Mütter und Töchter immer eine besondere Beziehung - Tina und ich im Mutter-Tochter-Check

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Lady Jennifer
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Mütter und Töchter immer eine besondere Beziehung - Tina und ich im Mutter-Tochter-Check

Post 1 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer »

Es ist kein Geheimnis, daß Mütter und Töchter ein inniges Band verbindet. Ich konnte das in meinem Freundes- und Familienkreis schon viele Jahre (vor meiner Transition...) beobachten und fand es schon immer toll. Über dieses Verhältnis wurde schon viel geschrieben - sei es in Blogs, Artikeln oder Frauen-Magazinen. Für mich ist aber der persönliche Kontakt und es direkt mit eigenen Augen erbleben zu können immer das schönste. Ich kenne viele Mütter-Töchter-Beziehungen und sehe dabei sehr viel positives, dennoch ist nicht immer alles Gold was glänzt. In einigen Fällen verstehen sich beide Parteien "zu gut" und sehen so in der jeweils anderen das, was man an sich selbst nicht mag. Ok, aber was hat das nun mit mir und meiner Mama zu tun?

Mein familiäres Outing liegt bereits viele Jahre zurück und nach einer "Eingewöhnungsphase" hat mich meine Mama ganz und gar akzeptiert. Anfänglich war ich noch ihr Kind, aber schon bald sah sie mich als ihre Tochter an - kann es für mich ein schöneres Kompliment von meiner Mama geben? Ab diesen Zeitpunkt wünschte ich mir, daß wir beide ein genauso schönes und inniges Verhältnis haben werden, wie es CIS-Mütter und Töchter haben. In dieser Zeit gab es für mich viel nachzuholen und Hilfe holte ich bei Tina. Dabei wuchsen wir immer mehr zusammen und tauschten viele Informationen aus. Daneben gab es einige Themen, die ich selbst nie körperlich erfahren würde, CIS-Töchter aber immer hilfesuchend an die Mutter wenden. Dies wären bsw. Fragen zur Schwangerschaft, Menstruation oder anderen "körperbezogenen" Aspekten. Auch wenn mich diese Punkte nicht selbst betreffen, so löcherte ich Tina mit vielen Fragen und wollte dazu alles wissen. Meine Mama konnte dabei aus erster Hand erzählen und ich hörte wissbegierig zu - dabei holte sie weit aus und schilderte die Schwangerschaft, als ich in ihrem Bauch so langsam heranwuchs. Das Gefühl einer Schwangerschaft werde ich nie verspüren...

In einigen "harten" Fällen habe ich davon gehört, daß sich Mütter und Töchter durchaus in Konkurrenz sehen, sei es in der Arbeit, Beziehung, "körperlichen" Punkten oder beim Lebensverständnis. Zum Glück kann ich sagen, daß so ein Verhältnis zwischen Tina und mir nicht herrscht. Natürlich sind wir beiden nicht immer einig und zu kleineren Meinungsverschiedenheiten kommt es auch, dennoch stechen wir beide uns nicht gegenseitig aus. Ich würde Tina sogar als Vorbild sehen, auch wenn sie mit persönlichen Eigenschaften wie Arroganz, Selbstverliebtheit oder Eitelkeit nicht hinterm Berg hält - womit ich in mit meiner eher zurückhaltenden Art manches Mal schwer umgehen kann. Deshalb hat Tina auch die Kraft mir ihre Meinung direkt ins Gesicht zu sagen und mir so eine andere Sichtweise auf bestimmte Dinge zu geben. Dies ist nicht immer leicht für mich zu akzeptieren, aber die Hilfe nehme ich gerne an.

Da ich mich erst im Erwachensenalter meiner Mama hin geöffnet habe (...Outing), werde ich es nie erfahren, wie ich als Jugendliche von ihr behandelt worden wäre. Hätte sie mich meine eigenen Entscheidungen treffen lassen? Wäre sie eine Gluckenmutter gewesen? Hätte sie mich geführt und auf das Erwachsenenleben vorbereitet? Sich darüber nun den Kopf zu zerbrechen macht keinen Sinn, vielmehr investieren wir unsere Energie in das Hier und Jetzt. Tina und ich sind uns einig, daß wir ein ganz besonderes Verhältnis haben - sehen wir uns wie Freundinnen oder sind wir doch Mutter und Tochter? Ich sehe von allem etwas in unserer Beziehung - wir sind offen und vertraut wie es in einer Familie möglich ist, tun aber auch sehr gern Dinge gemeinsam wie es Freundinnen tun.

Ich denke letztendlich ist es egal, in welchem Verhältnis wir uns sehen. Hauptsache ist, daß wir überhaupt eine so innige und liebevolle Verbindung haben.

Tina habe ich viel zu verdanken, daß ich heute die Person / Frau bin, als die man mich kennt. Dafür schulde ich meiner Mama so viel... (he) (he) (he) (sym)


Interessanten Blogbeiträge zum Thema findet ihr bsw. hier:
https://www.brigitte.de/familie/mitfueh ... 23244.html https://familienblog.nuernberg.de/muetter-und-toechter/


Schreibt mir doch gerne, wie ihr euer Verhältnis zu eurer Mama seht.

Jennifer
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Magdalena
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Re: Mütter und Töchter immer eine besondere Beziehung - Tina und ich im Mutter-Tochter-Check

Post 2 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Liebe Jennifer,

leider konnte ich nicht das erleben, von dem Du berichtest. Zu spät habe ich zu mir selbst gefunden. Der lange Weg war zu lange für meine Eltern, um es ihnen zu erklären. Mein Vater leidete unter Demenz. Meine Mutti hat vielleicht gespürt, dass da noch Magdalena ist. Diese Woche ist sie in ein Pflegeheim eingezogen. Und doch möchte ich sagen, ist die Beziehung zu meiner Mutti etwas besonderes, ja prägendes. Ich konnte von ihr viel lernen. Auch wenn es nicht zu der Mutter-Tochter-Beziehung reifte. Es lag an mir. Es lag an mir, als es noch möglich war, meiner Mutti von Magdalena zu erzählen. Eigene Ängste, versagt zu haben und meine Mutti zu enttäuschen, nicht das zu sein, was sie geboren hat. Einmal sah sie Magdalena live. Nur es ihr zu erklären, ist es zu spät.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Lady Jennifer
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Re: Mütter und Töchter immer eine besondere Beziehung - Tina und ich im Mutter-Tochter-Check

Post 3 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer »

In meinem Eingangsbericht hatte ich ganz vergessen noch einen Punkt hierbei...
Lady Jennifer hat geschrieben: Sa 6. Aug 2022, 12:41 ...werde ich es nie erfahren, wie ich als Jugendliche von ihr behandelt worden wäre. Hätte sie mich meine eigenen Entscheidungen treffen lassen? Wäre sie eine Gluckenmutter gewesen? Hätte sie mich geführt und auf das Erwachsenenleben vorbereitet?...
...anzufügen - nämlich der der Partnersuche / Beziehungen. Eltern (Mütter...) mischen sich ganz gerne in die "Liebesgeschichten" ihrer jugendlichen Kinder (Töchter), wobei Jungs mehr Narrenfreiheit genießen, als es Töchter tun. Irgendwie hat man immer den Eindruck, daß Eltern ihre Töchter (in Beziehungsdingen) mehr behüten wollen, als ihre Söhne. Es wäre schon interessant gewesen, wie Tina mit meiner Sexualität und möglichen (männlichen) Freunden umgegangen wäre. Hätte ich mich bereits mit 16 oder 18 das erste Mal verliebt - wie wäre das wohl? Den Eltern den ersten Freund vorstellen, wäre sicher aufregend gewesen.
Heute im "Alter" ist das natürlich viel einfacher, dennoch können die Eltern mit dem Freund nicht einverstanden sein - ihn nicht mögen oder gar ablehnen. Allerdings würde das keinen Einfluß auf meine Beziehung nehmen, denn zuerst kommt mein Wohl - da können auch die Eltern nichts daran ändern. Zum Glück stand so etwas bei mir und Thomas nie zur Debatte, mein Schatz wurde gleich mit offenen Armen von Tina und Karolin empfangen... (super) (sym)

Ein weiterer Aspekt in der Mutter-Tochter-Beziehung ist die Nähe. Tina und ich wohnen (bekanntermaßen) in verschiedenen Städten und sehen uns nur alle paar Wochen, was uns beiden einen Freiraum bietet. Ich höre immer wieder, daß sich Mütter und Töchter auch auf die "Nerven gehen" können, weil der Kontakt zu nah ist. Das ist bei uns nicht der Fall und ich mir sicher, daß genau dieser Punkt unserem Verhältnis positiv gegenüber steht - ich bin mir zu 100% sicher, daß, wenn Tina in Plauen wohnen würde, wir uns häufiger unter der Woche sehen würden. Meine Mama würde da gerne die Gelegenheit nutzen und öfters bei uns reinschauen. Das kann erdrückend wirken und natürlich könnte man sagen "hey Mama, ich brauche Abstand" - da müsste man eine klare Ansage machen. Aber so wie es ist, ist es für uns beide perfekt.

Jennifer
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Re: Mütter und Töchter immer eine besondere Beziehung - Tina und ich im Mutter-Tochter-Check

Post 4 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Ich finde das ein interessantes Thema Jennifer – für mich ist es aber auch ein schwieriges Thema. Im geschlossenen Bereich habe ich dazu schon ab und zu was geschrieben, öffentlich möchte ich das allerdings nicht tun, insbesondere keine Details. Ich hoffe ihr versteht das. Manches ist eben nicht für die ganze Welt gedacht ...

LG
Mirjam
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