Wo soll das alles enden?
Wo soll das alles enden? - # 3

Lebensplanung, Standorte
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Lorelai74
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Re: Wo soll das alles enden?

Post 31 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Di 25. Sep 2018, 20:32

Hallo Cybill,

frage die Frage mal für dich anders und fühl mal nach was das Ergebnis wäre.
Frage dich mal nicht „Wo soll das Enden?“
sondern frage dich vielleicht mal
„Warum geh ich nicht weiter?“

Die Frage nach dem Ende fragt nach einer ungewissen Zukunft.
Und nur vor/im einer Zukunft haben wir Ängste.
Die Frage nach dem Weiter deutet in Jetzt.
Sie fragt nach den Blockaden, nach den Hindernissen.
Beruf und Loge nanntest du als die 2 Bereiche wo du noch als Mann bist. Also würde ich vermuten das hier auch Bereiche mit Blockaden sind.

Ich hoffe du empfindest das nicht als Wortklauberei sondern entdeckst einen Sinn darin.

Viele herzliche Grüße
Lorelai
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

Aria
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Re: Wo soll das alles enden?

Post 32 im Thema

Beitrag von Aria » Di 25. Sep 2018, 20:35

Jenina hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 08:42
Dieser mehr als blöde Spruch vom Unterschied zwischen TV und TS mit den X Jahren ist Blödsinn. Wenn man wirklich TS ist, dann hat man keine Zweifel und einen Leidensdruck, der einem keine Zeit lässt zum lange nachdenken. Wer aber schon über Jahre hinweg immer mal Schwankungen seiner trans* Gefühle hat findet bestimmt keine Rettung darin, wenn er sich ganz auf "eine Seite" schlägt. Auch wenn das manche nicht glauben können: es gibt die "Zwischenwesen" tatsächlich! Und mit der richtigen Portion Selbstliebe (in Memoriam Charlie Chaplin...) kann man damit sehr gut und lange und zufrieden leben.
Finde ich nicht, dass dieser Spruch Blödsinn ist. Er mag nicht auf jeden zutreffen, hat aber seine Daseinsberechtigung.
Denn, wie Anja so treffend beschrieb, ist die einzige Konstante im Leben, der Wandel.
Anja hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 16:27
Über 30 Jahre lang hab ich gewusst, das ich DWT bin.
2011 hab ich gewußt, das ich CD bin.
2013 hab ich gewußt, das ich Bigender bin.
2014 hab ich gewußt, das ich eine Frau bin.
Unsere gesicherten Erkenntnisse von heute sind unsere Irrtümer von morgen. Das ganze Leben ist doch ein Prozess, nichts ist dauerhaft von Bestand.
Heute schließe ich angleichende Operationen jeglicher Art aus. Wer weiß schon, wie ich morgen darüber denke?
Ich denke, du siehst das sehr schwarz/weiss. TS ist für dich gleichbedeutend, mit dem Bild Junge/Mädchen, das sich seinen Eltern offenbart, weil es sonst so nicht mehr leben kann und eventuell sogar
schon andersweitig aufgefallen ist, sich z.B. ritzt oder gar schon suizidale Absichten geäussert hat. Das ist der Leidensweg, von dem du ausgehst! Dass es aber viele Jahre in einem schlummert, sich
inzwischen ein Leben um die betreffende Person entwickelt hat, wo äussere Konventionen einen nicht unerheblichen Einfluss auf die persönlichen Entscheidungen haben, lässt du dabei völlig ausser acht.
Ob jemand Rettung darin findet, wenn er/sie nach etlichen Jahren oder gar Jahrzehnten endlich zu sich selbst findet und die ständigen Zweifel, gepaart mit Antriebslosigkeit, Unmut und Verdrossenheit,
seine Art von Leidensdruck ist, musst du schon jedem selbst überlassen. Mag ja gut sein, dass es diese Zwischenwesen gibt und sie vollends zufrieden mit sich und ihrer Definition von glücklichen Leben
sind. Aber diese Selbstliebe hat jemand, der als Spät-TS zur Erkenntnis kommt, dass es so nicht weitergehen kann im allgemeinen nicht. Der kann sich nämlich irgendwann als Mann/Frau nicht mehr
riechen. Und woher das vornehmlich in einem Alter von ca. 40 kommt, kann dir ja mal jemand erklären, der sich mit Lebensabschnittzielen und Midlife Crisis gut auskennt ;)
Musst du nicht verstehen, ist halt einfach so!

Cybill
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Re: Wo soll das alles enden?

Post 33 im Thema

Beitrag von Cybill » Di 25. Sep 2018, 20:36

@ Joe
Echte Frau: Fortpflanzungsfähigkeit durch Gebären mit allen positiven - (weiblicher Sex) und negativen (Periode, Gefühlsschwankungen) Nebenwirkungen.
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 34 im Thema

Beitrag von Cybill » Di 25. Sep 2018, 20:38

Aria, wer ist dein Adressat?
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 35 im Thema

Beitrag von Cybill » Di 25. Sep 2018, 20:40

@ Lorelai
Ich erkenne deinen Sinn darin, womöglich nicht meinen. Das Thema ist immer noch: Wer hat ähnliche Erfahrungen?
Wenn ich Entscheidungshilfe benötige, dann schreibe ich das auch.
Nix fer oguat!
- Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 36 im Thema

Beitrag von Aria » Di 25. Sep 2018, 20:54

Cybill hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 20:38
Aria, wer ist dein Adressat?
Ähem, steht doch da!
Ich beziehe mich im gesamten Post auf Jenina´s Aussage. Anja´s Post habe ich zitiert, um auf die Entwicklung, wie sie sie erlebt hat, einzugehen.
Musst du nicht verstehen, ist halt einfach so!

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 37 im Thema

Beitrag von Cybill » Di 25. Sep 2018, 22:08

Danke, war mir nicht sofort klar.
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 38 im Thema

Beitrag von Jenina » Mi 26. Sep 2018, 07:53

Aria hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 20:35
...
Ich denke, du siehst das sehr schwarz/weiss. ....
Nein Aria, nicht ich sehe das schwarz weiss sondern die, die bei ihrem TS sein nur den Weg kennen der da heißt "ich bin eine Frau". Das mag nun nicht für Dich zutreffen, ich kenne Dich ja nicht, aber mir begegnen immer wieder diese Meinungen. Seltsamerweise ist das bei den TS, die ich persönlich kenne, nicht so. Ich kenne also durchaus deren Motivation und es leben auch welche vollständig in der Frauenrolle ohne die "letzten Maßnahmen". Deshalb finde ich das so wahrhaftig. Und ich kenne auch Menschen die eindeutig TS sind und es nicht leben und deren Gründe sehr gut nachvollziehbar sind.

Offenbar sind die Gründe für Dich sehr einfach:
Und woher das vornehmlich in einem Alter von ca. 40 kommt, kann dir ja mal jemand erklären, der sich mit Lebensabschnittzielen und Midlife Crisis gut auskennt
Es ist als nur eine Midlife Crisis. Und daher der Leidensdruck, der einen sein Leben völlig auf den Kopf stellen lässt? Das ist ja wohl lächerlich! Das würde jetzt Vorurteile bestätigen... Ich beteilige mich mal nicht an dieser Hähme.

Du siehst also, dass ich gar nicht schwarz weiss denke. Aber ich habe eben so meine Zweifel. Und die wirst Du mir wohl lassen müssen, auch wenn Dir das offenbar nicht passt. Oder hast Du Angst, ich könnte da etwas wecken was sehr gut versteckt wird, genauso wie versteckt wie das trans* sein über Jahre, nur eben "andersrum"?

Und die dumme Bemerkung
Mag ja gut sein, dass es diese Zwischenwesen gibt und sie vollends zufrieden mit sich und ihrer Definition von glücklichen Leben
sind.
kannst Du Dir künftig sparen. Das zeigt nur Deine mangelnde Empathie gegenüber Menschen die nicht in Dein Weltbild passen. Das scheint wohl sehr wenig bunt zu sein.

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 39 im Thema

Beitrag von Jenina » Mi 26. Sep 2018, 08:02

Jenina hat geschrieben:
Mi 26. Sep 2018, 07:53
... Seltsamerweise ist das bei den TS, die ich persönlich kenne, nicht so. ...
Entschuldigung, ich muss mich ausnahmsweise mal selbst zitieren. Simmt nämlich nicht ganz. Mir ist nämlich auch eine von "Super-TS" begegnet, die mir regelrecht dumm gekommen ist wegen meines Lebens als Transvestit. Die hat mir prophezeit dass ich schon noch kommen werde zu ihrer SHG wenn ich dann doch "TS geworden" wäre.

Wegen solcher Typen habe ich mir geschworen immer ganz genau in mich hinein zu hören was ich wirklich tun und was ich besser lassen soll.

Jenina
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Re: Wo soll das alles enden?

Post 40 im Thema

Beitrag von Cybill » Mi 26. Sep 2018, 09:09

Ich sehe an dieser Stelle eine Problematik, die mir schon immer sauer aufgestoßen ist:

Das Sendungsbewusstsein von Menschen, die (vermeintlich) ihr Leben kompromisslos leben.

Daher noch mal mein Appell an dieser Stelle:
Es steht keinem Menschen zu, über Leben, Entscheidungen und/oder Plänen von anderen zu Urteilen! Schon gar nicht, sich selbst und sein Leben zum Maß aller Dinge zu machen!

- Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 41 im Thema

Beitrag von Christiane04 » Mi 26. Sep 2018, 09:25

Guten Morgen,

Janina und Cybill, ich gebe euch voll und ganz recht!
Leider musste ich schon öfters die Erfahrung machen, dass Geschriebenes nicht in der Lage ist die Absicht des Autors gut zu vermitteln. Es fehlen einfach die Sinneseindrücke während eines Gespräches, wenn man sich gegenüber sitzt ....
Tatsächlich habe ich in einem anderen Forum die Erfahrung gemacht, dass man als nicht F.64 schreiben kann was man will, es wird sofort zerrissen und gratis gibt es noch ne Beleidigung dazu.
Diese Art missionierendes Sendungsbewusstsein finde ich sehr fragwürdig.
Ja, in sich rein hören ist wichtig, aber gerne auch darüber sprechen. Leider bin ich hier in der Diaspora und habe keine Gelegenheit dazu, gibt einfach nix. Zum Beispiel Regensburg ist 200 km....

Gruß Christiane
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 42 im Thema

Beitrag von sbsr » Mi 26. Sep 2018, 09:40

Cybill hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 20:40
Das Thema ist immer noch: Wer hat ähnliche Erfahrungen?

Hallo Cybill,

ähnlich ja, allerdings viel weiter vorne. Ich erzähl einfach mal davon, liegt bei Dir ob Du es trotzdem lesen magst.

Auch wenn ich gerne ein hübscheres weicheres Gesicht hätte und meine muskulösen Arme optisch nicht so toll finde, war ich im Grunde nie wirklich unglücklich ein Mann zu sein. Ich war eigentlich überzeugt davon, mein (zeitlich sehr beschränktes) Teilzeitfrauen Dasein ist allein von Äußerlichkeiten getrieben. Schöne Kleider, lange Haare, hübsche Schuhe, Makeup.

Emotional war ich schon immer mehr Mädchen (Achtung: Schublade!), ich mag Pferde, heule bei kleinsten Rührseligkeiten in Filmen eine halbe Stunde durch, und lege bei der Kleiderwahl deutlich mehr Wert auf Optik als auf Funktion. Alles was rosa ist, zieht mich magisch an.

Trotzdem hatte ich bisweilen nie Zweifel an meinem Dasein als Mann. Selbst an dem Tag, als ich zum ersten Mal im Kleid in der Öffentlichkeit auf dem Weg zum Stammtisch war.

Allerdings lernte ich dort eine Trans Frau kennen, die bis zwei Jahre zuvor auch noch voller Überzeugung von sich behauptet hatte, nur CD zu sein, zu dem Zeitpunkt als wir uns kennen lernten bereits PÄ durch hatte, und nun soweit ich weiß der OP Termin bevor steht. Das gab mir natürlich zu denken, passiert mir das auch, will ich das, will ich es riskieren oder lieber "damit" aufhören? Ich hatte Bedenken, ob ich mich vielleicht nur selbst in etwas hinein rede, mitunter auch durch die Aktivität hier im Forum. Über Monate habe ich nachgedacht und geweint, weil ich von meinen Wünschen und Zweifeln überfordert war.

Doch jeden Monat, wenn der Stammtisch näher rückte wusste ich, ich mache das nicht, um die Kleider aufzutragen, die ich mir nun schon mal gekauft hatte, sondern ich hatte mir Kleider gekauft weil ich das wollte. Umso mehr Weiblichkeit ich mir selbst erlaubte, umso zufriedener wurde ich auch wieder in meiner Männerrolle. Das heißt ich habe für mich den Punkt zwischen Mann und Frau gefunden, mit dem ich leben kann.

Seitdem bin ich etwas selbstbewusster geworden und trage weibliche(re) Kleidung offen sichtbar. Das eine Mal ganz Frau im Monat lasse ich mir auch entgegen heftigster Proteste meiner Frau nicht nehmen. Hin und wieder würde ich mir ein paar mehr Gelegenheiten zum Frau sein wünschen. Weiter möchte ich aber nicht gehen, das steht zumindest seit einiger Zeit und Stand heute immer noch fest.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 43 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Mi 26. Sep 2018, 09:50

Anja hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 16:27
Wenn du wirklich eine Antwort suchst, blende das Kopfkino aus und höre in dich hinein. Der Bauch ist häufig klüger als der Kopf.
... Ich fragte mich, was würde ich tun, wenn es keine äußeren Einflüsse gebe, wie ... Da war die Antwort sofort klar.
Blendet man das aber aus und hört auf seinen Bauch, dann sieht man häufig viel klarer.
Und die Antwort kann heute eine andere sein als morgen. Auch das gehört zum Leben dazu.
Ich verfolge die spannende Diskussion schon die ganze Zeit und merke, wie viel sie auch mit mir zu tun hat.

Dein Beitrag, liebe Anja, ist richtig und wichtig. Was ich nur nicht schaffe, ist es mich zu fühlen. Ich habe das Gefühl nur aus den Anforderungen zu bestehen, die andere an mich stellen.
Darum die Frage an Dich und all' die anderen hier, wie Ihr es hin bekommt, dies für Euch zu trennen.

Ich habe Mühe, nicht nur im Bezug auf die Frage meiner Genderidentität, an dieser grundlegenden Frage nicht zu zerbrechen.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.

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Re: Wo soll das alles enden?

Post 44 im Thema

Beitrag von Anja » Mi 26. Sep 2018, 10:19

Edit:
Ich lasse meinen Post mal so stehen, anscheinend hat Aria aber die Zeilen unter dem Zitat von mir, nicht an mich gerichtet
Da ich mir hierbei aber nicht ganz sicher bin, will ich den erstmal nicht löschen...

Moinsen (moin)
Aria hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 20:35
Ich denke, du siehst das sehr schwarz/weiss. TS ist für dich gleichbedeutend, mit dem Bild Junge/Mädchen, das sich seinen Eltern offenbart, weil es sonst so nicht mehr leben kann und eventuell sogar
schon andersweitig aufgefallen ist, sich z.B. ritzt oder gar schon suizidale Absichten geäussert hat. Das ist der Leidensweg, von dem du ausgehst!
Äh, okay, keine Ahnung wann ich das denn geschrieben haben soll? Ich gehe von garnix aus. Ich habe meine Erfahrungen immer auf mich bezogen. Ich hatte nicht vor mich umzubringen und ich hab mich auch nie geritzt. Wie kommst du auf diese Idee, ich würde von so einem Weg ausgehen? (den ich nicht mal selbst kenne?) Meine Beiträge spiegeln meine eigenen Erfahrungen wider. Ich bin eine (Trans)Frau, ich kann für mich eine eindeutige (s/w) Definition treffen. Deswegen ist mir aber trotzdem bewusst, das auch alles dazwischen möglich ist. Auf die Bedeutung von TS für mich bin ich garnicht eingegangen...
Aria hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 20:35
Dass es aber viele Jahre in einem schlummert, sich
inzwischen ein Leben um die betreffende Person entwickelt hat, wo äussere Konventionen einen nicht unerheblichen Einfluss auf die persönlichen Entscheidungen haben, lässt du dabei völlig ausser acht.
Tue ich das? Hat sich etwa kein Leben um mich herum entwickelt? Wie ich bereits erwähnte bin ich Hauptverdiener in meiner Familie und ich sichere damit unseren Lebensunterhalt. Ohne mein Einkommen müssten wir definitiv unser Haus aufgeben und noch so einiges mehr an "Status-Objekten".
Und diese Überlegungen haben mich davon abgehalten, ein Leben als Frau zu beginnen. Ich habe Entschieden, mein altes Leben nicht aufzugeben. Bis ich nicht mehr anders konnte...
Noch mal zum mitschreiben: Ich kenne keine, die sich für ein Leben als Frau entschieden hat. Ich kenne aber viele, die sich entschieden haben, an ihrem alten Leben so lange wie möglich festzuhalten...

Wie gesagt, meine Beiträge beziehen sich auf meine Erfahrungen. Das heißt aber nicht, das mir nicht bewußt ist, das es auch andere Wege (die auch schöne Steine haben), gibt.
Und das lasse ich mir auch nicht unterstellen. :((a

Welches Leben für einen richtig ist, muss nun mal jeder für sich selbst herausfinden.

Grüße
die Anja
Zuletzt geändert von Anja am Mi 26. Sep 2018, 10:27, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Wo soll das alles enden?

Post 45 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Mi 26. Sep 2018, 10:25

In der eigentlichen Frage habe ich andere Erfahrungen als vermutlich die meisten hier.

Ich habe in keiner Beziehung gelebt, als ich begann, meine weibliche Seite zu sehen.
Dadurch, dass ich alleine lebe, ist der Druck auf mich von außen sehr begrenzt. Meine Herkunftsfamilie lebt weit weg und besucht mich selten. Mit Worten bin ich dieser Familie gegenüber sehr offen, mit Taten halte ich mich zurück.

Es fing an mit einem paar Schuhe, die mir ein Bekannter als Dank für die Dienste als Fremdenführer hier in Berlin schenkte. Vorraus ging die typisch schwule Diskussion über Tunten oder Transen, die angeblich provozierend das Bild der Homosexuellen in der Öffentlichkeit prägen. Ich kenne sehr starke Tunten und finde bei CSDs oder ähnlichen Gelegenheiten die Herren mit entblößten Geschlechtsteilen oder Hintern auch sehr schwierig, auch wenn diese sich meist extrem männlich geben...

Die Schuhe zogen ein passendes Outfit hinter sich her und das ganze endete sehr schnell dabei, dass ich mich in androgyner oder weiblicher Kleidung einfach stärker und selbstbewusster fühle.

Ich beneide Frauen um die Möglichkeit Kinder zu bekommen. Gerne wäre ich Vater geworden, dies hätte aber für mich bedeutet eine Frau zu finden, die bereit ist mit einem schwulen mann zu leben oder eine Frau zu belügen. Das zweite kam für mich nie in Frage, dass erste hat nicht stattgefunden.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.

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