgerte viele Jahre vergeudet zu haben.
Heute bin ich Frau und lebe selbstverständlich auch so.
Ich werde überall akzeptiert.

Gruß Tatjana

ManjaV.
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 131
Registriert: Mo 22. Feb 2016, 11:05
Geschlecht: m
Pronomen:
Membersuche/Plz: M-V
Hat sich bedankt: 26 Mal
Danksagung erhalten: 20 Mal

Re: Outing

Post 19 im Thema

Beitrag von ManjaV. » Mi 9. Mär 2016, 10:37

Hallo Uta,
Hallo Tatjana,
Ja so is das mit den Abkürzungen... Zeitgleich zu meinem Post kam auch nen etwas längerer Beitrag als Antwort. Hätt ich mir also sparen können. Ich bin seit 2 Wochen hier! Es hat sich mir auch nicht erschlossen, was HET is, trifft ja auch nich zu für mich und bei Uta hab ich's überlesen... Also Bitte um Nachsicht.
Trotzdem isses schwer auf Arbeit damit umzugehen. Arbeitslosenzahlen hin oder her. JEDER ist ersetzbar. Da hatte Jaqueline bessere Ansatzpunkte. Aus der Gegend in der ich lebe ist Arbeitslosigkeit nen weitaus grösseres Thema. Da stehen genug Leute Schlange.
Verfügt man aber über gewisse "Alleinstellungsmerkmale" und hat sich durch Fort- und Weiterbildung schwer ersetzbar gemacht, wirds leichter den Job zu behalten.
Allerdings wirds wie Jaqueline beschrieben nicht leicht, wenn dann Neider aus den Reihen der Kollegen auf den Plan gerufen werden.
In meiner o.g. Antwort steckt wohl noch eine gewisse Euphorie drin, die ich nach dem Gespräch mit meiner Frau hatte. Daher bitte ich um Nachsicht, wenn ich keinen professionellen Lösungsansatz habe.
Für mich is das Forum nach wie vor wichtig, mich selbst zu finden und um zu lernen mit mir umzugehen. Anderen gehts ähnlich oder sind da schon nen paar Schritte weiter. Es sollte nen Gedankenaustausch bleiben. Mir hats geholfen einfach Leute zu finden, die wie ich oder ähnlich ticken.
Nen Allheilmittel wird hier keiner geben können.
Insofern hab ich arge Kritik "raus gehört", die ich nich ganz teilen kann
Manja
Manja als CD-light-Version und nichmehr verirrt...

Das man älter geworden ist, merkt man daran, dass die Monster unter deinem Bett in den Briefkasten umgezogen sind!

exuserin-2017-01-16

Re: Outing

Post 20 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Mi 9. Mär 2016, 10:53

Hi danke danke danke viele kluge Gedanken!
Bin gerade unterwegs kann nicht detailliert antworten.
Nur soviel ja der Service ist im ländlichen Bereich vor Ort in direktem kontakt mit dem Bürger,das stell ich mir sehr schwierig vor.
Ich möchte nicht bei jedem dritten Kunden heulend vom Hof fahren.abgesehen davon das die Firma von den Aufträgen lebt und wenn wegen mir die Aufträge gekündigt werden wird das mein Chef nicht mitmachen wenn es überhaupt noch dazu kommt.
Lg Uta

Tatjana_59
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2491
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Membersuche/Plz: 86343
Hat sich bedankt: 2360 Mal
Danksagung erhalten: 1378 Mal
Gender:

Re: Outing

Post 21 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Mi 9. Mär 2016, 11:16

Manja, HET ist die Hormonersatztherapie.
Bedeutet Uta bekommt weibliche Hormone.

Uta,
Natürlich ist es nicht unbedingt einfach, das musst du mit deinen Chef besprechen, Kunden wird er kaum verlieren wollen.
Da du aber ansonsten geoutet bist, besteht doch sicher das Risiko plötzlich erkannt zu werden.
Wenn es dann deinem Chef zugetragen wird, wird er dich evtl zu sich zitieren.
Ich denke da ist es einfacher wenn du selbst bestimmtst wann du mit ihm reden möchtest.
Ich glaube du kommst nicht darum herum, es sei denn dein Versteckspiel geht weiter, und gehst das Risiko ein irgendwann wegen nachlassender Kraft im Betrieb in Misskredit zu kommen.
Was dann?

Gruß Tatjana

exuserin-2017-01-16

Re: Outing

Post 22 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Mi 9. Mär 2016, 12:07

@ Tatjana genau aus dem Dilemma versuche ich gerade heraus zu finden.
Direkt im Gespräch oder lass ich es drauf ankommen? Ich weiß es nicht ! Wenn man die Wahl hat zwischen Pest oder Cholera?
Lg Uta

Tatjana_59
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2491
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Membersuche/Plz: 86343
Hat sich bedankt: 2360 Mal
Danksagung erhalten: 1378 Mal
Gender:

Re: Outing

Post 23 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Mi 9. Mär 2016, 12:12

Einfach hast du es nicht, vielleicht springt dich deine Entscheidung irgendwann spontan an.
Am Ende wird es vermutlich so sein dass du zu deinem Chef gehst, einfach nur weil du den Druck nicht mehr in dir haben willst, nicht mehr damit klar kommst.

Ich drück dir die Daumen die richtige Entscheidung zu treffen.

ManjaV.
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 131
Registriert: Mo 22. Feb 2016, 11:05
Geschlecht: m
Pronomen:
Membersuche/Plz: M-V
Hat sich bedankt: 26 Mal
Danksagung erhalten: 20 Mal

Re: Outing

Post 24 im Thema

Beitrag von ManjaV. » Mi 9. Mär 2016, 12:36

Hallo Uta,
Wenn Du zukünftig Frau sein wirst, gibts wenige Alternativen.
Direktes Gespräch ist eine, vllt mit ner Vertrauensperson als Unterstützung. Oder sich als Uta nach ner Jobalternative umsehen, wenn der Arbeitsmarkt denn so entspannt ist. Oder du schreibst in deinem jetzigen Betrieb ne Initiativbewerbung als Uta.
Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft und bewundere alle, die sich dem Allen stellen und ihren Weg gehen
LG Manja
Manja als CD-light-Version und nichmehr verirrt...

Das man älter geworden ist, merkt man daran, dass die Monster unter deinem Bett in den Briefkasten umgezogen sind!

Nicola
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 108
Registriert: Di 17. Nov 2015, 20:14
Geschlecht: non-binär
Pronomen: alles ausser er
Membersuche/Plz: Schweiz
Hat sich bedankt: 47 Mal
Danksagung erhalten: 74 Mal
Gender:

Re: Outing

Post 25 im Thema

Beitrag von Nicola » Mi 9. Mär 2016, 13:24

Liebe Uta

Ich mache seit 10 Monaten eine HRT, allerdings ohne Antiandrogenen wie z.B. Androcur. Ich arbeite auch Handwerklich, zum teil auch schwerere Arbeiten. Bis jetzt geht dies immer noch gut, sicherlich nimmt die Kraft etwas ab. Bist du dir dann sicher das schwere Arbeiten grundsätzlich nicht mehr ausführen kannst, musst du denn die schweren Arbeiten alleine machen oder seit ihr mindestens zu zweit, es gibt auch Frauen die anpacken können. Da ich selber der Chef bin kann mich niemand rausschmeissen, meine Kunden müssen selber entscheiden ob sie noch mit mir zusammen arbeiten wollen. Ein teil von ihnen wissen schon Bescheid und da seit kurzem meine Namensänderung offiziell durch ist, bleibt mir gar nichts anderes mehr übrig als alle zu informieren. Wenn du dir sicher bist dass du den Weg gehen musst, dann würde ich deinen Chef direkt ansprechen, ihn informieren und ihm sagen wo du mögliche Einschränkungen siehst. Darauf ankommen lassen und verheimlichen geht irgendwann ja sowieso nicht mehr.

Liebe Grüße

Nicola

Lieschen
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 473
Registriert: So 17. Feb 2013, 22:23
Geschlecht: Mensch
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Danksagung erhalten: 96 Mal

Re: Outing

Post 26 im Thema

Beitrag von Lieschen » Mi 9. Mär 2016, 20:54

Hallo Uta,

zu körperl. Arbeit und HET kann ich nichts sagen
Aber: ich habe einen Handwerksbetrieb und bin Chef. Alle Mitarbeiter, Nachbarn und viele Kunden kennen mich als Lieschen. Kämst du zu mir, gäb's überhaupt kein Problem. Bist du dir denn ganz sicher, dass dein Chef Probleme mit Frau Uta hätte? Vielleicht freut er sich ja über den bunten Klecks in seinem Handwerkergrau.
Gleichzeitig finde ich es richtig von dir, dass du dir viel überlegst und strategisch an die Sache rangehst.

Tschüs,
Lieschen
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de

exuserin-2017-01-16

Re: Outing

Post 27 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Do 10. Mär 2016, 07:19

Hallo an alle und danke für eure Beiträge.
Zur Zeit fahren meine Gefühle derartig Achterbahn das ich fast durchdrehe. Es ist einfach furchbar .
Das Problem mit der Arbeit sprach ich schon beim Psychologen an er schüttelte nur den Kopf und sagte das ist kein Arbeit für eine Frau.
Ich weiß das ich um eine Entscheidung nicht herum komme aber das wie und die Konsequenzen daraus machen es nicht einfach.
Es gibt gute Tage da wöllte ich die ganze Welt umarmen und hab dann mit Outing keine Probleme.
Dann kommen solche Tage an denen einen die Sorgen und Probleme einfach die Angst quasi auffressen.
Lg Uta

exuserin-2017-01-16

Re: Outing

Post 28 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Do 10. Mär 2016, 07:44

Nicola & Lieschen mein Chef würde es vielleicht verstehen so alt ist er nicht , die Art und der Umfang der Arbeit sprechen aber dagegen.

G.u.

exuserin-2017-01-16

Re: Outing

Post 29 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 » Do 10. Mär 2016, 18:57

Hi wenn ich mich zum Gespräch durchringen kann ,was würdet ihr erzählen was lieber nicht oder besser später ? Ich meine das wir ja Zeit hatten uns daran zu gewöhnen unser Gegenüber ja noch nicht. LG Uta

Nicola
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 108
Registriert: Di 17. Nov 2015, 20:14
Geschlecht: non-binär
Pronomen: alles ausser er
Membersuche/Plz: Schweiz
Hat sich bedankt: 47 Mal
Danksagung erhalten: 74 Mal
Gender:

Re: Outing

Post 30 im Thema

Beitrag von Nicola » Do 10. Mär 2016, 21:19

Liebe Uta, du kennst deinen Chef am besten. Grundsätzlich würde ich möglichst allgemein verständliche Begriffe verwenden und nicht versuchen all zu viel aufs mal erklären zu wollen.
Z.B. das du dich schon immer so gefühlt hast, und nun dein Körper daran angleichen möchtest. Das du sehr Gerne in dieser Firma arbeitest und es für dich sehr wichtig sei hier weiter arbeiten zu können. Vielleicht vorschlagen dass er sich alles überlegen soll und du ihm gerne seine Fragen bei einem späteren Gespräch beantworten würdest.

Liebe Grüße Nicola

Antworten

Zurück zu „Inter_, Trans_, CD und Partner/innen Beteiligte“