Sozialisation in der Rolle
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Lisa-Weber
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Sozialisation in der Rolle

Post 1 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Di 3. Dez 2019, 10:47

Wie wichtig ist euch in eurer Rolle als CD oder als Transidente im anderen Geschlecht die Sozialisation.

Also gemeint ist - ich nehme mich als Beispiel - 60 Jahre als Mann gelebt - nun als Frau.

Wie bewege ich mich - wie rede ich - wie kleide ich mich - etc.

Ändert sich mein Verhalten?
Ändern sich meine Reaktionen?
Ändert sich meine "Empathie"?
Änderst sich mein Denken?

Lisa

PS: Ergänze noch um die Frage - Wie erreicht ihr das?
Zuletzt geändert von Lisa-Weber am Di 3. Dez 2019, 11:42, insgesamt 2-mal geändert.
Liebe geben und offen sein für neues..

Viktoria-TV
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 2 im Thema

Beitrag von Viktoria-TV » Di 3. Dez 2019, 11:05

Huhu,

wenn ich als Viktoria unterwegs bin ändern sich natürlich die Bewegungsabläufe, die Sprache einfach alles. Es wird tatsächlich auf weiblich geschaltet. Das gehört für mich natürlich zu der Rolle dazu.

LG
Viktoria
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ChristinaF
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 3 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Di 3. Dez 2019, 11:32

So wie ich mich (subjektiv) beurteilen kann, hat sich meine gesamte Sozialisation komplett hin zu der einer Frau geändert. Nätürlich auch der Hormone wegen. Das ganze Leben ist nun irgendwie leichter, empathischer und harmonischer. Schmunzeln könnte ich immer wieder, wenn ich vergleiche, wie ich mich in der Anfangszeit gekleidet habe und wie ich mich heute anziehe. Das war damals Pubertät pur. Heute läuft das alles viel ruhiger ab; auch wenn ich zugeben muss, dass es Tage gibt, wo ich lange vor dem Kleiderschrank stehe und grüble, was jetzt besser zu mir passen würde. Eine Tatsache eben, bei der frau sich nicht entschuldigen muss. (moin)
Ebenso die Bewegungen. Die glichen sich entsprechend an. Ruhiges, aber bewusstes Handeln sind bei mir üblich, da ich ja weiß, was ich nun bin.
All dies wird noch abgerundet von den teilweisen sehr lieben Bemerkungen meiner Mitmenschen. Ob nun Arbeitskolleginnen, Bekannte, Nachbarn usw. Ich habe nicht die geringsten Probleme bei denen in Gesprächen als Frau mitzureden. Und bekam oder bekomme immer wieder Komplimente, wie gut ich mich ins "frau-sein" eingelebt habe.
LG Christina

Valerie Bellegarde
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 4 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Di 3. Dez 2019, 11:35

Viktoria-TV hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 11:05
Huhu,

wenn ich als Viktoria unterwegs bin ändern sich natürlich die Bewegungsabläufe, die Sprache einfach alles. Es wird tatsächlich auf weiblich geschaltet. Das gehört für mich natürlich zu der Rolle dazu.

LG
Viktoria
Das ist bei mir genauso, wenn ich als Valerie unterwegs bin. Was die Bewegungsabläufe "en femme" betrifft, so sind mir ein paar Dinge sehr wichtig. Erstens werden meine Schritte kürzer, auch aufgrund der hohem Absätze. Zweitens bemühe ich mich um eine besser Körperhaltung (Kopf hoch, Schultern zurück) und auch darum, die Ellbogen möglichst am Körper zu halten und somit den schaukelnden Männergang zu verhindern.

Wenn ich aber locker drauf bin und die Umstände es zulassen, habe ich auch schon versucht, ein paar von diesen etwas erotischeren "weiblichen Signalen" nachzumachen. Damit meine ich z.B. die Beine übereinanderschlagen beim Sitzen, die Haare aus dem Gesicht streichen, oder ein klein wenig mit dem Po zu wackeln beim Gehen. Ist jetzt nicht allzu ernst gemeint, das sind nur ein paar kleine Versuche, und auch nur, wenn die Stimmung entsprechend ist und die Situation passt.

Lieben Gruß,
Valerie

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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 5 im Thema

Beitrag von Katja » Di 3. Dez 2019, 11:42

Hallo Lisa,

ein interessantes Thema, das mich auch immer wieder beschäftigt.

Ich zähle mich hier im Forum zu den Crossdressern, weil ich im Alltag überwiegend als Mann lebe und auch entsprechende Geschlechtsmerkmale habe. Daran möchte ich auch im Moment nichts ändern.

Von der Seele oder der Psyche her bin ich aber eher eine Frau. Das heißt, wenn ich mich nicht als Mann verstelle, wirke ich eher weiblich. Das zeigt sich wohl auch dadurch, dass ich immer leicht freundschaftliche Kontakte zu Frauen gefunden habe, mich mit Freundschaften zu Männern aber sehr schwer tue. So habe ich also über 50 Jahre lang versucht, die Männerrolle zu spielen. Das war sehr schwer und ist mir auch nicht besonders gut gelungen. Es hat mit dazu beigetragen, dass ich mich heute gesundheitlich in einer Situation befinde, die als Burnout bezeichnet wird.

Jetzt lege ich nach und nach diese typischen Männerthemen ab. Zum Beispiel interessiere ich mich überhaupt nicht für Fußball, hab mich aber immer ein wenig in das Thema eingelesen, um in Männerkreisen nicht blöd dazustehen. Damit ist jetzt Schluss. Autos und Motorräder haben mich immer interessiert, aber jetzt ist es eher der praktische Nutzwert und der Komfort eines Fahrzeuges und weniger PS und Höchstgeschwindigkeit, was ja in Männerkreisen eine große Rolle spielt. Ich nehme als Frau auch viel gelassener und rücksichtsvoller am Straßenverkehr teil.

Ansonsten bin ich einfach ich selbst, das ist wohl auch das beste, was man tun kann. Meine Frau war nach meinem Outing und dem Kennenlernen von Katja, sehr erfreut, dass ich mich als Katja ihr gegenüber genauso verhalte, wie der gewohnte (softe) Mann. Das hat die Sache für sie auch sehr erleichtert. Bei uns gibt es keine dritte Person namens Katja, sondern ich ziehe jetzt einfach an, was mir gefällt.

Was mir noch Sorgen bereitet, ist meine Stimme. Sie ist leider sehr tief und männlich geworden im Laufe der Jahre. Da muss ich noch mal dran arbeiten. Ich habe mich mit dem Thema aber noch nicht beschäftigt und würde mich über Hinweise und Ratschläge aus dem Forum sehr freuen.

Ganz liebe Grüße

Katja
Ich möchte nicht immer nur Mann sein, ich möchte auch die schönen Seiten des Lebens genießen.

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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 6 im Thema

Beitrag von Mirjam » Di 3. Dez 2019, 11:53

Hallo Lisa, hallo Rest der Welt,

ich glaube, so wirklich viel hat sich bei mir da nicht geändert. Aber nicht, weil mir die weibliche Sozialisation nicht wichtig wäre, ganz im Gegenteil. Sondern einfach, weil bei mir schon vorher nicht viel „männlich“ war. Das ging sogar bis hin zu „erotischeren weiblichen Signalen“ wie beim Sitzen die Beine übereinanderzuschlagen :D (Valerie, danke ;) ). Und nicht, weil ich da bewusst weiblich wirken wollte, ich hab mir einfach „erlaubt“ ich selber zu sein. Natürlich ist es der einen oder dem anderen aufgefallen. Wer weiß, wahrscheinlich wäre ich sonst nicht so weit?

Stimme und Kleidung nehme ich da jetzt mal aus, die gehören für mich allerdings nicht zur Sozialisation.

LG, Mirjam

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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 7 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Di 3. Dez 2019, 12:13

In Folge des Tragens von Frauenkleidung haben sich Verhalten und Bewegungsabläufe durchaus verändert. Am Anfang bewusst, mittlerweile mehr und mehr unbewusst vom eher Männlichen zum eher Weiblichen. In Wartezimmern greife ich zu Frauenzeitschriften (Mode, Beauty) und ignoriere Männerthemen (z.B. Autos). Ich schaue öfter in Spiegel und richte die Frisur usw. und nichts geht mehr ohne Handtasche.

LG
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 8 im Thema

Beitrag von Katja » Di 3. Dez 2019, 12:27

Dolores59 hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 12:13
Ich schaue öfter in Spiegel und richte die Frisur usw. und nichts geht mehr ohne Handtasche.
In den Spiegel hab ich schon immer gern geschaut, aber das mit der Handtasche war auch für mich neu. Wenn ich eins am Mann sein schätze, ist es, dass Mann alles was er braucht, im Portemonnaie in der Potasche hat. Hab mich aber auch an Handtaschen gewöhnt. Ist schon toll, was Frau alles dabei hat. Gut, ich muss immer mal 10 Minuten für die Suche in der Tasche einplanen, aber sonst ist es cool :D .
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 9 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Di 3. Dez 2019, 12:45

Hallo Lisa,

danke für das Thema. - So etwas ähnliches möchte ich schon länger bei "Nicoles Galaxie", meinem Versuch so etwas wie ein Tagebuch zu schreiben, irgendwie unterbringen, finde aber keinen vernünftigen Einstieg in das Thema.

Bei mir als Enby ist es keine Sozialisation als Frau, sondern das Nachholen meiner kindlichen und jugendlichen Sozialisation, die in der Rolle als Mann nie wirklich stattgefunden hat. Eine Sozialisation (irgendwie vollständig) als Frau sehe ich für mich als genauso aussichtslos an wie damals die männliche. Es wäre wieder nur ein verzweifeltes Anpassen an für mich völlig absurde Regeln oder Rollen-Klischees, mit denen mein wahres Ich nichts anfangen kann. Wenn ich also Frauenkleider trage, dann mache ich das, weil ich mich darin gefalle, und nicht um irgendwie eine Frau darzustellen.

Nun zu Deinen Fragen:

Ändert sich mein Verhalten? Eindeutig ja. Die immer gespielte männliche Härte und Aggressivität lege ich mehr und mehr ab. Ich zeige mein wahres Ich jetzt mehr und mehr offen. So fällt es mir erheblich leichter Leute anzusprechen und Kontakte zu knüpfen. Wenn dann die Hemmschwelle bei den anderen auch überwunden wird, habe ich Erfolg.

Ändern sich meine Reaktionen? Ich denke, wenn sich mein Verhalten ändert ... . Das sollten nun die Menschen beurteilen, die mich noch als Mann kennen gelernt haben. Nachdem nun die Nachbarn langsam und zögerlich mehr Kontakt zu mir aufbauen als früher als Mann, wird es wohl so sein.

Ändert sich meine "Empathie"? Da sage ich jetzt einfach mal zynisch: Da gibt es nichts zum Ändern! Ich hatte in der männlichen Rolle nie irgendwie das Gefühl, dass mich jemand liebt oder meine Gefühle irgendwie nachvollziehen kann. Also habe ich auch gar nicht erst versucht mich in eine andere Person hinein zu versetzen. Wenn ich etwas wollte, habe ich immer so etwas wie einen Handel vorgeschlagen. Zum Beispiel etwa so: "Wenn du jetzt schön lieb zu mir bist, erzähle ich deinen Eltern nicht, was du abends immer so treibst". Erst durch dieses Forum lerne ich jetzt so langsam zu verstehen, was Empathie überhaupt bedeutet.

Ändert sich mein Denken? Ja, eindeutig und fundamental. Mein abgrundtiefer Hass auf die Gesellschaft und die damit verbundene Suche nach Erklärungen dafür in Wissenschaft, Religionen und Verschwörungstheorien wird langsam aber sicher immer kleiner. An die Stelle einer nicht mehr abwendbaren "Endlösung der Menschheitsfrage" tritt so nach und nach ein aktives Versuchen an der Gesellschaft und ihrer fest gefahrenen Denkweise etwas zu ändern.

So weit also das, was mir "jetzt mal eben" zu diesen Fragen einfällt. Ich hoffe es ist nun eine Grundlage für eine weitere Diskussion. (arg)

Liebe Grüße
Nicole
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 10 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Di 3. Dez 2019, 12:55

Dolores59 hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 12:13
Ich schaue öfter in Spiegel und richte die Frisur usw. und nichts geht mehr ohne Handtasche.
.. So einfach hätte ich es jetzt auch ausdrücken können. - Aber der olle Klaus muss ja immer aus allem eine wissenschaftlich-logische Analyse machen. (moin)
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 11 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Di 3. Dez 2019, 12:57

Katja hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 12:27
In den Spiegel hab ich schon immer gern geschaut, aber das mit der Handtasche war auch für mich neu. Wenn ich eins am Mann sein schätze, ist es, dass Mann alles was er braucht, im Portemonnaie in der Potasche hat. Hab mich aber auch an Handtaschen gewöhnt. Ist schon toll, was Frau alles dabei hat. Gut, ich muss immer mal 10 Minuten für die Suche in der Tasche einplanen, aber sonst ist es cool :D .
An die Gesäßtaschen habe ich mich in der Männerzeit nie gewöhnen können. Folglich musste ich im Sommer immer einen Rucksack dabei haben (im Winter war die Geldbörse in der Jacke). Der Umstieg auf die Handtasche war deshalb leicht.
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 12 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Di 3. Dez 2019, 13:04

Keine Ahnung wie ihr es schafft dabei an so etwas zu denken. Bei Rollen, Flip-Flops und anderen Turnübungen wird mir immer so schwindelig.

Aber Fun aside möchte ich etwas anderes hereinwerfen:

Unterscheidet ihr (die Teilzeitfraktion) beim Auftreten zwischen Menschen die euch en homme kennen und nicht?

Mir ist aufgefallen, dass ich bei Menschen, die mich en homme kennen fast darauf Wert lege nicht groß verschieden aufzutreten. Anders bei Menschen die es nicht tun.

VlG
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 13 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Di 3. Dez 2019, 13:09

Dolores59 hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 12:57
An die Gesäßtaschen habe ich mich in der Männerzeit nie gewöhnen können.
Wieso? Die sind doch unheimlich praktisch. Wenn man mal wieder Geld übrig hat und nicht weiß, wofür man es sinnvoll ausgeben soll, ist es damit im Gedränge oft ganz schnell weg. :mrgreen: - Dafür lasse ich jetzt gerne die Handtasche irgendwo stehen. Aber bisher hat dann noch nie etwas darin gefehlt.
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 14 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Di 3. Dez 2019, 13:23

Laila-Sarah hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 13:04
Mir ist aufgefallen, dass ich bei Menschen, die mich en homme kennen fast darauf Wert lege nicht groß verschieden aufzutreten. Anders bei Menschen die es nicht tun.
Ich denke, ich mache das unbewusst bei Nachbarn und anderen Leuten auch, die mich noch von früher als Mann kennen. Es ist wohl irgendwie die Erinnerung an die frühere Zeit, die dann alte Muster wieder wieder abrufen. Ich spüre das, da sich jetzt über zwei Jahre nach meinem Outing alte Kontakte wieder neu entwickeln.
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Re: Sozialisation in der Rolle

Post 15 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » Di 3. Dez 2019, 13:44

Valerie Bellegarde hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 11:35
ein paar von diesen etwas erotischeren "weiblichen Signalen" nachzumachen. Damit meine ich z.B. die Beine übereinanderschlagen beim Sitzen, die Haare aus dem Gesicht streichen...
Hi okay....

das ist erotisch?
Ich schlage die Beine übereinander, damit des nicht so aussieht als wäre ich grade vom Feld gekommen und weil
es einfach aufgeräumter und wenig raumgreifend ist..
bei den Haaren ist es halt so, das wenn ich sie offen trage ich sie aus dem Gesicht streiche weil sie im Gesicht stören,
wenn sie ins Gesicht fallen (klar hab immer ein Haargummi dabei, mindestens)..auch da ist für mich keine Erotik drin...
die Schultern nach hinten macht ausser einer besseren Haltung auch vom Gesamtbild schmaler-das nutze ich auch wirklich
bewusst. Da finde ich auch das ist ein super Tipp für alle.

Ich möchte das Thema jetzt hier aber nicht zerreissen...

da mein Verhalten grundlegend als eher weiblich eingestuft wurde ist mein Weg einfach nicht so weit gewesen.
Das haben ja auch die Outings transportiert-"ah du hast dich endlich entschieden" "du nimmst jetzt Hormone, na
wenns nur das ist?" "Schön, das ich eine kleine Schwester hab.."
wahrscheinlich wird sich über die Zeit das Ganze noch tiefer verankern und natürlicher.

Aber ich spiele ja keine Rolle, auch keine soziale, ich bin ich und das war ich auch schon vorher-jetzt lebe ich es nur mehr.
Als weiblicher "Mann" habe ich nur manche Facetten übertüncht, das ist alles.
Meine Liebste meint auch, du bist eine ganz schöne Emanze geworden-ja bin ich und dazu stehe ich auch..

Ich sagte schon an anderer Stelle, ich habe keine männliche Sozialisation abgeschlossen, laut Gutachten ist das
sogar vollkommen gescheitert und ich habe nicht vor eine weibliche abzuschliessen.
Vielleicht ist das aber schon lange unterbewusst passiert..

Alles Liebe Marie (flo)
Zuletzt geändert von !EmmiMarie! am Di 3. Dez 2019, 14:26, insgesamt 1-mal geändert.
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Always be yourself, unless you can be a unicorn, then always be a unicorn

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