Manuelas neuer Alltag
Manuelas neuer Alltag - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Céline
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 16 im Thema

Beitrag von Céline » So 11. Aug 2019, 19:27

Hi,
Ich muss mich jetzt erst mal durch dein Tagebuch lesen.Du hast ja einiges zu berichten :)
Ich find es immer ziemlich interessant wie unterschiedlich Dörfer und Gemeinden sind. Gut ich lebe in einer größeren Ortschaft mit ca 6000 Einwohnern aber ich hatte eigentlich nie denn Eindruck besonders aufzufallen oder Gesprächsthema zu sein. Wenn ich hingegen in Augsburg bin werde ich öfters mal gemustert, überwiegend wenn ich Arbeitskleidung trage aber das wird immer seltener . Du hast aber vollkommen Recht, Aufklärung ist nach wie vor nötig und deswegen lebe ich auch so offen mit überwiegend positiven Feedback.
Bis dann
Liebe Grüße
Céline
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Momo58
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 17 im Thema

Beitrag von Momo58 » Mi 14. Aug 2019, 18:01

So, heute mal weniger euphorisch. War auf der Straße unterwegs, habe genüsslich an meinem Erdbeereis geleckt. Kam an einem Zustellerfahrzeug der Deutschen Post vorbei. Als ein Paketzusteller zum Fahrzeug lief, hörte ich ihn sagen: jetzt laufen hier auch schon die Scheiß-Transen herum. Hab erst mal drüber weg gehört, mir Datum und Uhrzeit notiert und habe mich schriftlich an die Beschwerdestelle der Deutschen Post gewendet. Mal sehen wie lange der noch Pakete zustellen darf . Gerade von der Post sollte man erwarten, dass man nicht diskriminiert wird.
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 18 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Do 15. Aug 2019, 06:05

Ätzend sowas, aber ich denke da wird weiter nix passieren. Allerdings kenne ich mich mit Gesetzen nicht so gut aus. Für mich liest es sich so, als hätte er Dich nicht direkt angesprochen sondern eher "laut gedacht". Ich weiß daher nicht, ob damit der Tatbestand der Beleidigung gegeben ist oder ob es sich eher um freie Meinungsäußerung handelt.

Das der Typ ein Arschloch ist, darüber müssen wir nicht reden.

Liebe Grüße
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 19 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Do 15. Aug 2019, 10:16

Seh das auch so wie Michelle. Ein echt blöder Typ und klar, dass es bei dem Ausdruck, jeder erstmals die Sprache verschlägt. Nur hinterher zu reagieren bringt m.M. nach wenig. Vielleicht wäre es besser gewesen sogleich auf seine Äußerung zu reagieren?
LG Christina

Momo58
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 20 im Thema

Beitrag von Momo58 » Fr 6. Sep 2019, 19:30

Da habt ihr recht, werde das noch üben. Vllt. sollte ich Autogrammkarten in solchen Fällen verteilen :lol: .

Nun ja, hab mich wieder beruhigt und konzentriere mich auf die schöneren Dinge des Lebens. Diese Woche war ich mit meiner Partnerin beim Zahnarzt. Wir standen nebeneinander am Empfang. Meine Partnerin wurde gefragt, ob ihr Mann später kommen würde. (smili) Ich war so gut gestylt, dass ich nicht erkannt wurde. Ich klärte nun auf, dass ich medizinisch eine Frau bin und juristisch noch ein Mann und deshalb auch nur die männliche Krankenversicherungskarte vorlegen kann. War alles kein Problem. Nur hat es mich gestört, dass ich als Herr M. aufgerufen wurde. Da ich nochmal zum Zahnarzt muss werde ich darum bitten, mich zukünftig als Frau M. aufzurufen. Gestern hatte ich ein Problem mit meiner Brille. Bei einem Glas war die Entspiegelung schadhaft. Auf meinem Brillenpass stand noch mein männlicher Name. Die Optikerin bei ProOpt* war sehr nett und änderte sofort die Kundendaten in Manuela M. Positiv ist auch, dass sich die Menschen in unserer Kleinstadt an meinen Anblick gewöhnt haben. Das liegt sicher daran, dass ich absichtlich häufiger durch die Stadt gelaufen bin. Die verwirrten Blicke haben deutlich nachgelassen. Am Wochenende habe ich etwas größeres vor. Auf einem Dorf in der Nähe ist ein Fest. Dort wird Schlachtplatte angeboten. Das esse ich so gerne, das lasse ich mir nicht entgehen.
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 21 im Thema

Beitrag von Momo58 » Fr 13. Sep 2019, 18:40

So, nun platzt mir doch der nicht mehr vorhandene Hemdenkragen. Ich hatte im Juni einen dgti-Ergänzungsausweis bestellt und bezahlt. Dann passierte erst mal NICHTS. Auf Nachfrage erhalte ich die Antwort,dass der Antrag verloren gegangen sei. Also erneut Antrag gestellt und den Zahlungsnachweis vorgelegt. Dann kam eine Nachri ht, dass der Antrag geprüft wurde und der Ausweis gedruckt werde. Wieder passierte NICHTS. Erinnerung abgeschickt und nun fing die dgti an herum zu zicken, weil angeblich kein Zahlungseingang feststellbar wäre, obwohl die dgti den Nachweis seit 1.8.2019 vorliegen hat. Habe denen nun mitgeteilt, dass ich auf den Ausweis keinen Wert mehr lege und die bereits geleistete Zahlung zurück gefordert. Liebe dgti, so geht es NICHT.
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 22 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 13. Sep 2019, 22:32

Hey Momo,

ganz ehrlich...ich kann Dich verstehen und ich hätte genau so gehandelt wie Du. Tröste Dich, ich hatte bis zur VÄ / PÄ auch keinen dgti Ausweis (knapp 3 Jahre) und im Nachhinein weiß ich, das ich auch keinen gebraucht hätte.

Liebe Grüße
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 23 im Thema

Beitrag von Momo58 » Di 24. Sep 2019, 18:36

Ich freue mich. Zum nächsten Therapietermin bekomme ich die Indikation für die HRT. Die Kostenübernahme für die begleitende Therapie liegt auch vor. Nach Beginn der HRT stelle ich dann den Antrag auf VÄ/PÄ. Blöd ist nur, dass das für mich zuständige Amtsgericht Wert darauf legt, eigene Gutachter zu bestimmen. Ich werde trotzdem 2 Gutachter vorschlagen. Der Trans-Lebenslauf ist fertig. Die ersten Schritte sind getan, jetzt kann der Marathonlauf beginnen.
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 24 im Thema

Beitrag von Momo58 » Do 10. Okt 2019, 11:57

Nachdem bei dem dgti-Ausweis alles schief gelaufen ist, brauche ich ihn auch nicht. Das zwingt mich, mich selbst zu erklären und das wiederum stärkt mein Selbstbewusstsein. Ich hatte wegen diesem Ergänzungsausweis mehrere Auseinandersetzungen mit der dgti. Den Ausweis hatte ich bereits im Juni bezahlt aber trotz Zahlungsnachweis nie bekommen. Auch die Rückforderung des bereits gezahlten Betrags war erfolglos. Ich finde das Verhalten der dgti einfach unseriös.

Hatte ein längeres Gespräch mit meiner Frau. So konnte die ein oder andere Unstimmigkeit zwischen uns geklärt werden. Es ist eben so, dass sie sich allein gelassen fühlt und es für Angehörige noch weniger Hilfen gibt, als für uns Betroffene. Ich beziehe sie in meine Begleitende Therapie mit ein, so kann sie alle Veränderungen schrittweise miterleben. Die Liebe ist halt durch die lange verdrängte Transidentität stark belastet worden.
Was soziale Kontakte angeht, bin ich offen nach fast allen Bereichen, außer Rechtsextremismus. Speziell geht es mir um private Kontakte zu anderen Betroffenen. Ich hätte da vor kurzem einen Kontakt haben können, aber ich kannte die Gabi erst seit zwei Treffen in der Selbsthilfegruppe. Ich wollte ein Treffen erst mal auf neutralem Boden und schlug ein Bioland-Café vor, welches auf halbem Weg von uns beiden gewesen wäre. Aber sie wollte nur ein Treffen bei sich zuhause. Das werde ich aber erst machen, wenn ich sie länger kenne.

Gestern hatte ich Therapietermin. Ich fragte nach der Indikation wegen der Hormonbehandlung. Die Therapeutin meinte, sie gibt die Indikation erst, wenn der zweite Termin beim Endokrinologen war. Ich finde das schon etwas befremdlich, denn sie hätte mir die Indikation auch gleich mitgeben können. Auch die Fangfragen bezüglich meiner Kindheit zielten darauf ab, festzustellen ob ich einen eher männlichen oder eher weiblichen Anteil habe. Teilweise fand ich die Therapeutin ein wenig manipulativ, was ich aber nicht zugelassen habe. Ich bin eine starke, elegante, ältere Frau mit einem hohen Maß an emotionaler Intelligenz. Daran kann niemand etwas ändern. In der Kindheit bekam ich diese weibliche Stärke durch meine Oma und die brauchte ich auch, da mein Vater zwar materiell reich war, aber emotional nur die Flasche Jägermeister und Eckes Edelkirsch zum Freund hatte. Es gibt zwar eine Erklärung für seine Suchtmittel, aber das rechtfertigt nicht, was er mir mit seinem narzisstischen Missbrauch angetan hat. Er hat seine Todesangst bei einem russischen Angriff als Kindersoldat der Hitlerjugend im 2. Weltkrieg nie verarbeitet. Meine Mutter war zu schwach um mit mir zu flüchten. Als Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr und auch sonst suchte ich verzweifelt nach einer Vaterfigur, nach einer Möglichkeit ein ganzer Kerl sein zu können, aber ich scheiterte, weil mein Gehirn nun mal eine Frau ist. Als ich gerade mal volljährig wurde, suchte ich mir eine Frau; wir waren viel zu jung, heirateten, als meine Frau gerade mal 17 Jahre alt war und bekamen ein Kind, welches wir nicht ernähren und schon gar nicht erziehen konnten. Das Jugendamt half uns dann eine geeignete Adoptivfamilie zu finden. Auch der Kontaktabbruch zu meiner Herkunftsfamilie war Thema. Ich suchte ein letztes Mal das Gespräch mit meinem Vater. Er hat sich für sein Verhalten mir gegenüber weder entschuldigt, noch war er einsichtig; er lachte mich sogar dafür aus, dass ich das Gespräch mit ihm suchte. Er machte mir sogar Vorwürfe, weil ich meiner Mutter nach ihrem ersten Hirnschlag das Leben rettete. Ich war damals 15 Jahre alt und es wäre seine Aufgabe gewesen, aber er hätte sie im Suff lieber verrecken lassen. Nach dem Gespräch hatte ich Klarheit und habe den Kontakt für immer abgebrochen. Das war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich ging nicht mal auf seine Beerdigung. Einige Monate später ging ich mit einem Hassbrief an das Grab und verbuddelte einen Großteil meines Hasses.
Nun ja, die Therapeutin wollte ein paar Fotos aus meiner Kindheit haben. Ich hätte sie ihr gerne gegeben, wenn mein Vater wenigstens ein paar übrig gelassen hätte. Er hat in der Wut neben vielen Unterlagen für das Finanzamt auch alle Fotos aus meiner Kindheit vernichtet. Fast hätte er dabei das ganze Haus abgefackelt und das Finanzamt holte sich trotzdem was er dort schuldig war. Was brauche ich diese Fotos? Ich habe ja meine Erinnerungen in meinem weiblichen Gehirn. Die Erinnerungen an die Zeit bei Oma waren durchweg positiv, die Erinnerungen an das Elternhaus waren überwiegend negativ. Da meine Eltern sich regelmäßig gezofft hatten, bemerkten sie gar nicht, dass ich kein Junge war, sondern lieber ein Mädchen gewesen wäre. Nicht einmal Hinweise aus dem Kinderhort oder der Schule halfen da weiter.
Ich frage mich nun, was die Therapeutin bezwecken wollte. Will sie nur prüfen, ob ich wirklich transident bin, oder will sie mich auf die blöden Fragen von Gutachtern oder Richtern vorbereiten. Eigentlich muss ich mich das aber gar nicht fragen, denn ich selbst weiß ja, wer ich bin.
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 25 im Thema

Beitrag von Anja » Do 10. Okt 2019, 12:29

Moinsen (moin)
Momo58 hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 11:57
Ich frage mich nun, was die Therapeutin bezwecken wollte.
Therapeuten sind auch nur Menschen. Und meine z.B. empfand ich nicht als besonders fähig. Eher im Gegenteil. Da ich nur auf die Indikation der Hormone aus war, hab ich die Threapie eigenmächtig abgebrochen, nachdem ich die bekommen hatte.
Die Therapeutin wollte mich behalten und hat noch versucht weitere Termine herbeizudiskutieren. Aber ich hatte da keinen Bock mehr drauf...
Ich hatte ja keine psychischen Baustellen und wenn ich welche gehabt hätte, hätte die mir sicher nicht geholfen.

Grüße
die Anja
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 26 im Thema

Beitrag von Momo58 » Fr 11. Okt 2019, 18:26

Ich schon wieder. Hatte heute Termin beim Endokrinologen. Kurze Email zwischen ihm und meiner Therapeutin und schon hatte er die Indikation auf dem Bildschirm. Dann erfolgte die Anamnese, Blutabnahme und Ultraschalluntersuchung, Lungenfunktionstest und Blutdruckmessung. Die Besprechung erfolgt nächste Woche. Der Arzt meinte, wenn die Blutwerte in Ordnung sind, befürwortet er eine gegengeschlechtliche Hormonbehandlung. Er vergewisserte sich, ob noch genug Estradiol vorrätig ist. Es kann also bald losgehen.
Den Translebenslauf und den Antrag für das Gericht auf Pä/Vä habe ich schon vorbereitet. Nächsten Monat bekomme ich von meiner Therapeutin eine Gutachterliste. Zwischenzeitlich kann ich mir noch eine Geburtsurkunde besorgen und den Personalausweis kopieren. Wenn ich die Hormonbehandlung gut vertrage, geht der PÄ/VÄ-Antrag ans Gericht.
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 27 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 11. Okt 2019, 18:49

Momo58 hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 18:26
Wenn ich die Hormonbehandlung gut vertrage, geht der PÄ/VÄ-Antrag ans Gericht.
Hallo Manuela,

entschuldige, aber ich habe Deine Beiträge immer nur mal gestreift und nicht im Detail verfolgt. Daher vielleicht eine Frage die Du schon mal beantwortet hat: Warum gibt es diese Abhängigkeit von Hormonbehandlung und Nä/PÄ bei Dir. Aus meiner Sicht ist beides erst einmal unabhängig. Würdest Du auf die NÄ/PÄ verzichten, wenn die Bluwerte etwas negatives sagen? Das würde mich interessieren, wenn die Frage erlaubt ist.

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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 28 im Thema

Beitrag von Momo58 » Fr 11. Okt 2019, 18:59

Es ist meiner Meinung nach erst mal unabhängig, aber ich glaube mal, dass es in Abhängigkeit leichter ist eine PÄ/VÄ bewilligt zu bekommen. ABER: glauben heißt nicht wissen.
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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 29 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 11. Okt 2019, 19:17

Momo58 hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 18:59
Es ist meiner Meinung nach erst mal unabhängig, aber ich glaube mal, dass es in Abhängigkeit leichter ist eine PÄ/VÄ bewilligt zu bekommen. ABER: glauben heißt nicht wissen.
Vielen Dank für Deine Antwort. Das habe ich nämlich anders verstanden.
Der Richter wird sich aber in der Regel auf die Gutachter verlassen und die sollten wissen, dass es Gründe gibt, seinen Weg auch ohne Hormone zu gehen.
Viel Erfolg auf Deinem Weg!

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Re: Manuelas neuer Alltag

Post 30 im Thema

Beitrag von ascona » Fr 11. Okt 2019, 23:08

Hallo Manuela,
das war jetzt nur ein Randthema in deinem Bericht, aber hat mich irritiert :
Momo58 hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 11:57
Speziell geht es mir um private Kontakte zu anderen Betroffenen. Ich hätte da vor kurzem einen Kontakt haben können, aber ich kannte die Gabi erst seit zwei Treffen in der Selbsthilfegruppe. Ich wollte ein Treffen erst mal auf neutralem Boden und schlug ein Bioland-Café vor, welches auf halbem Weg von uns beiden gewesen wäre. Aber sie wollte nur ein Treffen bei sich zuhause. Das werde ich aber erst machen, wenn ich sie länger kenne.
Treffen "auf neutralem Boden" - das wird allgemein empfohlen bei Partneranbahnung, wo man bis dahin nur per Internet oder Telefon in Kontakt stand. Ich würde auch einen Finanzberater oder Versicherungsagent nicht zu mir in die Wohnung lassen.
Aber eine Person, die du in einer SHG schon persönlich kennen gelernt hast ? Da ist bei dir aber viel Mißtrauen im Spiel. Ich könnte sofort verstehen, wenn du sagst 'die ist mir unsympathisch, will ich nicht treffen' ! Das wär ganz normal.
Bei einem Treffen unter TV/TS beredet man doch sehr persönliche Dinge, das geht nur wenn man schnell Vertrauen fasst, dazu brauche ich nicht den Schutz eines öffentlichen Lokals. Außerdem finde ich es nett, wenn Gastfreundschaft angeboten wird. (cof) (Torte)
Ich will das jetzt nicht überbewerten. Ist mir nur so aufgefallen.
)))(: ascona

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