Ein Teil von uns "Mainstream"?
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Mina
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Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 1 im Thema

Beitrag von Mina » Do 4. Jan 2018, 19:22

Huhu (flo) (so)

schon etwas älter der Bericht....

...aber warum von "der Zeit"? :?:

http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2 ... identitaet
Und ich wünsche Euch allen ein erfülltes Leben. Macht´s gut, bleibt Euch treu.

Jenina
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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 2 im Thema

Beitrag von Jenina » Fr 5. Jan 2018, 08:39

Mina,

danke für den Bericht. Kannte ich schon, macht aber nix und warum nicht von der "Zeit", ist doch einer der "Guten". :wink:

Habe jetzt den Fehler gemacht die Kommentare zu lesen. Die Welt ist bunt? Da steht was anderes, dort ist sie schwarz-weiss bis braun mit verzweifelten Ausbrüchen anderer Farben.

Wir wollten ja "Wertefrei" werden. Geht das wirklich? Wird die Welt bunt wenn wir uns bunt zeigen. Die Hoffnung habe ich auch - jawohl. Aber ist es nicht auch sehr viel Kampf, der erforderlich sein wird. Auch unter uns selbst, manchmal denke ich vor allem unter uns selbst...

Wer holt Jenina aus dem Tal des Pessimismus?

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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 3 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Fr 5. Jan 2018, 09:05

Die Kommentare sind wieder unterirdisch und ich habe irgendwann abgebrochen weiterzulesen. Das scheinen ja aber auch nur die harmloseren Kommentare zu sein, denn etliche wurden ja bereits von der Redaktion entfernt.
Das zeigt mal wieder eindringlich, wie weit der Weg noch sein wird, um zu so etwas wie Akzeptanz zu kommen. Scheint ein Kampf gegen Windmühlen zu sein, der einen seeeehr langen Atem erfordert. Aber ich bleibe mal optimistisch, nur weil die alle die Buntheit nicht sehen, heißt das ja noch lange nicht, dass die Welt nicht bunt ist. (moin)
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 4 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 5. Jan 2018, 10:07

Hallo,

ich habe den Artikel überflogen, früh angefangen den Kopf zu schütteln und dann auch abgebrochen weiterzulesen ... vielleicht ein Fehler (?!)
Ich hatte das Gefühl, dass ein ernstes Thema “Hip“ aufgepepelt werden sollte ... „in“, „out“, „mainstream“ kann hier wohl nur als Begrifflichkeiten der Gesellschaft an sich gesehen werden ... oder genauer ... worüber breit-gesellschaftlich berichtet und breitgetreten wird
.... heute wichtig und morgen vergessen ....,
sicher aber nicht aus Sicht der Menschen mit transidentem Hintergrund und natürlich auch nicht für schwule oder lesben ... oder Ausländer, Behinderte, Kranke möchte ich hinzufügen

Aber wirklich geschockt haben mich die Kommentare! Darüber werde ich noch eine Weile nachdenke .... insbesondere da ja so viele bereits von der Redaktion „zensiert“ wurden ...
Was für ein Mob ließt den die Zeit? Ich bin sprachlos ....

Liebe Grüße
VanessaL
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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 5 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 5. Jan 2018, 10:47

Danke, ich hatte den Artikel auch schon mal gelesen. Aber es ist immer gut, noch mal aufzufrischen.

Der für mich wesentlichste Punkt ist:
Zumindest für alle, die eine Wahl haben. Denn am lautesten erscheinen meistens die, die sich nicht einordnen wollen. Die, die sich nicht einordnen können, die zerrissen sind und schlimmstenfalls an ihrer Zerrissenheit leiden, stehen oft in den hinteren Reihen. Es ist nur ein kleiner Unterschied zwischen Freiheit und Zwang.
Das beschreibt am ehesten meine Gefühle, wenn ich z.B. an Kunstfiguren wie Conchita Wurst denke. Ich konnte den Freudentaumel in unseren Reihen damals beim ESC auch nicht teilen. Ich bin weder Kunstfigur noch Witzobjekt. :wink:


Die teils widerlichen und schockierenden Kommentare ...

Ich finde es auf jeden Fall gut, das man die nicht einfach wegzensiert, zumindest so weit keine strafrechtlichen Punkte berührt werden.

Man muss schon bissel sehen, wo die Gesellschaft insgesamt steht, und es hilft nicht wirklich, die Realitäten auszublenden.

Was ich mir generell vorstellen könnte wäre, bei derart extremen Reaktionen 2-3 Tage später einen Kommentar, eine Positionierung seitens des Journalisten der Readaktion zu diesen Widerlchkeiten.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 6 im Thema

Beitrag von Lina » Fr 5. Jan 2018, 11:00

Ein Kommentar lautet: Es gibt ganz zwei Geschlechter, determiniert durch das xx und xy Chromosom...

Das hört man oft, und genau das stimmt ja eben nicht.

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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 7 im Thema

Beitrag von Jenina » Fr 5. Jan 2018, 12:36

Hallo.

Noch mal was zum Inhalt des Artikels selber.

Das Problem daran ist, dass er anfängt als ginge es um ein Hipster-Ding wenn man jetzt irgendwie trans ist. Die Auswahl der "Trans-Ikonen" hat bei mir zumindest ein Geschmäckle. Obwohl es durchaus auch an den Medien liegt, das die Wahrnehmung in diese Richtung geht.

Im Zweiten Teil dann wird aber die reale Welt dargestellt. Das geht aber durch diesen ersten Teil irgendwie unter, obwohl der zweite Teil durchaus gut ist. Das verwässert die Aussage und erleichtert dadurch dass man so dämliche Kommentare abgeben kann.

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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 8 im Thema

Beitrag von Jasmine » Fr 5. Jan 2018, 13:03

Jenina hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 08:39
Wer holt Jenina aus dem Tal des Pessimismus?
Pessimismus habe ich mir schon lange abgewöhnt.
Svetlana L hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 09:05
Das zeigt mal wieder eindringlich, wie weit der Weg noch sein wird, um zu so etwas wie Akzeptanz zu kommen. Scheint ein Kampf gegen Windmühlen zu sein, der einen seeeehr langen Atem erfordert
Ich kämpfe nicht gegen Windmühlen, ich lebe mein Leben wie ich es mir vorstelle. Wer damit ein Problem hat, soll das Problem behalten.
MichiWell hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 10:47
Ich bin weder Kunstfigur noch Witzobjekt.
Das sehe ich genau wie Michi und möchte es für meine Person wie folgt erweitern. Ich bin auch nicht "Mainstream". Mit meiner Größe von 182 cm und meiner Kleidung falle ich zuweilen auf. Klar kommen manchmal Kommentare. Aber ich will mich mit solchen Kommentaren und/oder Personen die sich so äußern nicht mehr auseinandersetzen. Die Kommentarschreiber in der Zeit haben wahrscheinlich andere Probleme, das sie soweit gehen und sich eine Person oder Gruppe suchen um diese mit solchen Kommentaren zu belästigen.
Liebe Grüße Jasmine
Ich bin wie ich bin --- Ich lebe meinen Traum

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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 9 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 5. Jan 2018, 13:04

Weil Jenina mir noch ein Stichwort geliefert hat ...

Mir ist in den letzten Monaten offline - also da draußen im "richtigen" Leben - immer öfter die Meinung begegnet, dass trans* ja wohl nur so eine neue Mode wie "metrosexuell" sei, so ein Hipster-Ding, was mache Leute brauchen, um sich wichtig zu machen und ähnliche Bemerkungen von Leuten im beruflichen und privaten Umfeld.

Das Thema ist also zwar in aller Munde, aber leider nicht ganz so, wie man es sich wünschen würde.


Liebe Grüße
Michi
Zuletzt geändert von MichiWell am Fr 5. Jan 2018, 13:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 10 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Fr 5. Jan 2018, 13:34

Zitat aus einem der Kommentare:
Wenn mich jemand fragen würde, ob ich mich als männlich definiere, würde ich auch wohl erst einmal 'Nein' antworten, weil in der Frage mitschwingt, ob ich auf dicke Autos, Grillen, Saufen, Frauen runtermachen und Bumsen ohne Gefühle stehe. Ich finde halt viele betont männliche Männer peinlich und möchte mich nicht mit denen identifizieren.
Dennoch bin ich ganz eindeutig auf das Geschlecht festgelegt, das sich zwischen meinen Beinen befindet.
Hallo Welt,

das, was geschrieben wurde, damit kann ich, wenn ich mir so unser Leben betrachte, nichts anfangen.
Es ist so fern dem, wie es wirklich ist.

Allerdings kann ich immer mehr verstehen, dass Menschen sich in den vorgegebenen Maßstäben zu ihrem Geschlecht nicht mehr wohlfühlen, denn egal ob Mann oder Frau - beide haben keine ureigene innere Balance mehr.
Zumindest von einigen Frauen weiß ich, dass sie sich auf die Suche nach und auf den Weg zu der ureigenen inneren Balance gemacht haben.

Was nicht heraus kommt, ist, mE nach, dass Menschen, die mit ihrer Geschlechterrolle selbst Probleme haben, sich jedoch als Mann weiterhin als Mann definieren und Frau sich weiterhin als Frau - jedoch irrtümlicher Weise, den Ausgleich in der gegengeschlechtlichen Rolle suchen, nicht wirklich in Richtung trans* zu verorten sind.
Ich habe auch den Begriff "Geschlechterflucht" gehört von einem Therapeuten.

Es ist so viel Verwirrung da draußen und dann gibt es auch noch jene, die meinen, sie könnten ein solches Thema ausschlachten, der Quoten und des Umsatzes wegen - doch ist das wirklich aufklärend? Eher verstärkt es die Verwirrung.

Mir ist egal, wie sich ein Mensch nennt (in Bezug auf trans*, androgyn, non-binär,.....), wichtig ist doch, dass dieser Mensch sich selbst findet und in seinem Sein, glücklich leben kann - sofern, Mensch keinem anderen Menschen durch z. B. Gewalt Schaden zufügt, sondern in seiner eigenen Balance sich und andere bereichern kann.

Ich kenne keinen, der nicht irgendwie auf der Suche nach sich selbst ist, nach seiner Mitte und seinem Glück.
Egal, welche Schublade man da zieht, in diesem Punkt sitzen alle Menschen im gleichen Boot. Sie wissen es nur nicht.

Möge jedes fühlende Wesen auf dieser Welt glücklich sein.
Euer Drache
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 11 im Thema

Beitrag von Mina » Fr 5. Jan 2018, 13:48

Drachenfrau hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 13:34
Zitat aus einem der Kommentare:
Wenn mich jemand fragen würde, ob ich mich als männlich definiere, würde ich auch wohl erst einmal 'Nein' antworten, weil in der Frage mitschwingt, ob ich auf dicke Autos, Grillen, Saufen, Frauen runtermachen und Bumsen ohne Gefühle stehe. Ich finde halt viele betont männliche Männer peinlich und möchte mich nicht mit denen identifizieren.
Dennoch bin ich ganz eindeutig auf das Geschlecht festgelegt, das sich zwischen meinen Beinen befindet.

Egal, welche Schublade man da zieht, in diesem Punkt sitzen alle Menschen im gleichen Boot. Sie wissen es nur nicht.

Möge jedes fühlende Wesen auf dieser Welt glücklich sein.
(ap) (ap) (ap) (ki)
Und ich wünsche Euch allen ein erfülltes Leben. Macht´s gut, bleibt Euch treu.

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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 12 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 5. Jan 2018, 14:23

Drachenfrau hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 13:34
Allerdings kann ich immer mehr verstehen, dass Menschen sich in den vorgegebenen Maßstäben zu ihrem Geschlecht nicht mehr wohlfühlen, denn egal ob Mann oder Frau - beide haben keine ureigene innere Balance mehr.
Zumindest von einigen Frauen weiß ich, dass sie sich auf die Suche nach und auf den Weg zu der ureigenen inneren Balance gemacht haben.
Für biologische Frauen kann ich mir das ja noch irgendwie entfernt vorstellen. Aber welche Gründe sollte ein Mann haben, sich in seinem Geschlecht nicht mehr wohl zu fühlen und deshalb in die weibliche Rolle zu wechseln, wenn doch ehemals typisch männlich verortete Eigenschaften und Maßstäbe, die heute verpönt sind, auch nicht in der weiblichen Rolle zu finden sind? Mir will da gerade kein Beispiel einfallen.
Drachenfrau hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 13:34
Was nicht heraus kommt, ist, mE nach, dass Menschen, die mit ihrer Geschlechterrolle selbst Probleme haben, sich jedoch als Mann weiterhin als Mann definieren und Frau sich weiterhin als Frau - jedoch irrtümlicher Weise, den Ausgleich in der gegengeschlechtlichen Rolle suchen, nicht wirklich in Richtung trans* zu verorten sind.
Ich habe auch den Begriff "Geschlechterflucht" gehört von einem Therapeuten.
Therapeuten sind aber auch nur Menschen mit menschlichen Vorurteilen, und man nimmt hier auch wieder nur die wahr, die laut sind und ihre persönlichen Ansichten Kraft ihrer Wassersuppe und unabhängig vom Wahrheitsgehalt in die Welt hinausposaunen. Es gibt auch noch genug, die Menschen wie unsereins nach wie vor für krank und geistesgestört halten, und die ihre Äußerungen allenfalls dem Zeitgeist anpassen. "Geschlechterflucht" erscheint mir daher eher wie eine auf zeitgemäß optimierte Ausdrucksweise, wenn gleich ich nicht ausschießen will, dass es Menschen geben mag, die aus wirtschaftlichen oder anderen Erwägungen heraus ihr Geschlecht "wechseln".

Und: Wenn das auf einmal ganz normal ist, wenn Menschen einfach so sein können wie sie sich fühlen, dann bricht doch den Therapeuten auch ein erheblicher Teil der Kundschaft und damit eine Einnahmequelle weg.

Ich sehe die große Gefahr, dass hier Einzelfälle, die man durchaus mit "Geschlechterflucht" umschreiben kann, als allgemeingültig auf die große Masse der Betroffenen übertragen wird, und diesen damit wiederum Unrecht getan wird ... nach dem Motto: "Stell dich nicht so an. Wenn du weichgespült sein willst, mach halt. Aber deswegen musst du noch lange keinen Rock anziehen und eine Frau werden wollen."

Nein, das sind für mich alles nur Strategien, die eine Angst vor Veränderung widerspiegeln und letzten Endes verhindern sollen, dass all zu viele aus dem vorgegebenen gesellschaftlich strikt bipolar konnotierten Geschlechter-Modell ausbrechen.
Drachenfrau hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 13:34
Es ist so viel Verwirrung da draußen und dann gibt es auch noch jene, die meinen, sie könnten ein solches Thema ausschlachten, der Quoten und des Umsatzes wegen - doch ist das wirklich aufklärend? Eher verstärkt es die Verwirrung.
Das Ausschlachten ist meiner Meinung nach das Hauptproblem. Es geht bei alledem viel zu selten um die Menschen selbst, dafür um so mehr um mediale Aufmerksamkeit und in letzter Konsequenz um den daraus generierberen Profit.


Liebe Grüße
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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 13 im Thema

Beitrag von Jasmine » Fr 5. Jan 2018, 14:51

Drachenfrau hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 13:34
Mir ist egal, wie sich ein Mensch nennt (in Bezug auf trans*, androgyn, non-binär,.....), wichtig ist doch, dass dieser Mensch sich selbst findet und in seinem Sein, glücklich leben kann - sofern, Mensch keinem anderen Menschen durch z. B. Gewalt Schaden zufügt, sondern in seiner eigenen Balance sich und andere bereichern kann.
(ap) Das hast du schön ausgedrückt. (ap)
Dazu: Ich habe mich selbst gefunden, bin die glückliche Jasmine, die seit einiger Zeit glücklich leben kann. Allerdings habe ich lernen müssen gewisse Personen und deren verbale Angriffe kommentarlos und ohne belastende Auswirkungen zu ignorieren.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 14 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Fr 5. Jan 2018, 18:58

MichiWell hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 14:23
Drachenfrau hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 13:34
Allerdings kann ich immer mehr verstehen, dass Menschen sich in den vorgegebenen Maßstäben zu ihrem Geschlecht nicht mehr wohlfühlen, denn egal ob Mann oder Frau - beide haben keine ureigene innere Balance mehr.
Zumindest von einigen Frauen weiß ich, dass sie sich auf die Suche nach und auf den Weg zu der ureigenen inneren Balance gemacht haben.
Für biologische Frauen kann ich mir das ja noch irgendwie entfernt vorstellen. Aber welche Gründe sollte ein Mann haben, sich in seinem Geschlecht nicht mehr wohl zu fühlen und deshalb in die weibliche Rolle zu wechseln, wenn doch ehemals typisch männlich verortete Eigenschaften und Maßstäbe, die heute verpönt sind, auch nicht in der weiblichen Rolle zu finden sind? Mir will da gerade kein Beispiel einfallen.
Drachenfrau hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 13:34
Was nicht heraus kommt, ist, mE nach, dass Menschen, die mit ihrer Geschlechterrolle selbst Probleme haben, sich jedoch als Mann weiterhin als Mann definieren und Frau sich weiterhin als Frau - jedoch irrtümlicher Weise, den Ausgleich in der gegengeschlechtlichen Rolle suchen, nicht wirklich in Richtung trans* zu verorten sind.
Ich habe auch den Begriff "Geschlechterflucht" gehört von einem Therapeuten.
Therapeuten sind aber auch nur Menschen mit menschlichen Vorurteilen, und man nimmt hier auch wieder nur die wahr, die laut sind und ihre persönlichen Ansichten Kraft ihrer Wassersuppe und unabhängig vom Wahrheitsgehalt in die Welt hinausposaunen. Es gibt auch noch genug, die Menschen wie unsereins nach wie vor für krank und geistesgestört halten, und die ihre Äußerungen allenfalls dem Zeitgeist anpassen. "Geschlechterflucht" erscheint mir daher eher wie eine auf zeitgemäß optimierte Ausdrucksweise, wenn gleich ich nicht ausschießen will, dass es Menschen geben mag, die aus wirtschaftlichen oder anderen Erwägungen heraus ihr Geschlecht "wechseln".
Sicher sind Therapeuten auch nur Menschen.
Allerdings ist auffallend, dass sich das Verhältnis von FzM dem der MzF annähert. Das berichten einige Therapeuten, bei unserem Hausarzt ( 6 Patienten FzM, Denies ist die einzige MzF) ist das so und auch bei dem letzten Angehörigen Treffen waren es 5 Jugendliche FzM zu einem MzF. Das fand ich schon sehr interessant.
MichiWell hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 14:23
Und: Wenn das auf einmal ganz normal ist, wenn Menschen einfach so sein können wie sie sich fühlen, dann bricht doch den Therapeuten auch ein erheblicher Teil der Kundschaft und damit eine Einnahmequelle weg.
Ich fände das gut und ich bin mir sicher, auf der Welt gibt es so viel zu tun, dass diese auch eine neue Einnahmequelle finden würden.
Außerdem sind die meisten eh Psychologe geworden, um sich selbst helfen zu können.
MichiWell hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 14:23
Ich sehe die große Gefahr, dass hier Einzelfälle, die man durchaus mit "Geschlechterflucht" umschreiben kann, als allgemeingültig auf die große Masse der Betroffenen übertragen wird, und diesen damit wiederum Unrecht getan wird ... nach dem Motto: "Stell dich nicht so an. Wenn du weichgespült sein willst, mach halt. Aber deswegen musst du noch lange keinen Rock anziehen und eine Frau werden wollen."
Ich weiß nicht, ob es Einzelfälle waren oder sind. Dennoch halte ich es durchaus für möglich.
Doch egal, welche Ursache einem menschlichen inneren Ungleichgewicht zugrunde liegt, gilt doch, dass es wichtig ist, dass jeder Mensch sich selbst findet und einen Weg sich in seiner Haut wohl zu fühlen.

MichiWell hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 14:23
Nein, das sind für mich alles nur Strategien, die eine Angst vor Veränderung widerspiegeln und letzten Endes verhindern sollen, dass all zu viele aus dem vorgegebenen gesellschaftlich strikt bipolar konnotierten Geschlechter-Modell ausbrechen.
Die Angst in uns wird doch an jeder Ecke geschürt. Und hätten Menschen keine Angst vor Veränderung, dann würden auch wieder viele Therapeuten direkt arbeitslos.
Wie meinte Chögyam Trungpa Rinpoche so treffend:
und wenn die Scheiße bis zum Hals steht, sie ist wenigstens warm.
MichiWell hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 14:23
Das Ausschlachten ist meiner Meinung nach das Hauptproblem. Es geht bei alledem viel zu selten um die Menschen selbst, dafür um so mehr um mediale Aufmerksamkeit und in letzter Konsequenz um den daraus generierberen Profit.
Richtig. Doch das einzige, das jeder für sich tun kann, ist gut für sich selbst zu sorgen, lernen sich selbst treu zu sein und zu verstehen, dass es um einen selbst als Mensch in erster Linie geht - was in meinen Augen nichts Egoistisches hat, sondern die Bedeutung von Selbstverantwortung - doch das ist wieder ein anderes Thema.
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

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Re: Ein Teil von uns "Mainstream"?

Post 15 im Thema

Beitrag von Mina » Fr 5. Jan 2018, 19:14

Liebe Drachenfrau,

hochoffiziell - mit Dir würde ich zu gerne mal einen Kaffee trinken zu einem bestimmt sehr tiefen und interessanten Gespräch. )))(:

....Achtung - nicht drauf eingehen. Es könnte bis tief in die Nacht gehen..... :? 8)
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