Alexa und Verwirrung
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Alexa_Hall
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Alexa und Verwirrung

Post 1 im Thema

Beitrag von Alexa_Hall » Mi 20. Jun 2018, 21:30

Hallo zusammen,

vielen Dank für die nette Aufnahme - ich hatte bereits im Stillen seit einiger Zeit mitgelesen und aber nie den Mut gefunden, mich hier anzumelden.

Ich schreibe mir jetzt einfach mal alles von der Seele, könnte eine ziemlich krasse Textmauer werden:

Ich bin ohne Vater aufgewachsen, da der nette Herr meine Mutter, meine ungeborene Schwester und mich verlassen hatte, als ich knapp drei Jahre jung war. In der nachfolgenden Zeit hatte meine Mutter immer mal wieder Partner, aber an uns Kids schien es irgendwie immer wieder zu scheitern. Ich war immer Junge durch und durch, hab Fussball gespielt und wie ein Irrer getobt und geklettert.

Bei einer dieser Stationen sind wir zu einem Solo-Vater und seiner Tochter (damals 11-12 Jahre) in einen anderen Ort gezogen - wo ich 9-10 Jahre alt gewesen sein dürfte. Dort haben wie die Kauf-Porno-Sammlung des Herren entdeckt (Super 8!) und die große Stiefschwester und ich haben dann versucht, einige der abgebildeten Fotos nachzustellen. Ungefähr ein Jahr später ging das dann alles in die Brüche und wir sind wieder in unsere alte Wohnung zurück.

Mit 12-13 Jahren habe ich durch Zufall in der damaligen Reklame Damenhöschen im Angebot für 1,50 DM entdeckt, die im Markt um die Ecke dann auch erhältlich waren. Irgendwie habe ich mir den Mut gefasst, und ein rotes Höschen gekauft.
An einem der nachfolgenden Abende hatte ich das Höschen aus Neugier angezogen und nachdem ich mich für den zarten Stoff begeistert hatte, meinen vermutlich ersten bewussten Orgasmus. Ich habe das Höschen dann meiner Mutter "geschenkt" und mich erstmal geschämt.

Mit 14 Jahren war ich dann ziemlich hinter Mädels her. Parallel habe ich allerdings auch Mutters Dessous-Schublade für mich entdeckt und einiges "geliehen". Ich habe in den geliehenen Wäschestücken eigentlich immer masturbiert. Meine Mutter hat es wohl geahnt, aber wie alle Probleme hatte sie das geduldet, so lange sie dem Alkohol ungestört frönen konnte.

Als ich 15 wurde lernte meine Mutter ihren jetzigen Mann kennen und hat mit ihm in den darauf folgenden Jahren nochmal vier Kinder bekommen. Ich bin für ca. ein halbes Jahr mit in deren Wohnung gezogen und dann aber wieder gegangen, sonst hätten mein Stiefvater und ich wohl noch "Körperlichkeiten" ausgetauscht... ich gehe - überspitzt gesagt - auch heute noch keine Konfrontation aus dem Weg. Bei einer Größe von 1,88m und 108kg muss ich mich normalerweise auch nicht verstecken.

Also wohnte ich mit 16 Jahren bei den Großeltern um das Abitur fertig machen zu können. Zu dieser Zeit entdeckte ich dann die damals noch großen Versandhäuser für mich, wo ich auch immer wieder mal telefonisch was bestellte. Bezahlen konnte ich das von meinem Nebenjob (hab Werbebroschüren ausgetragen). Ich hatte damals immer wieder was bestellt, einige Male getragen und masturbiert, mich dann geschämt und wieder alles entsorgt.

Mit 18 hatte ich dann meine erste richtige Freundin, mit der ich für längere Zeit zusammen war. Während der Zeit hatte ich kein Bedürfnis nach Dessous und Frauenkleidung... erst als Schluss war, kamen diese Bedürfnisse wieder.
Das ging dann so weiter (wie die Windmühle...), bis ich mit 24 Jahren meine jetzige Frau kennenlernte. Ich hatte zu dieser Zeit viele One-Night-Stands mit unterschiedlichen Damen und war sogar einmal nachts en-femme draußen unterwegs...dann aber wieder mal alles entsorgt.
Nachdem ich meine Frau kennen gelernt hatte, verschwendete ich für die nächsten Jahre keinen Gedanken mehr an Dessous und ähnliches. Ich wollte mein Studium beenden und mir mit ihr eine gemeinsame Existenz aufbauen.

Mein erster richtiger Job war nun nach erfolgreicher Beendigung meines Studiums angesagt und dafür mussten wir für drei Jahre eine Wochenend-Beziehung führen. Abends in der Woche in der fremden Stadt habe ich dann ab und an dem Tragen von Dessous gefrönt, meistens allerdings World of Warcraft gespielt (und hier immer meinen männlichen Zwergenkrieger... ich konnte die Typen, die weibliche Charaktere spielen, nie wirklich verstehen). Es ging beim Tragen der Dessous auch immer nur ums Masturbieren...

Nachdem ich dann nach ca. drei einen anderen Job in Heimatnähe gefunden hatte und wir ein Haus gekauft hatten, habe ich wieder alles entsorgt. Unser erster Nachwuchs kam, wir haben ans gekaufte Haus angebaut, die Karriereleiter ging es steil hinauf.

Seit fünf Jahren ca - also der Geburt unserer zweiten Tochter - haben wir allerdings keinen Sex mehr. Meine Frau redete nicht mit mir über das Thema Sex, blockierte und schwieg, wo es nur ging. Ich hatte beruflich ziemlichen Stress und war während dieser Zeit jede Woche für 1-2 Tage auf Dienstreise. Nachdem wir ca ein halbes Jahr keinen Sex gehabt hatten, entdeckte ich meine Vorliebe für Dessous wieder. Ich bestellte ein paar Teile und dann auch noch Silikonbrüste und dann auch Kleider und Röcke.
Ich habe immer wieder versucht, mit meiner Frau über das Thema Sex zu sprechen, aber sie hat einfach dicht gemacht.
Vor vier Jahren kam dann für mich das böse Erwachen - Burn Out und Angst-Depressionen! Ich war lange krank geschrieben und habe dann eine Psychotherapie angefangen... und auch über meine sexuellen Vorlieben mit der Therapeutin sehr ausgiebig gesprochen.
Eine Ursache für meine Depression ist der immer wieder kehrende Kreislauf aus Dessous kaufen, masturbieren, sich selbst hassen, alles entsorgen... und zurück zu Dessous kaufen.

Kürzlich habe ich mit Hilfe der Therapiegespräche auch endlich geschafft, den Widerstand meiner Frau zu knacken. Sie hat gesundheitliche Probleme, kann der Zeit keinen Sex mit mir haben und wollte mich damit nicht belasten... ich hätte diese Probleme gerne mit ihr geteilt und ihr so gut geholfen, wie ich es hätte können. Zu Ostern hatten wir schließlich endlich mal wieder Sex und für mehrere Tage hatte ich kein Bedürfnis nach Dessous und Kleidern.

Irgendwie kompensiere ich den fehlenden Sex wohl irgendwie... auf diese Art und Weise. Manchmal bereitet es mir sehr viel Spaß und Freude, mich komplett zu verleiden (ohne Perücke u.ä.) und mich dann zu befriedigen. Am Liebsten möchte ich dieses Bedürfnis loswerden... ich schwanke immer noch regelmäßig zwischen Begierde und Selbsthass - aber eben nur, wenn wir für einen längeren Zeitraum keinen Sex haben.

Versteht mich irgendwer?!

PS: Ich bin grad ziemlich aufgewühlt... möglicherweise habe ich was vergessen und werde das später noch ergänzen - also bitte nicht übelnehmen, wenn dieses Posting plötzlich mehr Inhalt hat!

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Re: Alexa und Verwirrung

Post 2 im Thema

Beitrag von Joe95 » Do 21. Jun 2018, 04:31

Ja, ich denke verstehen kann ich das schon.
Hast du schon mal dran gedacht anstatt zu versuchen dieses Bedürfnis los zu werden dich darauf einzulassen?
Nur weil es ungewöhnlich ist muss es nicht gleich schlecht sein.

Wenn du spätere Ergänzungen einfach in den Text einfügst kann es sein das man sie garnicht wieder findet.
Vielleicht schreibst du sie einfach drunter.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.

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Re: Alexa und Verwirrung

Post 3 im Thema

Beitrag von Alexa_Hall » Do 21. Jun 2018, 05:41

Hallo liebe Joe95, vielen Dank für deine Antwort.
Joe95 hat geschrieben:
Do 21. Jun 2018, 04:31
Ja, ich denke verstehen kann ich das schon.
Hast du schon mal dran gedacht anstatt zu versuchen dieses Bedürfnis los zu werden dich darauf einzulassen?
Nur weil es ungewöhnlich ist muss es nicht gleich schlecht sein.
Ich habe das im Rahmen der (immer noch laufenden) Therapie versucht und glücklicherweise ist es nicht mehr so, das ich gleich von der Brücke springen möchte. Allerdings stellt sich mir ganz rational immer wie Frage, was es mir bringt?! Außer Angst... vor Entdeckung, vor Verlust.

Joe95 hat geschrieben:
Do 21. Jun 2018, 04:31
Wenn du spätere Ergänzungen einfach in den Text einfügst kann es sein das man sie garnicht wieder findet.
Vielleicht schreibst du sie einfach drunter.
Ja, das ist ein guter Einwand, vielen Dank :-)

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Re: Alexa und Verwirrung

Post 4 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Do 21. Jun 2018, 07:16

Hi du,
Jep... Dessous und Nylons waren bei mir anfangs auch sehr mit Masturbation verbunden.. auch mit Schamgefühlen. Das alles wegschmeißen oder Phasen wo man es ablehnt und nicht braucht gab es auch.

Man kann das so sehen dass du einen Dessousfetisch hast - aber das wäre nur eine Erklärung.
Ich denke mal dass du ä in Dessous und weiblicher Kleidung eher eine inneren Frieden findest , ankommst... um den Frieden mehr zu empfinden und die Aufregung des verbotenen abzubauen kam die SelbstbeFRIEDigung dazu.

Ich hab mich 30 Jahre lang geschämt das ich Frauenkleidung mag, obwohl es sich für mich immer total normal angefühlt hat welche zu tragen. Schämen ist vorbei. Ich steh seit diesem Jahr zu mir und mag mich so .. diese Sichtweise hat unheimlich viel verändert.

Jetzt wirst du fragen ob das ess verändert hat mit Masturbation und Dessous...
Letztlich ja... manchmal genieße ich meinen Köprer - wie jede Frau oder Mann das auch tut.. aber Dessous sind kein Auslöser oder Grund das zu tun, sondern schmückendes Beiwerk...

Alles gute hier
VLG
Lorelai
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
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Re: Alexa und Verwirrung

Post 5 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Do 21. Jun 2018, 08:09

Hallo Alexa,

das was Du beschreibst, mit dem Bedürfnis und der anschließenden Scham ist ganz klassisch und das hat so ziemlich Jede so erlebt, die mit diesem Thema "beglückt" ist. Fakt ist, dass es ein Teil von Dir ist, der sich immer wieder meldet und zumindest in Anteilen gelebt werden will. Die Ablehnung dieses Bedürfnisses in Dir kommt von Außen, von Konventionen und gesellschaftlichen Regeln, die Andere Menschen festgelegt haben, die aber kaum was mit der Realität, oder mit Dir zu tun haben.
So lange Du niemanden verletzt kannst Du machen was Dir gefällt. Interessant wird es dann richtig, wenn Du irgendwann traurig bist, die schönen Sachen wieder ablegen zu müssen, um dem gesellschaftlichen Bild zu entsprechen. Bei mir hat sich die Scham in den Wunsch gewandelt, die schönen Sachen immer tragen zu können. Und habe ich vor vielen Jahren auch des öfteren alles entsorgt, weiß ich heute gar nicht mehr wohin mit meinem Frauenkram. Lass es zu und gib dich Dir hin, es muss ja keiner wissen was Du privat machst und es geht auch niemanden was an.

Gruß
Kati
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Re: Alexa und Verwirrung

Post 6 im Thema

Beitrag von Alexa_Hall » Do 21. Jun 2018, 19:40

Danke für eure Antworten. Ich muss grad erstmal nachdenken und melde mich später.

Joe95
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Re: Alexa und Verwirrung

Post 7 im Thema

Beitrag von Joe95 » Do 21. Jun 2018, 21:44

Alexa_Hall hat geschrieben:
Do 21. Jun 2018, 05:41
...Allerdings stellt sich mir ganz rational immer wie Frage, was es mir bringt?! Außer Angst... vor Entdeckung, vor Verlust...
Hast du diese Angst jetzt nicht?
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.

Nicole Doll
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Re: Alexa und Verwirrung

Post 8 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Fr 22. Jun 2018, 00:24

Hallo Alexa,

das mit den Frauenkleidern und dem Masturbieren kenne ich gut. Bei mir war es aber immer nur die einzige Art sexueller Befriedigung. Alle Versuche einer Partnerschaft mit einer Frau scheiterten bei mir. Mehr dazu ist in Nicoles Galaxie zu lesen.

Ich denke es ist so: Da es keine Gelegenheit für den Sex mit einer Frau gab, wollte ich zum Masturbieren selbst zur Frau werden. Es war jedenfalls der einfachste Weg für mich zum Aufgeilen. Irgendwelche Bilder, Pornos oder ähnliches funktionierten nicht, weil ich sie als tot empfand. Genauso war es bei einem Versuch mit einer aufblasbaren Gummipuppe - die mich dann zu der total verrückten Idee brachte selbst zu einer lebenden Gummipuppe werden zu wollen. Das wurde ich schließlich sogar ein paar mal. Von einer Wirkung als Fetisch abgesehen, schwitzt man in so einem Latexanzug aber nur schrecklich. Und unter Leute gehen möchte man damit auch nicht wirklich. Also hängt dieses Ding jetzt einfach nur so bei mir herum.

Ich möchte Dir jetzt keine Angst machen, aber ich brach schließlich alle sozialen Kontakte ab und verzweifelte völlig. Den Mann, den ich immer spielte, hasste ich immer mehr. Am Ende war nur noch alles sinnlos und nichts brachte mehr Freude. Erst mit meinem Outing fand ich so langsam wieder in die Gesellschaft zurück. Und dabei dauerte es nur ein paar Monate bis ich schließlich Vollzeit als Frau lebte (Ende März bis Juni/Juli 2017).

Zum Thema Angst: Da war die Angst mit dem Fetisch entdeckt zu werden und die Angst meine Rolle als Mann nicht erfüllen zu können. Und Angst macht depressiv. An Nicole trägt niemand irgendwelche Erwartungen heran - wenn ich mich nicht selbst mit einem perfekten Passing oder ähnlichem unter Druck setze. In dieser Rolle bin ich einfach ich selbst, und wem das nicht passt, der kann mir aus dem Weg gehen. Dabei fühle ich mich so frei wie nie zuvor. Und das Passing ist mir egal, solange ich mich mit meinem Outfit wohl fühle - und das darf dann im Freibad auch ein Bikini sein.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

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Re: Alexa und Verwirrung

Post 9 im Thema

Beitrag von Frl_Astrid » Fr 22. Jun 2018, 05:33

Liebe Alexa ,ja ich kann dich vollkommen nachvoollziehen ,es sind einige Dinge in deiner Biographie die ich durchaus 1:1auf mich bzw uns (der Punkt mit deiner Frau )beziehen kann.
Ich hab diese Seite nunmal in mir und möchte sie nicht mehr missen ,lebe sie und bin glücklich, mal mehr mal weniger .
Kati ,was ich dir damit sagen möchte, es ist dein Leben und geniese es wenn es dich glücklich macht (Deine Frau fragt dich auch nicht "na hast ne dicke Hose ,da will ich dich mal beruhigen )
Wir leben in einer Zeit ,in einem Land wo wir uns "bedingt" ausleben können, ich nehme es an und tu es und es ist wunderbar
Alexa ,ich wünsche dir alles alles Gute und viele Glückliche Momente
mit lieben Grüssen Astrid

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Re: Alexa und Verwirrung

Post 10 im Thema

Beitrag von Steffi1000 » Fr 22. Jun 2018, 08:18

Hallo Alexa,
deine Biographie ist ähnlich, bis auf die Kindheit, wie meine. Ich hoffe hier Hilfe und unterstützung zu finden.

GGL Steffi
Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine Spuren.

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Re: Alexa und Verwirrung

Post 11 im Thema

Beitrag von Alexa_Hall » Fr 22. Jun 2018, 22:50

Wow, mit so viel Resonanz hatte ich nicht gerechnet. Lieben Dank und viele Grüße, Alexa :-)
Lorelai74 hat geschrieben:
Do 21. Jun 2018, 07:16
Hi du,
Jep... Dessous und Nylons waren bei mir anfangs auch sehr mit Masturbation verbunden.. auch mit Schamgefühlen. Das alles wegschmeißen oder Phasen wo man es ablehnt und nicht braucht gab es auch.

Man kann das so sehen dass du einen Dessousfetisch hast - aber das wäre nur eine Erklärung.
Ich denke mal dass du ä in Dessous und weiblicher Kleidung eher eine inneren Frieden findest , ankommst... um den Frieden mehr zu empfinden und die Aufregung des verbotenen abzubauen kam die SelbstbeFRIEDigung dazu.

Ich hab mich 30 Jahre lang geschämt das ich Frauenkleidung mag, obwohl es sich für mich immer total normal angefühlt hat welche zu tragen. Schämen ist vorbei. Ich steh seit diesem Jahr zu mir und mag mich so .. diese Sichtweise hat unheimlich viel verändert.

Jetzt wirst du fragen ob das ess verändert hat mit Masturbation und Dessous...
Letztlich ja... manchmal genieße ich meinen Köprer - wie jede Frau oder Mann das auch tut.. aber Dessous sind kein Auslöser oder Grund das zu tun, sondern schmückendes Beiwerk...

Alles gute hier
VLG
Lorelai
Liebe Lorelai, für den Augenblick fühlt es sich für mich gut an, nicht allein zu sein. Vielen Dank für deine tröstenden Worte!
Ich mag mich, wenn ich morgens in den Spielel schaue und mein männliches Antlitz sehe. Ich mag mich nicht mehr, wenn ich mich triebhaft befriedigt habe...

Liebe Grüße
Alexa

Kati_nx hat geschrieben:
Do 21. Jun 2018, 08:09
Hallo Alexa,

das was Du beschreibst, mit dem Bedürfnis und der anschließenden Scham ist ganz klassisch und das hat so ziemlich Jede so erlebt, die mit diesem Thema "beglückt" ist. Fakt ist, dass es ein Teil von Dir ist, der sich immer wieder meldet und zumindest in Anteilen gelebt werden will. Die Ablehnung dieses Bedürfnisses in Dir kommt von Außen, von Konventionen und gesellschaftlichen Regeln, die Andere Menschen festgelegt haben, die aber kaum was mit der Realität, oder mit Dir zu tun haben.
So lange Du niemanden verletzt kannst Du machen was Dir gefällt. Interessant wird es dann richtig, wenn Du irgendwann traurig bist, die schönen Sachen wieder ablegen zu müssen, um dem gesellschaftlichen Bild zu entsprechen. Bei mir hat sich die Scham in den Wunsch gewandelt, die schönen Sachen immer tragen zu können. Und habe ich vor vielen Jahren auch des öfteren alles entsorgt, weiß ich heute gar nicht mehr wohin mit meinem Frauenkram. Lass es zu und gib dich Dir hin, es muss ja keiner wissen was Du privat machst und es geht auch niemanden was an.

Gruß
Kati
Liebe Kati, ja, irgendwie ist es ein Teil von mir. Dieser Teil bereitet mir aber Schwierigkeiten, weil ich ihn nicht einordnen kann. Ich denke stark in Schubladen; neige dazu, _Alles_ vom ersten Anblick an einzuordnen.
Bisher habe ich nicht das Bedürfnis, ganztätig oder nicht zum Zwecke der Befriedigung Dessous u.ä. zu tragen. Ich wollte das aber mal ausprobieren und bin dann mal zur Arbeit gefahren und trug einen wirklich schicken String drunter, aber nach einer Stunde war mir alles so unangenehm, das ich ihn wieder ausgezogen hatte.

Liebe Grüße
Alexa

Joe95 hat geschrieben:
Do 21. Jun 2018, 21:44
Alexa_Hall hat geschrieben:
Do 21. Jun 2018, 05:41
...Allerdings stellt sich mir ganz rational immer wie Frage, was es mir bringt?! Außer Angst... vor Entdeckung, vor Verlust...
Hast du diese Angst jetzt nicht?
Oh doch. Ich habe auch Ewigkeiten gezögert, mich anzumelden. Mir ging garantiert schon trölfzig Zilliarden mal durch den Kopf, wie meine Spuren hierher nachvollzogen werden könnten. Bin trotz Angst noch da.

Viele Grüße
Alexa

Nicole Doll hat geschrieben:
Fr 22. Jun 2018, 00:24
Hallo Alexa,

das mit den Frauenkleidern und dem Masturbieren kenne ich gut. Bei mir war es aber immer nur die einzige Art sexueller Befriedigung. Alle Versuche einer Partnerschaft mit einer Frau scheiterten bei mir. Mehr dazu ist in Nicoles Galaxie zu lesen.

Ich denke es ist so: Da es keine Gelegenheit für den Sex mit einer Frau gab, wollte ich zum Masturbieren selbst zur Frau werden. Es war jedenfalls der einfachste Weg für mich zum Aufgeilen. Irgendwelche Bilder, Pornos oder ähnliches funktionierten nicht, weil ich sie als tot empfand. Genauso war es bei einem Versuch mit einer aufblasbaren Gummipuppe - die mich dann zu der total verrückten Idee brachte selbst zu einer lebenden Gummipuppe werden zu wollen. Das wurde ich schließlich sogar ein paar mal. Von einer Wirkung als Fetisch abgesehen, schwitzt man in so einem Latexanzug aber nur schrecklich. Und unter Leute gehen möchte man damit auch nicht wirklich. Also hängt dieses Ding jetzt einfach nur so bei mir herum.

Ich möchte Dir jetzt keine Angst machen, aber ich brach schließlich alle sozialen Kontakte ab und verzweifelte völlig. Den Mann, den ich immer spielte, hasste ich immer mehr. Am Ende war nur noch alles sinnlos und nichts brachte mehr Freude. Erst mit meinem Outing fand ich so langsam wieder in die Gesellschaft zurück. Und dabei dauerte es nur ein paar Monate bis ich schließlich Vollzeit als Frau lebte (Ende März bis Juni/Juli 2017).

Zum Thema Angst: Da war die Angst mit dem Fetisch entdeckt zu werden und die Angst meine Rolle als Mann nicht erfüllen zu können. Und Angst macht depressiv. An Nicole trägt niemand irgendwelche Erwartungen heran - wenn ich mich nicht selbst mit einem perfekten Passing oder ähnlichem unter Druck setze. In dieser Rolle bin ich einfach ich selbst, und wem das nicht passt, der kann mir aus dem Weg gehen. Dabei fühle ich mich so frei wie nie zuvor. Und das Passing ist mir egal, solange ich mich mit meinem Outfit wohl fühle - und das darf dann im Freibad auch ein Bikini sein.

LG Nicole
Liebe Nicole, vielen Dank! Ich glaube, bei mir ist ähnlich in der Gedankenwelt - ich stelle mir schon vor, die Frau zu sein, aber das ist dann immer auch nur eine Frau, mit der ich auch als Mann schlafen würde. Pornographie ist allerdings absolut wirksam...
Ich war auch lange Zeit davon überzeugt, meine Rolle als Vater nicht richtig ausfüllen zu können, fehlte mir doch vermeintlich das männliche Vorbild. Aber das habe ich in den Griff bekommen und mache das glaube ich, recht gut.
Möglicherweise ist es eine Art Flucht aus der extrem ansprechenden Berufswelt.

Viele Grüße
Alexa

Frl_Astrid hat geschrieben:
Fr 22. Jun 2018, 05:33
Liebe Alexa ,ja ich kann dich vollkommen nachvoollziehen ,es sind einige Dinge in deiner Biographie die ich durchaus 1:1auf mich bzw uns (der Punkt mit deiner Frau )beziehen kann.
Ich hab diese Seite nunmal in mir und möchte sie nicht mehr missen ,lebe sie und bin glücklich, mal mehr mal weniger .
Kati ,was ich dir damit sagen möchte, es ist dein Leben und geniese es wenn es dich glücklich macht (Deine Frau fragt dich auch nicht "na hast ne dicke Hose ,da will ich dich mal beruhigen )
Wir leben in einer Zeit ,in einem Land wo wir uns "bedingt" ausleben können, ich nehme es an und tu es und es ist wunderbar
Alexa ,ich wünsche dir alles alles Gute und viele Glückliche Momente
mit lieben Grüssen Astrid
Liebe Astrid,

vielen Dank - das ist richtig. Meine Frau frisst ihre Probleme leider in sich rein und merkt nicht, wie sie damit unsere Ehe beschädigt.
In allen anderen Belangen verstehen wir uns wirklich prima - wir waren eben spazieren und haben danach zusammen Fußball geguckt.

Liebe Grüße
Alexa

Steffi1000 hat geschrieben:
Fr 22. Jun 2018, 08:18
Hallo Alexa,
deine Biographie ist ähnlich, bis auf die Kindheit, wie meine. Ich hoffe hier Hilfe und unterstützung zu finden.

GGL Steffi
Hallo Steffi,

sofern es mein verwirrter Kopf irgendwie zulässt (und die Tatsache, das ich mit mir selbst nicht im reinen bin) helfe ich dir gerne. Vielleicht eröffnest Du Topic und erzählst mal deine Geschichte (sofern nicht schon geschehen)?

Liebe Grüße
Alexa

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Re: Alexa und Verwirrung

Post 12 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Sa 23. Jun 2018, 11:24

Hallo Alexa,

das was wir tun, ist für sehr viele Menschen falsch und das kann ein großer Druck sein. Deswegen ziehst Du dir lieber den Tanga wieder aus, weil was ist wenn das jemand mitbekommt, sowas macht man ja schließlich nicht! Auch für mich und für viele Andere gibt es immer wieder Situationen, wo man sich hinterfragt. Es ist nur wenige Monate her, da war ich komplett zurecht gemacht und bekam ein Panikattacke und musste mir alles runterreißen. Und ich konnte nicht genau einordnen, wodurch diese verursacht wurde. Ich gehe aber stark davon aus, dass es etwas mit diesem Thema zu tun hat. Und das was wir tun, ist für die "normale" Gesellschaft verrückt - verrückt = anders verortet. Da ist es ganz klar, dass man sich manchmal fragt: was mache ich hier eigentlich? Aber das fragt man sich sowieso bei allem, egal was man macht.
Interessant fand ich auch Deine Bemerkung, Du spielst einen Zwergenkrieger und könntest nicht verstehen, warum Männer, Frauencharactere spielen. Auch da spiegelt sich das eingeimpfte Bild der Gesellschaft wieder. Ich spiele nur noch Frauencharactere (und habe das übrigens schon immer getan und wurde dafür auch von meinen damaligen Freunden komisch beäugt) und freue mich über den Umstand, dass vermehrt Spiele diese Möglichkeit bieten, oder gar ausschließlich nur durch einen weiblichen Hauptcharacter besetzt sind.
Und wusstest Du eigentlich, dass es in der nordischen Mythologie die Geschichte über Thor gibt - der ja als ewiger Sucher der Wahrheit gilt - , wo er sich in Frauenkleider hüllt und es ihn ganz wild macht?

Gruß
Kati
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Re: Alexa und Verwirrung

Post 13 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Sa 23. Jun 2018, 11:50

Kati_nx hat geschrieben:
Sa 23. Jun 2018, 11:24
Und wusstest Du eigentlich, dass es in der nordischen Mythologie die Geschichte über Thor gibt - der ja als ewiger Sucher der Wahrheit gilt - , wo er sich in Frauenkleider hüllt und es ihn ganz wild macht?
.. Jetzt ahne ich, wer da ein ganz weit entfernter Vorfahre von mir als anarchische Heidin sein könnte :idea: (Odin / Freia - Thor - ................. - Nicole). Und eine ewige Sucherin der Wahrheit bin ich auch. (moin)

Nur zur Info für die Christenheit wegen möglicher Anmaßung oder Überheblichkeit: Heidnische Götter sind mit dem allmächtigen Gott der Christen, Juden und Moslems NICHT zu vergleichen, sie sind lediglich als wichtige Vorfahren zu verstehen, die herausragende Fähigkeiten - wie die Macht über Blitz und Donner bei Thor - besaßen.

LG Nicole
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ExuserIn-2018-08-05
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Re: Alexa und Verwirrung

Post 14 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Sa 23. Jun 2018, 12:10

Der Fairness halber sei anzumerken, dass es Thor zunächst unbehagen bereitete, Frauenkleider zu tragen, weil man ihn als weibisch auslachen könnte. Er und Loki waren zusammen als Braut und Brautjungfer verkleidet um sich bei den Riesen einzuschleichen um seinen Hammer zurück zu holen. Aber es gibt da noch eine andere Stelle aus einem Buch von Christian Rätsch, die ich gerade nur nicht finde. Reiche ich nach sobald ichs hab. Nicht dass man mich aufgrund meines Halbwissens noch verurteilt.
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Re: Alexa und Verwirrung

Post 15 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Sa 23. Jun 2018, 12:33

Da habe ich wohl was durcheinander gebracht. Aalso Zitat aus dem Buch von Christian Rätsch - Abgründige Weihnachten: Von Odin heißt es in der Edda, dass er in Frauenkleider gehüllt hämmernd die Trommel schlägt, in Ekstase gerät und dadurch in andere Welten reisen kann.
Na immerhin, der Göttervater muss es ja wissen. Transgeschlechtlichkeit gab es laut Sexualforschern zu jeder Zeit, in jeder Kultur. Besonders auffällig sind dabei Schamanen aus allen Kulturen, denen man zumindest Geschlechtslosigkeit ansieht, zumeist aber auch männliche Schamanen weiblich erscheinen.
Für mich war das auch immer was alchemistisches, wenn ich Frauenkleider trug. Sozusagen die Vereinigung beider Welten. In der Pop- und Rockkultur spielt das ja auch immer wieder eine Rolle, siehe Prince, David Bowie, Aerosmith usw.

Gruß
Kati
Ich trage niemals Make-up, alles an mir ist natürlich!

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