Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?
Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

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Vicky_Rose
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Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 1 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 15. Mär 2019, 07:17

Moin,

angeregt durch Emilias aktuellen Beitrag viewtopic.php?f=23&t=16382&p=236466#p236466 möchte ich wieder einmal eine Diskussion um Beziehungsfragen beginnen.

Viele von uns haben einfach nur "Bammel" sich der Partnerin zu öffnen und sind wahnsicnnig glücklich darüber, wenn sie auf offene und verständnisvolle Ohren stoßen. Aber es gibt auch total entgegengesetze Reaktionen, was wir hier auch schon zur Genüge hatten. Meine Erfahrung ist, eigentlich trivial, dass es völlig unterschiedliche Sichtweisen gibt. Eine frühere Partnerin wollte es nicht wahr haben, dass meine weibliche Seite ausgeprägt ist. Sie sah sich als den weiblichen Pol in der Beziehung und ich war für sie der männliche. Das galt auch für das Bett. So interessant die Erfahrungen für mich waren, es hat mich nicht wirklich weiter gebracht. In meiner jetzigen Ehe sieht das anders aus. Meine Frau ist zwar nicht begeistert, kann es aber akzeptieren und was mich sehr berührt, ist ihre Reaktion auf mein deutlich besseres Lebensgefühl. So kann ich meine Trans-Seite leben und die Beziehung vertieft sich, ohne dass wir Trans nur selten zum Thema machen.

Daraus formuliere ich stark gekürzt und etwas provokant, einige Thesen:

- Es gibt Beziehungen, in denen die Frau das Trans-Dasein nicht akzeptieren kann. Und da Trans für mich wesentlich ist, nenne solche Beziehungen "vergiftet". Sie erlauben beiden Seiten nicht, sich weiter zu entwickeln. Durch die gegenseitige Blockade und den inneren Widerspruch in der Beziehung kommt es zur Entfremdung.

- Beziehungen, in denen die Frau Trans akzeptieren kann, vertiefen sich, da die Akzeptanz für ein besseres Lebensgefühl sorgt, das auch auf die Frau zurück wirkt. Solche Beziehungen sind lebendig und offen für Potentialentfaltung.

- Wenn ich von der Partnerin verlange, dass sie mich akzeptiert, wie ich bin, handle ich egoistisch. Auch diese Beziehungen sind vergiftet.

- Wenn ich mich in der Beziehung öffne, gebe ich der Beziehung eine Chance, dass sie sich vertieft.

Vor einem Outing hat man natürlich Angst. Man möchte eine Beziehung nicht riskieren. Ich meine, man muss sich selber fragen, was "Beziehung" für einen selber bedeutet. Ist man selber wirklich bereit, sie in den Mittelpunkt zu stellen ? das bedeutet, ich muss mich mit meiner/m Partner/in auseinander setzen. Ich muss zulassen, dass sich dadurch auch etwas in mir verändert. Oder will ich nur, dass meine Partnerin mich akzeptiert, wie ich mich heute darstelle ?

Wir wünschen uns, das wir akzeptiert werden, wie wir sind. Aber das kann bedeuten, dass wir von der Partnerin verlangen, dass sie sich verbiegen muss, wenn sie mit dem Thema (zunächst ?) nichts anfangen kann. Es ergibt sich ein Ungleichgewicht. Die Beziehung muss neu austariert und verhandelt werden. Auf Dauer kann sie nur funktionieren, wenn beide im Geben und Nehmen das Gefühl haben, dass es ausgeglichen ist.

Was bringt Ihr an dieser Stelle zum Ausgleich in die Beziehung ein ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 2 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Fr 15. Mär 2019, 07:57

Hallo Vicky,

was bringe ich ein, Verständnis für die Meinung meiner Frau, gegenseitiges Verständnis ist keine Einbahnstraße!

Liebe, DIE Basis jeder Partnerschaft.

Und nur egoistisch fordern geht meiner Meinung nach überhaupt nicht.

Kurz und knapp, aber nach meiner Ansicht das Wichtigste

Lieben Gruß
Bea
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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 3 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » Fr 15. Mär 2019, 07:59

Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 07:17
Was bringt Ihr an dieser Stelle zum Ausgleich in die Beziehung ein ?
Hi Vicky und schönen guten Morgen..

nun es macht sicher Sinn, darüber zu reden wie man eine gesunde Beziehung führt...

Bezogen auf die Frage kann ich meine Antwort aber sehr knapp halten.

"Nur" weil ich trans* bin, habe ich keine bestimmte oder erweiterte Bringschuld
in einer Beziehung. Ich muss da auch nichts zusätzlich ausgleichen.

Was ich aber tue ist meine Liebste sie sein lassen und ich unterstütze sie dabei,
genauso ist es aber auch umgekehrt.

Alles Liebe Marie (flo)
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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 4 im Thema

Beitrag von Nubikalé » Fr 15. Mär 2019, 08:02

Das sind schwierige Fragen Vicky, weil die Übergänge zwischen verbiegen und den Partner glücklich machen, fließend sind.

Ich kann nur meinen Standpunkt vertreten: Wenn du auf Männer fixiert bist, rechnest du nicht damit dass sich dein Partner von seiner "weibischen, schwächlichen und zartbesaiteten" Seite zeigt. Dieser Part gehört dir und den willst du eigentlich auch nicht abgeben. Darüber hinaus fragt sich natürlich jede Frau dasselbe: wird er noch Sex mit mir haben, steht er dann auf männliche Pendants, ist er eine Konkurrenz für mich?

Ohne auf die Folgen für Öffentlichkeit und Arbeitsleben einzugehen, glaube ich, dass es nur Partnerinnen gelingt eine Offenbarung oder eine Vertiefung der Gemeinsamkeiten zu finden, wenn sie selbst stark & egoistisch genug ist, klare Regeln (für sich) aufzustellen und nicht nur hinterherzudackeln.

liebe Grüße Nubi
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Dieses Jahr mache ich alles anders falsch.

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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 5 im Thema

Beitrag von FallenMycraft » Fr 15. Mär 2019, 08:52

Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 07:17

Wir wünschen uns, das wir akzeptiert werden, wie wir sind. Aber das kann bedeuten, dass wir von der Partnerin verlangen, dass sie sich verbiegen muss, wenn sie mit dem Thema (zunächst ?) nichts anfangen kann. Es ergibt sich ein Ungleichgewicht. Die Beziehung muss neu austariert und verhandelt werden. Auf Dauer kann sie nur funktionieren, wenn beide im Geben und Nehmen das Gefühl haben, dass es ausgeglichen ist.

Was bringt Ihr an dieser Stelle zum Ausgleich in die Beziehung ein ?
Moin Vicky,
ich versuche mal meine Sichtweise auf das Thema darzustellen. Ich bin der Meinung, es kommt stark darauf an wie die Beziehung grundsätzlich aufgebaut ist. Was erwarten beide Partner von der Beziehung? Was ist sozusagen das Fundament?
Bei meiner Frau und mir ist das Fundament eine tiefe Liebe und Freundschaft. Darauf baut sich alles andere auf. Für jeden von uns ist es das größte, ein glückliches Funkeln in den Augen unseres Gegenübers zu sehen. ( Ja wir haben uns mal darüber unterhalten ;-) )

Das setzt natürlich voraus, dass sich niemand von uns komplett Verbiegen muss, allerdings bewegt man sich immer aufeinander zu. Man versucht sich mit den Themen die dem anderen wichtig sind auseinander zu setzen und etwas daran zu finden woran man auch Freude hat.
Ich denke, ein spezielles Problem bei dem Trans-Dasein ist die sexuelle Komponente. Ich habe schon oft folgenden Satz gelesen: „Wenn ein Freund trans ist stört mich das überhaupt nicht, aber bei meinem Partner geht das gar nicht“.

Bei uns ist das aber kein so großes Problem. Das hat zwei Gründe.
1. Basiert die sexuelle Attraktivität des jeweils anderen, für uns, zu einem großen Teil auf unserer Liebe füreinander. (Sorry ich habe keine bessere Formulierung gefunden)
2. Und an dieser Stelle kommt das „Funkeln“ zum Tragen, bekommt jede*r von uns sexuell was er/sie möchte. Nur vielleicht nicht immer Zeitgleich :lol: .

Das ist ein Teil des Geben und Nehmens. Der andere Teil ist die Kompromissbereitschaft. So wurde mir, z.B. nie etwas „verboten“. Sie sagte, z.B. zu Anfang, dass es ihr unangenehm wäre, wenn das in unserem Viertel an die Öffentlichkeit gerät. Wenn mir das aber wichtig wäre, dann würde sie es mittragen. So liegt die Entscheidung bei mir. Und ich bin gerne den Kompromiss eingegangen, in unserer Ecke etwas vorsichtig zu sein. In einem anderen Thread habe ich einmal geschrieben: „Die Ketten habe ich mir selbst angelegt“. Ich hoffe der Unterschied zu „Ich will nicht, dass du als Frau aus dem Haus gehst und alle das mitbekommen“, ist erkennbar.

Für uns kann ich die Frage das Threadtitels also wie folgt beantworten: Es ist eine Ergänzung und überhaupt kein Widerspruch.

LG Daniela (flow)
"Imitation ist die höchste Form der Bewunderung" - Lt. Cmd. Data, Star Trek TNG

Vicky_Rose
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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 6 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 15. Mär 2019, 09:04

Danke für Eure Rückmeldungen.
Bea Magdalena hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 07:57
Liebe, DIE Basis jeder Partnerschaft.
Ich provoziere einmal: Liebe ist nicht die Basis, sondern die Folge einer Partnerschaft, die mit Offenheit, Ehrlichkeit und der Bereitschaft sich zu verändern geführt wird. Dazu gehört auch die Anerkennung von Differenzen. Aber Partnerschaft ist nur eine Zwischenstufe.

Jemand hat einmal formuliert: "Am Anfang einer Beziehung sind wir alle beziehungsunfähig". Ich habe lange gebraucht, das zu verstehen. Am Anfang sind wir verliebt. Wir sehen ein Potential, mit dem anderen Menschen uns selber zu erkennen. Das ist der Einstieg. Aber die Liebe wächst erst, nachdem wir diese Beziehung eingegangen sind. Sie wächst mit dem Vertrauen und der eigenen Öffnung in der Beziehung. Sie fordert auch immer mehr die Öffnung zum Partner. Ich denke da im Sinne des Gedichts von Khalil Gibran "Über die Liebe". Es geht dann auch nicht mehr um Partnerschaft. Die wird völlig belanglos. So lange ich über Partnerschaft nachdenke, bin ich noch nicht in der Liebe. Ein radikaler Gedanke, aber ich finde ihn sehr spannend ...
!EmmiMarie! hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 07:59
Was ich aber tue ist meine Liebste sie sein lassen und ich unterstütze sie dabei, genauso ist es aber auch umgekehrt.
Aber für viele Partnerinnen ist die Anerkennung von Trans ein großes Problem. Die Beziehung kann dadurch sehr in Schieflage geraten. Ein simples "Ich unterstütze Dich doch auch" ist an dieser Stelle wahrscheinlich nicht ausreichend.
Nubikalé hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 08:02
dass es nur Partnerinnen gelingt eine Offenbarung oder eine Vertiefung der Gemeinsamkeiten zu finden, wenn sie selbst stark & egoistisch genug ist, klare Regeln (für sich) aufzustellen und nicht nur hinterherzudackeln.
Ich denke, Du meinst "egoistisch" im Sinne von "auf sich selber achtend". Dem kann ich folgen. Aber mit den "Regeln" drückst Du etwas aus, was mich an eine "regulierte Beziehung" erinnert. "Du machst Deins und ich mache meins und dann haben wir noch einen gemeinsamen Teil." Das isnd sicher nicht die schlechtesten Beziehungen. Aber wie ich schon weiter oben schrieb, da ist noch Luft nach oben ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 7 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 15. Mär 2019, 09:06

FallenMycraft hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 08:52
„Die Ketten habe ich mir selbst angelegt“. Ich hoffe der Unterschied zu „Ich will nicht, dass du als Frau aus dem Haus gehst und alle das mitbekommen“, ist erkennbar.
Da kann ich nur noch zustimmend schmunzeln ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 8 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » Fr 15. Mär 2019, 09:14

Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 09:04
Aber für viele Partnerinnen ist die Anerkennung von Trans ein großes Problem. Die Beziehung kann dadurch sehr in Schieflage geraten. Ein simples "Ich unterstütze Dich doch auch" ist an dieser Stelle wahrscheinlich nicht ausreichend.
Hi Vicky,

ich weiss und das ist mir auch vollkommen klar! Ich habe aber dargestellt wie es bei uns ist.
Und mein tiefster Wunsch ist es, das es auch bei anderen Beziehungen so sein kann..

ah und ich glaube der springende Punkt ist, das sie mich als Frau anerkennt.

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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 9 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 15. Mär 2019, 09:29

Guten Morgen!

Was ein Quatsch! Mal ganz provokant gesprochen.

Wenn ich in einer Beziehung etwas so wichtiges verhandeln muss, steht der Zug für mich schon auf dem Abstellgleis! Und jeder kann entscheiden, ob er sitzenbleibt oder aussteigt.
Denn, wenn wir mal die persönlichen Empfindlichkeiten weglassen .... worum geht es denn eigentlich?

Das wird meiner Meinung nach im folgenden Video sehr klar! Auch, wenn es sich um eine Mutter und die Liebe zu Ihrem Kind handelt .. der Kern trifft auch (Ehe)Partner .... meine Meinung!



Liebe Grüße
Vanessa

PS. Entschuldige Vicky - "Quatsch" bitte nicht zu persönlich nehmen, ich bin grade etwas asymetrisch .....
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 10 im Thema

Beitrag von Jasmine » Fr 15. Mär 2019, 09:31

Für meine Menalee und mich war das Umfeld erstmal egal. Wenn ich an meiner Situation zerbrochen wäre, wie hätte das Umfeld reagiert?
Also gab es für uns nur die eine Frage, gehen meine Menalee und ich den Weg gemeinsam? Da so vieles einem Wandel unterliegt, warum
nicht auch unsere Beziehung, unser Glück usw.. Also nahmen wir die Herausforderung an.
Meine Menalee stellte nur eine Bedingung, kein ewiges Hin und Her. Wenn ich weiblich bin dann solle ich auch so leben. Damit flogen meine
Anziehsachen in den Altkleider-container und ich ging mit ihr einkaufen. http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 05#p160281
Dies ist unsere Entscheidung für unser Leben gewesen, teilweise sehr hart und steinig.
Aber wir entwickelten uns weiter und heute schlagen nach 25 Jahren unsere Herzen im Gleichklang.
Wir sind glücklich und zufrieden.
Liebe Grüße Jasmine
Ich bin wie ich bin --- Ich lebe meinen Traum

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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 11 im Thema

Beitrag von Lea92 » Fr 15. Mär 2019, 09:45

Ich bin seit mittlerweile 4 Monaten in einer glücklichen Beziehung. Da wir uns, als wir uns kennen gelernt haben, aber noch absolut keine Beziehung vorstellen konnten, alles auf eine Freundschaft hinaus zu laufen schien und die Umstände passten, hab ich mich ihr schon sehr früh geoutet. Sie ist eigentlich eine “normale“, heterosexuelle Frau. Sie unterstützt meine weibliche Seite allerdings zu 100% und beschränkt das mit hetero rein auf die Sexualität, was für mich kein Problem ist, schließlich werde ich zwischen den Beinen immer ein Mann bleiben. Und wenn man sich unsere Beziehung außerhalb des Bettes ansieht, wird man vergeblich eine “klassische Rollenaufteilung“ zwischen Mann und Frau suchen. Klar: es gibt Bereiche, in denen ich Aufgaben übernehme, die man eher Männern zuschreibt und meine Freundin solche, die man eher Frauen zuschreibt. Aber es gibt eben auch Bereiche, in denen das komplett entgegengesetzt ist. Wir sind einfach zwei Menschen, die sich so lieben, wie sie sind.
Körper ganz Mann, Kopf halb Mann, halb Frau, doch auch eine halbe Frau braucht auch Freiheiten und will sich gelegentlich mal zeigen.

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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 12 im Thema

Beitrag von Jaqueline » Fr 15. Mär 2019, 09:47

Guten Morgen,

ich kann leider nicht viel beitragen. Als meine Frau erfuhr was mit mir ist war es unter einer Woche vom Scheidungstermin. Wir lebten zu dem Zeitpunkt bereits getrennt und Sie hatte auch einen Neuen. Aber ab dem Zeitpunkt waren alle Dämme gebrochen. Meine ExFrau ist seit dem bis heute meine beste Freundin. Ihr Freund hat keinerlei Problemedamit, da wir klargestellt haben das wir Freunde sind. Mit Ihm verstehe ich mich auch richtig gut.

Ich denke ohne Scheidung hätte es bei uns nicht funktioniert..

Ganz liebe Grüsse

Jaqueline (ki)
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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 13 im Thema

Beitrag von Nubikalé » Fr 15. Mär 2019, 10:32

Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 09:04
Nubikalé hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 08:02
dass es nur Partnerinnen gelingt eine Offenbarung oder eine Vertiefung der Gemeinsamkeiten zu finden, wenn sie selbst stark & egoistisch genug ist, klare Regeln (für sich) aufzustellen und nicht nur hinterherzudackeln.
Ich denke, Du meinst "egoistisch" im Sinne von "auf sich selber achtend". Dem kann ich folgen. Aber mit den "Regeln" drückst Du etwas aus, was mich an eine "regulierte Beziehung" erinnert. "Du machst Deins und ich mache meins und dann haben wir noch einen gemeinsamen Teil." Das isnd sicher nicht die schlechtesten Beziehungen. Aber wie ich schon weiter oben schrieb, da ist noch Luft nach oben ...
Exakt. Ich formuliere meine Bedürfnisse bevor sie im Frust ersticken! Das sorgt hin- und wieder für "Kinnlade unten" aber so weiß jeder woran er ist und damit die Überleitung zu "Regeln": jede(r) spricht aus, was er will/erwartet/möchte. Nur als Beispiel: ich kann keinen Sex haben wenn mein Partner einen BH im Bett anzieht. Lässt er ihn dennoch an, ist das ein klares Zeichen für mich, dass wir (nur) kuscheln. Das wurde einmal so artikuliert und gilt damit als unausgesprochene Regel über die auch nicht ständig neu verhandelt werden muss. Gerade in einer frischen Beziehung lernt man ja die nonverbalen Signale erst nach und nach kennen, für mich als klar strukturierten Menschen ist es deshalb wichtig nicht ständig zwischen Missverständnissen und Unsicherheit hin- und her zu switchen.
liebe Grüße Nubi
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Dieses Jahr mache ich alles anders falsch.

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Re: Trans* und Beziehungen, Widerspruch oder Ergänzung ?

Post 14 im Thema

Beitrag von Jaddy » Fr 15. Mär 2019, 15:34

Mein Bunny hat mich vor 22 Jahren schon als nicht cis-het-vanilla kennengelernt. Sie ist mindestens bi, mit Vorliebe für weniger klassisch männliche Klischees. Deshalb war meine schrittweise Entwicklung auch ein gemeinsames Thema, das ich von Anfang an offen mit ihr teilen konnte. Das empfehle ich eh: Möglichst frühzeitig auch die Verwirrung, die Zweifel und die Überlegungen teilen, statt irgendwann mit einer komplett neuen Persona aus dem Schrank zu kommen. Bei Bunny und mir hat sich tatsächlich in der Beziehung nichts verändert. Wir sehen vielleicht optisch anders aus, aber wir sind mindestens genauso glücklich miteinander wie seit je. Nur um mal eine andere mögliche Zweierkiste aufzuzeigen.

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