Umgang im Forum miteinander - das wünsche ich mir ...
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Jalana
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Umgang im Forum miteinander - das wünsche ich mir ...

Post 1 im Thema

Beitrag von Jalana » Do 3. Sep 2015, 19:19

... manchmal ein paar andere Verhaltensweisen untereinander.

Vor über drei Jahren bin ich aus thematischen Gründen auf dieses Forum gestoßen. Es gab auch noch andere, aber hier gefiel mir der Ton und der Umgang miteinander. Darum habe ich mich damals angemeldet.

Irgendwann gab es in diesem Forum einen Thread in dem eine Frau, die die Damenkleidung ihres Freundes gefunden hatte, in ihrem ersten Schock mit ihren Eltern darüber sprach. Der Freund war stinksauer über ihre Indiskretion, die sie nachträglich auch sehr bedauerte und sie erhoffte sich hier Ratschläge, wie sie die Angelegenheit mit dem Freund wieder in Ordnung bringen konnte. Was geschah dann? Statt Hilfestellung wurden ihr kübelweise Vorwürfe und Hass über den Kopf geschüttet. Einige Teilnehmerinnen versuchten mehrfach den inzwischen aus dem Ruder gelaufenen Thread wieder einzufangen. Leider vergebens! Die Anfeindungen wurden immer weiter von den gleichen Teilnehmern gepostet. Irgendwann wandte sich die Frau frustriert von dem Forum ab.

Leider war das nicht der einzige Thread, in dem testosterongesteuerte Beiträge, die zu jedem Männerstammtisch gepasst hätten, abgelassen wurden. Auch wenn es nur eine Minderheit betraf, wurde es mir zuviel. Irgendwann konnte / wollte ich diese Tiraden nicht mehr ertragen und nahm eine längere Auszeit.

Nach fast einem Jahr kehrte ich wieder hierher zurück. Leider wird hier immer mal wieder ein Thread aus allen möglichen Gründen an die Wand gefahren. Schade! Ich erhoffe mir gerade in diesem Forum mehr Empathie im Umgang miteinander. Schließlich wollen wir doch alle hier unsere mehr oder mindere Weiblichkeit ausleben. Deshalb wünsche ich mir:

- die Toleranz im Forum so zu erleben, wie wir sie uns auch draußen – in der Öffentlichkeit - erhoffen
- immer daran zu denken, dass wir alle Gästinnen in Anne-Mette’s Forum sind
- eigene Beitragsentwürfe gründlicher / noch einmal lesen bevor frau antwortet
- von Neulingen: Sich zuerst in die Thematik / Beiträge / Vergangenheit der Betroffenen einzulesen
- den eigenen Beitrag zu überprüfen, ob die Formulierung irgend jemand verletzen könnte
- statt mit dem verbalen Säbel zu rasseln, lieber einen Weidenzweig in die Hand zu nehmen
- sich hin und wieder auch mit dem vorletzten Wort zu begnügen
- statt „Das ist so!“ eher „Könnte es so sein?“ zu formulieren
- die Rechthaberei anderen Teilnehmern zu überlassen
- sich zu fragen, ob es nicht besser wäre, über den Beitrag noch eine Nacht zu schlafen
- vor dem Posting erst einmal die Faktenlage zu recherchieren

...

Jalana
Zuletzt geändert von Jalana am Fr 4. Sep 2015, 01:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 2 im Thema

Beitrag von Saskia.shewulf » Do 3. Sep 2015, 23:38

Hallo Jalana,

Das finde ich sehr gut das sind alles Punkte die ich so unterschreiben würde,mehr miteinander statt gegeneinander,
so sollte es auch im wirklichen Leben gehandhabt werden!



Lg Saskia

Silber!Stoppock reinhören.......................Ich gäb ihm mein Silber direkt in die Hand............
Wer keinen Mut zum träumen hat
-hat keine Kraft zum Kämpfen

Tanja-Yvonne
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 3 im Thema

Beitrag von Tanja-Yvonne » Do 3. Sep 2015, 23:44

Hallo Jalana,

ich bin nicht gerade die Vorzeigefrau für dieses Forum, aber ich finde Deine Liste mit Vorschlägen für die Kommunikation hier auf jeden Fall sehr schön und würde sie auch so unterschreiben. Bisher ist mir allerdings hier noch keine wirkliche Hetze in irgendwelchen Threads aufgefallen. Das habe ich bei anderen Foren schon wesentlich schlimmer gesehen. was die weibliche Empathie angeht, so habe ich auch im realen Leben einige Frauen getroffen, die diese leider ebenfalls abgeht.
Vielleicht ist einigen auch nicht wirklich bewusst, das andere mit der Art Ihrer Formulierungen verletzen könn(t)en. Wir können uns vielleicht auch angewöhnen, wenn wir den Eindruck haben, jemand könnte verletzt oder heruntergemacht werden, eine entsprechende Anmerkung zu machen, z.B. in dem Stil "Für mein Gefühl klingt diese Aussage etwas zu hart, meinst du das wirklich so?" , bzw. "Ich an Stelle der Threadschreiberin würde mich von dem Kommentar xy eher angegriffen und verletzt fühlen, könnte man nicht vielleicht auch anders darauf eingehen".
Das wären so meine Ideen zu dem Thema, allerdings muss ich dazu wiederholen, das mir bis jetzt noch keine so wirklich extremen Meinungen in den Threads, die ich bisher verfolgt habe, begegnet sind.

Viele liebe Grüße,
Tanja-Yvonne

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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 4 im Thema

Beitrag von lilijana » Fr 4. Sep 2015, 08:56

Hallo Jalana,

mir geht es manchmal genauso. Ich bin in letzter Zeit vielleicht nicht durch sehr konstruktive Beiträge aufgefallen, das liegt an mir und meinen Emotionen die ich im Moment nicht weiß zu handhaben. Dafür möchte ich mich bei allen entschuldigen. Auch war ich früher aktiver mitdabei, was evtl daran liegen könnte das ich mir meiner weiblichen Seite einen Riegel vorschiebe, aber auch manchmal dem Ton hier geschuldet ist. Auch wenn ich mich jetzt hier um Kopf und Kragen schreibe, ich möchte zu diesem Thema auch was sagen.

Du sprichst hier einige Punkte an, davon gefallen mir Empathie und ich fasse mal zusammen Selbstreflektion, am besten. Auch wenn manche Threads zu einem Männerstammtisch besser passen würden, so finde ich doch das die überwiedgende Mehrheit der Threads, wie soll ich es am besten sagen, ein gelebtes miteinander spüren lässt. Ich kenne andere Foren nicht, doch gefällt mir das miteinander hier in diesem Forum sehr gut. Mir geht es zumindest so, das wenn ich manche Threads lese, ich diese als sehr bedrückend empfinde da diese eine Tonart anschlagen die mir persönlich gegen mein empfinden geht. Auch finde ich es schade das einige Teilnehmer/innen sich aus welchen Gründen auch immer verabschiedet haben. Aber man muss ja nicht immer einer Meinung sein, hier in diesem Forum prallen eben viele verschiedene Persönlichkeiten und Ansichten zusammen.

Toleranz, ja wir selbst fordern sehr viel Toleranz von unseren Mitmenschen. Aber wenn es darum geht das wir selbst tolerant gegenüber anderen sein sollen, dann sieht es bei einigen düster aus. Ich muss zugeben ich bin manchmal auch geneigt nicht tolerant zu sein, so versuche ich dann aber mein Gegenüber oder seine Meinung wenigstenz zu akzeptieren. Viele von uns verlangen das sie ihre Ansichten und Überzeugungen gegenüber uns ändern, daher sollten wir auch selbst so flexibel sein unsere Überzeugungen und Ansichten zu ändern oder wenigstens die der anderen zu respektieren.

Empathie ist weiblich. Gerade diese Eigenschaft Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale anderer Personen zu erkennen, finde ich sollten viel mehr Menschen mitbringen. Manchen ist diese Eigenschaft angeboren, aber auch diejenigen denen es nicht angeboren ist können es lernen. Es währe vieles einfacher in unserer Gesellschaft.

Viele liebe Grüße
Lilijana
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 5 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Fr 4. Sep 2015, 09:03

Moin zusammen,

...dem bisher gesagten, zum Umgang der Forenteilnehmer/innen miteinander ist eigentlich nichts hinzuzufügen. das kann ich voll unterstützen, auch wenn es mir auch nicht immer gelingt, mich unmissverständlich und klar auszudrücken und ich bestimmt auch schon mal unpassend und ungerecht in meiner Wortwahl war; wir sind eben Menschen, die auch mal `nen Fehler machen, muss frau/man zu stehen können.

LG, Ulrike-Marisa :)

...handle so. wie du selbst behandelt werden möchtest... :wink:

ab08
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 6 im Thema

Beitrag von ab08 » Fr 4. Sep 2015, 09:47

Hallo,

mir geht's hier genauso wie Ulrike-Marisa.
Danke, Jalana (flo)

Liebe Grüße
Andrea
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Olivia
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 7 im Thema

Beitrag von Olivia » Fr 4. Sep 2015, 11:00

Hallo Jalana,
da kann ich Dir bei Deinen Vorschlägen zustimmen. Etwas anders formuliert würde ich auf deine Frage „In diesem Forum wünsche ich mir“ antworten:
Toleranz und Wertschätzung als Grundlage einer Diskussionskultur. oder, frei nach Immanuel Kant:
Handle nur so, dass die Grundlage Deines Handelns, also der Wille durch seine Maxime sich selbst zugleich als allgemeingültig betrachten könne. Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die Du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeingültig werde.

Liebe Grüße in die Runde von Olivia

Bettina
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 8 im Thema

Beitrag von Bettina » Fr 4. Sep 2015, 11:28

Hallo ihr Lieben,

da ich Jalanas Gedanken Wort für Wort unterschreiben kann, füge ich an dieser Stelle keine weiteren hinzu, sondern sage nur: (yes) und bitte, bitte lasst uns alle versuchen, immer höflich, nett und respektvoll miteinander umzugehen (smili)

Eine sich um Beachtung ebendieser Vorschläge bemühende
Bettina

Vicky_Rose
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 9 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 4. Sep 2015, 12:43

Natürlich ist das, was Jalana schreibt im wesentlichen richtig und ihre Vorschläge sind zu unterstützen. Aber was heißt: " mehr Empathie im Umgang miteinander" ?

Mir scheint, so manche versteht darunter ein "Weichspülen". Empathie heißt für mich, dass man sich in die Lage anderer Menschen hinein versetzen kann. (Warum das "weiblich" sein soll, ist mir ein Rätsel. Aber das nur am Rande.). Ich habe hier schon Beiträge erlebt, in der die Autorin ihren Partner beschuldigt, dass sein TS (ich benutze die männliche Form nur zur Unterscheidung) ihre Gefühle verletzt. Mit Verlaub, dass ist so nicht richtig und es verletzt den Partner in seiner Autonomie. Leider wurden Beiträge, die sich kritisch mit den Aussagen der Autorin beschäftigen, von einer erheblichen Anzahl von Diskutantinnen als unempathisch und verletzend für die Autorin hingestellt. Meine Frage: wo bleibt die Empathie für den TS-Partner, dem buchstäblich "Schuld" vorgeworfen wird ?

Darf man das nicht mehr sagen, nur weil das die Autorin verletzen könnte ? Empathie heißt nicht nur mit jemanden mit zu fühlen. Es heißt auch Motive und Persönlichkeitsmerkmale zu erfassen.

Man kann keinem Alkoholiker "helfen", in dem man mit ihm leidet. Er steckt in Persönlichkeitsstrukturen fest, die er selber aufbrechen muss, um mit der Sucht abzuschließen. Viele Menschen meinen in ihrem Bedürfnis zu helfen, dass man mit Alkoholikern nett und unterstützend sein müsse. Leider übersehen viele, dass sie in ihrem Wunsch zu helfen"coabhängig" sind und damit nur schaden, da der Abhängige dadurch keine Motivation erhält, seine Situation zu verändern. Wer's nicht glaubt, dem empfehle ich die Lektüre wie die von Jürg Willi.

Ein anderes Beispiel lässt sich bei der Erziehung von Kindern beobachten. Kindern, denen (nahezu) alles erlabt ist oder/und mit Dingen überschüttet werden, neigen dazu, mit Eltern und der Umwelt eine innere Haltung einzunehmen, die viel mit Selbstgerechtigkeit und fehlender Rücksichtnahme verbunden ist. Liebevolle Erziehung bedeutet für mich, dass auch Grenzen gesetzt werden, die auch eingehalten werden müssen.

Es ist nicht die Kritik, die verletzt. Es ist manchmal auch die fehlende Kritik bzw. das Vermeiden von Auseinandersetzungen. Aber, und in diesem Punkt gehe ich konform mit den genannten Vorschlägen, muss man bei seiner Wortwahl aufpassen. Nichts gegen tröstende Worte, aber manchmal sind aufrüttelnde Worte viel hilfreicher. Das erscheint nicht immer nett, ist es aber viel eher, als ein Weichspülen, dass die Konflikte verbirgt, statt sie zu lösen, denn es beschäftigt sich wirklich mit dem Gegenüber.

Wer, wie in meinem eingangs beschriebenen Beispiel die Schuld für die eigene Verletzung bei der TS des Partners sucht, ist mMn völlig auf dem Holzweg. Vielmehr sollte sie bei sich selber suchen, was wirklich die Verletzung verursacht. Das kann der Partner durch die vielen Lügen der Vergangenheit sein, aber für mich ist es viel wahrscheinlicher, dass es andere Gründe sind, die der Autorin zuzuordnen sind. Verletzter Stolz, die eigene Unfähigkeit, die scheinbar verlorene Achtung der Umwelt etc. sind ebenfalls mögliche Ursachen der Verletzung. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Situation wird hierbei zur Basis für die eigene Entwicklung. Man hat die Chance aus der Krise mit neuen Sichtweisen und gestärkt hervor zu gehen. Aber wenn man ihr in breiter Front Recht gibt, fehlt die Motivation zur Auseinandersetzung. Man kommt nicht aus der Sackgasse und sucht die Schuld immer bei anderen. Die Lösung liegt in einem selber.

Die Schlussfolgerung für mich lautet: Empathie und kritische Auseinandersetzung zu verbinden. Empathie heißt nicht, dass man anderen nach dem Mund redet, nur weil es ihnen schlecht geht. Klar ist eine Scheißsituation, wenn man, vielleicht nach Jahrzehnten erkennt, dass der Partner TS ist. Das Entscheidende ist, was mache ich für mich daraus ? Und wie können wir als Gemeinschaft in einem Forum wirklich helfen ?

Grüße
Vicky
Viele Grüße
Vicky

colibri
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 10 im Thema

Beitrag von colibri » Fr 4. Sep 2015, 13:53

Jalana,

ich kann deine Wünsche auch voll und ganz unterschreiben. Es jedem mal passieren, in der Wortwahl etwas daneben zu greifen (bitte dann nicht gleich Köpfen). Trotzdem bin ich der Meinung, dass es in diesem Forum doch recht gut geht (verbessern kann man sich immer). Ich habe schon Foren gesehen, da stellt jemand eine ernst gemeinte Frage und sofort geht der Shit-Storm los. Auf solche Foren kann man sicherlich verzichten.
Deine Ermahnung hilft vielleicht schon, dass wir uns noch mehr Mühe geben. (yes)

Liebe Grüsse,
colibri

ab08
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 11 im Thema

Beitrag von ab08 » Fr 4. Sep 2015, 18:08

Vicky_Rose hat geschrieben:Empathie heißt nicht nur mit jemanden mit zu fühlen. Es heißt auch Motive und Persönlichkeitsmerkmale zu erfassen.
...
Es ist nicht die Kritik, die verletzt. Es ist manchmal auch die fehlende Kritik bzw. das Vermeiden von Auseinandersetzungen. Aber, und in diesem Punkt gehe ich konform mit den genannten Vorschlägen, muss man bei seiner Wortwahl aufpassen. Nichts gegen tröstende Worte, aber manchmal sind aufrüttelnde Worte viel hilfreicher.
...
Empathie und kritische Auseinandersetzung zu verbinden. Empathie heißt nicht, dass man anderen nach dem Mund redet, nur weil es ihnen schlecht geht. ...
Danke Vicky,

so verstehe ich den Begriff Empathie -->
Sich Situation der betroffenen Person einfühlen und zu helfen, so weit man es vermag. Konstruktive Kritik ist da bisweilen notwenig.
(Meine Schüler hören das öfter von mir. Lob, Aufmunterung und Kritik je nach Situation. Eltern, die nur loben und alles erlauben, vernachlässigen die Kinder.)

LG
Andrea
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Joe95
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 12 im Thema

Beitrag von Joe95 » Sa 5. Sep 2015, 10:43

Vicky_Rose hat geschrieben:...Ich habe hier schon Beiträge erlebt, in der die Autorin ihren Partner beschuldigt, dass sein TS (ich benutze die männliche Form nur zur Unterscheidung) ihre Gefühle verletzt. Mit Verlaub, dass ist so nicht richtig und es verletzt den Partner in seiner Autonomie. Leider wurden Beiträge, die sich kritisch mit den Aussagen der Autorin beschäftigen, von einer erheblichen Anzahl von Diskutantinnen als unempathisch und verletzend für die Autorin hingestellt. Meine Frage: wo bleibt die Empathie für den TS-Partner, dem buchstäblich "Schuld" vorgeworfen wird ?...

Ein sehr schönes Beispiel dafür wie es nicht sein sollte.
Liebe Vicky, du interpretierst hier etwas hinein.
Ich habe diesen Beitrag auch gelesen und weiß das dort nirgendwo etwas von "Schuld" steht.
Was dort steht ist das die Transition Gefühle verletzt. Das stimmt natürlich.
Eine Transition verletzt nicht nur die Gefühle von Partner(in) und Familie, sie belastet das ganze Umfeld, bereitet Schmerz und Kummer und bedroht die ganze Familie als solche.
Aber da kann man nicht sagen "Du hast Schuld" (wobei ich es so verstanden habe dass die Autorin das auch garnicht wollte).

Hier kann man genau so wenig von Schuld reden wie bei einer Krankheit, einem Unfall oder dem Opfer einer Naturkatastrophe.


Ich denke viele Missverständnisse entstehen dadurch, dass einige Aussagen und Formulierungen von verschiedenen Personen ganz verschieden benutzt und vor allem verstanden werden.
Den Weg sehe ich vor mir, es wird Zeit für den einen oder anderen Schritt.

Amanda72
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 13 im Thema

Beitrag von Amanda72 » Sa 5. Sep 2015, 11:47

Hallo
Joe hat geschrieben: Ich denke viele Missverständnisse entstehen dadurch, dass einige Aussagen und Formulierungen von verschiedenen Personen ganz verschieden benutzt und vor allem verstanden werden.
Stimmt genau. Diesen Brief mit seiner sehr per persönlichen Note, habe ich, weil er so öffentlich war, so aufgefasst dass der Partner verletzt werden sollte. Er machte auf mich den Eindruck, der Frau wäre die Hutschnur geplatzt, weil ihr Partner weiter ging als sie es noch hätte akzeptieren können. Dementsprechend habe ich darauf geantwortet und wurde dafür von vielen Seiten gerügt.

Bei der allgemeinen Kritik meiner Antwort, wäre wohl auch die Frage gerechtfertigt gewesen, wo gerade die Empathie verblieb. Besonders weil einige hier zu glauben scheinen, nur Frauen wären dazu wirklich befähigt und ich hätte gar keine. Jedenfalls empfand ich den Inhalt und den öffentlichen Status des Briefes als anklagend und verletzend für die betreffende TS.
Wenn also „mehr Empathie im Umgang miteinander“ erwartet wird, sollte das für alle gelten, auch für die BioFrauen, die hier dabei sind. Besonders wenn sie die eigene Empathie als so gross empfinden und sie dem Gegenüber völlig absprechen. Ebenso sinnvoll wäre es gewesen, wenn man Sätze im Konjunktiv nicht nur lesen, sondern auch verstehen täte.

So und jetzt dürft ihr mich wieder in der Luft zerreissen. :)

Liebe Grüsse
Amanda

Vicky_Rose
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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 14 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mo 7. Sep 2015, 06:19

Hallo Joe,
doch mit deinen Gefühlen ( Weiblichkeit/ frau sein wollen) verletzt du meine Gefühle als Partnerin.
Was ist das anderes, als eine Schuldzuweisung ?

Aber darum geht es in diesem Fred nicht. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es eher um die Frage, wie man hier miteinander umgeht. Ich habe das nur als Beispiel angeführt, wie man mit (vermeintlicher ?) Empathie verletzen kann, auch wenn man meint, Gutes zu tun. Mir scheint dabei das genannte Beispiel sehr treffend zu sein. Der zitierte Satz könnte auch anders lauten:

"Ich achte Deine Gefühle, aber ich fühle mich auch verletzt, weil ich erst nach der langen gemeinsamen Zeit erkennen muss, wie wenig ich Dich kenne."

Wird der Unterschied klar ? Hier geht es es nicht darum, jemandem eine Schuld zuzuweisen, sondern des wird die eigene Verstrickung gesucht. Die Autorin bliebe, wie man so schön sagt, bei sich selber und benutzt Ich-Aussagen und respektiert den Anderen. Eigene Gefühle haben in der Regel ihre Ursache in einem selber. Diese gilt es zu erforschen.

Bei einem Shitstorm ist es das gleiche. Es steckt praktisch immer ein Muster dahinter. "Der Andere ist Schuld, verhält sich falsch und das bekommt er zu hören." Es wird sehr gerne übersehen, dass es trifftige Gründe gibt, weshalb man selber so scharf reagiert. Und die liegen in einem selber.

Kritische Auseinandersetzung heißt für mich immer, Respekt zu zeigen, eigene Positionen zu beschreiben und Unterstellungen und den persönlichen Angriff zu unterlassen. Worte wie "Du bist ..." oder Absolutheitansprüche wie "immer", "nie" fordern immer Widerspruch heraus, da sie, oftmals unterschwellig, angreifen, auch wenn das nicht so gemeint ist.

Ich würde mir wünschen, dass in diesem Forum diese im Grunde sehr einfachen, aber leider manchmal unbequemen Dinge mehr Beachtung fänden. Man muss nicht mit Kritik sparen, weil man Angst hat zu verletzen, sondern es geht darum, wie man sie äußert. Sehr hilfreich ist die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen, warum man gerade "hochgeht".

Vielleicht hilft auch der Satz, dass man mit einer Aussage mehr über sich selber verrät, als man tatsächlich in der Sache aussagt.
Viele Grüße
Vicky

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Re: In diesem Forum wünsche ich mir ...

Post 15 im Thema

Beitrag von Magdalena » Mo 7. Sep 2015, 08:26

Hallo zusammen,

oft spielen Einem die eigen Empfindungen einen Streich. Man schießt über das Ziel hinaus, ohne der Absicht einen verletzen zu wollen. Weil die Interessenslagen unterschiedlich sind, Partnerin oder Betroffener. Es kommt zum so genannten Tunnelblick. Alles was sich am Rand abspielt fällt aus dem Gesichtsfeld, wird unwichtig. Oder man hält sich und seine Meinung für das einzig richtige. Bei aller Kritik, sie kann helfen das eigene Gesichtsfeld zu erweiteren, so sollten doch niemals beleidigende Äußerungen gewählt werden. Und wie es hier schon erwähnt ist, die Emotionen abkühlen lassen, und mit klaren Kopf am nächsten Tag sich zu Wort melden. Einige graten in nicht vorhersehbare Konflikte und machen sich hier Luft, in dem sie ihre Situation schildern. Das Wenigste, was sie jetzt brauchen sind Vorwürfe. Eher Anregungen, wie sie das Problem lösen können, sind gefragt.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

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