"Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."
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Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Anne-Mette
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,

... und herzlich willkommen bei uns )))(:

"Den Gesprächsfaden wieder aufnehmen" ist wohl ein guter Rat. Gleichzeitig sollte(n) jeder für sich - und beide zusammen - sich mit der Frage auseinandersetzen: "wie will/kann ich meine / können wir unsere Sexualität ausleben?"
Es gibt kaum ein Thema, das so viele Verletzungen hervorrufen kann wie das Thema Sex - und es sind und werden von "ExpertInnen" immer noch viele Irrtümer verbreitet.

Bleibt im Gespräch (smili)

Gruß
Anne-Mette
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Hallo,
Es scheint so als wüsssten immer alle genau, was sie wollen...
Ich glaube, das ist ein Irrtum! Warum gibt es sonst so viele Sendungen die sich mit dem Thema beschäftigen, z.B. von Anne Marlen Henning,
so viele Therapeuten, Bücher, was auch immer.

Was würdest Du wollen, wenn Du ganz frei bist? Ich weiß, die Frage ist schlecht zu beantworten; denn meistens kommt ein "ja aber...".
Versuche mal, Dich völlig losgelöst von Deiner jetzigen Partnerschaft und vom Crossdresseing zu sehen.
Was ist Dir wichtig, wie siehtst Du Dich?

In der "Brigitte-Woman" vom letzten oder vorletzten Monat hat eine Frau ganz gut ihre Suche nach "ihrer Lust" beschrieben (allerdings hat das nichts mit Crossdressing zu tun).
Wenn Du magst, suche ich Dir den Artikel raus.

Gruß
Anne-Mette
sbsr
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 3 im Thema

Beitrag von sbsr »

Hallo Mondenkind,

auch wenn wir das selbst nicht so gerne hören wollen, aber nicht nur wir haben das Recht auf die Entfaltung unserer Persönlichkeit, sondern auch Ihr Paterinnen habt berechtigte Ansprüche an eine Beziehung. Deshalb steht es Dir uneingeschränkt zu, das Thema Crossdressing anzusprechen, wenn es Deiner Meinung nach überhand nimmt.

Vielleicht hast Du schon zu lange zugesehen, und jetzt ist die Blase einfach mal geplatzt. Ein guter und wichtiger Schritt ist, dass Du Dir dessen bewusst wirst, was Dich im Moment stört. Vielleicht liegt es an ihm, vielleicht liegt es an Dir selbst, wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Du wirst ihm seine weibliche Seite nicht austreiben können, das wäre auch der völlig falsche Ansatz, er sollte aber auch so viel Versändnis für Dich aufbringen, wie Du es für ihn getan hast.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Alli
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 4 im Thema

Beitrag von Alli »

Es scheint mir so, als wüssten alle was sie wollen ..... oh nein! Doch?
Seit dem Outing geht unser Sexualleben langsam aber sicher auf den Nullpunkt... seit ich die Leidenschaft meines Mannes für "etwas nuttiges" Crossdressing und seine Vorlieben auch für Shemale-Pornos kenne, kann ich mich noch so anstrengen, unser Sexleben ist von meiner - vielleicht auch seiner (?) Seite äußerst unbefriedigend und daher immer seltener.
Wenn ich Mann wäre würde ich es ganz plakativ beschreiben: Ich bekomme einfach keinen mehr hoch! Egal wie sehr im mich danach sehne und mich anstrenge. Irgendwann schaltet sich mein Kopfkino ein und es geht gar nichts mehr. Dann werde ich von einer furchtbaren Traurigkeit übermannt.
Dann frage ich mich, ob ich so den Rest meines Lebens- ich bin Anfang 40 - leben möchte.
Mein Ansinnen, mir für diesen Teil vielleicht irgendwann mal eine Alternative zu suchen, stößt natürlich auf Unverständnis. Nachvollziehbar! Aber: Die selben Argumente- ich bin oder werde unglücklich, wenn ich meine Sehnsüchte nicht ausleben kann, zählen dann nicht. "Das hat nichts mit Dir oder unserer Beziehung zu tun!" gilt also nur für seine Leidenschaft. Ich sehne mich nur nach einem normalen Sexualleben und Geborgenheit, Anerkennung und begehrt werden. Das habe ich aber in meiner Beziehung nicht mehr. Er bemüht sich wirklich, aber es funktioniert nicht.
Da hilft leider auch kein miteinander reden, denn was soll man tun, wenn der Kopf und der Körper sein Eigenleben haben und sich nicht ausschalten lassen.
Also, vielleicht weiß man doch was man möchte, kann es aber nicht realisieren. Die Frage ist dann nur, wie man dann mit der Situation umgeht! Ich empfinde es alles, wie eine Art Fremdgehen. Auch wenn es nicht real mit einer anderen Person geschieht. Es gibt es Paare, die damit umgehen können und andere eben nicht. Schlimm ist nur, dass beide dadurch so doll verletzt werden, ohne das man das möchte.
Lg Alli
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 5 im Thema

Beitrag von Vanessa_T »

Mondenkind hat geschrieben: Mi 28. Mär 2018, 09:35 (...)
Es scheint so als wüsssten immer alle genau, was sie wollen...
Den Eindruck habe ich hier im Forum auch schon öfter gehabt. Man selbst fühlt sich selbst dann klein, zögerlich, nicht mit sich selbst im Reinen, während alle Anderen ganz straight und selbstbewusst ihren Weg gehen. Kommt man aber näher ins Gespräch, stellt man fest, dass der erste Anschein oftmals trügt.

Ich will Dir sehr für Dein Posting danken, weil ich viele Parallelen für meine Partnerschaft erkenne. Zwar von der anderen Seite aus, weil ich ja der Transgender bin, aber ich glaube, meine Frau würde vieles von dem, was Du empfindest, so unterschreiben. Nur leider gehen wir nicht mal annähernd so offen mit dem Thema um wie Du und Dein Mann. Von daher halte ich es für bemerkenswert, was Ihr beide erreicht habt. Dass da Konflikte, emotionale Ausbrüche usw. auftreten, ist glaube ich mehr als normal. Im Gespräch zu bleiben, ist wohl der beste Rat, aber gerade ich weiß, wie einfach und profan das klingt und wie verdammt schwer es im Alltag umzusetzen ist. Auf jeden Fall wünsche ich Euch alles, alles Gute. Fühle Dich gedrückt! (dr)

LG, Vanessa.
"An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser".

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Ronda_PTL
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 6 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

Willkommen liebe Mondenkind in unserem Forum der Ver_rückten! *Selbstironie*

Zunächst mal ein riesiges Kompliment für Deinen ungeheur offenen und authentischen Beitrag, den Du "abgeliefert" hast. Solche Offenbarungen sind nicht sehr häufig, noch dazu von neuen Members, oder von Partnerinnen von Forenusern.

Ich finde es einfach toll, was und wie Du Euren ganz persönlichen Weg, der ja schon länger währt und sicher nicht immer einfach war, beschrieben hast. Vieles was Du schilderst, klingt sehr vertraut, denn diese Strukturen sind nicht einzigartig, sondern eher die Regel in solchen Beziehungen. Überhaupt finde ich, dass Dein Partner das "große Los" mit Dir gezogen hat. Ich garantiere Dir, dass es hier viele CDs gibt, die sich die Finger bis zu den Ellenbogen schlecken würden, hätten sie eine solche Partnerin, die mit Empathie, viel Kooperation, ja sogar Freude und Hingabe eigentlich alles an "Gegenstück" in sich vereinigt, was sich so viele unserer Prägung immer schon gewünscht haben. (ki)

Was jetzt Deine aktuellen "Probleme" angeht, halte ich diese Enticklung eigentlich für "gesund und nötig", denn es bedeutet m.E. den nächsten Schritt zu tun in Eurer, vor allem auch DEINER, zwangsläufigen Entfaltung Deiner Persönlichkeit. Bedenke, dass Du bisher immer sehr auf das GLÜCK und WOHLBEFINDEN Deines Partners fixiert warst, teils sicher aus dem "Minderwertigkeitsgefühlen" Dir selbst gegenüber, wie Du sie beschrieben hast. Durch Eure tolle Konstellation hast Du aber sehr viel auch für Dich ganz persönlich dazugewonnen an Autarkie, an Selbstwertgefühl und den Reaktionen Deiner Umwelt auf Dich.

Begreife es als CHANCE, nicht als BEDROHUNG für Eure "Hausbeziehung": Du hast jetzt vielleicht -- erstmals -- die Möglichkeit bekommen, AUF AUGENHÖHE MIT ALLEN CHANCEN UND RISIKEN die Bezihung, die Liebe, mit ihm/ihr neu auszurichten, auszubalancieren, zu gestalten ... Inklusive Eurer gelebten Sexualität. Das ist weit mehr als anderen "Stino-Paaren" oftmals nach dieser Zeitspanne gelingt! Es ist ein Geschenk, dass Ihr Euch selbst erarbeitet habt!

Also versuche keine Angst vor Verletzungen, vor potenziellen Konflikten und "Rückzug ins Schneckenhaus" zu haben, sondern geht es offensiv und entschlossen an, versucht dabei jedoch empathische und behutsam zu bleiben, glaubt daran dass Ihr eigentlich BEIDE nur wachsen könnt. Es kann und wird im besten Fall eine wunderbare Erfahrung sein, dass selbst so "alte Hasen" wie Ihr damit auf eine höhere Ebene in Eurer gemeinsamen Geschichte gelangen werdet.

Ich wünsche Euch dazu all die Kraft und Geduld, die es braucht!

Fühle Dich umarmt und gedrückt ... (dr)

GLG, die Ronda. (so) ---)))
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Nicole Fritz
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 7 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Mondenkind,

Partnerschaft war auch gestern ein wichtiges Thema bei der SHG. Also lasse ich die Eindrücke daraus in das Nachfolgende einfließen, ohne auf irgendwelche Details einzugehen. Irgendwie aufmunternde Worte finde ich nicht. Es bleibt ein Versuch einer (Selbst-)Analyse. Aber vielleicht hilft es ja trotzdem. (dr)

Das Problem bei uns CD, TV oder NB ist wohl, dass wir - bei einem mehr, bei dem anderen weniger - im weiblichen Geschlecht irgendwie hinten herum über die heterosexuelle körperliche Liebe als Fetisch die bisher fehlende Liebe zu uns selbst entdeckt haben. Wenn ich an meine früheren Partnerschaften mit Frauen zurück denke, war ich nie in der Lage für die Partnerin mehr als ein körperliches Verlangen zu empfinden. Die bei befreundeten Pärchen oft üblichen "Beziehungskisten" mit ewigen Streitereien und Diskussionen waren für mich immer absolut unverständlich - vermutlich weil ich, aufgrund der fehlenden Liebe zu mir selbst, keine Liebe empfinden konnte, die über das rein Körperliche hinaus geht.

Als CD / TV haben wir nun - oft extrem verspätet - die Liebe zu uns selbst entdeckt. Wie ist es aber mit der Liebe zur Partnerin? Hier kommt es wohl zu einer starken Konkurrenz mit der Frau, zu der wir selbst geworden sind. Da haben wir uns ja oft eine richtig gut aussehende Traumfrau zusammen gebastelt - siehe die vielen Fotos hier im Forum.

Kommen wir nun zurück zu meinen Partnerschaften. Da hatte sich immer die Frau in den Mann verliebt, dessen Rolle ich verbissen und unglücklich zu spielen versuchte, bis sie schließlich erkannte das ich diese Liebe nicht erwidern konnte. Die Beziehung endete, und mir blieb wieder nur mein "Fetisch".

Du schreibst, dass du ein besseres Selbstwertgefühl und damit eine stärkere Liebe zu dir selbst entwickelt hast. Daraus ergibt sich auch eine stärkere Fähigkeit zur Liebe zu deinem Partner, die er aber nicht ausreichend erwidern kann. Bei ihm ist gerade die Liebe zu sich selbst als Frau erwacht. Ich denke, hier muss sich nun aus einer zunächst rein körperlichen Liebe zu sich selbst als Frau, die sein Selbstwertgefühl gestärkt oder überhaupt erst geweckt hat, nach und nach eine echte Liebe zu sich selbst entwickeln - wie auch immer sich das anfühlen mag, ich bin da nach etwa einem Jahr selbst noch nicht so weit. Aber erst dann kann es, so denke ich, eine echte Liebe zur Partnerin geben.

Offensichtlich geht mit der weniger oder nicht mehr gespielten Männerrolle des Partners auch das Gefühl verloren einen Mann zu haben, der einen liebt. Ich vermute, eine echte Liebe hat es da nie gegeben. Dazu ist jemand ohne ausreichendes Selbstwertgefühl nicht fähig. Aber es hat sich wohl für dich so angefühlt. Und so ähnlich muss es bei meinen gescheiterten Partnerschaften auch gewesen sein.

Bei mir kommt jetzt der Wunsch nach einer Partnerin immer stärker auf. Ich möchte endlich der Einsamkeit entfliehen, in die ich mich als Mann geflüchtet habe. Aber welche Frau kommt mit dem klar, was ich vorab versucht habe zu erklären? Mit einer immer nur gespielten Männerrolle kann es jedenfalls auf Dauer nicht funktionieren. - Und ich WILL es auch einfach nicht mehr! - Also wünsche ich mir, dass man mich so liebt, wie ich wirklich bin.- Und dann kann ich nur hoffen, dass es mir irgendwann auch gelingt, diese Liebe ehrlich zu erwidern.

So weit also die Problematik aus der Sicht eines CD, TV oder NB. Da hat es eine Jahre oder Jahrzehnte dauernde (Selbst-)Täuschung gegeben, die nun mit dem Outing zur Ent-Täuschung bei der Partnerin wird. Welchen Weg es da heraus gibt, weiß ich nicht. So wie es sich aber für die Partnerin früher einmal angefühlt hat, wird es jedenfalls nie wieder sein.

Liebe Grüße (he)
Nicole
Michi
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 8 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Mondkind,

freut mich, dass du zu uns gefunden hast, und uns so viel Vertrauen entgegenbringst. (ki)

Von dem was du schreibst, erinnert mich vieles sehr an meine Expartnerin. Als wir uns kennenlernten habe ich ihr sofort von Michi erzählt, um keine Geheimnisse vor ihr zu haben. Sie ist recht offen damit umgegangen, und wir hatten in der Anfangszeit in jeder Hinsicht sehr viel Spaß zusammen. So etwas wie Strap-On oder einschlägige Pornos waren allerdings kein Thema. In dieser Hinsicht hatte ich keinen Bedarf. Im Grunde hatten wir Spaß, wie andere Paare auch. Reizwäsche war auch ab und zu im Spiel, mal sie, auch mal ich oder wir beide ... wobei sich das eigentlich doch sehr im Rahmen hielt. Mehr als ein Paar Strümpfe war es bei mir eigentlich nicht. Sie erzählte mir irgendwann von einem sexuellen Annäherungsversuch von einer ihrer Freundinnen, als sie bei irgendeiner Gelegenheit zufällig mal ein Hotelzimmer teilten, wie sie das angewidert hätte, und dass sie auf keinen Fall was "Lesbisches" machen würde. Später steigerte sie sich auf Grund ihrer Depressionen in die Vorstellung hinein, dass ich mehr wollen und ganz als Frau leben wollen würde. Und damit kam sie auch wieder auf dieses Erlebnis mit ihrer Freundin zurück, steigerte sich immer mehr in diese Vorstellung hinein, und damit auch in ihre Ablehnung mir gegenüber. Im Bett lief zusammen immer weniger, während sie aber regelmäßig allein "Druck abbaute". Bevor nichts mehr zwischen uns lief, hatte ich immer den Eindruck, dass sie sich immer mehr auf die "weibliche Rolle" des passiv-sein-und-befriedigt-Werdens zurückzog, obwohl es ihr zu Anfang sehr viel Spaß bereitete, regelmäßig auch die aktivere Rolle einzunehmen.

Und damit komme ich auf die Thread-Überschrift, die mich gleich zu Anfang irritiert hat: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du womöglich damit haderst, nicht in der klischeehaft passiven Rolle bleiben zu können. Ich weiß jetzt nicht, wie ich das besser beschreiben soll, aber vielleicht hilft es, an dem Punkt weiter zu kommen. Hast du schon versucht, die Frage zu erforschen, was du selbst willst? Denn wie soll dir dein Partner etwas geben, wenn nicht klar ist, welche Wünsche du hast. Die entgegengesetzte Richtung hat anscheinend lange eure Beziehung dominiert, und vielleicht fällt es dir deshalb nicht leicht. Aber versuche es dennoch.

Ich hoffe, das alles war jetzt nicht zu wirr, bin heute nicht mehr so fit. Wenn du Fragen hast oder mehr wissen willst, dann immer her damit. Ich werde gerne versuchen zu helfen.


Liebe Grüße
Michi
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 9 im Thema

Beitrag von meisje »

Hallo Mondenkind,

vielen Dank für deinen offenen Bericht.

Eines vorab.... du hast alles richtig gemacht 🖒

Suche bitte nicht irgendeine "Schuld" bei dir, wenn sich deine Partner/in in ihr Schneckenhaus zurück zieht.
Dein Partner ist es nicht gewohnt jetzt einen Partner auf Augenhöhe zu haben.
Seit du Komplimente von anderen bekommst, hat dies dein Selbstbewusstsein gestärkt und es ist jetzt für deine Partner/in ein Lernprozess, dass es sich ab jetzt nicht nur alles um seine CD-Welt dreht.

Wünsche euch alles Gute den richtigen Mittelweg zu finden, der aus geben und nehmen bestehen sollte.

Es grüßt dich

Meisje
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Das geht so nicht, das macht man so nicht… Kennst Du?
Dann ist es Zeit, damit aufzuhören. Schaff Dir neue Wege, neue Möglichkeiten.
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 10 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Mondenkind hat geschrieben: So 1. Apr 2018, 09:30Gibt es wirklich eine trennscharfe Erklärung, welche Verhaltensweisen nun zum vermeintlich männlichen bzw. weiblichen Part einer Person gehören?
Nein. Definitiv keine, die nicht kulturell fabriziert wären. Darum geht es ja bei der ganzen "Gender-Debatte". Körperliche Eigenschaften werden je nach Zeitalter und Kulturraum mit unterschiedlichen Verhaltenssets befrachtet. Die Prägung erfolgt jedoch bereits so früh und so subtil und allgegenwärtig, dass die meisten Menschen sie für "natürlich" halten. Den Unterschied bemerkt man erst im Vergleich mit anders geprägten Menschen.

Es ist aber völlig legitim, für sich selbst zu klären, wie man selbst die Gender-Sets _empfindet_. Nur Verallgemeinerungen, Normungen frü andere Menschen und biologistische Apologien sind nachweislich Quark. Und esoterisch-metaphysische sowieso.

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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 11 im Thema

Beitrag von Michi »

Mondenkind hat geschrieben: So 1. Apr 2018, 09:30
Noch ein Wort zum Oscar Wilde Zitat, dass ich als Überschrift gewählt habe: Ich glaube, dass das Verstehen eines Menschen sehr wichtig ist. Und bisher habe ich meinen Partner mit seinen Bedürfnissen verstanden. Das ist aber nur der eine Teil. Denn langsam erst fange ich an seinen Teil, der gerne eine Frau sein möchte, auch wirklich zu lieben. Es ist vielleicht so wie Nicole gesagt hat, erst wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch meinen Gegenüber vollkommen lieben. Es klingt so nach Postkartenspruch, aber die Erkenntnis dahinter ist für mich unheimlich groß. Denn wenn ich mich und meinen Partner wirklich liebe, kann seine Neigung keine Bedrohung oder ähnliches sein, sondern ist zwangsläufig eine Bereicherung. Ich mache mich ab sofort auf die Suche nach den Wünschen, die in mir schlummern. Mit dem Bewusstsein, dass doch nicht alle so genau wissen, was seine/ihre innersten Bedüfrnisse sind, fällt mir das schon leichter. Danke nochmal Anette-Mette für den Artikel — der hat mir echt geholfen und mich bestärkt meinen eigenen Weg zu suchen. Und die Verzweiflung ist zu Zuversicht geworden - Ein schöneres Geschenk hätte mir der Osterhase nicht machen können"¦ (dr)
Hallo Mondkind,

auch dir/euch einen schönen Ostersonntag. (flow)

Danke, dass du aufgeklärt hast, was es mit der Überschrift auf sich hat. Die hatte mich in die völlig falsche Richtung gelenkt. Ich sammle ja Zitate, aber es gibt so viele, dass man die gar nicht alle im Kopf haben kann, und genau dieses eine hat bisher noch in meiner schon umfangreichen Sammlung gefehlt. - Jetzt nicht mehr ... (yes)

Danke auch, dass du uns am Fortgang teilhaben lässt. Sehr schön finde ich deinen Gedanken, dass es der Liebe bedarf, die Neigung deines Partners nicht als Bedrohung zu empfinden. Und ich denke, der wichtigste Teil ist dabei die Liebe zu sich selbst. Wir haben hier im Forum eine andere Partnerin, die schon seit vielen Jahren kämpft und sich - ich möchte sagen: erfolglos - an der Neigung ihres Partners "abarbeitet". Bei dieser Partnerin habe ich immer wieder den Eindruck, dass sie sich hauptsächlich über ihren Partner definiert, über seine soziale Position innerhalb der Familie und örtlichen Gemeinschaft, und seine weiblichen Anteile als Bedrohung dieses erreichten Status und mithin als Bedrohung für sich selbst empfindet. Das ist bei dir offensichtlich nicht der Fall. Gut, dass du dich auf die Suche nach deinen Wünschen machst. Ich denke auch, dass du kein Problem haben wirst, deinen Partner mit einzubeziehen, so bald du dir dieser Wünsche etwas bewusster geworden bist.

Liebe Grüße und melde dich mal wieder. )))(:
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 12 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

Happy Easter Holidays, Mondenkind! (flow)
Noch ein Wort zum Oscar Wilde Zitat, dass ich als Überschrift gewählt habe: Ich glaube, dass das Verstehen eines Menschen sehr wichtig ist. Und bisher habe ich meinen Partner mit seinen Bedürfnissen verstanden. Das ist aber nur der eine Teil.

Denn langsam erst fange ich an seinen Teil, der gerne eine Frau sein möchte, auch wirklich zu lieben. Es ist vielleicht so wie Nicole gesagt hat, erst wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch meinen Gegenüber vollkommen lieben.

Es klingt so nach Postkartenspruch, aber die Erkenntnis dahinter ist für mich unheimlich groß. Denn wenn ich mich und meinen Partner wirklich liebe, kann seine Neigung keine Bedrohung oder ähnliches sein, sondern ist zwangsläufig eine Bereicherung. Ich mache mich ab sofort auf die Suche nach den Wünschen, die in mir schlummern. Mit dem Bewusstsein, dass doch nicht alle so genau wissen, was seine/ihre innersten Bedürfnisse sind, fällt mir das schon leichter. Danke nochmal Anette-Mette für den Artikel — der hat mir echt geholfen und mich bestärkt meinen eigenen Weg zu suchen. Und die Verzweiflung ist zu Zuversicht geworden - Ein schöneres Geschenk hätte mir der Osterhase nicht machen können"¦ (dr)
Es freut mich sehr, das von Dir zu lesen, denn genau das war ja auch mein Ansatz meines Beitrags, den ich an Dich schrieb. Es ist schön, dass Ihr diesen "Perspektivwechsel" geschafft habt und Eure "Probleme" nunmehr als Herausforderung zu neuen Formen der Liebe und Zusammengehörigkeit zu finden, verstehen könnt. (dr)

Wenn die Zuversicht die Verzweiflung abgelöst hat, werdet Ihr, wirst Du, sicher mittelfristig daraus so viel Kraft, Mut und Ideen schöpfen können, dass es Eure Partnerschaft nur bereichern kann. Lasst aber auch Konflikte zu, denn nicht ALLES MUSS zwischen zwei Menschen in voller Harmonie gelöst werden, wir können zusammen auch unterschiedliche Positionen aushalten, ohne dass wir das gesamte Konstrukt als gescheitert erklären müssen. Das ist auch ein Lernprozess bei vielen Paaren, die schon lange an ihrer Beziehung arbeiten.

Dann bleibt mir für jetzt nur noch Euch weiterhin viel Glück, Zuversicht und Kraft zu wünschen, es wäre schön, wenn Du uns von Zeit zu Zeit mal ein "Update" lieferst, denn ich denke, die hier Schreibenden bleiben am Verlauf interessiert.

Ganz liebe, farbig-bunte Häschengrüße ... trotz (wo) (wo)

Ronda. (ki)
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Re: "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden..."

Post 13 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hallo Mondenkind,

vielleicht 1-2 Worte als Weggeleit:

Bleibt im Gespräch miteinander.
Redet mit dem anderen was ihr gerade empfindet aber auch was ihr gerade über den anderen und über eure Partnerschaft denkt

Wenn etwas was ihr ausprobiert sich für euch beide gut anfühlt, dann ist es wahrscheinlich auch so. Und wenn nicht dann war es das wohl auch nicht.

Nur ihr definiert wie ihr den inneren Teil euere Beziehung
leben und gestalten wollt-
im Rahmen geltender Gesetze ist alles erlaubt.

Ob und wie ihr das Außen an euerer Euch eigenen Form der Beziehung Teilhaben lassen wollt müsst ihr euch je nach Fall überlegen.


Alles gute auf eurem Weg.
VLG
Lorelai
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
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