Frau sein oder nicht sein
Frau sein oder nicht sein - # 3

Lebensplanung, Standorte
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Delfinium
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 31 im Thema

Beitrag von Delfinium » Do 28. Sep 2017, 10:28

Ach Anne-Mette... Wenn man eine Transition anstrebt muss man auch zu 100% dazu stehen... Wenn sich jemand unsicher ist und mit seinem jetzigen Körper klarkommt sehe ich keinen Grund für eine Transition anzustreben da diese mit vielen Risiken verbunden ist als ja man MUSS sich nunmal entscheiden welchen Körper man haben will. Behalten was man hat oder verändern? Was ist daran so schwer?

Michelle_Engelhardt
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 32 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Do 28. Sep 2017, 10:42

Eine HRT, um mal zu gucken, wie es denn so ist, halte ich auch eher für bedenklich!

Liebe Grüße
Michelle
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Anne-Mette
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 33 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 28. Sep 2017, 10:44

Moin,

das "Maß der gewünschten/geforderten/möglichen körperlichen Angleichung" ist bei etlichen transsexuellen Menschen, die ich kenne, unterschiedlich.

Es ist ja nicht so, dass 1:1 ein Frauenkörper durch einen Männerkörper (oder umgekehrt) ausgetauscht wird.
Verschiedenen Möglichkeiten und Optionen der Angleichung, die auch persönliche oder gesundheitliche Gründe haben können, stehen den Menschen offen.
Wenn man eine Transition anstrebt muss man auch zu 100% dazu stehen... Wenn sich jemand unsicher ist und mit seinem jetzigen Körper klarkommt sehe ich keinen Grund für eine Transition anzustreben
Die Transition ist ein Prozess, der sich völlig unterschiedlich entwickeln kann. Verbunden damit sind auch Zweifel und Ängste - und ein Suchen nach dem besten Weg (und nach den Prozenten (smili) ).

Gruß
Anne-Mette

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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 34 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 28. Sep 2017, 10:51

Moin,
Eine HRT, um mal zu gucken, wie es denn so ist, halte ich auch eher für bedenklich!
Ja, man sollte schon sicher sein, dass man das will - und lange darüber nachdenken und mit Fachleuten sprechen (allein schon wegen der Risiken und Nebenwirkungen).

ALLERDINGS: wenn (erst) im Laufe der Zeit doch Bedenken kommen, dann sollten die Möglichkeiten erörtert werden, eine HRT abzubrechen.
Wir sollten "Zweiflern" nicht die Ernsthaftigkeit absprechen.
Ich habe selten Menschen getroffen, die "um mal zu gucken" eine HRT beginnen.

Gruß
Anne-Mette

Michelle_Engelhardt
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 35 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Do 28. Sep 2017, 10:59

Anne-Mette hat geschrieben:
Do 28. Sep 2017, 08:51
....Allerdings sind die Auswirkungen einer Hormoneinnahme in vielen Fällen rückgängig zu machen.
(Das soll nun keine Empfehlung sein)
Danke für die Aufklärung, Anne-Mette )))(: Da ich Dich hier als besonnene und intelligente Frau kennengelernt habe, war ich über obige Aussage doch ein wenig verwundert (smili) Offensichtlich habe ich die Aussage fehlinterpretiert...also alles gut.

Liebe Grüße
Michelle
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Nicki
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 36 im Thema

Beitrag von Nicki » Do 28. Sep 2017, 19:48

Hi Anja,
Anja hat geschrieben:
Do 28. Sep 2017, 09:47
WIe ich oben geschrieben habe, war ich in mehreren Schubladen zu Hause und habe die Zeit genossen, den Moment gelebt. Es war auch eine Zeit, in der ich viel ausprobiert habe und in mich hineingehorcht habe: Wie fühlt es sich an?
Z.B. die Nägel lackiert, nicht nur Unterwäsche, auch mal Damenoberbekleidung probiert... Dabei merkte ich, das es sich gut anfühlt, das es in die richtige Richtung geht. Warum wusste ich damals noch nicht.

[...]

Aber da keiner von uns in die Zukunft sehen kann, versuche doch es so zu genießen, wie es gerade ist und wenn du die Möglichkeit hast, kannst ja mal ausprobieren, wie es sich anfühlt mehr in Richtung Frau zu gehen.
Ich selbst habe auch erst verstanden, wer ich bin, als ich mich das erste Mal komplett als Frau zurecht gemacht im Spiegel gesehen habe. Erst da habe ich gesehen, was die ganzen Jahre aus mir raus wollte. Da war ich übrigens in deinem Alter (888)
Das kenne ich von mir selbst in sehr ähnlicher Form. So trage ich z.B. seit 2 (?) Jahren grenzwertige Jeans, Sneakers und T-Shirts aus der Damenabteilung, wenn ich einkaufen gehe und teils auch am Arbeitsplatz. Die Kleidung ist zwar noch nicht feminin genug, um als Trans* abgestempelt zu werden, aber dennoch fühlt es sich ... erfüllend an und sieht aus dem richtigen Blickwinkel, mit der richten Beleuchtung auch noch gut aus. Das bringt mir dann auch mal Sprüche ein wie "die Schuhe sind aber schon eher was für Frauen", was ich fast schon als Kompliment empfinde. Mache ich mich komplett als Frau zurecht, fühlt sich das zwar gut an, aber spätestens wenn ich das Gesamtergebnis bewerte, ist die gesamte Illusion wieder dahin. Die Hüfte, die Schultern, der Nacken, der Kiefer, die Frisur, der Bartschatten.... Das ist alles einfach nur (ag)

Wenn du sagst, dass du dich auch mal in der Bigender Schublade gesehen hast, heißt das, dass du auch hin und hergerissen warst? Hat sich das denn bei dir dann mit der Zeit gelegt, wenn du sagst, dass du dich nicht mehr in der Schublade siehst?

LG
Nicki

MichiWell
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 37 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 28. Sep 2017, 23:54

Delfinium hat geschrieben:
Do 28. Sep 2017, 07:03
scheinst du bis jetzt keinen allzu großen Leidensdruck zu haben wie die meisten TS es erleben.
Anne-Mette hat ja schon was gesagt ...

Ich möchte noch mal betonen, dass Leidensdruck kein Maßstab für TS ist.

Auch wenn du dir das nicht vorstellen kannst:

Auch das Gefühl, zwischen den Stühlen zu sitzen, weder das Eine noch das Andere zu sein,
oder sich als beides zu fühlen und rauslassen zu müssen, kann sehr großen Leidensdruck verursachen.

Daher möchte ich insbesondere Personen, die sich selbst als TS sehen, sehr darum bitten,
sich wertende Äußerungen und Spekulationen über den Leidensdruck anderer Menschen im Trans-Universum zu verkneifen,
und diese auch nicht als irgendeine Messlatte zur Einstufung dessen, was jemand ist, zu verwenden.

Danke
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Delfinium
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 38 im Thema

Beitrag von Delfinium » Fr 29. Sep 2017, 01:09

Was wäre dann eine Messlatte? Soll jetzt jeder der gern mal Frau sein will und dann mal wieder nicht alles was er hat aufs Spiel setzen? Das ist keine Entscheidung die man einfach mal so trifft und wieder über Bord wirft. Jemand der zwischen den Stühlen steht sollte sich erstmal klar werden was er eigentlich will. Und solange man nicht 100% weiß was man will, kann man das "begehrte Ziel" (was es noch nicht gibt) garnicht vermissen, wenn du verstehst was ich meine? Wie soll jemand sehr stark darunter leiden können im falschen Körper zu sein wenn er sich nichtmal sicher ist ob er im falschen Körper ist?
Mir fällt kein passender Vergleich ein aber es erinnert mich an ein Zitat "Wir wissen nicht was wir woll'n, doch wir woll'n es, und zwar sofort!" Klingt widersprüchlich aber genau darauf will ich hinaus.
Ich gehe nunmal davon aus dass der ausschlaggebende Punkt für oder gegene eine Transition der Leidensdruck ist und ich nehme mir doch das Recht zu behaupten dass von Nickis Texten her ihr Leidensdruck erstmal nix mit TS zutun hat. Es könnte TS sein, villeicht bigender, villeicht genderfluid, villeicht dies, villeicht das, der Leidensdruck kommt daher nicht zuwissen wohin es nun geht aber das kommt mit der Zeit, einfach Geduld haben und sie wird ihren Weg finden ABER bis jetzt würde ich ihr wie gesagt von der Transition und Hormonen wie sie es geschrieben hat am Anfang erstmal abraten weil sie sich dadurch ne Menge versauen kann, besonders wenn sie sich so unsicher ist.

Vicky_Rose
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 39 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 29. Sep 2017, 07:05

Ich möchte auch in das gleiche Horn blasen. Was bedeutet denn Leidensdruck ? Es ist eine individuelle Empfindung, bei der man nicht sagen kann, gleiche Ursache, gleiche Wirkung. Für mich schwingt dabei immer eine Haltung mit, das nur der richtig leidet, der ein objektiv "richtiges" Problem hat. Aber das gibt es nicht. Es gibt nur individuelle Empfindungen. Sensible Menschen reagieren stärker als weniger sensible. Das liegt nicht daran, dass sie per se weniger aushalten, sondern, dass sie mehr Reize verarbeiten müssen. Deshalb ist der Leidensdruck eines Menschen von außen nicht möglich.

Beispiel: Manche Menschen leiden, wenn sie die Bilder im Fernsehen sehen, die mit Elend zu tun haben. Andere können dabei problemlos zusehen. Will man so etwas wirklich werten ? Deshalb ist ein Satz wie z.B.
Das mag villeicht hart klingen aber wenn du dir ao unsicher bist mit dir selbst und du nicht weißt ob nun männlein und weiblein dann scheinst du bis jetzt keinen allzu großen Leidensdruck zu haben wie die meisten TS es erleben.
zumindest missverständlich. Es besteht immer die Gefahr, dass man von sich auf andere schließt. Für jemand der TS ist, mag eine "schwächere" Form von Trans leichter erträglich zu sein. Aber wie gesagt, andere Menschen empfinden die Situation anders. Vielleicht wäre es sogar einfacher zu ertragen, wenn man eindeutig weiß, dass man TS ist. Ich weiß es nicht und ich kann es auch nicht wissen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es hilfreich ist, einmal die Situation aus einer anderen Warte zu betrachten.

P.S.
Allerdings sind die Auswirkungen einer Hormoneinnahme in vielen Fällen rückgängig zu machen.
(Das soll nun keine Empfehlung sein)
Ist das so ? Das wäre mir neu. Ich könnte mir vorstellen, dass das nur in einer Anfangsphase möglich ist. Gibt es hierüber mehr Infos ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 40 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Fr 29. Sep 2017, 07:37

Im Allgemeinen spricht man von ca. 3 - 6 Monaten, nach denen erste irreversible Veränderungen auftreten (Schrumpfen der Hoden, Erektionsstörungen, verringerte Spermienproduktion).

LG
Michelle
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Anja
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 41 im Thema

Beitrag von Anja » Fr 29. Sep 2017, 12:31

Moin,

zum Thema Leidensdruck kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen. Denn durch mein Doppelleben, privat (größtenteils) als Frau, ansonsten (und beruflich) als Mann, bekam ich Drehschwindel der in mehreren heftigen Anfällen gipfelte. Ich litt damals nicht allzu sehr unter meinem Körper, eher unter dem Lügengebilde, das wir aufrechterhalten mussten, das Ausreden erfinden... Die Outings und das damit verbundene Nicht-mehr-Verstecken-müssen verschafften mir bzw. uns enorme Erleichterung. Der Leidensdruck entstand also nicht aus der Diskrepanz im falschen Körper zu leben. Genauso kann ein Crossdresser darunter leiden, seine Leidenschaft verstecken zu müssen.
Dafür muss man nicht trans sein... Wie schon geschrieben wurde, auch zwischen den Stühlen kann Leidensdruck entstehen.

Hallo Nicki,
Nicki hat geschrieben:
Do 28. Sep 2017, 19:48
Mache ich mich komplett als Frau zurecht, fühlt sich das zwar gut an, aber spätestens wenn ich das Gesamtergebnis bewerte, ist die gesamte Illusion wieder dahin. Die Hüfte, die Schultern, der Nacken, der Kiefer, die Frisur, der Bartschatten.... Das ist alles einfach nur (ag)
Genau das meinte ich mit Kopfkino. Das du überwiegend Damensachen trägst und dich auch gern komplett als Frau zurechtmachst, klingt doch schon mal so, als könntest du so dein Wohlbefinden steigern. Zumindest, bis du vor dem Spiegel stehst. Aber wie gesagt, ist das nicht aussagekräftig für das, was in dir steckt. Meine ersten Versuche waren auch gruselig anzusehen. Da hilft nur Übung! Und was die körperlichen Gegebenheiten anbelangt, die sind halt wie sie sind. Da kann man sich nun drüber ärgern, oder versuchen etwas zu ändern oder akzeptieren, was man nicht ändern kann... Aber mit etwas Übung kriegt man irgendwann ein gutes Ergebnis hin. Wirst schon sehen (888)
Ich kann mich nur wiederholen... Der Bauch ist in solchen Fällen schlauer als der Kopf. Aber es ist garnicht so einfach auf den Bauch zu hören, wenn der Kopf immer dazwischenquatscht.
Als ich damals das erste Mal komplett zurecht gemacht war und endlich die Frau in mir gesehen habe, habe ich dann versucht, solche Gelegenheiten häufiger wahrzunehmen. Außerdem habe ich geguckt, was ich besser machen könnte. Z.b. hab ich ne Faschingsperücke getragen, die hab ich dann durch eine ersetzt, die doch etwas realistischer aussah. Hab mit Camouflage und Fixierpuder geübt und geübt...
Nicki hat geschrieben:
Do 28. Sep 2017, 19:48
Wenn du sagst, dass du dich auch mal in der Bigender Schublade gesehen hast, heißt das, dass du auch hin und hergerissen warst? Hat sich das denn bei dir dann mit der Zeit gelegt, wenn du sagst, dass du dich nicht mehr in der Schublade siehst
Ja, natürlich hat sich was geändert. Ich habe mich als Bigender bzw. Two-Spirit empfunden, da ich auch als Mann oder vielleicht besser an Männertagen glücklich war Gleichzeitig war es aber an Frauentagen so, dass ich mich als Frau empfunden habe und dann schon unter meinem (männlichen) Körper litt bzw. mir einen weiblichen gewünscht habe. Mit der Zeit fiel mir auf, das dieses Frau-sein-Gefühl eigentlich auch manchmal präsent war, wenn ich keinen Frauentag hatte, also nicht zurecht gemacht war. Ich lernte mit der Zeit immer besser auf meinen Bauch zu hören. So fiel mir dann immer häufiger auf, das eigentlich sehr häufig eine weibliche Identität präsent ist, was ich vorher wohl einfach verdrängt habe. Da ist man ja geübt drin, das habe ich schließlich 25 Jahre lang getan... Ende 2014 war ich dann an einem Punkt angekommen, an dem ich mir eingestehen musste, das eigentlich immer eine weibliche Identität präsent ist. Also den Mann gabs eigentlich garnicht (mehr)...
Ich kann nun nicht behaupten das es den Mann nie gegeben hat, das ich schon immer eine Frau war. So war es nicht. Es war ein langer Weg, ein Prozess des Verstehens, der Selbsterkenntnis. Nun bin ich eine Frau. Es ist wie es ist.

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 42 im Thema

Beitrag von Anja » Fr 29. Sep 2017, 13:01

Moinsen,

hier mal ein paar Fotos meiner Evolution, vielleicht macht es dem einen oder anderen ja etwas Mut. Alle Fotos sind vor HT und Bart-Epilation...
2010.JPG
2011.JPG
2015.JPG
Wie ich heutzutage ausschaue, seht ihr ja an meinem Avatar...
Ich persönlich bin schon ziemlich stolz auf meine Entwicklung. Vor allem wenn ich daran denke, wie der allererste Versuch aussah :((a

Also Nicki, nur Mut!

Grüße
die Anja
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 43 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 29. Sep 2017, 13:17

Hallo Anja,

Respekt für deine persönliche Evolution. Wenn ich mich nicht täusche, hast du auch einige Kilos abgenommen. Alles in allem eine positive Entwicklung. (yes)

Liebe Grüße
Michi
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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 44 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Fr 29. Sep 2017, 14:13

Anja hat geschrieben:
Fr 29. Sep 2017, 12:31

Ja, natürlich hat sich was geändert. Ich habe mich als Bigender bzw. Two-Spirit empfunden, da ich auch als Mann oder vielleicht besser an Männertagen glücklich war Gleichzeitig war es aber an Frauentagen so, dass ich mich als Frau empfunden habe und dann schon unter meinem (männlichen) Körper litt bzw. mir einen weiblichen gewünscht habe. Mit der Zeit fiel mir auf, das dieses Frau-sein-Gefühl eigentlich auch manchmal präsent war, wenn ich keinen Frauentag hatte, also nicht zurecht gemacht war. Ich lernte mit der Zeit immer besser auf meinen Bauch zu hören. So fiel mir dann immer häufiger auf, das eigentlich sehr häufig eine weibliche Identität präsent ist, was ich vorher wohl einfach verdrängt habe. Da ist man ja geübt drin, das habe ich schließlich 25 Jahre lang getan... Ende 2014 war ich dann an einem Punkt angekommen, an dem ich mir eingestehen musste, das eigentlich immer eine weibliche Identität präsent ist. Also den Mann gabs eigentlich garnicht (mehr)...
Ich kann nun nicht behaupten das es den Mann nie gegeben hat, das ich schon immer eine Frau war. So war es nicht. Es war ein langer Weg, ein Prozess des Verstehens, der Selbsterkenntnis. Nun bin ich eine Frau. Es ist wie es ist.

Grüße
die Anja
Hallo Anja,

genauso in etwa könnte ich mich beschreiben.
Nach meinem CD Outing Ende 2011 wusste ich bei weiten nicht was mit mir los ist. Der Leidensdruck hat sich erstmal "nur" auf vermeintliches CD bezogen.
Alles andere kam Schritt für Schritt.
Auch bei mir steckte vermutlich immer die Frau die ich bin, ohne es halt zu wissen.
Dann kam der Weg der Selbsterkenntnis, das Bild wurde im Laufe der Jahre klarer. Ich bin Frau, obwohl ich Jahrzehnte der Mann war, oder den Mann spielte, ohne zu wissen was los ist, wie auch immer.
Natürlich war ich als Mann auch meist zufrieden mit mir. Zumindest bis Ende 2011.
Die Unzufriedenheit wuchs nach meinem Outing, der erste Druck des versteckens war weg.
Die Frau in mir drängte nach vorne mit Gewalt, verdrängen konnte ich das sehr schnell nicht mehr.
Da spürte ich dann noch eine gewaltige Schippe Leidensdruck mehr.
Dank meiner Frau musste ich den Druck aber nicht allzulange standhalten.
Durch sie gab es praktisch für mich kein halten mehr.
Meinen Weg kennen die meisten hier.
Auf der Zielgeraden zur Frau fehlt nur noch der Termin zur Gaop.

LG Tatjana

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Re: Frau sein oder nicht sein

Post 45 im Thema

Beitrag von Nicki » Fr 29. Sep 2017, 23:51

Danke für die vielen Antworten. Ich denke, ich muss das alles mal ein wenig verarbeiten.

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