Mutproben für mehr Selbstwertgefühl
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Andrea aus Sachsen
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Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 1 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Hallo alle zusammen,
mit Mutproben meine ich hier nicht irgendwelche haarsträubende Aktionen lebensmüder Zeitgenossen, sondern vielmehr Aktivitäten, die bei Beachtung gewisser Regeln relativ ungefährlich sind, aber eine enorme Menge Mut und Überwindung erfordern. Ich nenne mal einige Beispiele dazu:

• Fallschirmspringen
• Sprung vom 10m-Brett
• Bungee jumping
• House running
• Feuerlaufen

Wenn man sich Youtube-Videos davon anschaut, sieht man immer wieder Menschen, anfangs noch ängstlich, später aber überglücklich und vor Stolz und Selbstbewusstsein nur so strotzend. Nicht selten gipfelt das in einem Satz wie: „Wenn ich mir das getraut habe, brauche ich vor nichts mehr Angst zu haben.“

Hat jemand von euch schon mal so etwas gemacht und ähnliches erlebt? Wenn nein, könntet ihr euch vorstellen, sowas mal zu machen?
Für viele hier im Forum dürfte ja das erste Mal als Frau draußen eine Mutprobe ähnlicher Dimension gewesen sein bzw. die steht noch bevor. Was das in uns bewirkt hat, muss ich hier nicht ausführen. Dazu gibt es unzählige Berichte im Forum.

Jetzt frage ich mich, ob mit den oben genannten Aktionen, unabhängig von der jeweiligen Lebenssituation, neue Energie und Selbstvertrauen für künftige Aufgaben gewonnen werden könnte. Wenn ich versuche, die zahlreichen Erfahrungsberichte dazu ganz unvoreingenommen auf meine Situation zu beziehen, komme ich zu dem Ergebnis, dass ich so etwas auch mal machen müsste, um Ängste abzubauen und wieder mehr Schwung in mein Leben zu bringen. Die Sache hat nur einen Haken: Ich kann mir absolut nicht vorstellen, auch nur eine der Mutproben zu bestehen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
!EmmiMarie!
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 2 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Fr 1. Jan 2021, 14:33 Nicht selten gipfelt das in einem Satz wie: „Wenn ich mir das getraut habe, brauche ich vor nichts mehr Angst zu haben.“
Hi Andrea...

vielleicht ticke ich psychologisch anders-aber der Satz geht spurlos an mir vorbei..

ich habe zum Beispiel eine total starke Höhenangst-das heisst sobald durch den Boden schauen kann,
im Flugzeug 10000 m Reiseflughöhe machen mir gar nichts aus.
Und dagegen hat leider nichts geholfen. Ich war zu einem diner in the sky eingeladen, da hing ich an einem
65 m Kran und habe mich an meinem Grissini und meinem Cocktailglas festgeklammmert.
Ich hing auch an einer Zipline 83 m über dem Talgrund. Ich bin unbeschadet von der einen auf die andere Seite
rüber gefahren-hat sogar Spass gemacht. Da kannst du hier mal schauen https://www.hirschgrund-zipline.de/Default.aspx

Ich habe etliche skywalkes und den Balkon am Capo Girao auf Madeira hinter mir-da geht es 500m nach unten.
Und-ich hab immer noch scheiss Höhenangst. Ich muss mich da an jede Situation die mit Höhe zu tun hat
neu rantasten, es ist meine Urangst. Und spannender oder interessanter wurde ich oder mein Leben dadurch auch nicht.
Das sind Dinge die furchbar viele andere auch schon gemacht haben...

(edit...das erinnert mich irgendwie an einen alten Freund, als er meinen Outingbrief gelesen hatte und sich meldete
meinte er, ich dachte zuerst du bist ernsthaft krank, aber mit trans* kannst du mich nicht schocken...(hihi, als ob ich ihn
schocken wollte))

Ach Houserunning-das hab ich an einer Talsperre gemacht, aber da schaut man ja quasi die Wand an und die ist
dann der Boden auf dem man läuft-kein grosses Ding.

Bis letztes Jahr hatte ich nie Angst vorm Zahnarzt-bis er dann sagte ich werde wohl einen Zahn bei der PA-Behandlung
verlieren. Ich sass schweissgebadet in seinem Büro und der Zahn blieb dann bis vor ca 5 Wochen doch noch bei mir.
Jetzt habe ich sooo sehr Angst das es noch mehr werden und kann die Angst nicht abstellen-keine Chance,
das Zahnziehen hat mir sowas wie ein Trauma verpasst, weil ich damit Verfall und Alter assoziiere.
Mein Körper ist 47, aber die Frau darin wird immer noch geboren und hat noch lange nicht ihr so Leben so gelebt
wie es schön wäre...

Ich hoffe für dich, das dir so eine "Mutprobe" einen Kick gibt, trau dich auch, denn du wirst es mit Sicherheit überleben.
Ob es hilft, frag die Sterne...

Alles Liebe Marie (flo)
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Always be yourself, unless you can be a unicorn, then always be a unicorn

A heart that hurts is a heart that works <3
Andrea aus Sachsen
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 3 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 1. Jan 2021, 15:31 Ich hing auch an einer Zipline 83 m über dem Talgrund ...
Ich habe etliche skywalkes und den Balkon am Capo Girao auf Madeira hinter mir-da geht es 500m nach unten ...
Ach Houserunning-das hab ich an einer Talsperre gemacht ...
Hallo Marie,
da hast du ja schon einiges erlebt! Bei mir hat es bisher nur bis etwa 10m in diversen Klettergärten gereicht. Selbst bei dieser Höhe schlackern mir schon die Knie, aber wenn ich mich irgendwo festhalten kann, geht es einigermaßen. Im Flugzeug macht mir die Höhe auch nichts aus.
Ein Skywalk würde mich ja mal reizen, sofern ein stabiles Geländer dran ist. Ich nehme an, da kann man, wenn es brenzlig wird, umkehren.
Bei den anderen Attraktionen gibt es dagegen nach dem Absprung bzw. dem Loslaufen kein Zurück mehr. Das ist es wohl auch, was uns die große Überwindung abverlangt.
So ängstlich und übervorsichtig wie ich bin, werde ich mich wohl nie zu einer der Mutproben überwinden können. Andererseits wäre es gerade in dieser Situation der ganz große „Hammer“, wenn mir das irgendwann doch gelänge. Ob damit meine anderen Ängste (z.B. vor GaOP, Karussellfahren u.a.) verschwinden würden, steht natürlich auf einem anderen Blatt (oder in den Sternen). Bei den einen scheint es zu klappen, bei anderen nicht.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Fen
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 4 im Thema

Beitrag von Fen »

Hi Andrea,

Ich habe drei Bungeejumps und einmal Houserunning gemacht. Ich vermute dass ich nach den Bungeejumps eine Höhenangst entwickelt habe. Aus Flugzeug rausgucken ist kein Problem,Riesenradfahren aber schon.

Dass ich also nach diesen Aktivitäten vor nicht mehr Angst habe,stimmt nicht.

Was mir einiges an Selbstvertrauen gegeben hat,war der Versuch, 100km innerhalb 24h zu laufen. Habe „nur“ 82,7km geschafft. Und einiges gelernt.

Gruß
Fen
Life is short. Break the rules. Forgive quickly. Kiss slowly. Love truly. Laugh uncontrollably. And Never regret anything that made you smile. (James Dean)
MichiWell
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 5 im Thema

Beitrag von MichiWell »

Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Fr 1. Jan 2021, 14:33 Wenn man sich Youtube-Videos davon anschaut, sieht man immer wieder Menschen, anfangs noch ängstlich, später aber überglücklich und vor Stolz und Selbstbewusstsein nur so strotzend. Nicht selten gipfelt das in einem Satz wie: „Wenn ich mir das getraut habe, brauche ich vor nichts mehr Angst zu haben.“

Hat jemand von euch schon mal so etwas gemacht und ähnliches erlebt? Wenn nein, könntet ihr euch vorstellen, sowas mal zu machen?
Hallo Andrea,

erlebt habe ich so etwas nicht. Wenn ich etwas zustande gebracht habe, dann habe ich genau das geschafft, und bin sicherlich auch zufrieden mit mir. Jedoch deswegen "überglücklich und vor Stolz und Selbstbewusstsein nur so strotzend" zu sein und "Wenn ich mir das getraut habe, brauche ich vor nichts mehr Angst zu haben." zu sagen, wären nichts weiter als Ausdruck grandioser Selbstüberschätzung.

Ich will das mal an einem Fall erläutern, den ich selbst erlebt habe:

Als ich meinen Tauchschein gemacht habe, waren wir zu dritt, außer mir Spargel-Tarzan noch ein knapp zwanzigjähriger muskelbepackter, testosterongeladener Hühne, der glaubte, alles zu können, und eine junge zierliche Frau. Unsere Tauchlehrerin war ebenfalls eine zierliche Studentin, die kaum 1,65m groß war. Der Typ hatte während der gesamten Zeit gegenüber ihr nur die große Fresse und einen Macho-Spruch nach dem anderen rausgekloppt.

Beim Prüfungstauchgang bekam der Typ in 12 Meter Tiefe totale Panik, als ihm Wasser in die Maske lief, und er brachte nicht nur sich in Gefahr, weil er gegen alle Regeln verstieß, als er sein Jacket voll aufbließ und so in Höchstgeschwindigkeit aufstieg, sondern sich dabei auch noch an mich klammerte wie ein kleines Kind, und mich so auch mit nach oben zog.
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Fr 1. Jan 2021, 14:33 Für viele hier im Forum dürfte ja das erste Mal als Frau draußen eine Mutprobe ähnlicher Dimension gewesen sein bzw. die steht noch bevor. Was das in uns bewirkt hat, muss ich hier nicht ausführen. Dazu gibt es unzählige Berichte im Forum.
Das kann ich so nicht sagen. Als ich das erste Mal raus ging, wollte ich mir damit keinen Adrenalin-Kick holen, sondern nur endlich den Teil von mir ausleben, den ich bis dahin Jahrzehnte unterdrückt hatte. (Andere könnten das freilich anders empfinden.)
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Fr 1. Jan 2021, 14:33 Jetzt frage ich mich, ob mit den oben genannten Aktionen, unabhängig von der jeweiligen Lebenssituation, neue Energie und Selbstvertrauen für künftige Aufgaben gewonnen werden könnte. Wenn ich versuche, die zahlreichen Erfahrungsberichte dazu ganz unvoreingenommen auf meine Situation zu beziehen, komme ich zu dem Ergebnis, dass ich so etwas auch mal machen müsste, um Ängste abzubauen und wieder mehr Schwung in mein Leben zu bringen. Die Sache hat nur einen Haken: Ich kann mir absolut nicht vorstellen, auch nur eine der Mutproben zu bestehen.
Ich fürchte, da musst du dich mit den Leuten austauschen, die derartiges behaupten, und ihnen gründlich auf den Zahn fühlen.

Doch ob es dir persönlich am Ende hilft, eher aus Verzweiflung irgendwas total Verrücktes zu tun, in dem Glauben, dass es dich und deine Einstellung zum Leben total umkrempeln würde?

Mir hat der Erwerb des Tauchscheins keinen Kick verschafft. Ihn zu machen war viel mehr die Folge einer Entwicklung. Die Unterwasserwelt hatte mich schon seit meiner Kindheit fasziniert, und zuvor bin ich einige Jahre bei jeder Gelegenheit mit ABC-Ausrüstung abgetaucht. Bei einer Proberunde mit Tauchgerät im Pool meines damaligen Urlaubshotels hatte ich auch schon etwas theoretisches Wissen zum Gerätetauchen (Umgang mit dem Atemregler, das Tarieren, ...), was ich zu meiner eigenen Überraschung gut umsetzen konnte. Und der Tauchlehrer, der mit der Technik ins Hotel gekommen war, fragte mich deswegen als einigen, ob ich schon mal einen Kurs gemacht hätte. Und das war der Punkt für mich, dies dann einfach zu machen.

Was ich damit sagen will?

Meiner Meinung nach ist es nicht sinnvoll, sein Glück davon abhängig zu machen, irgendwelche absurden Aktionen zu machen, nur weil andere das gemacht haben, und anderen voller Inbrunst Glauben machen wollen, dass dies irgendwas bei ihnen bewirken könne. Solange du nur versuchst, das zu machen, was andere gemacht haben und/oder weil du dir davon versprichst, dass du dadurch irgendwas an dir veränderst, um so zu sein wie andere sind (ich denke da an deine fast schon verzweifelten Versuche mit Tanzkursen), wirst du kaum zu dir selbst finden.


Liebe Grüße
Michi
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heike65
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 6 im Thema

Beitrag von heike65 »

Also ich hab mal, Kinder schauten ja zu, in nem dänischen Schwimmbad einen auf Coolness gemacht und bin vom ( ich glaube es war das 7,5 m Brett) gesprungen, machte Aua da ich die Arme falsch gehalten hab, richtig Aua, brachte mich nicht weiter, klar fand ich das ein bisschen cool, aber mehr nicht. Fallschirmsprung als Tandem, Adrenalin pur, und cool, aber da war Gruopenzwang dahinter, brachte auch nichts. Was mich wirklich vorangebracht hat war segeln bei Windstärke 10 und das erste mal als Mädel raus, das war in Hamburg, Sonnabend Mittag, ab in die U Bahn, rappelvoll, 3 Std Shopping mit Klamottenkauf, Parfümerie und Kosmetiberatung und anschliessender Bahnfahrt nach Haus, immer in völlig überfüllten Zügen, das war Euphorie pur als ich dann Abends das erste mal an Femme nach Haus gekommen bin und unsere Kinder in den Arm genommen hab, dankbar das meine Frau mich so gepuscht hat.
Helga
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 7 im Thema

Beitrag von Helga »

Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Fr 1. Jan 2021, 14:33
• Fallschirmspringen
• Sprung vom 10m-Brett
• Bungee jumping
• House running
• Feuerlaufen
Hallo Andrea,
diese Aktionen führen zu einem starken Adrenalinstoss oder sonstigen biochemischen Vorgängen, die im direkten Anschluss ein Gefühl der Hochstimmung erzeugen. Einen nachhaltigen Effekt auf das Selbstwertgefühl wird dies vermutlich alles nicht haben, warum sollten Adrenalinjunkies sonst nach immer neuen Herausforderungen suchen.
Ängste lassen sich bekämpfen indem sich der Situation immer wieder ausgesetzt wird. Ohne Adrenalin. Meine Höhenangst hatte sich während der Fassadensanierung eines 12-geschossigen Gebäudes irgendwann erledigt. Die Frage ist nur schränken dich die Ängste vor Höhe und Karusselfahren wirklich ein?
Selbstwertgefühl bedeutet nicht das Nichvorhandensein von Ängsten. Es bedeutet möglicherweise den Ängsten einen entsprechenden Stellenwert zuzuordnen: Bedeutungslos.
An das Selbstwertgefühl musst du anders ran. Kannst du etwas besser als andere? Dann tu es und lass es die anderen sehen. Betreibe ruhig ein wenig "fishing for compliments".
Von einer Biofrau hörte ich vor Jahren den Tipp: Geh in einen Laden, der dir eigentlich zu teuer ist. Lass dir alles zeigen, probiere alles an. Wenn das Personal dir komisch kommt wirst du um so hartnäckiger. Am Schluss bedankst du dich und verlässt das Geschäft ohne ein einziges Teil gekauft zu haben.
Belohne dich selbst, tu dir Gutes weil du es dir wert bist. Auch das steigert dein Selbstwertgefühl.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 8 im Thema

Beitrag von Aschenputtel »

Hallo Andrea,

vielleicht sollte man unterscheiden zwischen Mutproben und Dingen die Mut erfordern.

Als Schüler die verbotenen Kellergewölbe unter der Schule zu erkunden, das war eine Mutprobe. Vom 5er Springen ebenso (vom 10er bin ich nie). Denn es ging im Grunde nur über die Überwindung der Furcht. Den Nervenkitzel. Die Erlebnisse selbst waren ja nichts so prickelnd: Muffige Räume in einem Fall, ein schmerzend geröteter Oberarm im Anderen.

Dinge, die Mut erfordern, hingegen sind für mich etwas ganz anderes. Ich war mal bei Sturm (9 Bft) windsurfen. Dazu brauchte es Mut. Aber darum ging es nicht, denn das Ziel war es, die Kraft des Sturmes zu erleben und den Speed der dabei möglich wird. Mein erstes Outdoor-Erlebnis (viewtopic.php?t=7412) zähle ich deshalb auch nicht als Mutprobe, obwohl mir auf den ersten Schritten die Knie schlotterten und ich wirklich allen Mut aufbringen musste, um nicht sofort wieder umzukehren. Aber der Mut war nur Mittel zum Zweck. Es ging nicht um Nervenkitzel, sondern um das Erkunden meiner Identität.

Und für Dich, Andrea, ist es wohl nicht die Lust auf Nervenkitzel, die Dich umtreibt. Ich glaube deshalb nicht, dass Dir Bungee-Jumping oder Feuerlaufen weiter helfen werden. Vielleicht solltest du Dir statt dessen in Erinnerung rufen, was Du alles schon erreicht hast, und wo Du in der Vergangenheit schon mutig warst. Denn das warst Du (Wie jede von uns in "Mein Leben als Andrea" nachlesen kann). Vielleicht solltest in ein paar ruhigen Stündchen mal Deine alten Posts selber nochmal durchlesen. Es könnte Dir Mut geben ein paar von den Dingen anzugehen, die auf Deiner To-Do Liste für 2021 stehen (oder stehen sollten).

LG

Maj


PS: Mein Lieblingsvideo zu diesem Thema:

"Ich glaub', eine Dame werd' ich nie." (ob die Knef das wohl so gemeint hat)
Elizabeth
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 9 im Thema

Beitrag von Elizabeth »

Die letzte Springerin hat gezeigt wie's geht: Respekt!
Fußsprung aus 7,5m hab ich schon gemacht (10er war gesperrt), wenn meine Tochter den nachmacht, muß ich vom 10er runter: alte Wette!
Mit Sprüngen mit Drehung aus >1m hab ich schlechte Erfahrungen gemacht - überlasse ich heute anderen! Bei der Koordination derartiger Drehbewegungen stoße ich an meine Grenzen!
@Andrea: taste Dich langsam ran, MIT Badeanzug, Arme am Körper oder gestreckt nach oben, erst 3m, dann 5, schließlich 7,5 und 10.
(Wenn es der Lockdown denn mal wieder zuläßt)
Grundsätzlich sind ein paar Körpererfahrungen sicher gut fürs Selbstbewußtsein: z.B. Selbstverteidigung, die damit verbundenen Falltechniken (die uns z.B. auch dann retten, wenn wir mit den Heels mal übertrieben haben sollten)
Fallschirm (Bundeswehr, auch bei Nacht!) Bungeekugel und Houserunning hab ich auch hinter mir - und möchte diese Erfahrungen nicht missen!
Auch Erfahrungen MIT Kontrollverlust waren wichtig für mich: Gleitschirm-Tandem (Start bei Starkwind in 3000m Höhe), meine 1. Hängebondage: in beiden Fällen war sehr plötzlich der Boden unter meinen Füßen weg!
Bezüglich Schwindel bei Ballett, Karrussel,... habe ich noch folgendes gefunden:
https://www.marie5678andmore.de/2018/09 ... dreh-raus/

LG Elly
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 10 im Thema

Beitrag von Christiane »

Hallo Zusammen.

Hmmm, sind das die Sachen die eigentlich Männer machen um sich als ganzer Mann zu fühlen?
(Uh Uh Uh - habe Feuer gemacht!) ?
Oder verstehe ich das jetzt falsch?
Braucht man Mutproben um sein Selbstwertgefühl zu steigern?

Ich übersetze den Begriff Mutprobe so:
Diese Aktion wird gemacht, weil es der Gruppendruck (dazu gehören) erfordert, oder weil man bei "paarungsbereiten" Mitgliedern des anderen Geschlechts Punkte machen will.
Viele missglückte Beispiele dafür, kann man im Darwin Award nachlesen. :mrgreen:

Würde man eine MP auch machen, wenn keine Sau zusieht/dabei ist? :wink:
Dann erst wäre es eine richtige MP für einen selbst - oder nicht?

Nur ein paar ketzerische Gedanken von Eurer Christiane. (ki) (ki)
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 11 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Mutproben, brauche ich die? Ein Kickerleben benötige ich nicht um mich gut zu fühlen. Darf ich mich wirklich bestätigt fühlen wenn ich mein Leben riskiere? Ich habe schon gesehen wie jemand vom 10er sprang und dieses schief ging. Wann sind es Mutproben und wann wird es Leichtsinn? Was komm nach einer bestandenen Mutprobe? Kommt dann eine Mutprobe mit noch mehr Risiko?
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 12 im Thema

Beitrag von kathy »

Ich glaube manch eine der "Mutproben" insbesondere testosteron gesteuerte sind keine echte Mutproben sondern einfach nur dumm und Selbstüberschatzung um Andere zu zeigen dass man ein "ganzer" Kerl ist und manchmal gehen gewisse Dummheiten auch ins Auge.

Ich schäme mich nicht dass ich diese oft nicht hatte und lieber auf meine Grenzen höre, jetzt als Frau muss ich eh niemandem etwas beweisen...

Für mich war die Entscheidung zur Transition der grössere und auch ehrlicherer Mut.

Und ja, ich stand schon mal auf einem 10 m Sprungturm, mir schlotterten echt die Knie und bin unter Gelächter Anderer nach 15 Minuten elendigem Kampf da oben wieder die Leiter hinab gestiegen... hab einfach Höhenangst und respektiere das seitdem. Bei manch anderen Dingen jedoch glaube ich schon dass eine gewisse Überwindung schon etwas bringen kann, trotzdem muss ich noch unterscheiden ob ich das für mich tue oder für Andere.

LG Kathi
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 13 im Thema

Beitrag von Blossom »

Motive zu derartigen "Mutproben" sind mannigfaltig. Sehe sie aber eher als gesellschaftlichen Zeitvertreib, Suche nach Abenteuer und Grenzerfahrung, auch als Angstbekämpfung und Erweiterung eigener Kompetenzen. Sicherlich kann man darüber gewisse sonstige Misserfolge im Leben kompensieren (A.Adler und C.G. Jung bezeichnen es als Ausgleich psychischer Ungleichgewichte und Einseitigkeiten) und sie mögen in gewisser Weise auch einem Prestigegewinn im Umfeld, sprich der Peergroup, dienen … Doch letztlich ändern sie nicht wirklich etwas am eigenen Selbstwertgefühl. Das erreiche ich nur durch Interventionen wie: Achtsamkeitsübungen mir selbst gegenüber, dass ich mich mit mir als inneren Kritiker identifiziere, eine gewisse Selbstfürsorge betreibe und Vertrauen in mich selbst aufbaue. Das fällt dann in den Bereich "Training sozialer Kompetenzen" wie es Pfingsten und Hinsch in "Selbstzuwendung, Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen: Psychotherapeutische Interventionen zum Aufbau von Selbstwertgefühl", (Klett-Cotta, 2013, ISBN 978-3-608-10382-3, S.77–80) beschreiben.
Aus eigener Erfahrung beim Militär: Fallschirmsprung aus 6000 Meter, Schleudersitztraining oder Überlebensübungen in Norwegen, als auch Einsatz in Ex-Jugoslawien, haben mein Selbstwertgefühl nicht verändert – wenngleich Anerkennung der Leistung durch Dritte.
Helga hat geschrieben: Fr 1. Jan 2021, 22:03 Selbstwertgefühl bedeutet nicht das Nichvorhandensein von Ängsten.
Richtig. Angst ist es am Ende nicht, aber ein gesunder Respekt vor dem Vorhaben – ohne wäre es ja auch Wahnsinn. Wer keine "Angst" hat geht gefährliche Wagnisse ein, die am Ende das Leben kosten können.

Kleine Anmerkung am Rande: Laut Statistik leiden mehr Frauen an mangelndem Selbstwertgefühl als Männer.

Im Übrigen hat mein Selbstwertgefühl extrem zugenommen seit ich dazu stehe Frau zu sein (und endlich wirklich lebe!), samt all der positiven Rückmeldungen und Komplimenten. Mutproben wie oben beschrieben brauche ich deshalb keine.

Liebe Grüße vom
Blümchen (na)
»Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.«
Billie Jean King (*1943)
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 14 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

ich glaube Selbstwertgefühl hat viel damit zu tun, sich die eigenen negativen Aspekte zu gönnen. Und sich wertzuschätzen und sich zu lieben wie man ist (inkl. Ängste). Das strahlt man dann unterbewusst aus. Und wenn man es ausstrahlt, kriegt man es auch von der Umwelt als Bestätigung zurück. Diese Schleife verstärkt das Selbstwertgefühl noch viel mehr.

Sprich der erste Schritt wäre sich so zu akzeptieren wie man ist und dann immer mehr sich so wie man ist lieben zu lernen.

VlG
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Re: Mutproben für mehr Selbstwertgefühl

Post 15 im Thema

Beitrag von ascona »

MichiWell hat geschrieben: Fr 1. Jan 2021, 20:58 Meiner Meinung nach ist es nicht sinnvoll, sein Glück davon abhängig zu machen, irgendwelche absurden Aktionen zu machen, nur weil andere das gemacht haben, und anderen voller Inbrunst Glauben machen wollen, dass dies irgendwas bei ihnen bewirken könne. Solange du nur versuchst, das zu machen, was andere gemacht haben und/oder weil du dir davon versprichst, dass du dadurch irgendwas an dir veränderst, um so zu sein wie andere sind (ich denke da an deine fast schon verzweifelten Versuche mit Tanzkursen), wirst du kaum zu dir selbst finden.
genau. Und du hast doch schon Dinge gemacht, Andrea, bei denen du erfolgreich warst, wenn ich an deine Erzählungen denke, wie du bei der Arbeitssuche mit viel Kraft und Hartnäckigkeit die Schwierigkeiten überwunden hast, auch mit dem frausein, oder deine kulturellen Erlebnisse. (ap)
Zu den "Mutproben" haben andere schon genug gesagt. Ich finde außerdem auf deiner Liste alle Aktivitäten außer dem vom-Brett-springen nur sehr teure kicks für Leute, die schon alles haben. Oder die ohne Anstrengung 1 Minute Spaß haben möchten.
Und im Schwimmbad reicht schon das 3m-Brett. Das kann bei einem Bauchplatscher schon weh tun, passiert aber noch nichts ersnsthaftes. Ist bei 60jährigen zwar unüblich, aber probier das ruhig aus, wenn du willst.
Aschenputtel hat geschrieben: Sa 2. Jan 2021, 00:33 Dinge, die Mut erfordern, hingegen sind für mich etwas ganz anderes. Ich war mal bei Sturm (9 Bft) windsurfen. Dazu brauchte es Mut. Aber darum ging es nicht, denn das Ziel war es, die Kraft des Sturmes zu erleben und den Speed der dabei möglich wird. Mein erstes Outdoor-Erlebnis (viewtopic.php?t=7412) zähle ich deshalb auch nicht als Mutprobe, obwohl mir auf den ersten Schritten die Knie schlotterten und ich wirklich allen Mut aufbringen musste, um nicht sofort wieder umzukehren. Aber der Mut war nur Mittel zum Zweck. Es ging nicht um Nervenkitzel, sondern um das Erkunden meiner Identität.
genau. Manchmal braucht man Mut als Mittel zum Zweck, das lernt man nicht durch Bungeespringen.
Auch das andere Aschenputtel (das mit den 3 Haselnüssen) war mutig. Aber nicht als Selbstzweck, sondern um den Prinzen zu erobern.
Und Pragmatismus kann auch nicht schaden. Was soll's wenn du Karussellfahren nicht verträgst ? Da entgeht dir nichts. Ich fahre auch keine Achterbahn, will meine Gesundheit nicht auf's Spiel setzen und auch nicht (ko)

LG ascona )))(:
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