Selbstannahme und Sehnsucht ...
Selbstannahme und Sehnsucht ... - # 2

Lebensplanung, Standorte
Violetta-TransFlower
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 16 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Jaddy hat geschrieben: Do 4. Dez 2025, 09:56 Es gibt in social media einen Hashtag dafür: #GenderEuphoria.
Vielen vielen Dank Jaddy (dr) , für diese wunderbare, spannende website. Ich wünschte, ich hätte diese schon vor einem Jahr gelesen, dann hätte ich mich damals selbst besser verstanden. (buch)
Diese kleine Geschichte in der Art einer metapher ist wunderbar erzählt und ich habe mich sofort darin wiedergefunden und bekam Gänsehaut.
Ich kann gar nicht sagen, was mir Alles dabei durch mein Köpfchen geht.

(super)
Aber dieser Ort im Licht ist so viel besser, Sie wollen dableiben. Zurück in das Loch zu gehen, fühlt sich falsch an, es tut weh, so sehr im Dunkeln zu sein.
Bei diesem Zitat treibt es mir die Tränen in die Augen. (cry)
Lest diese kleine Geschichte und Ihr werdet auch berührt sein.

Und wieder merke ich, ich bin hier goldrichtig, es fühlt sich immer wieder sehr schön an, auf solchen websiten lesen zu dürfen.
Unbezahlbare Hilfe !

war damals im Dunkeln und ist jetzt im Licht
Deine/Eure Violetta 💜 🌺
... und Sie verglühte wie eine Sternschnuppe 🌠 am Tageshimmel, Zehn haben es bemerkt und Neun hat es interessiert...
Vicky_Rose
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 17 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Einen schönen guten Morgen,
Sophia69 hat geschrieben: Di 18. Nov 2025, 11:51 Kennt ihr meine Sehnsucht und die auch für mich damit verbundene Ambivalenz?
Lana hat geschrieben: Di 16. Dez 2025, 23:33 Ja, leider kenne ich dieses Verhalten nur zu gut. Ich habe es lange falsch interpretiert, nämlich als stillschweigendes Einverständnis, im Sinne von:
Mir gefällt es zwar nicht, aber wenn du meinst das zu brauchen, dann mach es halt.
Was Ihr beschreibt, kenne ich nur zu gut. Und den Satz "...dann mach es halt" empfand ich immer als eine Abwertung. Aber das war mein Problem. Ja, ich mache es, weil es wichtig und gut für mich ist. Mann - Frau, was ist wirklich wichtig an dem Unterschied ?

Es ist mein Gefühl. Mein Gehirn ist so flexibel, dass es beides kann. Für mich war es wichtig, dass ich meinen Frieden mit meinem männlichen Körper machen kann. Ich werde nie einen weiblichen Körper haben. Daran ändern auch eine GaOp und Hormone nichts. Es fehlt einfach zu viel. Und auf der anderen Seite steht meine weibliche Seite, die Sehnsucht wie Sophia schreibt. Das was in mir fest eingeschrieben weiblich fühlt und nach Ausdruck sucht. Mal mehr und mal weniger. Ich bin trans, weil ich hin und her pendle. Wer sagt, dass ich dafür nur einmal "die Seite" wechslen "darf"?

Sehnsucht bedeutet für mich, etwas zu wünschen, was nicht erreichbar ist. Es ist potentiell ein Zustand der Unzufriedenheit. Darin steckt "Unfrieden". Und steckt in mir nicht der Wunsch nach innerem Frieden ? Was liegt also näher, diesen Frieden zu suchen und dann zu leben ? Wenn mein Gehirn so elastisch ist und die Grenzübertritte erlaubt, warum dann nicht auch so leben ? Für mich ist es Voraussetzung, meinen Frieden mit meiner Männlichkeit zu machen, um auch meine Weiblichkeit in Frieden zu leben ud auszudrücken.

Meine Frau spürt natürlich meine Unzufriedenheit, wenn ich meine Sehnsucht nicht leben kann. Sie kann das aber nicht nachvollziehen. Sie ist so tolerant, weil sie weiß, dass sie daran nichts ändern kann. Und sie weiß, dass auch ich nichts daran ändern kann, dass ich auch die Weiblichkeit in mir spüre. Sie nimmt es hin. Es ist eine Art Kompromiss (obwohl ich Kompromisse nur als zweitbeste Lösung sehe), wenn ich versuche zwischen ihren und meinen Wünschen und Bedürfnissen zu vermitteln. Ich glaube, ich habe bei Jürg Willi gelesen, dass reife Beziehungen sich dadurch auszeichnen, dass beide die Unvereinbarkeiten akzeptieren, die zwangsläufig in einer Beziehung auftreten. Der Mensch, mit dem wir leben, kann nicht alle unsere Wünsche und Bedürfnisse befriedigen. Das zu erkennen und zu verstehen, hat mMn viel mit Liebe zu tun.

Genauer gesagt, ich muss es verstehen, meine Frau weiß das schon lange und deshalb reagiert sie auch so. Sie muss es nicht toll finden, was ich tue. Aber sie lässt mir den Freiraum, weil sie weiß, dass ich nicht anders kann. Es liegt an mir zu akzeptieren, dass sie mich an dieser Stelle nicht verstehen kann. Was bedeutet das für mich und die Beziehung ? Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass ich nicht unzufrieden bin. Mit diesem Wissen lebe ich meine Weiblichkeit viel gelassener und freier. Die Rücksich, wie Lana es beschreibt, gehört auch dazu. Und manchmal kollidieren eben die Dinge auch. Weil ich gerne zuhause barfuss gehe, fällt natürlich Nagellack auf. Dann ist das eben so. Und dann kommt auch einmal eine Reaktion, die mich verletzt. Na und ? ICh bin für meine Verletztheit selber verantwortlich. Es liegt an mir, ihre Reaktion mit Verständnis zu deuten und mich nicht selber in die Ecke zu stellen. Dann verschwindet meine Verletztheit.

Ich kann mir nicht aussuchen, mich mal mehr und mal weniger weiblich zu fühlen. Aber ich kann mir aussuchen, wie ich damit umgehe. Ich deute Sehnsucht als ein inneres "Anklopfen" diesen Aspekt zu leben. Ich gebe dem dann (meistens) ganz unaufgeregt nach. Ich nehme das "dann mach es halt" auch dankbar an.

Aber Beziehung ist keine Einbahnstraße. Und das ist nach meinem Empfinden nach viel schwerer. Was bewegt meine Frau ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 18 im Thema

Beitrag von Lana »

Nun hast du sehr viel über dich und deinen Umgang mit Diskrepanz in der Beziehung geschrieben. Dabei bleibst du ganz bei dir, liebe Vicky, was ich gut finde.

Und vielleicht ist es tatsächlich so, dass es irgendwann nur noch darum geht, wie man mit solchen Widersprüchen umgeht anstatt nach einer Auflösung der selben zu suchen, die es nicht gibt. Das kommt aber erst, nachdem man gemeinsam versucht hat, die Gründe zu verstehen.

Du schließt mit der Frage, die womöglich doch noch Bewegung in das Thema Toleranz / Akzeptanz bringen könnte:
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 07:24 Was bewegt meine Frau ?
Das nachzuvollziehen ist m.E. der Schlüssel.

So wichtig es ist, zunächst mal uns selbst zu verstehen, zu wissen, wer wir wirklich sind, so wichtig ist es auch, unsere Partnerin und Ihre Ablehnung möglichst gut zu verstehen. Nicht, um sie Ihr auszureden, das wird nicht gelingen, sondern um einen konstruktiven Umgang damit zu finden, mit dem beide gut leben können.

LGL
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 19 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Lana hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 08:36 Das kommt aber erst, nachdem man gemeinsam versucht hat, die Gründe zu verstehen.
Hallo Lana,
damit meinst Du wahrscheinlich die Gründe für die Widersprüche zwischen der Sichtweise meiner Frau und mir? Da gebe ich Dir Recht. Die sind nur gemeinsam zu klären und so zu einem Verständnis zu kommen. Dazu gehört mMn aber auch, die Sehnsucht zu überwinden in dem ich mich als das annehme und ernst nehme, was ich bin. Die Sehnsucht verschwindet bei mir in dem Augenblick, an dem ich sie akzeptiere und ganz normal lebe. Dann wird mein Kopf klarer und die gemeinsame Klärung mit meiner Frau wird einfacher. Damit meine ich nicht, dass ich jetzt ständig und wie ich will en femme herum laufe, sondern zunächst meine Bedürfnisse als berechtigt verstehe. Ich bin keine Bittstellerin, die darum bittet, sich die Nägel lackieren zu dürfen. Aber genau so hat meine Frau das Recht, das nicht zu mögen. In diesem Feld bewegen wir uns und wie ein möglicher Umgang damit aussieht, hängt nicht zuletzt von meiner Einstellung zu mir selber ab. Ich werde nur ernst genommen, wenn ich mich selber und damit meine Bedürfnisse, ernst nehme. Dann ist ein konstruktiver Umgang für beide Seiten möglich. Nehme ich meine Sehnsüchte nicht selber ernst, wird das zwangsläufig in ein "Ober" und ein "Unter" münden, weil ich immer das Gefühl habe, dass ich es bin, der etwas falsch macht oder nicht ganz richtig ist. Das Konstruktive in der Situation liegt mMn darin, dass ich lerne, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und ihre Lektion liegt darin, zu erkennen, dass es auch andere Sichtweisen auf das Leben gibt. Daran können wir mit unserer Persönlichkeit wachsen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 20 im Thema

Beitrag von Lana »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 09:53
Lana hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 08:36 Das kommt aber erst, nachdem man gemeinsam versucht hat, die Gründe zu verstehen.
Hallo Lana,
damit meinst Du wahrscheinlich die Gründe für die Widersprüche zwischen der Sichtweise meiner Frau und mir?
Ja genau, das meine ich. Die unterschiedliche Einordnung meiner Identität durch die Partnerin und mich.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 09:53 in dem ich mich als das annehme und ernst nehme, was ich bin. Die Sehnsucht verschwindet bei mir in dem Augenblick, an dem ich sie akzeptiere und ganz normal lebe.
[...]
Ich bin keine Bittstellerin, die darum bittet, sich die Nägel lackieren zu dürfen. Aber genau so hat meine Frau das Recht, das nicht zu mögen. In diesem Feld bewegen wir uns und wie ein möglicher Umgang damit aussieht, hängt nicht zuletzt von meiner Einstellung zu mir selber ab. Ich werde nur ernst genommen, wenn ich mich selber und damit meine Bedürfnisse, ernst nehme. Dann ist ein konstruktiver Umgang für beide Seiten möglich.
Ja, das kann ich alles so
unterschreiben.

Davor liegt jedoch noch der Prozess der inneren Klärung der eigenen Identität. Sonst kann ich das nicht "normal leben". Solange ich mich nicht mit mir selbst sicher fühle, bleibt die Auseinandersetzung mit der Partnerin notwendigerweise im Ungefähren, weil nicht klar ist, worüber man überhaupt spricht.

Das selbe gilt für die Partnerin und ihr Gefühl des Unwohlseins meiner (neuen) trans Identität gegenüber, allerdings auf einer anderen Ebene. Auch sie muss sich klar sein, was dieses Unbehagen in ihr auslöst, woher die Angst kommt. Aus ihrer Sicht kommt der Anlass jedoch "von außen" und nicht aus ihr selbst heraus. Das macht es für sie nicht einfacher.

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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 21 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Lana hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 14:53 Aus ihrer Sicht kommt der Anlass jedoch "von außen" und nicht aus ihr selbst heraus. Das macht es für sie nicht einfacher.
Aus meiner Sicht: bestenfalls. Es kann nicht Forderung von mir sein, dass sie diesen Weg geht. Ich habe zu akzeptieren, wenn sie es nicht tut.

Und jetzt bin ich wieder still...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 22 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Hallo Lana und Vicky,
vielen Dank für das Teilen eurer Gedanken und Ansichten. Mit alldem, was ihr sagt, kann ich 100-prozentig mitgehen. Leider bin ich nicht in der Lage, in einer Antwort Zitate aus verschiedenen Antworten eurerseits zu vereinigen, vielleicht klärt mich ja mal jemande auf, wie das funktioniert. :wink:
Ich glaube auch, dass der Weg zum eigenen Glück und ebenfalls einer glücklichen Partnerschaft unter anderem darin besteht, es auszuhalten, dass es Unvereinbarkeiten gibt, dass die Bedürfnisse der Partnerin genauso wie die eigenen ihre Berechtigung haben und letztendlich, dass ich Schmiedin meines Glückes bin, in dem ich immer die Wahlfreiheit habe, unvoreingenommen, nicht wertend, geduldig, großzügig, loslassend und dankbar Situationen zu erleben und letztendlich meiner Frau zuvertrauen, dass sie mich liebt und nicht ablehnt. Die sind nun große Anforderungen, um sie in die Tat umzusetzen. Aber dies mir vor Augen zu halten, hilft mir schnell aus Gefühlen der Ablehnung wieder auszusteigen.
Ein konkretes Beispiel hierfür ist, als wir die Serie Mozart Mozart gestern gesehen haben, äußerte sie, dass sie die Mode von damals sehr grenzwertig empfindet, indem Männer und Frauen sich modisch sehr angeglichen hätten. Klare Unterschiede würde sie deutlich bevorzugen, denn es gäbe ja auch sehr verspielte aber trotzdem maskuline Mode für Männer. Kaum hatte sie dies ausgesprochen, bin ich wieder in die Falle getappt, dies auf mich zu beziehen, dass sie sich wünschte, ich würde mich männlich verspielt, statt eindeutig weiblich kleiden. Geärgert hat mich des Weiteren, warum sie nicht endlich mich ganz und gar als Frau betrachtet. Hier spielt natürlich auch die Sehnsucht, wie du es Vicky, sehr schön beschrieben hast, dass Sehnsucht letztendlich immer zu Unzufriedenheit beiträgt, endlich als Frau anerkannt zu werden, eine große Rolle. Aus dieser Unzufriedenheit konnte ich sehr schnell wieder aussteigen, in dem ich anerkannt habe, dass dies ihre Meinung ist, dass sie Männer und Frauen in der Mode doch eindeutig zugeschrieben sehen möchte und dies auch attraktiv findet. Deshalb werde ich ja noch lange nicht abgelehnt und selbst wenn sie meinen Kleidungsstil ablehnt, lehnt sie noch lange nicht mich als Person ab. Im Gegenteil, denn seit meines Outings hat der Austausch von Zärtlichkeiten und auch unsere Sexualität keinen Abbruch genommen.
Als Fortschritt sehe ich für mich an, dass ich immer mehr in der Lage bin, negative Gefühle, beziehungsweise Ablehnung wahrzunehmen, mit Abstand zu betrachten, um dann entweder von Ihnen loszulassen oder aber nicht wertend sie anzuerkennen und sie weiter ziehen zu lassen. Es sind halt nur Momentaufnahmen.
Lana und Vicky an euren Erfahrungen und Gedanken teilhaben zu dürfen, bestärkt mich darin, meinen Weg weiter zu gehen, vielen Dank an euch beiden.

Liebe Grüße
Sophia
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 23 im Thema

Beitrag von Anja61 »

Hallo Lana,
hallo Vicky,

Ihr habt auf den Punkt gebracht, was ich in meiner Situation auch denke und empfinde, aber bisher nicht formulieren konnte. Vielen Dank dafür!
Und Dank auch an Sophia, die diesen Thread überhaupt erst eröffnet hat.

Selbstannahme, Sehnsucht und auch Respekt gegeüber der Partnerin sind für mich wichtige Kategorien (für sie z.T. auch), und ich fühle 100%, dass ich seit heute eine bessere Grundlage habe, um mich mit meinen und ihren Bedürfnissen und Ansichten auseinanderzusetzen und zu einem irgendwie gearteten Kompromiss zu kommen.

Liebe Grüße
Anja
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 24 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Lana hat geschrieben: Di 16. Dez 2025, 23:33 a, leider kenne ich dieses Verhalten nur zu gut. Ich habe es lange falsch interpretiert, nämlich als stillschweigendes Einverständnis, im Sinne von:
Mir gefällt es zwar nicht, aber wenn du meinst das zu brauchen, dann mach es halt.

Ich habe dann versucht, in einer Art Salamitaktik meine Möglichkeiten Stückchen für Stückchen zu erweitern. Das hat scheinbar auch funktioniert, so dass ich annahm, sie hätte ihre Toleranzgrenze langsam verschoben.

Inzwischen weiß ich, dass es nicht so ist:
Sie sagt zwar nichts (mehr), weil sie weiß, dass es nichts an der Situation ändern würde. Das bedeutet aber nicht, dass sie damit einverstanden wäre, oder sich im Laufe der Zeit daran gewöhnt hätte. Sie hat lediglich keine Lust mehr auf Konfrontation, lehnt gewisse Dinge aber grundsätzlich ab und fühlt sich dann in meiner Gegenwart nicht wohl.
Hallo Lana,
ich glaube ebenfalls nicht das stillschweigen bei meiner Frau damit gleichzusetzen ist, dass sie ihr Einverständnis zum Ausdruck bringt. Auch ich habe es immer wieder mit der Salamitaktik probiert und wenn sie erfolgreich schien, für mich und ich mir große Hoffnungen gemacht habe, dass ich von ihr als ihre Partnerin und nicht als ihr Mann angesehen werde, kam prompt eine Reaktion, die diese Hoffnung zunichte machte. Vollstes Verständnis habe ich aber auch für unsere Partnerinnen, wenn wir ihre Herzen als Mann erobert haben, und dann, in meinem Falle ,plötzlich als Frau vor ihr stehen, dass dies eine schwierige Situation ist. Für uns alle, hoffe ich, damit meine ich auch unsere Partnerin einbezogen, dass wir einen gangbaren Weg finden, in dem wir nicht für uns im Stillen leiden, nur um ein Kompromiss aufrecht zu erhalten.

Liebe Grüße
Sophia
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 25 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Wenn ich euch so lese kann ich nur sagen, ich bin so froh, dass ich mich nicht mehr mit den absurden Vorstellungen meiner Ex auseinander setzen muss, sondern ganz frei und entspannt nach dem schauen kann, was mir wichtig ist.

Ich muss keine Kompromisse eingehen, keine Rücksicht auf komische Befindlichkeiten nehmen, brauche mir keine ex- oder impliziten Vorwürfe zu lackierten Nägeln anhören oder einbilden, ich muss keine Entschuldigungen für despektierliches Verhalten finden und darf anziehen was ich will, ohne das mir zu viel oder zu wenig Frausein angelastet wird. Es gibt keine schrägen Blicke, Kommentare, kein Unwohlsein, dass ich akzeptieren müsste.

Versteht mich nicht falsch, wenn ihr das so möchtet, dann tut das so. Vielleicht würde ich auch alles versuchen, wenn sich meine nicht von mir getrennt hätte. Aber so im Nachhinein war die Trennung das Beste, was mir passieren konnte.
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 26 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 21:25 Wenn ich euch so lese kann ich nur sagen, ich bin so froh, dass ich mich nicht mehr mit den absurden Vorstellungen meiner Ex auseinander setzen muss, sondern ganz frei und entspannt nach dem schauen kann, was mir wichtig ist.
Ist es nicht in jeder Beziehung (nicht nur in Partnerschaften) so, dass gewisse Rücksichten und Zugeständnisse gemacht werden? Wie soll das Zusammenleben sonst funktionieren?
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 21:25 Versteht mich nicht falsch, wenn ihr das so möchtet, dann tut das so. Vielleicht würde ich auch alles versuchen, wenn sich meine nicht von mir getrennt hätte.
Alles gut, wir stecken eben in unterschiedlichen Lebenssituationen liebe Alice (dr)

Wenn du mich direkt fragen würdest, ob ich das (=die Schwierigkeiten in Bezug auf Trans) so möchte wie in den letzten Beiträgen angedeutet, dann wäre meine Antwort ein klares "Nein". Nun besteht meine Partnerschaft ja nicht nur aus einem mühsamen Endlosdiskurs zum Thema Geschlechtsidentität. Da gibt es noch sehr viele andere Aspekte. Da gibt es Dinge, die sehr schön sind und die ich sehr zu schätzen weiß. Darauf möchte ich nur ungern verzichten. Insofern ist hier vielleicht ein einseitiges Bild entstanden.

Am Ende ist es eine Abwägung, ob ich das "Gesamtpaket" möchte oder nicht. Und da ist die Antwort "Ja". Zumindest bei mir.

Gäbe es diese Beziehung aus irgendwelchen Gründen nicht mehr, dann würde ich wahrscheinlich ähnlich denken wie du.

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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 27 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 21:25 Wenn ich euch so lese kann ich nur sagen, ich bin so froh, dass ich mich nicht mehr mit den absurden Vorstellungen meiner Ex auseinander setzen muss, sondern ganz frei und entspannt nach dem schauen kann, was mir wichtig ist.

Ich muss keine Kompromisse eingehen, keine Rücksicht auf komische Befindlichkeiten nehmen, brauche mir keine ex- oder impliziten Vorwürfe zu lackierten Nägeln anhören oder einbilden, ich muss keine Entschuldigungen für despektierliches Verhalten finden und darf anziehen was ich will, ohne das mir zu viel oder zu wenig Frausein angelastet wird. Es gibt keine schrägen Blicke, Kommentare, kein Unwohlsein, dass ich akzeptieren müsste.
Hallo Knäckebrötchen dies ist deine Sicht auf diese Thematik, akzeptiert!
Wenn ich deine Lebenseinstellung richtig interpretiere, dass du keine Rücksicht auf komische Befindlichkeiten mehr nehmen musst, da du für dich allein bist, ist dies ganz und gar nicht mein Lebensentwurf. Ich liebe meine Frau, und ich gehe davon aus, dass sie dies im gleichen Maße für mich empfindet. Und erst im Austausch mit jemand anderem, wenn ich nur auf mich schaue, habe ich die Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln. Möchte ich aber nur alles tun und lassen können, wie es mir gerade gefällt und wenn mich jemand daran hindert, dann wende ich mich von ihm ab oder ihr, dies mag auch ein Lebensentwurf sein, den ich aber nicht teilen mag.
Ich schreibe diese Zeilen nur, nicht, um dein Lebensentwurf zu bewerten, sondern zum Ausdruck zu bringen, dass ich auch keine Kompromisse eingehen muss, keine Rücksicht auf Befindlichkeiten nehmen muss, aber dies gerne tue, um weiterhin ein wunderschönes Leben zu zweit zu führen.

Viele Grüße
Sophia
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 28 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lana hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 22:00 Ist es nicht in jeder Beziehung (nicht nur in Partnerschaften) so, dass gewisse Rücksichten und Zugeständnisse gemacht werden? Wie soll das Zusammenleben sonst funktionieren?
Oh, absolut. Das wollte ich auch gar nicht abstreiten. Eher im Gegenteil. Und es ist ja auch nicht so, dass ich Beziehung ablehne. Nur in dieser Phase meines Lebens habe ich es als sehr befreiend empfunden, nicht an die Empfindungen einer anderen Person gebunden zu sein. Ich hoffe aber doch sehr, dass sich das mal wieder ändert. Aber ich merke z.B. so für mich, ich möchte niemanden unter den jetzigen Umständen kennen lernen, bevor ich meine OP nicht hinter mir habe.
Sophia69 hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 22:03 Und erst im Austausch mit jemand anderem, wenn ich nur auf mich schaue, habe ich die Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln.
Und da würde ich widersprechen. Ja, als ich noch in meiner Beziehung war, hätte ich das vermutlich auch so gesagt. Und dann habe ich erst gemerkt, wie stark mich dieses "ich nehme gerne Rücksicht" in Wirklichkeit eingeengt hat. Weil mich die Kommentare, das Schweigen dann halt ja doch daran gehindert haben, darauf zu schauen was mir denn eigentlich gut tut. Und wohin ich mich eigentlich entwickeln möchte. Was mir wichtig ist - und wo ich vielleicht auch mal daneben greife und feststelle "neee, doch nicht". Aber das gehört doch irgendwie dazu, wenn man sein Leben schonmal komplett neu gestalten möchte.

Welche Art von Frau bin ich denn eigentlich? Die, die ich in mir selbst entdecke und die sich nach eigenem Tempo aus ihrem Kokon befreien darf, oder die, die immer nur im (wertenden) Spiegel dieser anderen Person gerade so viel sein darf, bis es dieser anderen Person zu viel wird? Das heißt ja nicht, dass ich vollkommen willkürlich und ohne jegliche soziale Kontrolle rumrenne wie ein Clown. Ich habe ja immernoch gute Freundinnen, eine Mutter, eine Schwester, Kolleginnen... die sagen mir schon, wenn das Oberteil vielleicht doch ein klein wenig zu eng sitzt um noch arbeitstauglich zu sein ;)
Sophia69 hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 22:03 Ich schreibe diese Zeilen nur, nicht, um dein Lebensentwurf zu bewerten, sondern zum Ausdruck zu bringen, dass ich auch keine Kompromisse eingehen muss, keine Rücksicht auf Befindlichkeiten nehmen muss, aber dies gerne tue, um weiterhin ein wunderschönes Leben zu zweit zu führen.
Bitte entschuldige, wenn ich dich dazu selbst zitiere, aber wenn ich sowas lese
Sophia69 hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 20:57Für uns alle, hoffe ich, damit meine ich auch unsere Partnerin einbezogen, dass wir einen gangbaren Weg finden, in dem wir nicht für uns im Stillen leiden, nur um ein Kompromiss aufrecht zu erhalten.
Dann klingt das für mich einfach so gar nicht nach "ich nehme gerne Rücksicht", sondern nach "ich muss Rücksicht nehmen, sonst endet meine Beziehung". So in der Gesamtschaue dessen, was Vicky, Lana, Du hier geschrieben haben. Ja, @Lana, natürlich gibt es noch wesentlich mehr als die trans* Thematik. Aber sie steht ja doch immer mit im Raum, wenn ihr schreibt, dass ihr dies oder das eigentlich gerne als Frau erleben würdet, es aber nicht geht weil...
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 29 im Thema

Beitrag von Michi »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 21:25 Versteht mich nicht falsch, wenn ihr das so möchtet, dann tut das so. Vielleicht würde ich auch alles versuchen, wenn sich meine nicht von mir getrennt hätte. Aber so im Nachhinein war die Trennung das Beste, was mir passieren konnte.
Ich hab bisher nur still mitgelesen, und möchte dir nur kurz Frieden schenken. Ich bin auch nicht der Mensch, der einfach so die Brocken hinwirft, wenn es nicht reibungslos läuft. Und dch ich war selbst auch einmal in der Situation, dass ich froh war, als ich mich endlich von dieser Frau getrennt hatte. Der Grund war zwar ein ganz anderer. Aber nie im Leben hätte meine Ex-Frau es mitgemacht, dass ich "irgendwie als Frau herum renne". Die hat immer extrem viel darauf gegeben, was andere Leute mutmaßlich denken und sagen könnten.

Es gehören immer zwei dazu, die wollen. Wenn einer nicht will, hat der andere keine Chance.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Selbstannahme und Sehnsucht ...

Post 30 im Thema

Beitrag von Lana »

Alice, du legst den Finger gern in die Wunde, nicht wahr :wink:

Deine Zuspitzungen können provozierend wirken, aber ich weiß, dass das nicht deine Absicht ist. Zumindest nicht in erster Linie. Insofern bringen sie das Problem auf den Punkt, und all die anderen Aspekte vernebeln nicht die Sicht.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 23:22 Welche Art von Frau bin ich denn eigentlich? Die, die ich in mir selbst entdecke und die sich nach eigenem Tempo aus ihrem Kokon befreien darf, oder die, die immer nur im (wertenden) Spiegel dieser anderen Person gerade so viel sein darf, bis es dieser anderen Person zu viel wird?
Ja, im Kern geht es darum. Wer bin ich wirklich, und wer darf/kann ich unter den gegebenen Umständen sein?
Oder, als Möglichkeit formuliert:
Wie würde ich mich entwickeln, wenn ich keine Rücksicht auf meine Partnerin nehmen würde?

Im Raum steht immer, mein Potential nicht voll zu entfalten, mein Leben nicht ganz zu leben, mit allen Facetten, die in mir angelegt sind, aber noch auf ihre Verwirklichung warten. Und der Angst, dies irgendwann zu Bereuen, wenn es zu spät dafür ist.

Bisher bin ich ganz gut damit zurecht gekommen, all den Dingen in mir ihren Platz und ihre Priorität zuzuweisen. Dachte ich zumindest viele Jahre lang. Beim Thema Trans ist das nicht so. Meine alten Strategien, es zu unterdrücken und zu ignorieren, funktionieren nicht mehr. Es gelingt nicht, mir einzureden, dass schon alles gut ist, so wie es ist. Das ist neu für mich. Immer noch, auch nach einigen Jahren noch. Weil es nicht mehr funktioniert, äußerlich angepasst nach den Bedürfnissen von anderen Menschen zu leben und innerlich alles Eigene zu verleugnen, weil es zu Konflikten führen könnte.

Also treten diese Konflikte nun offen zu Tage. Am deutlichsten sichtbar wird das in der Konstellation, die in dem zitierten Text von dir beschrieben ist. Das ist der Punkt, an dem ich mich entscheiden muss, wie ich mein Leben verbringen möchte. Natürlich hätte ich gerne beides, eine glückliche Partnerschaft und alle Freiheiten bei der eigenen Entwicklung, nicht nur in Bezug auf meine Geschlechtsidentität. Aber das ist nicht möglich. Es schließt sich in gewisser Weise aus.

Was bleibt?
Vielleicht der Versuch, das beste aus beiden Welten zu kombinieren? Zu hoffen, dass ich mir damit selbst gerecht werde, und zugleich auch den Bedürfnissen meiner Partnerin? Einen Spagat zu versuchen, der mich vielleicht zerreißt? Oder der mir ein erfülltes Leben ermöglicht, wenn er gelingt?

Fragen. Keine Antworten.
Aber (immer noch?) die Überzeugung, dass es besser ist, es zu versuchen als gleich aufzugeben.

Ja klar, ich könnte wer-weiß-wo sein mit meiner Transition, wenn ich mich nicht "freiwillig" selbst beschränken würde, damit die Partnerschaft weiter besteht. Ich habe Zweifel, dass es mir damit insgesamt besser ginge, auch wenn ich hier in diesem Umfeld vielleicht viel Anerkennung erfahren würde. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass das, was allgemein unter "Transition" verstanden wird, mir entspricht. Körperliche Angleichung ist zum Beispiel kein Ziel von mir. Das war von Anfang an eines der wenigen Dinge, wo ich mir sicher war. Daran hat sich nie etwas geändert. Damit gibt es einen großen Konfliktpunkt weniger in der Partnerschaft. Der Rest sind Äußerlichkeiten. Aber nur auf den ersten Blick.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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