Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Conny73
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Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 1 im Thema

Beitrag von Conny73 » Di 23. Jan 2018, 19:39

Hi ihr Lieben,

ich hab hier jetzt grad so ein "First-World-Problem" oder wie man das nennt. Ich hab ja nun grade damit begonnen den Trans-Weg zu gehen und nun muss ich am Samstag zu einem Gespräch in einem potentiellen neuen Arbeitgeber. Ich frag mich jetzt was ich machen soll. Soll ich direkt die Karten auf den Tisch legen und dem neuen Arbeitgeber erzählen was da auf ihn zu kommt (ich schätze die so ein, das die damit klar kommen würden - sind alle etwas ... verrückt) oder besser Klappe halten und in einem Jahr dann damit rausrücken? Einerseits hätte ich ein schlechtes Gewissen es nicht zu sagen, andererseits wissen dann völlig unbeteiligte von der Transitionsabsicht - und das noch vor meinen Eltern. Das Problem ist jetzt, das ich in der Firma zwei Leute kenne und einer von denen mit absoluter Sicherheit nicht die Klappe halten kann. Selbst wenn er wollte: er wird es nicht können. Und in unserem Ort ist das ganze in null Komma gar nichts mittels des Stille-Post-Prinzip an jedes Ende übermittelt (es kommt also nachher totaler Mist bei meinen Eltern an). Um mich bei meinen Eltern oder anderen Bekannten zu outen - so weit bin ich noch nicht. War schon schwer genug das bei meiner Schwester zu tun - bei Fremden ist mir das total egal. Denen tue ich ja nicht weh (und wenn doch: sind Fremde :))

Was meint ihr? Karten auf den Tisch und hoffen das wenigstens für 2 Monate dicht gehalten wird oder besser nichts sagen? Obwohl nichts sagen ja das Vorenthalten wichtiger Informationen wäre. Ist das blöd...

Liebe Grüße
Trillian
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heike65

Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 2 im Thema

Beitrag von heike65 » Di 23. Jan 2018, 19:59

Solang du nicht bereit bist dich gegenüber deinen Eltern zu outen würde ich das Transsein entweder nicht erwähnen oder das Vorstellungsgespräch ablehnen.
Ich tendiere zu letzterem.

Liebe Grüsse
Heike

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Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 3 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2018-08-04 » Di 23. Jan 2018, 20:54

Hallo Trillian,

wenn du noch ganz am Anfang stehst, würde ich im Bewerbungsgespräch nicht erwähnen, dass du trans bist. Zieh besser erst mal Familie und Freunde ins Vertrauen, dann kannst du den Kreis langsam erweitern und zum Schluss den Arbeitgeber informieren.

Ein schlechtes Gewissen brauchst du nicht zu haben. Die meisten Arbeitgeber haben auch keins, wenn sie jemanden ablehnen, weil er trans ist. :wink:

LG Daenerys

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Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 4 im Thema

Beitrag von _ChrisTine_ » Di 23. Jan 2018, 21:23

Hallo Trillian

Da du noch in der Anfangsphase bist würde ich es im Vorstellungsgespräch nicht erwähnen. Ich sehe das wie Daenerys, erst Familie und Freunde ins Boot holen und ganz zum Schluss den Arbeitgeber informieren. So lange Arbeitgeber die Gründe für eine Ablehnung nicht offen legen müssen muss man ihnen nicht alles auf die Nase binden. Außerdem sollte deine berufliche Qualifikation im Vordergrund stehen und nicht ob du trans bist oder nicht. Das erfährt der Arbeitgeber dann noch früh genug. (smili)

Liebe Grüße
_ChrisTine_

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Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 5 im Thema

Beitrag von MichiWell » Di 23. Jan 2018, 22:33

Hallo Trillian,

du schreibst doch selbst, dass du noch ganz am Anfang stehst. Also mach erst mal ganz ruhig. Es ist nur ein Vorstellungsgespräch. Du willst die Leute dort nicht heiraten. Erst mal abwarten, wie deine Entwicklung voranschreitet, und dein nahes Umfeld aufklären .. also deine Eltern und auch alle anderen die dir wichtig sind. Keiner von denen sollte das durch fremde Dritte erfahren müssen. Und wenn dich die Firma einstellt, vielleicht schon die Probezeit vorbei ist, und du mit deiner Entwicklung soweit bist, dass es langsam erkennbar wird wo die Reise hin geht, erst dann würde ich an deiner Stelle das Outing in der Firma angehen.

Ich habe mich gefragt, wie kommst du auf diese Frage kommst. Denkst du etwa darüber nach, einen radikalen Schritt zu machen, und in der Firma direkt als Frau anzufangen? Wenn ja, dann solltest du dir auch Gedanken machen, welche weiteren Konsequenzen das hätte, und dies vorher mit deinem Psychologen besprechen.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 6 im Thema

Beitrag von Conny73 » Di 23. Jan 2018, 22:47

Erstmal danke für eure Antworten.

Ich denke mir ist jetzt eine akzeptable Lösung eingefallen. Ich werde, falls es denn notwendig sein sollte und das Angebot gut ist, dem neuen Arbeitgeber lediglich sagen das ich unvermeidbar ein, zwei vielleicht auch drei mal im Monat für ein paar Stunden zum Arzt muss und alles andere erst in geraumer Zeit aktuell wird. Um was es genau geht, geht ihn ja erst mal nix an. So hab ich genug Zeit meine Angehörigen einzuweihen. Es ging mir hauptsächlich darum dem neuen Arbeitgeber nicht komplett dumm dastehen zu lassen und gleichzeitig ungewollte Stille-Post-Outings zu verhindern (da würde nur Bockmist rauskommen). Ich denke so ist es die beste Lösung die in der kurzen Zeit machbar ist. Mich jetzt bei allen in null Komma nix outen wäre auch nichts.

Finde das aber auch blöd von dem neuen Chef sich erst Monate lang gar nicht zu melden und dann alles über's Knie brechen zu wollen. Ist ja nicht so, das ich nicht versucht hätte dort irgend wen zu erreichen.

Nun denn. Mal sehen was kommt.

Liebe Grüße
Trillian
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Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 7 im Thema

Beitrag von MichiWell » Di 23. Jan 2018, 22:58

Ich noch mal ...

Letztlich ist es deine Entscheidung, was du machst. Aber überlege dir gut, was in einem (ersten) Vorstellungsgespräch wirklich Thema sein sollte. Auch mehrere Artztermine pro Monat gleich vorab anzudrohen, halte ich persönlich nicht für klug, so sehr dich dein Wunsch nach Ehrlichkeit ehrt. Wenn sie dich einstellen wollen, wird es auch noch ein weiteres Treffen geben, in dem es um den Vertrag geht. Und wenn nicht, dann wissen sie nichts über dich, das ohnehin nicht einstellungsrelevant sein sollte.

Du solltest das besser nicht mit dir allein ausmachen. Sprich mit deiner Schwester, wenn das mit dem Psychologen vorher nichts mehr wird.

Liebe Grüße
Michi
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Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 8 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Mi 24. Jan 2018, 05:10

Hallo Trillian,

die Firma vorab über mehrere male im Monat wegen Arztbesuchen stundenlang auszufallen halte ich für die denkbar schlechteste Idee.
Das gibt dem Chef jede Menge Optionen um zu spekulieren warum das so ist.
Auf TS kommt er dabei mit Sicherheit nicht.
Er wird allerlei möglichen Krankheiten im Kopf durchspielen, dich deshalb dann evtl gar nicht einstellen. Viele Arztausfälle können auch viele Krankmeldungen hinter sich herziehen.
Ich würde ein Vorstellungsgespräch ohne was sein könnte führen.
Du stehst am Anfang ohne Outings, der Schuss würde mit großer Wahrscheinlichkeit nach hinten losgehen.

LG Tatjana

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Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 9 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Mi 24. Jan 2018, 07:47

Hallo Trillian,

ich schließe mich den anderen Mädels vollumfänglich an. Sag erstmal nix!! Das dürfte in Deiner momentanen Situation das Beste sein, was Du tun kannst. Es gibt absolut keinen Grund, Dich jetzt schon bei einem POTENTIELLEN Arbeitgeber zu outen, zumal Du Dir evtl. sogar die Chancen auf eine Einstellung verschlechtern, wenn nicht sogar verbauen könntest. Hinzu kommt auch noch diese eine Labertasche in der Firma. Wäre es nicht total doof, wenn Freunde und Familie von Dritten und über 25 Ecken erfahren, was mit Dir los ist?

Letztlich musst Du entscheiden, wie Du das Ganze angehst. Wäre ich in Deiner Situation, würde ich es zunächst mal für mich behalten.

Alles Liebe
Michelle
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Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 10 im Thema

Beitrag von Conny73 » Mi 24. Jan 2018, 08:42

Hi,

erst mal danke für die Tipps.

Es handelt sich dabei ja nicht um ein Vorstellungsgespräch. Die Firma will mich von meinem aktuellen Arbeitgeber abwerben - es ist also nur von meiner Seite aus ein potentieller Arbeitgeber - die andere Seite will. Da es hier also nur um die Details geht (den schnöden Mammon also) fände ich es jetzt irgendwie unfair gar nichts zu sagen und sofort nach der Unterschrift dort mit "ach ja - ich muss jetzt übrigens laufend zum Arzt" um die Ecke zu kommen. Dort ist so wie ich das mitbekommen habe die Arbeitsatmosphäre eh sehr locker. Vielleicht kann ich dort ja auch ein Gleitzeit-Modell aushandeln mit gewissen Spielräumen was die Arbeitszeiten angeht.

Aber wie gesagt: Das Angebot muss eh stimmen und was ich gehört habe sind die dort wohl eh nicht so... großzügig was das angeht. Mal gugge.



Liebe Grüße
Trillian
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Re: Stellenangebot und die Frage die sich daraus ergibt

Post 11 im Thema

Beitrag von Anja » Mi 24. Jan 2018, 11:00

Hallo Trillian,

im ersten Gespräch würde ich es nicht erwähnen, aber doch schon vor der Vertragsunterzeichnung. Dein Gewissen sagt dir doch schon, wo es langgehen sollte, oder?
Das mit den (laufenden) Arztbesuchen würde erstmal ganz außen vor lassen. Mir ist ohnehin nicht ganz klar, was du damit meinst. Ich gehe alle 6 Monate zum Endo. Das wars. Ansonsten halt noch zum Hausarzt (wenn ich krank bin)...
Ich entscheide viel aus dem Bauch heraus. Wenn das Gespräch ziemlich locker und sympathisch verläuft würde ich eher damit rausrücken, als wenn ich mich beim Gespräch unwohl fühle. Also Situationsabhängig.
Da du nun schon aber weißt, das du diesen Weg gehen wirst, findet dein Gewissen, das der AG es auch wissen sollte. Das bedeutet ja nicht automatisch, das die eine Quasselstrippe es auch erfahren muss, oder?
Ich hätte jedenfalls in deiner Situation baldmöglichst meine Eltern auf dem "Outing-Zettel"

Grüße
die Anja
WER WILL FINDET WEGE. WER NICHT WILL FINDET GRÜNDE.

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