Wo soll das alles enden?
Wo soll das alles enden? - # 2

Lebensplanung, Standorte
Antworten
Jenina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 524
Registriert: Sa 26. Aug 2017, 10:45
Geschlecht: männlich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Jena
Membersuche/Plz: Jena
Hat sich bedankt: 112 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 595 Mal
Gender:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 16 im Thema

Beitrag von Jenina » Di 25. Sep 2018, 08:42

Vicky_Rose hat geschrieben:
Mo 24. Sep 2018, 22:13
Auch bei mir geht es in eine ähnliche Richtung. Seit ich zugelasse, dass ich TS sein könnte, bin ich in dieser Frage entspannter. Es geht zwar (noch) nicht soweit, dass ich ganztags en femme bin, aber es wird immer selbstverständlicher. ...
Ach Vicky,

wenn ich Dich nicht seit vielen Jahren kennen würde würde ich das jetzt sehr ernst nehmen. Aber schau doch bitte mal zurück und erinnere Dich an Dein ständiges auf und ab. Und da hat es doch wohl schon die Phasen gegeben wo alles genau anders herum war.

Dieser mehr als blöde Spruch vom Unterschied zwischen TV und TS mit den X Jahren ist Blödsinn. Wenn man wirklich TS ist, dann hat man keine Zweifel und einen Leidensdruck, der einem keine Zeit lässt zum lange nachdenken. Wer aber schon über Jahre hinweg immer mal Schwankungen seiner trans* Gefühle hat findet bestimmt keine Rettung darin, wenn er sich ganz auf "eine Seite" schlägt. Auch wenn das manche nicht glauben können: es gibt die "Zwischenwesen" tatsächlich! Und mit der richtigen Portion Selbstliebe (in Memoriam Charlie Chaplin...) kann man damit sehr gut und lange und zufrieden leben.

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!

Christiane04
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 108
Registriert: Do 15. Mai 2014, 07:58
Geschlecht: ja
Pronomen:
Membersuche/Plz: Nordbayern
Hat sich bedankt: 165 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 44 Mal

Re: Wo soll das alles enden?

Post 17 im Thema

Beitrag von Christiane04 » Di 25. Sep 2018, 09:29

Hallo Jenina,

Sehr gut erklärt und geschrieben!
Cybill@, sorry, das Zitat da unten finde ich ein bisschen entlarvend, attraktiv???? Für wen oder für was, für dich selbst, warum? Das ist das Ziel, dein Ziel? Echt, das kann ich leider nicht glauben.....du bist sehr nüchtern aber immer auch empathisch u gefühlig dabei u für dich selber bist du jetzt an diesem Punkt? Klar ist das deine Meinung und augenblickliche Stimmung, aber ich hätte die Befürchtung, dass du da auf einem Irrweg wärest.
niemals eine echte Frau sein kann, sondern immer nur eine maximale Annäherung. Vielleicht eine attraktive Transsexuelle. Das muss reichen.
So wie das Jenina für Vicky beschrieben hat , fühle ich auch. Dazwischen (pea) , zu Frieden mit mir selbst führt das so leicht nicht. Im Gegenteil, ich bin der Meinung, dass das so schwerer ist, als sich für die Transition zu entscheiden und die dann durchzuziehen. All die Action, die da dran hängt lenkt sicher gut ab......Ruhe kehrt erst am Ende des Weges ein, hoffentlich auch innere!
Nebenbei ist es auch für die Partnerin oder Angehörige , das dazwischen sein ein größeres Problem, das ist nämlich nicht schwarz oder weiß und schwankend, von daher ein Unsicherheitsfaktor ( in einer Beziehung).

Christiane
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel

Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3315
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Membersuche/Plz: 51645
Hat sich bedankt: 1143 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1223 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 18 im Thema

Beitrag von Joe95 » Di 25. Sep 2018, 09:46

Cybill hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 07:42
...dass ich niemals eine echte Frau sein kann, sondern immer nur eine maximale Annäherung. Vielleicht eine attraktive Transsexuelle...
Ähnliche Gedanken (obwohl eher eine minimale Annäherung bzw. eine unattraktive Transsexuelle) haben mich Jahrelang dazu gebracht mich selbst zu verleugnen, entsprechende Gefühle zu unterdrücken, bis es echt nicht mehr ging.
Die Erkenntnis das weiblichkeit nicht durch das Aussehen oder die Wirkung auf andere definiert wird hat mir ermöglicht zuzulassen das ich mich selbst als Frau definiere.
Heute bedaure ich nur das ich diese Erkenntnis nicht schon Jahre früher hatte.

Wie definierst du eine "echte" Frau?
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

Cybill
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2220
Registriert: Sa 20. Jun 2009, 18:29
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Falkensee
Membersuche/Plz: Berlin
Hat sich bedankt: 585 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1758 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 19 im Thema

Beitrag von Cybill » Di 25. Sep 2018, 09:48

@ Christiane,
Ich dachte immer, dass ich hier diejenige bin, die die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Aber ich maße mir nicht an zu wissen, was andere denken und fühlen. Für mich ist die maximale Annäherung akzeptabel, da ich wohl weiß, dass die vollständige Transition - unter den aktuellen medizinischen Randbedingungen - eine Illusion ist.

- Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3315
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Membersuche/Plz: 51645
Hat sich bedankt: 1143 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1223 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 20 im Thema

Beitrag von Joe95 » Di 25. Sep 2018, 09:53

Cybill hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 09:48
...da ich wohl weiß, dass die vollständige Transition - unter den aktuellen medizinischen Randbedingungen - eine Illusion ist....
Ich glaube da denke ich wie viele Frauen.
Perfekt ist nicht möglich, auch nicht verlangt, aber was ich kriegen kann nehm ich mit...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

Nicole Doll
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1409
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Membersuche/Plz: Simmern / Hunsrück
Hat sich bedankt: 702 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 781 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 21 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Di 25. Sep 2018, 10:35

Hallo Cybill,

ich möchte mich erst einmal dem anschließen, was Jenina geschrieben hat. Ich sehe mich auch als ein solches "Zwischenwesen", im Gegensatz zu Joe, die trotz nicht gerade günstiger Bedingungen den ganzen Weg gehen will. Ich denke, die entscheidende Frage ist, ob letztlich der falsche Körper oder die falsche Rolle den Leidensdruck auslöst. Ist es wie bei mir vor allem die Rolle, bringt eine OP erst einmal nur neues Leiden und ändert nicht wirklich etwas. Und dann stellt sich auch die Frage, ob man die Nebenwirkungen einer HRT in Kauf nimmt, oder was eine NÄ/PÄ außer Lauferei und Kosten letztlich bringt - vor allem, wenn es beruflich auf die Rente zugeht.

Ich kann natürlich nur vom heutigen Stand der Dinge aus urteilen. Aber ein echter Leidensdruck ist entweder da oder nicht. Mit dem Zeitfaktor X kann also nur die Zeit gemeint sein, die man braucht um sich dessen bewusst zu werden.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3315
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Membersuche/Plz: 51645
Hat sich bedankt: 1143 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1223 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 22 im Thema

Beitrag von Joe95 » Di 25. Sep 2018, 11:13

Nicole Doll hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 10:35
...ob letztlich der falsche Körper oder die falsche Rolle den Leidensdruck auslöst...
Ich finde das ist eine sehr gute Beschreibung. Auch wenn ich denke bei mir ist es beides kann ich sagen das der Leidensdruck durch die männlichen Genitalien dominiert.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

Christiane04
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 108
Registriert: Do 15. Mai 2014, 07:58
Geschlecht: ja
Pronomen:
Membersuche/Plz: Nordbayern
Hat sich bedankt: 165 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 44 Mal

Re: Wo soll das alles enden?

Post 23 im Thema

Beitrag von Christiane04 » Di 25. Sep 2018, 11:26

Hallo Joe,

Du bist dir dessen vielleicht nicht bewusst, aber der größte Antreiber in deinem Leben war und ist das TEstosteron aus deinen Genitalien! Ich warte immer darauf, dass da mal noch ein Zusammenhang hergestellt wird ....... Keine Sorge mir ist das bewusst mit nicht sexuell getriebener Motivation der Ts, das meinte ich auch nicht. Aber Hormone sind zyklisch ausgeschüttete Botenstoffe, die uns immer sehr stark beeinflussen, das ganze Leben lang.

Cybill@ ich will nicht klug scheissern, ich habe nur meine persönlichen Gedanken zu deiner Frage in den Raum gestellt . Und du und Vicky , ihr seid hier einfach meine bevorzugten Autorinnen, und ja ich gestehe, ich war echt überrascht von deinen Aussagen. Und natürlich respektiere ich euere Gefühle, sollte nicht drüber sein!

Christiane
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel

Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3315
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Membersuche/Plz: 51645
Hat sich bedankt: 1143 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1223 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 24 im Thema

Beitrag von Joe95 » Di 25. Sep 2018, 11:41

Christiane04 hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 11:26
...aber der größte Antreiber in deinem Leben war und ist das TEstosteron aus deinen Genitalien! Ich warte immer darauf, dass da mal noch ein Zusammenhang hergestellt wird ...
Keine Ahnung ob das jetzt gut oder schlecht für mich ist, aber ich will sie nicht mehr.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

Ulrike-Marisa
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2623
Registriert: Mo 21. Mai 2012, 13:58
Geschlecht: transsexuell
Pronomen: sie
Membersuche/Plz: 248**
Hat sich bedankt: 498 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 544 Mal

Re: Wo soll das alles enden?

Post 25 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Di 25. Sep 2018, 11:43

Nun ja, für mich seht fest, was ich bin und wie ich mich letztlich als Ulrike fühle. Einen ausgeprägten Leidensdruck oder Verzweiflung über meine Lage verspüre ich aber nicht. Ich gehe mit den Gegebenheiten um, wie mein doch schon längeres Leben mich gelehrt hat. Manches im Leben ist eben nicht vollständig selbst bestimmt und wenn man verheiratet ist und Familie mit Kindern hat, gibt es immer mehreres als nur die eigenen Meinungen und Wünsche zu bedenken. Meine ehemals männliche Rolle lebt überall in gewisser Weise dort weiter, wo ich mit Rücksicht auf meine Familie nicht geoutet bin. Wer genau hinsieht, wird aus meinem Erscheinungsbild seine eigenen Schlüsse ziehen können. Der männliche Anteil meines Körpers ist ein Bestandteil meines Lebens, der mich zwar stört, aber so ohne weiteres nicht änderbar ist - ich lebe damit und freue mich über meinen Busen als den hauptsächlich weiblichen Anteil. Risiken und Nebenwirkungen aller Eingriffe in den lebenden Organismus des Körpers sind auch zu bedenken... Ich komme auch so glücklich durchs Leben zusammen mit meiner Frau. Es geht nicht alles, aber vieles im Leben ist mein Motto für Ausgeglichenheit und innere Zufriedenheit mit dem Mut zur Lücke... :wink:

Grüße, Ulrike-Marisa ))):s

ChristinaF
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1726
Registriert: So 26. Feb 2012, 09:06
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bayern
Membersuche/Plz: 84xxx
Hat sich bedankt: 838 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 614 Mal
Gender:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 26 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Di 25. Sep 2018, 11:56

Hallo Cybill,
war bei mir ähnlich. Und ich denke mal, bei den anderen Mädels hier auch. Ich finde, dass du mit dieser Erkenntnis/Eingeständnis schon einen großen Schritt gemacht hast. Sicher werden immer wieder Zweifel kommen, obs denn richtig ist. Aber mit der Zeit werden diese immer weniger; verschwinden sogar. Nütze so die Zeit, denn die vergeht irre schnell. Und noch heute könnte ich heulen, wenn ich daran denke, wieviel unnütze Zeit ich damals verschwendet habe, weil ich nicht zudem stand, was ich wirklich war; besser, bin.
lG Christina

Cybill
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2220
Registriert: Sa 20. Jun 2009, 18:29
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Falkensee
Membersuche/Plz: Berlin
Hat sich bedankt: 585 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1758 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 27 im Thema

Beitrag von Cybill » Di 25. Sep 2018, 16:06

Mooooment!

Bevor mich an dieser Stelle irgendjemand für die eigene Gruppe vereinnahmen will, es geht mir an dieser Stelle lediglich darum,,ob die eine oder andere von euch ähnliches erlebt hat: das schleichende, langsame Hinüberleben vom Mann und Teilzeitfrau zu Frau und Teilzeitmann.
Wie das am Ende aussieht, ist für mich im Moment nicht absehbar - und mehr noch ich bin zufrieden in meiner Situation.

Nur mal so zur Erinnerung.

- Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1450
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Membersuche/Plz: 21244
Hat sich bedankt: 1921 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 2079 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 28 im Thema

Beitrag von Anja » Di 25. Sep 2018, 16:27

Moinsen (moin)
Cybill hat geschrieben:
Mo 24. Sep 2018, 19:07
Mit der aktuellen Entwicklung bin ich zwar zufrieden, dennoch überlege ich nun wie es weiter geht.
Wie weit wird es gehen? HET - habe ich bereits angedacht, GaOp? Ich weiß es nicht.

Irgendwie denke ich, dass ich mich so vom Mann zur Frau hinübergelebt habe.
Über 30 Jahre lang hab ich gewusst, das ich DWT bin.
2011 hab ich gewußt, das ich CD bin.
2013 hab ich gewußt, das ich Bigender bin.
2014 hab ich gewußt, das ich eine Frau bin.
Unsere gesicherten Erkenntnisse von heute sind unsere Irrtümer von morgen. Das ganze Leben ist doch ein Prozess, nichts ist dauerhaft von Bestand.
Heute schließe ich angleichende Operationen jeglicher Art aus. Wer weiß schon, wie ich morgen darüber denke?

Wenn du wirklich eine Antwort suchst, blende das Kopfkino aus und höre in dich hinein. Der Bauch ist häufig klüger als der Kopf.
Mir (er)ging es 2014 ähnlich wie dir. Ich fragte mich, was würde ich tun, wenn es keine äußeren Einflüsse gebe, wie Arbeit, Familie, Kinder, sozialer Status usw... Da war die Antwort sofort klar. Ich wollte als Frau weiterleben, da ich eine bin! Ich war mir sicher. Meine ganzen Unsicherheiten kamen von außen, begründet durch Angst, was alles passieren könnte (Kopfkino).
Blendet man das aber aus und hört auf seinen Bauch, dann sieht man häufig viel klarer.
Und die Antwort kann heute eine andere sein als morgen. Auch das gehört zum Leben dazu.
Damals (2014) wusste ich, das ich eine HT wollte, aber keine angleichenden OPs. Und das hat sich nun bis heute nicht mehr geändert...
Allerdings brauchte ich noch einen "Schubs", der mich zwang, das auch durchzuziehen. Als ich durch den Druck schon gesundheitliche Probleme auftauchten, hatte ich keine "Wahl" mehr.

Jeder hat seinen eigenen Weg und die Antworten können bei dir völlig andere sein als bei mir. Aber du bekommst sie nur, wenn du auf deinen Bauch hörst. Dein Kopf wird dir immer raten, am männlichen Leben festzuhalten, denn das ist mit viel weniger Gefahren und Ängsten verbunden.
Ich hab neulich mal ein Zitat gelesen:
Wenn du an einem Punkt in deinem Leben bist, an dem du dich zwischen zwei Wegen entscheiden musst, nimm den, vor dem du am meisten Angst hast. Das ist der richtige.
Aber eine Frau zu sein, ist keine Entscheidung. Wenn man erkennt, das es so ist, gibt es kein Zurück mehr.
Dein Weg ist nicht vorherbestimmt. Bin gespannt wie es bei dir weiter geht.

Grüße
die Anja
Reject external form that fails to express internal reality

Cybill
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2220
Registriert: Sa 20. Jun 2009, 18:29
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Falkensee
Membersuche/Plz: Berlin
Hat sich bedankt: 585 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1758 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wo soll das alles enden?

Post 29 im Thema

Beitrag von Cybill » Di 25. Sep 2018, 17:22

@ Anja
Wahrscheinlich hast Du recht und auch ich bin eine Frau, dennoch hast Du auch recht, dass mein Weg nicht vorbestimmt ist. Wie beschrieben: im Moment lebe ich als Teilzeitmann.

- Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Vicky_Rose
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1996
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Membersuche/Plz: Raum Karlsruhe
Hat sich bedankt: 254 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1400 Mal

Re: Wo soll das alles enden?

Post 30 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Di 25. Sep 2018, 19:21

Zu Jeninas Beitrag. Natürlich hast Du Recht und ich erwarte auch wieder einen Flash Back. Aber was im Augenblick für mich sehr wichtig ist, ist das Loslassen und es einfach einmal laufen lassen. Es tut mir gut. Es war die Rede von "der falsche Körper oder die falsche Rolle den Leidensdruck auslöst". Ich bin mir nicht sicher, was den Leidensdruck früher den Leidensdruck ausgelöst hat. Jetzt geht es mir darum, den Leidensdruck gar nicht erst entstehen zu lassen. Jeninas Hinweis auf Charlie Chaplin ist genau richtig. Ob Teilzeitmann oder -frau oder "richtige" Frau oder Mann, ich versuche das zu leben, wie ich mich fühle. Eine GaOp oder HET kommt für mich nicht in Frage. Mein Körper ist prima und er kann so viel. Und das kleine Anhängsel wird bei Bedarf versteckt und die Sillis aus dem Schrank geholt. Und wenn ich nach einer Zeit wieder genug habe, geht es wieder zurück.

In meine Kopf jedoch, konnte ich nie das Mannsein wirklich akzeptieren. Ob das in mir eingebaut ist oder ich durch mein Erleben in der KIndheit dahin gekommen bin, ist mir heute nicht wichtig. Im Kopf bin ich schon eher Frau. Aber reicht das, um "Frau" zu nennen ?

Muss ich das denn ? Ich denke nein. En femme zu sein ist ein Statement meiner aktuellen Gefühlslage. Manchmal spielt es auch keine Rolle oder es ist nicht gut für mich. Dann bin ich eben en homme. Bin ich Kopf dann weniger Frau ? Nein, denn ich kann mich nicht mit dem Mannsein identifizieren und das war schon immer so. Nur manchmal habe ich mit aller Gewalt versucht, das doch zu tun. Aber es hat mir nicht gut getan. Wenn ich in diesen Phasen weniger auf mein Geschlecht achte, bedeutet das nur, dass es von untergeordneter Rolle ist. Im Inneren bleibe ich der gleiche Mensch.

Aber letztlich spielt es für mich keine wichtige Rolle mehr, wie ich es nenne. Ich höre in mich hinein und entscheide dann, wie ich mich präsentiere. Den Begriff "soziale Rolle" verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht. Das bedeutet für mich, dass ich den Erwartungen von außen an eine Rolle gerecht werden will. Aber das ist nicht meine Absicht. Aber ich benutze die Erwartungen für meine Ziele: entweder mehr oder weniger aufzufallen. Das ist etwas ganz anderes. Aus dieser Perspektive bin ich diejenige, die meine Situation bestimmt. Das ist mir wichtig.

Der Ehrlichkeit halber ich gebe aber zu, dass ich diese Theorie nicht immer so lebe. Manchmal beuge ich mich auch den Erwartungen, z.B. wenn ich mit meiner Frau zusammen bin. Zunehmend ändere ich jedoch auch in dieser Situation etwas. Hier geht es um unverarbeitete Dinge von uns beiden. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.

Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“