Vorstellung
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Wer möchte, kann sich vorstellen: bitte kurz fassen
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Cookie
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Vorstellung

Post 1 im Thema

Beitrag von Cookie » Sa 9. Feb 2019, 18:54

Hallo allerseits,

ich bin bei meiner Recherche nach Antworten auf dieses Forum gestoßen.
Kurz zu mir:
Ich werde in wenigen Monaten 30 Jahre jung. Komme aus dem Raum Frankfurt am Main und das bei meiner Geburt festgestellte Geschlecht ist männlich.
Aber ich wäre nicht hier, wenn es dort kein Problem geben würde.


Seit ich mich erinnern kann wollte ich gerne weiblich sein.
Ich habe das im Kindergarten das erste Mal bemerkt. Ich habe lieber mit den Mädchen gespielt, bis einige Jungs mich damit aufgezogen haben.
Von dem Zeitpunkt an habe ich nur noch mit den Jungs gespielt.
Als ich älter wurde habe ich das Vergangene als Phase abgestempelt und versucht zu verdrängen.
Kurz vor der Pubertät holte mich das wieder ein. Dort war ich einmal so weit zu akzeptieren, dass ich nicht nur gerne ein Mädchen wäre, sondern mich wie ein Mädchen fühle. Ich hatte sogar einige Klamotten. Ich wurde von meinem Vater einmal in diesen erwischt. Und er reagierte so negativ wie man überhaupt reagieren konnte. "Was stimmt mit dir nicht? Geht dir dabei einer ab? Das ist krank ... sollen wir dich am Montag in dem Aufzug in die Schule schicken?" Sogar von Kinderheim war die Rede.
Ich heulte furchtbar und konnte ihn überzeugen nur mal neugierig gwesen zu sein.
Seit diesem Tag ist das Verhältnis zwischen mir und meinen Eltern sehr schlecht geworden.
Die Pubertät war die Hölle. Ich bin südländischer Abstammung und mein Körper ist behaart wie der eines Affen.
Meine Teengarzeit war geprägt von Alkohol und Drogen. Der falsche Freundeskreis. Ich habe mich irgendwann wieder gefangen. Ich stand vor dem Abschluss an der Realschule, hatte schulterlange Haare und fand keine Ausbildung. Mein Vater hat mich gezwungen mir die Haare wieder kurz zu schneiden. Und ich habe die erst beste Ausbildung angefangen die ich bekommen konnte. (KFZ-Mechatroniker) Wieder mir kurzen Haaren, einem Körper der sich mehr oder weniger zum Mann entwickelt begann meine zweite große Phase in welcher ich mich selber belogen habe.
"Du bist ein Mann, du stehst auf Frauen, du interessierst dich für Autos" und was man sich sonst noch alles einredet.
Ich beendete die Ausbildung und habe einige Jahre gearbeitet, als die innere Unzufriedenheit immer größer wurde.
2013 habe ich die Abendschule besucht. Und 2015 gekündigt und ein Studium angefangen. Ein von Männern dominierter Bereich. Maschinenbau. Ungefähr zu dieser Zeit wurde mein Kopfhaar immer lichter und ich habe mir einen Entschluss gefasst und ab diesem Zeitpunkt eine Glatze rasiert. Zeitgleich ließ ich mir den männlichsten Vollbart wachsen den mir Mutter Natur ermöglicht. Nach außen sagte ich immer. Ich muss ja das Gleichgewicht halten.
Mit dem Bart hatte ich zum ersten Mal Selbstbewusstsein als Mann. Neidische Komplimente von anderen Männern und auch bei den Frauen funktionierte es auf einmal besser. Ich war nie in der Lage eine Beziehung einzugehen, weil ich meinen Körper hasse. Aber ab diesem Zeitpunkt fühlte ich mich erstmals als Mann. Im Nachhinein betrachtet hat das für mich jetzt vieles nur noch schlimmer gemacht. Den jetzt bin ich verunsichert. Seit einem Jahr habe ich massive Schlafstörungen. Ich liege nachts im Bett und starre Löcher in die Dunkelheit. Ab und an muss ich weinen. Mein Leben wurde zur Quahl. Vor allem da ich wegen finanzieller Gründe wieder zu meinen Eltern ziehen musste. Vor wenigen Tagen ist mein ganzes Kartenhaus an Lügen welche ich mir selber seit Jahren erzähle zusammengebrochen.
Ich arbeite in einer Tankstelle, weil das Studium nicht mehr Zeit hergibt für einen anderen Job. Der Job macht mir Spaß und wenn ich auf der Arbeit bin, dann vergesse ich für eine Weile meine Ängste, Sorgen und Sehnsüchte. Es war gerade viel los, vor mir stand eine junge Dame um die zwanzig Jahre. Aber an ihr war etwas besonderes. Es war eine Transfrau. Körperbau, Stimme, Gesichtszüge waren bei genauerem Betrachten doch noch maskulin. Aber ein Lächeln so hübsch das ich glaube mich ein wenig verliebt zu haben. Da Kartenzahlung mit Lastschrift habe ich eine Unterschrift benötigt. Ich legte Ihr den Beleg hin und fragte mit einem Lächeln nach einem Autogramm. Ein Lächeln ihrer Seite mit einem "Wenn du so nett fragst, dann will ich mal nicht so sein." Die Stimme war schon etwas tiefer als man auf den ersten Blick erwarten würde. Als sie sich umdrehte wünschten wir uns noch ein schönes Wochenende. Als der Kunde hinter ihr bemerkte, dass es eine Transfrau ist machte er irgendeine homophobe Bemerkung welche ich nicht ganz verstanden habe. Sie lächelte einfach weiter und wünschte dem Herrn ebenfalls einen schönen Tag. Er blieb verdutzt stehen zur Belustigung mehrere anwesender Kunden.
Diese Selbstsicherheit und das souveräne Auftreten dieser jungen Frau haben mich den Rest des Tages nicht mehr losgelassen. (Sie fuhr einen schwarzen Audi A3 neuren Baujahres mit kölner Kennzeichen. Evtl. ist sie ja sogar hier anwesend und erkennt sich wieder.) Ich möchte ihr für diese Begegnung danken. Denn es machte mir so deutlich wie noch nie. "Ich möchte das auch!" Ich will auch selbstsicher als Frau leben und auftreten können.
Ich habe für mich den Entschluss getroffen das Studium zu beenden, vollzeit arbeiten zu gehen und eine Therapie anzufangen welche mir hilft Angst und Zweifeifel zu beseitigen.
Einer jahrelangen guten Freundin konnte ich mich bereits anvertrauen. Sie hat es sehr positiv aufgenommen und ist bereit mich mental dabei zu unterstützen.

Ich habe mich letztendlich hier angemeldet um unter gleichgesinnten Menschen Kontakte zu knüpfen und um Erfahrungen auszutauschen. Denn niemand versteht unser Leid und unsere Sorgen so gut wie Männer und Frauen welche den gleichen steinigen Weg vor sich haben.


Sorry, ist etwas länger geworden. (cof)
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VanessaL
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Re: Vorstellung

Post 2 im Thema

Beitrag von VanessaL » Sa 9. Feb 2019, 21:05

Herzlich willkommen ...

melde Dich be mir, wenn Du reden möchtest ...

Liebe Grüße
Vanessa
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

lexes
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Re: Vorstellung

Post 3 im Thema

Beitrag von lexes » Sa 9. Feb 2019, 21:51

Also .. für die Story / den Werdegang und vor allen das Maß an Selbstreflektion bekommst Du jeweils ein :

- Wow

- Richtig Gut

- Schulterklopfer

- in den Arm nehmen und mal kräftig drücken

... und ein Plüsch-Einhorn ... man weiß nie wann so etwas mal gebraucht wird ...



An Deiner Art zu schreiben / sicher auch zu denken erkennt man schon das Du niemals „Der Typ“ sein wirst / kannst ... da schwingt sehr viel Frau mit => Du bist hier ergo goldrichtig.

Glückwunsch zu Deiner Entscheidung ... das wird sicher einiges schwerer , in der Sumne aber alles besser machen.

Eltern haben leider 2 grundlegende Probleme.
1: In der Regel sind sie meist älter 🙃 und daher mit starreren Normen aufgewachsen ( blöde Aktion von Deinem Dad, aber sicher kein Ausdruck menschlicher Boßhaftigkeit )
2 : Sie sorgen sich um die Zukunft Ihrer Kinder und fühlen sich verantwortlich jedes (subjektive) Fehlverhalten zu ahnden....
=> ich bin sicher das Du da nicht alleine bist.
Auf der anderen Seite ist es leichter einen großen Schritt aus einem ohnehin unterkühlten Verhältnis zu machen ... wem soll man da noch weh-tun.

Ich freue mich sehr drauf Deine weitere Geschichte hier zu verfolgen ( insbes. da ich meinen ersten bewusst gewählten Kontakt zu einem anderen Menschen während ich mal „keine Jeans“ anhatte, in einer Tankstelle hatte.. ich werde weder den Abend noch die Person oder die gewechselten Worte vergessen.

Starte doch mal einen Thread : Mein Weg zu mir ... oder so .. und dann nutze den als eine Art Tagebuch. Hier wird Dir immer zugehört, Du bekommst Tipps & Anregungen. Außerdem ist es immer gut sich auszutauschen oder einfach mal nur zu reden.

Dann freue ich mich jetzt schon auf den Tag an dem in Deinem Thread von DEINEM ersten Besuch als Frau in einer Tankstelle berichtet wird ... wie Du den / die Kassierer(in) beeindruckt hast und dabei so gut warst, das sich die anderen Anwesenden nicht mal zu einem blöden Spruch haben hinreißen lassen.

Schön das Du hier bist..

Liebe Grüße

Lexi

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Re: Vorstellung

Post 4 im Thema

Beitrag von Cookie » Sa 9. Feb 2019, 23:32

Vielen Dank für die herzliche Begrüßung.

Ich hoffe sehr, dass ich bald den Mut haben werde mit meinen Eltern darüber zu reden.
Aus diesem Grund ja die Therapie. Das was ich die letzten 20+ Jahre verkorkst habe muss ja wieder gerade gebogen werden, damit ich auch wirklich glücklich werden kann.
Wenn ich nicht für mich selber die volle Akzeptanz aufbringen kann, wie kann ich es dann von meinen Mitmenschen erwarten?

Einen Thread werde ich sicherlich starten. Ich dachte sogar an Vlog, da ich mir viele Videos in den letzten Tagen angeschaut habe, welche mir bereits enorm geholfen haben. Ich wünsche vor 13 Jahren hätte es derart nützliches Material gegeben. Aber was hilft es der Vergangenheit hinterher zu trauern, wenn ich einen langen Weg vor mir habe. Da der erste Schritt bereits erledigt ist und jetzt sogar schon zwei mir wichtige Menschen davon wissen, gibt es keine Ausreden mehr.
Die Geschwindigkeit bestimme ich, aber ab jetzt geht es vorwärts!
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Inga
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Re: Vorstellung

Post 5 im Thema

Beitrag von Inga » So 10. Feb 2019, 01:28

Hi Cookie,

sei willkommen hier im Forum!

Ich finde es auch beeindruckend, was du von deinem Werdegang zum Entdecken und Aufleben deiner Weiblichkeit schreibst.
Und ich bin sicher, dass du hier viele Anregungen und Begleitung auf deinem weiteren Weg findest.

Noch eine Frage habe ich: Ist Cookie wirklich dein (gewählter Mädchen-)Name oder musst du dir noch einen passenderen Namen aussuchen?

Liebe Grüße
Inga
)))(:

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Re: Vorstellung

Post 6 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » So 10. Feb 2019, 07:12

Hallo Cookie,

wow!
Da hast Du mit Deinen fast 30 Jahren ja schon einiges durchlebt.
Schade, dass auch Dein Elternhaus so konservativ ist, so werden Kindern nur sinnlose Fesseln angelegt.
Wenn Dein Studium gut läuft, solltest Du es nicht beenden, für Deinen jetzt eingeschlagenen Weg dürfte es kein Hindernis sein.
In vielem erkenne ich Parallelen, nur hats bei mir viiiieeel länger gedauert.

Wünsche Dir alles Gute!

Lieben Gruß
Bea
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Re: Vorstellung

Post 7 im Thema

Beitrag von Luna » So 10. Feb 2019, 08:09

Hallo Cookie,

danke für die ausführliche Vorstellung und herzlich willkommen hier bei uns.
Eine tragische Geschichte, aber auch schön, dass Du nun soweit bist, die ersten Schritte auf Dich selbst zuzugehen.
Ich denke, Du findest hier sowohl Frauen mit einer ähnlichen Vita wie Du als auch solche mit einem Auftreten wie Deine Kundin; vielleicht sogar in einer Person. Ich wünsche Dir hier viele interessante Diskussionen, wertvolle Tipps und hilfreiche Begegnungen.

Alles Liebe
Luna

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Re: Vorstellung

Post 8 im Thema

Beitrag von Emilia » So 10. Feb 2019, 09:09

Hallo Cookie,
willkommen unter Deines gleichen,
so oder so ähnlich sind viele hier mit ihrem Problem groß geworden. Allerdings ist die Reaktion Deines Vaters absolut inakzeptabel. Solche Sachen ließt man immer wieder hier und bereitet mir alles andere als gute Gefühle.
Für Deine bevorstehenden Absichten, kannst Du Dir hier genug Input holen oder Angebote wie sie Vanessa geboten hat, annehmen.
LG. Emilia.
Wer über seinen Schatten springt und stolpert, sollte ihn sich von allen Seiten betrachten.

Cookie
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Re: Vorstellung

Post 9 im Thema

Beitrag von Cookie » So 10. Feb 2019, 15:44

Inga hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 01:28
Hi Cookie,

sei willkommen hier im Forum!

Ich finde es auch beeindruckend, was du von deinem Werdegang zum Entdecken und Aufleben deiner Weiblichkeit schreibst.
Und ich bin sicher, dass du hier viele Anregungen und Begleitung auf deinem weiteren Weg findest.

Noch eine Frage habe ich: Ist Cookie wirklich dein (gewählter Mädchen-)Name oder musst du dir noch einen passenderen Namen aussuchen?

Liebe Grüße
Inga
)))(:
Cookie ist tatsächlich nur ein Spitzname. Ich habe noch keinen Namen gewählt, weil ich wenn ich bereit dazu bin mich vor meinen Eltern zu outen, finde ich sollten sie ein Recht haben zumindest einen Namen vorschlagen zu dürfen. Das macht es für sie evtl. einfacher.
Meinen Jungen-Namen wollte ich hier persönlich nicht angeben.
Da ich eine kleine Naschkatze bin musste ich aber auch nicht lange überlegen.
Aber wenn ich ehrlich bin steht die Namensfindung nicht weit oben auf meiner Prioritätenliste. Alles kommt mit der passenden Zeit.

Bea Magdalena hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 07:12
Hallo Cookie,

wow!
Da hast Du mit Deinen fast 30 Jahren ja schon einiges durchlebt.
Schade, dass auch Dein Elternhaus so konservativ ist, so werden Kindern nur sinnlose Fesseln angelegt.
Wenn Dein Studium gut läuft, solltest Du es nicht beenden, für Deinen jetzt eingeschlagenen Weg dürfte es kein Hindernis sein.
In vielem erkenne ich Parallelen, nur hats bei mir viiiieeel länger gedauert.

Wünsche Dir alles Gute!

Lieben Gruß
Bea
Das Studium lief angangs super. Seit einem Jahr hingegen gar nicht mehr. Die Regelstudienzeit ist vorbei, ich habe effektiv die Hälfte des Studiums beenden können. Meine Schlafstörungen haben dafür gesorgt, dass ich in diesem Semester sogut wie gar nicht in den Vorlesungen war. Und Maschinenbau ist ein Studiengang, den man nicht mal schnell auf einer Pobacke absitzen kann. Ich liege mit meinen Leistungen auch im Durchschnitt. Aber ich bin nicht anfang zwanzig, so wie der Großteil meiner Kommilitonen.
Ich bin mir sicher ich könnte es schaffen, wenn ich meinen ganzen Fokus auf das Studium legen könnte.
Es ist jetzt aber Zeit mal den Fokus auf meine Bedürfnisse zu legen.
Der zweite Punkt ist der finanzielle. Ich bin in das Studium mehr oder weniger spontan. Ersparnisse im Vorfeld gingen gegen null.
Ist es überraschend wenn ich schreibe ich shoppe halt gerne? ;-)
Jedenfalls habe ich Verträge, Versicherungen und sonstige Fixkosten, welche durch meine monatlichen Einnahmen gerade so abgedeckt werden. Uneingeplante Kosten wie eine kürzliche Reparatur meines Autos machen die Situation nicht besser. Ich habe ja bereits geschrieben, dass ich auf Grund des Studiums wieder bei meinen Eltern wohne. Für meine geplante Transition brauche ich aber finanzielle Unabhängigkeit und vor allem Freiraum.
Beides ist so aktuell nicht möglich.

Liebe Grüße zurück.
Zuletzt geändert von Cookie am So 10. Feb 2019, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Céline
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Re: Vorstellung

Post 10 im Thema

Beitrag von Céline » So 10. Feb 2019, 17:32

Hi Cookie,
Herzlich Willkommen hier bei uns.Danke für deine Vorstellung...sie hat mich zum nachdenken gebracht.
Dein Erlebnis in der Tankstelle war bei mir in ähnlicher Weise aber bei mir war es ein Bericht einer Transfrau im Fernsehen der bei mir den Gedanken auslöste das bei mir auch so ist und mich nicht mehr losließ.Ich konnte an nichts anderes mehr denken und machte mich auf die Suche.
Bis dann
Liebe Grüße
Céline
Man muss wählen
Zwischen Herz und Vernunft.
Ich gehorche dem Herzen.

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Re: Vorstellung

Post 11 im Thema

Beitrag von Jasmine » So 10. Feb 2019, 17:47

Hi, herzlich willkommen in diesem schönen Forum.
Danke für die ausführliche Vorstellung.
LG Jasmine
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AndraAuri
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Re: Vorstellung

Post 12 im Thema

Beitrag von AndraAuri » Di 12. Feb 2019, 11:50

Hallo Cookie, danke für deine schöne Vorstellung. Ich finde es klasse, dass Du nun nach vorn schaust und dieses Erlebnis in der Tankstelle Dich so inspiriert hat, endlich den Schritt nach vorn und in deine eigene, glückliche Zukunft zu gehen! Du wirst hier sehr viel finden, was dir helfen kann, willkommen also, lg :-)

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Re: Vorstellung

Post 13 im Thema

Beitrag von Zita » Di 12. Feb 2019, 14:24

Cookie hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 15:44
Das Studium lief angangs super. Seit einem Jahr hingegen gar nicht mehr. Die Regelstudienzeit ist vorbei, ich habe effektiv die Hälfte des Studiums beenden können. Meine Schlafstörungen haben dafür gesorgt, dass ich in diesem Semester sogut wie gar nicht in den Vorlesungen war. Und Maschinenbau ist ein Studiengang, den man nicht mal schnell auf einer Pobacke absitzen kann. Ich liege mit meinen Leistungen auch im Durchschnitt. Aber ich bin nicht anfang zwanzig, so wie der Großteil meiner Kommilitonen.
Ich bin mir sicher ich könnte es schaffen, wenn ich meinen ganzen Fokus auf das Studium legen könnte.
Es ist jetzt aber Zeit mal den Fokus auf meine Bedürfnisse zu legen.
Der zweite Punkt ist der finanzielle. Ich bin in das Studium mehr oder weniger spontan. Ersparnisse im Vorfeld gingen gegen null.
Hallo Cookie,

auch von mir ersteinmal ein herzliches Willkommen! Ich bin hier in dem Forum auch noch recht neu und war deshalb noch recht ruhig. Zu dem Thema Studium möchte ich Dir aber ans Herz legen, mach da keine übereilten Schritte!

Ich kann Dir nur raten, auch wenn es hart ist, versuch Dein Studium fertig zu bekommen. Gerade für Menschen, die abseits des Mainstreams stehen, ist eine solide berufliche Basis sehr sehr hilfreich. Und gerade ein Maschinenbau-Studium ist für quere Menschen eine gute Ausgangsbasis. Auch wenn Ingenieure auf den ersten Blick als eher mürrisch und konservativ gelten, kann ich aus meiner subjektiver Erfahrung sagen, das gerade unangepasste Menschen hier recht gut aufgehoben sind. Die meisten Ingenieure, die ich so kenne, sind im einem positiven Sinne recht uninteressiert, was persöhnliche Eigenheiten des Gegenübers angeht, solange man fachlich gut mit einander auskommt.

Und wenn Du Zeit brauchst, kannst Du auch ein oder zwei Urlaubssemester einlegen. Wenn es Probleme mit Prüfungen gibt, dann melde Dich rechzeitig bei Deiner Studienberatung bzw. beim zuständigen Prüfungsausschuss. Im Zweifel kannst Du bei sowas auch das Gleichstellungsreferat hinzu ziehen. Die können in Deinem Fall bestimmt vermitteln. Eine anstehende Transition ist da eigentlich auch "nur" eine Art von vielen Härtefällen, mit denen sich entsprechende Gremien herumschlagen. Normalerweise sind die dort tätigen Personen hilfsbereit und problemlösungsorientiert. Schwierig ist es immer nur, wenn Studierende solange mit ihren Problemen hinterm Berg halten, bis nichts mehr machbar ist. Vielleich gibt es an Deiner Uni auch ein vom ASTA betreutes Quer-Referat, dass Dir im Verwaltungsdschungel Deiner Uni helfen kann.

LG Zita

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Re: Vorstellung

Post 14 im Thema

Beitrag von Cookie » Di 12. Feb 2019, 16:09

Hallo Zita,
danke für die ausführliche Antwort.
Ich verstehe was du mir damit sagen möchtest.
Aber auf Grund dessen, dass ich ja auch einige Probleme im Studium habe die durch meine persönlichen Probleme nur verstärkt werden, sehe ich aktuell keinen großen Sinn das Studium zu beenden. Ich bräuchte noch zwei Jahre mindestens. Eher drei. Und das auch nur wenn jetzt alles funktionieren würde.
Das kann ich mir finanziell leider nicht erlauben. Meine Eltern sind mittlerweile in Rente und können mich nur soweit unterstützen, dass ich mietfrei bei ihnen Wohnen darf. Hier und da auch mal mit ner kleinen Finanzspritze wenn es wirklich hart kommt. Aber auch das geht nur bedingt und ist mir echt unangenehm...
Das ist ein Zustand wie er nicht weiter gehen kann. Und nach einem Urlaubssemester wieder ins Studium zu finden wird auch nicht leicht. Ich war so lange aus der Schule draußen, dass es mir schon schwer fiel überhaupt die Abendschule zu bestehen und mit einem Studium anzufangen. Natürlich habe ich mich dann auch gleich für so einen richtigen Brocken entschieden...
Ich habe ein Jobangebot als Geschäftspartner bei meinem besten Freund einzusteigen. Er hatte mir auch schon angeboten neben dem Studium bei ihm zu arbeiten um jetzt schon zu lernen wie alles dort abläuft und dann nach dem Studium entscheiden könne ob ich wirklich mit einsteige oder ob ich meinen Weg weiter gehe. Ich bin vor ihm noch nicht geoutet, ob das Angebot auch für eine Geschäftspartnerin gilt weiß ich also nicht. Das war bisher keine Option, weil ich dann in die Gegend von Koblenz ziehen müsste. Denn auf Aushilfsbasis selbst für 12€ die Stunde würde ich mehr Krafstoff verbrauchen als ich dort neben dem Studium mehr verdienen würde als im jetztigen Job. Dann auch noch 3h Autofahrt pro Tag.
Ich habe ihn bereits gefragt ob das Angebot noch gilt, ich hier aber privat noch einige Sachen zu regeln habe und daher erst in einem halben Jahr oder Jahr anfangen könnte. Ich habe ihm auch erzählt, dass ich eine Therapie anfange. Wegen was weiß er halt noch nicht.
Er meinte das Angebot steht noch exklusiv für mich. Das gespräch musste aber unterbrochen werden, wir möchten uns die Tage noch einmal in Ruhe unterhalten.
Ich weiß nicht ob ich da schon mit der Tür ins Haus fallen soll. Bis jetzt habe ich mich nur vor Freundinnen geoutet. Die haben auch alle positiv reagiert.
Morgen steht übrigens wieder ein Outing an. Drückt mir die Daumen!

Obwohl ich seit Tagen am Lesen bin, weiß ich immer noch nicht genau was alles auf mich zukommen wird. Arztbesuche, Behördengänge, Therapie, kosmetische Eingriffe, lange ernste Gespräche und und und. All das muss zeitlich und finanziell gestemmt werden können. Ich habe mich bereits exmatrikulieren lassen, wie in meinem anderen Thread zu lesen ist. Und in der folgenden Nacht konnte ich für meine Verhältnisse gut schlafen, weil einfach eine Belastung schon mal weg ist. Weil außer Arbeiten, Vorlesungen, lernen, essen, schlafen und pendeln hatte ich in den letzten drei Jahren kein Leben mehr. Und man sieht mir das echt an.

Ich wurde gefragt wieso ich nicht ein Studienkredit von 10.000€ aufnehmen würde? Ich bin bereits verschuldet wegen dem Studium und ich hatte jetzt auch keinen Nerv mehr mich darüber zu infomieren an welche Bedingungen das gekoppelt ist.
Fakt ist das Studium ist jetzt erst einmal Geschichte. Ob ich das später irgendwann bereuen werde kann ich nicht sagen. Ich bereue so vieles, da macht es eine Sache mehr auch nicht schlimmer. Außerdem waren die 3 Jahre nicht umsonst. Ich könnte jederzeit wieder anfangen und mir je nach Studiengang vieles bis alles anerkennen lassen.
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!Marie!
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Re: Vorstellung

Post 15 im Thema

Beitrag von !Marie! » Di 12. Feb 2019, 19:46

Hi Cookie,

so schlimm ist das Outing gegenüber Jungs auch nicht! Natürlich drücke ich dir die Daumen.

Ausserdem kann outen etwas zur Sucht werden und es ist schade, wenn nichts mehr übrig ist (smili)
Erst die Nervosität, dann Gespräch und danach plumps Stein vom Herzen..auch wenns mal
eine negative Rückmeldung gibt...

bei meinem Bruder hatte ich grösste Bedenken und hab mir wirklich das Hirn zermartert.
Heute verabschiedet er sich mit Ciao Bella bei mir (dr) danke Brüderchen..

Puh, es gibt nicht den Weg für alles was du vor hast.
Das du erst einmal zu einer Therapeutin gehst ist aber schon richtig, ich habe von Anfang
an meinen Hausarzt eingeweiht und er ist meine "Schaltzentrale".
Wenn du absehen kannst, das die Indikation kommt, mache einen Termin in der Endokrinologie,
die Endos sind meist sehr beschäftigt und als neue Patientin musst du schon mal 2 - 3 Monate warten.
Auch da würde ich schauen jemand zu finden, der schon länger im Thema ist...
Bring am Besten gleich einen Befund vom Urologen mit zum Endo, meist wollen die wissen ob
da alles unauffällig ist, wenn sie sichs nicht selber anschauen.

In der Zeit kannst du mal Probetermine wegen Haarentfernung machen, aber auch da am Besten
einen Hautarzt mit angeschlossenem Institut suchen, da das die Krankenkassen am liebsten sehen.
Die meisten rechnen keine Leistungen mehr mit Kosmetikerinnen ab-leider.

Bleib einfach entspannt-das fliesst alles langsam ineinander...

alles Liebe Marie (flo)
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

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