Ein Tiefschlag aus dem engsten Freundeskreis
Ein Tiefschlag aus dem engsten Freundeskreis - # 3

Lebensplanung, Standorte
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Stefanie
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Re: Ein Tiefschlag aus dem engsten Freundeskreis

Post 31 im Thema

Beitrag von Stefanie » Fr 16. Feb 2018, 00:20

Liebe Ronda,

Deine Geschichte hat mich auch sehr betroffen gemacht; ich drücke dir die Daumen, dass mit der Freundin doch noch alles gut wird und sich der Staub bald legt. Eine Frage stellt sich mir allerdings: wie denkt denn deine Frau darüber? Wie gut kennt sie deine Freundin? Wäre nicht ein Vier-Augen-Gespräch deiner Frau mit der Freundin möglich? So von Bio-Frau zu Bio-Frau? Es ist bekannt, wenn auch irgendwie traurig, dass viele Frauen ihren Freundinnen Dinge erzählen, die sie einem Mann niemals sagen würden.

Liebe Grüße, und Kopf hoch!

Stefanie

Magdalena
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Re: Ein Tiefschlag aus dem engsten Freundeskreis

Post 32 im Thema

Beitrag von Magdalena » Fr 16. Feb 2018, 08:06

Hallo liebe Ronda,

danke dafür, dass du uns über die Entwicklung zu deiner Freundin weiter im Bilde hälst.
Nach geduldigen Versuchen sie nicht einfach "abzuschreiben", was mir ohnehin nicht liegt, ich gehöre auch zur "Erst reparieren, statt neu anschaffen"-Generation (wie sbsr schrieb), erfuhr ich, dass die Frau auf ein anderes Epilepsie-Prophylaxe Medikament umgestellt worden ist, das solche "paradoxe Nebenwirkungen" haben kann. Einleuchtend, denn diese Medikamentengruppe ist ja auch hoch psychoreaktiv. Wie gesagt, ich hatte keine Ahnung davon, sie hatte es nicht erzählt. Da komme ausgerechnet ich daher und konfrontiere sie mit einem an sich schon hoch-komplexen, schwierigen Thema, das für viele Mitmenschen schon ohne Medikamenteneinfluss ausreicht, um auszuflippen. Ich denke, das war wohl der Haupttrigger.
Mir ist eine Wesensveränderung durch Medikamente nicht unbekannt. In meinem Bekanntenkreis veränderte sich auch das Verhalten durch die Gabe starker schmerzstillender Medikamente eines lieben Bekannten, dazu noch die Erkrankung. Da ist das Interesse des Bekannten an den Nöten und Sorgen seiner Mitmenschen verloren gegangen. Es ist dann sogar in gewisser Weise bösartig geworden. Es lag hier also nicht in der Person meines Bekannten sondern in der Erkrankung und der dazugehörigen Behandlung durch Medikamente. Auch wenn es mitunter weh tat, so kann ich heute mit dem Wissen warum, damit umgehen und verzeihen. Sicher hat sich auch mein Umgang zu dem Bekannten verändert, ich kann es nicht leugnen. So werde ich ihm nicht mehr alle meine Probleme und Sorgen anvertrauen, da dies mehr belastet und ich nicht einschätzen kann, ob er mich versteht.

So kann ich für Dich, Ronda, nur hoffen, ihr findet einen Weg die Freundschaft nicht einfach über Bord zu werfen. Auch wenn es bedeutet Zeit zu haben und warten können um den und die anderen zu verstehen.Vieleicht braucht ihr Beide Halt, Du und Deine Freundin.

Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

Lina
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Re: Ein Tiefschlag aus dem engsten Freundeskreis

Post 33 im Thema

Beitrag von Lina » Fr 16. Feb 2018, 15:57

Ich finde, dass es ein schreckliches Benehmen von ihr war. Genau das würde ich auch ansprechen, wenn ich es wäre.

Man kommt mit vertrauen und ...das ist einfach ein unmöglichliches Benehmen, egal was sie in Detail von dem haelt was gesagt wurde.

Ronda_PTL
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Re: Ein Tiefschlag aus dem engsten Freundeskreis

Post 34 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Fr 16. Feb 2018, 18:19

Hallo liebe Magdalena:
Magdalena hat geschrieben:
Fr 16. Feb 2018, 08:06
Hallo liebe Ronda,
danke dafür, dass du uns über die Entwicklung zu deiner Freundin weiter im Bilde hälst.

Mir ist eine Wesensveränderung durch Medikamente nicht unbekannt. In meinem Bekanntenkreis veränderte sich auch das Verhalten durch die Gabe starker schmerzstillender Medikamente eines lieben Bekannten, dazu noch die Erkrankung. Da ist das Interesse des Bekannten an den Nöten und Sorgen seiner Mitmenschen verloren gegangen. Es ist dann sogar in gewisser Weise bösartig geworden. Es lag hier also nicht in der Person meines Bekannten sondern in der Erkrankung und der dazugehörigen Behandlung durch Medikamente. Auch wenn es mitunter weh tat, so kann ich heute mit dem Wissen warum, damit umgehen und verzeihen. Sicher hat sich auch mein Umgang zu dem Bekannten verändert, ich kann es nicht leugnen. So werde ich ihm nicht mehr alle meine Probleme und Sorgen anvertrauen, da dies mehr belastet und ich nicht einschätzen kann, ob er mich versteht.

So kann ich für Dich, Ronda, nur hoffen, ihr findet einen Weg die Freundschaft nicht einfach über Bord zu werfen. Auch wenn es bedeutet Zeit zu haben und warten können um den und die anderen zu verstehen.Vielleicht braucht ihr Beide Halt, Du und Deine Freundin.

Viele liebe Grüße Magdalena
Ich danke Dir für Deine kompetenten, einfühlsamen Worte. (yes)

Es haben sich inzwischen die Argumente für einen dramatischen, wesens-veränderenden Einfluss auf Grund von Medikamenten verdichtet. Die Wirkstoffgruppe zu der das Medikament gehört ist tatsächlich unter bestimmten Bedingungen dazu geeignet sehr radikale, wenn auch teilweise reversible psychoaktive Veränderungen auszulösen, die sich bis hin zu offenen Gewaltausbrüchen in drastischen Fällen steigern kann. Hab mich eingehend schlau gemacht.

Ich fürchte, in diesem Zusammenhang wird tatsächlich ein Schuh aus der zunächst so unerklärlich scheinenden Ausrast-Attacke, die in keiner Weise dem geschätzten Wesen, dem friedfertigen, emphatischen Grundcharakter dieser Frau zuzuordnen ist. Das hätte ich in der Vergangenheit ja längst mal bemerkt, bin ja nicht naiv und blauäugig.

Ich gebe uns beiden jetzt erst einmal Zeit, damit sie sich (evtl. mit meiner Hilfe?) darum kümmern kann, das Grundproblem anzugehen, dann versuchen wir einen Neustart in unserer speziellen Thematik zu machen. Ich denke, das wird der wohl beste Weg für den Augenblick sein.

Ganz liebe Grüße
Ronda
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

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