...ganz schön dreist
...ganz schön dreist - # 3

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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MichiWell
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Re: ...ganz schön dreist

Post 31 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 11. Feb 2018, 12:29

Hallo Cybill,

ich stimme dir in allen Punkten zu, bis auf einem.

Menschen, die systembedingt keinen Anteil am Wohlstand nehmen können, weil sie oft genug gar keine Chance bekommen, sich ein dafür angemessenes Einkommen zu erarbeiten, in einem Atemzug mit Kriminellen und Kriegsverbrechern zu nennen, und so pauschal vorzuverurteilen, das geht gar nicht.

Besonders wenn man wie du selbst ein geregeltes Einkommen auf Lebenszeit hat, sollte man das bitteschön nicht vergessen. Es gibt gerade auch hier in "unseren Kreisen" mehr als genug Betroffene, die von Hartz-IV leben müssen, weil sie aufgrund ihrer Besonderheit an den Rand gedrängt werden.


Michi
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susanneb
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Post 32 im Thema

Beitrag von susanneb » So 11. Feb 2018, 13:00

wie hieß es früher, Der Ehrliche ist der Dumme, und heute lebt man nach dem Motto; nur der Dumme ist ehrlich.

Anders gesagt, kann man sehen wie sich eine Gesellschaft verändert, wenn es die Vorbilder auch nicht mehr so genau nehmen. Frei nach dem Motto, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, oder ein Vetrag ist nur ein Stück Papier. Beispiel: BvB und der Stürmer.

All die genannten Beispiele sind mir so oder in ähnlicher Form bekannt.
Vieleicht ist es auch einfach ein Ergebnis von unserem Wohlstand. Man geniert sich nicht mehr so einem anderm etwas wegzunehmen. Der hat ja genug.

Jemanden auf sein Fehlverhalten hinweisen klemme ich mir, da ist mir die Gefahr zu groß körperlichen Schaden zu nehmen. Ich habe mal jemanden gefragt, warum er sein Auto laufen läßt, an der Tanke, wenn er seine Zigaretten kauft. Da war ich froh nur mit einem dummen Spruch davon gekommen zu sein.

Und unsere örtiche Polizei sieht nach in die andere Richtung wenn sie an dem Dauerparker im absoluten Halteverbot vorbeifährt. Sind wir nicht für zuständig heißt es dann. Ich meine mich zu erinnern das das mal anders war.

Egal
Susanne
Giordano Bruno "Die allgemeine Meinung ist nicht immer die wahrste."

Cybill
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Post 33 im Thema

Beitrag von Cybill » So 11. Feb 2018, 13:55

Liebe Michi,

Lass bitte deine Sozialromantik stecken. Es stimmt nämlich nicht, dass ein Mensch, der es tatsächlich will, keine Chance auf Teilhabe hat. Es sind nun mal nicht die glamourösen Jobs, aber es ist zumindest die Möglichkeit seine Würde zu wahren.

Ich nehme an dieser Stelle die Leute, die aufgrund psychischer und physischer Probleme nicht am Arbeitsleben teilnehmen können, ausdrücklich aus.

Ja, es ist nicht unbedingt würdevoll, Sozialleistungen nach dem SGB II zu beziehen, aber verdammt nochmal, wir haben in diesem Land ein funktionierendes Sozialsystem, dass es erlaubt nicht sofort auf der Straße zu landen und das jemanden, der in eine individuelle Notlage kommt, die Möglichkeit gibt, nicht vollständig aus dem sozialen Kontext zu fallen.

Nach meiner Ansicht ist es auch vollkommen legitim, dass der Leistungsträger vom Leistungsempfänger die, demselben mögliche, Mitwirkung zur schnellstmöglichen Beendigung der Situation verlangt.
Hinfallen ist meiner Meinung nach, nicht das Problem, aber es sich auf dem Boden bequem machen, ist schon ein Problem. Genau an dieser Stelle liegt nämlich in diesem Bereich der Grat zwischen Solidarität und Selbstbedienung.

Was meinen Vergleich mit Himmler betrifft; ich vergleiche nicht die Taten, aber ich vergleiche wohl das gezeigte Unrechtsbewusstsein. Und richtig, ich gehe auch davon aus, dass wer mit lässliche Verfehlungen durchkommt, sich weiter steigern wird. Wenn dem nicht so wäre, bräuchten wir nicht diesen Fred zu füttern.

Im Übrigen verbitte ich es mir, meinen jetzigen beruflichen Status als eine Begründung für meine Haltung heranzuziehen, denn ich habe auch schon nach Jobverlust und Krankheit Sozialleistungen beziehen müssen, aber ich habe dies so schnell wie möglich wieder abgestellt.Daher weiß ich sehr gut, dass es möglich ist, aus der Situation wieder heraus zu kommen.

- Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Ronda_PTL
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Post 34 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » So 11. Feb 2018, 18:21

Hi liebe Mädels, Empörte, Aufgeregte, ...

nachdem so Vieles schon an Bsp. aus dem Alltag unserer Gesellschaft, die m.E. immer egomaner wird, immer selbstsüchtiger und rücksichtsloser zu werden droht, von Euch beschrieben wurde, hier auch noch ein Beispiel von mir, das v.a. eine andere Minderheit betrifft und uns das Leben schwerer, zumindest aber oft sehr ärgerlich macht.

Die mich schon länger lesen und kennen wissen vermutlich, dass ich leider als langjähriger CD auf Grund eines Schicksalsschlags meiner Herzallerliebsten, in einer besonderen Lage "gefangen" bin. Außer meines "zweiten Ichs" mit dem wir beide immer sehr gut klar kamen, mich meine Herzdame vorbildlich unterstütze (ki) , kommt seit einigen Jahren der Umstand hinzu, dass sie praktisch dauerhaft im Rollstuhl sitzen muss. Eine rasch verlaufende neurologische, chronische Erkrankung brachte sie binnen weniger Jahre dahin. :cry:

Wie sich seither unsere UMWELT verändert hat, will ich gar nicht im Detail beschreiben, das könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen. Wir haben gelernt mit kleinen Hindernissen, die schnell zu großen Problemen werden, relativ gut zurecht zu kommen. Schlimmer empfinden wir beide, wie selbst ehedem sehr vertraute Menschen, die man/frau für Freunde gehalten hatte (die in "guten Zeiten" sich auch so verhielten), allein durch die Erkrankung sich "bedroht" fühlen (es könnte ja auch sie treffen), damit überhaupt nicht klarkommen; statt zu fragen, sich zurückziehen, sich kalt verabschieden, selbst extra Streit und Scheinkonflikte heraufbeschwören, nur um für sich selbst eine Rechtfertigung zu konstruieren, den Kontakt abzubrechen, ganz aus deinem Leben zu verschwinden. Kein Einzelfall, kennen andere auch.

Die Krönung solchen Verhaltens sind dann die unzähligen Erfahrungen mit absolut bornierten, rücksichtslosen Zeitgenossen, die dir sogar das kleine Privileg der Nutzung von "Behindertenparkplätzen" neiden bzw. gar schlicht streitig machen, indem sie ihre dicken Autos genau da abstellen, weil sie wenige Meter Fußweg scheuen. Spricht man diese Rüpel höflich darauf an, weshalb sie so etwas tun, muss man sich des öfteren noch derbe Unverschämtheiten anhören, oder es werden einem auch schon mal Schläge angedroht. Was einem einfiele "wegen der paar Minuten so einen Aufstand zu machen! Gibt gleich ein Paar auf's Maul!"

Und das sind nicht nur jungen schlecht erzogene "Halbstarke", nein, im Gegenteil, die wissen sich oft besser zu benehmen, als die gut situierten "Best_Ager", die ihre Bäuche in ihren SUV mit Mühe hinters Lenkrad hieven. (ag)

Zur Ehrenrettung unserer (verrohten) Gesellschaft, will auch nicht unerwähnt lassen, dass wir auch schon rührende, herzerwärmende Beispiele der ganz anderen Art erfahren haben: Menschen die sogar im Abendkleid oder feinen Zwirn ihre Hilfe anboten, wenn ein Theater oder anderer Kulturtempel wieder mal den "barrierefreien Zugang" vergessen hat einzuplanen, die spontan Türen aufhalten, statt sie dir ins Gesicht fallen zu lassen, die in den verdammten Aufzügen, die meist NICHT Rolli_tauglich sind zupacken oder fragen, ob sie helfen könnten, gestresste Kassiererinnen, die im vollen Supermarkt beim Einpacken helfen, obwohl sie ihren Platz dafür verlassen müssen ... und ähnliche ermutigende Erlebnisse. Aber es kommt eben viel häufiger vor, dass die theoretisch gern betonte "INKLUSION" von Handicapped
Menschen, im Alltag nur zögerlich, wenn überhaupt gelebt wird. Das sagt IMHO viel über unsere gelebten Empathie-Werte, über Anspruch und Wirklichkeit in unserer Gesellschaft aus.

Nachdenkliche Grüße
Ronda.
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

Christiane
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Post 35 im Thema

Beitrag von Christiane » So 11. Feb 2018, 19:31

Ronda_PTL hat geschrieben:
So 11. Feb 2018, 18:21


Die mich schon länger lesen und kennen wissen vermutlich, dass ich leider als langjähriger CD auf Grund eines Schicksalsschlags meiner Herzallerliebsten, in einer besonderen Lage "gefangen" bin. Außer meines "zweiten Ichs" mit dem wir beide immer sehr gut klar kamen, mich meine Herzdame vorbildlich unterstütze (ki) , kommt seit einigen Jahren der Umstand hinzu, dass sie praktisch dauerhaft im Rollstuhl sitzen muss. Eine rasch verlaufende neurologische, chronische Erkrankung brachte sie binnen weniger Jahre dahin. :cry:
Willkommen im Boot Ronda

Meine Frau sitzt zwar nicht im Rolli, aber seit Beginn ihrer Erkrankung, hat sich unser "soziales" Umfeld extrem ausgedünnt.
Sogar aus der Familie sind einige einfach kalt verschwunden und haben nicht mal auf Glückwünsche zum Geburtstag u.ä. nicht mehr reagiert.
Manchmal haben wir das Gefühl, daß wir auf die Lepra-Insel verbannt worden sind. :mrgreen:
Um so mehr schätzen wir die wenigen ECHTEN Freunde die uns geblieben sind. In solchen Situationen lernt man erst wer die echten Freunde sind.
Und - die halten zu uns - denn - wir sind deswegen keine anderen Menschen geworden.

Das ist scheinbar die neue Zeit in der wir alle leben müssen.

"Kopf hoch, a wenn der Hals dreggerd is!" Das hat meine Oma immer gesagt. :lol: :lol:
In diesem Sinne.

Liebe Grüße
Christiane
Manchmal ist alles, was Du brauchst, eine dicke Umarmung - und neue Schuhe.

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Post 36 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » So 11. Feb 2018, 19:44

Christiane hat geschrieben:
So 11. Feb 2018, 19:31


"Kopf hoch, a wenn der Hals dreggerd is!" Das hat meine Oma immer gesagt. :lol: :lol:
In diesem Sinne.

Liebe Grüße
Christiane
HALLO an alle Franken unter uns. Eine wunderbare Sprache, das fränkische. Ich kannte mal einen, der sagte immer
"Liaba an dreggada Hals als an dreggada karraggada".

L.G. Valerie

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Post 37 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » So 11. Feb 2018, 19:56

Valerie Bellegarde hat geschrieben:
So 11. Feb 2018, 19:44
Christiane hat geschrieben:
So 11. Feb 2018, 19:31


"Kopf hoch, a wenn der Hals dreggerd is!" Das hat meine Oma immer gesagt. :lol: :lol:
In diesem Sinne.

Liebe Grüße
Christiane
HALLO an alle Franken unter uns. Eine wunderbare Sprache, das fränkische. Ich kannte mal einen, der sagte immer
"Liaba an dreggada Hals als an dreggada karraggada".

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Post 38 im Thema

Beitrag von Mina » So 11. Feb 2018, 20:10

Um Godds willn, su a Gschmarri habi ja no nie kärd! :D

Mina - ihres Zeichens Exilfränkin )))(:
Ziel: Human being -> Ist Dein Ziel erreicht, war es zu niedrig angesetzt -> Der Weg ist das Ziel!

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Post 39 im Thema

Beitrag von Katrin-Doris » So 11. Feb 2018, 20:23

Ein Hallo an Alle,

wenn ich in der Zeitung lese, dass sich unsere letzten Bundestagsabgeordneten mit allem Möglichen noch versorgt haben (unter anderen auch Laptops) dann brauch man sich doch nicht zu wundern, dass sich diese Mentalität beim normalen Bürger fortsetzt.
Ich weiß zwar nicht, wie ich reagiert hätte, wenn ich so etwas bemerkt hätte, wie am Anfang beschrieben (Nagellack). Lohnt es sich Krach zu machen oder zu diskutieren, bei solchen Verfehlungen? Manche Kassiererin ist total überlastet und die Handelsketten schlagen den Verlust auf den Preis. Wir als ehrliche Kunden bezahlen diese Verluste mit. Wenn ich dazu noch sehe, dass manche Filialen nur noch mit 2 Frauen besetzt sind, die nebenbei noch leere Regale auffüllen und sich mit dem Knopf im Ohr verständigen, dann ist doch der Missbrauch schon vorprogrammiert.
Es ist eine Kostensparmaßnahme, die nur den Aktionären hilft.
Auch diese, bediehnen sich sehr oft, legalisiert durch seltsame für uns unverständliche Vertragsklauseln bei uns.Warum muss ich als Autokäufer mein Geld verbrennen, wenn ich ein neues Auto kaufe? Bezahle ich damit nur den Fortschritt dieses Autos? Warum ist es meistens nach einem Jahr nur noch die Hälfte wert?
Das Autobeispiel war jetzt willkürlich gewählt, weil es genug andere Beispiele gibt, auch im sozialen Bereich. Damit meine ich die Anzahl von Krankenkassen oder Anzahl der Steuerfinanzierten Radio- und TV Sender. Alle haben Vorstände, die nach dem Motto arbeiten, reicht das Geld nicht, wird erhöht oder nach einer Neuregelung geschrien.
Diese Mentalität kann ich zu Hause nicht durchsetzen, weil es keinen interessiert und ich keine Lobby habe.

Das waren meine eigenen bescheidenen Ansichten dazu, die nicht immer stimmen müssen, weil ich ein Mensch bin, der auch Fehler machen kann und darf. Es werden zwar weniger, aber....

:::Katrin-Doris
:::Katrin, manchmal zickig, aber immer lustig...

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Post 40 im Thema

Beitrag von Christiane » So 11. Feb 2018, 21:12

Mina hat geschrieben:
So 11. Feb 2018, 20:10
Um Godds willn, su a Gschmarri habi ja no nie kärd! :D

Mina - ihres Zeichens Exilfränkin )))(:
Allmächd.
Wergli? Des kann i eds fasd ned glaam.

Christiane - auch Exil-Fränggin
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Post 41 im Thema

Beitrag von Simone 65 » So 11. Feb 2018, 21:37

Ronda . Ich gebe Dir recht . Auf einem Behindertenparkplatz geht gar nicht , NO GO. Wenn ich Menschen anspreche , gibt es Unverständnis und Beleidigungen. Selbst meine Mutter habe ich geschimpft. Sie ist alt , war die Antwort . Mmh .
Ronda , ich hoffe weniger schlechte Erfahrungen. Liebe Grüße Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

MichiWell
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Post 42 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 11. Feb 2018, 23:03

Hallo Ronda und alle anderen, die Angehörige pflegen,

ich habe große Achtung vor Menschen, die ihr Leben trotz Handicap meistern, und ebenso vor denen, die ihnen dabei helfen. (flow)

Ich versuche darauf zu achten, ob Menschen mit Handicap Hilfe benötigen, wenngleich ich mich auch nicht davon freisprechen möchte, dass es ich es in jedem Falle bemerke, wenn Unterstützung nötig ist. Und manchmal ist es auch eine Gratwanderung, denn nicht immer sieht man Menschen an, ob sie Hilfe haben wollen oder es gerade allein meistern wollen. - Schwierig, schwierig. Aber nicht so schwer, wie sein Leben mit einer Behinderung meistern zu müssen.
Ronda_PTL hat geschrieben:
So 11. Feb 2018, 18:21
Die Krönung solchen Verhaltens sind dann die unzähligen Erfahrungen mit absolut bornierten, rücksichtslosen Zeitgenossen, die dir sogar das kleine Privileg der Nutzung von "Behindertenparkplätzen" neiden bzw. gar schlicht streitig machen, indem sie ihre dicken Autos genau da abstellen, weil sie wenige Meter Fußweg scheuen. Spricht man diese Rüpel höflich darauf an, weshalb sie so etwas tun, muss man sich des öfteren noch derbe Unverschämtheiten anhören, oder es werden einem auch schon mal Schläge angedroht. Was einem einfiele "wegen der paar Minuten so einen Aufstand zu machen! Gibt gleich ein Paar auf's Maul!"

Und das sind nicht nur jungen schlecht erzogene "Halbstarke", nein, im Gegenteil, die wissen sich oft besser zu benehmen, als die gut situierten "Best_Ager", die ihre Bäuche in ihren SUV mit Mühe hinters Lenkrad hieven. (ag)
Das erinnert mich an ein Erlebnis, wo ich mal wieder meinen Mund nicht halten konnte: In Bad Schlema stellte eine junge Frau um die 30 ihren Hausfrauenpanzer quer über die 3 Behindertenparkplätze des Einkaufszentrums. Auf meine Frage ob das sein muss, weil 10 Meter weiter genügend Platz war, giftete sie mich an, sie hätte ihr Kleinstkind mit 40 Fieber zuhause allein gelassen, und müsse für dieses dringend ein Medikament holen. Da mein Weg an der Apotheke vorbeiführte und deren Tür offen stand, blieb ich einen Moment, um zu sehen, was sie holte. - Es war eine ganz normale Antibabypille. Ich war so sprachlos über diese Dreistigkeit, dass ich kein Wort über die Lippen brachte, als sie wieder aus der Apotheke heraus kam. :shock:
Ronda_PTL hat geschrieben:
So 11. Feb 2018, 18:21
Zur Ehrenrettung unserer (verrohten) Gesellschaft, will auch nicht unerwähnt lassen, dass wir auch schon rührende, herzerwärmende Beispiele der ganz anderen Art erfahren haben: Menschen die sogar im Abendkleid oder feinen Zwirn ihre Hilfe anboten, wenn ein Theater oder anderer Kulturtempel wieder mal den "barrierefreien Zugang" vergessen hat einzuplanen, die spontan Türen aufhalten, statt sie dir ins Gesicht fallen zu lassen, die in den verdammten Aufzügen, die meist NICHT Rolli_tauglich sind zupacken oder fragen, ob sie helfen könnten, gestresste Kassiererinnen, die im vollen Supermarkt beim Einpacken helfen, obwohl sie ihren Platz dafür verlassen müssen ... und ähnliche ermutigende Erlebnisse. Aber es kommt eben viel häufiger vor, dass die theoretisch gern betonte "INKLUSION" von Handicapped
Menschen, im Alltag nur zögerlich, wenn überhaupt gelebt wird. Das sagt IMHO viel über unsere gelebten Empathie-Werte, über Anspruch und Wirklichkeit in unserer Gesellschaft aus.
Ich wüsste nicht, warum die wenigen hilfsbereiten Menschen zur "Ehrenrettung der Gesellschaft" mit den ganzen Egoisten verrechnet werden sollten. Der Großteil schaut doch bewusst weg, lügt sich in die Tasche, dass er Wichtigeres zu tun hätte und sich schon irgend jemand anderes kümmern wird, weil wir ja so eine tolle Gesellschaft sind.

Nö, für Egoisten sind meine Empatiewerte sehr sehr niedrig.

Liebe Grüße
Michi
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Ronda_PTL
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Post 43 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Mo 12. Feb 2018, 00:41

Hi Ihr Lieben,

und ein herzliches DANKESCHÖN für die netten Repliken, die aufmunternden Worte, wie etwa von Christiane )))(:
Manchmal haben wir das Gefühl, daß wir auf die Lepra-Insel verbannt worden sind. :mrgreen:
Um so mehr schätzen wir die wenigen ECHTEN Freunde die uns geblieben sind. In solchen Situationen lernt man erst wer die echten Freunde sind. Und - die halten zu uns - denn - wir sind deswegen keine anderen Menschen geworden.
Das unterschreibe ich gleich doppelt! Einmal für die Beständigkeit einiger, weniger ECHTER Freunde und zum Zweiten, dass wir doch keine ANDEREN Menschen geworden sind, nur weil das Schicksal unsereins übel mitgespielt hat. (yes) (yes)

PS: An solche Sätze / Idiome aus dem "Fränggischen" erinnere ich mich auch, gerade von den offensichtlich immer zu Lebensweisheiten gut zu gebrauchenden Omas / Opas. Aber ich glaube, wir sollten uns dennoch bemühen, eine für alle dechiffrierbare Sprache zu schreiben, wenn wir nicht bald allein unter uns das Forum bestreiten wollen ... :lol: :lol:

A guaads Nächtle!

Ronda :))b
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Post 44 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Mo 12. Feb 2018, 00:47

Liebe Michi,

keineswegs "verrechnet", sondern anerkannt, weil sie die Hoffnung stärken, dass es noch ANDERE ZEITGENOSSEN unter den vielen Egomanen gibt.
Ich wüsste nicht, warum die wenigen hilfsbereiten Menschen zur "Ehrenrettung der Gesellschaft" mit den ganzen Egoisten verrechnet werden sollten.
LG Ronda
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Beitrag von MichiWell » Mo 12. Feb 2018, 01:01

Hallo Ronda,

mag sein, dass ich da mal wieder etwas genauer hingesehen habe. Mein uneingeschränkter Optimismus ist mir dank eben dieser Zeitgenossen nachhaltig abhanden gekommen ... du weißt was ich meine. :wink: Aber ich wollte dir den deinen nicht nehmen.

Liebe Grüße )))(:
Michi
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