Macht dem Versteckspiel ein Ende
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Heidiontour
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Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 1 im Thema

Beitrag von Heidiontour » Fr 15. Dez 2017, 23:01

Warum müssen wir uns eigentlich verstecken, das frag ich mich mittlerweile immer wieder. Ich bin nun schon viele Jahre ein sog. heimlicher Transgender. Mein Leben als Frau war geprägt in den eigenen 4 Wänden und auch nur dann, wenn ich alleine war. Es war schön, konnte ich doch das ausleben, was ich mir immerzu und immer wieder wünschte. Mein Traum, dies auch öffentlich zu tun, würde aufgrund der gesellschaftlichen Vorgaben wohl unerfüllt bleiben.
In all den Jahren bin ich in diesem Zustand gewachsen. War es anfänglich im Dunkeln zu nachtschlafender Zeit, in der ich mich hinauswagte, so geh ich heute schon fast normal damit um. Ich bin häufig beruflich ausser Haus über mehrere Tage unterwegs und führe immer einen zweiten Koffer mit, der meiner Wunschidentität sein Aussehen gibt.
Habe ich anfangs noch den Inhalt dieses Koffers im Hotelzimmer unter Verschluss gehalten, so ist es für mich jetzt völlig normal, den Blusen, Röcken, Strumpfhosen und weiteren weiblichen Utensilien ihren Platz im Schrank zuzuweisen.
Hab ich meinen Tagesjob erfüllt, so lebe ich diesen Traum mittlerweile aus. Ich kleide mich entsprechend als Frau und glaube auch, modisch entsprechend nicht aufzufallen. Ebenso Schminke ich mich und versuche mich im Hotel ganz normal zu geben und mich zu bewegen.
Meine Erfahrung dazu ist sehr positiv, der eine oder andere fragende Blick aber im allgemeine eine hohe Toleranz. Das gilt für Frühstück und Abendessen im oder ausserhalb des Hotels, wie auch beim Shopping.
Ich glaube, wir machen uns diese Probleme selber, wir sollten in unserer Gemeinschaft viel selbstbewusster damit umgehen und uns einfach mehr trauen. Was ist falsch daran, wenn ich mich in einer Identität bewege, die mir gut tut. Ich fühle mich sehr wohl, wenn ich als Frau in einem Rock oder Kleid unterwegs bin und Hose, Hemd und Schlips ablegen darf.
Ob ich als Mann erkannt werde, wenn ich so unterwegs bin? Es soll mir egal sein, ich fühle mich wohl und ich denke, das ist für mich wichtiger.
Macht doch mit, lässt uns doch gemeinsam daran arbeiten, dass dies ein Normalzustand wird.
Was ist schlecht daran, sich so zu geben, wie man möchte und sich wohlfühlt ?
In diesem Sinne hoffe ich, euch einmal irgendwo zu begegnen.
Heidi

heike65
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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 2 im Thema

Beitrag von heike65 » Sa 16. Dez 2017, 01:35

Du hast recht,
nur frage ich mich gerade warum du bei dieser Erkenntnis das ganze nicht offen zu Haus und im Alltag lebst , ob im Beruf oder in der Familie.

fragende Grüsse

Heike

Explorer
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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 3 im Thema

Beitrag von Explorer » Sa 16. Dez 2017, 01:41

Das ist natürlich die ganz große Frage für viele von uns. Ja, es ist furchtbar sich so verstecken zu müssen. Es ist unfair. Und ja, die Gesellschaft ist eigentlich gar nicht mehr so steinzeitlich, wir werden nicht mehr wie Freaks behandelt.

Nichtsdestotrotz gibt es für viele von uns handfeste Gründe, warum es eben doch nicht so einfach ist, warum der Preis zu hoch erscheint - vielleicht gar zu hoch ist. Hoffen wir, dass Toleranz und Verständnis wachsen...
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

meisje
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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 4 im Thema

Beitrag von meisje » Sa 16. Dez 2017, 04:38

Macht dem Versteckspielen ein Ende....
Aber genau das tust du ja weiterhin auch... verstecken.
Erst wenn du deiner Partnerin, deiner Familie und Freunden so begegnest, ist dein Versteckspiel zu Ende.
In einem Hotel in einer fremden Stadt mit Menschen um dich hin denen du nie mehr begegnest, ist das für mich ein verstecken in der Anonymität.
Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen. -Franz Kafka

Das geht so nicht, das macht man so nicht… Kennst Du?
Dann ist es Zeit, damit aufzuhören. Schaff Dir neue Wege, neue Möglichkeiten.
Denke um die Ecke, denke quer.

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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 5 im Thema

Beitrag von ULI67 » Sa 16. Dez 2017, 04:57

Wir verstecken uns vor den Menschen die wir gern haben und zeigen unser wahres ich irgendwelchen fremden Menschen?
Ja, aber das ist falsch, denn gerade Zuhause soll man sich angenommen und verstanden fühlen. Es ist nicht leicht, aber wenn man den Mut aufbringt hat man 2 Vorteile... man kann in gewohnter Umgebung endlich sein was man ist und die, die man dadurch verliert, waren e auch nicht wert... aussortieren. So bleiben die wahren Freunde übrig.
Ich bin gerade dabei und ich fühle mich immer wohler dabei... hätte ich das nur früher gemacht.
Zuletzt geändert von ULI67 am Sa 16. Dez 2017, 07:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 6 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2017-12-27 » Sa 16. Dez 2017, 06:58

Moin, die alles entscheidende Frage ist seit ihr bereit die Konsequenzen für euer Handeln zu tragen. Es stimmt die Menschen sind offener toleranter als man selbst denkt. Aber ! Es gibt genug die es für krank und abartig halten. Der Verlust der Familie Arbeit und vieler Freunde kann die Folge sein.
Uta

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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 7 im Thema

Beitrag von ULI67 » Sa 16. Dez 2017, 07:11

Die Frage ist... sind es dann Freunde?
Müssen Menschen sich schämen etwas anders zu sein?
Wo fängt es dann an , wo hört es auf?
Behinderung? Narben? Alterserscheinungen? Ich denke wer einen nicht so akzeptiert wie man ist, den braucht man auch nicht um sich. Soll man sich für Menschen verbiegen, die sich nicht wirklich für dich interessieren?
Nein, das Leben ist viel schöner ohne sie
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Heidiontour
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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 8 im Thema

Beitrag von Heidiontour » Sa 16. Dez 2017, 07:30

Das ist richtig, das Versteckspiel in den eigenen 4Wänden geht weiter. Aber es hat lange gebraucht, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Aber ich bin zuversichtlich , auch diesen Schritt in absehbarer Zeit zu gehen. Es hängt einfach zu viel davon ab, wie dieses Outing Folgen hat. Es kann unter Umständen eine ganze Existenz , mein ganzes Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellen. Und für diesen Schritt bin ich noch nicht reif und stark genug

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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 9 im Thema

Beitrag von VanessaL » Sa 16. Dez 2017, 09:40

Hallo,

bei aller Euphorie sollte man nicht vergessen, dass es durchaus auch Mobbing, Diskriminierung und Übergriffe gibt. Nicht jeder Mensch hat die Stärke da drüber zu stehen und sein Leben völlig umzukrempeln. Im Endeffekt muss jeder für sich seine Entscheidung treffen. Ein Zerren in die Öffentlichkeit ist nicht für jede von uns das Richtige! Auch handelt es sich nicht um einen Schalter den man umlegen kann, sondern es ist immer ein Prozess ... und dann ist bitte auch nicht zu vergessen, dass viele in Partnerschaften sind und unsere Entwicklung nicht nur uns betrifft .....

Und trotzdem bin auch ich der Meinung, ich muss raus ... auf die Straße, in den Beruf und allgemein das öffentliche Leben, um mich und Flagge zu zeigen. Wie viel ich in das Alltagsleben integrieren kann, hängt von meiner Stärke und der Akzeptanz meiner Liebsten ab. Es braucht Zeit ....

Ich verstehe den Wunsch, aber such die Zwänge
Trans*wasauvhimmer sein bedeutet eben auch Arbeit an sich selbst.

Liebe Grüße
VanessaL

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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 10 im Thema

Beitrag von Joe95 » Sa 16. Dez 2017, 10:42

Ich nenne es Glück, andere sehen sowas wohl anders, aber egal. Bei mir ist es nämlich so, dass ich mich garnicht verstecken kann.
Ich bin garnicht in der Lage irgendwelche Heimlichkeiten aufrecht zu erhalten.
Ich hätte Schwierigkeiten die Klamotten zu verstecken und spätestens beim ersten waschen (bzw. beim trocknen auf der Leine) wäre es mit der Heimlichkeit vorbei.
Daher lebe ich alles, was sich bei mir tut, auch öffentlich.
Als ich meinen ersten Rock zuhause anzog habe ich gesagt das ist richtig für mich.
Als ich mich dann zum rausgehen umziehen wollte hab ich mir überlegt:
Wenn Röcke tragen für mich richtig ist, dann ist es auch richtig den draussen zu tragen.
Bei Fsh und weiblicher Unterwäsche kamen solche Gedanken garnicht erst auf, unterm Rock sind Fsh nun mal normal und andere Wäsche mochte ich einfach nicht mehr.
Also kaufte ich nur noch Damenwäsche, wodurch die männliche Wäsche mit der Zeit von selber verschwand.
Als ich anfing einen Bh mit Prothesen zu tragen habe ich versucht das auf der Arbeit zu vermeiden oder wenigstens zu kaschieren. Das war halt aus Angst vor Repressalien im Beruf.
Hat aber nicht lange funktioniert, schnell war der Tag gekommen, an dem ich einfach nicht "ohne" aus dem Haus gehen konnte.
Ok, ich zeige es auch heute noch nicht absichtlich, aber ich trage als das normalste von der Welt einen Bh mit Prothesen.

Ich denke das kommt einfach dann, wenn der Leidensdruck größer wird als die Angst.
Den Weg sehe ich vor mir, es wird Zeit für den einen oder anderen Schritt.

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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 11 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2017-12-27 » Sa 16. Dez 2017, 12:46

Ulli , Familie hat man Freunde sucht man sich aus. Diese sind auch nicht das Problem. Kinder, Partner, Eltern und Arbeitgeber sind das Problem. Du kannst ganz schnell alles verlieren und wie die Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung reagieren weisst du vorher nicht. Meine Ex ist ausgezogen hat mir die Kinder weggenommen mein Exchef hat mich beschimpft und entlassen. Mit meinem Vater rede ich seit langem nicht mehr. Das nur weil ich mir das Recht auf den richtigen Körper eingeräumt habe. Ich hab nix verbotenes gemacht bin nicht fremd gegangen oder hab geklaut oder betrogen nix davon und trotzdem alles verloren was mir wichtig war. Es gibt viel neues schönes in meinem Leben der weibliche Körper viele neue Freunde und eine neue Arbeit aber der Preis war hoch.
Uta

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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 12 im Thema

Beitrag von NanaVistor » Sa 16. Dez 2017, 14:38

Heidiontour hat geschrieben:
Fr 15. Dez 2017, 23:01
...dass dies ein Normalzustand wird.
Normalstand...?
Ich habe dieses Heimlichtun, das Versteckspiel, die Grezen ausloten, immer genossen. Er war ein Prickeln welches im Laufe der Jahre leider verloren ging.
Wer will schon einen Normalzustand? Ich will ihn nicht. Damit verschwindet das Besondere, welches mich erst zu dem werden ließ, was ich manchmal bin.

Davon abgesehen, ist es ja bereits Normalzustand. Was sollte einen hindern sich die Haare wachsen zu lassen, sich zu schminken, sich "auf weiblich" zu präsentieren?
Sicher, je weiter man sich dort hinbewegt, umso größer kann die nötige Bereitwilligkeit zur Selbstanpassung werden.
Es wird erwartet, zumindest erhofft, das sich das große Ganze anpasst. Doch wie soll das gehen, wenn wir Wenige hier schon so unterschiedlich sind, und zB ich, diese "Normalität" gar nicht möchte, da sie doch entgegengesetzt zu meinen Vorlieben ist.
Auch Vordenker müssen nachdenken.

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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 13 im Thema

Beitrag von Delfinium » Sa 16. Dez 2017, 14:55

Joe95 hat geschrieben:
Sa 16. Dez 2017, 10:42
Ich denke das kommt einfach dann, wenn der Leidensdruck größer wird als die Angst.
Da stimme ich dir zu, bei mir war es genauso. Das Problem ist, diesen Leidensdruck auszuhalten wenn er am höchsten ist. Ich musste erst schwer depressiv sein, mein Leben beenden wollen, Schule/Aisbildung verlieren, meine geistige Gesundheit immer mehr verlieren... Bis ich an dem Punkt war wo mir egal war was mit meinem Leben passiert, bis die Angst vor dem totalen Kollaps schlimmer war als die Angst mich zu überwinden und so zu zeigen wie ich wirklich bin.

Jenachdem wie "stabil" man von der Psyche her ist kann der Leidensdruck eine Menge kaputt machen, sogar zum Tod führen und ich bin froh es mit meinen Narben im Herzen und Narben auf meinem Arm geschafft zu haben... Jetzt bin ich total kapput und kümmer mich um den wiederaufbau mit Therapeutin, Psychiaterin und den Weg in den richtigen Körper.

Ich will hier nicht sagen "Ohh wie schlimm es mir geht. Mitleid bitte" nein. Ich will nur hinweisen, dass das Spiel mit der Angst und dem Leidensdruck gefährlich werden kann wenn man nicht stabil genug ist, wie meine Werdegang bis jetzt gut beschreibt.

Aber eine andere Möglichkeit die Angst zu überwinden habe ich auch nicht gefunden... Angst mit Leid bekämpfen. Es muss doch eine andere Lösung geben die gesünder ist?

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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 14 im Thema

Beitrag von Explorer » Sa 16. Dez 2017, 15:20

Delfinium hat geschrieben:
Sa 16. Dez 2017, 14:55
Aber eine andere Möglichkeit die Angst zu überwinden habe ich auch nicht gefunden... Angst mit Leid bekämpfen. Es muss doch eine andere Lösung geben die gesünder ist?
Für mich war es ehrlich auch eher "Leidensdruck > Angst". Aber mutig ist es ja trotz allem. Ein sinnloses Risiko einzugehen ist ja nicht vernünftig, ein Risiko einzugehen wenn man damit etwas Gutes erreichen kann, das ist für mich die Definition von Mut.

Mir hilft es mir vor Augen zu führen was ich damit gewinne, und auch weiterhin gewinnen kann. Dadurch wird nicht auf einmal alles gut im Leben, und manchmal wird mir alles zu viel. Aber dann frage ich mich: Hätte ich es lieber anders gewollt? Und dann merke ich, dass es das Richtige war. Dann bin ich stolz darauf mich überwunden zu haben, und dankbar für das was ich damit erreicht habe.

Ansonsten würde ich jedem empfehlen, diesen Schritt vorzubereiten solange es noch nicht 5 vor 12 ist. Ich habe auch gewartet bis ich gar nicht anders konnte. Und dann musste es sehr schnell gehen. Wenn es möglich ist, sich langsam heran zu tasten solange das Bedürfnis beherrschbar ist, würde ich es jedem (und jeder) raten.
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Re: Macht dem Versteckspiel ein Ende

Post 15 im Thema

Beitrag von Heidiontour » Sa 16. Dez 2017, 16:58

uta hat geschrieben:
Sa 16. Dez 2017, 12:46
Ulli , Familie hat man Freunde sucht man sich aus. Diese sind auch nicht das Problem. Kinder, Partner, Eltern und Arbeitgeber sind das Problem. Du kannst ganz schnell alles verlieren und wie die Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung reagieren weisst du vorher nicht. Meine Ex ist ausgezogen hat mir die Kinder weggenommen mein Exchef hat mich beschimpft und entlassen. Mit meinem Vater rede ich seit langem nicht mehr. Das nur weil ich mir das Recht auf den richtigen Körper eingeräumt habe. Ich hab nix verbotenes gemacht bin nicht fremd gegangen oder hab geklaut oder betrogen nix davon und trotzdem alles verloren was mir wichtig war. Es gibt viel neues schönes in meinem Leben der weibliche Körper viele neue Freunde und eine neue Arbeit aber der Preis war hoch.
Uta
Danke, das ist genau der Werdegang, den ich in keinem Fall möchte. Und die Wahrscheinlichkeit , dass es sich so entwickelt, ist sehr hoch.
Ich habe es heute wieder geniessen können, meinen Tag als Frau zu erleben. Ich habe einen sehr schönen entspannten Tag in Salzburg verbracht.
Ich glaube nicht, dass mir ein Outing zuhause und auf der Arbeit dazu geführt hätte, diesen Tag in dieser Form zu erleben.
Im Moment geniesse ich jeden Tag, den ich entspannt feminin in meinem Berufsalltag verbringe.
Es grüsst euch
Heidi

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