CD und das Suchtgefühl
CD und das Suchtgefühl

Lebensplanung, Standorte
Antworten
Badfeel
Beiträge: 33
Registriert: So 17. Sep 2017, 17:18
Geschlecht: männlich
Pronomen: Er
Wohnort (Name): Viersen
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

CD und das Suchtgefühl

Post 1 im Thema

Beitrag von Badfeel » Do 9. Nov 2017, 17:05

Hallo ihr Lieben,

ich hab etwas an mir bemerkt das mir etwas unangenehm ist und ich weiß nicht ob es nun was negatives ist
oder was positives.

Ich bin ja noch recht jung, tue viel für die schöne Haut, von Rasur bis peeling und cremes. Daher ist mein
CD Stil auch mehr das sportliche, also Sport BHs, Leggins, enge Tops und Bauchfrei oder mal ein Tanga der, auch
wenn es manchmal etwas assi wirkt, mal hinten rausblitzt.

Ich mache aus meinem CD, da es nun familär jeder weiß, keinen großen hehl draus. Jedoch stelle ich vermehrt fest, das
wenn ich rausgehe, arbeiten, feiern, mal jemanden besuchen usw, mir etwas fehlt.

Natürlich integriere ich in meinen KOMPLETTEN Alltag die bequeme Kleidung, nur eins lass ich manchmal weg: Den BH, zumindest
das Innenleben eines BHs lasse ich weg. Trotzdem, und das Gefühl ist wie das nach einer Kippe, fehlt er mir, bzw die Oberweite.

Ich kann dieses Gefühl nicht richtig einordnen. Persönlich fühle ich mich gerne als Frau, will aber meinen männlichen Körper
nicht hergeben. Trotzdem, obwohl das Gefühl des Strings, BHs etc ja vorhanden ist, fehlt mir die Oberweite wodurch es mir
teilweise manchmal schlechter geht.

Ist das nun ein Signal das ich doch eher schon zur Frau werden möchte? Ist es nur ein Gefühl von "es fehlt was" weil ich sonst Oberweite
trage?
Ich bin ich
Ich bin ich auf meine Weise
Ich bin ich
Manchmal laut und manchmal leise

Mina
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 794
Registriert: Mi 26. Apr 2017, 18:23
Geschlecht: Bunt
Pronomen: Auch bunt...
Wohnort (Name): Bei den Stadtmusikanten
Hat sich bedankt: 283 Mal
Danksagung erhalten: 479 Mal

Re: CD und das Suchtgefühl

Post 2 im Thema

Beitrag von Mina » Do 9. Nov 2017, 17:21

Badfeel hat geschrieben:
Do 9. Nov 2017, 17:05
Ich kann dieses Gefühl nicht richtig einordnen. Persönlich fühle ich mich gerne als Frau, will aber meinen männlichen Körper
nicht hergeben. Trotzdem, obwohl das Gefühl des Strings, BHs etc ja vorhanden ist, fehlt mir die Oberweite wodurch es mir
teilweise manchmal schlechter geht.
Huhu Badfeel,

Genau dieses beschriebene Gefühl musste ich erst lernen zu wechseln. Ich liebe mich selbst als Frau und fühle mich auch innerlich eher weiblich als männlich. Dennoch möchte ich nicht auf meine Männlichkeit verzichten.

Allerdings würde ich vermutlich, im Falle eines freien Wunsches durch eine Zauberfee, mir einen weiblichen Schoss wünschen. Andereseits liebe ich "ihn" auch wirklich sehr und bin froh das er zu mir gehört. Warum auch nicht? Ist das mit den Geschlechtern so? Darf eine Frau keinen Penis haben? Wer sagt das? )))(:
Badfeel hat geschrieben:
Do 9. Nov 2017, 17:05
Ist das nun ein Signal das ich doch eher schon zur Frau werden möchte? Ist es nur ein Gefühl von "es fehlt was" weil ich sonst Oberweite
trage?
Kann ich Dir nicht für Dich beantworten. Ich war lange mit meinen Silis unterwegs. Hat sich auch gut angefühlt und das innere Bild nach aussen getragen. Mittlerweile hat sich das Gefühl geändert und ich bin lieber natürlich und echt. Muß mich nicht verkleiden, das hatte ich doch soo lange. )))(: Ebenso mit der Perrücke. Ich hatte vor Monaten beschlossen mir echtes langes Haar wachsen zu lassen. Habe diese dunkelbraun gefärbt und renne nun mit wachsenden Zopf durch die Welt.

Gib Dir Zeit, Deine Gefühle und Impulse zu entdecken. Alles kommt nach und nach. Wo die Reise enden wird - ja, das weis vermutlich niemand. (ki)

Alles liebe
Mina

Joe95
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2177
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Trans*
Pronomen:
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 434 Mal
Danksagung erhalten: 346 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: CD und das Suchtgefühl

Post 3 im Thema

Beitrag von Joe95 » So 12. Nov 2017, 12:00

Nach all den Jahren, die ich mich mit dem Thema beschäftige, kann ich immer noch nicht sagen wie sich "Mann" oder "Frau" sein anfühlt, ich kann ja noch nicht mal richtig definieren was männlich oder weiblich ist.
Aber eins kann ich mit sicherheit sagen:
Das tragen meiner Prothesen ist mir ein dermaßen dringendes Bedürfnis, das es mir oft genug nicht mal gelingt diese zum schlafen abzulegen.
Herumlaufen oder etwa hinaus gehen ohne geht überhaupt nicht mehr.
Das definiere ich als Verlangen die eigene weiblichkeit zu zeigen.

Ist das ne Sucht?
Was ist die Steigerung von Sucht?
Vieles wird einzig dadurch richtig, das man es durchzieht!

ExuserIn-2017-12-27
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 121
Registriert: Di 17. Okt 2017, 19:54
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 56 Mal
Gender:

Re: CD und das Suchtgefühl

Post 4 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2017-12-27 » So 12. Nov 2017, 12:22

Hi Sucht würde ich es nicht nennen , eher die Sehnsucht nach dem richtigen Geschlechtskörper. Wenn die Seele weiblich ist, sprich die Software weiblich und die Hartware männlich dann beist sich das bei vielen ein Leben lang.

Uta

Olivia
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 714
Registriert: Fr 13. Apr 2012, 11:25
Pronomen:
Hat sich bedankt: 14 Mal
Danksagung erhalten: 127 Mal

Re: CD und das Suchtgefühl

Post 5 im Thema

Beitrag von Olivia » So 12. Nov 2017, 14:03

Hallo Badfeel,

"Sucht" ist als Begriff sehr negativ besetzt - Drogensucht, Alkoholsucht, Nikotinsucht - und deshalb hier sicher etwas unangebracht. Außerdem kann man "Sucht" - Drogensucht, Alkoholsucht, Nikotinsucht - durch Therapie oder durch Willenskraft überwinden. Den Drang, von dem Du sprichst und den viele hier kennen, kann man meiner Meinung nach nicht überwinden. Ich habe zum Thema Crossdressing mal gesagt und sehe das auch heute noch so: Wir haben es und haben es für immer.

Liebe Grüße von Olivia

ChrisTina73
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 262
Registriert: So 9. Jul 2017, 21:14
Geschlecht: Mensch
Pronomen:
Wohnort (Name): Lünen
Hat sich bedankt: 325 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: CD und das Suchtgefühl

Post 6 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » So 12. Nov 2017, 15:34

Hallo Badfeel,

wenn Du es für Dich als Sucht beschreibst, wird es seine Richtigkeit haben. Für mich stellt sich eher die Frage, wieviel Weiblichkeit Du zulassen willst. Und um es mal auf den Punkt zu bringen: Wie "Manns" genug bist Du (das ist leider auch eine Wahrheit, wenn auch schmerzlich), auch mal den "Verlockungen" des weiblichen zu widerstehen? Und das Gefühl ist nunmal die "Domäne" des Weiblichen ;) Conny-Andrea hat es mal ganz gut mit Ihrem Bild der "Spirale" und Entgrenzung beschrieben (siehe auch Thread "Körper gegen Gefühl", wo ab Seite 6 auch die Spirale wieder Erwähnung findet)
Ich hoffe jedoch inständig, das Deine eigene Weibliche Seite nicht dazu führt, das Deine "Frau/Freundin" nur noch die "2. Geige" spielt, will sie doch auch in Ihren Gefühlen und Bedürfnissen als Frau wahrgenommen und respektiert werden.
Und während es für viele der heutigen Jugend und Twens ein Selbstverständliches ist, mit den Geschlechtergrenzen zu kokettieren (ein grundlegendes Bedürfnis der Seele, um erfahrbar und erkannt zu werden, als das, was es ist), liegt Aubergine schon ganz gut, wenn sie sagt, viele von uns erleben verspätet eine 2. Pubertät, was es uns aber auch so schwierig macht, das Ganze in einem rechten Licht zu betrachten.

Wenn ich heute auf mein bisheriges Leben zurückblicke, erkenne ich für mich, das ich schon immer den Balance Akt auf dem Drahtseil der Schattengrenze dem gewöhnlichen "bürgerlichen" vorzog, und doch hab immer rechtzeitig die "Kurve" gekriegt, bevor ich drohte abzustürzen, etwas in mir bewahrte mich davor, war ich doch nur auf der Suche nach meinem Vater, den ich mir immer wünschte, der mir Halt und eine Richtung gibt und meine Mutter, die mich als Sohn so annimmt und liebt, wie ich bin.
Doch was hat das ganze mit CD zu tun? Wie sehr muß meine weibliche Seite, reduziert auf die äussere Hülle "angepasst" werden, um von dem Mann in mir begehrt, ja sogar geliebt und geachtet zu werden ?!? Und trotzdem wird sie nie ganz die Frau werden können, um sich als Frau zu fühlen, kann ich sie doch nie umarmen, festhalten und Ihr das Gefühl des Geborgenseins vermitteln.

Sicher kann ich das Leben, die Menschen und/oder meine Eltern anklagen, Ihnen die "Schuld" geben, kann "bocken" wie ein 2-jähriger, zornig sein wie ein 5-jähriger, zicken und bocken wie eine 12-jährige oder jammern wie eine 14-jährige über "zu kleinen" Busen oder mich schämen und dabei trotzdem behaupten müssen wie ein 14-jähriger um meinen Platz in der Welt zu finden ;) (mal überspitzt formuliert) Alle Gefühle haben Ihre Richtigkeit! NUR! Lasse ich sie mein Leben bestimmen oder bestimme ich mein Leben? .... und weiter gedacht: In welchem "Dillemma" steckten dann erst unsere Eltern ?!? Wenn wir teilweise noch nicht mal richtig wissen, wer wir sind, woher sollten es dann unsere Eltern wissen? Und trotzdem das Richtige für sich und uns tun???
Es ist schwer, sich in seiner irdischen Begrenztheit anzunehmen, gibt es doch immer in sich widerstreitende Persönlichkeitsanteile und Gefühle, die alle angenommen und berücksichtigt werden wollen. Ich bin wie ich bin, und das ist gut so.
Und da sehe ich es wie Mina: Natürlich Echt, nur leider sehen lange Haare mit einem "Hubschrauber Landeplatz" in der Mitte nicht grad "weiblich sexy" aus :D

LG

ChrisTina
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

Jenina
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 159
Registriert: Sa 26. Aug 2017, 10:45
Geschlecht: männlich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Jena
Hat sich bedankt: 16 Mal
Danksagung erhalten: 124 Mal
Gender:

Re: CD und das Suchtgefühl

Post 7 im Thema

Beitrag von Jenina » So 12. Nov 2017, 16:46

Hi Badfeel,

was ist das eigentlich für ein komischer Name?

Du solltest froh sein, dass Du als junger Mensch so entspannt mit dem Thema männlich-weiblich und seinem Spannungs- und Wechselfeld umgehen kannst. Das damals nicht getan zu haben als ich jung war und mich mit androgyner Kleidung ausprobiert habe und nicht weiter gegangen bin bedauere ich bis heute. Aber schon das hat mir Zufriedenheit gebracht.

Wenn Du nun einen ganz kleinen Teil bemängelst dann lebe ihn einfach. Auch viele junge Cis-Frauen haben sehr wenig Busen. Du kannst trotzdem einen BH mit A-Körbchen tragen oder auch keinen und dazu betont weibliche Kleidung. Dazu muss man seinen Körper nicht ändern.

Und lasse Dich erst einmal nicht von Reden über irgendwelche "Geschlechtskörper" beeindrucken und dass Du irgendwann sowieso "dahin kommst". Nein, dass musst Du eben nicht zwingend. Zumindest ist dafür Zeit, denn es heißt auch ein neues Leben beginnen. Genieße lieber Dein jetzigen und vielleicht kannst Du damit auch beitragen dass ein Leben außerhalb der beiden festen Pole ein wenig zur Normalität wird.

Ich hoffe auf ein good feeling bei Dir.

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!

Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“