Mein Vater wurde handgreiflich
Mein Vater wurde handgreiflich - # 4

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feenspiel
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 46 im Thema

Beitrag von feenspiel » Do 7. Dez 2017, 00:33

Ich denke das Meiste wurde bereits gesagt, aber es brannte in mir auch meine Meinung kund zu tun.
Ich muss gestehen, dass ich bei in diesen thread quer eingestiegen bin und fragte mich auf einmal in welcher Altersklasse du, Delfinium, noch mal mitspielst.

Klar ist es keine Frage ob man seine Kinder schlagen sollte, doch umgekehrt erinnert es mich auch ein wenig an den Kindergarten bei uns zuhause. Es gibt ja nicht nur physische Gewalt sondern auch psychische. Und es soll schon vorgekommen sein, dass den Eltern meiner Kinder, wenn diese absolut nicht hören wollen, die Hutschnur platzt. Dies geschieht dann nicht mit dem Knüppel, sondern durch eine Auszeit ("die stille Treppe"?).
Selbst um diese durchzusetzen bedarf es manchmal nicht nur lieber Worte, sondern man nimmt das Kind und verfrachtet es in sein Zimmer. Wir wollen jetzt aber keine Diskussion darüber anfangen wie dieses Verfrachten aussieht ;) (Meine Fantasie kennt da kaum Grenzen)
Ein anderes Beispiel wäre wenn sich die beiden (B)engel mal wieder an den Hals gehen, da hilft dann auch nicht immer ein höfliches Bitten. Um überhaupt bemerkt zu werden hilft es da auch die Stimme ein wenig zu heben; und manchmal muss man eben auch physisch dazwischen und ich glaube kaum, dass ein fest Griff schon als Gewalt gesehen werden muss.

Aber zurück zum Thema. Ich kenne deinen derzeitigen Status Quo in deiner Familie nicht, aber aus meiner Sicht wäre Abstand, eine Auszeit, oder auch der Auszug die beste Lösung.

Soll ich sagen, dass es eine normale Vorgehensweise ist jemanden aus dem Weg zu gehen?

Aber es ist doch so, dass man nicht nur in Konfliktsituationen mit anderen am besten fährt, wenn man denen aus dem Weg geht und sich überlegt ob es das überhaupt wert ist.
Klar, kann man einen Fremden nicht "riechen" wird er nicht mein Freund. In der Familie ist es natürlich etwas komplizierter. Eben, ob man dort so einfach aussteigen kann.
Ich denke die meisten von uns sind irgendwann, aus welchen Gründen auch immer, von zuhause ausgezogen und haben heute eine mehr oder weniger gute Beziehung zu ihren Eltern.

Wenn es nicht die Möglichkeit gibt "kurzfristig" irgendwo, z.B. bei Freunden, oder Verwandten eine Zeit lang unterzukommen, müsste wohl der harte Schritt erfolgen. Also so wie bei fast jedem von uns Job/Ausbildung suchen, Geld verdienen, eine Wohnung suchen und auf eigenen Beinen das Leben so führen wie man mag.

Beim Durchlesen hatte auch ich kurz die Vision und diese tolle Sendung vor Augen "Verklag mich doch!". Aber eben weil ich denke, dass eine Trennung der beste Weg wäre, wäre eine Klage nur ein "lustiges Gimmick" um deinem Papa eins auszuwischen. Aber lohnt sich die Mühe, wenn du alternativ ohne deine Eltern deine Ruhe hättest??

LG
Fee

Samira-St
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 47 im Thema

Beitrag von Samira-St » Do 7. Dez 2017, 08:44

Michelle_Engelhardt hat geschrieben:
Mi 6. Dez 2017, 20:30
Samira-St hat geschrieben:
Mi 6. Dez 2017, 14:10
Michelle_Engelhardt und Anne-Mette das ist nicht euer ernst Gewalt muss zur Anzeige gebracht werden egal in welcher form sie ausgeübt wird.
Demnach wäre es dann auch ok, wenn Delfiniums Vater zur Polizei rennt und Anzeige gegen seine Tochter erstattet? Oder misst Du hier mit zweierlei Maß?
das kann man so nicht sagen
Ich glaub das Sie sich nur gewehrt hat, ist allgemein schwierig zu sagen was wie alles geschehen ist.

um deine Frage zu beantworten das Recht jemanden Anzuzeigen hat das Opfer sowie auch der Täter aber sie müssen auch aufpassen den (Falsche Verdächtigungen)
Letztlich muss sich die falsche Verdächtigung auch gegen eine bestimmte und individualisierbar Person richten. Wird zu unrecht eine “Anzeige gegen Unbekannt” erstattet, liegt keine falsche Verdächtigung vor - dann aber wohl eine Strafbarkeit wegen "Vortäuschen einer Straftat”

aber ich glaub das jeder selber wissen muss was er macht und muss am ende auch mit den Konsequenzen rechnen.
mehr außenstehende kann mann eh nicht! als Helfen und Ratschläge geben der Betroffene muss dis selber entscheiden ob mann dies nimmt.

in dem sine alles beste

Michelle_Engelhardt nicht falsch verstehen ist nur meine Meinung

LG Samira

Delfinium
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 48 im Thema

Beitrag von Delfinium » Do 7. Dez 2017, 11:02

Feenspiel, ich bin gerade 20 Jahre alt.

Joe95
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 49 im Thema

Beitrag von Joe95 » Do 7. Dez 2017, 13:13

ChrisTina73 hat geschrieben:
Mi 6. Dez 2017, 20:51
...Gewaltempfinden ist individuell verschieden.
Ändert aber nichts daran, das Gewalt klar definiert ist.
Mir scheint du verwechselst da etwas.
Du denkst ein Klaps auf den Po, dem Kind Angst machen, jemanden durch anschreien oder festhalten zu stoppen sei gerechtfertigt und daher keine Gewalt.
Da ist schon der Ansatz falsch. Es ist und bleibt Gewalt.
Ob du dein Kind im barschen Ton schickst sein Zimmer aufzuräumen oder ob du es festhälst um es von schlimmeren abzuhalten ist und bleibt Gewalt. Auch wenn es gerechtfertigt ist.
Wenn dich einer überfällt übt er Gewalt gegen dich aus. Wenn du ihn dann anschreist und er vor schreck weg rennt übst du Gewalt gegen ihn aus.
Beides ist Gewalt, gerechtfertigt oder ungerechtfertigt.
Ich kann in ein Haus einbrechen, um zu stehlen oder um Menschen aus dem brennenden Haus zu retten, beides die selbe Gewalt.
Ich (ok, jemand anderes...) kann einen Menschen mit einem Messer verletzen - aus Hass oder um eine lebensrettende Operation durchzuführen.
Beides die gleiche Gewalt.
Ist es Gewalt, wenn ein Mann ne Frau verarscht und sie ihm dafür ne Ohrfeige gibt? oder wenn ein Kind frech ist und n "Aussetzer" hat und tritt und spuckt, weil es nicht seinen Willen bekommt, ist da n beherzter kräftiger Griff (nicht mit roher männlicher Gewalt!) oder n Klapps auf den Hintern Gewalt??
Ja. Das ist Gewalt.
Vielleicht gerechtfertigt, vielleicht nicht, aber immer Gewalt
Während einige Kinder sich schon bei jeder kleinen Meckerei der Eltern angegriffen fühlen, sagen andere Kinder, wenn sie mal ein Klapps auf dem Po bekommen gar nichts, weil sie es als Grenzsetzung wahrnehmen und es nicht als Gewalt empfinden. Wo willst Du da ansetzen?
Was meinst du mit ansetzen? Eine Rechtfertigung? Gewalt kann sogar nötig sein, sonst kamm man kein Kind erziehen und keine Verbrechen ahnden, aber sie ist und bleibt Gewalt.


Wenn Delfinium jetzt über Ihren Schatten springen kann und erkennt, das Ihre Mutter einfach nur versucht, sie als Tochter wahrzunehmen und Zugang zu Ihr zu finden versucht und Ihr Vater sie nicht mehr schlägt (denn sonst hätte er es wieder getan), und aussteigt aus den sich verselbstständigten Machtspielchen, wer der Stärkere ist, kann sie viel erreichen. Stark ist der, der auch mal Schwäche zulassen kann und wenn sie auch endlich mal "Nähe" zulassen kann ohne Ihre Eltern immer aus Angst vor der Vergangenheit auf Distanz zu halten.
Nichts ist schlimmer für Eltern, die Dinge eingesehen haben (das haben sie anscheinend anhand der Beschreibung), als die verzweifelten Fehlversuche, endlich Zugang zur eigenen Tochter zu finden, deren Weg dorthin sie letztendlich mitgegangen sind, um zu den Eltern zu werden, die sich die Tochter wünscht.
Das ist in etwa was ich meinte als ich schrieb das die Möglichkeit sich wehren zu können auch die Möglichkeit ist auf Gewalt zu verzichten.


Ich habe als Kind viele Dummheiten angestellt und öfters Prügel bezogen.
Wenn ich nach hause kam und vom Nachbar ne Ohrfeige bekommen hatte gabs zuhause gleich noch eine, "Du wirst schon wissen wofür!".
Da hat sich niemand Gedanken darum gemacht ob das Gewalt ist oder nicht.
Natürlich war das Gewalt, aber da es zum einen nicht aus Bosheit war und ich zum anderen natürlich wusste wofür ist es niemandem falsch vorgekommen.
Vieles wird einzig dadurch richtig, das man es durchzieht!

Joe95
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 50 im Thema

Beitrag von Joe95 » Do 7. Dez 2017, 13:24

feenspiel hat geschrieben:
Do 7. Dez 2017, 00:33
....ich glaube kaum, dass ein fest Griff schon als Gewalt gesehen werden muss...
Doch, muss er. Sogar schon das schicken ist Gewalt.
Mir scheint hier liegt irgendwo ein grundsätzlicher Irrtum vor.
Viele scheinen der Meinung zu sein Gewalt liegt nur vor wenn es sich um etwas ungerechtfertigtes, negatives oder böses handelt.
Das stimmt nicht.
Gewalt ist jede Art von Beeinflussung und grundsätzlich auch nicht negativ.

Gewalt wende ich an wenn ich ein Werkstück bearbeite, wenn ich mein Auto lenke, wenn ich meinen Hund an die Leine nehme, ja sogar wenn ich einer Oma über die Strasse helfe.
Vieles wird einzig dadurch richtig, das man es durchzieht!

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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 51 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 7. Dez 2017, 13:30

Es wäre vielleicht nützlich etwas trennschärfer mit den Wörtern umzugehen. Wir haben doch so viele schöne, für ganz unterschiedliche Bedeutungen.

Naturgewalt, Gewaltenteilung, gewaltiges, Erziehungsgewalt vs Gewalterziehung - und Gewaltmissbrauch.

Joe95
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 52 im Thema

Beitrag von Joe95 » Do 7. Dez 2017, 13:33

Jaddy hat geschrieben:
Do 7. Dez 2017, 13:30
Es wäre vielleicht nützlich etwas trennschärfer mit den Wörtern umzugehen...
Da hast du recht.
Ich habe den Eindruck hier wird das Wort "Gewalt" mit Gewaltmißbrauch gleichgesetzt.
Vieles wird einzig dadurch richtig, das man es durchzieht!

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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 53 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 7. Dez 2017, 14:12

Aktuelles Fundstück mit Hinblick auf "... hat noch keinem geschadet" (kam hier nicht, aber wird ja in dem Zusammenhang öfter mal rausgehauen): https://idw-online.de/de/news686009

tl;dr: Physische Gewalt gegen Schwangere lässt sich bis in die Enkelgeneration nachweisen, weil die Lesbarkeit der DNA selektiv verändert wird (Epigenetik).
"Es besteht die Möglichkeit, dass die Kinder mit dem veränderten DNS-Methylierungsmuster entweder ängstlicher werden, bis hin zur Depressionsneigung, oder dass sie nach außen aggressiv und wenig sensitiv anderen gegenüber werden. „Es steht mittlerweile außer Frage, dass pränataler Stress die Entwicklung des Nervensystems, die psychische Gesundheit und das Risiko für psychiatrische Störungen beeinflussen“, so Thomas Elbert. Pränatale DNA-Methylierungsmuster könnten künftig als Biomarker eingesetzt werden.
Man kann sich also vorstellen, dass Gewalt(missbrauch) immer Spuren hinterlässt, nicht nur psychologische, sondern auch körperliche und mittelbar die gesamte Umwelt beeinflusst.

Joe95
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 54 im Thema

Beitrag von Joe95 » Do 7. Dez 2017, 15:23

Ja.
Nicht nur der Missbrauch.
Da ja jede Beeinflussung Gewalt ist, somit auch Erziehung, hinterlässt Gewalt natürlich Spuren.
Jedes Kind, auch wenn es noch so liebevoll und sanft erzogen wird, brauch irgendwo Grenzen.
Diese kann ich mit sehr sanfter Gewalt aufzeigen, indem ich dem Kind Werte vermittle und es dadurch seine Grenzen selber setzt, oder ich kann das Kind für jeden vermeintlichen Fehler strafen.
Im ersten Fall sehe ich das Gewalt auch positiv sein kann, im zweiten Fall denke ich eher an Missbrauch.
Vieles wird einzig dadurch richtig, das man es durchzieht!

Elizabeth
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 55 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Do 7. Dez 2017, 16:49

Hallo Delfi,
gibt es eine Person, der Du und Deine Eltern Vertrauen und Respekt entgegenbringen, und die daher vermitteln könnte?
Da Du noch keine 21 bist und noch bei den Eltern wohnst, könnte u.U. sogar das Jugendamt noch mit einem Gespräch helfen.
LG Elly

Momo58
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 56 im Thema

Beitrag von Momo58 » Do 7. Dez 2017, 18:49

immer nimmst du was nicht an!
mir solche Dinge immer wieder an den Kopf zu werfen
Worte wie IMMER oder WIEDER sind für eine sachliche Kommunikation ungeeignet. Es sind Reizworte welche die Aggressionsspirale vergrößern und schon kommt Gewalt ins Spiel. Gewalt geht gar nicht und das gilt für beide Seiten, weder als emotionale Gewalt, noch als körperliche Gewalt.

Such dir einen ruhigen Moment, wenn sich die erhitzten Gemüter beruhigt haben (nicht gerade an Weihnachten, das könnte in einer Familientragödie enden). Redet miteinander, aber nicht durcheinander, also am besten mit einer Eieruhr. Jeder hat 5 Minuten Redezeit und die anderen müssen zuhören ohne etwas dazu zu sagen, dann kommt der nächste dran. So kann jeder seinen Standpunkt rüber bringen. Es geht nicht darum, im Recht zu sein.

Das ist keine Garantie für ein erfolgreiches Gespräch, es ist nur ein Vorschlag wie du es anders machen könntest (ohne dein Knie in den Bauch zu rammen! Was würde wohl deine Strumpfhose zu einem lädierten Knie sagen?).
Für mich war es eine Möglichkeit, das Gespräch zu suchen. Als mein Vater mich mit höhnischem Gelächter abgestraft hatte, wusste ich woran ich mit ihm bin und habe mir eine eigene Wohnung gesucht. Es kam nie wieder zu einem Kontakt und ich bin heute noch froh darüber.

Liebe Grüße
Momo
Die Vergangenheit ist meine Wurzel, der Stängel ist die Gegenwart, die Zukunft ist die Blüte

ChrisTina73
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 57 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Do 7. Dez 2017, 21:15

@Joe

Sicher ist es Gewalt, war ja auch gestern nicht emotionslos, aber Du hast es schön ausformuliert. Danke.
Habs auch ein wenig provoziert (hab ja auch erklärt, wo für mich Grenzen sind), denn: Nur wenige haben trotz ihrer unbewußten "vorverurteiten" Assoziationen versucht die Situation zu überblicken.
Wie war der Ablauf lt. Schilderung, mit welchen Elementen aus der Vergangenheit untermauert sie emotional Ihre "Überschrift"? Wir wissen ja nicht mal, wie es damals zu diesen Situationen gekommen ist. Da steht aber schon gleich das Opfer fest ;)
Wenn es aber in der Vergangenheit zu "weit schlimmeren" Ausuferungen gekommen ist, muß ja was bei den Eltern passiert sein, das diesmal "nur" festgehalten wurde (warum hält man jemanden fest?)
Auch beachtenswert finde ich die Tatsache, das der Vater offenbar durch sein einschreiten / zurückziehen schlimmeres verhindern wollte, weil sowas eine instinktive Handlung ist.
Das sie "beratungsresistent" sind, also Eltern, die den Weg von einer jungen Frau im falschen Körper begleiten zu Ihrem wahren Ich oder Selbst? Oder die nicht machen, was das "innere" Kind will? Ich kann es nicht beurteilen, denn ich kenne sie nicht.
Zumindest kann ich sagen, das Delfinium bisweilen eine sehr schillernde Person ist und ich hoffe, das sie anfängt, Ihre bisweilen patzige aggressive Art in den Griff zu bekommen um sie dann produktiv einsetzen zu können.

Ich frag mich grad, was sie so demütigend empfand, das sie es einerseits sucht und dann wieder versucht, andere zu demütigen. Wer auf dieser Ebene wirken kann, ist eigentlich ein sehr instinktiver Mensch. Auf dieser Ebene erreicht man nichts mit Worten und kann nur instinktiv reagieren.

Interessant ist es allemal, wie all die verschiedenen Wahrnehmungen und persönlichen "Schmerzgrenzen" teilweise unbewußt unser Leben beeinflussen.

LG

ChrisTina

PS: Scheint ja auch in manch meiner Posts eine gewisse Art von "Bekehrungsgewalt" mitzuschwingen. Ich hoffe, ich wurde noch nicht angezeigt... Sorry für den Sarkasmus, aber den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.
Zuletzt geändert von ChrisTina73 am Do 7. Dez 2017, 21:48, insgesamt 1-mal geändert.
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

Delfinium
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 58 im Thema

Beitrag von Delfinium » Do 7. Dez 2017, 21:28

ChrisTina73 hat geschrieben:
Do 7. Dez 2017, 21:15
Auch beachtenswert finde ich die Tatsache, das der Vater offenbar durch sein einschreiten / zurückziehen schlimmeres verhindern wollte, weil sowas eine instinktive Handlung ist.
Wenn körperliche bedrängnis, und bedrohung für dich eine normale Instinktive Handlung ist dann tust du mir Leid. Ich mach mir schon Sorgen um die Frau, die deine "Grenzssetzungen" ertragen muss. Seine körperliche Stärke auszuspielen in einem verbalen Konflikt zwischen zwei erwachsenen Menschen ist und bleibt keine Lösung.

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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 59 im Thema

Beitrag von Joe95 » Do 7. Dez 2017, 22:41

ChrisTina73 hat geschrieben:
Do 7. Dez 2017, 21:15
...Da steht aber schon gleich das Opfer fest ;) ...
Ich habe mich garnicht auf Delfinium bzw. ihre Situation bezogen (obwohl ich das hätte tun sollen, denn das war ja eigentlich das Thema, also bitte ich das zu entschuldigen), sondern ganz allgemein Gewalt gemeint.

Was Delfinium und ihre konkrete Situation betrifft war es von beiden Seiten Gewalt.
Einzuschätzen was eventuell gerechtfertigt war traue ich mir nicht zu, da ich die Situation nicht mit erlebt habe.
Ich denke es ist auch ohne Schuldzuweisung genug passiert. Was jetzt noch helfen kann ist das beide Seiten sich Mühe geben miteinander zu reden.
Wie ich schon sagte, ein langer und schwerer Weg. Ausziehen ist einfacher.


PS: Scheint ja auch in manch meiner Posts eine gewisse Art von "Bekehrungsgewalt" mitzuschwingen. Ich hoffe, ich wurde noch nicht angezeigt... Sorry für den Sarkasmus, aber den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.
Kann es sein dass ich meine Ansichten auch mit einem gewaltigen Nachdruck aufgedrängt habe? 8)

:)p
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 60 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Do 7. Dez 2017, 23:36

@Delfinium:
Du brauchst Dir keine Sorgen um meine Frau zu machen, denn ein Beispiel diesbzgl. habe ich hier schon genannt und ich bin nicht der emotionale Punching Ball für jede willkürliche Verhaltensweise. Ich bin nicht frei von Fehlern, aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Respekt bedeutet, die Grenzen des Gegenübers anzuerkennen, was voraussetzt, das ich mich auch auf der Gefühlsebene auf diesen Menschen einlasse. Natürlich passiert es da auch, das man gefühlsmäßig verletzt wird, weil man sich auch täuschen kann. Das gehört mit zum leben dazu nur entscheide ich selber, ob ich da wieder rauskomme oder mich im emotionalen Schmerz suhle.

Worauf beziehst Du diese körperliche Bedrängnis (wolltest Du vorher Deiner Mutter an den Kragen, hast Du sie bedrängt, oder wie bedrängte er Dich?), denn wenn es was wirklich körperlich schlimmes für Dich gab, dann MUSST DU mit einer echten Person unter 4 Augen darüber in aller Ruhe reden um eine reele Lösung zu finden, und es nicht zur öffentlichen Diskussion stellen. Da hat es dann def. nichts zu suchen. Nur spiele nicht mit allgemeinen Andeutungen wie die "Messergeschichte" um zu sehen, ob sie nütztlich ist,wenn sie reine Fiktion ist, denn irgendwann stumpfen die Menschen ab, weil sie keine Lust haben, stundenlang zu fragen, was jetzt wahr und was Fantasie ist.
Auch solltest Du Dinge nicht vermischen, die nicht im direkten Zusammenhang stehen,das Du z.B. von einem Typen eingekesselt wurdest (die südländischen sind da noch etwas direkter, nur die Frauen dort wissen um die Mentalität und wissen sich zu wehren) und gleichzeitig diese "Erfahrung" mit Deinem Vater in Verbindung bringst. Und lerne das Leben draussen wahrzunehmen und dort zuerecht zukommen, anstelle Deine Meinung ausschliesslich aus der virtuellen und TV Welt zu bilden. Lerne, echte Gefahr von "überbordernder" emotional wahrgenommener Gefahr zu unterscheiden. Anders wirst Du sonst nicht zurecht kommen.

Wenn ich sage, was würdest Du denn tun, wenn einer mit einer Waffe auf Dich zielt, dann meine ich das so! Ich weiß, wie es ist, in den Lauf eine Waffe zu schauen, weil schon 3 mal mit einer auf mich gezielt wurde!! Natürlich kann dieser Mensch sagen, er fühlte sich von mir bedroht, auch wenn es zu keiner körperlichen Auseinandersetzung kam, nur wird das bei einem evtl. Schußauslösen nicht viel bringen, denn die Konsequenzen muß er dafür tragen, weil sein subjektives Empfinden seine objektive Wahrnehmung beeinträchtigt hat. Und was hab ich daraus gelernt? Das ich weiß, mit welchen Menschen ich mich nicht mehr abgebe und weiß, das dieser Mensch seinem "Schicksal" überlassen werden sollte, denn er hat seine Grenzen noch nicht erkannt. Wenn es das Leben gut mit ihm meint, wird er es rechtzeitig einsehen, wenn nicht, wird er irgendwann in ein Spiegel schauen und sich überlegen müssen, wer nun Täter und wer Opfer ist. Ich werde nicht Schicksal für ihn spielen Was soll ich sonst tun?

Und jetzt wähle Deine Worte weise, denn wenn Du hier wirklich respektvoll behandelt werden willst und ernst genommen werden willst in Deinen Gefühlen, dann tu dies hier mit Deinen Mitmenschen ebenso. Es ist nicht immer leicht, sich unter Kontrolle zu bekommen und wenn Du wirklich etwas als sehr persönlich auch körperlich übergriffig empfandest, was wirklich geschehen ist, dann mußt Du mit einer vertrauensPerson darüber reden, die sich wirklich auskennt damit und die wirst Du dann auch finden.
Du solltest dann wirklich offen und EHRLICH mit dieser Person darüber reden, nur nix hypothetisches dazu dichten. Deine Eltern haben einige Fehler gemacht, Du hast bestimmt auch welche gemacht und da mußt Du raus und nicht nur diskutieren.

So. Und nun halt endlich die Klappe, denn Alles weitere liegt in Deiner Hand. Was Du jetzt erkennst, hinein interpretierst, welche Schritte Du gehst, liegt nicht in meinen/unseren Händen.

LG

ChrisTina
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

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