Love-shyness
Love-shyness - # 4

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Anne-Mette
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Re: Love-shyness

Post 46 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 30. Mai 2016, 08:04

An die, die es angeht

Simone hat Fragen zu einem sehr sensiblen Thema gestellt.
Die erfordern einen ebenso sensiblen Umgang mit den Antworten, die geschrieben werden.
Wer das nicht kann, sollte nicht schreiben.

Gruß
Anne-Mette

Exuserin-2016-074-06

Re: Love-shyness

Post 47 im Thema

Beitrag von Exuserin-2016-074-06 » Mo 30. Mai 2016, 12:05

Simone 65 hat geschrieben:Aber gibt es hier im Forum noch Weitere.
Ja doch. Ich hatte auch noch keine Freundin.

Lina
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Re: Love-shyness

Post 48 im Thema

Beitrag von Lina » Mo 30. Mai 2016, 12:42

OK, aber mit dem Finger zeigen auf vermeintliche Dickhäuter in ungewohnten räumlichen Umgebungen, bringt natürlich auch nichts. Die haben ihre eigenen kommunkativen Probleme, die wieder ganz anders sind.

Was eher wichtig ist, ist das Ausgangsproblem (in diesem Thread) und die Frage: wie geht man damit um, wenn jemand eine so enttäuschende Antwort gibt. Das ist ja extrem enttäuschend, wenn man einem Freund von einem Problem erzählt, wo extrem viel Emotion dahinter steckt, und dann kommt eine total flache, möglicherweise auch noch abweisende Antwort. Simone hat da, nicht weiter geredet - überrascht mich nicht - hätte ich ausch nicht.

Aber was macht man hinterhier? Es gibt ja zig Varianten, wie man reagieren kann. Und es würde mich wundern, wenn nicht jede von euch was vergleichbares erlebt habt. Also, statt Zeigefinger gegen jemanden, wäre es doch interessant, wenn ihr berichten würdet, wie ihr auf so was reagiert.

Wer will?

Exuserin-2016-074-06

Re: Love-shyness

Post 49 im Thema

Beitrag von Exuserin-2016-074-06 » Mo 30. Mai 2016, 13:50

Lina hat geschrieben: Was eher wichtig ist, ist das Ausgangsproblem (in diesem Thread) und die Frage: wie geht man damit um, wenn jemand eine so enttäuschende Antwort gibt. Das ist ja extrem enttäuschend, wenn man einem Freund von einem Problem erzählt, wo extrem viel Emotion dahinter steckt, und dann kommt eine total flache, möglicherweise auch noch abweisende Antwort. Simone hat da, nicht weiter geredet - überrascht mich nicht - hätte ich ausch nicht.
Und ich habe schon vorher die Antwort gegeben, worauf ich beschimpft wurde. Über die Reaktion ihres Freund bin ich kein bisschen verwundert. Das sind Kerle. Was habt ihr geglaubt, was da für eine Antwort kommt? So würden 98% meiner männl. Freunde reagieren und Frauen würden es nur komisch finden und sich die Frage stellen, was an dem Typ kaputt ist.
Lina hat geschrieben: Aber was macht man hinterhier? Es gibt ja zig Varianten, wie man reagieren kann. Und es würde mich wundern, wenn nicht jede von euch was vergleichbares erlebt habt. Also, statt Zeigefinger gegen jemanden, wäre es doch interessant, wenn ihr berichten würdet, wie ihr auf so was reagiert.
Wer will?
Ich habe mir darüber noch nie solche Gedanken macht, weil ich weiß, wie Kerle ticken und wie sie dazu stehen. Männer helfen dir nicht, indem sie dir zuhören oder dich in den Arm nehmen, sondern, dass sie die Sachen mit dir anpacken. Das äußert sich darin, dass sie entweder mit dir auf die Piste gehen oder dich in den Puff schleppen oder irgendeine dauer-alleinstehende Freundin an dich verkuppeln zu versuchen. Beides ist aber auch nicht mein Fall, so dass es für mich nie infrage kam. Und dann ist auch schnell die Luft bei den Jungs raus, wenn die Bereitschaft von einem selber fehlt. Ansonsten werden von Männern höchsten Tipps kommen, dass man sich männlicher kleiden soll, oder in der Muckibude sich Muskeln antrainieren soll, oder mal das Arschloch zu Frauen sein soll und nicht immer der nette Jungen von Nebenan. Mehr kommt da tatsächlich nicht. Also nichts, was man schon als Mann selber wüsste. Bei mir ist der Umstand eher geschuldet, dass ich keinen großen Freundeskreis habe, woraus eigentlich bei den meisten Leuten Bekanntschaften und Beziehungen heraus entstehen. Der kennt den und der kennt wiederum die usw. Bei AB's sind oft noch andere Probleme die Ursache als diese Love-shyness. Viele AB's die dann doch eine Freundin gefunden haben, oder ihr erstes mal jenseits der 30 hatten, haben sich hinterher nicht wirklich besser gefühlt, weil sie in den Leistungsdruck gekommen sind - ich muss jetzt alles nachholen, meine Freunde/Kollegen hatten schon 5 Freundinnen. Oder ganz fatal, womit habe ich diese Frau verdient? Was findet die an mir? - und neue "Mäkel" an sich finden, womit sie unzufrieden sind. AB's laufen oft mit einem durstig-leeren Gläser Blick rum, was Frauen irgendwie zu spüren scheinen und auf sie total unattraktiv wirkt und AB's machen ihr ganzes Leben an diesem Zustand fest, als wenn es nichts anderes gäbe und irgendwie deswegen "unvollständig" seien. Achtung! AB's haben eine andere zerstörerische Einstellung zu sich, als jemand, der freiwillig wählt solange Single zu sein oder auf sich drauf zukommen lässt.

Wir zeigen mit den Finger auf niemanden. Ich habe lediglich geschrieben, was ihr Freund sagen wird, was auch so eingetreten ist. Dafür wurde ich in der Luft zerrissen. Ich würde nicht so reagieren, wie ihr Freund. Ich würde sie erstmal fragen, ob es etwas mit ihrem crossdressing zu hat. So klar ist mir das nämlich jetzt noch nicht geworden, woran ihr Zustand tatsächlich schuld sein soll und ob es nur damit zu tun hat, dass sie sich nicht traut, Frauen anzusprechen. Weiß Simone, ob Frauen ihr crossdressing attraktiv finden und wie hat sie als typischer Mann auf Frauen gewirkt? Ist Simone trans oder einfach nur Crossdresserin? Das wären meine Fragen an sie.

LG

Lina
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Re: Love-shyness

Post 50 im Thema

Beitrag von Lina » Mo 30. Mai 2016, 15:03

@Und ich habe schon vorher die Antwort gegeben, worauf ich beschimpft wurde. Über die Reaktion ihres Freund bin ich kein bisschen verwundert. Das sind Kerle. Was habt ihr geglaubt, was da für eine Antwort kommt? So würden 98% meiner männl. Freunde reagieren und Frauen würden es nur komisch finden und sich die Frage stellen, was an dem Typ kaputt ist.

Bingo!! Mehr hätte ich auch nicht erwartet.
Unterschwellig sagt deine Antwort übrigens auch was über dein Gender auf dem mentalen Ebene aus.

Obwohl ich deine Antwort völlig verstehe und ihr auch zustimme, war meine Antwort auch eher in eine ganz andere Richtung gerichtet:

Man kann sich ja allerlei Gedanken machen, weshalb der andere so oder so oder so reagiert hat. Ich würde aber dazu anregen, dass du (und andere, die was ähnliches erlebt haben) das kurz mal außen vor lässt.

Statt dessen fragen, welche Reaktion hat das bei dir ausgelöst:

Erst natürlich totale Enttäuschung und traurig sein - natürlich ... aber dann?

Einige würden versuchen es so schnell wie möglich zu vergessen. Mit dem Wort "versuchen" ist eigentlich schon ausgedrückt, dass es nicht erfolgreich sein wird.
Oder ... schnellstmöglich jemand anderen aufsuchen, diesen damit volltexten, wie dämlich der Andere reagiert hat. Nach 45 Minuten, Mega-Telefongebühren oder 2 Runden Latte-Macchiato, je nach Wahl der Location, geht es dir entweder besser, oder es geht euch beide scheiße. (Ich habe, vor allem bei Frauen, solche und ähnliche Situationen in Cafés beobachtet - das ist ganz interessant, denn denn als neutrale Beobachterin erkennt man Sachen, die die Beteiligten nicht merken.)

Oder ... weiter darüber nachdenken, dabei das mentale Bild davon, damit auch von der Traurigkeit und der Enttäuschung auch verstärken.

Oder ... was noch?

Die Sache ist ja, die Wirkung, die so was hat, hängt völlig, einzig und allein davon ab, wie man selber damit umgeht ...

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Re: Love-shyness

Post 51 im Thema

Beitrag von LenaPorcia » Mo 30. Mai 2016, 17:05

Hallo allerseits,

normalerweise beschränke ich mich ja aufs Lesen von Forenbeiträgen (in der Regel sogar ohne Login^^), gelegentlich "bedanke" ich mich mal eingeloggt für Beiträge. Hier im Forum geschrieben habe ich seit Jahren nicht mehr. In diesem Thread ist aber soviel drin, da muss ich jetzt mal mitmischen:-P...

Erster Part:

@Simone:
Tut mir Leid für Dich, dass Dein Freund so reagiert hat. Das ist eines guten/wahren Freundes* unwürdig. Aber viele Männer sind in solchen Thematiken meiner Erfahrung nach schlicht nicht in der Lage, empathisch zu reagieren. Zeigt sich ja auch hier im Thread. Das entschuldigt zwar die Reaktion Deines Freundes nicht, macht sie imho aber nachvollziehbar und ein Stück weit verzeihlich.
Ich verstehe sehr gut, falls Du Couchlöwes Angebot, doch hier im Thread/Forum darüber zu sprechen, nicht annehmen wolltest. Ich selbst bin, trotz meiner jungen Jahre, recht mißtrauisch bezüglich persönlicher Dinge und würde manches, das mich bewegt, nie öffentlich machen – und Internet ist immer öffentlich.
Alternativvorschlag: Hast Du vielleicht eine (Kumpel- (!)) Freundin, der Du genügend vertraust, um mit ihr über die Thematik zu sprechen?
Aber gibt es hier im Forum noch Weitere?
Ja, mich zum Beispiel.

Von dem Begriff love-shy habe ich zwar beim Lesen dieses Threads zum ersten Mal gehört, mit dem AB-Begriff habe ich mich aber schon lange, bevor ich die Facetten meiner(/s) weiblichen Persönlichkeit(steils) erforschte, auseinandergesetzt.

Insofern kann ich Dir auch sagen, dass die „Radikalkur“, das Leid(en) mittels des horizontalen Gewerbes zu lösen, in entsprechenden Foren heiß diskutiert wird, von den meisten aber als wegen der fehlenden emotionalen Komponente unzureichend verworfen wird. Von denen, die diesen Weg beschreiten, gibt es nur wenige, denen er zur Hilfe gereichte. Viele warnen im Gegenteil im Anschluss an den Versuch in einschlägigen AB-Foren, dass es ihnen nun noch schlechter gehe als zuvor.

Auch wenn ich zu gerne, zu den Beiträgen der Nutzerin mit dem Filmklassiker-Namen Stellung beziehen würde, halte ich mich an die Weisung der Chefin: „Do not feed the troll.“



Anderer Theil:

Zur Frage des Zusammenhangs zwischen AB-tum/loveshyness und der in diesem Forum zusammengefassten Thematiken:

Tatsächlich habe ich diese Felder lange als getrennt beurteilt. Einen Zusammenhang zwischen Crossdressing und AB-tum habe ich persönlich nie hergestellt. Das mag aber auch daran liegen, dass ich, als ich den Begriff des Crossdressings kennenlernte und mich mit dieser Facette meines Selbst erstmalig proaktiv auseinandersetzte, stets auch mein vorpubertäres „Verkleiden“ erinnerte. Insofern konnte da (für mich) kein Kausalzusammenhang „Crossdressing als Ersatzhandlung“ bestehen.
Eine Kausalität in die andere Richtung mag ich persönlich nicht so leicht ausschließen (vgl. Beiträge anderer Nutzer und bei mir weiter unten). Auch die zahlreichen Crossdresser, die entweder wechselnde Partner haben oder glücklich in langjährigen Beziehungen leben, mithin also diese Facette ihrer Persönlichkeit als „normal“ gelten kann, sprechen gegen eine Kausalität zwischen Crossdressing und AB-tum. Und im Gegensatz zum persönlichen Argument ist der Vergleich mit der Nicht-AB-trotzdem-CD-Population durchaus für Verallgemeinerungen belastbar.

Jetzt kommt das große Aber:
In den letzten Monaten habe ich mich zunehmend weniger als Crossdresser gesehen und festgestellt, dass ich weiblicher bin. Wieweit das geht und welcher Schublade (Teilzeitfrau, Bigender, (Trans)Frau u. drgl. m.) ich am nächsten stehe, habe ich noch nicht herausgefunden und dies hier zu erläutern würde auch den Rahmen der Diskussion sprengen. Allein: Bei meinem neuen (, zweiten) Selbstfindungsprozess spielte mein AB-tum nun schon eine, sogar doppelte, Rolle:
Einerseits verstärkt mein AB-tum die so schon große Furcht, mich zu vergaloppieren. Also Facetten an mir zu sehen, die gar nicht da sind. Konkret stelle ich mir die Frage: Denke ich vielleicht, dass ich „mehr als CD“** bin, weil ich AB bin?
Andererseits verstärkt mein AB-tum die Gewissheit „mehr als CD“ zu sein. Ich finde mich sehr in Andreas Beiträgen wieder. Besonders die folgenden Sätze möchte ich hervorheben:
Ich denke schon! Auch wenn es bei mir etwas anders gelaufen ist (ich wurde mehr abgewiesen als dass ich es selbst getan habe), finde ich meine frühere Situation als „Love-shyness“ recht gut beschrieben. Den Begriff und was dahintersteckt kannte ich bisher noch nicht. „Absolut Beginners“ habe ich dagegen schon gehört, {…}
{…}je nachdem, inwieweit wir das typische Mannsein innerlich ablehnen und so die männliche Rolle bei der Kontaktaufnahme nicht beherrschen und auch sonst nach außen hin nicht das Bild eines „richtigen Mannes“ abgeben.
Meine innere Abneigung gegen die traditionelle männliche Rolle in der Partnersuche und gegen jedwede „Sche**egal“ bzw. A****loch-Haltung, wie sie meist von Männern immer noch gepflegt, teilweise aber auch von Frauen immer noch erwartet wird, habe ich stets als eine Ursache meines AB-tums angesehen. Anders gesagt: Ich habe mich immer gefragt, weshalb mir die männliche Rolle des menschlichen Balzverhaltens so fremd ist, dass ich sie im Gegensatz zu sehr vielen anderen genderspezifischen Rollen (oft übrigens beiderlei Geschlechts^^) nie lernen konnte.
Als in mir die Gewissheit reifte, dass ich eben „mehr als CD“ bin, war plötzlich diese Frage gelöst: Natürlich „kann“ ich kein männliches Balzverhalten, wenn ich nicht (rein) männlich bin. Damit war dann auch klar, weshalb ich, wenn überhaupt erst dann aktiv wurde, wenn die Mädels nicht mehr nur mit dem Zaunpfahl winkten, sondern ihn mir schon um die Ohren gehauen haben. Oder warum ich in den noch selteneren Fällen immer dafür sorgte, dass wir übers Knutschen nicht hinauskamen. Oder, oder, oder… ;-)
In diesem Sinne hat also mein AB-tum keine bremsende, sondern eine verstärkende Wirkung auf die Selbstfindung als … - ja, wohl am besten, als Nichtmann.

Um den „Anderen Theil“ zusammenfassend abzuschließen: Ich persönlich glaube nicht, dass zwischen Crossdressing und AB-tum eine Kausalität besteht. Ohne das im Beitrag jetzt näher ausgeführt zu haben, glaube ich aber durchaus, dass Crossdressing sich bei vorliegendem AB-tum nicht unbedingt positiv auf die Beseitigung des AB-tums auswirkt.*** Wohl aber sehe ich einen Zusammenhang zwischen AB-tum und Nichtmann/“mehr als CD“ – Sein. Wenn eine Person „mehr als CD“ ist, kann (nicht muss!!) dies wegen der Unfähigkeit, die sozialgeforderte Rolle als Mann einzunehmen, durchaus ein AB-tum auslösen.

Puh, dass ist ja jetzt ein ziemlicher Sermon geworden. Aber wenn schon, denn schon:-P…
Und wenn schon, dann noch kurz offtopic zur Bibeldebatte: Den Mose-Vers kannte ich noch nicht, gut zu wissen. Ebenso wichtig zu wissen, die Entgegnung von Dolores aus dem Galaterbrief. Ich möchte dem als Lutheranerin noch bestärkend hinzufügen: Bekanntlich ist das Seelenheil nur sola gratia zu erreichen. Ich persönlich würde sagen, wenn mensch sowieso schon auf die Gnade Gottes angewiesen ist, dann verspielen wir diese Gnade sicherlich nicht nur durch so eine Lappalie wie unsere Kleidung:-P…****




Ich habe den Thread sowohl persönlich Simone betreffend aufgefasst als auch als Aufruf, generell über das Verhältnis Crossdressing u.ä. zu AB-tum zu diskutieren. Sollte das zweite unzutreffend sein, ignoriert bitte den „Anderen Theil“!

An Simone: Ich hoffe, mein erster Teil war ein kleinwenig hilfreich. Jedenfalls alles Gute und lass Dich nicht unterkriegen!:-))

An alle: Liebe Grüße (ki)

PS: Ich habe jetzt solange für diesen Beitrag gebraucht, da haben Frühstück bei Tiffany und Lena glatt schon weiterdiskutiert. Ich werde versuchen, zu einem spätere Zeitpunkt auf diese Beiträge (ab: Mo 30. Mai 2016, 12:42) einzugehen.


*Angesichts des seniblen Themas nehme ich an, Du hast Dir schon wohl überlegt gehabt, wem Du Dich anvertraust.
** Aufgrund meiner Unfähigkeit einen für mich momentan passenden Begriff zu finden, möchte ich in diesem Beitrag mit dem Hilfskonstrukt „mehr als CD“ arbeiten.
***Kurz: Neben der Last, AB zu sein, hat der AB einem/r potentiellen Partnerin auch noch das CD zu erklären.
**** sola scriptura als Gegenargument zieht hier aus den von Dolores genannten Gründen (Keine Allgemeingültigkeit der altjüdischen Gesetze) nicht.
Nil nimium studeo, ξεῖνε, tibi velle placere,
nec scire utrum sis albus an ater homo.
(frei nach Catull c. 93)

Simone 65
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Re: Love-shyness

Post 52 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Di 31. Mai 2016, 01:04

Hallo. Ich möchte mal ein Fragen beantworten. Ich bin noch nur CD, bin erst 2 mal richtig als Frau draussen gewesen und das war Nachts. Wenn ich sonst unterwegs bin, sind es auch alles Frauensachen. Von Unterwäsche, Strumpfhosen, High Heels unter den Damenjeans bis zu schicken Jacken oder Mäntel und immer ein Korsett. Aber noch kein Kleid oder Rock. Wie ich als Mann auf Frauen wircke, weiss ich nicht. Lina ich versuche Es zu vergessen ( zu verdrängen). Jemand anderen erzählen geht nicht, ich wüsste nicht wer. Ich habe mein Freund heute wieder gesehen. Er hatt mich gefragt, ob es mir gut geht. Ich wusste nicht zu antworten. Ich nur,, es geht mir gut". Und Francesca ich habe keine Freundin der ich mich anvertrauen könnte. Liebe Grüße Simone . Bitte nicht schimpfen.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
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Anne-Mette
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Re: Love-shyness

Post 53 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 31. Mai 2016, 08:45

Guten Morgen,
Bitte nicht schimpfen.
Wie kommst Du auf so eine Idee? )))(:

Hast Du eigentlich inzwischen in Deinem Umkreis eine Gruppe finden können, die sich regelmäßig trifft?
Gemeinsame Stunden und Runden können durchaus gut tun - und Du hättest eine wunderbare Gelegenheit, nicht nur bei Nacht rauszugehen, sondern mitten am Tag.

Gruß
Anne-Mette

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Re: Love-shyness

Post 54 im Thema

Beitrag von Explorer » Di 31. Mai 2016, 16:37

Ich denke, es gibt verschiedene Faktoren, warum viele "ABs" (ich verwende den Begriff im Folgenden der Einfachheit weiter) in ihrem ungewollten Zustand festhängen, oder warum sich ihr Dilemma sogar im Laufe der Zeit verstärkt. Gehen wir mal darauf ein:

WIE BEURTEILEN ANDERE (vorhandene oder fehlende) ERFAHRUNG?

* Manche sehen sexuelle Eroberungen für den Mann als Statussymbol an. Fehlende Erfahrung wirkt also unattraktiv.
* Manche Frauen suchen ausdrücklich erfahrene Männer, die sexuell "den Ton angeben".
* Fehlende Erfahrung wirkt im fortschreitenden Alter immer irritierender. Da können Gedanken aufkommen wie: "Warum ist er noch Jungfrau? Irgendwas stimmt doch bei ihm nicht - lieber die Finger davon lassen."
* In jungen Jahren will man sich erstmal ausprobieren, und stört sich nicht daran, wenn das Gegenüber es genauso sieht. Da kann sich schnell was anbahnen. Später aber suchen die meisten dann doch was ernstes, festes, dauerhaftes. Man weiß inzwischen, was man will (sowohl was die Beziehung angeht, als auch im Bett) - und wünscht sich einen Partner, der das ebenfalls weiß.

All das sind natürlich Faktoren, die längst nicht für jede Frau gelten. Daher sind das keine Gründe, die Flinte ins Korn zu werfen. Klar: Es erschwert die Partnersuche natürlich, keine Frage. Man muss länger suchen, um auf eine Frau zu treffen, die sich nicht daran stört. Aber solche Frauen gibt es auch (manche Frauen finden es ja sogar reizvoll, unerfahrene Männer in die Geheimnisse der Liebe einzuweihen).

Alternativ könnte man natürlich auch versuchen, Erfahrung vorzutäuschen, um diesen Schwierigkeiten zu entgehen. Aber da würde ich, gerade wenn man schon seit langer Zeit AB ist, eher von abraten - wahrscheinlich wird es auffallen, und wenn die Frau das Gefühl hat, dass man ihr was vormacht, ist das nicht grad ein Pluspunkt. Außerdem stellt man sich ohne Erfahrung nun mal hin und wieder unbeholfen an - da kann man ruhig zu stehen, dann weiß die Partnerin, woran es liegt (und muss nicht rumrätseln "was zur Hölle ist eigentlich falsch mit ihm?!").

Ach ja, eine andere Gefahr noch: Die Menschen glauben manchmal, man wäre schwul. Das wäre natürlich ärgerlich, aber dieses Missverständnis lässt sich auch aus der Welt räumen.


WAS MACHT FEHLENDE ERFAHRUNG MIT DEM AB SELBST?

* Manche AB werden mit der Zeit verbittert, oder kanalisieren es in eine regelrechte Mysogynie. Das ist hier zum Glück vermutlich nicht der Fall. ;)
* ABs geben irgendwann auf. Sie versuchen es gar nicht mehr erst, eine Frau kennenzulernen, oder weisen Avancen von vorneherein zurück.
* Flirten will gelernt sein. Und dieses Lernen ist oft halt ein "Try and Error", und hinterher denkt man sich "oh mann, jetzt hab ich mich aber zum Affen gemacht". Mit 15 oder 20 kann man sich das erlauben, aber mit 30, 40 oder 50 ist die Angst, sich solche Peinlichkeiten anzutun, oft größer. Ist ja auch verständlich. Von extravaganten Maschen, wie sie manche selbsternannten Flirt-Gurus predigen, würde ich daher auch eher abraten. Ansonsten schadet es nicht, sich den einen oder anderen Flirtratgeber zu Gemüte zu führen. Eine Strategie, die man durchaus auch mal ausprobieren kann, ist mit offenen Karten zu spielen und der anderen Person direkt zu sagen, dass man Interesse hat (das heißt NICHT, mit der Tür ins Haus zu fallen und der Person des Interesses gleich die große Liebe zu gestehen etc.). Kommt zwar oft nicht so gut an, aber bevor man sich auf dünnes Eis begibt, kann man das durchaus mal riskieren.
Das Risiko, zurückgewiesen zu werden, besteht allerdings immer (selbst für den größten Charmebolzen). Damit muss man leben. Aber das ist nichts schlimmes. Ich persönlich hatte früher unwahrscheinliche Angst vor einer Zurückweisung, und habe mich daher nie getraut, die Initiative zu ergreifen. Etwas von sich und seinen Gefühlen preiszugeben und damit aufzulaufen, ist halt unschön. ABER: Es ist nichts schlimmes. Sexuelles oder romantisches Interesse an einem anderen Menschen zu entwickeln ist das normalste der Welt, das tut jeder. Dazu kann man auch stehen. Sollte die andere Person sich ernsthaft darüber lustig machen, sollte man darüber stehen: Im Endeffekt ist SIE es dann nämlich, die sich peinlich benimmt.
* Man wird verzweifelter. Das kann dazu führen, dass man - wenn es bei einer Person tatsächlich zu passen scheint - gleich die ganz großen Hoffnungen darein setzt und sich sehr schnell darauf festlegt, dass diese eine jetzt "diejenige welche" sein muss. Für die andere Person wirkt das aber oft eher abschreckend, und setzt sie außerdem unter Druck. Eine andere Möglichkeit ist, dass man mit einem Objekt des Interesse eine intensive Freundschaft beginnt und teilweise jahrelang darauf hofft, dass sie einen irgendwann erhören könnte. Dabei hat diese platonische Freundin in den meisten Fällen schlicht kein Interesse. Diese Fallstricke sollte man also ebenso meiden.


NOCH EIN PAAR SCHWIERIGKEITEN:

* Blöd ist natürlich, dass man in jungen Jahren meist viel aktiver ist, und ständig neue Leute kennenlernt. Später geht das Leben dann oft eher geruhsame Kreise. Damit lernt man auch weniger interessante Frauen kennen. Da heißt es: Den Suchradius erweitern! Sport, Gesangsverein, Theater, Literaturclub oder was einem für Hobbies auch immer interessant vorkommen erleichtern das Kennenlernen. Eine andere Option sind Partnerbörsen im Internet. Aber da geht man als Mann oft unter in der Masse anderer Männer, so dass es sehr schwer ist. Andererseits kann man hier auch relativ gefahrlos flirten - wenn es nix wird, kriegt das ja auch erstmal niemand mit.
* Der Partnermarkt in der eigenen Altersklasse wird immer kleiner, weil viele Leute feste Bindungen eingehen und damit nicht mehr zu haben sind. Aber es gibt ja auch Leute, die sich - teilweise nach vielen Jahren Ehe - wieder trennen, oder die ebenfalls lange Single geblieben sind und gerne mal jemanden hätten.


Diese Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alles in allem will ich nicht um den heißen Brei herum reden: Natürlich wird es als AB schwerer, jemanden zu finden, das ist wohl leider Tatsache - genauso wie, dass Crossdressing es jetzt auch nicht eben einfacher macht. Aber es kann genauso gut passieren, dass einem gleich morgen die Traumfrau über den Weg läuft, wo es tatsächlich alles passt. Also kann ich jedem AB nur raten, an sich zu arbeiten, zu verstehen warum es nie gepasst hat und was man daran ändern kann - aber vor allem die Hoffnung zu bewahren.
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

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Re: Love-shyness

Post 55 im Thema

Beitrag von Lina » Di 31. Mai 2016, 17:25

Simone 65 hat geschrieben:Hallo. Ich möchte mal ein Fragen beantworten. Ich bin noch nur CD, bin erst 2 mal richtig als Frau draussen gewesen und das war Nachts. Wenn ich sonst unterwegs bin, sind es auch alles Frauensachen. Von Unterwäsche, Strumpfhosen, High Heels unter den Damenjeans bis zu schicken Jacken oder Mäntel und immer ein Korsett. Aber noch kein Kleid oder Rock. Wie ich als Mann auf Frauen wircke, weiss ich nicht. Lina ich versuche Es zu vergessen ( zu verdrängen). Jemand anderen erzählen geht nicht, ich wüsste nicht wer. Ich habe mein Freund heute wieder gesehen. Er hatt mich gefragt, ob es mir gut geht. Ich wusste nicht zu antworten. Ich nur,, es geht mir gut". Und Francesca ich habe keine Freundin der ich mich anvertrauen könnte. Liebe Grüße Simone . Bitte nicht schimpfen.

Verstehe ich gut, dass du ihm so knapp geantwortet hast. Was kannst du auch sonst tun.

Und du "versuchst es zu vergessen". Ja, wie ich schon gesagt habe: "Ich habe versucht, die Tür aufzumachen" - bedeutet das dann als Endergebnis, dass ich die Tür geöffnet habe, oder blieb die zu?

Es gibt ja viele Möglichkeiten, wie man reagieren kann - dazu habe ich ja auch ausführlicher in der PN was geschrieben - aber nur so, für die Anderen: Wie man wirklich innerlich auf so was reagiert kann man weitgehend selber beeinflussen.

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Re: Love-shyness

Post 56 im Thema

Beitrag von Lina » Di 31. Mai 2016, 17:34

@Explorer
* Blöd ist natürlich, dass man in jungen Jahren meist viel aktiver ist, und ständig neue Leute kennenlernt. Später geht das Leben dann oft eher geruhsame Kreise. Damit lernt man auch weniger interessante Frauen kennen. Da heißt es: Den Suchradius erweitern! Sport, Gesangsverein, Theater, Literaturclub oder was einem für Hobbies auch immer interessant vorkommen erleichtern das Kennenlernen. Eine andere Option sind Partnerbörsen im Internet. Aber da geht man als Mann oft unter in der Masse anderer Männer, so dass es sehr schwer ist. Andererseits kann man hier auch relativ gefahrlos flirten - wenn es nix wird, kriegt das ja auch erstmal niemand mit.


Da ist die wirkliche Frage "wer ist 'man'?" Letztendlich has DU selber die Entscheidung getroffen, dich so zu verhalten und deine Aktivitäten so zu gestalten, dass du nicht ständig neue Leute kennen lernst. Und indem du das ganze dann entpersonalisierst mit dem Wort "man", schiebst du auch die Verantwortung und damit auch die Eigenkontrolle über dein leben von dir.

Damit meine ich natürlich nicht genau dich, Explorer, weil du sprichst ja genau das Thema an, "Suchradius erweitern". Ich meine natürlich alle andere die - angeregt von deinem Ausgangssatz sich hinter einem "man" verstecken, während das richtige Wort aus ihrer Sicht "ich" wäre.

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Re: Love-shyness

Post 57 im Thema

Beitrag von Explorer » Di 31. Mai 2016, 19:45

Klar, ich sagte ja auch, dass es oft so ist - aber natürlich nicht immer. Ich glaube, viele Menschen kennen(lernen) ist allgemein immer ein Vorteil bei der Partnersuche - Dauersingletum und allgemein wenige Kontakte korrelieren sehr stark, nach meinem Eindruck.
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

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Re: Love-shyness

Post 58 im Thema

Beitrag von Michaela » Di 31. Mai 2016, 23:41

Das, was Simone beschreibt, trifft zu 100% auf einen meiner Arbeitskollegen zu.
Allerdings ohne das CD-Ambiente.
Was ich jetzt schreibe klingt vllt. gefühllos, ist aber nur eine objektive Beschreibung seiner Situation.
Er ist 40+ und hatte noch keinen Sex (zumindest mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit) weder mit einer Frau. Was ihm am meisten Sorgen macht, bis hin zu Depressionen und suizidversuch, ist die Angst vor dem Alleinesein wenn seine Eltern nicht mehr leben. Dort verbringt er nämlich jedes Wochenende.
Er himmelt die Kassiererinnen im Discounter und die bäckereifachverkäuferinnen im Laden daneben an. Wohlwissend, das diese vergeben, verheiratet und oder oder nicht interessiert sind bringt er ihnen Blumen zum Geburtstag oder Schokolade. Auch auf unserer Arbeit kennt er alle Daten und beschenkt die Damenwelt immer pünktlich. Wenn eine Kollegin aber mal in Urlaub ist, wird, wenn sie wieder da ist, eine frische Blume gekauft und überbracht.
Egal, von welcher Frau man spricht, er könnte sie sich schon als Partnerin vorstellen.
Höhepunkt war seine Anfrage zur Trans-SHG mitzukommen, um dort evtl. jemanden kennenzulernen. (Er denkt, dass ich dort unterstützend mitarbeite und weiß nicht, dass ich 'betroffen' bin)
Er macht abends seine Wäsche, wenn er dran ist, erledigt er die Hausordnung und bevor er in Urlaub fährt bringt er die Wohnung auf Hochglanz, falls es brennt soll die Feuerwehr ja keinen schlechten Eindruck bekommen.
Er verabschiedet sich (auch von mir) mit einem Diener und springt sofort zu Seite, wenn wir uns im Büro mal an der Kaffeemaschine in die Quere kommen.

Ein schrecklich lieber Mensch mit leider viel zuwenig Selbstbewusstsein. Das schlimmste an der Sache ist, dass er mittlerweile in seinem eigenen Selbstmitleid gefangen ist.
Ich bin mittlerweile der 2. büropartner, der versucht ihn da rauszuholen. Andere Kollegen jeden Alter bemühen sich auch.
Aber, und damit komme ich zum Schluss, das könnte nur funktionieren, wenn er mitmachte.
Das gilt auch IMHO für dich Simone, auch wenn dein 'guter' Freund dich enttäuscht hat, gib nicht auf. Es gibt zB hier im Forum viele hilfsbereite Freundinnen und Freunde. Versuche doch mal einen in deiner Nähe zu finden, um mal was gemeinsam zu unternehmen. Das gibt Sicherheit und Selbstbewusstsein für das öffentlich auftreten und vllt. entwickelt sich ja auch eine tiefer Freundschaft dabei.
Mit ganz lieben Grüßen,

Myriam

Explorer
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Re: Love-shyness

Post 59 im Thema

Beitrag von Explorer » Mi 1. Jun 2016, 00:54

Myriam hat geschrieben:Das, was Simone beschreibt, trifft zu 100% auf einen meiner Arbeitskollegen zu.
Allerdings ohne das CD-Ambiente.
Was ich jetzt schreibe klingt vllt. gefühllos, ist aber nur eine objektive Beschreibung seiner Situation.
Er ist 40+ und hatte noch keinen Sex (zumindest mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit) weder mit einer Frau. Was ihm am meisten Sorgen macht, bis hin zu Depressionen und suizidversuch, ist die Angst vor dem Alleinesein wenn seine Eltern nicht mehr leben. Dort verbringt er nämlich jedes Wochenende.
Er himmelt die Kassiererinnen im Discounter und die bäckereifachverkäuferinnen im Laden daneben an. Wohlwissend, das diese vergeben, verheiratet und oder oder nicht interessiert sind bringt er ihnen Blumen zum Geburtstag oder Schokolade. Auch auf unserer Arbeit kennt er alle Daten und beschenkt die Damenwelt immer pünktlich. Wenn eine Kollegin aber mal in Urlaub ist, wird, wenn sie wieder da ist, eine frische Blume gekauft und überbracht.
Egal, von welcher Frau man spricht, er könnte sie sich schon als Partnerin vorstellen.
Höhepunkt war seine Anfrage zur Trans-SHG mitzukommen, um dort evtl. jemanden kennenzulernen. (Er denkt, dass ich dort unterstützend mitarbeite und weiß nicht, dass ich 'betroffen' bin)
Trifft ziemlich gut meine Beobachtungen. Dieses Gefühl, in jeder auf den ersten Blick ansprechenden Frau gleich ein mögliches "love interest" zu sehen, hatte ich zeitweise leider auch ein wenig. Ein bisschen verzweifelt war ich damals schon :| ... bezeichnend, dass es dann tatsächlich gefunkt hat ausgerechnet bei einer Frau, die ich mal NICHT durch die "potenzielle Partnerin"-Brille gesehen hatte (sie wohnte so weit weg, dass der Gedanke zunächst absurd erschien).
Zugegenermaßen ist mein Nickname etwas unpersönlich. Ihr könnt mich auch Sara nennen.

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Re: Love-shyness

Post 60 im Thema

Beitrag von LenaPorcia » Mi 1. Jun 2016, 12:23

Simone65 hat geschrieben:.Ich habe mein Freund heute wieder gesehen. Er hatt mich gefragt, ob es mir gut geht. Ich wusste nicht zu antworten. Ich nur,, es geht mir gut".
Das verstehe ich gut. Wer sich als so umempathisch gezeigt hat, muss erstmal auf anderen Feldern beweisen, dass er/sie doch empathisch sein kann, bevor er/sie es verdient, auf dem Feld seiner/ihrer Schmach wieder ins Vertrauen gezogen zu werden.
Lina ich versuche Es zu vergessen ( zu verdrängen). Jemand anderen erzählen geht nicht, ich wüsste nicht wer. {…} Und Francesca ich habe keine Freundin der ich mich anvertrauen könnte.
Puh! Das tut mir Leid, dass Du sonst niemanden hast, dem Du dich anvertrauen würdest:(…
Ich rate Dir aber, es unter keinen Umständen zu verdrängen. Etwas in sich hineinzufressen, das so entschieden hinaus will, ist keine gute Idee… Lass uns lieber nach Möglichkeiten suchen, wie Du es doch hinauslassen kannst!
Lina hat geschrieben:Wie man wirklich innerlich auf so was reagiert kann man weitgehend selber beeinflussen.
So allgemein kann ich das nicht nachvollziehen. Wie meinst Du das konkret?
Da ist die wirkliche Frage "wer ist 'man'?" Letztendlich has DU selber die Entscheidung getroffen, dich so zu verhalten und deine Aktivitäten so zu gestalten, dass du nicht ständig neue Leute kennen lernst. Und indem du das ganze dann entpersonalisierst mit dem Wort "man", schiebst du auch die Verantwortung und damit auch die Eigenkontrolle über dein leben von dir.
Damit meine ich natürlich nicht genau dich, Explorer, weil du sprichst ja genau das Thema an, "Suchradius erweitern". Ich meine natürlich alle andere die - angeregt von deinem Ausgangssatz sich hinter einem "man" verstecken, während das richtige Wort aus ihrer Sicht "ich" wäre.
Volle Zustimmung! Es gibt ja durchaus auch ältere Menschen, die „aktiver“ Leben als so mancher junge. Diese Frage ist also ganz eindeutig nicht allgemein, sondern stets individuell zu betrachten. Aber:

Es ist eben jeder Mensch anders. Manche haben es einfach nicht so sehr mit großen Aktivitäten in der Freizeit. Ist prinzipiell kein Problem. Es wird erst dann zum Problem, wenn es mit anderen Facetten des Individuums kollidiert. Eine solche ist das AB-tum. Und gerade deshalb halte ich es für falsch, die freizeitliche Passivität von ABs ihnen als „Fehler“ anzurechnen. Sie sind halt so und sie würden sich verbiegen, plötzlich aktive Freizeit zu leben.
Ob ein sich verbiegen bei der Beseitigung des AB-tums hilft? Ich glaube nicht – genausowenig wie es dem/r CrossdresserIn hilft sich bei der Partnersuche zu verbiegen und die Garderobe zu entsorgen, dem Crossdressing zu entsagen, etc. Ich denke, es ist deutlich, worauf ich hinaus möchte…
Myriam hat geschrieben: Ein schrecklich lieber Mensch mit leider viel zuwenig Selbstbewusstsein. Das schlimmste an der Sache ist, dass er mittlerweile in seinem eigenen Selbstmitleid gefangen ist.


Oh ja, dieses Problem trifft leider auf so viele liebe Menschen zu :roll: :roll: ...

Und um den Tenor meines Beitrags abzuschließen:
Die Red’ ist uns gegeben, damit wir nicht allein
für uns nur sollen leben und fern von Menschen sein.
Wir sollen uns befragen und seh’n auf guten Rat,
das Leid einander klagen, so uns betreten hat.
--- Simon Dach
Liebe Grüße (ki)
Nil nimium studeo, ξεῖνε, tibi velle placere,
nec scire utrum sis albus an ater homo.
(frei nach Catull c. 93)

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