Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?
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Hilfe und Selbsthilfe
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Severine
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Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 1 im Thema

Beitrag von Severine » Sa 9. Nov 2019, 23:37

Hallo ihr Lieben,

Ich arbeite im öffentlichen Dienst als Sachbearbeiterin und bin seit etwas mehr als einem Jahr an meinem bisherigen Beruf erkrankt
den ich nicht mehr ausüben darf. Ich habe einen GdB von 40 und bin noch im Widerspruchverfahren für meine Gleichstellung, bei dem
mich der Schwerbehindertenvertreter meines Arbeitgebers unterstützt.

Bei einem Betrieblichen Wiedereingliederungsgespräch (BEM) habe ich mich im Anschluss unter vier Augen dem Schwerbehindertenvertreter
anvertraut eine Transfrau zu sein. Glücklicherweise gibt es eine seit 2018 geschaffene "Abteilung" (Zwei Personen) die sich für "uns" einsetzen.
In Kürze folgt ein vertrauliches Gespräch zwischen uns vier Personen auch in Hinblick auf meine Transidentität.

Nun ist es so das ich vermutlich eine Tätigkeit zugewiesen bekomme an dem Ort, an dem ich bis 2016 tätig war. In der Abteilung arbeiten
Männer und Frauen, der Leiter soll wohl "okay" sein. Mein Arbeitgeber (die Einrichtung selbst), ist sehr "männlich / mit männlichen Werten"
geprägt und auch eher "konservativ" zu betrachten, drum könnte ich auch nicht in jeder Abteilung vermutlich arbeiten.

Ich beschäftige mich nun mit der Frage... von Anfang an bei der Stelle als Transfrau outen und auftreten oder besser nicht?

Vielleicht hat wer schon seine eigenen Erfahrungen in solchen Sachen gemacht, hat vielleicht einen nützlichen Tipp oder Hinweis?

LG Alexandra

Keks-Marie
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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 2 im Thema

Beitrag von Keks-Marie » So 10. Nov 2019, 00:22

von Anfang an bei der Stelle als Transfrau outen und auftreten oder besser nicht?

Einfach outen, denn früher oder später wirst du es eh machen müssen.
Halte dich kurz, allgemein und informativ in einer gesunden Mischung zueinander. Halte dich nicht zu sehr an Begrifflichkeiten und Abschweifungen auf.

"Hallo, ich bin eine Transfrau, das bedeutet XY, sollte aber keinen Einfluss auf eine gute Zusammenarbeit haben. Wenn Ihr genauere Fragen habt dürft ihr sie gerne persönlich an mich richten."
Was wäre, wenn ein klein wenig Mut die einzige fehlende Zutat für ein glückliches Leben ist und man es nie herausfindet?

Christian
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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 3 im Thema

Beitrag von Christian » So 10. Nov 2019, 07:11

Da man in die Köpfe der Leute hineingucken kann, wird Dir niemand die perfekte Antwort geben können. Kolleg*innen können super sein oder fies.

Ich habe eine neue Kollegin im Team, welche zuvor im alten Team blöd angemacht wurde, weil sie Quereinsteigerin. Sie hat es ignoriert und sich wegbeworben. Wir freuen uns alle über sie, arbeiten gerne mit ihr zusammen und der neue Arbeitsplatz ist auch noch ein paar Euro besser bezahlt. Das alte Team muss die gleiche Arbeit jetzt mit einer Person weniger erledigen. War aber trotzdem der falsche Weg.

Du kannst also super viel Glück haben. Wenn aber nicht: Im Öffentlichen Dienst hast Du in der Regel eine gute Personalvertretung und kannst generell Deine Rechte gut durchsetzen. Mach das Problem dann nicht zu Deinem, sondern zu dem der Behördenleitung.

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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 4 im Thema

Beitrag von Emilia » So 10. Nov 2019, 09:03

Hallo Alexandra,

Die Leute reagieren unterschiedlich, die meisten aber positiv, egal wie sie reagieren, sie reagieren in drei Monaten oder in einem halben Jahr nicht anders.
Also, was hast die zu verlieren? NICHTS! Außer, dass die Zeit für Dich läuft. Mach es einfach, es ist ein weiterer Schritt in die Freiheit.

Ich habe es gerade durch, bin auch im öffentlichen Dienst, bis jetzt ist alles super gelaufen und ich bin ein Stück glücklicher.

Als wichtigsten Tipp, ist unbedingt anzuraten oben anzufangen und dann Schrittweise nach unten. Also erst mit deine direkten Vorgesetzten reden, dann mit evtl. Zwischenebene und so weiter. Ich weiß nicht wie die Struktur bei Dir ist, ich musste es an vier Stellen angeben.

Ja und Schwerbehindertenvertreter ist ja schon mal ein Anfang, bei mir habe ich die Frauenvertretung und den Personalrat mit ins Boot geholt, um mir Tipps geben zu lassen. Allerdings habe ich die ersten Gespräche ohne sozialdienstliche Hilfe geführt, da ich meine dass sich dadurch das Vertrauensverhältnis schneller zu den Vorgesetzten aufbaut.

Liebe Grüße, Emi.
Eines Tages werden wir sterben, aber an allen anderen Tagen nicht.

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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 5 im Thema

Beitrag von Jaqueline » So 10. Nov 2019, 09:17

Severin hat geschrieben:
Sa 9. Nov 2019, 23:37
Ich beschäftige mich nun mit der Frage... von Anfang an bei der Stelle als Transfrau outen und auftreten oder besser nicht?

Vielleicht hat wer schon seine eigenen Erfahrungen in solchen Sachen gemacht, hat vielleicht einen nützlichen Tipp oder Hinweis?
Guten Morgen,

es ist besser du outest dich gleich zu Beginn.
Wenn du länger wartest wirst du nie den richtigen Zeitpunkt finden und im nach hinein dich dann fragen warum habe ich es nicht da oder da oder ... gemacht.
Ich habe mich bei meiner damaligen Firma 2014 geoutet. Die Struktur war 20 Männer und 2 Frauen. Das gesamte Outing Hat ca. 1h gedauert aber danach war vieles leichter. Da ich meinen alten Job aufgegeben habe und jetzt etwas neues mache habe ich mich auch da geoutet. Da ich im alten Job viel Kundenkontakt hatte ist mir das Outing im Oktober 2019 vor 38 Jugendlichen nicht schwer gefallen und es kam sehr positiv an.

Ich finde oute dich frühzeitig, das macht manches einfacher.

Mit freundlichen Grüßen
Jaqueline
Genieße jeden Tag, als sei es dein letzter :-)

Auf zu neuen Ufern
Ab 07.09. wird nicht mehr um die Welt gereist.- Ich werde sesshaft
Ab 01.10. wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. - Ob es ein Happyend gibt?

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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 6 im Thema

Beitrag von Severine » So 10. Nov 2019, 10:11

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure tollen Beiträge. (ap)
Mit meinem Gefühl "von Anfang an gleich" liege ich demnach nicht so verkehrt. Warum ihnen einige Monate etwas "vormachen" und dann wieder anders?!
Besonders hilfreich fand ich Emilias Hinweis den ich so übernehmen werde, sprich von oben nach unten mit den Vorgesetzen sprechen.

Erst einmal warte ich nun die Einladung zum Gespräch mit dem Schwerbehindertenvertreter und den Vertrauenspersonen für Transangelegenheiten bei
uns ab. Ich erhoffe mir noch evtl. den einen oder anderen wertvollen Hinweis bezogen auf auf meine Behörde um vielleicht das eine oder andere besser
zu machen als eine Transfrau die im Zeiraum 2005 - 2015 einen ziemlichen Leidensweg hinter sich hat. Aber dank ihr habe ich es heute vermutlich etwas
leichter da es sonst die zwei Vertrauenspersonen für Transangelegenheiten bei uns nicht gäbe.

Nochmals herzlichen Dank. (ki)

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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 7 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 11. Nov 2019, 14:06

Moinsen (moin)
Severin hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:11
Besonders hilfreich fand ich Emilias Hinweis den ich so übernehmen werde, sprich von oben nach unten mit den Vorgesetzen sprechen.
Ich habs genau andersrum gemacht. Ich hab mir gedacht, das bei der Gechäftsführung eventuelle Bendenken auftreten könnten bezüglich meiner Kollegen.
Das es "Unruhe" geben könnte, das welche damit nicht klarkommen würden, das meine Kolleginnen vielleicht Probleme mit mir haben könnten, wegen Toilettenbenutzung oder so etwas... Das berühmte Kopfkino halt :wink:
Falls sich so eine Situation ergeben sollte, wollte ich dann entsprechende Gegen-Argumente in der Hand haben.
Deswegen hab ich zuerst mit sämtlichen Kollegen gesprochen und auch mit den Kolleginnen die Toilettenfrage geklärt. Ich hab da nämlich auch schon von nicht so guten Erfahrungen gehört...
Naja, ich brauchte zum Glück die Argumente bei den Geschäftsführern nicht, aber ich ging emotional etwas sicherer in diese Gespräche, weil ich wusste, die Kollegen und Kolleginnen stehen hinter mir.
Ich arbeite in der Schiffahrtsbranche, die ist ziemlich konservativ. Und ich hatte große Bedenken, wie es nach dem Outing um meinen Job bestellt ist, gerade weil der oberste GF auch schon ein sehr fortgeschrittenes Alter ausfweist.

Passiert ist fast nichts. Ich hab meine stellvertretende Leitungsposition mit einem Kollegen auf Wunsch meines Vorgesetzten getauscht, weil man auf dieser Position auch viel nach Außen kommuniziert. Da sah er dann eventuelle Probleme... Allerdings erfolgte dieser Wechsel ohne Auswirkungen aufs Gehalt. So arbeite ich als Frau noch in der selben Abteilung, mache immer noch das Gleiche, allerdings nun mit sehr viel weniger Verantwortung, Druck und Stress als vorher - aber zum gleichen Gehalt.
15 Jahre als Mann und nun bald 4 Jahre als Frau.
Besser gehts eigentlich nicht (he)

Viel Erfolg bei deinen Outings!

Grüße
die Anja
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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 8 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mo 11. Nov 2019, 14:39

Moin Alexandra,

wir haben uns nun ja gerade erst kennen gelernt. In der SHG habe ich davon berichtet, dass ich bei der großen Behörde Wasser und Schiff arbeite und dort auch Personalrätin bin.
Tipps fürs Leben zu geben ist nicht immer einfach und von den jeweiligen Gegebenheiten abhängig, wofür sie sind.
Im Öffentlichen Dienst gibt es das Diskriminierungsverbot am Arbeitsplatz als rechtlichen Grundsatz. Für dich ist die/der Gleichstellungsbeauftragte deiner Behörde zuständig und kann deinen Weg als dienstliche Vertrauensperson begleiten genauso wie Mitglieder des Personalrates. Für wichtige Gespräche, denke ich, ist das 6-Augenprinzip eine geeignete Wahl, wenn es um sensible Dinge geht.
Der größte Schritt ist das Outing in der Familie, im Dienst ist das nach meinen Erfahrungen heute leichter, sich zu outen und dann auch entsprechende Ansprache einzufordern. Augenmaß bei der Sache ist auch immer gut, denn nicht alle können so schnell begreifen und akzeptieren, dass du auf einem Weg bist, der etwas anders verläuft, wie bei den meisten anderen. Rausschmeißen aus dem Dienst kann dich niemand, menschlichen Ärger kann es trotzdem geben. Gerade ein Neuanfang bietet doch die Chance, dich so einzuführen, wie du heute bist. Die Leitung muss informiert sein, z.B. unter Mitnahme einer Vertrauensperson und bei neuen Kollegen ist es schon möglich, gleich klare Ansage zu machen: hallo Leute, ich bin die Alexandra, Transfrau und wer Fragen dazu hat, kann gerne auf mich zukommen und dann können wir darüber sprechen, was das ist und was dahinter steckt.
Ein anderer Weg ist die Salamitaktik; immer wieder ein bisschen mehr Alexandra, bis du voll so erkennbar bist. So war es bei mir, aber ich arbeite ja schon 31 Jahre in der Behörde, alle kannten mein männliches Vorleben. die Reaktionen waren insgesamt positiv und Zweifler, versuche ich mit meinem dgti-Ausweis zu überzeugen, dass ich Ulrike bin. Etliche interessante G4espräche hat es auch gegeben. Ansonsten klappt es nicht immer mit der richtigen Ansprache, aber die Leute kennen mich halt lange; da muss frau ein großes Herz haben und nachsichtig sein, das ist meine persönliche Meinung dazu.
Du bist auf dem Weg, gehe ihn weiter... :wink:

Grüße, Ulrike-Marisa

...ich bin das, was ich bin und nicht das, was andere in mir zu sehen glauben...

Emilia
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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 9 im Thema

Beitrag von Emilia » Mo 11. Nov 2019, 14:52

Anja hat geschrieben:
Mo 11. Nov 2019, 14:06
Moinsen (moin)
Severin hat geschrieben:
So 10. Nov 2019, 10:11
Besonders hilfreich fand ich Emilias Hinweis den ich so übernehmen werde, sprich von oben nach unten mit den Vorgesetzen sprechen.
Ich habs genau andersrum gemacht. Ich hab mir gedacht, das bei der Gechäftsführung eventuelle Bendenken auftreten könnten bezüglich meiner Kollegen.

Veto…..

Es ist für das Vertrauensverhältnis nicht sehr förderlich und die Ausgangsposition ist nicht Vorteilhaft, von seinen Chefs zur Klärung einer Frage eingeladen zu werden. Das Gespräch beginnt nämlich ganz anders als der eigentliche Plan. Es ist schon ein Unterschied, wenn man zur Klärung in die obere Etage zitiert wird und sich als erstes mit der Frage auseinandersetzen muss: Uns ist zu Ohren gekommen, dass…….usw., was haben sie dazu zu sagen. Oder ich kann sehr höflich mit der Bitte um einen Termin an meinen Vorgesetzten herantreten, um eine vertrauliche Sache zu besprechen.
Ich würde mich als Chef etwas umgangen fühlen, so eine grundpersönliche Information, von anderen Kollegen zu erfahren. Und wenn der Chef erst einmal angefressen ist, nützen dir die Kollegen die angeblich hinter dir stehen gar nichts. Wenn es die Kollegen dann überhaupt noch gibt, wenn es hart auf hart kommt.
Ich rate dringend dazu, den Weihnachtsbaum von oben nach unten zu schmücken. Lange habe ich mein Outing vorbereitet und gerade diese Frage war eines der wichtigsten, denn die Obrigkeit will schon wissen was unten los ist.

Gruß, Emilia.
Eines Tages werden wir sterben, aber an allen anderen Tagen nicht.

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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 10 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 11. Nov 2019, 15:02

Moinsen (moin)

es gibt hier kein richtig oder falsch. Wichtig ist, das es am Ende funktioniert. Ich kenne meine Kollegen, ich kenne meine Chefs und habe, dem entsprechend, meine Outings geplant.
Du magst meine Vorgehensweise für falsch halten, das Ergebnis spricht allerdings für sich.
Und nur das zählt letzten Endes.

Grüße
die Anja
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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 11 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mo 11. Nov 2019, 17:28

Ich sehe es wie Anja, richtig oder falsch gibt es nicht bzw. hängt die Form des Outings von ganz vielen Faktoren ab. Wenn ich eins als Personalentwicklerin gelernt habe, dann, dass man immer nach Verbündeten suchen sollte. Je höher die angesiedelt sind, d. h. je mehr Entscheidungsbefugnisse diese haben, desto besser. Ich denke, dass kann man auch für ein bevorstehendes Outing so gelten lassen. Wie ich es im Dezember 2016 gemacht habe, habe ich im Thema "Coming out auf Arbeit" beschrieben. Damit bin ich supergut gefahren, denn ich habe nur positive Resonanz bekommen und am Tag danach war ich ohne wenn und aber Frau Linberg. Allerdings ist das Thema im geschützten Bereich - das Passwort bekommst du bei Anne-Mette (wobei ich aber auch nichts dagegen habe, wenn das ganze Thema in einen öffentlichen Bereich verschoben wird).
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 12 im Thema

Beitrag von Joe95 » Di 12. Nov 2019, 15:18

Severin hat geschrieben:
Sa 9. Nov 2019, 23:37
von Anfang an bei der Stelle als Transfrau outen und auftreten oder besser nicht?
Ich kann mir nicht vorstellen das du auf dauer ohne Outing dort arbeiten willst.
Andererseits finde ich es sehr viel schwieriger als Mann die Stelle anzutreten und kaum das sich alle an dich gewöhnt haben kommt das Outing.
Dann lieber gleich.
Natürlich reagieren die Menschen unterschiedlich und vermutlich auch einige sehr negativ, aber ich fürchte das diejenigen, die eh negativ reagieren, auf ein späteres Outing noch schlimmer reagieren.

Ich persönlich hätte nicht den Mut da erst noch als Mann aufzutreten.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 13 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Di 12. Nov 2019, 15:46

Ich würde auch sagen - Neue Stelle gleich als Frau und Ende.
Tatsachen schaffen - dann gibt's später weniger Probleme.
Lisa
Liebe geben und offen sein für neues..

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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 14 im Thema

Beitrag von Severine » Di 12. Nov 2019, 19:12

Hallo ihr Lieben,

der Termin mit den für mich "zuständigen" Personen am 26.11 steht und ich bin gespannt auf die Inhalte, Tipps und Hinweise zu
meiner "Behörde". Zu dem Termin werde ich ein letztes Mal in meine "alte Rolle" schlüpfen da ich noch keine konrekte Stelle "sicher"
habe, auch muss ich durch ein größeres Gelände mit mehreren Gebäuden und der Flurfunk ist sehr mächtig bei uns.

Ich halte es für vernünftig, so bald ich weiß welche Abteilung es wird, wohl ein klärendes Gespräch zunächst mit meinem neuen
Vorgesetzen (Vorgesetzte?) zu führen, vielleicht dann mit meinen Kolleginnen (Danke für den Hinweis zu den Toiletten...) und zum
Schluss mit den Kollegen. Mal sehen wie ich das einrichten kann.

Dienstantritt als (Trans-)Frau, von Anfang an (ap)

LG Alexandra

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Re: Rückkehr ins Berufsleben - gleich outen?

Post 15 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Di 12. Nov 2019, 19:38

Na dann toi, toi, toi und gutes Gelingen
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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