Zweifel
Zweifel - # 2

Lebensplanung, Standorte
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Christine75
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Re: Zweifel

Post 16 im Thema

Beitrag von Christine75 » Fr 15. Jun 2018, 13:55

Wie ja schon einige angemerkt haben, wird man ja trotzdem nie ganz als Frau anerkannt werden, das wir als Mann körperliche sowie auch stimmliche Eigenschaften haben, die uns draußen immer wieder als Mann identifizieren lassen.
Der Leidensdruck hört für mich also nach der GAOP nicht auf sondern geht weiter. Es gibt ja eine Statistik, die zum einen besagt das ca. 1% der Transgender ihre OP nach einem Jahr am liebsten wieder rückgängig machen würden.
Ebenfalls begeht, aufgrund des Drucks, den man sich selbst macht, Der Unsicherheit auf die Reaktionen in der Gesellschaft und der Verlustängste von Familie Freunden Arbeitsplatz usw., auch ein gewisser anteil an TG Selbstmord.
Die meisten von uns sind als Mann erzogen worden. Hätte ich schon als Kind gemerkt, das mit mir was nicht stimmt und wären dann meine Eltern so einfühlsam tolerant und wissend gewesen, hätte ich den präpubertären Weg gehen können mit Testosteronblockern, Einnahme von Östrogen. Dann hätte mit 18 die GAOP angestanden und vieles wäre anders verlaufen. Jetzt steh ich aber da, mit der Frau in mir und dem männlichen Körper, und egal was ich mit dem anstelle, es wird immer was männliches zu sehen sein was die Gesellschaft sieht und sie verwirrt.

Laila-Sarah
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Re: Zweifel

Post 17 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Fr 15. Jun 2018, 14:31

Hi Vicky,
Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 15. Jun 2018, 13:53
mein spontaner Gedanke bei diesem Satz war: "Wer versucht, es allen Recht zu machen, macht es niemandem Recht."
ich kann dich sehr gut verstehen und dieser Gedanke steht ja ziemlich am Anfang und kommt gleich nach der großen Erkenntnis aber sie ist für mich mehr als inspirierendes Motto als eine diplomatische Lösungsformel zu verstehen. Das Leben ist und bleibt ein riesiger Kompromiss. Das fängt bei A and und hört bei Z auf. Den wir sind nicht allein, wir leben in einem sozialen Umfeld als soziales Wesen mit Freunden, Familie und eine Vergangenheit die wir uns mühsam aufgebaut haben. Das völlige ignorieren dieser Tatsache für viel zu oft zum übertriebenen Egoismus und endet auch so oft in absoluter gesellschaftlicher Isolation.

Dennoch stand in meinem Betrag ein detailliertes Bild drin mit vielen weiteren Zweifeln und Erkenntnissen. Ich versuche nochmal zusammenzufassen:

Ich vertrete halt die Meinung, man muss realist bleiben und abwägen. Zwischen den gesundheitlichen Risiken, den Möglichkeiten was man erreichen kann und was ein Traum bleibt, was verloren und was gewonnen wird. Letzten Endes ist es immer eine persönliche Entscheidung und fällt für alle Beteiligten anders und individuell aus.

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Re: Zweifel

Post 18 im Thema

Beitrag von Anja » Fr 15. Jun 2018, 16:19

Moinsen,
Christine75 hat geschrieben:
Fr 15. Jun 2018, 13:55
Wie ja schon einige angemerkt haben, wird man ja trotzdem nie ganz als Frau anerkannt werden, das wir als Mann körperliche sowie auch stimmliche Eigenschaften haben, die uns draußen immer wieder als Mann identifizieren lassen.
Der Leidensdruck hört für mich also nach der GAOP nicht auf sondern geht weiter.
Also bei mir hat der Leidensdruck aufgehört, als ich begonnen habe als Frau zu leben. Unabhängig davon, was sich bei mir durch die HT verändert hat. Ich konnte einfach ich sein und braucht mich nicht mehr verstecken. Die optische Angleichung an eine Frau ist das Sahnehäubchen.
Die Anerkennung von außen ist nicht wichtig, man muss sich selbst im Spiegel ertragen können ;-)
Ob andere in mir eine Frau sehen, ist mir egal. Wichtig ist, das ich in mir die Person sehe die ich bin.
Deswegen macht der von dir zitierte Satz für mich keinen Sinn. Es sei denn, es ist einem wichtig was fremde Menschen von einem Denken. Da sollte man drüber stehen, ob man Trans ist oder nicht.

Grüße
die Anja
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Re: Zweifel

Post 19 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 15. Jun 2018, 16:25

Ich habe nichts gegen Kompromisse. Ich meine etwas anderes. Ich kenne es von mir, dass ich in vielen Bereichen eine Schere im Kopf hatte und mich so verhalten müsse, wie ich es tat. Das hat aus heutiger Sicht für mich nichts mit Diplomatie zu tun. Es führte mich letztlich dazu, dass ich mich nicht genügend Ernst nahm. Ich habe erst dann die Menschen gefunden, die mir gut taten als ich zu mir stand. Das ist kein übertriebener Egoismus.

Seit dem habe ich etwas gegen faule Kompromisse. Und die sind manchmal schwer zu entdecken. Was ist denn ein Realist ? Da wir nicht in der Lage sind, die Wahrheit zu erkennen, geben wir uns mit der konstruierten Wirklichkeit im Kopf zufrieden. Aber was ist, wenn diese scheinbare Wirklichkeit so gar nicht existiert ? Was ist, wenn ich bemerke, dass ich mit dieser Wirklichkeit in einer Sackgasse stecke ? Die Realität wird dann schnell zerbrechlich. Und weil wir Menschen Angst davor haben, unseren Maßstab zu verlieren, halten wir uns mit Macht daran fest. Und lügen uns in die Tasche.

Nicht falsch verstehen, ich meine nicht Dich persönlich. Das kommt mir immer dann hoch, wenn jemand überall ein wenig richtig machen will. Der macht auch für sich selbst nichts ganz richtig. Mir ist das zu wenig. Ich glaube nicht, dass das übertriebener Egoismus ist. Zweifel haben die Rolle, mich auf den möglichen Umstand hinzuweisen, dass etwas in meinem Denken oder meiner Wahrnehmung verbogen ist. Andere können/wollen damit leben. Das ist auch i.O. Man muss sich halt entscheiden ...
Viele Grüße
Vicky

Never regret something that made you smile ...

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Re: Zweifel

Post 20 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Fr 15. Jun 2018, 16:43

Hallo Vicky,
Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 15. Jun 2018, 16:25
Seit dem habe ich etwas gegen faule Kompromisse. Und die sind manchmal schwer zu entdecken. Was ist denn ein Realist ? Da wir nicht in der Lage sind, die Wahrheit zu erkennen, geben wir uns mit der konstruierten Wirklichkeit im Kopf zufrieden. Aber was ist, wenn diese scheinbare Wirklichkeit so gar nicht existiert ? Was ist, wenn ich bemerke, dass ich mit dieser Wirklichkeit in einer Sackgasse stecke ? Die Realität wird dann schnell zerbrechlich. Und weil wir Menschen Angst davor haben, unseren Maßstab zu verlieren, halten wir uns mit Macht daran fest. Und lügen uns in die Tasche.
Vicky, ich kann dich sehr gut verstehen. Aber ich habe halt Zweifel daran ob ich damit aus der einen Sackgasse rauskomme oder vielleicht in eine andere evtl. noch größere Sackgasse gerate. Obwohl ich mich für deine Klarheit freue kannst du von mir nicht erwarten, dass ich all meine Zweifel und Ängste ignoriere und einfach mal so deinem Bespiel folge. Es könnte sein, dass ich niemals HT mache oder eine OP anstrebe, Es könnte auch sein, dass ich es mache aber jetzt noch nicht soweit bin. Wichtig ist, es selber so zu empfinden, es richtig zu durchdenken, Gewissheit zu haben und nicht blind einer romantischen Vorstellung oder einem Credo zu folgen. In meiner Familie gibt es so viele Krebs Fälle. HT im fortgeschrittenen Alter soll das Krebs Risiko steigern (habe ich gelesen). Davor habe ich einen riesen Schiss. Auch davor meine Familie, meine Kinder zu verlieren. Sie bedeuten mir einfach viel zu viel. Bei Job und Freunden gebe ich dir völlig recht: Wo eine Tür sich schließt, öffnet sich bestimmt eine/mehrere andere.

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Re: Zweifel

Post 21 im Thema

Beitrag von Sasha » Fr 15. Jun 2018, 16:59

Laila-Sarah hat geschrieben:
Fr 15. Jun 2018, 13:10
Seit dem ich aber Gedanken an Transition etc. hatte wurde ich durch die Erkenntnis, das mir sehr viel Unrecht im Leben widerfahren ist immer bitterer und irgendwann auch maßlos egoistisch. Das ging dann so weit, dass meine Welt an meiner Nasenspitze anfing und am Popo aufhörte. Ich muss gestehen, diese Bitterkeit und Egoismus steht mir nicht und mein Umfeld kriegt den Fett ab für den sie nichts kann.
Hallo Laila-Sarah,

ich kann Deine Gedankengänge gut nachvollziehen.
Als Antwort auf die Unstimmigkeiten mit meiner Umwelt habe ich über die Jahrzehnte hinweg eine "Mauer" um mich herum gebaut und vieles ausgeblendet. Aber die Vergangenheit holt einen ein; man erinnert sich an vieles, was man verdrängt hatte und dann beginnen diese Zweifel, wie weit man nun gehen kann oder soll, um die bisher gespielte Rolle des "Mannes" abzustreifen. Das ist harte Arbeit...

VG Sasha
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Re: Zweifel

Post 22 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Fr 15. Jun 2018, 17:13

Christine75 hat geschrieben:
Fr 15. Jun 2018, 13:55
Der Leidensdruck hört für mich also nach der GAOP nicht auf sondern geht weiter. Es gibt ja eine Statistik, die zum einen besagt das ca. 1% der Transgender ihre OP nach einem Jahr am liebsten wieder rückgängig machen würden.
Stimmt es gibt dieses 1%
Ich kenne aus Foren zwei Mädels denen es so geht.
Bei einer weil alles verpfuscht wurde was zu verpfuschen ging. Bei der andern weil sich außer dem Genital körperlich nichts änderte.
Trotzdem verbleiben 99% die froh sind den Weg bis zum Schluss gegangen zu sein.
Ich kann mir kaum vorstellen dass jemand den kompletten Weg der Transition geht auf Grund von äußeren Einflüssen.

LG Tatjana

Aria
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Re: Zweifel

Post 23 im Thema

Beitrag von Aria » Fr 15. Jun 2018, 18:08

Also ich mache das alles ganz bestimmt nicht, weil ich ein anerzogenes Frauenbild im Kopf habe. Es gibt nun mal eindeutige Identifikationsmerkmale für Mann und Frau.
Und wenn ich mich als Frau fühle, möchte ich auch den dementsprechenden Körper haben. Dass ich das niemals zu 100% erreichen werde, ist völlig klar, muss aber auch
gar nicht sein. Denn ich bin nun mal ein geborener Mann, da führt kein Weg dran vorbei. Doch um das weibliche Gefühl stark zu unterstreichen, brauche ich die köperliche
Angleichung. Andernfalls bräuchte ich ja gar nichts machen und könnte so weiterleben wie bisher. Das geht aber nicht, weil es einfach belastet, eine weibliche Psyche und
eine männliche Physis zu haben. Wenn es Leute gibt, die sich dem allen unterziehen, nur um in der Gesellschaft als Frau anerkannt zu werden, dann lief generell mit ihrem
Selbstwertgefühl schon was schief. Das bekommen die dann aber mit Sicherheit auch nicht nach der Angleichung in den Griff. Da liegt der Hund dann wo ganz anders begraben!
Der eigentlich Alltagstest ist, als Frau im Körper eines Mannes zu leben!

Christine75
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Re: Zweifel

Post 24 im Thema

Beitrag von Christine75 » Fr 15. Jun 2018, 20:24

Laßt mich das mal anders formulieren. da steckt eine Frau in dir. Die möchte auch von denen da draußen als Frau angesehen werden. Passiert aber nicht weil du einen männlichen Körper hast. Also sagt die Frau zu dir: mach was.
Und du machst. Phsychologische Gutachten, Haare lang wachsen, Namens und Personenstandsänderung, Hormontherapie, Bart lasern und schließlich die Gaop. Die Frau in dir sagt, so jetzt ist alles richtig. Aber für die da draußen bist du immer noch keine Frau wegen dem markanten männlichen Gesicht, Adamsapfel, Körpergröße, große Füße , noch recht tiefe Stimme, Hände wie Baggerschaufeln, breites Kreuz. Es kommen immer noch die Fragen: warst du mal ein Mann. Bist du eine Frau oder ein Mann. Und die Frau in dir ist enttäuscht und fragt sich wofür hab ich das jetzt alles auf mich genommen.

Nicht jede von uns ist schon als Mann mit schon recht weiblichen Aussehen gesegnet. Von daher frage ich mich ob man es in Kauf nimmt und das Risiko, trotz der Angleichung nie als Frau anerkannt zu werden, oder ist es egal, hauptsache man fühlt sich selbst körperlich als Frau? Ich denke nicht, das es jedem egal ist, wenn er nicht auch gesellschaftlich als Frau anerkannt wird.

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Re: Zweifel

Post 25 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Fr 15. Jun 2018, 20:39

Aria bringt es auf den Punkt. Wir können das aus uns machen, was uns am besten gefällt. Und um die Sache mal von der anderen Seite zu betrachten: selbst Biofrauen gehen manchmal - teils aus Vernachlässigung - nicht als solche durch und haben ein Wesen, eine Stimme und die Statur eines Bauarbeiters. Ich hab da so eine Kassiererin in einem meiner Supermärkte, da wird mir jedesmal ganz anders, wenn ich die erleben muss... :lol:
Ich trage niemals Make-up, alles an mir ist natürlich!

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Re: Zweifel

Post 26 im Thema

Beitrag von Aria » Fr 15. Jun 2018, 22:06

Gerade entdeckt und passt sehr gut zum Thema
Bild
Der eigentlich Alltagstest ist, als Frau im Körper eines Mannes zu leben!

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Re: Zweifel

Post 27 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-09-04 » Fr 15. Jun 2018, 23:02

Christine75 hat geschrieben:
Fr 15. Jun 2018, 20:24
Nicht jede von uns ist schon als Mann mit schon recht weiblichen Aussehen gesegnet. Von daher frage ich mich ob man es in Kauf nimmt und das Risiko, trotz der Angleichung nie als Frau anerkannt zu werden, oder ist es egal, hauptsache man fühlt sich selbst körperlich als Frau? Ich denke nicht, das es jedem egal ist, wenn er nicht auch gesellschaftlich als Frau anerkannt wird.
Ich würde sagen je länger man drüber nachdenkt desto schlimmer wird das ganze doch. Jede Sekunde die du drüber nachdenkst ob es sich lohnt fließt Testosteron durch deinen Körper und macht dich immer männlicher.

Wenn es wirklich zu spät ist und du eindeutig nie als Frau wie alle anderen angesehen wirst, musst du wohl lernen damit klarzukommen und deine Erwartungen etwas runterzuschrauben.

Als ich angefangen habe in der Öffentlichkeit Frauenkleidung zu tragen und meine Haare wachsen zu lassen, dachte ich ich bin sooo männlich dass ich nie eine gut aussehende Frau werden kann. Da der Leidensdruck aber zu groß war, habe ich es getan ohne mir lange zu überlegen ob das Ergebnis denn gut wird. Ich hatte nur die Hoffnung dass ich eine gut aussehende Frau werde an die ich mich geklammert habe. Was passiert wäre wenn mein Traum nicht in erfüllung gegangen wäre weiß ich nicht... Ich glaube nichts gutes :/

Das soll dich jetzt aber nicht entmutigen auch ein Ziel zu haben und darauf zu hoffen dass es eintrifft. Je älter man wird desto mehr muss man sich zwangsläufig auch fragen, oke was wenn die Transition nicht so toll verläuft wie ich dachte? Das kannst du nur für dich alleine wissen, denn jeder Mensch ist anders

ChrisTina73
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Re: Zweifel

Post 28 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Fr 15. Jun 2018, 23:35

Hallo Christine75,

Du bist sehr ehrlich Dir gegenüber.

Wer ist diese Frau in Dir? Die Versuchung oder die Frau, die will, das Du zu Dir als Mensch findest? Selbst eine Venusgestalt von Frau hat mit dieser Frage zu kämpfen (wenn sie nicht gerade "dumm" genug ist um zu glauben, das schön sein reicht, um geliebt und angenommen werden), ob sie hübsch genug ist, ob sie als richtige Frau wahrgenommen wird und dafür auch geliebt wird, ob sie als der Mensch wahrgenommen wird, der sie ist.

Was macht es mit Dir, wenn Du Dich verwandelst? wie empfindest Du, was empfindest Du? Was verändert sich? Du bist immer noch derselbe Mensch. Verändert sich Deine Wahrnehmung? Der Umgang mit Deinen Gefühlen? Wonach sehnst Du Dich, wenn Du Dich verwandelst?

LG

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Re: Zweifel

Post 29 im Thema

Beitrag von Sasha » Sa 16. Jun 2018, 09:12

Hallo,

wie ich ja schon mehrfach schrieb, befinde ich mich auch in einem ständigen Dilemma und Zweifel darüber, wie ich damit umgehe. Ich fühle zwar eine weibliche Seele in mir, die ich ausleben möchte aber habe dennoch kein Problem damit, daß man mich als Mann wahrnimmt und dementsprechend behandelt. Das Dilemma besteht darin, daß mir eigentlich nur weibliche Kleidung gefällt, die ja auch ein Ausdruck meiner Selbstwahrnehmung ist, und damit die Aussenwirkung entsteht: der Mann in Frauenkleidung. Niemand sieht mir an, daß ich hauptsächlich weiblich denke und fühle, mir es aber nicht wichtig genug ist, meine männliche Physiologie zu verleugnen. Ich muß also in Kauf nehmen, falsch zugeordnet zu werden: als CD, als Mann, der auf Männer steht usw. usf.

Das wiederrum passt mir garnicht, denn DAS bin ich eben nicht (ich bin mit der Zeit "asexuell" geworden...). Ich hätte zwar gerne keinen Bart, aber die notwendigen Maßnahmen kommen für mich ebenso wenig in Frage wie eine GAO (Gesundheitsrisiko, Kosten). Allein die Vorstellung, mich dem Diktat eines Passings unterwerfen zu müssen, schreckt mich ab (Bequemlichkeit). Deswegen versuche ich es ja ständig, meine Wahrnehmung auf meine innere Burgmauer zu beschränken, um die eigentlich falschen Zuordnungen der Welt da draussen erst garnicht zur Kenntnis nehmen zu müssen.

Also: entweder ich zeige mich so, wie ich mich fühle und nehme in Kauf, daß andere mich falsch einordnen, oder ich "verkleide" mich weiterhin als Mann, als der ich mich nicht fühle. Zur Zeit habe ich mich für Ersteres entschieden, aber die Zweifel über die "Richtigkeit" meines Weges bleiben unverändert intensiv - und ich fürchte, das wird auch lange Zeit so bleiben...

VG Sasha
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Re: Zweifel

Post 30 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Sa 16. Jun 2018, 09:59

Ich sehe immer wieder Selbstzweifel, die Frage nach dem was, oft auch warum, nach dem wohin, oder vielleicht auch wofür das alles? Wo ist die Akzeptanz, das man aktuell so fühlt, auch wenn es grad nicht passt? Warum kann man sich nicht einfach mal in das Gefühl fallen lassen ohne gleich seinen Körper kpl. anpassen zu wollen? Wofür brauche ich Hormone, wenn ich mich doch sowieso schon weiblich fühle?? Ist ist das eigene Idealbild einer Frau, zu der man selber werden möchte? warum geniesst man es nicht mit allen Sinnen, wenn man sich auch körperlich wie eine Frau fühlen möchte? Wo sitzt die Sperre, wo die Angst, die ja oft auf das Aussen projiziert wird?

eine nachdenkliche Tina
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