Mein Frühlings-Herz
Mein Frühlings-Herz - # 2

Lebensplanung, Standorte
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Elizabeth
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 16 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Mi 15. Mai 2019, 23:00

Vielleicht steht ja doch irgendwann einer auf Dein Gift:

https://www.youtube.com/watch?v=Qq4j1LtCdww

Ich schicke einfach mal noch 'nen virtuellen Drücker mit - mir hilft so was auch immer wieder ein paar Tage.

LG Elly
Zuletzt geändert von Elizabeth am Mi 15. Mai 2019, 23:06, insgesamt 1-mal geändert.

Diva
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 17 im Thema

Beitrag von Diva » Fr 17. Mai 2019, 20:34

Hallo Elizabeth,
Elizabeth hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 23:00
Vielleicht steht ja doch irgendwann einer auf Dein Gift:

https://www.youtube.com/watch?v=Qq4j1LtCdww

Ich schicke einfach mal noch 'nen virtuellen Drücker mit - mir hilft so was auch immer wieder ein paar Tage.

LG Elly
Danke für den coolen Link und den Drücker!
Zum Thema 'Gift' spielte mir mein Unbewusstes einen recht freudianischen Streich, kurz bevor die ganze Misere anfing, lebensgefährlich zu werden: Auf der Suche nach einem neuen Duft blieb ich ausgerechnet beim 'Poison-Girl' hängen und verwunderte mich über den merkwürdigen Namen, während ich mich daran regelrecht berauschte ...

Es gibt ja einige, die auf mein 'Gift' stehen. Doch die kommen damit nicht klar, dass ich ihre Emotionen durcheinander bringe, (passiv) ihre heile, saubere Welt gefährde. Da nutzt es gar nichts, dass ich auf Abstand gehe. Deren Rache bekomme ich irgendwann zu spüren, ob sie nun in aller Öffentlichkeit handgreiflich werden oder mich aufs Übelste schikanieren und verleugnen. U.a. das zeigt mir, dass ich niemals die Chance auf ein mehr oder weniger normales Leben habe, denn die Aggressionen beginnen erst nach der Aufdeckung meiner 'Erb-Sünde', nicht in dem Geschlecht geboren zu sein, in dem ich lebe. No way.
Vielleicht nimmt mir einer von denen (stets aus gutem Hause) die 'Drecksarbeit' ab und meine Leiche wird bald in irgendeinem Müllcontainer gefunden.

LG
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Elizabeth
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 18 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Sa 18. Mai 2019, 02:10

Hallo Diva,
wenn Du die "Erb-Sünde" erst dann aufdeckst, wenn Dein Gegenüber schon Gefühle entwickelt hat,
dann stolpern die über den §175, den sie nicht aus ihrem Kopf kriegen, auch wenn er seit 25 Jahren (endlich!) abgeschafft ist.
Selbst bei mir hat es Jahrzehnte gedauert, bis ich außerhalb von Sport oder Familie mehr als Händedruck oder Schulterklopfen gegenüber
Menschen über 6 Jahren mit auch nur vermutetem y-Chromosom zulassen konnte: man könnte ja von irgendwem als schwul "abgestempelt" werden!

Lichtblick: Mein Boyfriend hat letzte Woche nen Drücker von einem jungen Mann gekriegt. Der hatte gemerkt, daß unsere Trauer über den Verlust der Partnerin (Tod)
mal wieder getriggert worden war (sie hat Elly gekannt). Tat gut! Wäre vor 30 Jahren wahrscheinlich nicht passiert.

Vielleicht sind auch die aus (vermeintlich) gutem Hause der falsche Umgang für Dich. Denen hat man gesagt:
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern"
https://youtu.be/LRxDefyx_hg

Drück Dich schnell noch mal und wünsch Dir, daß Du Deinen Lebensmensch findest (oder er Dich!)
...und: Gift hat im Müllcontainer nix zu suchen! Paßt Du genug auf Dich auf?
LG Elly

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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 19 im Thema

Beitrag von Diva » Sa 18. Mai 2019, 11:27

Die Sonne scheint einzig für die "Normalen" - heute wie so oft. Das erdrückt mich, ich will die Vorhänge zuziehen und dahindämmern, bis es wieder dunkel wird. Die Regenwoche mit ihren Extremen, die das psychische Fass ebenso überlaufen ließ wie Rinnen und Borde, ist vorbei. Doch die Wunden sind noch immer da. Die alten, die nie verheilen, und die vielen neuen, die ständig dazukommen.

Das Positive sehen, wenn es stets mit Negativem verbunden ist, gelingt schon lange nicht mehr. Ein Schlechtes muss durch drei Gute aufgewogen werden - die Rechnung geht niemals auf. Es verbleibt ein riesiges Defizit, das ich in 100 Jahren nicht abbauen könnte, auch gar nicht mehr wollte.
Das Hamsterrad, das ich mir selbst gemäß der Anforderungen meiner Umgebung gebaut habe, dreht sich weiter bis zum letzten Tag, dem ich als Einziges wirklich entgegenfiebere. Paracetamol war ein kurzer Lichtblick, bis ich die Berichte von wochenlanger Quälerei und irreparablen Leberschäden las, die nicht das erhoffte Ende, sondern noch schlimmere Schmerzen brachten. Zum Glück gibt es immer wen, der früher als man selbst auf solche Ideen kommt ...
Nein, ich hab kein Borderline. Schmerzen sind furchtbar und keine Wohltat für mich. Die Angst davor hält mich vor dem nächsten Versuch zurück. Blutverdünner zu kaufen ist eine Sache, den letzten Schritt zu wagen, eine andere. Wenn das schief geht, weiß ich gar nicht mehr, wie ich die riesigen Wunden verbinden soll. Die würden nicht nach einer Woche aufhören zu bluten wie beim letzten Mal ... Die Geschlossene mit ihrer Zwangsmedikation ist auch kein schöner Ausblick.

Soll ich doch rausgehen mit all meiner Verletzlichkeit, Impulsivität und gehemmter Lebenslust, die ständig auf Pfade in den Tod umgeleitet wird? Die Angst ist ständiger Begleiter. Angst vor Bloßstellung, was quasi nie vorkommt, viel schlimmer: Angst vor Sympathie, die früher oder später in blanken Hass umschlägt.
Heute würde ich auch ihm begegnen, der mich mit der Kaltschnäuzigkeit eines überforderten Kerls derart verletzt hat, dass ich noch immer nicht weiß, wie ich damit umgehen soll - ob ich überhaupt damit umgehen kann.
Egal, wie herum ich es drehe, ich lande garantiert im nächsten Tief, aus dem es schon jetzt kein Entrinnen gibt. Wozu noch mehr Quälerei, wenn der Kopf längst erkannt hat, dass der Zenit bereits überschritten ist und der freie Fall begonnen hat. Es ist die verbleibende Zeit vor dem Aufprall, in der es gleichgültig ist, was man tut oder denkt ...


Hallo Elizabeth,

obwohl §175 aufgrund des Alters der Klientel und gerade im Osten keine vordergründige Rolle zu spielen scheint, hast du dennoch den Hauptgrund erkannt. Es ist die Angst der Typen, in der eigenen Macho-Clique als 'Schwuchtel' abgestempelt zu werden. Das ist leider heute offenbar ebenso aktuell wie zu Zeiten des §175.
Elizabeth hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 02:10
Hallo Diva,
wenn Du die "Erb-Sünde" erst dann aufdeckst, wenn Dein Gegenüber schon Gefühle entwickelt hat,
dann stolpern die über den §175, den sie nicht aus ihrem Kopf kriegen, auch wenn er seit 25 Jahren (endlich!) abgeschafft ist.
Das ist leider nur möglich, wenn ich mir das besagte Pappschild "Achtung! Kein Mensch, bin nur so verkleidet!" um den Hals hänge. Bei ihm hat es bei der ersten (zufälligen!) Begegnung derart gefunkt, dass ringsherum alles wie vom Blitz erhellt schien. Darum hab ich die Karten schon beim 2. Mal auf den Tisch gelegt, was zwar zu keiner akut erkennbaren Veränderung seiner Gefühle führte, aber danach wurde es umso schlimmer ... Es geht hier nicht um Intimitäten, für sowas bin ich sowieso nicht bereit. Da müsste noch mehr als ein Wunder geschehen.
Ich suche nicht; dieses Elend hab ich mir ein Jahr lang angetan, kann mir nicht vorstellen, jemals auf eines der Portale zurückzukehren und zig Treffen zu verabreden. Allein der Gedanke daran verursacht Frust.

Wenn ich hier die Diskussionen rund ums Passing lese, sind viele genauso drauf, wie ich es anfangs war. Da bestehen anfangs die enormen Ängste, draußen verlacht und gemobbt zu werden, nicht selten wird von Suizidgedanken geschrieben, die ich damals selbstredend für den Fall des Scheiterns ebenfalls in Betracht zog.
Das Thema ist jahrelang vordergründig, wird manchmal nie integriert, ein Leben als erkennbare Außenseiterin muss selbst akzeptiert und von einer starken unterstützenden Sozialisation mitgetragen werden: Familie, Freunde sind da unverzichtbar. Alleine schafft das niemand.

Die vielfache Sehnsucht nach dem guten Passing ist nach meinem jetzigen Kenntnisstand aber zu kurz gedacht. Ich muss mich täglich mit Menschen herumschlagen, die ihre Rachegelüste und Komplexe an mir austoben, weil sie sich durch mich arglistig getäuscht fühlen. Hatte ich vielfach schon geschrieben, interessiert nur niemanden. Darum ist das Passing ab einem bestimmten Niveau ein grauenhaftes Eigentor. Einerseits die Ängste, nach wie vor von einigen vermeintlich 'eindeutig' als verkleideter Kerl gelesen zu werden, andererseits die Ängste, dass sie es eben nicht erkennen. Natürlich ist es schön, wenn ich unbehelligt geschminkt in Kleidern, Röcken überall herumspazieren kann und keinen erkennbaren Widerwillen errege. Aber wehe, ein Kontakt überschreitet das allgemeinverbindlich-gleichgültige Niveau ... Dann soll ich das Pappschild rausholen? Oder noch früher?

Deshalb bin ich distanziert, werde den Teufel tun, mich mit irgendwem zu verabreden, halte mich zurück - unnahbar, unantastbar. Und trotzdem passiert es und führt zwangsläufig ins Verderben. Deshalb meine späte Erkenntnis, dass es eben ungeachtet aller Fortschrittlichkeiten doch keinen Platz für mich oberhalb der Erdoberfläche gibt. Das ist hart, entspricht aber den Tatsachen.
Trotzdem danke für die Wünsche.

LG
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Helga
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 20 im Thema

Beitrag von Helga » Sa 18. Mai 2019, 15:13

Ach Diva,
schon wieder diese Selbstzerfleischung.
Wie sollen andere nett zu dir sein wenn du es selbst nicht bist.
Liebe Grüße
Helga
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 21 im Thema

Beitrag von Diva » Sa 18. Mai 2019, 19:31

Helga hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 15:13
Ach Diva,
schon wieder diese Selbstzerfleischung.
Ach Helga,
solche Kommentare sind doch gar nicht dein Niveau. Polemik hast du nicht nötig?
Es geht um klar umrissene Probleme, die ich zu Beginn der Transition nicht ansatzweise geahnt hatte.
Wenn das ein Vorgeschmack auf das von dir empfohlene 'offene Ohr' ist, herzlichen Dank ...
Helga hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 15:13
Wie sollen andere nett zu dir sein wenn du es selbst nicht bist.
Liebe Grüße
Helga
Dieser Standard-Spruch ist zwar in psychotherapeutischen Kreisen und darüber hinaus weit verbreitet -
aber: Er passt nicht zum Beitrag. Ich schreibe nirgends, dass ich nicht 'nett' wäre. Unverbindlichkeit ist doch nicht mit Unfreundlichkeit gleichzusetzen. Ich mag nicht mit dir streiten - mit niemandem, erst recht nicht auf dem Niveau Polemik / Standard-Phrasen. Die kenne ich nämlich auch (fast) alle.

LG
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Laila-Sarah
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 22 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » So 19. Mai 2019, 20:14

Hallo,

ich kann Helgas Worte sehr gut verstehen:

Es geht darum, dass man nett (höflich, zuvorkommend, liebevoll, respektvoll) zu sich selbst ist. Die Menschen draußen haben einen Gespür für diese (ich kürze es mal ab) Selbstachtung und reagieren direkt darauf. Ich denke mal viele Probleme mit anderen Menschen von den du berichtest (Arbeit, Privat) könnten dadurch wesentlich reduziert werden. Es ist wie bei den Tieren, die Angst förmlich riechen können und dann (und deshalb) dich als Beute einstufen und angreifen. So fühlt deine Umwelt die Probleme, die du mit dir selbst hast und behandelt dich schlecht deswegen.

Du etikettierst dich quasi selbst durch deine Selbstachtung als besonders wertvoll für die anderen.

Kannst du damit etwas anfangen?

VlG
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 23 im Thema

Beitrag von Diva » Mo 20. Mai 2019, 08:18

Laila-Sarah hat geschrieben:
So 19. Mai 2019, 20:14
Hallo,

ich kann Helgas Worte sehr gut verstehen:

Es geht darum, dass man nett (höflich, zuvorkommend, liebevoll, respektvoll) zu sich selbst ist. Die Menschen draußen haben einen Gespür für diese (ich kürze es mal ab) Selbstachtung und reagieren direkt darauf. Ich denke mal viele Probleme mit anderen Menschen von den du berichtest (Arbeit, Privat) könnten dadurch wesentlich reduziert werden. Es ist wie bei den Tieren, die Angst förmlich riechen können und dann (und deshalb) dich als Beute einstufen und angreifen. So fühlt deine Umwelt die Probleme, die du mit dir selbst hast und behandelt dich schlecht deswegen.

Du etikettierst dich quasi selbst durch deine Selbstachtung als besonders wertvoll für die anderen.

Kannst du damit etwas anfangen?

VlG
Hi,
klar kann ich damit was anfangen, hab genug Sitzungen bei div. Psychs besucht. Ist eine interessante These, die durchaus ihre Berechtigung haben mag - jedenfalls nicht bei mir.

Wenn du meine Beiträge betr. Arbeit gelesen hättest, wüsstest du, dass ich respektiert werde - dennoch von Mobbing und Missachtung durch komplexbeladene Typen, die generell mit meiner Wandlung nicht klarkommen, sowie sich hintergangen fühlende Kerle betroffen bin. Dieses Thema wird hier von allen derart peinlichst ausgeklammert, dass es schon bedenklich ist. Entweder begreift das niemand oder es will keiner verstehen. Das hat mit meiner Selbstachtung rein gar nichts zu tun, sondern mit der Angst der Typen, als schwul dazustehen. Dafür hassen sie mich, ja rächen sich mitunter durch Handgreiflichkeiten und / oder Beleidigungen. Was hast du da für einen Rat? Ich wäre für Kontextbezogenes wirklich dankbar.

Doch stattdessen wird leider immer am Thema vorbeigeschrieben. Ich erwähnte mehrfach, dass ich in all den Jahren komplett diskriminierungsfrei überall zu jeder Zeit in der Öffentlichkeit unterwegs sein kann - ob nun in 'finsteren' Technoclubs oder mitten in der 'Haute volée' bei Tanz und Brunch. Wo also siehst du, dass ich als Opfer wahrgenommen werden würde? Das ist Quatsch und geht an der Realität vorbei.
Nur dann, wenn auch privat jemand "meinem Gift" verfällt, kommt das gleiche Dilemma wie auf der Arbeit mit den neuen Kollegen, die erst flirten und dann mit Dreck werfen, wenn sie endlich erfolgreich gebrieft wurden und meinen, "Bescheid" zu wissen. Das hat mit deiner Theorie nichts zu tun. Ich wüsste gern, wann ich mir das besagte Pappschild 'Achtung! Kein Mensch, bin nur so verkleidet!' in solchen Situationen um den Hals hängen soll. Wenn es anfängt, vermeintlich zu knistern? Beim ersten Lächeln? Oder sollte ich generell damit herumlaufen, damit solche peinlichen Irrtümer nicht passieren? Es gibt wohl noch etliche, die mich vielleicht als verkleideter Kerl wahrnehmen, aber die, die es nicht tun, sind 1000x schlimmer.

Ich hoffe, ich habe mich jetzt deutlicher ausgedrückt. Ich mag nur nicht deine falsche Schlussfolgerung unkommentiert stehen lassen.

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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 24 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mo 20. Mai 2019, 11:02

Hallo,
Laila-Sarah hat geschrieben:
So 19. Mai 2019, 20:14
Es geht darum, dass man nett (höflich, zuvorkommend, liebevoll, respektvoll) zu sich selbst ist. Die Menschen draußen haben einen Gespür für diese (ich kürze es mal ab) Selbstachtung und reagieren direkt darauf. Ich denke mal viele Probleme mit anderen Menschen von den du berichtest (Arbeit, Privat) könnten dadurch wesentlich reduziert werden. Es ist wie bei den Tieren, die Angst förmlich riechen können und dann (und deshalb) dich als Beute einstufen und angreifen. So fühlt deine Umwelt die Probleme, die du mit dir selbst hast und behandelt dich schlecht deswegen.
Was Laila hier geschrieben hat, kann ich nach meiner Erfahrung nur bestätigen. Ich habe den Mann gehasst, den ich spielte. Entsprechend bin ich mit mir auch umgegangen. Das haben die anderen gespürt und haben entsprechend reagiert. Da konnte ich mich um Anerkennung bemühen, wie ich wollte. Mehr als distanziert höflich kam da nie rüber.

Als Nicole begegnet man mir immer wieder ganz anders, obwohl ich eindeutig als "Transe" erkannt werde. Nicole ist - soweit es die Natur (noch) zulässt - die Verkörperung meiner Traumfrau, die ich liebe. Und mit der gehe ich ganz anders um als mit dem alten Stinkstiefel, den ich immer spielte.

Und noch kurz zu der "besseren" Gesellschaft: Da wäre mein Nachbar, alter Freund und Rechtsanwalt. Der hat mir noch vorgestern groß und breit erklärt, dass mein gesamtes Verhalten völlig falsch ist, und ich das unbedingt ändern sollte. Dabei nannte er mich demonstrativ Klaus. Sonst kommt schon mal Nicole und statt 'sie' oder 'er' 'sier'. Nachdem ich ihm dann erklärte, wie (gewaltlos) gelebte Anarchie funktioniert, zog er frustriert davon. Fazit: Diese Herrschaften halten sich für etwas besseres. Alles was sie machen, ist richtig, und alle andere ist falsch. - So sprach der Herr, in Ewigkeit, Amen. - Mit solchen Leuten rede ich natürlich - immer wenn es sich mal wieder nicht vermeiden lässt.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 25 im Thema

Beitrag von Diva » Mo 20. Mai 2019, 11:06

Nicole Doll hat geschrieben:
Mo 20. Mai 2019, 11:02
Hallo,
Laila-Sarah hat geschrieben:
So 19. Mai 2019, 20:14
Es geht darum, dass man nett (höflich, zuvorkommend, liebevoll, respektvoll) zu sich selbst ist. Die Menschen draußen haben einen Gespür für diese (ich kürze es mal ab) Selbstachtung und reagieren direkt darauf. Ich denke mal viele Probleme mit anderen Menschen von den du berichtest (Arbeit, Privat) könnten dadurch wesentlich reduziert werden. Es ist wie bei den Tieren, die Angst förmlich riechen können und dann (und deshalb) dich als Beute einstufen und angreifen. So fühlt deine Umwelt die Probleme, die du mit dir selbst hast und behandelt dich schlecht deswegen.
Was Laila hier geschrieben hat, kann ich nach meiner Erfahrung nur bestätigen.
Na, das ist doch fein, wenn die hübsche Theorie auf eine zutrifft.
Aber leider nicht auf meine Problemstellung, wie ich versuchte, nochmals darzulegen. Schade aber auch.

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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 26 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Mo 20. Mai 2019, 14:53

Vielleicht zu der Argumentation, dass Selbstachtung vorhanden und nicht das Problem ist.

Denkansatz:

Es geht ja darum sich zu akzeptieren und zu lieben. Wie kann ein Individuum der sich selbst liebt und respektiert sich selbst als giftig empfinden und sich ständig die Zeit in diesem wundervollen Planeten verkürzen wollen ?

Das empfinde ich als widersprüchlich und gebe es zu bedenken.

Aber ich selber kenne mich mit Therapien und Psychologie gar nicht aus und war noch nie in Behandlung.

Deshalb nur meine Gedanken

Viele liebe Grüße!
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 27 im Thema

Beitrag von Helga » Mo 20. Mai 2019, 18:44

Liebe Diva,
upps, da habe ich etwas angestoßen. Meine Bemerkung sollte nicht polemisch sein sondern ging in die gleiche Richtung die Laila- Sarah beschrieben hat. Du bist eine Person die Respekt verdient hat, also respektiere dich auch selbst. Du hast einiges geleistet also sei auch Stolz darauf. Das Gift bist nicht du sondern die Spießigkeit in den Köpfen der anderen.
Um deine Gegenüber, die in dir die Bio- Frau sehen nicht völlig aus den Schuhen zu hauen, solltest du überlegen das nächste Mal zeitig dezente Hinweise zu geben. Vielleicht einen Anstecker mit entsprechendem Symbol, Erzählungen aus der Kindheit von typisch männlichen Hobbys oder Sportarten, oder mal eine Bemerkung wie "ich habe früher nur sehr ungern Krawatten getragen". Da wird dir sicher noch besseres einfallen. So hätten die Herren noch die Chance sich rechtzeitig zurück zu ziehen bevor sie (aus ihrer Sicht) dir gegenüber das Gesicht verlieren, was dann zu den beschriebenen Aggressionsausbruechen führt.
Liebe Grüße
Helga
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 28 im Thema

Beitrag von Diva » Di 21. Mai 2019, 08:52

Laila-Sarah hat geschrieben:
Mo 20. Mai 2019, 14:53
Wie kann ein Individuum der sich selbst liebt und respektiert sich selbst als giftig empfinden und sich ständig die Zeit in diesem wundervollen Planeten verkürzen wollen ?

Das empfinde ich als widersprüchlich und gebe es zu bedenken.
Sorry, da hab ich die nächste mit meinen laien-poetischen Begriffen verwirrt. Es dachte z.B. auch jemand, ich hätte einen Herzfehler, nur weil ich im poetischen Sinne das 'Herz' in der Gedichtversion 2.0 zum Stillstand aufforderte ...
Das 'Gift' leite ich nur ab von der 'Femme fatale', ist also differenziert und keineswegs 100% negativ zu werten. Obwohl ich nicht suche, date und mich mit niemandem verabrede, keine potentiellen Locations aufsuche usw. lässt es sich nicht vermeiden, dass immer mal wieder jemand auf der Bildfläche erscheint, dem ich warum auch immer gefalle. Bislang passierte das nur dann, wenn der Trans-Background unerkannt blieb. Das letzte Mal hatte es mich auch erwischt. Ich reiße mich wirklich zusammen, mag solche Gefühle nicht zulassen, weil ich nicht reif dafür bin, aber es hat nun mal 'gefunkt' - bei uns beiden. Es war quasi wie im Film, nur ohne Bettszene, denn das geht gar nicht von meiner Seite. Aber wir gingen gepflegt aus, wie ich schrieb.
Weil alles so schnell ging, legte ich die Karten sofort auf den Tisch incl. Teile aus meiner negativen Karriere; die Narben am Handgelenk hatte er sowieso längst bemerkt. Es war zwar keine sofortige Änderung in seinem Verhalten zu merken, aber in den nächsten Wochen ging es los. Ich spürte förmlich, wie er zwischen seiner Zuneigung und meiner - offenbar für ihn - unerträglichen Disposition als Trans hin- und hergerissen war. Ich wahrte Abstand, ließ ihm Zeit, hoffte, wir könnten die Sache wie vernünftige Menschen beenden. Aber er entschied sich für das, was Kerle immer in so einer Situation tun: aggressiv werden. Zwar verprügelte er mich nicht, aber er behandelte mich derart gemein und herabwürdigend, wie es noch nicht mal eine Fremde verdient hätte. Das er mich abgrundtief verletzt in meiner ohnehin besch... Situation, wusste er. Er wollte es so. Und ich war es wieder mal, die das Hirn eines ehemals sympathischen Mannes vergiftet hatte, der seine Emotionen nicht kanalisieren konnte.
Da solche Rache-Aktionen regelmäßig auf mich zurückfallen, bin ich zugleich quasi 'Gift' für mich selbst. Keine Ahnung, wie ich jemals die vielen Bösartigkeiten verdauen soll ...

LG
-Diva
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 29 im Thema

Beitrag von Diva » Di 11. Jun 2019, 19:58

Episode: weiße Rosen

Abschied einer Kollegin, die mir näher stand, als ich vermutete. Sie hatte mich gebeten, ein großes Team-Frühstück zu diesem Anlass als unser Abschiedsgeschenk an sie auszurichten. Sie kannte mein Trauma, was bei der letzten derartigen Aktion passiert war, dass ich nie wieder die "legendäre Tafel" mit frischer Ananas, Chilischoten, Cornichonen, Maiskölbchen, Weintrauben auf verschiedenen Wurst-, Geflügel- und Käseplatten arrangieren wollte. Aber für sie machte ich eine letzte Ausnahme ...

Vor Rührung überreichte sie mir ihren Rosenstrauß, den sie von der Geschäftsleitung erhalten hatte. Sie kannte meine besondere Beziehung zu Rosen, zum Tod.
Ich konnte nicht anders, als die Blumen ohne Widerrede entgegenzunehmen.
Nachdem sie fort war, schloss ich für einen Moment die Augen, sog den Duft der Blüten ein, und ging ins Büro der letzten Vertrauten, hielt ihr den Strauß entgegen:
"Bitte nimm - ich ertrage sie nicht mehr. Für mich blühen keine Rosen, noch nicht mal auf meinem Grab."
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Helga
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Re: Mein Frühlings-Herz

Post 30 im Thema

Beitrag von Helga » Mi 12. Jun 2019, 18:25

Liebe Diva,
ich fürchte wir können dir hier nicht helfen. Aber trotzdem finde ich deine letzten Beiträge wichtig, können sie doch möglicherweise anderen helfen. Daher Danke! Das ist jetzt nicht sarkastisch gemeint sondern mein voller Ernst.
Ich lese hier seit einigen Monaten in allen möglichen Themen mit. Bei allen die sich um das Thema Transition drehen endet die Timeline mit der GaOp. Was danach kommt verschwimmt im rosa Nebel.
Dein Beispiel zeigt deutlich dass es noch ein Leben danach gibt, über das Frau sich auch Gedanken machen muss. Auch wenn Alles gut gelaufen und Frau körperlich da angekommen ist wo sie schon immer hinwollte, tauchen plötzlich Probleme auf an die sie vorher nicht einmal zu denken wagte. Diese Probleme mögen auf andere die nicht dein Passing haben wie Luxusprobleme wirken, dennoch verstehe ich dass sie real sind.
Ich möchte damit keine angleichenden Maßnahmen verteufeln sondern nur alle die dies in Erwägung ziehen dringend bitten sich auch mit der fernen Zukunft zu beschäftigen, und nicht zu sehr auf die zu hören die gerade in der Hormontherapie stecken. Die euphorisierende Wirkung scheint ja beachtlich zu sein.
Um zu dir zurück zu kommen. Da ich hoffnungslose Optimisten mit ausgeprägtem Harmoniebeduerfnis bin, bleibe ich dabei: Der Traumprinu wird schon noch kommen. Vielleicht ein FzM, der sich selbst als Monster empfindet?
Liebe Grüße
Helga
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