NZZ: Die Frau, die kein Mann mehr sein will
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Anne-Mette
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NZZ: Die Frau, die kein Mann mehr sein will

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier nachzulesen: https://www.nzz.ch/gesellschaft/die-fra ... ld.1599401

Gruß
Anne-Mette
JaquelineL
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Re: NZZ: Die Frau, die kein Mann mehr sein will

Post 2 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Anne-Mette,

Danke für den Verweis!

Ein interessant geschriebener Artikel. Ich frage mich, ob Sam vielleicht durch das Testosteron dazu kam, die Situation direkter und selbstbestimmter anzugehen - vielleicht ist es aber auch nur ein weiterer Schritt in der persönlichen Entwicklung gewesen. Ich habe mich gefreut, dass zumindest die direkte Familie zu Sam steht und nicht am "Verlust" der ursprünglichen Physiognomie zerbrochen ist, trotzdem der Weg im Nachhinein von Sam als falsch angesehen wird. Ein echter Glücksfall, wie es scheint.

Traurig finde ich, dass die Kritik am Normativen der Community und der Behandlungen beileibe nicht unberechtigt ist. Schon vor Jahren hörte ich auch von Personen, die mit der T-Diagnose betraut werden, den Begriff der "Trans-Fabriken": man wird auf das Fließband gesetzt und muss selbst darauf aufpassen, bei Zweifeln herunterzusteigen. Auch bei meiner eigenen "Begleitung" kann ich das bestätigen, aber immerhin wurde kein Druck auf mich ausgeübt und ich habe die Möglichkeiten wahrgenommen, meinen eigenen, nicht konformen Weg zu gehen.

Wahr ist aber auch, dass Retransitionen gerne von "Gegnern" genutzt werden, um Transitionen allgemein zu verteufeln oder gar das Transsein infrage zu stellen. Das passierte in diesem Bericht nicht und daher habe ich ihn gerne gelesen: Einen Blick hinter den Vorhang, dieses Mal aus einer anderen Perspektive, empfinde ich als förderlich für die Diskussion und vielleicht ja auch für die eine oder andere Person, die sich "auf den Weg macht" und so etwas besser verstehen lernt, wie wichtig die Erkenntnis (und dazu führende gründliche Betrachtung) zum eigenen Selbst für einen positiven Weg ins weitere Leben ist.

Liebe Grüße
Jackie
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Re: NZZ: Die Frau, die kein Mann mehr sein will

Post 3 im Thema

Beitrag von Céline »

Ein sehr gut geschriebener Artikel den ich definitiv bestätige. Wenn ich davon ausgehe wie lange ich gebraucht habe in den Spiegel zu sehen und tatsächlich „Céline „ zu sehen und das mit anderen Beispielen vergleiche werde ich bei der enorm gestiegenen Zahl von gerade Transmännern schon nachdenklich. Ich kenne selbst ein junges Mädchen das immer Psychische Probleme aus anderen Bereichen hat und von heut auf morgen entschied Trans zu sein.
Und selbst ich wurde in meiner Anfangszeit gerade aus der Transfrauenseite tatsächlich dazu aufgefordert Dinge zu tun die ich nicht gut fand und nicht wollte. Ich führte in der Zeit hier in der Klinik genau wegen dieser Thematik unglaublich gute Gespräche mit mehreren Transfrauen die sehr selbstreflektiert waren. Es gibt nicht nur den einen strickten Weg der mit all seinen Operationen und Hormonen gegangen werden muss sondern viele Individuelle und das muss erkannt werden. Denn eine Aussage z. B. machte mich mal sehr nachdenklich „ Ohne OP bist du keine Frau“
Ich hätte es vielleicht auch ohne OP geschafft weil ich mit mir endlich im reinen bin aber habe mich dafür entschieden. War es wirklich richtig?? Die Zeit wird es zeigen.
Céline
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Marlene K.
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Re: NZZ: Die Frau, die kein Mann mehr sein will

Post 4 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Für mich, so sehr ich das Schicksal von Sam bedauere, lese ich hier heraus, wie wichtig es ist sich selbst zu hinterfragen.

Auch ich habe Depressionen unabhängig von meiner Identität.
Auch ich bekomme laufend Zuschreibungen aus Teilen der queeren Community. Oft widersprechen sich diese diametral je nach Perspektive des Zuschreibenden, ob schwuler Mann oder trans Mensch...

Nichts davon ändert etwas an der Tatsache, dass es keinen Weg gibt von Außen meine Identität fest zu stellen oder mir die Verantwortung für meine eigenen Fehler zu nehmen.

Gut an dem Artikel ist, dass dieser auch die Brüche verdeutlicht, die bei Sam schon vorher da waren. Nur Sam kann für sich beantworten, warum Sam die nicht gesehen hat... oder sam kann die Verantwortung im außen suchen.

Liebe Grüße

Marlene
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: NZZ: Die Frau, die kein Mann mehr sein will

Post 5 im Thema

Beitrag von Aria »

Ralf-Marlene hat geschrieben: So 7. Feb 2021, 11:02 .....wie wichtig es ist sich selbst zu hinterfragen.
Genau so ist das! Eine Eigenschaft die viele heute nicht mehr haben. Vllt liegt das an unserer schnelllebigen Zeit. Denn gerade Zeit ist dabei der entscheidende Faktor. Sich Zeit geben, um Dinge wieder und wieder zu überdenken. Heute ist alles zu jeder Zeit verfügbar. Das stumpft ab und man bekommt das Gefühl, dass man sich genau so schnell entscheiden müsste. Ich kenn keine Studien aber ich könnte wetten, dass der Anteil der early-onset TS bei der Detransition viel höher ist als bei den late-onset TS. Denn gerade die haben doch schon einige Zeit damit zugebracht sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
¡no lamento nada!
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