Eure Erfahrungen im Umgang mit Männern und Frauen - in der Öffentlichkeit
Eure Erfahrungen im Umgang mit Männern und Frauen - in der Öffentlichkeit - # 4

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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FallenMycraft
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Re: Eure Erfahrungen im Umgang mit Männern und Frauen - in der Öffentlichkeit

Post 46 im Thema

Beitrag von FallenMycraft » Sa 16. Mär 2019, 08:31

Hallo zusammen,

ich glaube hier passt das am besten rein. Ich war ja an Weiberfastnast en femme mit meiner Frau unterwegs und da haben wir auch kurz unsere Kosmetikerin getroffen. So richtig kennt sie den Hintergrund noch nicht.
Jedenfalls habe ich mir gestern Termine in Vorbereitung auf das XXL-Treffen geholt. Maniküre / Pediküre ist halt wichtig ;-)

Da meinte meine Kosmetikerin zu mir:
Ich hätte Sie ja nicht erkannt. Hat es denn Spaß gemacht? Ja? Das sollten Sie öfters machen, sie sehen echt gut aus, sehr überzeugend.
Na wenn das nicht mal ein kompliment ist. :D

LG Daniel (flow)
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Frl_Astrid
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Re: Eure Erfahrungen im Umgang mit Männern und Frauen - in der Öffentlichkeit

Post 47 im Thema

Beitrag von Frl_Astrid » Sa 16. Mär 2019, 09:21

FallenMycraft hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 08:31
Hallo zusammen,

ich glaube hier passt das am besten rein. Ich war ja an Weiberfastnast en femme mit meiner Frau unterwegs und da haben wir auch kurz unsere Kosmetikerin getroffen. So richtig kennt sie den Hintergrund noch nicht.
Jedenfalls habe ich mir gestern Termine in Vorbereitung auf das XXL-Treffen geholt. Maniküre / Pediküre ist halt wichtig ;-)

Da meinte meine Kosmetikerin zu mir:
Ich hätte Sie ja nicht erkannt. Hat es denn Spaß gemacht? Ja? Das sollten Sie öfters machen, sie sehen echt gut aus, sehr überzeugend.
Na wenn das nicht mal ein kompliment ist. :D

LG Daniel (flow)
huhu ,das ist schon mehr als ein Kompliment ,schon fast ne Aufforderung den Namen usw zu ändern
mit lieben Grüssen und ein baldiges kennenlernen

Astrid (dr)

Simone 65
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Re: Eure Erfahrungen im Umgang mit Männern und Frauen - in der Öffentlichkeit

Post 48 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Sa 16. Mär 2019, 14:03

Ich sitze am Stuttgarter Schlossplatz und genieße die Sonne. Ein Mann setzt sich zu mir. Er hat Interesse an mir . Wir unterhalten uns. Er merkt wie ich bin. Ich stehe aber auf Frauen und habe auch eine Partnerin. Er fragt mich höflich. Ich erzähle und auch das ich froh bin in Deutschland zu leben. Er ist Italiener. Es war schön mit ihm zu reden.
Liebe Grüße Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

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Re: Eure Erfahrungen im Umgang mit Männern und Frauen - in der Öffentlichkeit

Post 49 im Thema

Beitrag von Diva » So 17. Mär 2019, 15:31

Die Diva und der Apotheker

I.

Zum Feierabend hin überkam mich Fieber. Es hatte wohl keiner gemerkt, denn ich brachte die Projektsitzung mit gewohnter Contenance zum Ende, verabschiedete die Leute und schaltete Beamer und PC aus. Verflixt, bloß nicht krank werden! Meine VÄ/PÄ war noch nicht durch und ich hatte keinen Arzt. Lieber verrecken, als ein Outing bei einem Arzt durchzuziehen. Das entwürdigte mich. Also fuhr ich zur Apotheke. Es war so klar, dass auch der nette junge Mann hinterm Tresen stand. Er kam förmlich angerannt, um seinen gelangweilten Kolleginnen zuvorzukommen. Ich deckte mich mit den üblichen nicht verschreibungspflichtigen Drogen ein.
"Aber Sie wissen schon, dass das nicht die Ursache bekämpft?"
Er lächelte und ließ kein Auge von mir. Schau nicht so genau hin! Mein Make-up war zwar noch relativ frisch, aber das Fieber trieb mir mehr Röte auf die Wangen, als es schicklich war.
"Na dann geben Sie mir was, das die Ursache bekämpft! Es muss was Freiverkäufliches sein. Ich will nicht zum Arzt!", maulte ich.
Der Apotheker verschwand kurz an seinen tausend Schubladen und kam mit ein paar Schächtelchen zurück.
"Alles homöopathisch - zum Abschwellen der Schleimhäute in Rachen und Nase. Sie können die Packungen komplett leeren, Nebenwirkungen gibt's keine."
Misstrauisch beäugte ich die Medikamente, nahm sie in meine spitzenumspannten Hände.
"Gut, das ist genau das Richtige für mich: Alles leer machen und schnell gesund werden. Nehm' ich!"
Er kassierte mich ab - und es knisterte. Ginge es mir nicht so dreckig, hätte er mich auf einen Café eingeladen - oder ich ihn? Schließlich war ich eine emanzipierte Frau und nicht verlegen, mir zu nehmen, was ich wollte.
"Dann wünsche ich Ihnen gute Besserung! Werden Sie schnell wieder gesund!"
Er verabschiedete mich überschwänglich.

II.

Dann kam der schwarze Monat, in dem ich ein Geschenk zurückgeben wollte. Die Hoffnungslosigkeit hatte den Zenit überschritten. Ich lebte nicht mehr, funktionierte nur noch, zog Meetings und Sitzungen durch und verschwand dazwischen auf der Toilette, um den letzten Rest Nahrung von mir zu geben. Schnell das Make-up um den Mund rum und den Lipstick erneuern - und weiter ging's. Äußerlich perfekt sein, keine Emotionen zeigen.
Meine Hormone waren alle und die verfluchte VÄ / PÄ noch immer nicht durch. Ich hatte die Neubeschaffung schleifen lassen, weil ich nicht davon ausgegangen war, nochmals etwas zu benötigen. Auf dem Rezept stand wie immer die Anrede 'Frau' kombiniert mit diesem fremden, männlichen Vornamen - ekelhaft.
Die Sonne schien und es waren milde zehn Grad. Ich lavierte meine 6m-Karre in eine enge Parklücke, um möglichst nahe am Eingang zu stehen. Denn ich zog meine süße Rosen-Pelzjacke nicht drüber, sondern stolzierte erhobenen Hauptes im blütendurchwirkten Spitzenoberteil durch das Center. Die Volants meines langen 50er-Jahre-Rocks wippten. Da fielen etlichen Damen und Herren die Augen raus. Glotzt nur, ich bin das schönste Monster weit und breit!
Ja, ja, ich wusste es eigentlich besser, dass sie nicht wegen Trans glotzten, sondern wegen meines Outfits. Das hatte ich bei gleicher Klientel mit weniger auffälligen Klamotten schon getestet. Aber ich hatte keine Kraft mehr, die Dinge zu sehen, wie sie waren.

Was, wenn der nette junge Mann da wäre? Verflucht, daran hatte ich gar nicht gedacht! Der würde die komische Kombination von Anrede und Vornamen lesen und sofort die schriftliche Bestätigung bekommen, dass ich keine geborene Frau wäre! Damit war die Aussicht auf einen gemeinsamen Café gestorben. Niemals würde der sich mit einer Kreatur einlassen, jetzt, wo er es schriftlich hatte.
Und wie befürchtet, stand der nette junge Mann am Tresen, erkannte mich sofort und strahlte mir entgegen. Komischerweise kam es nicht zur erwarteten Gesichtsentgleisung, als er das Rezept las. Hatte er das jetzt nicht gecheckt? Verstand ich nicht. Zu allem Unglück war das Zeug ausgerechnet heute nicht da. Als Trostpflaster suchte er mir eine große Probe einer hochwertigen Duschpflege heraus. Merkwürdiger Vogel – hassen sollte er mich! Zumindest müsste er mich verachten, verlachen! Anscheinend ging ich ihm dermaßen am Arsch vorbei, dass es noch nicht mal dafür reichte. Ich war dermaßen gleichgültig, dass ich weder Hass noch Ablehnung auszulösen vermochte. Anpflaumen wollte ich ihn, warum er weiterhin dermaßen scheißfreundlich tat und mich permanent anlächelte? Doch es war nur ein stummer Schrei. Ohne ein Wort machte ich auf dem Absatz kehrt und ging mit meiner ohnmächtigen Wut hinaus. Ich war fertig mit der Welt.
Jeder neue Tag ist die Bestrafung dafür, noch immer am Leben zu sein.

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