Rabea-Marie, die Geburt einer Frau
Rabea-Marie, die Geburt einer Frau - # 6

Lebensplanung, Standorte
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MichiWell
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 76 im Thema

Beitrag von MichiWell » Di 5. Sep 2017, 07:39

Hallo Rabea,

es gibt doch keine Verpflichtung zu einer (baldigen) Antwort. Meine Gedanken zu eurem Umgang waren auch nicht darauf ausgerichtet, euch eure Partnerschaft schlecht zu machen, im Gegenteil. Das, und mit der Aufgabenteilung ... ich hoffe, du berichtet gelegentlich mal, wie es sich entwickelt.

Zur Frage, wie man es anderen Leuten erzählt, wie man sich fühlt ... schwer zu sagen. Ich habe mir seit etwa einem Jahr vorgenommen, mit meiner Schwester zu sprechen. Mal habe ich eine ziemlich konkrete Vorstellung, was ich sagen könnte, dann hat sie grad keine Zeit oder es ist anderweitig ungünstig. Dann wieder könnte es gehen, aber ich habe das Gefühl, ich finde keine passenden Worte. Vielleicht kannst du mit deiner Frau darüber reden, was und wie du es besser rüber bringen kannst. Obwohl es da sicher auch nicht "die eine Lösung" geben wird.

Liebe Grüße
Michi
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Rabea-Marie
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 77 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Di 5. Sep 2017, 22:14

Guten abend Michi!
Meine Gedanken zu eurem Umgang waren auch nicht darauf ausgerichtet, euch eure Partnerschaft schlecht zu machen, im Gegenteil.
Keine Angst dass habe ich auch überhaupt nicht so gesehen! Wenn meine Antwort wie eine Rechtfertigung klang, dann lass dir gesagt sein: " So hab ich´s nicht gmeint!"
Ich betrachte das alles als, guten Ratschlag, Denkanstoss, Perspektivenwechsel und es hilft auch. Oftmals zeigen einem andere oder außenstehende Betrachtungsweisen neue oder alternative Wege auf.
Es liegt dann immer an einem selbst ob man an seinem Weg festhält oder neue ausprobiert ;-)

Lg Rabea

Vicky_Rose
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 78 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 7. Sep 2017, 08:03

Hallo Rabea,

so sehe ich das auch. Deshalb poste ich gelegentlich meine Gedanken und Einstellungen im Forum. Die kritischen Reaktionen sind dabei immer die wertvollsten, da sie den Finger in die Wunde legen, über die es sich nachzudenken lohnt. Ich fang' dann 'mal an, den Finger in die Wunde zu legen ... ;-)

Du hast ja einen längeren Artikel geschrieben, auf den ich gar nicht im Detail eingehen kann. Deshalb nur den Satz, auf den ich spontan reagiert habe:
meine Frau hat mich dann noch gerügt... Ich könne sowas nicht erzählen als wenn ich erzählen würde dass ich mir ein neues Auto gekauft habe. Ja hat sie ja recht, aber wie gesagt, müde.
Wieso rügt Dich Deine Frau ? Und wieso schluckst Du das ? Keine Angst, ich will keinen Keil zwischen Dich und Deine Frau treiben. Ich möchte nur auf die Perspektive zu sprechen kommen. Ich habe das in einer früheren Beziehung auch erlebt. Da wurde ich für mein Verhalten kritisiert und ich habe es geschluckt. Das hat die Beziehung massiv untergraben. Was ist das Problem ? Sensible Menschen reagieren vielleicht etwas stärker darauf, aber es betrifft alle Menscen. Es ist ein Ausdruck von Respektlosigkeit. Das bemerken beide Seiten vielleicht gar nicht oder nicht gleich, aber es wirkt. Die Art und Weise, wie Du das Thema behandelt hast, ist Deine ganz persönliche Art, die auch ihre Ursachen hat. Wie Du schon schreibst, Du warst müde. Vielleicht hattest Du auch weiche Knie. Egal was es war, es ist zu respektieren. Das heißt nicht, dass es geschickt war oder dass man nicht kritisieren dürfe. Aber es ist der Ton, der die Musik macht.

Ich bin der Überzeugung, dass die Art, wie man etwas transportiert, mindestens ebenso wichtig, vielleicht noch wichtiger ist als die Botschaft selber. Die Art, wie man miteinander umgeht, definiert die Beziehungsebene. Auch die kleinen Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten gehören hier her. Vor einiger zeit habe ich einen Artikel gelesen, in dem stand, dass ein Paarberater bereits nach wenigen Minuten der Beobachtung eines Streits eine Prognose abgeben konnte, ob eine Beziehung hält oder nicht. Im Streit zeigt es sich, wie Menschen wirklich miteinander umgehen und wo die eigenen Probleme stecken. Für mich steckt hier das Spannende der Paardynamik. Der Andere provoziert in mir ein Verhalten, das zeigt, wie ich selber drauf bin. Und der Streit ist ein starker Motor für Provokationen.

Was aber anscheinend gar nicht funktioniert, dass ich meinen Partner auf Grund seines Verhaltens analysieren kann, so dass er sein Verhalten ändern kann. Ich kann aber auf mein Verhalten und meine Reaktion achten und meine eigenen Schlüsse daraus ziehen. Und ich kann dem anderen mitteilen, wo meine Grenzen sind. Wir sind nicht auf der Welt, um es anderen, auch nicht der Partnerin, Recht zu machen. Und ich habe das Recht, den Anderen darauf aufmerksam zu machen, dass Grenzen überschritten werden. Aber auch hier macht der Ton die Musik. Statt einem "Du hast mich verletzt", ist ein "Ich fühle mich verletzt" wesentlich wirkungsvoller. Es ist kein Angriff, sondern die Beschreibung der eigenen Gefühle, die dem Anderen den Spielraum geben, darauf so zu reagieren, wie er es für richtig hält. Im ersten Fall wäre es ein Angriff, der zu einem Gegenangriff reizt. Der Streit ist da und er eskaliert. Deshalb ist die Streitkultur so sehr von Bedeutung.

Es ist das Akzeptieren der Unterschiede, die fruchtbar für die Beziehung sind. David Schnarch hat das in seinem Buch "Psychologie der sexuellen Leidenschaft" sehr anschaulich beschrieben. Oder anders gesagt, wenn ich den Anderen in seiner Unterschiedlichkeit akzeptiere, erweise ich ihm den Respekt, den er braucht, um gut leben zu können. Ich gebe ihm den Raum, sich zu entwickeln. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr beide diesen Raum jetzt braucht.

Übrigens ging meine Beziehung damals nicht gut. Aber ich habe meinen Beitrag auch dazu geleistet. Aber das Ende war auch fruchtbar, denn es zwang mich dazu, meine Sicht- und Verhaltensweise grundlegend zu verändern. Es hat mich von einigen Problemen befreit, die mich in meinem Leben drastisch behindert haben. Aber es bleibt noch genug zu tun. Wie heißt es so schön in einem Buchtitel: " Liebe Dich selbst und freue Dich auf die nächste Krise" ...

Edit: Hier noch ein Link zu einem interessanten Artikel:
http://www.zeit.de/lebensart/partnersch ... et/seite-2
Viele Grüße
Vicky

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