Was ist daran gut, ein Mann zu sein?
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blauschnee
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Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 1 im Thema

Beitrag von blauschnee » So 23. Nov 2014, 21:27

Hallo,
ich habe eine Frage eher an die Männer hier, die trotz allem gerne Mann sind, und es auch bleiben möchten. Alle anderen sind natürlich auch herzlich eingeladen, etwas beizutragen, wenn sie wollen :)
Woher weiß man als Mann, dass es richtig und gut ist, ein Mann zu sein? Was bekräftigt Euch in Eurem Entschluss ein Mann zu bleiben? Ich frage das, weil ich für mich herausfinden möchte, wo ich stehe und ich diese Frage für mich nicht beantworten kann. Vielleicht helfen mir Eure Gedanken aus Eurem Standpunkt aus gesehen ein bisschen weiter.

Das ist mein erster richtiger Beitrag in diesem Forum und wer etwas mehr über mich wissen möchte, kann im Vorstellungsforum meine Vorstellung lesen, die seit gestern dort zu finden ist :) http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... f=2&t=9408 (vielleicht doch noch nicht so komplett, wie ich es gerne hätte)

Liebe Grüße
Blauschnee

marabella68
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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 2 im Thema

Beitrag von marabella68 » So 23. Nov 2014, 23:25

Hallo,
ich war schon immer ein Mann, bin ein Mann und bleibe ein Mann. Das war für mich nie die Frage !
Aber, warum ist es gut ein Mann zu sein, der ab und zu mal Frauenkleider trägt ? Ganz einfach: Nur als Mann kann ich spüren wie erregend und aufregend das Tragen von Frauenkleidung sein kann. Ich glaube eine Frau kann dass nicht, weder wenn sie ihre geschlechtsspezifische eigene Frauenkleidung trägt, noch wenn sie Männerkleidung (reine Männerkleidung gibts ja ohnehin immer weniger) trägt.
Das ist es, warum ich lieber ein Mann bin, als eine Frau :)p :()b :lol: .
Liebe Grüße
von
Marabella
Frau sein nur zum Spaß. Outing kommt gar nicht in Frage.

blauschnee
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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 3 im Thema

Beitrag von blauschnee » So 23. Nov 2014, 23:38

Hallo Marabella,
danke für Deine Antwort. Mann sein, damit man sich manchmal an Frauenkleidung freuen kann, das ist auch ein schönes Motiv :) Mir ging es aber eher darum, woran man sich sicher sein kann, immer ein Mann zu bleiben wollen. Das ist etwas, das ich für mich ergründen möchte, weil mir selbst dazu keine Antwort einfällt.

Liebe Grüße,
Blauschnee

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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 4 im Thema

Beitrag von Regina-57 » So 23. Nov 2014, 23:42

Hallo,
weil es vor der Männertoilette in der Regel keine so großen Schlangen gibt (888)
weil ich meinem Sohn ein Vater sein will (gitli)

es gibt für mich viele Gründe, warum ich Mann bleibe und machmal eben gerne Frau bin

Patti

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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 5 im Thema

Beitrag von Cybill » Mo 24. Nov 2014, 12:39

Keine Mensis, keine hormonell bedingten Stimmungsschwankungen, keine Schwangerschaften, KEINE CELLULITE!!!

Bessere Jobchancen (abgesehen von Verwaltung, Schule, Sozialwesen), bessere Bezahlung (im Allgemeinen - da jedoch sehr viele Frauen im Niedriglohnsektr als Aufstocker unterwegs sind ist die öffentliche Statistik stark verzerrt!!)

Aber dann hört es schon auf.
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2018-08-04 » Mo 24. Nov 2014, 13:10

Hallo Blauschnee,

ich bin in der Transition, daher verstellt der Schmerz einer frisch geschlüpften weiblichen Seele in einem noch männlichen Körper eine einfache Antwort. Es ist mir unmöglich zu sagen, was daran gut ist, ein Mann zu sein. Ich kann aber auch nicht sagen, was gut daran ist, eine Frau zu sein. Ich kann nur sagen, dass es gut für mich ist, körperlich eine Frau zu werden.

Aber dir geht es sicher um etwas Konkretes, oder?

Okay, ich gebe zu, ich empfinde es als überaus praktisch, im Stehen pinkeln zu können. Ich glaube, es war Chales Bukowski, der mal gesagt hat, dass die Muschi einfach kein brauchbarer Pinkelapparat ist. Der Strahl schießt in alle Richtungen, es tropft endlos nach, und abschütteln kann man auch nichts. Als ich meiner Ex-Freundin offenbart habe, dass ich trans bin und vielleicht irgendwann einmal eine GaOP machen möchte, war ihre spontane Reaktion: Bist du bescheuert? Jede Frau wünscht sich insgeheim, mit einem Penis pinkeln zu können, und du willst ihn dir wegmachen lassen???

So verschieden können Standpunkte sein. ))):s

LG
Daenerys

ReaGirl

Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 7 im Thema

Beitrag von ReaGirl » Mo 24. Nov 2014, 14:43

Na zumindest das endlose nachtropfen kann der Mann auch haben, er braucht nur älter zu werden ^^

Kann mir auch nur denken zusätzlich zu erwähntem, das man eventuell als mann mehr ernst genommen wird. Aber das wird von person zu person unterschiedlich sein.

Lukretia
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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 8 im Thema

Beitrag von Lukretia » Mo 24. Nov 2014, 14:52

Ich formuliere die Frage so: Warum ist es für mich gut, ein Mann zu sein?
Weil ich Frauen nie ganz traue. Auch nicht der Frau in mir.
Ich habe oft den Wunsch bemerkt, man möchte ein Mädchen, ein schönes Mädchen sein, aber nur zwischen dreizehn und zweiundzwanzig Jahren; danach aber - ein Mann werden. (La Bruyère, Die Charaktere).
Ein Mann bin ich nie richtig geworden. Aber ich finde es spannend, von beiden Geschlechtern etwas in mir zu haben. Das Wandern zwischen den Welten und das Spiel mit den Rollen kann anstrengend, aber auch ganz unterhaltsam sein. Ich liebe es, an der Grenze zu leben und mich nicht festzulegen.

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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 9 im Thema

Beitrag von Inga » Mo 24. Nov 2014, 15:14

Hallo,

darauf muss ich mit einer Gegenfrage antworten: Warum soll es schlecht sein, ein Mann zu sein oder auch männliche Züge zu haben oder sie zumindest bewahren zu wollen?

Ich glaube für mich, von beidem etwas zu haben - männliche Seiten und weibliche Seiten - und finde das so auch ganz stimmig für mich.

Liebe Grüße
Inga

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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 10 im Thema

Beitrag von hannelore » Mo 24. Nov 2014, 15:25

Also ich kann für mich nur sagen ,das es beruflich auf jeden Fall Vorteile als Mann hatte.
Ansonsten würde ich das Frau sein doch eindeutig vorziehen wollen ,einschließlig Kinder bekommen und mich hinsetzen zu müßen beim Toielettengang.

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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 11 im Thema

Beitrag von conny » Mo 24. Nov 2014, 15:42

blauschnee hat geschrieben: Woher weiß man als Mann, dass es richtig und gut ist, ein Mann zu sein? Was bekräftigt Euch in Eurem Entschluss ein Mann zu bleiben? Ich frage das, weil ich für mich herausfinden möchte, wo ich stehe und ich diese Frage für mich nicht beantworten kann. Vielleicht helfen mir Eure Gedanken aus Eurem Standpunkt aus gesehen ein bisschen weiter.
Liebe Grüße
Blauschnee
wenn man ein mann ist und keine "weiblichen" aspekte in seiner persönlichkeit erkennt, stellt sich die frage ja nicht. aber sie stellt sich so m.e. auch nicht, wenn man die weibliche seite in sich erkennt. die frage ist dann, inwieweit ich bereit bin, diese seite in mir, in welcher ausprägung auch immer, einzugestehen und auszuleben, .
das eingestehen ist für mich aber kein abwägen, was gut oder schlecht daran ist, mann zu sein, oder was gut oder schlecht daran ist, frau zu sein, oder was gut oder schlecht an den vielen möglichen ausprägungen dazwischen ist.

die suche nach dem "wo stehe ich" ist ja kein "rosinenpicken" der positivsten eigenschaften von allem, keine rationale entscheidung, sondern emotionales empfinden. ich bin ein mann der eine weibliche seite hat und die auch als "teilzeitfrau" auslebt. das reicht mir, so fühle ich mich gut und so bleibe ich.

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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 12 im Thema

Beitrag von blauschnee » Mo 24. Nov 2014, 19:06

Hallo, ich freue mich über all die Antworten, mit so vielen habe ich gar nicht gerechnet :)

@ Cybill: Das sind alles sehr pragmatische und handfeste Gründe, und auch absolut berechtigt. Mir geht es aber auch um "softere" Gründe, also was sich in einem drin abspielt.

@ Daenerys: Im Stehen pinkeln ist für einige scheinbar ziemlich wichtig, ich selbst mache es allerdings eher selten, und könnte da auch drauf verzichten :) Praktisch ist es, wenn man irgendwo auf öffentliche Toiletten geht.

@ SandraGirl: das mit dem Ernst genommen werden ist ein guter Grund. Wie Du schon meinst, von Person zu Person unterschiedlich. Es gibt gewiss Männer die durch ihr Auftreten weniger ernst genommen werden, als so manche starke Frau. Und erst recht, wenn man TS oder Tg mit einem nicht allzu guten Passing ist.

@ Lukretia: Ich bin auch nie ein richtiger Mann geworden. In meiner jugend habe ich schon versucht, männlicher zu wirken, als ich bin. Aber das schien eher das Gegenteil zu bewirken. Mittlerweile bin ich so ein kleiner Anti-Mann, der zu männliches Verhalten im Freundeskreis explizit ablehnt, und ich komme damit scheinbar auch ganz gut an.

@ Inga: Ich wollte mit meiner Frage gar nicht meinen, dass es schlecht ist, Mann zu sein, sondern eher das Gegenteil. Für mich herauszufinden, daß es vielleicht doch gar nicht mal so schlecht ist, daß ich ein Mann geworden bin.

@ Hannelore: Da gehe ich auch mit dir überein, insbesondere in technischen Berufen (Elektrotechnik bei mir) haben Frauen gewiss und wohl auch unverdient einen schlechtere Stand. Was das angeht müsste man eben Prioritäten setzen. Karriere oder Selbstverwirklichung. Hinsetzen beim Toilettengang muss man zwar nicht unbedingt, aber man kann es auch so gewohnt sein. Das hat immerhin auch nicht nur Nachteile ;)

@ Conny: Der Gedanke kam mir auch schon, denn warum sollte jemand sich solche Fragen stellen, wenn er seine Männlichkeit gar nicht in Frage stellt. Aber je nach dem, wie viele weibliche Aspekte in einem drin sind, kann sich so eine Frage schon irgendwann stellen. Denn wenn man aus guten Gründen ein Mann bleiben möchte, wird man wohl nicht den Weg einschlagen, den hier einige gehen. Das ist es, was ich für mich klären möchte. Die Gewissheit, die du hast, möchte ich auch erreichen.


Ich habe versucht, andersherum zu denken. Nicht: Warum sollte ich zur Frau werden, sondern eben warum ein Mann bleiben. Gibt es bei mir vielleicht irgendetwas, was mir nur nicht ein- oder auffällt, das mir Gewissheit gibt, dass es gut ist ein Mann zu sein und zu bleiben. Also nicht nur das Gewicht auf der weiblichen Seite der Waage betrachten, sondern auch auf der männlichen.

Liebe Grüße,
Blauschnee

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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 13 im Thema

Beitrag von Lipstick-Lady » Mo 24. Nov 2014, 19:57

Was ist daran gut, ein Mann zu sein?
Diese Frage stelle ich mir nun schon fast mein ganzes Leben. Und ich stelle immer mehr fest: Relativ wenig.

Ich merke es in Gegenüberstellung zu meinem Frausein, das mittlerweile sehr breiten Raum in meinem Leben einnimmt. Und ich merke es noch stärker, wenn ich meine Vergangenheit bedenke. Viele Dinge, die ich früher einfach als Mißerfolg hingenommen habe, und die mich traurig gemacht haben, sehe ich heute in einem anderen Licht. Ich passe einfach nicht in die Männerhorde. Die verstehen mich nicht, und ich verstehe die nicht. Das ist soweit in Ordnung. Schade ist nur, daß ich in meinem Leben so viel Zeit damit vergeudet habe, dem alltäglichen Männlichkeitswahn irgendwie zu genügen.

Aus diesem Grund habe ich mich intensiv mit Genderforschung beschäftigt, und meine persönlich wichtigste Erkenntnis ist:

Männlichkeit ist eine Identifikation, die a priori instabil ist. Niemand kommt als Mann zur Welt. Der kleine Junge ist Bestandteil seiner Mutter, und er gehört zum Lager der Frauen und Kinder. Er muß sich dann irgendwann von allem absetzen, was einmal seine Mutter ausgemacht hat und seine Männlichkeit produzieren durch Taten, die bei der Männerhorde Eindruck schinden. Und außerdem ein Menge höchst absurder Vermeidungsvorschriften beachten. Die Männerhorde ist die höchste Instanz für jeden "richtigen" Mann! Die Kombination "hoher (auf Frauen gerichteter) Sextrieb" mit extremer "Verachtung alles Weiblichen" kommt immer gut an. Das Schlimmste aber ist, die einmal erzeugte Männlichkeit besteht nicht einfach. Sie ist instabil, d.h. sie fällt sofort in sich zusammen, wenn sie nicht stabilisiert, also immer wieder neu aufgebaut wird. Mit einem Wort: Der Mann ist ein Leben lang dazu gezwungen, den größten Teil seiner Lebensenergie in die Produktion von Männlichkeit zu stecken. Und der kleinste Fehler zerstört alles. "Im Sitzen oder Stehen pinkeln?" ist für Männer keine Frage der urinalen Praktikabilität, sondern eine existentielle. Zum Glück kann man lügen.
So kann man einem Mann keine größere Anerkennung zollen, als ihn als "richtigen" Mann zu bezeichnen. Aber wenn nicht, was ist er dann? Ein Mann, der beruflich versagt, ist auch privat kein Mann mehr. Nun gibt es ja eine ganze Menge, die nicht sehr erfolgreich sind. Was bleibt denen? Der "Rettungsring der Männlichkeit" besteht in Gewaltanwendung (ersatzweise Gewalt- und Überlegenheitsphantasien) gegen alles, was anders ist - gern auch im Kollektiv. Sowas heißt Krieg. Wer einmal erlebt hat, wer an der Kinokasse für Filme ansteht, die nur aus Gewalt, Blut und Tod bestehen (z.B. Kettensägen-Massaker etc.), hat angesichts der Fratzen dieser ewig Zu-Kurz-Gekommenen keine Fragen mehr. Übrigens: Der IS in Syrien/Irak führt gerade live vor, worum es hier geht.

Weiblichkeit ist eine stabile Identifikation.
Das Mädchen wird (genauso wie der Junge) im Umfeld der Mutter groß. Mädchen brauchen sich davon aber nicht abzusetzen. Was müssen sie tun, um erwachsene Frauen zu werden? Garnichts (außer Abwarten). Der Übergang vom Mädchen zur Frau ist ein Automatismus, ein Geschenk der Natur, das durch das Einsetzen der Menstruation gekennzeichnet ist. Frau muß nichts tun, um "richtige" Frau zu sein (der Begriff existiert ja konsequenterweise auch nicht). Frauen können keine Fehler machen, die geeignet sind, ihre Weiblichkeit zu zerstören.
Daß es unter Frauen dennoch Wettbewerbe gibt, bei denen manche gut, andere weniger gut abschneiden, hängt damit zusammen, daß Frauen seit Urzeiten ihren Sex an besonders leistungsfähige Männer verkaufen, um nicht selber arbeiten zu müssen. Es ist also vorteilhaft attraktiv zu sein. Die Unattraktiven sind aber immer noch "richtige" Frauen.

Ergänzend sei hier bemerkt: Der Stabilitätsbegriff ist hier nicht landläufig gemeint, sondern entsprechend der Theorie der Dynamischen Systeme. Da heißt ein System "stabil", wenn es nach Störung wieder in seine alte Lage zurückkehrt (oder wenigsten in die Nähe davon). Ein "instabiles" System aber stürzt ab aufgrund beliebig kleiner Störungen. Man kann sich das bei einem Hubschrauber klarmachen: Wenn der Pilot einschläft, oder die automatische Flugregelung ausfällt, fällt das Ding sofort runter.

Die Vorstellung, daß man es als Mann besser habe in vielen Lebenslagen, beruht darauf, daß uns das von Kindesbeinen an eingetrichtert wird, und wir es gerne glauben. Bei näherem Hinsehen (was die meisten aus gutem Grund vermeiden) bleibt davon nicht viel übrig.

Ich bin froh und dankbar dafür, daß ich keinen Sohn habe. Was sollte ich dem erzählen vom Mannsein?

LG, Eure Lipstick-Lady

Corinna

Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 14 im Thema

Beitrag von Corinna » Mo 24. Nov 2014, 20:33

Ist es nicht wunderschön, mit einer Frau Sex zu haben?
Klamotten sind doch nicht alles, oder?
Es sind doch nicht Kleidungsstücke, die einen Menschen zu Mann oder Frau machen?!?
Das ist doch alles Verkleidung und Täuschung...
In der Verbindung von Mann und Frau in der Penetration spürt doch jede/r, was sich gut und richtig anfühlt... In dieser Nacktheit voreinander zu stehen, läßt doch die wirkliche Persönlichkeit erkennen - alles andere ist 'Kopfkino'
"glaube nicht alles, was Du denkst" ....
Was in der Nacktheit an Anziehung und Wohlgefühl da ist, das ist doch letztlich wahr...
Fühlt sich ein Mann nicht wohl mit seinem Penis und nicht angezogen von (s)einer Frau - ok, dann sollte er/sie etwas ändern... Ansonsten ist doch alles gut, finde ich!

blauschnee
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Re: Was ist daran gut, ein Mann zu sein?

Post 15 im Thema

Beitrag von blauschnee » Mo 24. Nov 2014, 21:32

Hallo,

Lipstick-Lady, was du am Anfang schreibst, könnte vielleicht auch heißen, dass wenn man gut in Männerhorden passt und es sich dabei nicht gespielt, sondern gut anfühlt, dass das ein gutes Argument fürs Mannsein sein könnte. Fragt sich nur, bei wievielen das wirklich "echt" ist, und nicht zu diesem ewigen Sichern der eigenen Männlichkeit gehört. Deiner Erkenntnis kann ich auch zustimmen, ich habe vor kurzem noch etwas ganz ähnliches gelesen. Der Mann muss sich seine Männlichkeit lebenslang erkämpfen, während Frauen ihre Weiblichkeit quasi unverlierbar innehaben.
Sobald man sich aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten beginnt, sieht man auch, welche Nachteile es hat, wenn man ein Mann ist. Auch wenn viele Menschen das erst nicht zu glauben denken.
Ich wäre auch kein gutes Vorbild für einen Sohn, ich kann mich mit dem Männlichkeitsbild, wie es so erwartet wird, einfach nicht identifizieren...


Corinna, Sex mit einer Frau kann sicher schön sein, allerdings spielt sich das schon eher auf der Ebene der Sexualpräferenz ab (die ja auch nicht bei allen gleich ist), während es sich ansonsten hier eher um die Geschlechtsidentität dreht. Und ich denke auch, dass sich hier viele nicht nur auf die Klamotten reduzieren, sondern weiblichkeit auch als Teil oder Ganzes Ihrer Identität sehen und es auch um das Leben und Erleben und vieles mehr geht. Damit, das nur auf Klamotten zu reduzieren, wird man vielen hier nicht gerecht.
Was in der Nacktheit an Anziehung und Wohlgefühl da ist, das ist doch letztlich wahr...
Dieses Gefühl kann man allerdings auch in vielen anderen, von dir vielleicht nicht so gedachten Konstellationen erleben, das ist daher kein guter Grund, damit Männlichkeit zu zementieren. Außerdem spiegelt die Zeit, in der man das erlebt, leider nur einen kleinen Teil der Lebensspanne wieder. Für den Rest der Zeit sind auch noch viele andere Dinge wichtig.

Liebe Grüße
Blauschnee

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