Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken
Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken - # 3

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Anja
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 31 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 13. Mai 2019, 16:40

Moinsen,

das klingt ja leider schon ziemlich endgültig bei euch mit dem Auszug :cry:
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Mo 13. Mai 2019, 15:33
Ich bin mir an dem Punkt an dem ich stehe nicht sicher, ob ich mich uneingeschränkt entwickeln könnte, würde ich im gleichen Haushalt leben, jetzt wo ich mich damit arrangiert habe ausziehen zu müssen.
Ich habe das bisher aber auch nicht als Nachteil empfunden. Das wichtigste war für mich nicht, das ich mich schnellstmöglich entwickeln konnte, sondern das ich meine Familie behalte. Bzw. meine Frau.
Wir haben viel geredet, immer und immer wieder, bei jedem einzelnen Schritt.
So haben wir es irgendwie durch die stümische Phase der Outings geschafft. Und gemeinsam ist man immer stärker als allein.
Da bei euch auch noch zwei Kinder betroffen sind, kann ich die Haltung deiner Frau nicht nachvollziehen.
Ich kann nachvollziehen, das eine Frau nicht plötzlich mit einer anderen Frau das Bett teilen möchte. Aber dafür gäbe es ja Möglichkeiten wie Gästebetten, oder das Wozi-Sofa. Aber das ein Elternteil den anderen vor die Tür setzt, gerade in der schwierigsten Phase seines Lebens, finde ich extrem heftig. Gerade dann sollte man doch füreinander da sein?
Trennen kann man sich immer noch, wenn die stürmische Phase der Outings und der Transistion überstanden ist. Ich denke dabei auch gerade an eure Kinder.
Was sagt ihnen das? Wenn es schwer wird, trennt man sich?
Das finde ich egoistisch von deiner Frau. Du machst dir Schuldgefühle wegen deiner Familie, aber du bist doch garnicht diejenige, die die räumliche Trennung veranlasst hat. Du würdest doch liebend gerne bleiben, oder?
Wie gesagt, ich bin gespannt wie es bei dir weiter geht.
Aber es macht mich sehr traurig, das du ausziehen musst :cry: Mir würde das Herz brechen...

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommenden Wochen.

Grüße
die Anja
'ne Gerade-aus-Maus, kein Tussimodell

!EmmiMarie!
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 32 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » Mo 13. Mai 2019, 18:24

Hi Michaela,

spontan nach dem Lesen habe ich mich gefragt, wer denn viel bei dem möglichen Umbau
am Arbeit übernimmt. Naja, wenn man nicht gerade so eine handwerkliche Grenzbegabung ist wie ich..

..ich glaube jedenfalls, das man dann viel Zeit an dem betreffenden Platz verbringt, was doch gar nicht
sooo schlecht wäre.

Ansonsten finde ich was Anja geschrieben hat auch ganz schön und wichtig.

Trotzdem frage ich mich auch manchmal, sollte ich nicht freiwillig meine Sachen packen, alle Brücken
abbrechen um mich ganz und vollständig zu finden?
Oder wäre es gut andere vor den Launen meiner "Transpubertät" zu schützen? Und ja, ich kann ziemlich
ekelig sein..

..gestern wollte kurzfristig eine Freundin mit ihrer Tochter zum spazieren gehen vorbei kommen.
Da ich mich aber kein bisschen salonfähig fühlte habe ich einen Riesenterror gemacht, das ich das nicht
möchte und habe einen Heulkrampf bekommen.
Meine Liebste ist dann mit den beiden alleine raus gegangen.
Als sie wieder kam meinte sie, weder sie noch die beiden hätte es gestört das ich nicht perfekt ausgesehen habe.
Alle kennen mich doch und akzeptieren mich auch so wie ich bin, nur wenn ich jedesmal so ausflippe, kann
es sein, das das bald nicht mehr so ist.
Und da hat sie ja so furchtbar recht...

manchmal ist es halt nicht einfach wenn das Herz und Gefühl einer 15jährigen mit Körper und Geist
einer über 40jährigen aufeinander prallen.

Was will ich eigentlich sagen?
Das Gleiche wie Anja-auch wenn es nicht leicht ist, ist es möglich weiterhin zusammen zu leben und zusammen
zu halten. Und das wünsche ich euch, auch wenn es momentan nicht möglich erscheint.

Vor ein paar Wochen wollte ich getrennte Schlafzimmer, inzwischen schnarchen wir uns wieder gegenseitig ins Ohr.
Schön ist immer noch nicht alles, aber wir arbeiten daran..

Alles Liebe Marie (flo)
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

MichiWell
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 33 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 13. Mai 2019, 20:10

Anja hat geschrieben:
Mo 13. Mai 2019, 16:40
Ich denke dabei auch gerade an eure Kinder.
Was sagt ihnen das? Wenn es schwer wird, trennt man sich?
Hallo Anja,

vielen Dank für diese wahren Worte. (dr)

Ich hatte gerade kurz feuchte Augen, weil ich zurück denken musste. Es waren andere Gründe, doch mein Kind war im Alter der Kinder von Michaela, und ich habe es mir gewiss nicht leicht gemacht. Weshalb ich mich dann so entschieden habe .. entscheiden musste, war reiner Selbstschutz, und tut hier nichts weiter zur Sache.


Liebe Grüße
Michi
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir ´ne PN!

Michaela_mit_a
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 34 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Di 14. Mai 2019, 08:25

Ich habe Anjas Beitrag gestern meiner Frau gezeigt, als Beispiel, dass es auch anders laufen könnte, auch wenn man es in dem Moment vielleicht nicht für möglich halten kann. Es ändert aber leider nichts an der Lage.

Nun möchte ich eine Lanze für meine Frau brechen, denn ich denke, dass sie ein Recht darauf hat so zu empfinden und auch das man ihr zugestehen muss, dass sie die räumliche Trennung möchte.
Niemand sollte "nur wegen der Kinder" eine Beziehung weiterführen, in der er oder sie sich unwohl fühlt.
Nichts anderes ist der Auslöser für mein Coming out. Sonst könnte man mir auch vorwerfen, dass ich doch bitte "für die Kinder" weiterhin den Mann spielen soll.
Wäre auch nicht machbar.

Ich hege da in keiner Weise Groll gegen meine Frau und sie ist wirklich eine große Stütze für mich.
Wir werden weiterhin gemeinsam für unsere Kinder da sein und sie alle Liebe spüren lassen, die wir ihnen auch jetzt schon zukommen lassen und vielleicht sogar noch mehr als zuvor.

Natürlich bricht es mir das Herz, meiner Frau geht es aber nicht anders. Ihr ist ihr Mann abhanden gekommen ...
Ich bin mir sicher, dass wir immer eine gute Beziehung zueinander und zu den Kindern haben werden, nur nicht mehr als Paar :-(

LG, Michaela

Anja
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 35 im Thema

Beitrag von Anja » Di 14. Mai 2019, 09:33

Moinsen,
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Di 14. Mai 2019, 08:25
Ihr ist ihr Mann abhanden gekommen ...
Davon liest man ja leider auch häufiger hier. Zum Glück sah meine Frau das anders. Ihr war ich immer als Mensch wichtig. Und ich bin immer noch genauso für sie da wir früher auch. Ebenso für die Kinder.
Wie ich weiter oben schon geschrieben hatte, mein Geschlecht spielt im Alltag keine Rolle mehr. Natürlich ist es zu Anfang eine Umstellung, aber nach ein paar Monaten war das kein Thema mehr...
Meine Kinder nennen mich nach wie vor Papa (was mir persönlich wichtig ist).
Ich bin niemandem abhanden gekommen. Nur mein Äußeres hat sich etwas verändert :wink:

Natürlich hat jeder andere Lebensumstände, eine andere Geschichte, andere Werte. Jeder muss für sich selbst einen Weg finden glücklich zu werden...
Ich weiß auch nicht, was ich getan hätte, wenn es mit uns nicht geklappt hätte.

Grüße
die Anja
'ne Gerade-aus-Maus, kein Tussimodell

ChristinaF
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 36 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Di 14. Mai 2019, 11:15

Anja hat geschrieben:
Di 14. Mai 2019, 09:33
Moinsen,

Davon liest man ja leider auch häufiger hier. Zum Glück sah meine Frau das anders. Ihr war ich immer als Mensch wichtig. Und ich bin immer noch genauso für sie da wir früher auch. Ebenso für die Kinder.

Grüße
die Anja
Liebe Anja,
genau so wars bei uns auch. Meine Frau sah ebenso in mir zuerst den Mensch und mehr zum Schluss hin das Geschlecht. Dass dies bei dir und deiner Liebsten wie bei uns beiden gut geht ist aber mehr als selten. Leider sehen das viele Partnerinnen von TS Frauen völlig anders. Auch wenn sie zu Beginn der Angleichung noch eher das Ganze "tolerieren". Leider kommt später eine völlig andere Einsicht, in dem sie unser neues Leben/Geschlecht mehr/minder nicht mehr akzeptieren (können, wollen).
Liebe Grüße
Christina

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 37 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Di 21. Mai 2019, 15:41

Es sind wieder ein paar Tage vergangen und die Welt dreht sich weiter.
Ich hatte eine passende Wohnung bei uns im Ort in Aussicht, die leider seit vorgestern nicht mehr zur Verfügung steht :-(
Damit ist vorerst klar, dass ich im Juli eine Wohnung ca. 10km entfernt nehmen werde.
Das ist um den täglichen Kontakt zu den Kindern zu halten zu weit weg, aber nah genug dran, um schnell mal "nach Hause" zu fahren.
Auf der anderen Seite gibt es mir ab dann den Raum mich selbst zu entfalten, ohne auf jemanden im Alltag Rücksicht zu nehmen.
Aus dieser Sicht freue ich mich auf die Zeit die kommt.
Immer ein weinendes und ein lachendes Auge.

Meine Mädchen sind schnell wieder im "normalen" Alltag angekommen.
Es ist nur zwei Tage Thema gewesen. Das einzige was ich merke ist eine stärkere Bindung von meiner größeren Tochter zu mir. Wenn ich abends für sie lese, liegt sie dichter bei mir, drückt mich mehr. Ich denke Sie hat im Hinterkopf, dass es in ein paar Wochen nicht mehr so sein könnte. :-(
Die drohende Trennung macht ihr wohl mehr zu schaffen, als die Transmami. Verständlich, bin ich ja für sie optisch weiterhin der Papa.

Meine Frau bleibt weiterhin auf Distanz. Wir regeln den Alltag, sie ist sehr hilfsbereit und eine Stütze, was das Coming out angeht, darüber hinaus ist aber eine deutliche Abkühlung zu spüren. Schade :-(

Mittlerweile wissen Die Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Geschwister, Schwägerin, Schwager, Lehrerin und Kira-Betreuerin Bescheid.
Heute Abend treffe ich mich mit unserem Freund und Trauzeugen und weihe ihn ein.
Danach sind enge Freunde und engste Kollege an der Reihe ...

Bisher sind restlos alle sehr offen, verständnisvoll und bieten sich für Hilfe und Gespräche an.
Alle wünschen uns nur das Beste und stehen als Unterstützung bereit.
Die Zeit wird zeigen, wie sich das zukünftig hält und entwickelt, aber ich bin bisher guter Dinge :-)

Ich habe mir einen Haufen von dem Buch "Anne wird Tom - Klaus wird Lara" besorgt und diese jeder/m mit ein paar Zeilen Brief mitgegeben.
Vielleicht habe ich das schon einmal hier geschrieben, aber ich glaube das Verständnis das Verstehen voraussetzt und da ist das Buch aus meiner Sicht ein guter Anfang mit dem Thema umzugehen.
Meinen Freunden und Kollegen werde ich ebenfalls eines geben.

Morgen ist die nächste Therapiestunde und ich bin gespannt, wie die nächsten Wochen verlaufen.
LG, Michaela

Anne-Mette
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 38 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 21. Mai 2019, 16:06

Moin,

alles Liebe und Gute weiterhin.
Gut, dass nicht alles im (Gefühls)Chaos versinkt und dass trotz aller Traurigkeit wegen der bevorstehenden Trennung einige Perspektiven
für die Zukunft bestehen. Das macht Hoffnung(?)
Ich denke, ihr habt vieles recht gut bedacht und geregelt.
Mehr ist vielleicht im Moment nicht möglich.

Herzliche Grüße
Anne-Mette

ChristinaF
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 39 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Mi 22. Mai 2019, 12:36

Anne-Mette hat geschrieben:
Di 21. Mai 2019, 16:06
Moin,

alles Liebe und Gute weiterhin.
Gut, dass nicht alles im (Gefühls)Chaos versinkt und dass trotz aller Traurigkeit wegen der bevorstehenden Trennung einige Perspektiven
für die Zukunft bestehen. Das macht Hoffnung(?)
Ich denke, ihr habt vieles recht gut bedacht und geregelt.
Mehr ist vielleicht im Moment nicht möglich.

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Den Worten von Anne-Mette schließ ich mich gerne an.
Auch "schlechte" Tage gehören mal der Vergangenheit an und die Zukunft ist oft positiver als man in der Gegenwart denkt.
Liebe Grüße
Christina

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 40 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a » Do 6. Jun 2019, 11:31

Nach zwei Wochen möchte ich ein kurzes Update schreiben.

Der Kreis der "Wissenden" wird immer größer und die Kontrolle ist inzwischen wahrscheinlich nur ein Strohhalm, an den ich mich noch klammere.
Die Familie, enge Freunde, ein paar ausgewählte Nachbarn und die Betreuer unserer Kids wissen Bescheid, morgen kommen noch eine Hand voll Kollegen und Freunde dazu. In der nächsten Woche werde ich das erste Mal zu einer örtlichen SHG gehen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand es "im Vertrauen" seinen Freunden und Bekannten sagt, oder das jemand "etwas mitbekommt", steigt also gewaltig.

Das ist auch soweit OK, denn das ist zu erwarten. Menschen sind halt Menschen und Geheimnisse sind sooo schwer für sich zu behalten ;-)
Bisher haben alle es sehr positiv aufgenommen, ich bekomme von vielen Seiten Unterstützung angeboten, das ist unwahrscheinlich entlastend und schön.
Erwartungsgemäß haben meine Frau und meine Mutter am meisten zu verarbeiten, wobei sich das ganz sicher mit der Unterstützung aller in der kommenden Zeit ergeben wird.
Im Moment könnte es aus der Sicht nicht viel besser laufen :-)

In den letzten zwei Wochen habe ich im Rahmen meines "Check-ups" bei meinem Hausarzt das Herz-Kreislaufsystem checken lassen, Blutwerte, EKG, Langzeit EKG und in der nächsten Woche ein Belastungs EKG. Alles bisher in bester Ordnung, gesundheitlich steht einer HRT bisher nichts im Weg.
So werde ich versuchen einen zeitnahen Termin bei einer endokrinologischen Praxis zu bekommen, im besten Fall eine, mit Erfahrungen bei der Unterstützung von Transfrauen.

Ich möchte vor der Indikation meiner Therapeutin, die die vorgegebenen Zeiträume einhalten möchte, eine Hormontherapie starten, die ich aus eigener Tasche zahlen würde. Hoffentlich klappt das. Meine Therapeutin sieht darin kein Problem, bespricht sich aber noch einmal mit ihrem erfahrenen Arbeitskreis, ob das dort schon einmal jemand begleitet hat.

Ich kann es kaum erwarten "so richtig loszulegen". Klingt merkwürdig, aber im Moment fühlt es sich noch an, als würde ich mit angezogener Handbremse fahren :-)
Ja, ja, ich weiß:"Lass Dir Zeit." "Überstürze nichts." etc. Glaubt mir, ich bin niemand, die einfach ins Blaue lebt oder unbedachte Dinge tut.
Ich glaube mich gut einschätzen zu können und jetzt ist die Zeit gekommen! 8)

Mit meiner Therapeutin habe ich intensiv über Körper, Hormone, Erwartungen etc. gesprochen und sie schätzt mich ebenfalls als sehr bedachte gut informierte und vorbereitete Person. Top!

Im Juli startet meine IPL-Enthaarung im Gesicht und am Körper. Da bin ich sooo gespannt auf die Ergebnisse in einem halben Jahr und darüber hinaus.
Ebenso bemühe ich mich um eine Stimmentherapie, für die ich von meiner Therapeutin ein Schreiben bekomme.
Wenn ich tatsächlich etwa zeitgleich die HET starten könnte, würde ich wahrscheinlich im Frühjahr endlich komplett "switchen" (he)

In den letzten zwei Tagen wurde ich von drei Kollegen (zwei weiblich, einer männlich, soweit man das einschätzen kann ;-) ) auf meine "wachsende Haarpracht" angesprochen. Durchaus positiv, aber auch neugierig, was ich denn auf meinem Kopf so alles vor habe. Noch wird nichts verraten ;-)

Ihr lest wahrscheinlich schon, dass ich im Moment sehr euphorisch bin.
Keine Sorge das ich dadurch unbedacht oder blind reagiere. Ich freue mich einfach nur auf die Zeit, die vor mir liegt :-)

LG, Michaela

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 41 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Do 6. Jun 2019, 11:46

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31

Ihr lest wahrscheinlich schon, dass ich im Moment sehr euphorisch bin.
Keine Sorge das ich dadurch unbedacht oder blind reagiere. Ich freue mich einfach nur auf die Zeit, die vor mir liegt :-)

LG, Michaela
Hallo Michaela,

es tut gut zu lesen, dass nach der Sache mit deiner Ehe es dir jetzt besser geht und dass du Ziele und Erwartungen hast, die dich positiv vorantreiben. Ich wünsche mir vom ganzen Herzen, dass es auch so weiter geht und immer die Positivität und die neuen Möglichkeiten den auftretenden Problemen überwiegen.

LG
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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 42 im Thema

Beitrag von Diva » Do 6. Jun 2019, 12:26

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31
Erwartungsgemäß haben meine Frau und meine Mutter am meisten zu verarbeiten, wobei sich das ganz sicher mit der Unterstützung aller in der kommenden Zeit ergeben wird.
Im Moment könnte es aus der Sicht nicht viel besser laufen :-)
Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Bei mir kam nach einem halben Jahr Regenbogenfamilie eine filmreife Trennung mit einem unglaublichen Hass-Potential seitens meiner Frau, und zwar gerade wegen "der Unterstützung aller" ...
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31
In den letzten zwei Wochen habe ich im Rahmen meines "Check-ups" bei meinem Hausarzt das Herz-Kreislaufsystem checken lassen, Blutwerte, EKG, Langzeit EKG und in der nächsten Woche ein Belastungs EKG. Alles bisher in bester Ordnung, gesundheitlich steht einer HRT bisher nichts im Weg.
Es fehlt die zytogenetische Untersuchung, oder braucht man die plötzlich nicht mehr?
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31
Ich möchte vor der Indikation meiner Therapeutin, die die vorgegebenen Zeiträume einhalten möchte, eine Hormontherapie starten, die ich aus eigener Tasche zahlen würde. Hoffentlich klappt das. Meine Therapeutin sieht darin kein Problem, bespricht sich aber noch einmal mit ihrem erfahrenen Arbeitskreis, ob das dort schon einmal jemand begleitet hat.
Na ja, deine Therapeutin mag das entspannt sehen. Meinst du mit Selbstzahlung, dass du irgendwo Medikamente ohne Verschreibung kaufst? Dann wird es interessant, was der Endo beim offiziellen Beginn der HET dazu sagt. Die finden das manchmal nicht ganz so komisch. Mein Endo hatte mich auf den bloßen Verdacht hin, dass ich bereits mindestens seit einem Jahr "illegal" Hormone nehmen würde, beim Ersttermin komplett auseinander genommen. An seinen Misshandlungen hatte ich über ein Jahr lang zu knabbern. Das kann also auch nach hinten losgehen.
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31
Wenn ich tatsächlich etwa zeitgleich die HET starten könnte, würde ich wahrscheinlich im Frühjahr endlich komplett "switchen" (he)
Wenn du wirklich eine dermaßen
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31
bedachte gut informierte und vorbereitete Person.
wärst, wüsstest du, dass die HET eine Wundertüte mit unbekanntem Ausgang - sowohl zeitlich als auch psychisch und physisch - ist. Wie kannst du da dein Coming Out abhängig von der HET machen?
Vielleicht hab ich ein Verständnisproblem.
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31
In den letzten zwei Tagen wurde ich von drei Kollegen (zwei weiblich, einer männlich, soweit man das einschätzen kann ;-) ) auf meine "wachsende Haarpracht" angesprochen. Durchaus positiv, aber auch neugierig, was ich denn auf meinem Kopf so alles vor habe. Noch wird nichts verraten ;-)
Das war während meiner halbjährigen "androgynen" Phase ebenso. Nach fast 2 Jahren gibt es jedoch kaum jemanden von damals, der mich nicht inzwischen komplett ablehnt, Komplexe - welcher Art auch immer - bekommt, hinter meinem Rücken hetzt oder mich sogar offen heraus frech diskriminiert. Leute - insbesondere Kollegen - sind eben auch nur Menschen.
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31
Ihr lest wahrscheinlich schon, dass ich im Moment sehr euphorisch bin.
Und woher dann dieser Argwohn gegenüber anderen?
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:40
Sei mir nicht böse, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass dies ein weiterer "CD-Träumerei-Thread" ist.
Wenn nicht, Hut ab, euch beiden alles Glück der Welt und entschuldige bitte mein Argwohn :-)
LG, Michaela
Jeder neue Tag ist die Bestrafung dafür, noch immer am Leben zu sein.

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 43 im Thema

Beitrag von heike65 » Do 6. Jun 2019, 14:30

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31
Im Juli startet meine IPL-Enthaarung im Gesicht und am Körper. Da bin ich sooo gespannt auf die Ergebnisse in einem halben Jahr und darüber hinaus.
Erwarte von einer IPL nicht so schnelle und dauerhafte Erfolge, Lasern ist deutlich effektiver.
Ebenso bemühe ich mich um eine Stimmentherapie, für die ich von meiner Therapeutin ein Schreiben bekomme.
Das kann nach hinten losgehen, die Logopäden haben vielfach einen Vordruck für den Hausarzt, die Diagnose F64.0 ist laut zweier Logopäden eher hinderlich bei manchen Krankenkassen.
Ansonsten viel Erfolg, und wenn du mal ein Paar kennenlernen möchtest wo die Ehe nie zur Disposition stand, kannste gern nach Kappeln kommen, PN an mich reicht.

Liebe Grüße

Heike
Zuletzt geändert von heike65 am Do 6. Jun 2019, 15:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 44 im Thema

Beitrag von Mina_35 » Do 6. Jun 2019, 14:38

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 11:31
Im Juli startet meine IPL-Enthaarung im Gesicht und am Körper. Da bin ich sooo gespannt auf die Ergebnisse in einem halben Jahr und darüber hinaus.
auch von mir, vergiss die IPL geschichte, ist absolute Zeitverschwendung im Gesicht. Fang gleich mit einer Laserbehandlung (z.b. Alexandrit oder Diodenlaser SPTL 808 bzw Glasfaserdiodenlaser) an. Erwarte aber auch da keine Wunder in 6 Monaten. Ich habe noch deutliche flecken ums Kinn herum und stellenweise am Unterkiefer und ich habe jetzt die 9. Behandlung (einmal alle 4 Wochen) hinter mir, mit einem Diodenlaser. Und ich rechne damit, das es noch bis Ende dieses Jahres, also dann insgesamt etwa 16 Behandlungen, dauern wird, bis nichts oder nicht mehr viel sichtbar ist, dann waren es 1,25 Jahre behandlung, ohne Sonne, LSF 50+ auf dem Gesicht und in den ersten Behandlungen wirklich viel Schmerzen.

Ich will dir hier ganz sicher nichts ausreden, aber sollte nicht zu optimistisch sein, weil sonst die Enttäuschung groß sein wird.

;)

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Re: Vater, Ehemann und Transfrau? Mein Leben, meine Gedanken

Post 45 im Thema

Beitrag von VanessaL » Do 6. Jun 2019, 14:50

Hallo!

Ich würde vorschlagen, noch einmal mit Deiner Thera zu sprechen
Ich möchte vor der Indikation meiner Therapeutin, die die vorgegebenen Zeiträume einhalten möchte, eine Hormontherapie starten, die ich aus eigener Tasche zahlen würde. Hoffentlich klappt das. Meine Therapeutin sieht darin kein Problem, bespricht sich aber noch einmal mit ihrem erfahrenen Arbeitskreis, ob das dort schon einmal jemand begleitet hat.
Es ist nicht nachvollziehbar, dass sie Dir auf der einen Seite noch kein Indikationsschreiben ausstellen möchte, auf der anderen Seite aber die vorzeitige Hormoneinnahme unterstützt .... da passt was nicht!

Und auch von mir noch einmal der Hinweis: TS sein und als Frau leben zu wollen hat erst mal nix mit Hormonen zu tun! Schmeiß da mal nicht zu viel verschiedene Dinge in einen Topf. Ich glaube Du bist grade in einer starken Beschleunigungsphase mit viel Euphorie... das ist auch völlig OK, aber Luft holen nicht vergessen ... und bremsen nicht vergessen.
Das Frausein findest Du nicht in Hormonen, Outing und Co. Dafür musst Du Dich tief mit Dir selbst beschäftigen - der Rest ist „nur“ Beiwerk.

Viel Glück, Erfolg und Konstanz...
Vanessa
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

Wir brauchen mehr Gelassenheit und weniger Binärität.

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