und es hat "Zoom" gemacht
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Vicky_Rose
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und es hat "Zoom" gemacht

Post 1 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 23. Mai 2019, 08:32

Guten Morgen in die Runde,

irgendwie hat es gestern in meine Kopf einen "Ruck" gegeben, von dem ich Euch erzählen möchte.

Ich hatte beruflich in Südbaden zu tun und wollte die Gelegenheit nuzten am Nachmittag en femme nach Hause zu fahren und mir endlich einmal in Roppenheim das Outletcenter anzuschauen. Danach war geplant in Rastatt noch ein paar Sachen für mein Hausbau einzukaufen. Aber es kam ganz anders ...

Ich wusste, dass mir noch einige km stockenden Verkehr vor mir lagen und so beschloss ich, noch schnell einmal auf Toilette zu gehen. Keine schlechte Idee, denn en femme im stockenden Verkehr dringend zu müssen, ist sicher nicht angenehm. Vielleicht hat mich das vor einem Unfall bewahrt, vielleicht hat es mich aber auch in eine Situation gebracht, die ich nie und nimmer erwartet hätte. Als ich wieder losfuhr, dauerte es nicht sehr lange, geriet ich ein einen heftigen Stau, der mit dem stockenden Verkehr nichts zu tun hatte. Die Autobahn wurde wegen eines schweren Unfalls gesperrt. Rettungshubschrauber, über 20 Einsatzfahrzeuge, das ganze Programm eben. Und ich stand en femme mitten im Stau. Ich bewege mich schon recht selbstsicher in der "anonymen Öffentlichkeit" und so hatte ich auch keine Probleme damit. Es dauerte 2 Stunden, bis es weiter ging. Ich stand auf der mittleren Spur und wollte mein Auto starten, aber nichts tat sich mehr. Nur noch ein leises "Klack-klack-klack" kam aus dem Armaturenbrett.

Ein LKW-Fahrer neben mir, der das mitbekommen hat, meinte, ich solle kurz das Auto ausmachen und abschließen und es nochmal probieren. Es klappte nicht. Da wurde mir klar, was passiert ist. Die Batterie ist jetzt schon über 7 Jahre alt und ich habe sie überlastet, da das Radio lief und ich leider die Zündung zu weit gestellt hatte und so das Licht brannte. Das gab ihr den Rest.

Was tun ? Ich versuchte, das Auto an den Rand zu schieben, um kein Hindernis mehr zu sein. Das muss schon ein interessantes Bild gewesen sein: Eine Frau schiebt ein 1,6 t-Auto an den Straßenrand. Doch da passierte etwas, was mir noch immer durch den Kopf geht. Ich bekam sofort Hilfe durch andere beim Schieben. Er sprang zwar damit noch nicht an, aber ich war wenigstens auf dem Seitenstreifen. Eine weitere Frau kam auf mich zu und bot mir tatkräfig Hilfe an. sie drehte ihr Auto, gab mir Starthilfe, was auch geklappt hat. Ich konnte mich gerade noch sehr erleichtert bedanken.

Das für mich Beeindruckende war, wie selbstverständlich und freundlich mir Hilfe angeboten und gegeben wurde. Da war keine Spur von Verwunderung oder ähnlichem zu spüren. Es war einfach nur eine ganz "normale" Situation. Hinterher war ich ganz zittrig. Ob vor Aufregung oder weil mein Körper gespürt hat, dass da etwas in mir vorgegangen ist, weiß ich nicht, aber heute Morgen merke ich, dass ich noch selbstverständlicher en femme zur Arbeit gehe. Ich mache das schon ziemlich lange, da ich mindestens die erste Stunde alleine im Haus bin. Dann ziehe ich mich um, da ich nicht geoutet bin. Ich habe mich schon öfters gefragt, was ich denn machen würde, wenn wider Erwarten doch jemand früher im Haus ist. Ich merke, wie ich durch mein Erlebnis von gestern auf einer anderen Ebene angekommen bin. Es wird mehr und mehr selbstverständlicher. So dass ich diese Frage heute viel unbefangener beantworten kann.

Und wärend ich en femme diese Zeilen schreibe (ok, ich schreibe gelegentlich auch im Büro :oops: ), kommt mein Kollege ins Zimmer, der normaleweise erst nach 9 Uhr kommt (es war gegen 7 Uhr). Ich habe angenommen , dass er heute nicht ins Büro kommt, da er auf Dienstreise geht. Er setzt sich ganz normal an seinen Schreibtisch und beginnt zu arbeiten. Ich bat ihn, mich ein paar Minuten alleine zu lassen und einen Kaffee trinken zu gehen. Ich zog mich um und bin dann auch in unsere Küche gegangen, um ihn zu holen. Wir haben uns noch etwas fachlich diskutiert und das war es dann. Ich weiß, dass er kein Schwätzer ist und dem Klatsch frönt. Aber ich nehme das zum Anlass, mich teilweise in Haus zu outen. Ich merke, wie mich diese Heimlichtuerei immer mehr belastet.

Es ist seltsam, aber ich fühle mich heute ganz anders als jemals zuvor. Auf der einen Seite bin ich sicherer, auf der anderen habe ich Angst, dass jetzt in einen Strudel geraten bin, der mich nicht mehr los lässt. Aber vielleicht ist es ja auch gut so ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 2 im Thema

Beitrag von Anabelle » Do 23. Mai 2019, 09:06

Hallo liebe Vicky,
das hört sich ja zunächst wie der ultimative Albtraum an.
Dann die Wendung zum Wunderbaren, die Hilfsbereitschaft zu erleben, ganz selbstverständlich, ohne Kommentare zu Deiner Erscheinung.
Was für eine schöne Erfahrung !
GLG, Anabelle :)

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 3 im Thema

Beitrag von lexes » Do 23. Mai 2019, 09:23

Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 08:32
irgendwie hat es gestern in meine Kopf einen "Ruck" gegeben, von dem ich Euch erzählen möchte.
.....
Ein LKW-Fahrer neben mir, der das mitbekommen hat, meinte, ich solle kurz das Auto ausmachen und abschließen und es nochmal probieren.
......
Ich bekam sofort Hilfe durch andere beim Schieben. Er sprang zwar damit noch nicht an, aber ich war wenigstens auf dem Seitenstreifen. Eine weitere Frau kam auf mich zu und bot mir tatkräfig Hilfe an. sie drehte ihr Auto, gab mir Starthilfe, was auch geklappt hat. Ich konnte mich gerade noch sehr erleichtert bedanken.
....
Das für mich Beeindruckende war, wie selbstverständlich und freundlich mir Hilfe angeboten ....
....
Aber ich nehme das zum Anlass, mich teilweise in Haus zu outen. Ich merke, wie mich diese Heimlichtuerei immer mehr belastet.
....
Es ist seltsam, aber ich fühle mich heute ganz anders als jemals zuvor. Auf der einen Seite bin ich sicherer, auf der anderen habe ich Angst, dass jetzt in einen Strudel geraten bin, der mich nicht mehr los lässt. Aber vielleicht ist es ja auch gut so ...


Ich bin leider gerade selber auf d. Arbeit und kann nicht lange antworten..

Aber das ist doch mal so schön zu lesen ... Habe sehr mit dir gefühlt und mich bei jeder Zeile für Dich gefreut

Brummi-Fahrer : Kavalier d. Strasse ... von wegen schlechter Ruf

Andere Autofahrerin hilft ohne ggf. auf Ihre eigene Zeitnot zu achten

Softstart im Büro in eine "bessere Zeit"

Da ist aber mal viel Gutes auf einmal passiert

Freue mich sehr für Dich

Jetzt hast Du Dein Karma-Konto auf der Haben-Seite natürlich ordentlich belastet

=> Spar Dir mal 2 Wochen die Lottoscheine : das kann eigentlich nichts werden .. oder gerade eben doch ???

Liebe Grüße


Lexi

Vicky_Rose
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 4 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 23. Mai 2019, 09:37

Hallo Anabelle,

ja, die Erfahrung war wirklich schön. Entscheidend ist aber nicht Erfahrung, sondern das, was sie in mir in Bewegung gesetzt hat. Es fühlt sich eher wie ein Dammbruch an. Da will etwas heraus, was ich nicht mehr kontrollieren kann. Und dieser Kontrollverlust macht mir zu schaffen.

Ich bin im Augenblick tief aufgewühlt.

@Lexi: Ich spar mir die Lottoscheine, da ich nie spiele ;-) Was mein Karma-Konto betrifft, dürfte das eher eine Gutschrift, denn eine Belastung sein. ;-)
Viele Grüße
Vicky

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 5 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Do 23. Mai 2019, 10:24

Liebe Vicky,
danke für die ermutigenden Schilderungen.

Ja, Kontrollverlust fühlt sich auch für mich immer wieder bedrohlich an.

Meine Outings habe ich immer als bestärkend erlebt und sie haben mich mit den Menschen wirklich in Kontakt kommen lassen.
Sich zu sich selbst zu bekennen heißt ja für die Menschen sichtbar zu machen, wer ich wirklich bin. Damit ist für mein Gegenüber das Gefühl da, dass ich so bin, wie er mich wahrnimmt und keine Brüche sind spürbar.

Ich hoffe, Du kannst Dich in eine solche Erfahrung fallen lassen und triffst dabei auf Menschen, die selber ehrlich sind und Dich stützen. (smili)
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 6 im Thema

Beitrag von Anabelle » Do 23. Mai 2019, 11:01

Ein guter vergleich mit dem Dammbruch. Ich hab manchmal das Gefühl, da baut sich ein Druck auf und eine Kleinigkeit reicht aus und es findet eine rasante Entwicklung in eine unerwartete
Richtung statt. Hat schon was von Kontrollverlust, wobei ich für mich festgestellt hab, dass es meist in Richtung der unbewußteren Wünsche geht, die dadurch ans Licht kommen.
Und das Erstaunliche ist daß solche Anstöße scheinbar zufällig von außen kommen, doch immer wenn die innere Bereitschaft hoch genug ist.
Und daß es im Nachhinein immer richtig gut und wichtig war.
GLG, Anabelle :)

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 7 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » Do 23. Mai 2019, 11:28

Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 09:37
Da will etwas heraus, was ich nicht mehr kontrollieren kann. Und dieser Kontrollverlust macht mir zu schaffen.

Ich bin im Augenblick tief aufgewühlt.
Hallo Vicky,

das du aufgewühlt bist verstehe ich sehr gut-das darfst oder musst du sogar sein...

ich war mir nicht ganz sicher antworte ich hier, im Thread von Anja oder auch gar nicht.
Aus deinen Beiträgen las ich oft, das du sehr im Intellekt bist, nun aber sehr in den Gefühlen
und das finde ich verdammt schön.

Ich habe nie eine Sozialisation in irgendeine Richtung abgeschlossen, das tue ich auch erst jetzt und trotzdem
hat das achten auf das eine oder andere mich immer sehr viel Kraft gekostet, so sehr, das eine Psychologin
mal zu mir sagte, das ich soviel Anpassungsarbeit leiste, das ich mich darüber selbst vergesse.

Nun, irgendwann war mir klar, ich kann nicht alles kontrollieren und dann kam die Zeit wo ichs auch gar nicht
mehr wollte-und es war eine Befreiung! Outen in dem Sinne musste ich mich kaum, aber einfach los zu lassen,
gab mir mehr Kraft, als ständig ein Auge auf alles zu haben.

Kontrolle behindert oft das wahre und echte Leben-es fliessen zu lassen hingegen befreit.

"wenn ihr die Gebote befolgt, ohne zu versuchen, die Gebote zu befolgen, ist das das wahre Befolgen der Gebote"

Wenn du jetzt Gebote gegen Leben austauscht, verstehst du was ich meine.

Alles Liebe Marie (flo)
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 8 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 23. Mai 2019, 11:49

Hallo Marie,

vielen dank für Deine Worte. Ich verstehe sehr gut was Du meinst. Die Worte könnten sogar von mir sein. Aber Theorie und Praxis ist etwas anderes, auch wenn es heißt es "gäbe theoretisch keinen Unterschied" ... ;-)

Du sprichst von "Befreiung". Aber diese Befreiung hat Konsequenzen: Man kann sich nicht mehr verstecken, noch nicht einmal vor sich selber. Und hier sitzt das "Bauchgrummeln" ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 9 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 23. Mai 2019, 13:31

Hallo Vicky,

solche Zoom-Erlebnisse haben glaube ich, viele von auch selbst in unterschiedlicher form erlebt. Bei mir war es an einem Freitag?, dem 18.Januar 2012, glaube ich, da habe ich für mich gefühlt, dass sich der Schalter umgelegt hat und es kein Zurück mehr gibt. daraufhin habe ich mich am Wochenende bei meiner Frau geoutet. Worte, die gesagt wurden kann niemand mehr zurücknehmen und für mich hat sich da auch nichts mehr in der Einschätzung geändert. Ich habe an diesem Tag die Ulrike-Marisa für mich und mein künftiges Leben zugelassen - bis heute... ))):s
Der Weg ist lang und es geht auch nicht alles, aber Scheibchen für Scheibchen wird die Salami gegessen... :wink:

Grüße, Ulrike-Marisa

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 10 im Thema

Beitrag von Anja » Do 23. Mai 2019, 14:51

Moinsen (moin)
Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 11:49
Man kann sich nicht mehr verstecken, noch nicht einmal vor sich selber. Und hier sitzt das "Bauchgrummeln" ...
Ich erinnere mich noch an den Moment, wo es bei mir so weit war. Es breitete sich vom Bauch her ein warmes Gefühl aus und schließlich kribbelte es am ganzen Körper.
Ich sag ja immer, das schwierigste Outing ist das Outing vor einem selbst.
Willkommen auf der anderen Seite (smili)
Als ich über diesen Punkt hinaus war, versuchte ich immer noch weiter am Mann festzuhalten. Obwohl ich ja nun wusste ich bin eine Frau.
Vorher wars einfacher. Da war ich ein Mann mit merkwürdigen Gefühlen und Interessen, der sich auch gerne mal entsprechend ausprobiert hat.
Und plötzlich ist man auf der anderen Seite, fragt sich wie man da hingekommen ist und versucht krampfhaft sich am alten Leben festzuhalten...
Das war für mich ein Moment, der mir den Atem geraubt hat...
Bin gespannt wie es bei dir weiter geht.

Grüße
die Anja
'ne Gerade-aus-Maus, kein Tussimodell

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 11 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 23. Mai 2019, 15:06

Hallo Anja,

...ich erinnere mich auch an den Tag, ich habe 5cm über dem Boden gefühlt geschwebt und habe dann den ganzen Vormittag mit meiner Kollegin, die Gleichstellungsbeauftragte ist, gesprochen. Sie unterstützt mich bis heute. (smili) Das war damals wahrlich ein bewegender Moment, wie einen Schalter umgelegt.

Grüße, Ulrike-Marisa

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 12 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 23. Mai 2019, 15:29

Vielen Dank für Deine Worte Anja. Sie treffen ganz genau und ganz tief.
Anja hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 14:51
Und plötzlich ist man auf der anderen Seite, fragt sich wie man da hingekommen ist und versucht krampfhaft sich am alten Leben festzuhalten...
Ganz ehrlich, ich habe nicht auf die "andere Seite" gewollt. Ich war's nicht ...

Und was mache ich jetzt hier ? Ich denke, ich schaue mich erst einmal ein wenig hier um ;-)
Anja hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 14:51
versuchte ich immer noch weiter am Mann festzuhalten
Das werde ich wahrscheinlich auch noch tun. Ich gönne mir mein eigenes Tempo ...
Anja hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 14:51
Bin gespannt wie es bei dir weiter geht.
Und ich erst ...
Ulrike-Marisa hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 15:06
und habe dann den ganzen Vormittag mit meiner Kollegin, die Gleichstellungsbeauftragte ist, gesprochen.
Genau das habe ich auch vor. Aber erst werde ich mit meiner Frau sprechen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 13 im Thema

Beitrag von Jenina » Do 23. Mai 2019, 17:12

Vicky,

eine schöne Geschichte hast Du da erlebt. Und jetzt?
Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 23. Mai 2019, 09:37
...
Es fühlt sich eher wie ein Dammbruch an. Da will etwas heraus, was ich nicht mehr kontrollieren kann. Und dieser Kontrollverlust macht mir zu schaffen.

Ich bin im Augenblick tief aufgewühlt.
...
Ich kenne Dich nun schon etwas. Vor einem halben Jahr etwa wolltest Du nicht mehr hierher zurück und Dich zurückziehen. Das hat nicht lange gehalten. Und jetzt dieses Extrem.

Sei mir bitte nicht böse, aber nach kontrollierter Entwicklung sieht Dein Leben nicht aus. Du schwankst ständig zwischen Extremen, nun schon seit vielen Jahren. Ich frage mich schon wohin das führen soll. Zum Leben als Frau aber bestimmt nicht...

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 14 im Thema

Beitrag von Emilia » Do 23. Mai 2019, 18:21

Hallo Vicky,
was soll man Dir denn da am besten wünschen, viel Spaß bei der nächsten Autopanne? Ja natürlich nicht, aber so werden die meisten Erfahrungen gemacht und bringen Dich weiter.
Schöne Zeilen von Dir, danke.
Gruß Emi.
Eines Tages werden wir sterben, aber an allen anderen Tagen nicht.

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 15 im Thema

Beitrag von gerda joanna » Do 23. Mai 2019, 18:36

..da klopft beim Lesen der Zeiten selber das Herz - ich kann das so gut nachfühlen, denn wenn ich immer wieder mit dem Auto enfemme unterwegs bin sollte auch nichts passieren....sollte...
Aber das ist ja dann eh ziemlich reibungslos abgelaufen...
Danke für die Zeilen
LG Gerda Joanna
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