als Frau ganz anders...
als Frau ganz anders... - # 2

Lebensplanung, Standorte
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Moghediena
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Re: als Frau ganz anders...

Post 16 im Thema

Beitrag von Moghediena »

Hallöchen,

ich denke das meiste ist eine reine Kopfsache. Ich glaube eine weibliche Seite ist in jedem von uns mehr oder weniger stark ausgeprägt vorhanden. Die Frage ist letztendlich, ist man(n) sich dieser Seite bewusst und gibt man dieser Seite Raum sich zu entfalten.

Ich denke, wenn man sich nie mit dem Cross Dressing, Trans und so beschäftigt hat, dann wird die weibliche Seite einfach da sein, minimalen Einfluss haben und es werden gar keine Änderungen ersichtlich. Gibt ja genug Männer, die einige eher typisch weibliche Eigenschaften teilen.

Wenn man nun aber seine Identität hinterfragt und in sich hinein horcht, dann wird die weibliche Seite stärker ins Bewusstsein rücken. Ich denke dann ist man auch bereit dieser weiblichen Seite Raum zu geben und wenn auch nur unterbewusst werden sich automatisch Dinge verändern. Jeder von uns hat oft genug Frauen und Mänenr beobachtet, bewusst oder unterbewusst und genau diese stereotypischen verhaltensweisen sind jedem von uns bekannt. Und wenn man nun in die andere Rolle schlüpft, dann werden diese Verhaltensweisen adaptiert, denke ich.

Und je mehr Raum die weibliche Seite bekommt, desto stärker wird sie sich entfalten. Und je größer der unterbewusste Wunsch ist diese Rolle anzunehmen, desto stärker denke ich werden die Merkmale ausgeprägt.

Und da der Geist bekanntlich Berge versetzen kann wird auch der Körper meiner Meinung nach darauf reagieren.
Hormone ansich werden ja laufend untereinander umgebaut, warum sollte also auch nicht zum beispiel mehr Testosteron in Östrogen umgebaut werden.

Selbstverständlich werden die Pegel nicht so drastisch sein wie bei einer HET, aber ich denke das ist dennoch messbar und führt auch wiederum zu gewissen Änderungen.

Und eine echte HEt ist ja sowieso eine ganz andere Hausnummer, da wird alles umgekrempelt.

Gruß
Moghediena
Elena Maric
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Re: als Frau ganz anders...

Post 17 im Thema

Beitrag von Elena Maric »

Hallo Ihr Lieben -

schön, dass sich so langsam ein schöner Meinungs- und Erfahrungsaustausch entwickelt - danke dafür.

So langsam wird es für mich auch etwas spannender, da sich nun eindeutig sowohl deutliche Unterschiede als auch starke Gemeinsamkeiten bei dem Thema aufzeigen...

Ich selber bin ja auch der Überzeugung, dass es diese digitale entweder-oder so beim Menschen (generell in der Natur) nicht gibt - der Mensch macht es sich oft nur damit sehr einfach...
gut - schlecht
hell - dunkel
Mann - Frau
richtig - falsch
Letzten Endes sind ist in jedem beide "Pole" angelegt und unterschiedlich ausgeprägt und so ergibt sich unser Verhalten, unser Erscheinungsbild, unsere Vorlieben und Abneigungen.
Je Nach Umfeld, Erziehung und Erfahrung wird dieser "Zustand" verändert, verstärkt oder sonst wie moduliert.
Selbstverständlich ist dieser Zustand oder das Bild hochflexibel - je nach Umfeld, Stimmung, Situation.
Und ich gehe davon aus, dass auch die "Form" in der wir gerade sind unglaublichen Einfluss auf unser Verhalten und Empfinden hat.
Das fängt bei Kleidung an (formell, sportlich, sexy, schlampig...), geht über die aktuelle Figur und körperlichen Voraussetzungen (Körpergröße, Gewicht, Haltung, Flexibilität) hin zur letztendlich sichtbaren Ausformung unseres Gesamtbildes.
Und zumindest ich als Crossdresser lege ja größten Wert auf die bestmögliche (temporäre) Umformung meiner Erscheinung hin zum weiblichen.

Und ich glaube, dass ich durch diese Formänderung auch eine (temporäre) Änderung meiner "Funktion" (Wahrnehmung und Handlungsart) hervorrufe.


Natürlich spielen auch die anderen schon von Euch erwähnten Dinge wie Pragmatismus (hohe Absätze, enge Röcke) oder (un)bewusste Rollenbilder eine Rolle, aber ich wollte mal eben mit meiner "steilen These" aufwarten.


Danke für's Lesen und Mitmachen.

Liebe Grüße - Elli
Melanie72
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Re: als Frau ganz anders...

Post 18 im Thema

Beitrag von Melanie72 »

manchmal_melissa hat geschrieben: Mi 21. Jul 2021, 13:06 Schade, dass es dir Angst gemacht hat. Bei mir bewirkt es eher das Gegenteil, wenn ich mich in dieses Gefühl fallen lassen kann. Die letzte Scham, der letzte negative Gedanke verschwindet, meine weibliche Seite hat freien Lauf: herrlich!
Mir hat ja nicht das Frau sein Angst gemacht, sondern dass ich dadurch meine Partnerin verlieren könnte. Das "sich ganz Frau fühlen" habe ich sehr genossen 😍

Liebe Grüße

Melanie
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Helga
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Re: als Frau ganz anders...

Post 19 im Thema

Beitrag von Helga »

Elena Maric hat geschrieben: Di 20. Jul 2021, 20:58 Jetzt ist es so - und das habe auch ein paarmal offen oder auch nur zwischen den Zeilen in einigen Forenhier gelesen - dass ich je nach, ich nenne es mal Erscheinungsbild, ganz anders empfinde, wahrnehme und agiere.
Hallo Elli,
da bin ich zu 100% bei dir.
Wenn ich mich mit viel Sorgfalt und Aufmerksamkeit zurechtmache geht etwas in mir vor. Irgendeine Mischung aus Schmetterlingen im Bauch, Gänsehaut und euphorischer Stimmung. Wenn ich die Perücke aufgesetzt habe ist ein vorläufiger Höhepunkt erreicht, das Ganze steigert sich aber noch weiter, wenn ich unter Menschen gehe und von diesen die Rückkopplung bekomme als Frau gelesen zu werden.
Ich bewege mich anders (was nicht nur an den hochhackigen Schuhen liegt), ich halte mich gerader (was auch am strammen BH und den Silikoneinlagen liegt) ich benehme mich anders und rede anders. Das wurde mir auch durch eine Bekannten bestätigt, der mich auf einer Shopping- Tour begleitet hat. Irgendwann kam der Spruch: Jetzt bist du ganz zur Frau geworden!
Als Mann trage ich jede Farbe, hauptsache sie ist schwarz, allerdings nur Uni. Im Frauenmodusstehe ich mehr auf hellere Farben und Blumenmuster. Im FM esse und trinke ich deutlich weniger. Ich fahre aufmerksamer und langsamer Auto und behalte beide Hände am Lenkrad. Die Liste lässt sich fortsetzen.
Der folgende Satz wird vermutlich nicht überall auf Zustimmung stoßen: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich durch das Zurechtmachmachen als Frau einen leichten Östrogenschub bewirke, der mich temporär verweiblicht.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Liz
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Re: als Frau ganz anders...

Post 20 im Thema

Beitrag von Liz »

Hallo zusammen,
in Bezug auf Helgas Ausführungen möchte ich hinzufügen und keinesfalls widersprechen, dass Frauen nicht generell die besseren Menschen sind. Soll heißen, dass ich ebenfalls an mir feststelle, dass katalysiert durch ein eindeutig weibliches Äußeres meine Verhaltensweisen sich zum Positiven hin ändern. Auch ich fahre dann z. B. aufmerksamer und rücksichtsvoller Auto. Im Gegenzug stelle ich immer häufiger fest, dass vor allen junge Frauen rüder als früher sich im Straßenverkehr bewegen. Sie holen gegenüber den Männern stark auf (interessant wäre zu wissen ob diese eher burschikos gekleidet sind 😂).
Ich vermute aber eher, wenn frau/ man generell mit sich zufrieden ist, dann ist frau/ man entspannt und sozialverträglicher. Also Männer, Frauen und Transgender die mit sich im Reinen bzw. glücklich sind zeigen eher die hier als weiblich positiv beschriebenen Eigenschaften. Männer und Frauen und Transgender an sich sind weder gut noch schlecht für mich.
Ich persönlich sehe die weibliche Seite des Lebens als die schönere und attraktivere und begehrenswertere an und fühle mich zu ihr stark hingezogen. So bin ich völlig entspannt und glücklich, wenn ich sie als sis Mann leben kann. Damit werde ich fast automatisch sozialer, was wir gesellschaftlich betrachtet oft als weiblich definieren.
Letztendlich möchte ich somit als Frau eine Lanze für die Männer brechen und sie nicht alle samt als unsozial vertäufeln 🥰.

Liebe Grüße
Liz
MichiWell
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Re: als Frau ganz anders...

Post 21 im Thema

Beitrag von MichiWell »

Liz hat geschrieben: Do 22. Jul 2021, 01:11 Auch ich fahre dann z. B. aufmerksamer und rücksichtsvoller Auto. Im Gegenzug stelle ich immer häufiger fest, dass vor allen junge Frauen rüder als früher sich im Straßenverkehr bewegen. Sie holen gegenüber den Männern stark auf (interessant wäre zu wissen ob diese eher burschikos gekleidet sind 😂).
Ich vermute aber eher, wenn frau/ man generell mit sich zufrieden ist, dann ist frau/ man entspannt und sozialverträglicher. Also Männer, Frauen und Transgender die mit sich im Reinen bzw. glücklich sind zeigen eher die hier als weiblich positiv beschriebenen Eigenschaften.
Hallo Liz,

schwer zu sagen, ob ich, wenn ich äußerlich im Frau-Modus unterwegs bin, entspannter fahre, denn seit ich ein Auto mit Tempomat habe, und den ich zum Leidwesen mancher früheren Mitfahrerin auch ausgiebig nutze, fahre ich ohnehin viel entspannter.

Interessant finde ich deinen Gedanken, woraus sich ableiten lässt, dass junge Frauen wohl rüder fahren, weil sie unzufrieden sind.

Aber ich habe mir vor Jahren auch so meine Gedanken gemacht, und sehe sie durch Feedback der einen oder anderen Frau ein Stück weit bestätigt, auch wenn das natürlich nicht repräsentativ ist. Vor gut 10 Jahren begann es, dass in den Medien sehr massiv postuliert wurde, dass Frauen (also qua Geschlecht) die besseren Autofahrer sind. Das hat meiner Meinung nach dazu geführt, dass nicht gerade wenige Frauen sehr unkritisch bzgl. ihres Fahrstils und Verhaltens im Straßenverkehr sind. Manch eine sagte mir das sogar ziemlich direkt, dass sie besser fahren können würde als "die Männer", und das auf meine Kritik hin, dass sie während der Fahrt telefonierten und per WhatsApp chatteten, dabei viel auch zu schnell unterwegs waren, und kaum noch etwas von der Verkehrslage und den Straßenverhältnissen mitbekam.

U.a. auch aus diesem Grund bin ich auch sehr skeptisch geworden, was die öfter geäußerten Aussagen der Art: "Frauen sind die besseren Menschen" angeht. Solche pauschalen Aussagen spalten nicht nur die Gesellschaft, sondern schaden m.M.n. auch dem Charakter.


Liebe Grüße
Michi
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Rusza
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Re: als Frau ganz anders...

Post 22 im Thema

Beitrag von Rusza »

Hallo...
Sobald ich ausgehfertig bin,das heißt weiblich gekleidet mit Rock,Pumps,Frauen T-Shirt,Strickjacke und Kopftuch,fühle ich mich frei.Dann bin ich ich selbst.Ohne feminine Kleidung geht das natürlich nicht.Jedenfalls bin ich dann innerlich völlig ausgeglichen.Beim Autofahren verhalte ich mich aber wie immer.Alle Verkehrsregeln werden eingehalten.Das hat nichts mit Mann oder Frau zu tun ob jemand rücksichtslos fährt,es ist eher eine Characterfrage.
Viele Grüße von Rusalka
Vicky_Rose
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Re: als Frau ganz anders...

Post 23 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

manchmal_melissa hat geschrieben: Mi 21. Jul 2021, 13:06 Im Idealfall läuft alles zusammen, es kommt zu einer Art Resonanzkatastrophe - da ist das vorher beschriebene Hochgefühl.
Sehr einfach und sehr treffend formuliert. Aber ich empfinde das Hochgefühl nicht immer als positiv. Ich habe das Gefühl, ich werde dadurch zum Sklaven der Empfindungen und das macht mir in "Ruhephasen" zu schaffen. dann kommt die Frage "Wer bin ich eigentlich ?" sehr in den Vordergrund. Das ist immer sehr, sehr anstrengend ...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Ulrike-Marisa
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Re: als Frau ganz anders...

Post 24 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...wie so oft im Leben sind solche scharf begrenzten Fragen sehr zu beantworten und mit wenigen Worten schon gar nicht. Ganz klar ist das eine Frage der persönlichen Empfindung und Entwicklung.
Ganz generell täte ich für mich die Frage mit eher nein beantworten, da ich mich zumindest als Transfrau fühle und geoutet habe und auch mit einem Lebenskompromiss mit meiner Frau zusammen die Zukunft gestalten möchte.
Wir vereinen alle in uns männliche und weibliche Eigenschaften in unterschiedlicher Ausprägung und Anteilen immer mal mehr oder weniger aber wohl niemals ganz...
Als Transfrau mit männlichem Hintergrund, der immer ein Teil meines Lebens sein und bleiben wird, kann ich für mich sagen, dass sich mit der Outing eigentlich nichts an mir verändert hat; außer :wink: mit PM (Pueraria Mirifica) konnte ich meine Oberweite um 2cm steigern ohne offizielle HRT und der früher vorhandene Bart, als Teil meiner männlich erfolgten Sozialisation ist ab genauso wie der Gorilla an Körperbehaarung, dem ich mit elektrischem Rasenmäher im Kleinformat begegne. Das sind natürlich schon wesentliche und auch sichtbare Veränderungen an Äußerlichkeiten, die aber im Gesamtbild etwas ausmachen. Das nichts bezieht sich bei meiner Sichtweise hier eher auf die inneren Dinge, meine Hobbies wie Kunsthandwerk, Modellbau, Bergbau und Kochen sind eher gleichgeblieben; reisen und segeln tue ich auch noch und lesen auch, nur um einige wesentliche Beispiele zu nennen.
Was sich für mich doch anders anfühlt, ist die kleidungsfrage; weibliche Kleidungsstücke finde ich von der Wäsche angefangen bis zur Oberbekleidung einfach angenehmer, interessanter und mehr zum wohlfühlen. Anzüge und Schlipse kann ich seit Jahren nicht mehr ertragen und waren immer eine Qual für mich und immer nur ein Mittel zum Zweck. Genauso geht es mir auch mit dem Alltagskleidungasstück Hose, trage ich als Arbeitshose und als Jeans; Stoffhosen praktisch nie, einen Anzug habe ich noch, falls ich mal zu einer Hochzeit muss... Meine Frau trägt im Gegensatz zu mir nur Hösen und kann Kleider und Röcke nicht leiden. So verkehrt scheint manchmal die Welt.
Männlichem Gehabe konnte ich noch nie etwas abgewinnen und kann mich als Frau in gewisser Weise freier und unbelasteter von irgendwelchen Erwartungen fühlen, die an mich herangetragen werden. Selbst als Vorstand eines großen Segelvereins bin ich eher zurückhaltend und plane eher im Hintergrund; trotzdem muss ich natürlich bei Arbeitsdiensten anleiten, führen und meine/n Frau/Mann stehen.
Meine Frau sagt, dass ich schon immer viele weibliche Eigenschaften in mir hatte, weshalb wir ja auch nach 43 Jahren immer noch zusammen sind und so soll es auch bleiben.
Ich sage immer: ich bin, was ich bin und nicht das, was andere in mir zu sehen glauben.

Grüße, Ulrike-Marisa ))):s
Elena Maric
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Re: als Frau ganz anders...

Post 25 im Thema

Beitrag von Elena Maric »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 23. Jul 2021, 09:23 dann kommt die Frage "Wer bin ich eigentlich ?" sehr in den Vordergrund. Das ist immer sehr, sehr anstrengend ...
Hi Vicky -
ich finde die Frage "Was bin ich eigentlich alles...?" oder "Was steckt eigentlich alles in mir...?" viel entspannter und schöner...

Liebe Grüße - Elli
sbsr
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Re: als Frau ganz anders...

Post 26 im Thema

Beitrag von sbsr »

Man müsste den Titel ein wenig anpassen, damit das meiner Empfindung entspricht:
"Seit Frau ganz anders..."

Egal wie ich äußerlich gerade aussehe, verändern sich dadurch weder Emotionen, Verhalten noch sonstige Wesenszüge. Was ich allerdings festgestellt habe, seitdem ich meine weibliche Seite entdeckt oder besser gesagt zugelassen habe, hat sich manches verändert, was man typischerweise als weibliches Verhalten klassifizieren würde.

[Vorsicht, Klischee!] Zum Beispiel frage ich neuerdings in Geschäften relativ schnell, wo etwas zu finden sei, wenn ich es nicht selbst finde. Früher hätte ich lieber das Sortiment Gang für Gang auswendig gelernt. Insgesamt habe ich weniger Angst, fremde Leute anzusprechen.
Auch zuzugeben etwas nicht zu wissen/kennen/können fällt mir seitdem irgendwie leichter. Sehr zum Leidwesen meiner Frau übrigens, die von mir erwartet, für alle Probleme und Fragen stets eine Lösung parat zu haben.
Zuletzt geändert von sbsr am Fr 23. Jul 2021, 11:09, insgesamt 1-mal geändert.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Re: als Frau ganz anders...

Post 27 im Thema

Beitrag von scheue_Sarah »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 23. Jul 2021, 09:23 dann kommt die Frage "Wer bin ich eigentlich ?"
Hallo Vicky,

nie war die Abwandlung in "Wer bin ich, und wenn ja, wieviele?" angemessener als hier... :wink:

Sarah
"Don't dream it, be it!"
aus der Rocky Horror Picture Show

"Es braucht einen echten Mann, um sich mit seiner weiblichen Seite wohlzufühlen..."
Backstreet Boy AJ McLean aus Solidarität zu Harry Styles' Foto im Kleid auf der Vogue
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Re: als Frau ganz anders...

Post 28 im Thema

Beitrag von manchmal_melissa »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 23. Jul 2021, 09:23
manchmal_melissa hat geschrieben: Mi 21. Jul 2021, 13:06 Im Idealfall läuft alles zusammen, es kommt zu einer Art Resonanzkatastrophe - da ist das vorher beschriebene Hochgefühl.
Sehr einfach und sehr treffend formuliert. Aber ich empfinde das Hochgefühl nicht immer als positiv. Ich habe das Gefühl, ich werde dadurch zum Sklaven der Empfindungen und das macht mir in "Ruhephasen" zu schaffen. dann kommt die Frage "Wer bin ich eigentlich ?" sehr in den Vordergrund. Das ist immer sehr, sehr anstrengend ...
Hallo Vicky,

das klingt ja sehr ähnlich zu dem, was Melanie berichtet hat. Ich kann mir schon gut Vorstellen, das einen das umhaut, schließlich betrifft es ja die tiefste Identität. Als ich Melissa zum ersten Mal im Spiegel sah… puh! Das hängt wohl immer davon ab, wie hoch die Euphoriewelle ist und ob sie über die interne „Firewall“ drüberschwappt. Ich bin eher ein Kopfmensch, der alles dreimal durchdenkt bevor er es macht, von daher war ich bisher immer gut vorbereitet auf das was da kam und konnte es entsprechend genießen, auch rückblickend. Hoffentlich bleibt das auch so… :?

Liebe Grüße,
Melissa
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Re: als Frau ganz anders...

Post 29 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Darf ich die Frage stellen warum man es überhaupt machen würde wenn man sich nicht anders fühlt?
Anders im Sinne von wohler, besser, angekommen ... Also positiv anders.
Aber natürlich schwingt die Tür in beide Seiten und manchmal verliert man das Gleichgewicht im Alltag.
LG
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Re: als Frau ganz anders...

Post 30 im Thema

Beitrag von uferlos »

Hallo Ihr Lieben,
vieles was ich hier gelesen habe, kann ich so bestätigen, jedenfalls die Veränderungen ins Positive.
Das ist bei mir so seit ich mich entschlossen habe, als Frau zu leben mit allem Drum und Dran. Mir war klar, das ist ein neues Leben, eine neue Chance und das geht nach vorne los.
Was mir besonders aufgefallen ist, ist die Gelassenheit, mit der ich Missgeschicken, missliebigen Menschen und Wartezeiten begegne. Das konnte ich früher nicht. Auch der Ehrgeiz, ohne Hilfe alles richtig zu machen, ist weg. Das führt dazu, dass ich im Beruf neue Dinge ausprobiere und notfalls sagen kann, dass es eben nicht funktioniert hat. Verrückterweise funktioniert es meistens und die Männer schauen verwundert. Es ist eben eine Männerwelt, und in der Firma wird Diversität groß geschrieben.
Das Vergnügen als Frau aufzutreten bleibt im Homeoffice selten, doch seit den ersten Lockerungen nutze ich jede Gelegenheit. Dabei bin ich nicht anders als früher, das Denken und Fühlen bleibt gleich. Es ist eher das Gefühl, im richtigen Leben zu sein und nicht mehr als ein kleiner unscheinbarer Mann unter vielen dem Ende entgegen zu streben in einer Welt, für die ich nicht passe.
Der Vergleich Raupe - Schmetterling passt für mich ganz gut, den hat meine Liebste vor einem Jahr schon gebracht.
Was die männlichen Seiten angeht, sind sie durchaus im Hintergrund da, sei es das Anpacken bei schweren Arbeiten (am liebsten im Kleid) oder der Spaß am Tüfteln oder auch mal ein deutliches Wort wenn die Situation es erfordert.
Vielleicht sehe ich alles gerade durch eine rosa Brille, doch als Frau anders stimmt - und es ist gut so.
Liebe Grüße,
die Marit
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