"Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Rabea-Marie
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"Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 1 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Mi 5. Jun 2019, 12:53

Hallo alle zusammen!

Da auch Toni in seinem aktuellen Thread diesen Begriff benutzt hat, ich aber selbigen nicht kapern wollte, würde ich gerne hier mit euch darüber diskutieren.

Diverse Zeitungen und Online-Medien haben den "Transtrend" bereits zu ihrer Headline gemacht. Immer in Bezug auf Kinder und Jugendliche, häufig mit denen, welche trotz Transition nicht glücklich wurden bzw. dies als den größten Fehler ihres Lebens darstellen.
Soweit so gut. Informationen sollten steht's in beide Richtungen gehen. Weder möchte ich den Schildernden etwas absprechen, noch unterstellen!

Die Gefahr lauert hier in den Kommentarspalten besagter Medien. Dort wird einem doch recht deutlich wie wenig der größte (oder lauteste) Teil der Gesellschaft über Transmenschen weiß... Mussten sich früher Betroffene und/oder Unterstützer bei eher selten aufkommenden Trans-Artikeln "nur" dagegen erwehren "einen an der Waffel zu haben". Schlägt der Begriff "Transtrend" neue Wellen...
Ich möchte nicht als Mitläufer_in eines Trends gesehen werden, so wie Emo und Hipster mal Trend war. Schlimmer aber noch als das ist der Tenor "Transmenschen zerstören das Leben unserer Kinder und Jugendlichen". Der Transmensch wird zum verhassten Trendsetter, welcher die nachfolgenden Generationen dazu ermutigt "sich verstümmeln" zu lassen.

Waren häufigere Berichterstattung über Transmenschen erst der Beginn einer neuen Akzeptanz in der Gesellschaft, schlägt diese mit dem erstarken des Begriffs "Transtrend" ins genaue Gegenteil um.

Vielleicht bin ich auch wieder nur zu paranoid...

Wie sind eure Meinungen dazu?

LG Rabea

Edit. Ich hab mal das "echte" aus dem Titel entfernt. Ich denke nicht dass jemand der sich für solch einen Artikel zur Verfügung stellt nicht zumindest davon überzeugt war/ist betroffen zu sein.

Jasmin_35
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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 2 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 » Mi 5. Jun 2019, 13:25

Wenn ich das Wort Transtrend und den Zusammenhang mit dem es gebraucht wird schon höre, wird mir einfach nur schlecht. Das stellt doch alle, die sich für den zweiten Weg entscheiden wieder hin, als wären es nur mitläufer, die irgendwas hinterher laufen und würdigt das echt Problem komplett herab. Solche Schlagworte werden nur von dummen Menschen gebraucht, die wieder irgendwas suchen, um ihre flache Erde zu erklären. Es tut mir leid das ich es so hart sagen muss, aber mich bringt das Wort echt komplett auf die Palme.

Ich habe 3 Nachbarn mit jüngeren Kindern. 2 von denen, nachdem ich ihnen erzählt habe, was mit mir nun passiert haben gleich offen gesagt, das sie es ihren Kindern nicht vorenthalten wollen, damit sie von anfang an tolerant mit allen Arten von Menschen aufwachsen, was ich für den absolut richtigen Weg halte. Selbst für mich in der Kindheit (80er Jahre) gab es keine dicken und dünnen, großen und kleinen, europäisch oder asiatisch aussehenden Menschen, sondern es gab einfach andere Menschen, wertfrei und das sehe ich heute noch so. Den mehr oder minder einzigen Unterschied, mach ich bei Mann oder Frau, aber dies ist bei mir völlig Wertfrei, Frauen und Männer sind für mich auch gleich, jeder darf alles machen und werden z.b.
Den einzigen großen Unterschied den ich mache, sind intolerante und tolerante Menschen, einfach aus dem Grund, weil ich intoleranz schwer nachvollziehen kann, bzw kaum bis gar nicht verstehe, besonders wenn man anderen nichts wegnimmt oder weh tut.

Kommen wir zu den verbleibenden Nachbarn, von denen ich eben noch nicht geschrieben habe. Die wollen ihren Kindern (noch) nichts erzählen, obwohl meine Veränderungen nun mehr als deutlich sichtbar und die Kinder (9 und 11 jährige Mädchen) auch schon nachfragen, warum ich Mädchensonnenbrillen trage, lackierte Fingernägel habe oder so lange Haare hab. Die wollen denen nichts erzählen, weil sie glauben, das sich die Kinder in einer schwierigen Phase befinden und sonst noch an sich selbst zweifeln könnten. Das respektiere ich noch bis zu einem gewissen Grad. Allerdings ist es, meiner Meinung nach, völlig schädlich für Kinder sich so als Elternteil zu verhalten, nur weil man selber mit etwas vielleicht noch nicht so richtig klar kommt. Da werden von vornherein intolerante Kinder herangezogen, die am Ende alles ablehnen, was nicht der Norm entspricht, anstatt einfach die tatsachen auf den Tisch zu legen und mit den Kindern darüber zu reden. Ich glaube kaum, das meine Umwandlung eine negative Auswirkung auf die Kinder haben wird und die dann morgen Jungs sein wollen.

Ich bin jetzt etwas abgeschwiffen, vom eigentlichen Thema. Aber ich sags nochmal, nur weil jetzt etwas medialer Präsenter ist, ist es noch lange kein "Trend", weil mehr und mehr Menschen aus sich herauskommen können und es gesellschaftlich akzeptabeler geworden ist. Ich bin sicher auch keine Mitläuferin bei irgendwelchen Trends, sondern bin eine mündige Erwachsene, die ihre Entscheidungen für sich alleine treffen kann, mit allen konsequenzen. Kinder können das vielleicht nicht, haben aber auch mehr Zeit darüber nachzudenken und sich Hilfe zu holen. Trittbrettfahrer wird es immer geben, egal bei welchem Thema.

Der eigentliche Trend ist eher, das die Gesellschaft offener wird und leute neue, nicht traditionelle Lebensentwürfe ausleben und einige (zumeist ewiggestrige konservative) haben einfach ein Problem damit, weil die Welt nicht mehr so schön schwarz und weiß ist, wie in den 50ern oder 70ern. Die wird es immer geben, aber eins ist auch klar, die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen, egal wie sehr man sich bemüht und egal wie mächtig man ist.
Liebe Grüße Jasmin

P.S.: Ja, die Haare sind echt :D (weil ich inzwischen dauernd überall gefragt werde ;))

Nicole Doll
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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für echte Betroffene?

Post 3 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mi 5. Jun 2019, 13:46

Hallo Rabea-Marie,

da ich mich irgendwo zwischen den Geschlechtern einordne, habe ich einen anderen Blick auf diese Thematik als jemand der/die sich gemäß der binären Definition vollständig im anderen Geschlecht wieder findet. Ich sehe hier ein gutes Stück genauso auf Trans-Menschen, wie es auch die große Cis-Mehrheit tut. Und da sehe ich durchaus - und ohne den Gedanken an irgendwelche Hetze - die Gefahr, dass sich jemand wie eine magersüchtige Frau, die dem Schlankheitswahn in den Mode nach eifert, als trans definiert und mit dem Mut der Verzweiflung konsequent den Trans-Weg bis zum Ende geht.

Wenn ich als Mann in den Spiegel sah, war da immer ein dummes kleines, abartig hässliches A..Loch, das ich nicht leiden konnte. Und das hatte mit der Realität genauso wenig gemeinsam, wie das viele Fett, das eine Magersüchtige ständig an ihrem ausgezehrten Körper entdeckt. Was hätte ich also gemacht, wenn ich mich bereits während der Pubertät geoutet hätte. Da wäre der Wunsch sicherlich groß gewesen endlich als Frau in diese Gesellschaft hinein zu passen. Wäre ich aber nach der Transition glücklich geworden? - So wie ich heute empfinde ganz bestimmt nicht!

Es gibt einige hier im Forum, die nach der Transition nicht zufrieden sind. Und aus meinem Empfinden heraus vermute ich da eine recht große Dunkelziffer. Wer verzweifelt ist und sein Leben als gescheitert betrachtet, zieht sich - wie ich als Mann - in die Einsamkeit zurück.

Wenn man uns Non-Binäre nicht erst nimmt und uns unterstellt nur einem "Transtrend" zu folgen, gibt denen Wasser auf die Mühlen, die Transidentität generell als Unsinn betrachten und von einer Krankheit sprechen, die weg therapiert werden sollte. Meiner Meinung nach kommen wir hier nur weiter, wenn wir uns alle in unseren Köpfen endlich von dem ausgrenzenden binären Schubladendenken verabschieden. Wenn ich meine wahre Identität auch außerhalb von Mann oder Frau erkennen kann ohne zu glauben irgendwie einem vorgegebenen Weg oder "Trend" folgen zu müssen, hat sich dieses Thema erledigt.

LG Nicole
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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 4 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mi 5. Jun 2019, 14:12

Mina_35 hat geschrieben:
Mi 5. Jun 2019, 13:25
weil die Welt nicht mehr so schön schwarz und weiß ist, wie in den 50ern oder 70ern.
Hallo Mina

In den 50ern ja. In den 70ern waren wir bereits weiter als heute. Nur ich war da noch ganz vom Denken meiner Eltern geprägt und erkannte es nicht. Ich sah da nur Kommunismus und RAF, womit ich nichts zu tun haben wollte. In den 80ern drängten mich dann Bundeswehr und Ingenieur-Studium in die traditionelle Rolle hinein. Das ging dann so lange "gut", bis ich mit über 40 immer noch nicht mein "Glück" mit Familie und Kindern gefunden hatte.

LG Nicole
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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 5 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Mi 5. Jun 2019, 15:09

Rabea-Marie hat geschrieben:
Mi 5. Jun 2019, 12:53
Hallo alle zusammen!

Da auch Toni in seinem aktuellen Thread diesen Begriff benutzt hat, ich aber selbigen nicht kapern wollte, würde ich gerne hier mit euch darüber diskutieren.

Diverse Zeitungen und Online-Medien haben den "Transtrend" bereits zu ihrer Headline gemacht. Immer in Bezug auf Kinder und Jugendliche, häufig mit denen, welche trotz Transition nicht glücklich wurden bzw. dies als den größten Fehler ihres Lebens darstellen.
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Die Gefahr lauert hier in den Kommentarspalten besagter Medien. Dort wird einem doch recht deutlich wie wenig der größte (oder lauteste) Teil der Gesellschaft über Transmenschen weiß... Mussten sich früher Betroffene und/oder Unterstützer bei eher selten aufkommenden Trans-Artikeln "nur" dagegen erwehren "einen an der Waffel zu haben". Schlägt der Begriff "Transtrend" neue Wellen...
Ich möchte nicht als Mitläufer_in eines Trends gesehen werden, so wie Emo und Hipster mal Trend war. Schlimmer aber noch als das ist der Tenor "Transmenschen zerstören das Leben unserer Kinder und Jugendlichen". Der Transmensch wird zum verhassten Trendsetter, welcher die nachfolgenden Generationen dazu ermutigt "sich verstümmeln" zu lassen.

Waren häufigere Berichterstattung über Transmenschen erst der Beginn einer neuen Akzeptanz in der Gesellschaft, schlägt diese mit dem erstarken des Begriffs "Transtrend" ins genaue Gegenteil um.

Vielleicht bin ich auch wieder nur zu paranoid...

Wie sind eure Meinungen dazu?

LG Rabea

Edit. Ich hab mal das "echte" aus dem Titel entfernt. Ich denke nicht dass jemand der sich für solch einen Artikel zur Verfügung stellt nicht zumindest davon überzeugt war/ist betroffen zu sein.

Welche Medien machen denn Transtrend zu ihrer headline? Auf die schnelle hab ich jetzt nix gefunden aber vielleicht hast du ja mehr glück.

Rabea-Marie
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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 6 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Mi 5. Jun 2019, 15:25

Hallo Toni!

Welt+ zb... Das lesen der Kommentarspalten war, nachdem dieser Begriff nun schon häufiger gefallen ist, der Anlass für mich diesen Thread zu erstellen.

Ich habe deinen Thread an der Stelle erwähnt weil ich erst überlegt hatte den Beitrag dort hinein zu schreiben. Da es dort aber um dich selbst geht und noch viel mehr Drumherum wollte ich ihn eben nicht "kapern".

Wenn du dich angegriffen fühlst und ich nicht deutlich genug geschrieben habe dass es mir nicht um mehr geht als das, tut es mir leid!

LG Rabea

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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 7 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Mi 5. Jun 2019, 15:27

Ein Trend ist ja auch nicht schlimm. Er gehört zum Prozess der Entwicklung dazu. So wie Gothic und Punk auch ein Trend war und s7ch zum Lifestyle/Lebensstil entwickelt hat.

Non-Binär sehe ich da in der gleichen Tradition. Es geht jetzt darum die Geschlechtsnormen zu öffnen und das ist gut so, diese Entwicklung gehört dazu. Es wird dann nach diesem Trend eine Anzahl von Leuten geben die daraus einen Lebensstil kreieren und damit den Mainstream erweitern.

Das ist doch wunderbar. Mein Problem ist eher das Leute Detransition klein Reden und damit den Transphoben das Thema überlassen und das führt eher zum Backlash als offen mit Detransition und Genderkritik umzugehen.

Natürlich muss man auch schauen was damit alles verbunden ist und die Schönheitsideale des Kapitalismus sind kritisch zu beurteilen, weil sie ungesunde Verhältnisse zu unseren Körpern erschafft.

Lasst euch begriffe nicht abnehmen, sondern nimmt sie auf.

juli
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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 8 im Thema

Beitrag von juli » Mi 5. Jun 2019, 19:41

Moin Moin,

ich habe den Artikle am WE auch gelesen, und fand ihn wichtig.

https://www.welt.de/wissenschaft/plus19 ... hsels.html

Ich finde auch das Trans immer mehr in den Medien zum Thema wird, bzw. in den Focus gerückt wird.
Von mir aus nennt das nun "Trend".

> Trend Definotion Wiki
"Ein Trend ist eine systematische Zunahme oder systematische Abnahme in einer Zeitreihe...
Trends gibt es überall dort, wo ein Bezugswert sich verändern kann und aus dieser Veränderung eine Entwicklungsrichtung entsteht...
Trends sollen dem Analysten Auskunft über Entwicklungen eines Bezugswerts innerhalb eines bestimmten Zeitraumes und/oder Ortes geben, um hieraus Erkenntnisse über bestimmte Vorgänge gewinnen zu können"

Natürlich wir das nun von allen Seiten beleuchtet, und zu jeder passenden Gelegenheit kommt eine neuen Perspektive dazu.
REtransition ist eben ein weiterer Blickwinkel der das Gesichtsfeld vergrößert.

Wie Toni schreibt, sind Trends erst mal eine gute Sachen, weil sie bestehende Konventionen verändern.
Sie können der Kathalysator für Veränderungen sein.
Somit würde ich den "Trans-Trend" mit allen seinen Perspektiven erst mal begrüßen.
Klar gibt es auch Standpunkte die ich nicht für gut heiße, aber das gehört eben auch zu einem differenzierten Gesamtbild.

Es ist an uns nun private, persönliche Statements zu setzen.
So wie Mina das auch mit Ihren Nachbarn beschreibt, und aktiiv in Beziehung tritt werden wir die Welt verändern.
Wir sollten den "Trend" nicht nur den Zeitungen überlassen, sondern unsere Mitmenschen durch persönliche Begegnung "mitnehmen".
Es reicht eben nicht sich untereinander zu bestätigen, wir sollten offen mit dem "Trend" umgehen.
So erreichen wir hoffendlich langfristig eine offenen tolerante Gesellschaft.

PS.
Ich habe heute im Radio einen Bericht über die rassistischen Anfeindungen gegenüber Juden gehört (auch ein Trend!)
Es wurde zum WE mit dem "Kippa Tag" (Focus in Berlin) zur Solidarität ausgerufen.
Jeder sollte als Statement am Sa Kippa tragen.
Aufrufe in den Medien gab es hierzu genug ... nur keiner hat mitgemacht ... es hat die Leute einfach nicht interessiert!
"Trend" hin oder her, es wird sich nichts auf der Welt ändern wenn wir es nicht (zu welchem Thema auch immer) mit persönlichen Begegnugen tun.
Zum Glück ist der CSD vom Trend zu einem festen Ereigniss herangewachsen und wir werden gesehen!

In diesem Sinne
Tragt Kippa, redet mit den Nachbarn oder geht sonst wie in Beziehung mit eurerm Umfeld!
(stimmsts Anja? ; dein Bericht von deiner ersten Freundin macht nicht nur dich glücklich und verändert Dinge im Kopfl ;-)

liebe Grüsse Juli
Ohne Regen keinen Regenbogen

Toni Smith
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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 9 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Mi 5. Jun 2019, 19:49

Schade den Bericht hätte ich mir auch gerne angeschaut. Es gibt sehr wenig Detransitionsberichte in den Medien und jetzt ist ja seit ein paar Monaten leider die gesamte Mainstreampresse nur noch durch Bezahlung zu nutzen. Was natürlich dumm ist, weil dadurch Tür und Tor für Psydonachrichten alla RT Deutsch geöffnet werden.

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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 10 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mi 5. Jun 2019, 20:31

Der "Trend" ist, dass jetzt auch die aus dem Schrank kommen, die vorher wegen des größeren Drucks und ohne positive Vorbilder weiter an ihrer Inkongruenz mit der zugewiesenen Rolle gelitten hätten. Wir nähern uns also langsam der tatsächlichen Häufigkeit an, so wie bei linkshändigen, homosexuellen und nicht-religiösen Menschen, sobald die Umgebungsgesellschaft mittels mehr oder weniger Druck darauf hingewiesen wurde, dass sie da nullkommakeine Berechtigung zu Repressionen haben.

Meine Hoffnung ist, damit dem ganzen Thema endlich den Aufwand zu nehmen. Aktuell wird mir - von anderen, eigentlich nicht betroffenen - zu viel Aufwand und Problem aus der simplen Tatsache gemacht, dass Menschen sich anders einordnen, anders kleiden, ihren Körper für mehr Zufriedenheit verändern. Statt es einfach genau so einfach zu akzeptieren wie die Haare zu färben.

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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 11 im Thema

Beitrag von VanessaL » Do 6. Jun 2019, 09:05

Hallo,

ein Trend ist ja erst mal nichts anderes als eine Aufzeichnung von Werten und damit die Abbildung einer Entwicklung. Da gibt es normalerweise nichts positives oder negatives. Es ist neutral. Die Frage woher die Daten kommen und wie man sie interpretiert ist dann ein ganz andere Baustelle.
Ob Trans ein Trend ist wage ich persönlich zu bezweifeln, möchte da aber auch keine Diskussion lostreten, die ich selbst nicht füttern kann.

Was mir aber sehr wichtig scheint, ist eine Aussage von Toni, in der er andeutet, geschlechtliche mit sexueller Identität verwechselt zu haben und so in die Transition gekommen ist. Und genau das ist ein wichtiger Punkt! Junge Menschen auf der Suche nach sich selbst, also z.B. in der Pubertät, sind oftmals alleine gelassen und völlig uninformiert was geschlechtliche Vielfalt und sexuelle Identität ist und bedeutet!
Hier gibt es ein Vakuum im Bildungs- und Erziehungsauftrag! Weder Bildungseinrichtungen noch Elternhäuser haben nur annähernd den „Schuss“ gehört!
Ausnahmen bestätigen die Regel, betreffen dann aber auch meist nur die „Betroffenen“- Und nun ja, wen wundert es, wenn man sich die Grabenkämpfe um Gleichberechtigung, Ehe für alle oder jetzt das TSG in Erinnerung ruft.
Nein, Wandel kann nur durch die Gesellschaft an sich erfolgen. Wir haben quasi die Pflicht uns zu zeigen und öffentlich zu leben, weil sich sonst nichts ändern kann! Und damit meine ich die ganze Palette von Queeren und bunten Menschen. Zumindest die, die stabil genug sind, gesellschaftlichen Druck und eigene Ängste zu ertragen! Ob man das dann Trend nennt? Das ist mir relativ egal! Ich bin inhaltlich bei Jaddy.

Liebe Grüße
Vanessa
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

Wir brauchen mehr Gelassenheit und weniger Binärität.

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Re: "Transtrend" die neue Gefahr für Betroffene?

Post 12 im Thema

Beitrag von Cybill » Do 6. Jun 2019, 12:37

@Toni Smith.
Es tut mir leid für dich, dass du mit deiner Idee des Seins nicht glücklich geworden bist. Ich finde auch, dass dein Beispiel wichtig ist, um die Euphorie nach Outing und ersten positiven Erfahrungen in vernünftigen Grenzen zu halten.
Dennoch ist es wichtig zu verstehen, dass eine Transition bereits kein alltägliche Sache und eine Detransition gleich gar nicht.
Es ist nicht so, dass Trans ein Trend ist, sondern, dass wir sichtbarer sind. Schon schizophren, wenn wir auf der einen Seite den Internationalen Tag der Trans-Sichtbarkeit begehen und auf der anderen Seite hier über einen Trend diskutieren, der keiner ist.

Grüße
Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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