Zweifel
Zweifel - # 4

Lebensplanung, Standorte
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ExuserIn-2018-08-05
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Re: Zweifel

Post 46 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » So 17. Jun 2018, 23:06

dunkles_sternchen hat geschrieben:
So 17. Jun 2018, 02:35
Ich hatte schon mehrmals angedeutet, dass die Transition maßlos überbewertet ist. Sicher, es mag da Ausnahmeerscheinungen geben. Genau die sieht und findet man dann im Internet und orientiert sich fälschlicherweise daran.
Hallo dunkles sternchen,

was genau soll dieser Satz bedeuten? Dass die Mehrheit den Schritt bereut? Ich bin ja auch voller Zweifel, ob das für mich der richtige Weg ist. Einerseits schrecken mich die Gefahren ab (höheres Schlaganfallrisiko, Krebs, unerwünschte Entwicklung usw), andererseits lockt mich die Erfahrung doch schon sehr. Alles deutet darauf hin, dass ich mich in der Weiblichkeit wohler fühle. Immer wenn ich mich dem hingebe, dann blühe ich auf und merke, das ist Leben. Mein männliches Dasein ist für mich so grau und trist und ich will ganz ehrlich sein, irgendwie nicht mehr lebenswert.
Ich will es aber auch so schonend wie nur möglich machen, keine OP und HRT sehr niedrig dosiert ohne Blocker. Mal sehen ob und was daraus wird...

LG
Kati
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dunkles_sternchen
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Re: Zweifel

Post 47 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Mo 18. Jun 2018, 01:00

Es gibt einfach Menschen, die extrem gut auf Östrogene ansprechen. Das ist vor alle genetisch bedingt. Und wenn man dann noch gute Voraussetzungen hat - sprich jung ist, kein sehr maskulines Gesicht hat, Körperbau usw. - sind da streckenweise einfach super Ergebnisse drin. Das findet man ja zu Hauf im Internet, weil die Masse ja auch groß ist. Die 80-90%, die irgendwie nur mittelmäßig abschneiden, sieht man selten.

Ich möchte denen nicht unterstellen, dass die nicht glücklich sind. Ich sage nur, dass man u.U. die Vergangenheit erkennt und das vor allem auch Männer da eher zurückhaltend sind und "normale" Lebensentwürfe schnell dran scheitern. Es geht nicht darum jemand zu deklassifizieren. Ich hatte für mich aber klare Vorstellungen: und die hießen normal als Frau leben - ohne bunte Fahne, ohne Sternchen-Gedöns ... einfach wie alle anderen. Für einen solchen Wunsch liegen die Messlatten aber entsprechend hoch und irgendwie habe ichs net so wirklich erreicht. Einfach mal bedenkenlos in ein Schwimmbad geht nicht, und auch viel Bekleidung fällt einfach flach mit der Figur. Turnschuhe habe ich damals auch getragen - das war nicht der Gedanke dabei.

Es ist dann halt so ein Mix - man hat was geschafft, aber wirklich gut ist nichts. Und so einen ollen, faulen Kompromiss musste man vorher ja auch leben. Irgendwas geht halt immer nicht und ich bin das so leid.

ExuserIn-2018-08-05
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Re: Zweifel

Post 48 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Mo 18. Jun 2018, 01:37

dunkles sternchen
mir tut das sehr Leid dass es bei Dir nicht so gelaufen ist, wie Du es dir vorgestellt hast. Ich hoffe nur, dass Du es schaffst für dich noch ein gutes Auskommen mit der Situation zu finden und nach vorne zu blicken. Leben ist sehr schwierig, dass weiß ich nur zu gut, glaub mir.
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Joe95
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Re: Zweifel

Post 49 im Thema

Beitrag von Joe95 » Mo 18. Jun 2018, 06:03

Was mir hier auffällt sind äusserungen wie "du wirst nie eine richtige Frau sein", "was die anderen in mir sehen", "was andere über uns denken", "ob ich dann der gewünschte Mensch werde".
Irgendwie hat das für mich etwas von "Doktor, nimm Hormone und Skalpell und mach mich Frau!".
Lange Zeit habe ich oft über Passing gehört, was man(n) da alles macht und versucht. Ich war der festen Überzeugung das wäre nötig um eine Frau zu sein.
Ist es aber nicht.
Irgendwann habe ich erkannt dass das ja immer die Definition anderer ist.
Wie werde ich von anderen gesehen, erkannt, gelesen?
Sorry, aber wenn ich Frau bin steckt das in mir drin. Ich definiere mich nicht durch den Eindruck, den irgendwelche (meist sogar völlig Fremde) anderen von mir haben, sondern dadurch wie ich fühle. In dem Moment, als ich das erkannte, war meine Trasition oder mein "Frau werden" abgeschlossen.
Ganz sicher sehe ich nicht aus wie man sich eine Frau vorstellt und von irgendwelchen (auch meinen eigenen) Schönheitsidealen bin ich genau so weit entfernt wie von dem Restaurant am Ende des Universum. Trotzdem gibt es - wenn auch selten - Cis-Frauen, die noch hässlicher sind als ich.
GAOP, Hormontherapie und Brustaufbau sind für mich nix was mich zur Frau macht. Sie helfen mir nur etwas besser zurecht zu kommen.
Es gibt Frauen, die mit einem Penis leben können. Ich kam damit schon nicht zurecht als ich noch glaubte ein Mann zu sein.
Es gibt Frauen, die ohne oder mit sehr kleinen Brüsten zurecht kommen. Ich nicht.
Was die Neovagina betrifft habe ich nur diese eine Chance etwas von dem zu bekommen, was die Natur mir vorenthalten hat. Die kann gut gelingen oder schlecht, aber nichts an meinem "Frau sein" ändern.
Ähnliches gilt für die Hormontherapie. Sie kann mich nicht weiblicher machen, aber sie ist in meinen Augen einen Versuch wert mein Leben angenehmer zu machen. Schließlich möchte ich ein halbes Jahrhundert Testosteron nicht einfach so hinnehmen.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.

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Re: Zweifel

Post 50 im Thema

Beitrag von Inga » Mo 18. Jun 2018, 07:56

Hi, Dunkles Sternchen,

etwas kurz gefasst: Bei allen Veränderungsbemühungen für ein gewünschtes körperliches optimales Bild sollte man bzw. frau vor Augen halten, dass viele Frauen mit ihrem Körper hadern und ihn nicht für optimal fraulich genug halten, trotz aller Tricks mit Kleidung und Kosmetik. Warum eigentlich sollten wir es in unseren Trans*-Kreisen erwarten, dass es anders sein könnte?

Wir setzen uns doch nur unter einen Erfolgsdruck, der - wenn er nicht eintrifft - zu entsprechend großem Katzenjammer führt.

Das kann nicht Sinn der ganzen Sache sein.

Liebe Grüße
Inga

Anja
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Re: Zweifel - oder besser Unsicherheit

Post 51 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 18. Jun 2018, 10:26

Moinsen,
Inga hat geschrieben:
Sa 16. Jun 2018, 23:47
Auf lebenslange Hormoneinnahme will ich mich nicht einlassen. Anders als jahrelang geglaubt steuer ich nun doch darauf zu, mir über eine OP Gedanken zu machen, wenn auch eher mit kleiner Lösung.
Das Eine geht nicht ohne das andere. Wenn du die OP irgendwann machen solltest, fällt das Testo zu einem großen Teil weg. Würdest du dann keine Hormone zuführen, würden deine Knochen mit der Zeit brüchig, du würdest eine Osteoporose ausbilden. Du müsstest im Anschluss schon künstliche Hormone zuführen, ob Testosteron oder Östrogen bleibt dann dir überlassen. Aber eine GaOP oder eine Orchiektomie gehen nicht, ohne dann im Anschluss lebenslang Ersatzhormone zuzuführen...

Grüße
die Anja
WER WILL FINDET WEGE. WER NICHT WILL FINDET GRÜNDE.

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Re: Zweifel

Post 52 im Thema

Beitrag von Ha-Fem » Mo 18. Jun 2018, 14:02

Hallo Laila-Sarah,

mit Interesse habe ich Deinen Beitrag hier gelesen.
Es stellt sich mir die Frage, ob Dir nicht eine Transition zu mehr Zufriedenheit und Glück verhelfen könnte.

Lass mich hier des besseren Bezugs halber aus Deinem Beitrag zitieren:

"Ich war schon immer ein lockerer, gewitzter Mensch, der das Leben auf die leichte Schulter nimmt. Seit dem ich aber Gedanken an Transition etc. hatte wurde ich durch die Erkenntnis, das mir sehr viel Unrecht im Leben widerfahren ist immer bitterer und irgendwann auch maßlos egoistisch. Das ging dann so weit, dass meine Welt an meiner Nasenspitze anfing und am Popo aufhörte. Ich muss gestehen, diese Bitterkeit und Egoismus steht mir nicht und mein Umfeld kriegt den Fett ab für den sie nichts kann."

Mir erging es vor einigen Jahren ähnlich. Ich war hochgradig unzufrieden, leicht reizbar und mein Denken drehte sich eigentlich nur noch um den Wunsch, doch (wie) eine Frau zu sein. Irgendwie haderte ich ganz einfach mit meinem eigenen ICH. Warum nur war ich als Mann geboren? Ich lief wie mein eigener Schatten neben mir her, war unleidlich und ganz einfach rundum "von der Rolle". Der Leidensdruck hatte mich voll erfasst.
Lange Gespräche mit einem befreundeten Arzt folgten und die Diagnose lief darauf hinaus, dass ich transsexuell war. Die Hormontherapie folgte und nahezu schlagartig wandelte sich meine Unzufrieden in eine "Rundum-Zufriedenheit". Ich war plötzlich ausgeglichen, zufrieden und ganz einfach angekommen.
Wie weit man die Transition treibt, kann sicher individuell sehr unterschiedlich sein. Schau einfach mal in mein Profil und in meinen Vorstellungsbeitrag.
Ich will Dir natürlich keinen Rat geben. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Aber vielleicht einen Hinweis darauf, was sein könnte und wie man es ggf. ändern könnte.
Liebe Grüße
Ann-Katrin
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...deshalb nimm mich auch so wie ich bin !

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Re: Zweifel

Post 53 im Thema

Beitrag von Sasha » Mo 18. Jun 2018, 14:47

Ha-Fem hat geschrieben:
Mo 18. Jun 2018, 14:02
Lange Gespräche mit einem befreundeten Arzt folgten und die Diagnose lief darauf hinaus, dass ich transsexuell war. Die Hormontherapie folgte und nahezu schlagartig wandelte sich meine Unzufrieden in eine "Rundum-Zufriedenheit". Ich war plötzlich ausgeglichen, zufrieden und ganz einfach angekommen.
Hallo,

ein klein wenig klingt das ja doch schon wie ein ein Verkaufsprospekt. Wenn die Probleme des Leben wirklich SOO einfach zu lösen wären, gäbe es nur glückliche Menschen auf der Welt. Nun ist aber jeder verschieden, ja einzigartig. Wie soll da ein "Patentrezept" funktionieren? Ich habe da große Zweifel...

Nichts für ungut, ich möchte keineswegs jemandem zu nahe treten!

Sasha
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich (K. Adenauer)
Eigentlich bin ich ganz anders, doch ich komme viel zu selten dazu (Ö. von Horváth)
Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch anders zu sein (S. de Beauvoir)

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Re: Zweifel

Post 54 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Mo 18. Jun 2018, 17:05

Hallo Ha-Fem,
Ha-Fem hat geschrieben:
Mo 18. Jun 2018, 14:02
Es stellt sich mir die Frage, ob Dir nicht eine Transition zu mehr Zufriedenheit und Glück verhelfen könnte.
Danke für deine Anteilnahme und die tollen Tipps. Tatsächlich kann Laila zu diesem Zeitpunkt nichts richtig ausschließen. Ich weiß nur, dass ich vielleicht noch etwas Zeit brauche. Am meisten Angst habe ich (Mitte 40) von dem gesteigerten Krebsrisiko bei der HT. Sie ist in meiner Familie eh besonders hoch. Ich hab schon fast ein Los wo keine Niete drin sein darf. Da fürchte ich mich noch ein Los dazuzuholen. Desweiteren die üblichen Bedenken wegen evtl. Verlust der Ehe und inkl. Kinder und evtl. bei Job etc. Aber wer hat diese Bedenken nicht. Ich habe es auch Vicky gesagt. Ich kann euch sehr gut verstehen. Ich bin nicht abgeneigt nur im Zweifel und Angst. Diese gilt es zu überwinden.

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dunkles_sternchen
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Re: Zweifel

Post 55 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Di 19. Jun 2018, 00:41

Inga hat geschrieben:
Mo 18. Jun 2018, 07:56
Bei allen Veränderungsbemühungen für ein gewünschtes körperliches optimales Bild sollte man bzw. frau vor Augen halten, dass viele Frauen mit ihrem Körper hadern und ihn nicht für optimal fraulich genug halten, trotz aller Tricks mit Kleidung und Kosmetik.
Solange Ergebnisse immer noch irgendwie im weiblichen Toleranzbereich liegen, ist das alles gut und annehmbar. Für mich liegt das aber weit außerhalb eines solche Bereiches. "Typisch männlich" hat für mich nichts mehr damit zu tun. Weiter weg von "optimal" geht eigentlich nicht.

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Re: Zweifel

Post 56 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Di 19. Jun 2018, 07:20

dunkles_sternchen hat geschrieben:
Mo 18. Jun 2018, 01:00
Es gibt einfach Menschen, die extrem gut auf Östrogene ansprechen. Das ist vor alle genetisch bedingt. Und wenn man dann noch gute Voraussetzungen hat - sprich jung ist, kein sehr maskulines Gesicht hat, Körperbau usw. - sind da streckenweise einfach super Ergebnisse drin. Das findet man ja zu Hauf im Internet, weil die Masse ja auch groß ist. Die 80-90%, die irgendwie nur mittelmäßig abschneiden, sieht man selten.
Hallo Dunkles Sternchen,

von diesen 80-90% treffe ich regelmäßig einige in Selbsthilfegruppen. Viele wollen sich eben einfach nicht im Internet präsentieren. Einige berichten von Rückschlägen und Komplikationen, aber auch dann bereuen sie selten diesen Schritt getan zu haben - auch wenn beispielsweise die Brüste nach zwei Jahren HRT kleiner sind als bei mir ohne. Wie ich bereits schrieb, vermute ich eine große Dunkelziffer, die sich einfach nur enttäuscht zurück zieht, aber 80-90% sind das sicherlich nicht.

Wenn ich also darüber nachdenke was ich machen soll, orientiere ich mich nach meinen Eindrücken bei den Gruppentreffen und nicht nach irgendwelchen überzogenen Darstellungen im Internet. Das kennt man doch: in der Werbung sieht es phantastisch aus, und in Wirklichkeit ist es eine Mogelpackung. Und Ärzte, Krankenhäuser und Pharmaindustrie verdienen gutes Geld mit der Transition, also gibt es auch Werbung.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Anja
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Re: Zweifel

Post 57 im Thema

Beitrag von Anja » Di 19. Jun 2018, 10:08

Moinsen,
Laila-Sarah hat geschrieben:
Mo 18. Jun 2018, 17:05
Tatsächlich kann Laila zu diesem Zeitpunkt nichts richtig ausschließen.
Also so lange du von dir? selbst in der dritten Person sprichst, habe ich meine Zweifel, ob du schon so weit bist. Wenn du dich sprachlich von Laila trennst, gibt es sicherlich im Kopf noch irgendwo eine Barriere.

Wie hat Joe das mal so schön auf den Punkt gebracht?
"Wenn der Druck größer wird als die Angst"
So lange der Druck nicht groß genug ist, wird auch niemand das Risiko eingehen, das sein ganzes Leben auseinander fliegt. Erst wenn man dem Druck nicht mehr wiederstehen kann, bewegt man sich.
Jede von uns hat doch versucht, ihr altes Leben irgendwie so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Dem Partner zuliebe, den Kindern zu liebe, dem Arbeitsplatz zuliebe usw. Nur niemals sich selbst zuliebe.
Diese Einsicht kommt dann nämlich, wenn man gezwungen ist, sich selbst wichtiger zu nehmen. Der eine hält mehr Druck aus der andere weniger.
So lange die Angst überwiegt hast du diesen Punkt noch nicht erreicht.

Grüße
die Anja
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Laila-Sarah
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Re: Zweifel

Post 58 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Di 19. Jun 2018, 10:48

Hallo Anja,

ich weiß nicht ob die Argumentation "Leidensdruck nicht so groß" zutrifft, wenn jemand zweifel an einer Lösung hat oder dessen gesundheitliche Konsequenzen. Ich versuch es mal mit einer Analogie außerhalb des Themas, weil dieses Thema viele von uns so berührt, dass wir weniger rationell und mehr emotional werden:

Ein Herr A hat Probleme Frauen anzusprechen und leidet darunter. Freund B sagt, trink ein wenig etwas dann fallen die Hemmungen. A sagt: "Ich weiß nicht ich habe Zweifel ob Alkohol mir Gesundheitlich langfristig nicht schadet. Es ist doch keine Lösung immer zu trinken." Damit ist es für B entschieden, dass A nicht genug unter seiner Schüchternheit leidet.

ca. 7/10 meiner Verwandten sind an Krebs gestorben!

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Re: Zweifel

Post 59 im Thema

Beitrag von Anja » Di 19. Jun 2018, 11:00

Moinsen,

ich habe nicht geschrieben, das dein Leidensdruck nicht so groß ist, ich schrieb, das er nicht so groß wie die Angst ist. Das ist ein Unterschied.
Ich wollte (und habe) deinen Leidensdruck nicht kleingeredet.
Ich kann deine Ängste durchaus verstehen, vor knapp 3 Jahren war ich selbst an diesem Punkt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich durch mein Doppelleben schon starke gesundheitliche Probleme. Da stellte sich mir die Frage garnicht, was später eventuell mal sein könnte. Ich musste mich um das Hier und Jetzt kümmern. Nachdem sich diese Probleme bei mir verschlimmerten, gab es nur noch einen Ausweg... Der Druck war so groß geworden, das sämtliche Ängste dahinter zurückstanden.

Grüße
die Anja
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Re: Zweifel

Post 60 im Thema

Beitrag von Aria » Di 19. Jun 2018, 19:42

Anja hat geschrieben:
Di 19. Jun 2018, 10:08
Jede von uns hat doch versucht, ihr altes Leben irgendwie so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Dem Partner zuliebe, den Kindern zu liebe, dem Arbeitsplatz zuliebe usw. Nur niemals sich selbst zuliebe.
EXAKT!!!

Denn damit sollte man anfangen, sich selbst zu lieben und wichtiger zu nehmen als alles andere. Alles andere macht keinen Sinn!

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