Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken
Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken - # 9

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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ChristinaF
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 121 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Fr 29. Nov 2019, 15:36

Nur Mut, wenn du bisher schon die richtigen Schritte unternommen hast, wird es an diesem Abend auch gehen.
Wahrscheinlich ist die Angst schnell vorbei, wenn du erst mal in der Runde angekommen bist. Natürlich wird die/der eine oder andere schauen, staunen, Fragen stellen. Das ist nun mal so und sollte dich echt nicht bedrücken. Bleib natürlich und schenke freundliches Lächeln aus. Das hilft fast immer.
Zur Kleidung würde ich eher was "konservatives" bevorzugen. Schicker Pulli verbunden mit langer dezenter Hose und einigen Accessoires dazu Stiefel oder Pumps?
Liebe Grüße und toi, toi, toi.
Christina

Lisa-Weber
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 122 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Fr 29. Nov 2019, 16:01

Ich drücke dir wieder die Daumen für heute Abend.
Du wirst sehen das wird ganz entspannt ablaufen.
Viel Spaß beim Spieleabend.
Liebe Grüße Lisa
Liebe geben und offen sein für neues..

Michaela_mit_a
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 123 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » So 1. Dez 2019, 02:41

Es war tatsächlich ein schöner Abend :-)

Spoiler / Warnung: Nun kommt ein Bericht über den Abend, könnte für die eine oder andere langweilig werden, da nichts spektakuläres passiert ist ;-)

Wie das so ist mit Planung, die hält bis das Leben dazwischen kommt ;-)
Mein Plan war, das keiner der Gäste es vorher weiß, sich in aller Ruhe fertig zu machen, früher dort zu sein, damit ich die erste in der Runde bin.
So könnte ich mit dem Gastgeber und seiner Frau schon einmal kurz allein sein, dann würden die einzelnen Freunde eintrudeln und jeder würde einen kurzen Moment für sich Zeit haben, sich daran zu gewöhnen.
Allerdings wurde der Plan zuvor schon durchkreuzt.

Er 1: "Soll ich dich mitnehmen?" Ich: "Nein, ich denke ich fahre selbst." Wollte da flexibel bleiben.
Er 2: "Oh, wenn Du selbst fährst, kannst Du mich dann mitnehmen." Er 3:"Wenn Du 2 mitnimmst, könntest Du dann auch bei mir rumfahren?" Ich:"Klar, kein Problem."
Was normalerweise wirklich kein Problem ist.
Was soll 's. Augen zu und durch, dachte ich mir ;-)

Ich habe mich also den Nachmittag über fertig gemacht. Verschiedene Optionen vor dem Spiegel ausgewählt und war letztlich knapp in der Zeit.
Die letzte Nagellackschicht musste unterwegs trocknen ;-)
Und weil die Frage/Anregung aufkam: Ich trage eigentlich nur "klassisch/modern", denke ich. Braune Chelsea Boots, blaue Skinny Jeans, congnacfarbener Gürtel, bordeauxfarbenes langärmliches Oberteil mit farblich passendem Nagellack und Uhrarmband ;-) , zurückhaltendes Make-up und Schmuck. Darüber einen Loopschal und Winterjacke, Tasche. Was Frau halt so trägt :-)

So holte ich acht Minuten zu spät, was für mich überhaupt nicht üblich ist, meinen ersten Freund ab.
Zugestiegen, kurzes Hallo, ganz normal geredet, wie immer.
Zweiten Freund eingesammelt, das gleiche Spiel, und gemeinsam zum Gastgeber gefahren.
In meinem Kopf rappelte es wie verrückt. War das ein "Oh mein Gott, holt mich hier raus"-Totschweigen, oder ein "OK, dann ist das also Michaela, warum nicht"-Umgang?

Angekommen beim Haus des dritten Freundes begrüßt er uns an der Tür mit seiner Frau. Ich: "Überraschung!", mein Herz klopft bis zum Hals, als wir in den Flur gehen.
Kurze Umarmung zur Begrüßung, Sie:"Gut siehst Du aus." Ich bedanke mich und wieder der Gedanke: "Höflich, oder wirklich ernst gemeint"? Das muss ich noch übern einfach hinzunehmen und nicht gleich ins Grübeln zu verfallen.

Nun setzen wir uns an den Tisch, versorgen uns mit Getränken und Knabberkram und warten auf den letzten in der Runde.
Mein Puls hat sich noch nicht wirklich beruhigt, weil ich auf jeden Blick und jede kleine Änderung zu sonst achte.
Ich mache mich damit echt verrückt, denke ich und rede mir ein:"Versuche die Normalität zu genießen!", als der letzte im Bunde kommt.

Es kann losgehen, wir bauen das Spielfeld auf und der Abend geht so normal weiter wie immer.
Ich merke irgendwann, dass ich nicht mehr darauf achte, nicht mit meinen rot lackierten Fingernägeln als erstes zu den Karten zu greifen, den Lippenstift beiläufig von der Kaffeetasse zu wischen, damit es keiner sieht.
Und, und, und. Ab dort war es für mich ein normaler Abend, bis zum Aufbruch.

Alle stehen im Flur, ziehen sich an, natürlich schauen alle mal rüber zu mir, was ich wie anziehe, das ist normal, sie sind auch neugierig, das war auch für sie kein normaler Abend. Premiere, eben :-)
Kurze Verabschiedung, Danke sagen, Umarmungen, Ich fahre den ersten Freund nach Hause.
Den zweiten lasse ich in der Stadt raus, wo seine Freundin wartet. Herzklopfen, ich halte an und wo ich stehe ist es taghell, sie sieht mich und winkt begeistert.
Ja, das war dann noch eine unfreiwillige Zugabe :-)

Im Nachhinein schreibe ich allen, dass ich hoffe, sie nicht allzu sehr überrumpelt zu haben und bedanke mich für den Abend und dass sie so toll sind.
Es kommen nur aufbauende Nachrichten zurück und dass das nunmal ich bin und für alle völlig in Ordnung.
Ein toller "normaler" Abend :-)
LG, Michaela

Lisa-Weber
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 124 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » So 1. Dez 2019, 06:55

Liebe Michaela,
ein sehr schöner Bericht und was habe ich dir vorher geschrieben - alles völlig normal.


Liebe Grüße
Lisa
Liebe geben und offen sein für neues..

MichelleMarie
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 125 im Thema

Beitrag von MichelleMarie » So 1. Dez 2019, 07:03

Liebe Michaela,

ich freue mich so für dich .... denn erstens kommt es anders und zweitens als „Frau“ denkt 🍀🍀🍀

Ich fand der Start war richtig gut und nun gehe mit deinen hübschen Näschen „erhobenen Hauptes“ weiter deinen Weg🙏

Du hast tolle Freunde die dich akzeptieren , lass sie nun auch in Ruhe dich begleiten und gebt euch gemeinsam Zeit 🍀🍀🍀

LG Michelle
Zuletzt geändert von MichelleMarie am So 1. Dez 2019, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.
"Durch die Leidenschaft lebt der Mensch; durch die Vernunft existiert er bloß."
– Nicolas-Sebastien Chamfort

ChristinaF
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 126 im Thema

Beitrag von ChristinaF » So 1. Dez 2019, 09:22

Liebe Michaela,
freu mich mit dir, dass alles so super gelaufen ist. Und m.M. nach haste mit deinem Kleidungsstil genau richtig gelegen. Ist doch schön, dass dich jetzt weitere Freunde/Bekannte als Frau kennengelernt haben und dich nun als Michaele akzeptieren.
Liebe Grüße
Christina

Michaela_mit_a
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 127 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Di 3. Dez 2019, 11:53

Die Hoch und Tiefs begleiten mich scheinbar auch weiterhin.

Meine Frau ist weiterhin nicht in der Lage konstant "normal" zu mir zu sein. Sie selbst behauptet felsenfest mit allem (mir) abgeschlossen zu haben, was ich für einen Schutzpanzer halte. Egal, da sie sich das nie eingestehen würde und schon gar nicht mir gegenüber, habe ich das einfach so hinzunehmen.
Sehr schade, sind es doch fast 15 Jahre Gemeinsamkeit und schöne Momente, die einseitig aufgelöst werden.
Ich könnte durchdrehen bei dem Gedanken, dass sie mit ihrem neuen Lover und unseren Kindern Dinge unternehmen und Weihnachten feiern ...

Zu allem Überfluss ist meine Therapeutin noch krank und daher fällt unser nächster Termin aus, zu dem ich die Chance auf mein Indikationsschreiben hatte :-(
Da der nächste Termin erst kurz vor Weihnachten ist und es dann keinen kurzfristigen Termin mehr bei meinem Endokrinologen geben wird, verschiebt sich das alles in den Januar :-(
Na dann ... frohe Weihnachtszeit.

Zumindest sind meine Freunde für mich da und stützen mich durch meine Transition. Das ist auch nicht selbstverständlich und daher bin ich ihnen sehr dankbar und hoffe, dass das so bleibt.
LG, Michaela

Marion-Vanessa
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 128 im Thema

Beitrag von Marion-Vanessa » Di 3. Dez 2019, 16:44

Hallo Michaela,

Dein "Tagebuch" berührt mich emotional sehr und ich kann viele Deiner Gefühle sehr gut nachvollziehen. Auch ich habe schon eine Trennung mit Kind hinter mir. Zwar ist der Grund mit Deinem nicht vergleichbar aber die damit verbundene Gefühlswelt.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen alles Gute für Deinen Weg.

Viele liebe Grüße ))):s
Marion

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 129 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Mi 4. Dez 2019, 11:15

Ich versuche mein Leben in den drei Abschnitten Kinder / Trennung / Transition anzugehen.
Das hilft mir nicht im Chaos zu versinken.
Kinder sehe ich natürlich viel zu wenig, aber ich konzentriere mich auf die Tage wo sie bei mir sind, wir etwas unternehmen können. Das geht im Moment ganz gut und bau mich auf.

Die Trennung als Familie und von meiner Frau macht mir noch zu schaffen. Das braucht Zeit.
Ich verstehe meine Frau nur nicht mehr. Hat sie einen guten Tag, können wir ganz normal miteinander umgehen. Wenn nicht, dann können wir nicht einmal einfache Nachrichten schreiben. Sie liest den Inhalt anscheinend nicht und wenn ich das bemerke, lese ich zwischen den Zeilen :-/
Gerade heute ist offensichtlich wieder ein schlechter Tag für uns.

Meine Transition ist durchwachsen. In meinem Alltag versuche ich mir immer mehr Raum zu nehmen, was mir gut tut.
Auf der hormonellen Seite bin ich zu ungeduldig, als dass ich einfach abwarten könnte.
Die offizielle HET wird wohl erst im neuen Jahr starten können.
In zwei Wochen ist mein erster FFS Beratungstermin, danach habe ich hoffentlich ein wenig mehr Klarheit und evtl. ein Datum auf das ich hinfiebern kann.

LG, Michaela

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 130 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Mi 4. Dez 2019, 11:21

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Mi 4. Dez 2019, 11:15
Ich verstehe meine Frau nur nicht mehr. Hat sie einen guten Tag, können wir ganz normal miteinander umgehen. Wenn nicht, dann können wir nicht einmal einfache Nachrichten schreiben.
Es tut mir Leid das zu lesen.
Kenne es von meinen Trennungen aber zur Genüge - wobei damals das Thema noch nicht Trans war - sondern mehr im Fetish.
Traurig ist es aber trotzdem.
Ich hoffe es wird mit der Zeit wieder besser, meine Daumen sind gedrückt.
Ich hoffe du kommst gut über die Weihnachtszeit und Sylvester.

Geduld: Ja was soll ich sagen - eine meine schwächsten Charaktereigenschaften... - war nie meine Stärke - fühl dich gedrückt

Lieb Grüße
Lisa
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 131 im Thema

Beitrag von Anja » Mi 4. Dez 2019, 11:44

Moinsen (moin)
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 11:53
Ich könnte durchdrehen bei dem Gedanken, dass sie mit ihrem neuen Lover und unseren Kindern Dinge unternehmen und Weihnachten feiern ...
Ich dreh mit!
Allein die Vorstellung reicht mir schon. Da hat man den Eindruck, jemand hat dir deine Familie weggenommen :cry:
Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wie ich damit umgehen sollte. Es würde mich zerreissen glaub ich.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, diese besondere Zeit im Jahr irgendwie zu überstehen.

Grüße
die Anja
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 132 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Fr 6. Dez 2019, 14:05

Heute hat sich herausgestellt, warum ich eine "zweite Meinung" für mein Indikationsschreiben benötige.
Meine Therapeutin ist für die Krankenkassen anscheinend keine "Fachärztin" und muss daher einen Kollegen um seine Einschätzung bitten.
Das passiert nun nächste Woche, wenn ich zu einem persönlichen Gespräch zu dem zweiten Therapeuten fahre.
Ob ich dann gleich ein Schreiben mitbekomme, oder dann noch einmal warten muss, werde ich erst dann erfahren.
Da ich ja bereits vorher von keinem Termin mit meinem Endokrinologen vor Januar ausging, ist das zwar schön das es weitergeht, aber mehr auch nicht.
Irgendwie freue ich mich auf das Gespräch, weiß auch nicht warum. Vielleicht um noch einmal einen anderen Blickwinkel oder eine Einschätzung zu erhalten.
Vermutlich interpretiere ich mal wieder zu viel in das Ganze hinein und es ist nur eine formelle Angelegenheit für die Krankenhausversicherung oder so :-)

Nächste Woche habe ich dann zwei Therapeutentermine und in der Woche drauf geht es nach Spanien zu den FFS-Spezialisten. *aufgeregt* (ap)
LG, Michaela

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 133 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Fr 6. Dez 2019, 14:23

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 6. Dez 2019, 14:05
Nächste Woche habe ich dann zwei Therapeutentermine und in der Woche drauf geht es nach Spanien zu den FFS-Spezialisten. *aufgeregt*
Das kann ich mir gut vorstellen. Ich hoffe es wird so wie du es dir erhoffst.

Zu deinen Therapiegesprächen - ich denke wenn du bei dir selber bleibst wird es so eine Formsache.

Liebe Grüße
Lisa
Liebe geben und offen sein für neues..

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 134 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Di 10. Dez 2019, 14:39

Gestern hatte ich den ersten meiner zwei Therapeutentermine in dieser Woche.
Der Arzt war nett und höflich, ich bin aber froh, dass mich für die Hauptzeit meine jetzige Therapeutin begleitet.
Ist schon erstaunlich, wie sehr ich eine Wellenlänge brauche, um mich wohl zu fühlen, aber so ist es nunmal.

Extra früher von der Arbeit nach Hause, um genügend Zeit für den Termin am Nachmittag zu haben und doch war die Zeit wieder knapp :-)
Am Abend zuvor habe ich mir drei Outfits zurecht gelegt, konnte mich aber dann nur schwer entscheiden.
So habe ich mich in einem bordeauxfarbenen Strickkleid, blickdichter Strumpfhose, khaki Stiefeln und einem grauen Wollschal auf den Weg gemacht und war dann doch zu früh.

Das Gespräch verlief gut, auch wenn ich es schwierig finde, über 30 Jahre in 40 Minuten zu komprimieren und dann auch noch versuchen Empfindungen und Gründe für diese in Worte zu fassen.
Ich glaube dennoch, dass wir beide zufrieden mit dem Gespräch waren. Der Dr. hat nochmals betont, dass er nicht dafür da ist zu urteilen, ob das was und wie ich es sehe und angehe richtig oder falsch ist, sondern dass sie Begleiter sind, die sich für das Wohl der Patienten einsetzen.
Er sieht ebenfalls keine Schwierigkeiten oder Unstimmigkeiten und denkt, dass ich meinen Weg gehen werde, auf dem ich mich gerade befinde.
Klingt erstmal gut :-)

Ich bekam ein Lob für die offenen und ehrlichen Worte, dass ich "so toll mitgemacht habe", dass scheint mir nicht alltäglich zu sein, was ich persönlich merkwürdig finde. Es sollte eigentlich jeder/m daran gelegen sein, das auszusprechen, was man empfindet, sonst kann eine Therapie nur schwer funktionieren.
Allerdings kann ich auch nachvollziehen, wenn man dem ganzen System etwas mißtrauisch gegenüber steht und daher nicht alles preis geben möchte, was einem im Kopf herumspukt. Muss jede/r für sich entscheiden.

Ob ich am Freitag nun mein Indikationsschreiben bekomme, oder erst im Januar, hängt dann wohl davon ab, ob die nun intern noch einen Termin zusammen hinbekommen um sich abzustimmen und zu unterschrieben. Das Schreiben ist von meiner Therapeutin schon einmal fertiggestellt :-)
Egal wie, sehr wahrscheinlich werde ich erst im Januar einen Anschlusstermin bei meinem Endokrinologen bekommen ... Weihnachten steht vor der Tür und damit die Urlaubszeit :-/

Auf der Rückfahrt musste ich mit meinem E-Auto wegen des Wetters doch noch einmal zwischendurch laden und stand dann erstmal an der Station, als ein mir flüchtig von anderen Ladestopps bekanntes Ehepaar neben mir hält. *schluck*
Nur nichts anmerken lassen und weiter Netflix schauen, die fahren sicher gleich wieder ... ne, ne, die warten, bis ich fertig geladen habe *nochmal schluck*
So stehen wir ca. 20 Minuten nebeneinander, als ich endlich aus dem Auto steige, zur Station gehe (direkt vor ihrem Auto(!) und in meinem Kleidchen und hübsch wie ich war mein Auto abstöpsle.
Ich war dann gleich so freundlich deren Ladung zu starten, setzte mich ins Auto, als die beiden aussteigen.
Er bedankt sich für das Starten deren Ladens mit einem Daumen nach oben (so interpretiere ich das jetzt mal) und sie mit einem freundlichen Lächeln im meine Richtung. Ich winke kurz, lächle und fahre los.
In solchen Momenten wüsste ich gern, was die Menschen denken ... :-)
LG, Michaela

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