Drittes Geschlecht und was es mit mir macht
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Lebensplanung, Standorte
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Nicola
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Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 1 im Thema

Beitrag von Nicola » Do 23. Nov 2017, 18:25

Meine lieben, seit das Bundesverfassungsgericht beschlossen hat, einen weiteren positiven Geschlechtseintrag zu zulassen, lese ich sehr viel darüber, auch dank der Linksammlung von Anne-Mette. Auch wenn ich nicht Intergeschlechtlich bin, zumindest deutet nicht darauf hin, beschäftigt mich dieses Thema seit meiner Kindheit. Vor zwei Jahren habe ich eine Namensänderung auf einen Geschlechtsneutralen Namen gemacht und in meinem ganzen Umfeld mich als Mensch zwischen den Geschlechtern geoutet. Da ich bald merkte, dass die meisten Leute, auch bedingt durch unsere binäre Sprache, mich dann meisten doch männlich ansprachen oder ein männliches Pronomen verwendeten, bat ich mein Umfeld mich neutral oder weiblich anzusprechen, da wenn ich mich für männlich oder weiblich entscheiden muss, mir die weibliche Form näher liegt. Nun habe ich einen männliche Personenstand, alle anderen Einträge inklusive Krankenkasse, habe ich auf weiblich geändert. Von meinem äusserlichen bemühe ich mich möglichst weiblich zu wirken, was gelegentlich zu Irritationen meines gegenüber führt. Einige Menschen sprechen mich als Frau an, diejenigen die es nicht tun korrigiere ich in letzter Zeit häufiger, aber auch nicht immer.
Auch wenn ich in der Schweiz lebe, hoffe ich sehr, dass die Option eines dritten offiziellen Geschlechts in Deutschland das Denken der Menschen mit der Zeit verändern könnte. So wie viele Intergeschlechtliche Menschen beschreiben, dass dies in ihnen die hoffen auslöst, endlich in ihrem Geschlecht anerkannt zu werden, empfinde ich für mich auch.
Gibt es unter euch auch welche, denen es auch so geht, oder was löst in euch dieser Entscheid des Bundesverfassungsgericht eine dritte Option zu schaffen aus?
LG Nicola

Delfinium
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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 2 im Thema

Beitrag von Delfinium » Do 23. Nov 2017, 18:43

Hm neutral oder weiblich, ich schätze mal dass dich niemand neutral anspricht weil das einfach viel zu ungewohnt ist und fast keiner das woanders benutzt...

Und hier kannst du nochmal nachlesen was Intersexualität bedeutet: https://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t

Zitat: Mit Intersexualität bezeichnet die Medizin Menschen, die genetisch (aufgrund der Geschlechtschromosomen) oder auch anatomisch (aufgrund der Geschlechtsorgane) und hormonell (aufgrund des Mengenverhältnisses der Geschlechtshormone) nicht eindeutig dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden können. Die Intersexualität wird den sogenannten Sexualdifferenzierungsstörungen (engl. disorders of sex development, DSD) zugerechnet.

Das ist kein drittes Geschlecht, sondern wie dort steht eine "Störung".

Ich bin mir aber trotzdem sicher dass für Intersexuelle Menschen der weitere Geschlechtseintrag eine große erleichterung sein wird und das positiv zum wohlbefinden beiträgt :)

Nicola
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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 3 im Thema

Beitrag von Nicola » Do 23. Nov 2017, 19:24

Hallo Delfinium

Ich betrachte ein drittes Geschlecht nicht als Störung, sondern als eine natürliche Variante, bei der ein medizinisches eingreifen meistens nicht nötig ist, auch wenn die Medizin dies als Krank bezeichnet will.

Trans* zu sein ist für mich auch keine Geschlechtsidentitätsstörung, sondern ein nicht übereinstimmen meines Körpers zu meiner Geschlechtsempfindung und wenn ich nun meinen Körper meiner Empfindung anpassen möchte, dann sollen halt die Mediziner mich als Krank sehen, so ist wenigstens sichergestellt dass die Krankenkassen mir gewünschte Behandlungen zur Angleichung Bezahlt.

LG Nicola

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 4 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 23. Nov 2017, 20:12

Moin Nicola :)

ich bin auch seit dem 8.11. ziemlich euphorisiert, denn mir geht es wie dir. Und mit diesen neuen Entwicklungen hat sich bei mir noch mal einiges an Positionsbestimmung getan.

Die Sache mit der Anrede hatte ich 3 Wochen vor dem Urteil, siehe https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 37#p179701 Eine gute Lösung für eine neutrale Anrede ist aber bisher nicht in Sicht. Hilfsweise funktioniert der Name, je nach Vertrautheit nur Vorname oder mit Nachname.

Zum Thema dritte Option für nicht medizinische "anerkannte" Intersex-Personen: Das BVerfG hat sich nicht explizit auf medizinische Gründe beschränkt. So wurde es mir auch von einigen aktivistisch tätigen Menschen mit Detailkenntnis des Prozesses beschrieben. Das wäre vermutlich auch juristisch unsauber, denn dann wäre die dritte Option ja wieder eine Art Notbehelf oder gar "Behindertenkennzeichen".

Aktuell sieht es jedoch danach aus, dass die dritte Option den beiden bisherigen Geschlechtern in jeder Hinsicht gleichgestellt werden muss. Für mich (keine offizielle juristische Qualifikation) heisst das aber auch, dass ein der Transidentität vergleichbarer seelischer Zustand eine Personenstandänderung zur dritten Option hin rechtfertigt.

Vermutlich wird im Gesetz trotzdem erst eine medizinische Indikation stehen, bis sich jemand wie du oder ich dagegen durchgeklagt hat. Sei's drum. Bleibt - vermutlich - die gutachterliche Hürde, bei der aber auch die Hoffnung besteht, dass sie mittelfristig abgeschafft wird.

Wie auch immer, ich werde mich da ziemlich frühzeitig in die Schlange stellen :)

Gruß von der Nordsee in die Schweiz,

Jaddy

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 5 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 23. Nov 2017, 20:59

Delfinium hat geschrieben:
Do 23. Nov 2017, 18:43
Das ist kein drittes Geschlecht, sondern wie dort steht eine "Störung".
Ich gebe zu bedenken:
In einem starren binären Geschlechtermodell muss Intersexualität zwangsläufig eine Störung sein.

Das sagt aber noch lange nichts über den Zustand der Betroffenen aus. :wink:
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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 23. Nov 2017, 21:02

Moin,

warum MUSS das so sein? Warum könnte es nicht als Bereicherung bewertet werden?
Das macht mehr Sinn, finde ich (moin)

Gruß
Anne-Mette

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 7 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 23. Nov 2017, 21:07

Anne-Mette hat geschrieben:
Do 23. Nov 2017, 21:02
warum MUSS das so sein?
Hallo Anne-Mette,

natürlich muss es nicht so bleiben, hab ja nur den Ausgangszustand beschrieben. Ich dachte, das wäre klar geworden.
Wir arbeiten doch bereits daran, dass starre binäre Modell zu überwinden/aufzuweiten. :wink:

Liebe Grüße
Michi
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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 8 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 23. Nov 2017, 21:27

Das mit der Störung stimmt so nicht ganz. Es ist an einer Stelle von "Variante/Störung" die Rede. An allen anderen Stellen wird von Varianten gesprochen. Und das sind es eben auch. Es ist _keine_ Krankheit, siehe den Ausschnitt aus dem Urteil unten.

Es geht gerade darum, nicht in unpassende künstlich begrenzte Kategorien zu pressen oder passend zu machen, was aus der Natur heraus anders ist. Vielmehr hat die Vielfalt allein durch ihre Existenz ein Recht auf gleichwertigen Umgang, Rechte und Pflichten.

Aber was alles unter Varianten fällt, wird auch nett definiert:
Bild
Bitte mal den unteren Teil genau lesen :)

<*murmel*> Das Bild wird nicht immer angezeigt, daher mal der Verweis auf die Quelle:
Beschluss und Begründung Siehe rechts die Ziffer 9.
PDF hier Die Stelle ist auf Seite 7.
</*murmel*>
Zuletzt geändert von Jaddy am Do 23. Nov 2017, 22:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 9 im Thema

Beitrag von Delfinium » Do 23. Nov 2017, 22:28

Nicola hat geschrieben:
Do 23. Nov 2017, 19:24
Ich betrachte ein drittes Geschlecht nicht als Störung, sondern als eine natürliche Variante, bei der ein medizinisches eingreifen meistens nicht nötig ist, auch wenn die Medizin dies als Krank bezeichnet will.
Dann wünsche ich dir viel Glück... Logik und Fakten sind halt nicht der Freund von jedem, aber villeicht kannst du sie irgendwann wieder annehmen... Hoffentlich

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 23. Nov 2017, 22:48

Moin,
Logik und Fakten sind halt nicht der Freund von jedem,
Das betrifft in diesem Fall eher Dich selbst. Ich wünsche Dir nicht Glück, sondern dass Du etwas nachdenkst, bevor Du solche Bewertungen raushaust )))(:

Gruß
Anne-Mette

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 11 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 23. Nov 2017, 22:52

Noch mal das BVerfG, das ja diverse fachliche Einschätzungen eingeholt hat:
Aus medizinischer Sicht wird an einer allein binären Geschlechtskonzeption nicht festgehalten. Die Bundesärztekammer hat im Jahr 2015 auf Empfehlung ihres Wissenschaftlichen Beirats die Stellungnahme „Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Varianten/Störungen der Geschlechtsentwicklung (Disorders of Sex Development, DSD)“ abgegeben. Dort heißt es, Varianten der Geschlechtsentwicklung stellten eine heterogene Gruppe von Abweichungen der Geschlechtsdeterminierung oder -differenzierung dar. Unter Varianten der Geschlechtsentwicklung werden angeborene Variationen der genetischen, hormonalen, gonadalen und genitalen Anlagen eines Menschen mit der Folge verstanden, dass das Geschlecht einer Person nicht mehr eindeutig den biologischen Kategorien ‚männlich’ oder ‚weiblich’ entspreche. Eine Gleichsetzung mit Fehlbildung oder Krankheit sei nicht angemessen.
Das ist übrigens die einzige Fundstelle für "Störung" und die steht im Titel der im Beschluss zitierten Studie der BÄK.

Gleich darunter:
Die im Jahr 2016 erstellte „Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) e.V., der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) e.V., der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie (DGKED) e.V.“ stellt fest, [...]Varianten der Geschlechtsentwicklung seien keine Krankheit. Man könne nicht uber deren „Heilbarkeit“ nachdenken. Keine medizinische oder psychologische Intervention werde an dem Zustand der Uneindeutigkeit per se etwas ändern.
Also: Nix Störung, nix Krankheit. Weder was die medizinischen Expertisen betrifft, noch was das BVerfG draus gemacht hat. Der Text ist komplett kongruent mit Nicolas Sicht und meiner auch :)

Jaddy

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 12 im Thema

Beitrag von Delfinium » Do 23. Nov 2017, 22:55

Zu behaupten eine Störung wäre ein drittes Geschlecht ist realitätsfern. Mehr sag ich dazu nichtmehr, machts euch gemütlich in dieser Traumwelt dass alles richtig sein muss, wenn man nur fest daran glaubt. Es bleibt eine Störung. Die Realität wird sich nicht euren Wünschen anpassen.

Selbst wenn es als "keine Störung" offiziell gilt macht es daraus trotzdem kein neues biologisches Geschlecht, das ist Wunschdenken auf höchsten niveau, gefährlich.

Wissenschaftliche Fakten werden dabei komplett ignoriert, euch ist nichtmehr zu helfen.

Zum Glück bestimmt die Mehrheit wos lang geht in einer Demokratie, sonst hätten wir schon längst ein riesiges Chaos wenn es immer nach euren Vorstellungen und Wünschen ginge.

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 13 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 23. Nov 2017, 23:15

Von "biologischem" Geschlecht ist gar nicht die Rede, denn in die Definition mischt sich das Verfassungsgericht sicherlich nicht ein. Es geht um soziales Geschlecht und Personenstand. Das wird traditionell anhand der (sichtbaren) Biologie zugeordnet und eingetragen.

Im Umgang untereinander bzw. mit Institutionen ist die Biologie aber meist nachrangig. Da wird jemand gemäss Anschauung (Passing, anyone?) bzw. Aktenlage (Personenstand) und den althergebrachten zwei Kategorien behandelt.

Und genau dieses soziale Geschlecht wird bei einer Transition erstens in den Akten und zweiten für den äusseren Anschein geändert, damit die Person dann richtig behandelt wird.

Nun wird es eben ein drittes soziales Geschlecht geben. Weil einige Menschen seelisch weder in die eine, noch in die andere Kategorie passen.

Nochmal zum mitmeisseln: Es geht um das Selbstgefühl der Betroffenen! Denn einige Intersex-Personen ordnen sich einer der herkömmlichen Kategorien zu uns sind da zufrieden.

Ganz prinzipiell, Delfi: Deine etwas krude auf Biologie reduzierte Definition bedeutet in der Konsequenz, dass Du Dich und andere Transfrauen nie Frau nennen dürftest.

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 14 im Thema

Beitrag von Marielle » Do 23. Nov 2017, 23:21

Nabend zusammen,
In einem starren binären Geschlechtermodell muss Intersexualität zwangsläufig eine Störung sein.

Richtig. Allerdings kann man es auch andersherum beschreiben:

Nur wenn 'das Andere' eine Störung ist (oder auch nur als solches hingestellt wird) kann das binäre System der Normzustand sein.

Keine Störung, keine Norm.

Und es bleibt die Frage, welchen Wert eine Norm hat, die, für die Rechtfertigung ihrer selbst und der Menschen, die sich in ihrem Sein konstitutionalisierend darauf beziehen müssen, auf die Behauptung der Existenz einer Störung angewiesen ist?

:mrgreen:

Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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Re: Drittes Geschlecht und was es mit mir macht

Post 15 im Thema

Beitrag von heike65 » Fr 24. Nov 2017, 00:50

Ganz prinzipiell, Delfi: Deine etwas krude auf Biologie reduzierte Definition bedeutet in der Konsequenz, dass Du Dich und andere Transfrauen nie Frau nennen dürftest.
danke jaddy

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