Gedanken*Spiele(?)
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VanessaL
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Post 1 im Thema

Beitrag von VanessaL » Mi 17. Jan 2018, 10:29

Hallo und guten Tag!

Ich bin seit einigen Monaten hier auf der Suche nach mir Selbst, Erklärungen, Gleichgesinnten, Anerkennung, Hoffnung, Antworten, Wegen, Freiheit, Austausch, Erfahrungen, Tipps, und, und, und ... so wie viele andere auch ...
In der Zeit habe ich mir einen Psychologen gesucht, mit meinem Sohn gesprochen, Urlaub als Frau gemacht, mit meiner Frau gesprochen (immer wieder), mich vor einem Freund geoutet, bin ich weggelaufen und wiedergekommen, hatte ich tiefste Abgründe vor mir und auch leuchtende Augen, gute Gespräche im Forum und auf der Straße, viele Einzelgeschichten gelesen, gehört und verfolgt ... Klarheit gewonnen, um sie wieder zu verlieren ...
Dabei habe ich mich entblättert und vielleicht auch entblöst, vielleicht wie eine Blume geöffnet und dadurch auch die Welt um mich herum anders gesehen ...kennen gelernt ... wahrgenommen ... ich sehe mit anderen Augen - verändertem Herzen ... ich bin kein besserer Mensch geworden, aber auch nicht das Gegenteil ... und doch bin ich heute anders als gestern ... aber boch lange nicht wieder im Einklang ...

Mit diesem geweiteten Blick sehe ich nun die vielen Unterschiede hier und kann die Ängste anderer besser Wahrnehmen und bin manchmal auch ein wenig erschrocken, wie zweigeteilt doch die Welt in Mann und Frau ist - selbst hier im Forum manchmal ... und wie weit weg das Verständnis für die andere Seite und die Mitte dazwischen und untereinander ist ....

Liebe Grüße
VanessaL
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Post 2 im Thema

Beitrag von VanessaL » Mi 17. Jan 2018, 11:14

Die Angst - vor was eigentlich?

Vorsicht ist ein guter Ratgeber ... Vorsicht schärft die Sinne und macht aufnerksam.

Angst ist ein kein guter Ratgeber ... Angst lähmt und henmt. Angst ist eine Überlebensstrategie und führt zu Flucht oder dem „sich verstecken“ in lebensbedrohlichen Situationen und hat dort auch seine sinnvolle Berechtigung ... aber für unser Thema ist es definitiv nicht der richtige Ratgeber ... denn Leben geht weiter, egal ob ich Trans* bin oder nicht. Zugegeben es kann/wird sich deutlichst ändern ... (unser Leben)
Aber wieso muss ich auf die Frage des Outings mit Angst antworten - wovor? Warum spreche ich dem Outing schon im Vorfeld sein Positives ab? Angst ein selbstbestimmtes Leben führen zu können? Das ist doch schräg, oder? Völlig Banane!
Sicher Konsequenz und Abwägungen - ob oder ob nicht - sind wichtig und richtig! Aber Angst? Angst führt zu Lähmung - Leben braucht aber Entscheidungen, um nicht stehen zu bleiben.
Ein vermiedenes Outing auf Grund einer Entscheidung aus abgewogenen Gründen ist immer OK, denke ich. Vermeiden eines Outings auf Grund von Ängsten führt ins Chaos ...

Ich habe oft Fluchtgedanken (gehabt) - meine Ängste sagten: „Hau einfach ab und fang woanders wieder an“ Aber das geht so nicht! Also muss ich zu Hause aussprechen oder machen, wovor ich Angst habe. Mit festen Schritten den eigenen Weg gehen hilft auch anderen besser damit umzugehen ...
Schwer genug ist das wohl ....

Liebe Grüße
VanessaL
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Re: Gedanken*Spiele(?)

Post 3 im Thema

Beitrag von Brigitta » Mi 17. Jan 2018, 11:22

Hallo Vanessa,
(moin)
Dein rastloses Suchen nach Antworten, Erklärungen, Zielen, usw. ist doch sehr verständlich, wenngleich nicht selbsterklärend. Schon in dem Wort "trans" (lat.: über, über ... hinaus, jenseits) steckt viel Bewegung, insbesondere gedankliche Bewegung. Somit ist klar, dass Deine Transition für Dich eine große Veränderung bedeutet, die einher geht mit der Abkehr von gewohnten Wegen, der Angst vor neuen Erfahrungen, dem ständigen Zweifel, ob Du wohl auf dem richtigen Weg bist, ... Hilfe kann Dir dabei kaum jemand geben, denn Du musst Dich schon selbst finden, Deine Gedanken und Gefühle versuchen zu ordnen, Dein Leben selbst so ausrichten, wie Du es als richtig ansiehst.
:()b
Dass bei den meisten Menschen das tiefere Verständnis für die anderen, besonders für nicht-binäre Einstellungen fehlt, ist doch nachvollziehbar - ist es doch der einfachere Weg, statt sich nicht mit komplizierten Verhaltens- und Denkweisen auseinanderzusetzen ... Hier sind die Betroffenen, im Falle von "trans" also wie selbst gefordert!

Liebe Grüße
Brigitta ))):s
Nicht jede Frau kann eine Gazelle sein. (Elena Uhlig)

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Re: Gedanken*Spiele(?)

Post 4 im Thema

Beitrag von Frl_Astrid » Mi 17. Jan 2018, 11:44

Hi Vanessa, hab deinen Text dreimal gelesen ,er ist tief in mich gekrochen und trotzdem weiss ich nicht was ich schreiben möchte bzw wie ich es schreiben kann.
Brigitta hat einen Teil meiner Gedanken in Worte gefasst (dank dir Brigitta )
mit ganz ganz lieben Grüssen Astrid

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Re: Gedanken*Spiele(?)

Post 5 im Thema

Beitrag von Fabiane » Mi 17. Jan 2018, 12:00

Liebe Vanessa,

ja, die häufige Trennerei in die beiden "einzig richtigen" Geschlechterschablonen kann einen erschrecken. Aber ich glaube, wir können alle daran mitwirken, den Blickwinkel zu weiten und die Gesellschaft behutsam für Menschen zu öffnen, die nicht besser und nicht schlechter, sondern einfach anders als die Riesenmehrheit sind. Indem wir uns gegenseitig in unserer Einzigartigkeit annehmen, im geschützten Rahmen genauso wie im Alltag. Und indem wir versuchen, unser Ich, wenn wir es selbst gefunden haben, möglichst selbstsicher zu zeigen und zu vertreten, wie auch immer es aussieht. Wenn wir uns selbst so annehmen, wie wir sind, in uns ruhen, strahlen wir das auch aus und werden von anderen besser angenommen als wenn wir zweifeln. Das soll nicht leicht dahingesagt sein. Es ist mir bewusst, dass es ein langer Prozess sein kann - der aber mit ganz kleinen Schritten des Ausprobierens und des Vertrauenfassens gelingen kann.

Ich wünsche Dir und Deiner Umwelt, dass Du Dein Ich immer noch mehr finden kannst und die Zeit dazu bekommst. Toll und couragiert finde ich, wie Du Dich Deiner Familie, dem Freund und dem Psychologen anvertraut hast.

Liebe Grüße von Fabiane, auch unterwegs in kleinen Schritten

VanessaL
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Gedanken*Spiele(?) - Einleitung

Post 6 im Thema

Beitrag von VanessaL » Mi 17. Jan 2018, 14:43

Hallo Ihr Lieben!

Ich möchte mich für Eure öffentlichen und privaten Nachrichten zu meinem Beitrag bedanken! Sehr herzlich sogar!

Ich lese heraus, dass ich vielleicht nicht richtig angefangen habe. Die Überschrift war gewählt um zu zeigen, welche Gedanken ich habe oder gehabt habe zu den einen oder anderem Thema.

Ich selbst bin mit mir ziemlich in Reinen, seit ich innerlich dazu stehe „Frau“ zu sein - egal wie ich grade aussehe ... hier sitzt und schreibt Vanessa! Für mich persönlich setze ich Frau gerne in Anführungszeichen, da ich mich persönlich in keinster Weise in eine Frauenrolle als Klischee drängen möchte, aber trotzdem anstrebe meine weibliche Seite im Alltag zu leben, leben zu dürfen und leben zu können.
Ich sehe meine nächsten Schritte vor mir und gehe meinen Weg ... dabei muss ich noch einiges erkunden und auch entscheiden ... aber das Ziel ist klar formuliert ... Weihnachten 2018 als Frau verbringen. Wir werden sehen ... eine Divergents wird immer bestehen .... daher bezeichne ich mich auch immer wieder gerne als Trans*wasauchimmer :)

Nach dem Schlänker wieder zurück ...
warum ich diesen Beitrag geöffnet habe ...

Zum einen will ich meine Gedanken mit anderen Teilen - vielleicht sind sie völlig Gaga - aber vielleicht machen andere ähnliches durch oder sind auf den Weg es durchzumachen und finde darin passende Gedankenansätze für sich ... das würde mich freuen!
Zum anderen ist es eine Verarbeitung der Themen für mich selbst! Auch wenn ich mir mittlerweile sicher bin, wohin mein weg führt, beschäftigen mich doch Dinge stark und müssen über ein Ventil raus .... Sorry Mädels (ki) da müsst Ihr entweder durch oder meine Beiträge einfach ignorieren ....

Ich habe meinen Weg mit Euch in diesem Forum für mich gefunde ... wenn ich anfange hier immer weniger aufzutauchen, bin ich wohl in meinem neuen Lebensabschnitt angekommen ...

Liebe Grüße
VanessaL
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Jasmine
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Re: Gedanken*Spiele(?) - Einleitung

Post 7 im Thema

Beitrag von Jasmine » Mi 17. Jan 2018, 15:57

VanessaL hat geschrieben:
Mi 17. Jan 2018, 14:43
Ich selbst bin mit mir ziemlich in Reinen, seit ich innerlich dazu stehe „Frau“ zu sein - egal wie ich grade aussehe ... hier sitzt und schreibt Vanessa! Für mich persönlich setze ich Frau gerne in Anführungszeichen, da ich mich persönlich in keinster Weise in eine Frauenrolle als Klischee drängen möchte, aber trotzdem anstrebe meine weibliche Seite im Alltag zu leben, leben zu dürfen und leben zu können.
Ich sehe meine nächsten Schritte vor mir und gehe meinen Weg ... dabei muss ich noch einiges erkunden und auch entscheiden ... aber das Ziel ist klar formuliert ... Weihnachten 2018 als Frau verbringen. Wir werden sehen ... eine Divergents wird immer bestehen .... daher bezeichne ich mich auch immer wieder gerne als Trans*wasauchimmer :)
Schön zu lesen, das du deine Zukunft klar vor dir siehst.
VanessaL hat geschrieben:
Mi 17. Jan 2018, 14:43
Auch wenn ich mir mittlerweile sicher bin, wohin mein weg führt, beschäftigen mich doch Dinge stark und müssen über ein Ventil raus .... Sorry Mädels (ki) da müsst Ihr entweder durch oder meine Beiträge einfach ignorieren ....
Ignorieren werde ich deine Beiträge nicht. Ich werde sie aufmerksam lesen, wie ich es in diesem Forum gerne tue.
Liebe Grüße Jasmine
Ich bin wie ich bin --- Ich lebe meinen Traum

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