Rabea-Marie, die Geburt einer Frau
Rabea-Marie, die Geburt einer Frau - # 5

Lebensplanung, Standorte
Antworten
Rabea-Marie
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 71
Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
Pronomen:
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 61 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Mo 28. Aug 2017, 07:58

Guten Morgen und willkommen zum Wochenendreport!

Vorab @Vicky, ja wahrscheinlich hast du recht. Es fällt mir teilweise doch schwer mich zusammenzureißen... aber ich mache Fortschritte. Meist ist sie ja genervt weil ich soviele Fragen habe.
Was dann die Gefühlsebene betrifft, nunja, irgendwie hab ich das Gefühl dass dieses Auf und Ab wohl normal ist. Schließlich ist es ja doch eine außergewöhnliche Situtation. War wohl etwas blauäugig von mir anzunehmen, dass das nicht wirklich belastend für meine Frau ist. Auch wenn ihre erste Reaktion daraufhin gedeutet hat, hätte ich es doch besser wissen müssen...


Der Freitagabend war recht schön. Es war entspannend, zuhause herrschte eine angenehme Stimmung und ich hab mich mal wieder an einem Augen Make-Up versucht... Ist etwas besser geworden als das letzte mal aber, wie sagt man so schön? "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen"

Samstag bin ich schon mit Sch... Laune aufgestanden... Ich hatte dieses beklemmende Gefühl im Magen. Das Outing bei meiner Schwägerin und Schwager stand an.
Ich wollte eigentlich nur liegen bleiben und mich verkriechen. Ich hab die ganze Zeit gedacht "ich pack das nicht". Hab sogar mit dem Gedanken gespielt meine Frau nur abzusetzen und wieder nach Hause zu fahren... Aber damit wäre ihr ja dann auch nicht geholfen.
Ich stand irgendwie neben mir. Hab auch nur die hälfte dessen was sich bei uns Zuhause abgespielt hat wahrgenommen. Ich war so in meine Gedankenwelt versunken und malte mir die schlimmsten Scenarios aus... Geistig hörte ich meinen Schwager schon sagen "Die (Schimpfwort) kommt nicht mehr in die nähe meines Sohnes!"
Auf der ganzen Fahrt dorthin hab ich nur das nötigste gesprochen... Mir war schlecht und ständig bekam ich eine Gänsehaut... Ich konnte mich einfach nicht von den schlimmen Gedanken befreien.

Als wir dann ankamen, wurde sich nur kurz begrüsst, dann bin ich ab auf den Balkon eine rauchen... Ich wollte eigentlich mit der Tür ins Haus fallen und es schnell hinter mich bringen. Aber alle waren so beschäftigt und nie kamen alle gemeinsam mal zur Ruhe... Ich hab natürlich nicht die Zähne auseinander gekriegt. Unabhängig voneinander wurde ich dann schon von meiner Schwägerin und meinem Schwager gefragt was denn los ist. Ich muss wohl ziemlich schlecht ausgesehen haben... Ich hab gezittert und dauernd gedacht, gleich musst du dich übergeben.
Irgendwann war ich dann auch den Tränen nahe... Ich hatte solche Angst! Aber jetzt musste es auch raus.
Also hab ich sie dann gebeten sich mal zu setzen und habe meine Geschichte erzählt. Mehr als erstaunen ist nicht passiert, ich wurde in den Arm genommen und war sehr erleichtert!
Anschließend bekam ich dann noch ein schlechte Gewissen... Was hatte ich meinen Schwager nur alles an Reaktionen zugetraut?! Das schlechte Gewissen hält immernoch ein bissl an...
Meine Schwägerin begegnete dem ganzen mit sehr viel Neugier und irgnedwie hatte ich das Gefühl, sie hatte Spaß daran.
Sie ist gespannt auf Rabea und möchte mal mit ihr rausgehen, so ihre Worte. Naja so kam es dann dass meine anscheinend völlig unbegründeten Ängste wie weggeblasen waren und wir mit den Kindern ein schönes Wochenende verbracht haben. Alles war wieder wie vorher und es gab kein Anzeichen der Ablehnung oder ähnlichem...

Ende gut alles gut? Naja jetzt stehen wenigstens noch meine Eltern an... Ich glaube zwar nicht dass sie mich verstoßen, aber weniger schwer wirds dadurch auch nicht wirklich...

Lg Rabea

Silke61
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 76
Registriert: So 21. Mai 2017, 21:25
Geschlecht: Bi-Gender
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Köln
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 32 Mal
Gender:

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 62 im Thema

Beitrag von Silke61 » Mo 28. Aug 2017, 08:33

Liebe Rabea,

ich kann Deine Not so sehr nachempfinden! Selbst bei Menschen, die man sehr gut zu kennen glaubt, weiß man ja nicht wirklich, wie sie reagieren. Von vollkommenem Bruch bis hin zu liebevollem Verständnis kann ja von einem Moment auf den anderen alles auf einen zukommen.
Zum Glück sind die meisten Menschen offen und wohlwollend aber wirklich sicher kann man sich halt auch nicht sein.

Ich freue mich jedenfalls sehr mit Dir, daß es bei Deinem Schwager und Deiner Schwägerin so gut gegangen ist und wünsche Dir ähnliche Erfahrungen mit Deinen Eltern!

LG
Silke

Rabea-Marie
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 71
Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
Pronomen:
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 63 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Di 29. Aug 2017, 08:07

Guten Morgen ihr Lieben!

Silke, vielen Dank für deine Anteilnahme! Tja mit den Eltern ist es sone Sache... Eigentlich kann ich ja den Zeitpunkt dafür selbst bestimmen. Gestern allerdings war etwas seltsam, also ich hatte so ein seltsames Gefühl. Meine Eltern waren gestern zu besuch und wir haben auf der Terrasse gesessen. Es war sehr warm und ich habe eine kurze Hose getragen... Irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl dass meine Mutter mich jeden Moment fragen wird wieso ich mir die Beine rasiert habe. Merkwürdig oder?
Könnte dies ein unterbewusster Wunsch, "erwischt" zu werden sein? Um es endlich hinter mich zu bringen?
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen bis zu unserem Urlaub zu warten... Mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher ob das eine gute Idee ist... Ich mein, dort können sie nicht weglaufen. Naja gut ich aber auch nicht.
Was denkt ihr?

Gestern gabs wieder Streit mit meiner Frau... Wegen, ja wegen nichts eigentlich. Es hatte nichts mit Rabea zu tun. Sie wollte mit einer Freundin in die Stadt zum Shoppen und wollte unsere Kleine mitnehmen im Tragegurt. Ich hab sie dann nur gefragt ob sie schon mal ein paar Kleinigkeiten aus der Drogerie für den Urlaub mitbringen kann. Sie ist völlig explodiert!
Wo sie das hinpacken soll? Sie hat die Kleine im Tragegurt. Der Ton machte hier die Musik... Ich hab dann noch gefragt ob sie denn dann keine kleine Einkaufstüte tragen kann?
Es macht sie wütend und ich verletzte ihre Gefühle wenn ich sie sowas frage... Ich dachte ich steh im Wald! Ich verletze also ich Gefühle wenn ich Frage ob sie ein paar Kleinigkeiten aus der Drogerie mitbringen kann???
Es folgte dann ein wildes hin und her an Argumenten weshalb das nicht geht. Als ich dann fragte weshalb sie mir nicht gleich vernünftig sagen kann weshalb sie das nicht möchte, kam dann nur ich solle mir doch mal selbst Gedanken machen und überlegen bevor ich solche Fragen stelle...
Ende vom Lied war dann dass ich meinte "soll ich dir mal sagen was meine Gefühle verletzt? Dass du nicht ein aufmunterndes Wort für mich übrig hattest am Samstag, obwohl du wusstest wieviel Angst ich hatte meinen Schwager und Schwägerin einzuweihen" Ihre Antwort war nur "ich hatte dir schon vor Tagen gesagt du brauchst dir keine Sorgen machen, ich weiß nicht was ich sonst noch hätte tun sollen"
Das blieb dann so einfach stehen... Naja ich hätte mir gewünscht dass sie mich mal in den Arm nimmt oder so, aber nichts war der Fall. Sie hat sich laufend mit anderen Dingen beschäftigt und ich hab mich richtig allein gefühlt...

Jetzt hab ich ständig das Gefühl an allem schuld zu sein! Egal was ist, ob ich etwas mache oder nicht mache, am besten noch Sachen die ich nicht mache welche ich ja wohl von allein merken müsste... Seit es diese neue Situation bei uns zuhause gibt, gibt sie mir dauernd das Gefühl für alles schlechte verantwortlich zu sein. Ich sollte eigentlich wütend sein statt Schuldgefühle zu haben, aber wenn ich dann wütend bin, denk ich sofort "Für sie ist das auch alles schwer, ich muss auch rücksicht auf sie nehmen"
Naja so kommt es dann dass ich anfange mir wirklich an allem die Schuld zu geben und nicht das Gefühl habe das jemand Rücksicht auf mich nimmt, wozu auch irgendwie ist ja eben doch meine Schuld und die leidtragenden sind die Menschen in meinem näheren Umfeld.
Dann wiederum wenn ich hier alles noch mal lese denke ich mir "übertreibst du nicht ein kleinwenig? nimmt denn wirklich niemand Rücksicht?" Nein so ist es sicher nicht, bin ich dann zu emotional? Ich glaube das Erlebnis bei meiner Schwägerin und Schwager, dass sie nicht ein bißchen auf mich eingegangen ist, hat mich tiefer getroffen als anfangs angenommen hatte.
Wohingegen Schwägerin und Schwager mich eigentlich am laufenden Band gefragt haben was denn los ist, ich muss anscheinend wirklich schlecht ausgesehen haben, hatte ich nicht das Gefühl dass das meine Frau interessiert... Irgendwie hab ich das Gefühl dass sie denkt "Tja er hat den Scheiss gebaut, also muss er da jetzt auch durch" ich fühle mich dann wie so ein gemeiner Dieb der allen erklären muss dass er einer alten Dame die Handtasche geklaut hat...

Puh eigentlich wollte nur nochmal auf das Outing bei meinen Eltern eingehen und jetzt ist wieder ein halber Roman aus mir rausgesprudelt...

Lg Rabea

Simone 65
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1252
Registriert: Mi 9. Mär 2016, 09:05
Geschlecht: Ich bin ein Mensch
Pronomen: Frau?
Wohnort (Name): Reichenbach an der Fils
Hat sich bedankt: 982 Mal
Danksagung erhalten: 946 Mal
Gender:

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 64 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Di 29. Aug 2017, 08:36

Hallo Rabea. Deine Romane lese ich doch gerne 😉 . Aber Ernst. Das mit dem Outing in der Familie habe ich letztes Jahr durch . Das Kopfkino , die Gedanken spielen verückt. Meine Mutter hat es aufgenommen, so gut habe ich nicht gerechnet. Während bei meiner älteren Schwester erstmal ein halbes Jahr Funkstille herrschte.
Es weiss niemand , wie die anderen Menschen reagieren.
Noch nur für Dich , Du hast kein Scheiss gebaut . Auch Du hast Gefühle und möchtest bestimmt glücklich sein .
Liebe Grüße Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.

MichiWell
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1354
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 618 Mal
Danksagung erhalten: 819 Mal
Gender:

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 65 im Thema

Beitrag von MichiWell » Di 29. Aug 2017, 09:34

Rabea-Marie hat geschrieben:
Di 29. Aug 2017, 08:07
Als ich dann fragte weshalb sie mir nicht gleich vernünftig sagen kann weshalb sie das nicht möchte, kam dann nur ich solle mir doch mal selbst Gedanken machen und überlegen bevor ich solche Fragen stelle...
Ende vom Lied war dann dass ich meinte "soll ich dir mal sagen was meine Gefühle verletzt? Dass du nicht ein aufmunterndes Wort für mich übrig hattest am Samstag, obwohl du wusstest wieviel Angst ich hatte meinen Schwager und Schwägerin einzuweihen" Ihre Antwort war nur "ich hatte dir schon vor Tagen gesagt du brauchst dir keine Sorgen machen, ich weiß nicht was ich sonst noch hätte tun sollen"
Hallo Rabea,

solche Sätze, wie die oben unterstrichenen, machen mich nachdenklich.

Ihr sagt euch nicht, was euch bewegt, sondern erwartet, dass der andere das weiß, und macht ihm Vorwürfe, weil er das wohl nicht weiß. Damit verletzt ihr euch gegenseitig, wehrt ab, anstatt aufeinander zuzugehen, und eure Gefühle zu äußern. Eine Spirale der Eskalation. Wenn ihr daran nichts ändert, werdet ihr euch über kurz oder lang voneinander entfremden und auseinander gehen.

Ich bin vor ein paar Tagen auf einer Seite gelandet, wo zum Thema Kommunikation uns Streitkultur ein paar wesentliche Gedanken ganz gut zusammengefasst worden sind: Was der Liebe nutzt und Was der Liebe schadet. Das ist nicht so umfangreich, und ich denke es könnte euch weiterhelfen, wenn du dir oder besser noch ihr euch die Unterpunkte mal durchlest und anzunehmen versucht.

Ich weiß natürlich selbst, dass es nicht einfach ist, da etwas zu ändern, und man muss sich das wohl immer wieder bewusst machen, um nicht wieder in alte Muster zurückzufallen.

Liebe Grüße
Michi
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Rabea-Marie
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 71
Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
Pronomen:
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 66 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Di 29. Aug 2017, 09:57

Hallo Michi, danke für die Links, werd ich mir ausfürhlicher anschauen.

Nun ist es aber in dieser Konversation nicht das erste sondern das dritte mal dass ich sie darauf angesprochen habe dass ein paar aufmunternde Worte nett wären...
Das erste mal noch am Samstag Morgen, bevor wir losgefahren sind, was sie aber nicht zum Anlass genommen hat sich dazu durchzuringen. Das zweite mal dann auf der Heimfahrt. Jedes mal blieb es einfach kommentarlos stehen, nur einmal kam der von dir zitierte Satz zustande...

Deshalb kommt es mir so vor:
Irgendwie hab ich das Gefühl dass sie denkt "Tja er hat den Scheiss gebaut, also muss er da jetzt auch durch" ich fühle mich dann wie so ein gemeiner Dieb der allen erklären muss dass er einer alten Dame die Handtasche geklaut hat...
Aber gut das ist nur eine Situation in einigen anderen hast du sicherlich recht dass das ein oder andere mal nicht richtig gesprochen wird.
Wenn ich ihr dann aber sage sie soll sich doch vernünftig erklären und nicht vorraussetzen dass ich ihre Gedanken lese, schaltet sie auf stur. Versucht habe ich das schon öfters, gebracht hat bisher gefühlt nicht wirklich was... Natürlich bin ich nicht fehlerfrei, auch mir passiert sowas dass ich zuviel vorraussetze... Früher sind wir damit aber gut klar gekommen und wir konnten alles recht schnell abhaken nur derzeit will das nicht mehr so recht gelingen...

Lg Rabea

MichiWell
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1354
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 618 Mal
Danksagung erhalten: 819 Mal
Gender:

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 67 im Thema

Beitrag von MichiWell » Di 29. Aug 2017, 10:30

Hallo Rabea,

es ging mir nicht darum, bei einer von euch beiden eine Schuld zu suchen. Die beiden Sätze waren nur beispielhaft für die Probleme in eurer Kommunikation. Lies dir die Texte erst mal durch, und denke in Ruhe darüber nach. Wie du das deiner Frau nahebringen kannst, weiß ich leider nicht. Es ist für mich als Außenstehende schwer zu sagen, wie du ihr das erreichen kannst, ohne dass sie in eine Abwehrhaltung verfällt.

Vielleicht druckst du dir die bzgl. Streit relevanten Texte aus (also nicht die über Sexualität und Untreue), und liest sie in ihrem Beisein, oder du lässt sie so liegen, dass deine Frau neugierig wird. Vielleicht aber auch ganz anders?! Da musst du mal überlegen, was bei ihr am besten geht.

Ich denke, ihr müsst irgendwie einen "Reset" machen, und solltet nicht versuchen, von der jetzigen vertrackten Situation ausgehend immer weiter zu machen, vor allem dürft ihr nicht weiter darum kämpfen, wer im Recht ist und so. Das hilft vielleicht dir oder ihr, aber keinesfalls euch!

Ich wünsche euch viel Erfolg.

Liebe Grüße
Michi
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Vicky_Rose
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1072
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Hat sich bedankt: 77 Mal
Danksagung erhalten: 506 Mal

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 68 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 31. Aug 2017, 13:22

Hi Rabea,
Nun ist es aber in dieser Konversation nicht das erste sondern das dritte mal dass ich sie darauf angesprochen habe
Da zählst Du aber genau ;-) ... Was würde passieren, wenn Du nicht darauf bestehst, sondern mit Ermunterung und positiver Grundhaltung vorbehaltslos voran gehst ?
Viele Grüße
Vicky

Rabea-Marie
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 71
Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
Pronomen:
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 69 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Fr 1. Sep 2017, 08:39

Hallo alle miteinander!

Vicky und Michi ihr habt beide recht!
Das Problem ist/war die Kommunikation, aber nicht das wir einen besseren Weg zur Kommunikation finden müssen sondern, dass ich einen besseren Weg zu Kommunikation finden WOLLTE.
Ich hatte plötzlich dieses ungewöhnlich starke Harmoniebedürfniss... Harmonie war eigentlich nie ein Thema bei uns, also Harmonie im üblichen Sinne.
Ich hatte wohl gedacht oder das Gefühl ich/wir müssten unsere neue komplizierte Situation dann auch mit mehr Harmonie oder dergleichen, ausgleichen. Aber das war eigentlich nie unsere Art unsere Probleme zu bewältigen.
Wie ich in einem meiner früheren Beiträge schon mal geschrieben habe, würden Außenstehende die uns zusammen sehen nicht mal glauben dass wir uns mögen.
Das wollte ich plötzlich nach fast 9 Jahren Beziehung ändern... Nachdem es mir dann gestern zu bunt wurde an Nörgeleien und ich meinte "egal wie gut man etwas macht, irgnedeine Kleinigkeit findest du ja doch immer zum meckern" gabs dann mal wieder Konter von mir... Hat gut geklappt :D ich bin jetzt einfach wieder "zurück frech" wie früher eben.
Hab ihr das dann gestern auch so gesagt, was meine Intention war, verbesserung der Kommunikation blablabla. Hat sie kommentarlos so hingenommen und nichts sagen heißt ja bekanntlich Zustimmung.
Ich hab in den letzten Wochen oft genug davon gesprochen mal mehr Harmonie in den Haushalt zu bringen und einen anderen Umgangston anzuschlagen. Das klingt jetzt eventuell ein bißchen nach Resignation, ist es aber nicht. Ich wollte etwas was es so in dieser Form nie bei uns gab und wir waren trotzdem Glücklich. Außerdem bin ich ganz gut in "dummen Sprüchen" :D
Sollte ich mich mit meiner Annahme "besser back to the roots" täuschen, überlass ich ihr dann jetzt die "Ehre" das Harmoniethema erneut aufzugreifen :-p

Im nachhinein glaube ich eher dass sie gedacht hat "mein Gott was isn er fürn Weichei geworden?!" ...ich muss sie das Fragen! :lol:

Zur Abwechslung gibts dann heute mal keinen Roman, mal sehen was das Wochenende so bringt... Bis dahin, schönes Wochenende euch allen!

Lg Rabea

Vicky_Rose
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1072
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Hat sich bedankt: 77 Mal
Danksagung erhalten: 506 Mal

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 70 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 1. Sep 2017, 09:31

Hallo Rabea,

nicht dass Du mich falsch verstehst. Mir geht es nicht um Harmonie. Mir geht es um Respekt und Wertschätzung, denn das ermöglicht auch schwierige Themen zu behandeln. Es geht darum Unterschiede zu akzeptieren und damit zu leben. Harmonie kann ein Verdecken von Problemen sein. David Schnarch hat das in seinem Buch zur Psychologie der sexuellen Leidenschaft beschrieben. Die Basis ist Respekt und Wertschätzung. "Dumme Sprüche" sind Verletzungen. Wie wäre es mit anerkennenden Sprüchen ?
Viele Grüße
Vicky

Rabea-Marie
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 71
Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
Pronomen:
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 71 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Fr 1. Sep 2017, 10:08

Hallo Vicky!
Harmonie kann ein Verdecken von Problemen sein.
Genau das! Natürlich respektieren und wertschätzen wir uns gegenseitig, aber wir waren nie ein Harmonie liebendes Paar. Ich kam irgendwie auf die Annahme dass sich mit einer bißchen mehr Harmonie unsere Porbleme "ausbügeln" ließen.

Bei uns buttert auch keiner den anderen runter "dumme Sprüche" krieg ich auch, so sind wir halt... Es ist halt mehr im lustigen Sinne und nichts wirklich verletzendes.

Lg Rabea

MichiWell
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1354
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 618 Mal
Danksagung erhalten: 819 Mal
Gender:

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 72 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 1. Sep 2017, 10:13

Hallo Rabea,

ich kann mich Vicky da nur anschließen. Es ist freilich eure Sache, wie ihr miteinander umgeht, doch ob das auf Dauer gut geht, da habe ich meine Zweifel.

Sorry für meine nachfolgende, vielleicht zu direkten und offenen Worte, und du kannst mir auch gerne erklären, warum es ganz anders ist, als es bei mir ankommt. Ok?

Wenn du schreibst, dass Außenstehende sich nicht vorstellen können, dass ihr ein Paar seid, dann macht mich das nachdenklich. Im Allgemeinen bin ich auch der Meinung, man soll nicht so viel darauf geben, was andere sagen. Aber du bestätigst ja selbst, dass sie nicht sooo falsch liegen können. Ich weiß zwar wenig über euch, doch wenn ich mir euch vorstelle, dann sehe ich eines dieser typischen "Single-Päarchen" wie sie in diversen Serien bei den privaten Fernsehsendern auftauchen. Ich meine jene, die einerseits balzend umeinander herumschleichen, sich aber ständig anzicken, nur um dann in den absurdesten Momenten wilden Sex zu haben. Das mag vielleicht in der Kennenlernphase noch ganz schön sein. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man so miteinander alt werden kann. Schlechte Angewohnheiten und Verhaltensweisen werden im Allgemeinen mit dem Alter schlimmer, die körperliche Attraktivität und der Sex wird weniger. Das muss schief gehen, und man bleibt in einer solchen Konstellation eher nur wegen den Kindern zusammen, in manchen Fällen vielleicht noch aus finaziellen Erwägungen, aber nicht, weil man sich noch liebt. Die Liebe ist dann mangels gegenseitiger Achtung und Wertschätzung längst gestorben. - Sorry, wenn ich das jetzt so direkt geschrieben habe.

Aber wie schon geschrieben: Tut das, was ihr für richtig haltet.

Liebe Grüße
Michi
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Rabea-Marie
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 71
Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
Pronomen:
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 73 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Fr 1. Sep 2017, 12:28

Hallo Michi,
Ich meine jene, die einerseits balzend umeinander herumschleichen, sich aber ständig anzicken, nur um dann in den absurdesten Momenten wilden Sex zu haben.
Ich musste ehrlich lachen! :D und nein keine Angst ich nehm euch hier nix böse! Na ganz so klischee ist es wohl nicht aber eventuell ähnlich? Es dreht sich nicht alles nur um Sex bzw. es ist nicht das einzige auf das sich unsere Beziehung stützt...
Dein Beitrag hat mich dann dazu veranlasst meine Frau zu Fragen wie sie unsere Beziehung in Stichworten beschreiben würde, herauskam: Rasant, intensiv, verrückt, schwierig, innig.

Unsere Beziehung, Menschen näher zu bringen die uns nicht kennen ist unheimlich schwierig. Aber wir sind so seit 9 Jahren und auch wenns bei uns wohl öfter knallt als bei "normalen" Päarchen, zweifeln wir doch nie an unserer Beziehung. Was für andere schon ne echte Krise ist weil sie sonst immer so "lieb" zueinander sind ist für uns eher ein Kaffeeklatsch. Wie kann ich das besondere daran jetzt am besten in Worte fassen... Ach keine Ahnung wir sind einfach verrückte :lol:
Es knallt zwar oft für Kleinigkeiten sag ich mal, aber normalerweise haben wir diese typischen Beziehungsprobleme nicht. Eifersucht z.B. also klar ist man schonmal eifersüchtig, aber nie so dass es bedrohlich für unsere Beziehung gewesen wäre. Noch nie hat einer dem anderen ne Szene aus Eifersucht gemacht, nur ein Beispiel. Dafür streiten wir uns dann wer jetzt die Spülmaschine öfter ausgeräumt hat... Verrückt einfach...

Lg Rabea

MichiWell
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1354
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 618 Mal
Danksagung erhalten: 819 Mal
Gender:

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 74 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 1. Sep 2017, 13:23

Hallo Rabea,

freut mich, dass wir trotz des schwierigen Themas noch etwas Spaß dabei haben. )))(:

Die Kleinigkeiten, über die ihr euch streitet, die sind mir durchaus bekannt, und in meinen zwei längeren Beziehungen mit Wohngemeinschaft auch öfter vorgekommen. Damals fand ich das auch irgendwie normal, oder besser gesagt, ich hab gar nicht darüber nachgedacht, ebenso meine damaligen Partnerinnen. Aber rückblickend kann ich sagen, dass diese ewigen Auseinandersetzungen letzlich dazu geführt haben, dass ein Riss zwischen uns entstanden ist, den man lange nicht wahrnehmen mochte und überspielt hat, aber der irgendwann nicht mehr mit der aus dem gleichen Grund schwindenden Zuneigung zu überbrücken war. Wie gesagt, es ging eine ganze Weile gut, aber als dann die Probleme offen sichtbar wurden, war nichts mehr zu retten, und es war dann recht schnell vorbei.

Wenn ihr euch also schon wegen so Belanglosigkeiten wie dem Ausräumen der Spülmaschine streitet, dann halte ich das aus meiner Sicht für ein Alarmsignal.
Vielleicht solltet ihr doch darüber nachdenken, eine klare Aufgabentrennung einzuführen. Ich habe diesbezüglich irgendwo darüber gelesen, dass das gemeinsame Arbeiten im Haushalt ein erhebliches Konfliktpotential schafft, und wenn ich so in meinem Umfeld rumschaue, dann scheint da was dran zu sein. Ich meine nicht das alte "Modell", wo die Frau kocht und putzt, während der Mann raucht und Zeitung liest, sondern das jeder seinen Bereich hat, für den er verantwortlich ist. Dann habe ich nicht mehr das Gefühl, dass der andere die Arbeit absichtlich liegen lässt, damit ich sie dann mache, sondern weiß, dass ich selber gestern Abend zu faul war, noch schnell die Spülmaschine auszuräumen.

Ich bin sehr für Gleichberechtigung, und war immer bereit, meinen Teil zur Hausarbeit beizutragen, und zu helfen wo ich kann. Das hat in der Vergangenheit letztlich dazu geführt, dass ich mit nörgelnden und unzufriedenen Partnerinnen konfrontiert war, die, obwohl selbst nur Teilzeit arbeitend, irgendwie erwarteten, dass ich (mindestens) 50% der Hausarbeit erledige, obwohl ich teils 50-60 Stunden unterwegs war, teils sogar die ganze Woche von zu Hause weg. Abends hab ich dann die Küche gemacht, und am Wochenende war statt gemeinsamer Freizeit nur gemeinsamer Hausputz, während sich die Damen unter der Woche während ich im Gegensatz zu ihnen arbeiten war, die sprichwörtliche Sonne auf den Bauch scheinen ließen. - Das aber nur, um meine Erfahrungswerte zu illustrieren.

Liebe Grüße
Michi
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Rabea-Marie
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 71
Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
Pronomen:
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal

Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 75 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Di 5. Sep 2017, 02:02

Soooo ihr Lieben, das Wochenende ist vorbei und wie üblich folgt jetzt der Wochenendrückblick!

Erst einmal @Michi (ich hab dich viel zu lange auf eine Antwort warten lassen) Sorry!
Ja die kleinen Streiteren um "belanglose" Dinge... Nun sind sie ja nicht permanent, aber trotzdem schon das ein oder andere mal wirklich nervig. Eine Aufgabenteilung im Haushalt ist tatsächlich das womit wir vor einigen Wochen angefangen haben, zwar derzeit nur im Bereich der Wäsche, aber wir sollten das denk ich wirklich ausweiten. "Wer´s sieht macht´s" funktioniert in der Tat nicht wirklich...
Allerdings ist auch so dass wir uns in allen Belangen und Bereichen des Lebens gegenseitig den Rücken stärken und zusammen halten. Egal was bisher passiert ist oder wer glaubt er könne uns oder einen von uns beeinflussen. Und für mich zumindest wiegt allein das schon die kleinen Streitereien alle mal auf. Wenn ich jetzt zurück blicke und auch unsere derzeitige Situation betrachte würde mir kein besserer Mensch an meiner Seite einfallen als meine Frau. Natürlich kriselt es auch mal, wir sind schließlich nicht perfekt! Aber bis auf mein Verhalten in den letzten Monaten vor meinem Outing, gab es nichts was unserer Ehe wirklich gefährlich werden konnte. Aber auch in diesem einen Fall haben wir eine Lösung, naja ein Lösung ist ja nicht wirklicht, eine Ursache gefunden und bewältigen dies wieder einmal gemeinsam.

So nun zum Wochenende...
Am Samstag hab ich es einem meiner besten Freunde erzählt, einer der am ausschlaggebenden Abend dabei war... Es lief, nun, bescheiden... Ich hab´s mal so "zwischen Tür und Angel" versucht. War total blöd... Aber irgendwie bin ich auch müde meine Geschichte im vollem Umfang immer und immer wieder zu erzählen. Wirklich verstehen tut es ja doch keiner, egal wie ausfürhrlich oder nicht ich es erkläre, keiner in meinem Umfeld kann nachvollziehen was in mir vorgeht und wie ich mich fühle.
Naja, trotzdem war es zu wenig, seine Reaktion war ein Schulternzucken und ein "O.K." meine Frau hat mich dann noch gerügt... Ich könne sowas nicht erzählen als wenn ich erzählen würde dass ich mir ein neues Auto gekauft habe. Ja hat sie ja recht, aber wie gesagt, müde.
Außerdem wie soll man jemandem begreiflich machen was in einer solchen Situation in einem vorgeht, der Homosexualität für Kopfsache hält... Trotzdem werd ich dieses Gespräch nochmal wiederholen. Es widerstrebt mir dann doch dass er denkt ich hab einen an der Waffel. Obwohl er noch am Ende meinte "Nur damit du es weißt, für mich ändert sich nix" bin ich nicht ganz zufrieden... Vielleicht erwarte ich auch zuviel?
Eigentlich hab ich auch ehrlich gesagt keine Lust mehr es noch mehr Leuten zu erzählen... Meine Eltern müssen es noch wissen, aber danach, mag ich eigentlich nicht mehr. Es gab zwei, drei Momente da hätte ich es ihnen fast erzählt, hab dann aber doch gekniffen. Ich hab immer noch das Gefühl meine Mutter guckt ständig auf meine rasierten Beine... Aber ich schweife gerade ab.
Das Porblem daran ist nur dass einer meiner besten Freunde, wie ich schon mal erwähnt hatte auch unsere Nachbarn sind. So ziemlich alle Aktivitäten unseres Freundeskreises spielen sich in unserem Haus ab bzw. jetzt im Sommer auf unserer Terrasse. Und ich hab noch weniger Lust wenn ich mich mal als Rabea fertig mache dann ständig in Panik zu verfallen und immer alles wieder abschminken etc. zu müssen wenn mal Besuch kommt. So werd ich dann wohl nicht drum herum kommen es zumindest den engsten Freunden zu erzählen. Nun... Ich könnte es allderings auch drauf ankommen lassen und sie einfach mit Rabeas Anwesenheit schocken... Nee ich denke das ist doch keine so gute Idee...
Jedenfalls hat meine Frau dann auch direkt gemerkt dass ich aufgrund seiner Reaktion geknikt war. Direkt gefolgt von ihrer Ermahnung folgte dann auch meine obige Erklärung. Aus ihrer Aussage "wie willst du das mit solch einer Erklärung anderen Menschen begreiflich machen, wenn nicht mal ich das wirklich nachvollziehen kann wie du dich fühlst" wurde dann ein neuerliches intensives Gespräch.
Mir ist dann recht spontan ein relativ banaler wie treffender Vergleich eingefallen. Dieser erklärt zwar nicht wirklich wie genau ich mich fühle aber es erklärt zumindest mal wie es dazu kommt dass dann hin und wieder mein Gemütszustand sinkt oder ich ihre Geduld auf die Probe stelle. Und zwar meinte ich "Stell dir das Sprichwort vor, der Tropfen der Fass zum überlaufen brachte". So ungefähr verhält sich das. Im moment bin ich recht angespannt weil ich jetzt schon Halloween entgegen fieber. All die kleinen Beschäftigungen mit Mädchenkram, bin ich mit der Sprichwörtlichen Schöpfkelle, der versucht dass Fass daran zu hindern überzulaufen. Ich hab einfach das Gefühl dass wenn ich mich mal komplett als Rabea fertig machen würde und somit das Fass auskippe mir das für einen längeren Zeitraum "Linderung" verschafft". Zumindest hoffe ich das...
Ich hätte dies sicher auch schon einmal probiert, wenn ich ihr nicht zugesagt hätte den Bart erst nach unserem Urlaub komplett abzurasieren. Ja das liebe Bart Thema... Aber ich möchte ihr den Gefallen auch tun und nun ist es sowieso nicht mehr lang bis zum Urlaub. Bis dahin halte ich mich mit "Kleinigkeiten" über Wasser und versuche meine Frau möglichst wenig zu stressen und mal auf ein "normales" Maß runterzukommen.
Das einzige was wirklich Schade ist, ist dass ich teilweise mehr die Zeit nach unserem Urlaub ersehne, als mich auf den Urlaub zu freuen. Das hat sie auch schon gemerkt und angesprochen. Mir gefällt das auch nicht so gut und ich hoffe dass wenn wir angekommen sind, ich dann mal abschalten kann, in allen Belangen...
Währenddessen hab ich mir einen schönen Whiskey in Fasstärke zu gemüte geführt, keine Ahnung ich hatte eigentlich noch nie das Bedürfniss "Probleme in Alkohol zu ertrinken" aber in diesem Moment war mir einfach nach einem schönen Gläschen... Den Abend haben wir dann auch mit Whiskey eine Etage höher mit unseren Freunden ausklingen lassen.
Alles in allem hat uns dieses Gespräch wieder näher zusammen gebracht und für mehr Klarheit gesorgt.

Das wahr dann wohl auch der auschlaggebene Grund dafür, dass sie praktisch nichts dazu gesagt hatte, dass ich den halben Sonntag in Highheels verbracht und in einem ziemlich anzüglichen Outfit die Hausarbeit verrichtet habe. Einziger Kommentar war nur "keine echte Frau würde so den Haushalt schmeißen" ich antwortete nur "schade eigentlich, ich würd dich gerne mal so die Hausarbeit machen sehen, außerdem kaufst du mir ja nichts zum anziehen :-p" Meine Anspielung hatte sie dann gekonnt ignoriert... Naja man kann nicht alles haben :D

Nachdem ich heute aufgestanden war, bin ich auch wenig später ins Badezimmer gestackselt und hab mich des Nagellacks auf den Zehennägeln entledigt. Ich fühlte mich erleichtert und war zufrieden, ich hatte wohl eine ordentlich Menge Wasser aus meinem Fass abgelassen. Scheinbar ebenfalls zufrieden hat das auch meine Frau wahrgenommen, sie sagte zwar nichts, aber ich hab´s ihr angesehen, oder ich bildete mir das ein, beides ist möglich. Aber mit ersterem fürhle ich mich wohler.

So das war dann erstmal von mir und meinen neuerlichen Erlebnissen...

Lg Rabea

Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“