Als Frau anders behandelt werden .
Als Frau anders behandelt werden . - # 5

Lebensplanung, Standorte
Antworten
NanaVistor
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 662
Registriert: Fr 22. Apr 2016, 19:20
Pronomen:
Wohnort (Name): Regensburg
Hat sich bedankt: 163 Mal
Danksagung erhalten: 315 Mal

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 61 im Thema

Beitrag von NanaVistor » Sa 9. Dez 2017, 16:07

Explorer hat geschrieben:
Sa 9. Dez 2017, 15:31
Wenn du dich so wohl fühlst, ist das genau richtig so. Und da ist es völlig wurscht, was Karl-Heinz, Mathilda oder ich davon halten. Davon abgesehen vermute ich, mit Blick auf dein Album, dass ich bei dir auch nicht diesen Eindruck hätte.
in meinen Anfängen sah das ganz anders aus, wie bei den meisten anderen auch
Auch Vordenker müssen nachdenken.

Manu.66
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 484
Registriert: Di 29. Nov 2016, 16:10
Geschlecht: zunehmend weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hage
Hat sich bedankt: 433 Mal
Danksagung erhalten: 451 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 62 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Sa 9. Dez 2017, 16:15

Hi Michi!

Ich meine eigentlich für mich in Anspruch nehmen zu können, tolerant gegenüber anderen zu sein. Dass ich nach Olivia Jones gestylte als Frau nicht ganz ernst nehmen kann, das geht Olivia Jones selbst so, denn die kann herzhaft über sich selbst lachen. (ich im übrigen auch!)

Bei diesem Thema hier geht es doch eigentlich - so dachte ich zumindest - um diejenigen, die Frau sind. Nicht manchmal, einmal im Monat oder im stillen Kämmerlein vor dem Spiegel. Vielmehr um diejenigen, die tag ein tag aus immer und überall weiblich sind.

Das bedeutet wiederum auf gar keinen Fall, dass ich die Teilzeitfrauen nicht akzeptiere, nicht repektiere. Nur würde mein Frauenarzt wohl etwas seltsam gucken, wenn ich "aufgedonnert" zu ihm in die Praxis käme. Dass er mich dann nicht ganz ernst nehmen würde könnte ich durchaus verstehen. Nur darum geht es. Ernst nehmen bedeutet für mich in diesem Zusammenhang einzig und allein, dass es für mich das normalste von der Welt ist, Frau zu sein und entsprechend behandelt zu werden. (Aber auf keinen Fall als blondes Dummchen, aber das hatten wir ja schon)

Liebe Grüße
Manuela
Mein Lebensmotto: "Ich kann, weil ich will, was ich muss." (Kant)

Jasmine
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 876
Registriert: Di 16. Jul 2013, 08:25
Geschlecht: ????
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bayern
Hat sich bedankt: 1164 Mal
Danksagung erhalten: 366 Mal

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 63 im Thema

Beitrag von Jasmine » Sa 9. Dez 2017, 17:46

Manu.66 hat geschrieben:
Sa 9. Dez 2017, 16:15
.... wenn ich "aufgedonnert" zu ihm in die Praxis käme. Dass er mich dann nicht ganz ernst nehmen würde könnte ich durchaus verstehen. Nur darum geht es. Ernst nehmen bedeutet für mich in diesem Zusammenhang einzig und allein, dass es für mich das normalste von der Welt ist, Frau zu sein und entsprechend behandelt zu werden. (Aber auf keinen Fall als blondes Dummchen, aber das hatten wir ja schon)
Für mich ist es das normalste weiblich zu sein und so möchte ich auch behandelt werden. Auch will ich ernst genommen werden. Das für mich persönlich tägliches Schminken dazugehört ist für mich selbstverständlich. Hier unterscheide ich natürlich zwischen "Tages-Makeup" und "Abend oder Ausgeh-Makeup". Genauso wichtig ist mir meine Perücke. Was ist dagegen einzuwenden wenn ich begehrenswert aussehen will? Mein Geschmack betreffend Kleidung ist auch nicht unbedingt mainstream. Mit 53 Jahren tue ich etwas für mich. Das ich auffalle, ist natürlich meiner Kleidung geschuldet zum einen wie auch meiner Größe von 182 cm. Wenn ich in Düsseldorf oder Regensburg unterwegs bin, falle ich nicht so sehr auf wie in meiner Kleinstadt. Hier gehe ich auch mal ungeschminkt zum Brötchen holen. Wenn ich abends beim Ausgehen dann mal erlebe, das andere Frauen eifersüchtig werden, weil sich ihre Partner mir zuwenden, was soll mir das dann sagen? Ich lege es zwar nicht darauf an, weil ich seit über 20 Jahren in einer festen Beziehung lebe und treu bin.
Liebe Grüße Jasmine
Ich bin wie ich bin --- Ich lebe meinen Traum

Explorer
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 318
Registriert: Mi 17. Jun 2015, 10:57
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 149 Mal
Danksagung erhalten: 103 Mal
Gender:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 64 im Thema

Beitrag von Explorer » Sa 9. Dez 2017, 17:47

NanaVistor hat geschrieben:
Sa 9. Dez 2017, 16:07
Explorer hat geschrieben:
Sa 9. Dez 2017, 15:31
Wenn du dich so wohl fühlst, ist das genau richtig so. Und da ist es völlig wurscht, was Karl-Heinz, Mathilda oder ich davon halten. Davon abgesehen vermute ich, mit Blick auf dein Album, dass ich bei dir auch nicht diesen Eindruck hätte.
in meinen Anfängen sah das ganz anders aus, wie bei den meisten anderen auch
Mich eingeschlossen. ;)
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

MichiWell
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1390
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 630 Mal
Danksagung erhalten: 837 Mal
Gender:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 65 im Thema

Beitrag von MichiWell » Sa 9. Dez 2017, 22:25

Manu.66 hat geschrieben:
Sa 9. Dez 2017, 16:15
Bei diesem Thema hier geht es doch eigentlich - so dachte ich zumindest - um diejenigen, die Frau sind. Nicht manchmal, einmal im Monat oder im stillen Kämmerlein vor dem Spiegel. Vielmehr um diejenigen, die tag ein tag aus immer und überall weiblich sind.

Das bedeutet wiederum auf gar keinen Fall, dass ich die Teilzeitfrauen nicht akzeptiere, nicht repektiere. Nur würde mein Frauenarzt wohl etwas seltsam gucken, wenn ich "aufgedonnert" zu ihm in die Praxis käme.
Hallo Manuela,

vielen Dank für deine Antwort. Ich kann durchaus nachvollziehen, was du meinst. Aber bitte wo, bei wie vielen Tagen pro Monat, willst du da die Grenze ziehen? Warum überhaupt eine Grenze ziehen? Fühle ich deswegen weniger gut, ob ich anderes behandelt werde, wenn ich nur 2-3 Tage oder auch nur einen Tag im Monat als Frau unterwegs bin? Oder ist es nicht sogar möglich, dass mir die "andere Behandlung" durch den regelmäßigen Wechsel viel bewusster sein kann? Und warum dieses exkludierende Beispiel mit dem Frauenarzt? Ich will doch dir und anderen nichts wegnehmen.

Mag ja sein, dass so manches Mädel, ob nun Teilzeit-, Vollzeit- oder auch Bio-, nicht das rechte Gespür für die von ihren Mitmenschen aufoktruierten Konventionen entwickelt hat, und diese Mitmenschen folglich etwas seltsam dreinschauen lässt. Aber das ist in erster Linie ein Problem, was im Kopf ihrer Mitmenschen besteht.

Und auch die Tatsache, dass sich ein Mensch selbst nicht ganz ernst nehmen möchte, betrifft ausschließlich diesen Menschen. Daraus lässt sich meiner Meinung nach kein Maßstab für andere Menschen ableiten. Du kannst doch nicht hergehen und sagen: "Der bunte Vogel ist genau wie Olivia Jones. Den kann ich nicht ernst nehmen."

Verstehst du was ich damit sagen will?

Ich las auch irgendwo (sinngemäß), dass Frau sich doch nicht wie ein junges Ding anziehen könne. Wer bestimmt denn das und warum? Was steckt da für eine Anmaßung, Fremdbestimmung und Vorverurteilung dahinter! Dazu das Beispiel meiner Expartnerin, die auch mit über 40 Jahren noch sehr gern ihre langen Haare trug, und deswegen regelmäßig von anderen Frauen angefeindet wurde: Sie sei nun alt und solle sich doch endlich die Haare abschneiden lassen. - Ich finde solch eine Haltung furchtbar und menschenverachtend.


Liebe Grüße
Michi
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Manu.66
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 484
Registriert: Di 29. Nov 2016, 16:10
Geschlecht: zunehmend weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hage
Hat sich bedankt: 433 Mal
Danksagung erhalten: 451 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 66 im Thema

Beitrag von Manu.66 » So 10. Dez 2017, 11:03

Hi Michi!

Du hast ja Recht!

Es gibt hier im Forum ein Riesenspektrum mit den unerschiedlichsten Bedürfnissen, Beweggründen, Verhaltensweisen. Das zu repektieren fällt manchmal etwas schwer ist aber gleichwohl absolut notwendig.

Wir leben in einer Gesellschaft, die durchaus auch im 21. Jahrhundert noch konventionsbeladen ist. Das werden wir nicht ändern, das wird sich nur im Verlauf von vielen Jahren immer mal wieder in die eine oder andere Richtung ändern (der Zeitgeist lässt sich nicht so leicht lenken!)

Und so gibt es auch - vielleicht zum Teil - überkommene aber auch willkommene Konventionen im Zusammenleben von Mann und Frau, von alt und jung.

Erfahrungen auszutauschen, die diese Konventionen betreffen, das kann ja durchaus interessant sein. Ohne dass man sie immer gleich in Frage stellen muss.

Liebe Grüße und einen schönen 2. Advent - auch allen anderen hier im Forum
Manuela
Mein Lebensmotto: "Ich kann, weil ich will, was ich muss." (Kant)

MichiWell
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1390
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 630 Mal
Danksagung erhalten: 837 Mal
Gender:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 67 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 10. Dez 2017, 11:15

Manu.66 hat geschrieben:
So 10. Dez 2017, 11:03
Es gibt hier im Forum ein Riesenspektrum mit den unerschiedlichsten Bedürfnissen, Beweggründen, Verhaltensweisen. Das zu repektieren fällt manchmal etwas schwer ist aber gleichwohl absolut notwendig.
Hallo Manuela,

das hast du sehr schön und treffend ausgedrückt. Schon das allein freut mich und gibt mir die Zuversicht, dass wir doch etwas verändern - nichts Großes freilich, aber jeden Tag ein ganz klein wenig. (ki)

Dir auch einen schönen und besinnlichen 2. Advent.
Michi
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Magdalena
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1020
Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
Geschlecht: mehr Frau als Mann
Pronomen:
Hat sich bedankt: 355 Mal
Danksagung erhalten: 320 Mal
Gender:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 68 im Thema

Beitrag von Magdalena » So 10. Dez 2017, 11:40

Hallo zusammen!
Ich las auch irgendwo (sinngemäß), dass Frau sich doch nicht wie ein junges Ding anziehen könne. Wer bestimmt denn das und warum? Was steckt da für eine Anmaßung, Fremdbestimmung und Vorverurteilung dahinter! Dazu das Beispiel meiner Expartnerin, die auch mit über 40 Jahren noch sehr gern ihre langen Haare trug, und deswegen regelmäßig von anderen Frauen angefeindet wurde: Sie sei nun alt und solle sich doch endlich die Haare abschneiden lassen. - Ich finde solch eine Haltung furchtbar und menschenverachtend.
Ja Michi, so empfinde ich es auch. Jede/r sollte doch selber entscheiden können worin Er oder Sie sich wohlfühlt. Sicher geht da der persönliche Geschmack weit auseinander. Ich habe nun bei meiner Arbeit viel mit Menschen unterschiedlicher Nationalität zu tun. Ja und mir gefällt auch nicht alles, was da die Damen und Herren tragen. Anderes sieht in meinen Augen sehr gut und stilsicher aus. Aber in beiden fällen merke ich, dass sich die Personen wohlfühlen in ihrer Kleidung. Und darum geht es ja, sich nicht verkleidet vorkommen. Im Gegenteil mit seinem Äußeren zeigt Frau oder Mann ja auch, schaut her so bin ich.

Was mich betrifft, so unterscheide ich auch, was und wohin gehe ich. Zum Discounter um Lebensmittel einzukaufen ist ein Abendkleid sicher unpassend. Im Theater und der Oper würde ich mich im Schlabberlook nicht wohlfühlen.

Auf der andere Seite muss ich hier eine Geschichte erzählen. Es handelt sich dabei um eine Frisörin, zu der meine Mutter einst ging. Die Frisörin stand unmittelbar vor dem Eintritt ins Rentnerdasein. Und in ihrem Beruf gehört es dazu auch die Produkte selbst auszuprobieren, die sie den Kundinnen anbietet. Es war also ganz normal, mal mit einer neuen Haarfarbe und Frisur abends zu Hause zu erscheinen. So auch mal wieder stand sie eines Abends in der Wohnung und ihr Mann ist erschrocken, beim Anblick seiner Frau. Und er war in den Jahren schon einiges gewöhnt. Also es passte einfach nicht zusammen, die Frisur und die Haarfarbe zum sonstigen Erscheinungsbild. Nur die Frau hat es durch ihren Beruf und den ständigen Umgang in ihrem Salon ausgeblendet. Ja ihr Mann hat nach dem ersten Schock seine Frau nicht angefeindet oder anderweitig niedergemacht. Er kannte sie ja. Im Gegenteil hat er ihr aufgezeigt was in seinen Augen nicht zusammenpasst. Und am Ende war seine Frau auch dankbar, weil sie es selber nicht mehr wahrgenommen hat. Eben bedingt durch ihren Beruf.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

Explorer
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 318
Registriert: Mi 17. Jun 2015, 10:57
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 149 Mal
Danksagung erhalten: 103 Mal
Gender:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 69 im Thema

Beitrag von Explorer » So 10. Dez 2017, 12:07

Abgesehen davon dass natürlich jeder anziehen darf was er mag, spürt ja auch ein Crossdresser, wie er anders behandelt wird, eine Teilzeitfrau ebenso. Die Geschlechtsidentität sieht einem ein Fremder ja eh nicht an, er kann nur auf Grund des Äußeren entscheiden in welche Schublade er eine Person packt. (Ob Schubladen nötig sind steht auf einem anderen Blatt, aber sie sind nun mal Realität.)
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

Tinchen
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 181
Registriert: Mi 5. Feb 2014, 08:32
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 96 Mal

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 70 im Thema

Beitrag von Tinchen » So 10. Dez 2017, 19:22

Ich geniesse es sehr, wenn man mich als Frau behandelt, dann fühle ich mich auch so wahrgenommen. Man wird einfach etwas feiner behandelt, wie ein kostbares Porzellan. (und nicht mehr wie ein Bierkrug ) Man kann das vermutlich sogar als eine Form von Sexismus abstempeln, wenn es jedoch nett ist, ist es doch nur dieser kleine alltägliche Flirt (ohne weitere Absicht), den wir für unser Selbstbewusstsein manchmal brauchen.

Feiner behandelt zu werden, hat aber rein gar nichts mit als "Dummchen" behandelt zu werden zu tun. (auch wenn es vorkommen kann) @Simone: Ein Mann, der einer Frau anbietet, ihre den Unterboden ihres Wagens zu zeigen, hat in der Regel keinen glücklichen Einstieg ins Gespräch gewählt. :-) Frauen interessieren sich einfach viel seltener für so etwas, als Männer. Keine Ahnung warum....auch wenn ich eine Kollegin habe, die mir Bilder von ihrer Käferrestauration schickt :-) Freue dich über das Kaffeeangebot und sage, ich würde aber gerne zuschauen...

Zu ChristinaF kann ich nur sagen: Das passiert auch Männern, es gibt einfach Werkstätten, die versuchen die Unwissenheit von Menschen auszunutzen. Unwissenheit hat übrigens nichts mit Dummheit zu tun. Ich hätte gesagt: "Ok, Du wechselst ungefragt meine Räder, dann wechsle ich nun ungefragt die Werkstatt."...führt meist zu Kulanz...
Marielle hat geschrieben:
Fr 8. Dez 2017, 00:17
Meine Beste, eine cis-Frau mit Ing.-Diplom im Maschinenbau und Unternehmerin, sagt dazu (Zitat): "Wenn man fachlich und auch menschlich nicht ernst genommen werden will, bitte, kein Problem. Aber für die Frauen, die immer wieder gegen klischeehaftes Benehmen, Vorurteile und das nicht ernst genommen werden kämpfen müssen, ist das kein Spass, sondern anstrengender Ernst."
Den Satz unterschreibe ich fast voll und ganz, nur das Wort Frauen würde ich durch Menschen ersetzen. Ich habe zufällig genau den gleichen Beruf und aufgrund meiner langen Haare ein sehr ähnliches Problem. Zugegebenermaßen könnte ich das Problem beheben, indem ich mit die Runkel schneiden lasse.....das kann eine Frau so nicht. Frauen sagen mir oft, das passiert euch Männern doch seltener...na ja, sage ich dann. Nur weil es nicht so oft passiert, ist es für den Betroffenen noch lange nicht besser. Marielles Frau schwimmt gegen den Strom, das ist schwierig wie bewundernswert zugleich.

Es geht nicht darum, dass man es einer Frau gar nicht zutraut oder denkt sie kann das nicht. Es geht darum, dass es viel zu wenig Frauen gibt, die sich für Themen wie Maschinenbau überhaupt interessieren. Ende der 9ziger waren es unter 5% Frauen die das studiert haben. Die Welt ist also einfach nur verdutzt. Wenn zu mir Jemand sagt: "Wie, ausgerechnet Du willst mir erzählen Dipl. Ing zu sein?" Sage ich immer: Früher wusste ich nicht wie man Inschenöhr schreibt, heute bin ich einem. (Mit bewussten Grammatikfehlern)

Frauen sind übrigens da auch kein Stück besser, ich habe mal einen Hauswirtschaftskurs besucht.....sehr witzig kann ich dazu nur sagen :-)

Wir haben leider unsere Vorurteile, Klischees oder Schubladen, egal wie man es nennt. So ganz kann sich keiner davon frei machen. Stellt euch einfach einen Biker als Schülerlotsen vor und sagt mir ohne rot zu werden, so habe ich mir das immer schon gedacht :-) (Den Biker mit der Kelle gibt es tatsächlich)
Wo kommen wir denn da hin, wenn Niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge.

Marielle
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1472
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 103 Mal
Danksagung erhalten: 526 Mal

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 71 im Thema

Beitrag von Marielle » So 10. Dez 2017, 20:29

Hallo Nana, Hallo zusammen,

der Thread ist ziemlich weit fortgeschritten, aber ich bin noch eine Antwort schuldig.
NanaVistor hat geschrieben:
Fr 8. Dez 2017, 16:45
Marielle hat geschrieben:
Fr 8. Dez 2017, 00:17
was spricht gegen das klischeehafte Frauenrollenbild?
Eine ganze Menge guter Argumente und schlechter Erfahrungen.
und die wären?
....
Über die schlechten Erfahrungen solltest du dich mal mit meiner Besten und ihren Berufskolleginnen austauschen. Das ist erhellend und niederschmetternd zugleich.

Aufgrund der Möglichkeit des direkten Vergleiches, wir arbeiten im gleichen Berufsfeld, haben die gleichen Kontakte, die gleichen Aufgaben usw, können wir ganz gut beobachten, wie Männer und Frauen aufgrund von Klischeevorstellungen und -übertragungen unterschiedlich behandelt werden; und zwar nicht zum Vorteil der Frauen. Mittlerweile experimentieren wir auch gelegentlich damit. Ein Ergebnis davon ist z.B., dass kurze Röcke und hohe Schuhe in der Bau- und der Energiebranche eindeutige Kompetenzzubilligungskiller sind; egal, wer von uns beiden sie trägt :wink:


Daraus folgt die Argumentation: Klischees und daraus abgeleitete Erwartungen und Zuweisungen stehen der möglichst freien Entfaltung von Menschen und der individuellen Beurteilung durch Andere im Weg, weil sie den, von den Klischeebildern betroffenen, Menschen einengen, weil ihre Überwindung diese Menschen Zeit und Energie kostet, die ihnen für anderes dann nicht mehr zur Verfügung steht und weil die anderen, die in Klischees verhafteten Menschen, sich selbst der Möglichkeit berauben, Menschen richtig, d.h. anhand ihrer Individuellen Persönlichkeit zu beurteilen. Klischees werden Menschen nicht gerecht, weil damit vereinheitlicht werden soll, was nicht einheitlich ist. Das gilt übrigens für Frauen wie für Männer und auch für alle anderen*.

Und deswegen gehören Klischees, als Zuweisung, Erwartung und auch als Teil der Fremdbestimmung bekämpft.

und für mich als Teilzeit-Frau?
Das weiss ich nicht. Ich kann schon mit dem Begriff 'Teilzeit-Frau' nichts anfangen, ich verstehe ihn nicht wirklich.

Wenn du damit aber meinst, dass bzw. ob du dich selbst klischeehaft kleiden und verhalten können willst bzw. sollst/darfst: Ja, natürlich. Mach dir ein Bild, ein Klischee, und handle danach. Ist doch völlig ok. Nur: Es ist dein Klischee und es passt mit hoher Sicherheit auf keinen zweiten Menschen auf diesem Planeten. Also mach dir dein Bild, egal wie klischeehaft es sein mag, und nutze es für dich allein.

Hab es gut

Marielle

PS:
Ob Schubladen nötig sind steht auf einem anderen Blatt, aber sie sind nun mal Realität.
Mag sein, aber sie sind nicht in Stein gemeisselt oder gottgegeben. Kaum ein Student der Genderstudies oder Aktivist in der links-alternativen Szene käme heutzutage z.B. auf die Idee, einer Kommilitonin oder Mitstreiterin die Tür aufzuhalten; viel zu gefährlich. :wink:


*)Grade Trans*-Personen sollten ein Lied davon singen können. Allerdings vergessen manche von denen offenbar Text und Melodie dieses Liedes sehr rasch.
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

Delfinium
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 277
Registriert: Fr 9. Jun 2017, 10:58
Pronomen:
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 57 Mal
Danksagung erhalten: 93 Mal
Gender:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 72 im Thema

Beitrag von Delfinium » So 10. Dez 2017, 20:50

Explorer hat geschrieben:
So 10. Dez 2017, 12:07
Abgesehen davon dass natürlich jeder anziehen darf was er mag, spürt ja auch ein Crossdresser, wie er anders behandelt wird, eine Teilzeitfrau ebenso. Die Geschlechtsidentität sieht einem ein Fremder ja eh nicht an, er kann nur auf Grund des Äußeren entscheiden in welche Schublade er eine Person packt. (Ob Schubladen nötig sind steht auf einem anderen Blatt, aber sie sind nun mal Realität.)
Ob ein Crossdresser oder Teilzeitfrau in die Schublade gepackt wird und so behandelt wird wie er möchte wage ich zu bezweifeln. Vielen (NICHT ALLE!) mangelt es am passing oder zu tiefer Stimme wodurch sie schon garnicht als Frau wahrgenommen werden. Ich merke ja selber dass wenn Menschen wissen dass ich eine TS bin sie mich anders behandeln als wenn sie unwissend sind. Genauso wird es bei manchen (NICHT ALLEN!) Crossdressern und Teilzeitfrauen auch sein, man merkt den Unterschied zur biologischen Frau und ordnet den Menschen dann in eine andere Schublade ein. Solange das äußerliche Erscheinungsbild nicht dem einer biologischen Frau entspricht, wird man auch nicht wissen können wie es sich anfühlt wie eine behandelt zu werden weil man wie gesagt anders wahrgenommen wird. Die leute die wissen dass ich TS bin, behandeln mich auch wie eine Frau aber trotzdem "anders" als die Menschen die es nicht wissen. z.B. halten die Männer die es wissen eher abstand vor mir, während die die es nicht wissen sich direkt auf mich stürzen...

Explorer
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 318
Registriert: Mi 17. Jun 2015, 10:57
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 149 Mal
Danksagung erhalten: 103 Mal
Gender:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 73 im Thema

Beitrag von Explorer » So 10. Dez 2017, 22:38

Delfinium hat geschrieben:
So 10. Dez 2017, 20:50
Explorer hat geschrieben:
So 10. Dez 2017, 12:07
Abgesehen davon dass natürlich jeder anziehen darf was er mag, spürt ja auch ein Crossdresser, wie er anders behandelt wird, eine Teilzeitfrau ebenso. Die Geschlechtsidentität sieht einem ein Fremder ja eh nicht an, er kann nur auf Grund des Äußeren entscheiden in welche Schublade er eine Person packt. (Ob Schubladen nötig sind steht auf einem anderen Blatt, aber sie sind nun mal Realität.)
Ob ein Crossdresser oder Teilzeitfrau in die Schublade gepackt wird und so behandelt wird wie er möchte wage ich zu bezweifeln. Vielen (NICHT ALLE!) mangelt es am passing oder zu tiefer Stimme wodurch sie schon garnicht als Frau wahrgenommen werden. Ich merke ja selber dass wenn Menschen wissen dass ich eine TS bin sie mich anders behandeln als wenn sie unwissend sind. Genauso wird es bei manchen (NICHT ALLEN!) Crossdressern und Teilzeitfrauen auch sein, man merkt den Unterschied zur biologischen Frau und ordnet den Menschen dann in eine andere Schublade ein. Solange das äußerliche Erscheinungsbild nicht dem einer biologischen Frau entspricht, wird man auch nicht wissen können wie es sich anfühlt wie eine behandelt zu werden weil man wie gesagt anders wahrgenommen wird. Die leute die wissen dass ich TS bin, behandeln mich auch wie eine Frau aber trotzdem "anders" als die Menschen die es nicht wissen. z.B. halten die Männer die es wissen eher abstand vor mir, während die die es nicht wissen sich direkt auf mich stürzen...
Trans zu sein ist auch keine Garantie für gutes Passing. Ich jedenfalls habe definitiv kein tolles Passing, ich werde regelmäßig als Mann gelesen. Und selbst wenn ich als Frau gelesen werde, sind sich die Betrachter vermutlich bewusst, dass ich keine Cis-Frau bin. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es genug Crossdresser gibt, die ein besseres Passing als ich haben, und viele die Erfahrungen machen die so ähnlich sind wie meine.
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

Anja
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 377
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 388 Mal
Danksagung erhalten: 440 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 74 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 11. Dez 2017, 11:44

Moinsen,

ich frage mich, warum das Thema Selbstbestimmung ständig wieder hochkommt? Oder wie werde ich von anderen gelesen?
Zur Selbstbestimmung
Ich kann mich jederzeit selbst bestimmen (was ich auch tue), das kann mir auch niemand nehmen. Ich werde aber niemals verhindern (können), fremdbestimmt zu werden. Unser Gehirn hat doch kaum was anderes zu tun, als ständig Eindrücke wegzusortieren. Wenn mir auf der Straße ein Mensch entgegenkommt, der mein Interesse weckt, weil mein Gehirn den Eindruck eben nicht einfach wegsortieren kann, soll ich ihn dann ansprechen? "Entschuldigung, ich will nachhher meiner Frau von Ihnen erzählen. Wie würden sie sich selbst bestimmen?" Genauso ist es auch wenn ein Jemand einen Artikel über uns schreiben möchte. Irgendwie muss er uns ja beschreiben. Was soll er denn sonst machen? Also evolutionsbedingt wird man die Fremdbestimmung niemals abstellen können. Das tut jeder. Immer. Egal ob man in der SHG aufgedonnerte Olivia Jones einsortiert oder den androgynen Menschen in der Straßenbahn. Damit muss man sich einfach abfinden.
Ich finde das auch nicht schlimm. Wenn jemand Schwierigkeiten hat, mich einzusortieren, helfe ich halt nach. Das tue ich aber auch nicht immer. Nur in Fällen wo es mir wichtig ist. Bei jemandem, den ich vermutlich niemals wieder seh, ist es mir vollkommen Banane, wie derjenige mich einsortiert. Oder wenn ich einen Artikel lese, über Transfrauen und Transmänner. Oder Transmenschen. Oder Menschen mit Transsexualität. Es ist nie böse gemeint und ich weiß ja wer gemeint ist. Irgendwie müssen die 99,99% der Gesellschaft (die sich mit ihrem körperlichen Geschlecht identifizieren) für die 0,01% die das nicht tun, einen Namen finden. Und auch stark verallgemeinern. Bei fast allen Menschen passen Körper und Identität nun mal zusammen, da wird die Einsortierung in männlich und weiblich mit Sicherheit nicht eingestellt, nur weil es ganz selten mal nicht passt. Man kann nun ewig drüber dikutieren das man es gerne anders hätte, oder eben akzeptieren, das es so ist. Und sich auch nicht ändern wird. Ich kann für mich selbst bestimmen und das gegenüber einem Menschen der mich falsch einsortiert (fremdbestimmt) gerade rücken. Ich werde aber niemals verhindern können fremdbestimmt zu werden.
Dazu fiel mir noch dieses Bild ein...
Trans.PNG
Zum Passing / gelesen werden
Warum ist das so wichtig? Wenn ich in den Spiegel schaue möchte ich mir gefallen. Ich mache mich für mich schick, für meine Frau (oder vielleicht für einen Anlass), aber doch nicht für fremde Menschen?
Wie mich jemand einsortiert, dem ich auf der Straße begegne, kann mir doch egal sein. vermutlich sehe ich den nie wieder. Und selbst wenn dich enjenigen ansprechen würde, wie er mich denn gelesen hätte, wüsste ich ja immer noch nicht, ob er mir die Wahrheit sagt oder ob er nett sein will und sagt was ich hören möchte.
Ist ein knappes Jahr her, da war ich in einer Apotheke, wo ich sonst nicht hingehe. Ich fragte nach einer Medizin und die Apothekerin fragte eine andere. Die fragte was zurück. Darauf sagte die erste "er" fragte danach. "Er" war auf mich bezogen. Natürlich habe ich mich geärgert, das sie mich falsch einsortiert hat (vermutlich wegen der Stimme), aber die sehe ich ja kein zweites Mal. Da fange ich jetzt mit Sicherheit kein Aufklärungsgespräch an. Bei Leuten, wo ich weiß, das ich sie häufiger sehe, rücke ich das dann gerade.
Aber bei den meisten Menschen, die lediglich an mir vorbei gehen, warum soll ich mir da Gedanken machen, was die von mir halten? Bzw. ob sie jetzt einen Mann, eine Frau oder einen übergewichten Menschen in mir sehen? :wink:
Die Leute, die mich kennen, behandeln mich entsprechend meiner gelebten sozialen Rolle. Unabhängig von meiner Stimme wissen sie, das ich eine Frau bin. Und die mich neu kennenlernen "norde" ich eben dementsprechend ein...

Zum Thread Thema
Fiel mir gerade noch ein.
Wenn die Firma Papier geliefert bekommt, sind die männlichen Kollegen angehalten, die Pakete ins Lager zu schleppen. Da ich nun nicht mehr dazugehöre, werde ich auch nicht mehr gefragt, ob ich mal eben mit anfassen könnte. Kann ich entspannt mein Käffchen genießen :) während die Männer schleppen...
Grüße
die Anja
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
*staatlich geprüfte Frau*

Lina
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 3435
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 315 Mal

Re: Als Frau anders behandelt werden .

Post 75 im Thema

Beitrag von Lina » Mo 11. Dez 2017, 14:13

Auch wenn man nicht verpflichtet ist Bierkisten und Papierbündel zu schleppen ist es doch "interessant" was alle so von einem erwarten oder welche Themen die ansprechen, wenn die mich als Mann empfinden und eben nicht wenn die mich erst mal als Frau eingestuft haben. Die meisten Leute, die ich kenne, kennen mich entweder im male mode oder en femme - nur wenige beides. Da wird es richtig deutlich, wie groß der Unterschied ist.

Ich verstehe eigentlich auch nicht wieso einige diesen Unterschied runter spielen wollen. Wenn es keinen Unterschied gäbe, hätte man sich doch wohl auch keine großen Gedanken über die Gender-Identität gemacht.

Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“